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Abwassertechnik – richtig gemacht eine saubere Sache

Teil 3: Wenn einige Grundregeln beachtet werden, läuft’s im Haus gut ab

Bild 1: Position und Art der Rohrschellen für „RAUPIANO PLUS“.

Bild 2: Schallausbreitung bei Abwassersystemen. 1 Körperschallübertragung; 2 Abwasser-Rohr aus PP; 3 Standard-Rohrschelle; 4 Luftschall

Bild 3: Reduzierung der Körperschallübertragung durch die körperschallgedämmte Stützbefestigung. 1 Körperschallreduktion; 2 Abflussrohr „RAUPIANO PLUS“; 3 Körperschallgedämmte Stützbefestigung; 4 Luftschallreduktion

 

 

Was kann so schwer daran sein, eine Abwasserinstallation hinzubekommen? Hauptsache, das Schmutzwasser läuft ab. Gerade die sehr einfache und in vielen Fällen sogar werkzeugfreie Installation von Entwässerungssystemen verleitet zu derlei Ansicht. Steckmuffensysteme und eine sehr große Auswahl an Formteilen ermöglichen Lösungen für nahezu jede Einbausituation. In einer dreiteiligen Serie greifen wir dieses Thema groß auf.

Hier gelangen Sie zu Teil 1 

Hier gelangen Sie zu Teil 2 

Doch wie gut funktioniert die Abwasserinstallation wirklich? Wie häufig kommt es dann vor, dass es im Ablauf „gluckert“? Nachträgliche Korrekturen sind schwierig und extrem aufwändig. Wie häufig müssen dann Reinigungsspiralen oder gar Spülgeräte eingesetzt werden, um Ablagerungen in den Abwasserleitungen zu entfernen und wenigstens wieder halbwegs die Funktion der Abwasserinstallation herzustellen?

Gerade bei der Installation von Abwasseranlagen gilt es, sorgfältig vorzugehen. Werden wichtige Grundkenntnisse richtig angewendet, funktionieren Entwässerungssysteme sicher und langlebig – und ersparen Reklamationen.

 

Die richtige Befestigung wählen

Mit der Aufgabe, die temperaturbedingte Längenänderung zu berücksichtigen, entsteht gleichzeitig die Aufgabe der richtigen Rohrbefestigung. Die hierzu geeigneten Rohrschellen sowie die Abstandsmaße zwischen den Rohrschellen sind stets nach Angaben der Systemhersteller zu wählen. Am Beispiel „RAUPIANO PLUS“ wird im dargestellt, welche Rohrschellen wo anzuordnen sind.

In Bild 11 sind die Position und Art der Rohrschellen im Bereich der Fallleitungen und Sammelleitungen zu erkennen. Insgesamt sind vier Rohrbefestigungen im Einsatz.

  • körperschallgedämmte Stützbefestigung, bestehend aus Fixierschelle (1a) und Stützschelle (1b),
  • Führungsschelle (2),
  • Sicherungsschelle ohne Verbindung zur Wand/Decke (3),
  • Festschelle mit Verbindung zur Wand/Decke (4).

Faustregel 1: In den Fallleitungen kommen je Stockwerk eine körperschallgedämmte Stützbefestigung und eine Führungsschelle zum Einbau. Jedes dritte Stockwerk bzw. im obersten Stockwerk wird unterhalb der körperschallgedämmten Stützbefestigung eine Sicherungsschelle angebracht.

Faustregel 2: Einzel-, Sammelanschluss- und Sammelleitungen werden mit Festschellen nach bzw. unterhalb der Muffe fixiert. Im weiteren Leitungsverlauf werden Führungsschellen verwendet, um eine temperturbedingte Längenausdehnung zu ermöglichen, die, wie oben beschrieben, in der Steckmuffe aufgenommen wird. Bei „RAUPIANO PLUS“ ist es der Abstand 15 · da (Außendurchmesser).

 

Wie leise ist leise genug?

Gerade das Abflussgeräusch anderer hört man nicht gerne. Niemand möchte wissen, was im benachbarten Bad oder WC gerade passiert. Daher ist die Anforderung an Schallschutz vor allem in Verbindung zur Abwasserinstallation wichtig. Dennoch gilt:

Schallschutzanforderungen sind mehr als nur das Abflussgeräusch. Die in der DIN 4109 genannten Werte beziehen sich immer auf den Schallpegel aus Hausinstallationen. Hierbei ist das Abflussgeräusch zwar das markanteste, aber auch Fließgeräusche aus der Zuleitung und auch Armaturengeräusche gehören zur Bewertung des gesamten Geräuschverhaltens dazu.

Grundsätzlich muss beim Beachten der Schallschutzanforderung sowohl die Reduzierung des Luftschalls und auch des Körperschalls Rechnung getragen werden. In Bild 12 sind die Mechanismen von Luft- und Körperschall zu sehen. Luftschall wird direkt hörbar, während der Körperschall als „Vibrationsenergie“ vom Abwasserrohr ausgehend über die Rohrbefestigung auf die Installationswand übertragen wird. Im Baukörper wird diese Energie weitergeleitet. 

Durch Auswahl geeigneter Rohr- und Befestigungstechnik können Luft- und Körperschall effektiv reduziert werden, sodass strengste Schallschutzanforderungen eingehalten werden. Hierzu verwenden manche Hersteller von Abwassersystemen Füllstoffe, die sie in die Rohrwerkstoffe einarbeiten. Auswirkung: Das Rohr wird schwerer. Durch diese werkstofftechnische Maßnahme wird der Luftschall reduziert. 

Mit dieser Erhöhung des Gewichts kann die Körperschallübertragung allerdings nicht beeinflusst werden. Hierfür muss bei der oben beschriebenen Dämmung und bei der Rohrbefestigung angesetzt werden. Zur Auswahl der Rohrschellen wurde bereits auf die Anforderungen des jeweiligen Abwassersystems hingewiesen. Für die Anwendung mit „RAUPIANO PLUS“ kommen im Bereich der Fallleitungen die körperschallgedämmten Stützbefestigungen zum Einsatz. Diese bewirken durch eine Dämpfung des Körperschalls im Bereich der aufeinanderliegenden Gummieinlagen sowie durch eine genau definierte Schließkraft des Schnellverschlusses bei Fixier- und Stützschelle, dass der Körperschall nur noch in sehr geringem Maße auf die Installationswand übertragen werden kann. 

 

Fazit

Die Abwasserinstallation ist eine saubere Sache, wenn einige grundlegende Anforderungen bei Planung und Einbau beachtet werden. Die weit verbreiteten Steckmuffensysteme bieten viele Vorteile, dennoch muss bei der Verarbeitung auch hier handwerklich sorgfältig gearbeitet werden. Auch Abwasserleitungen unterliegen einer temperaturbedingten Längenänderung, die kompensiert werden muss. Steckmuffensysteme bieten auch hier eine einfach und sichere Lösung an. Die Befestigung ist nicht nur eine Frage, welche Rohrschelle gerade zur Hand ist, sondern sollte zum Abwassersystem passend gewählt werden. Nur so lassen sich eine sichere und schnelle Montage mit den Anforderungen an den Schallschutz sicher lösen. Systemvergleiche in Bezug auf Schallschutzeigenschaften sind oft problematisch, da zuerst gleiche Bezugsgrößen gefunden werden müssen, die einen direkten Vergleich erst ermöglichen. Wird bei der Rohrbefestigung gespart, geschieht das sicher am falschen Ende und immer zulasten des Schallschutzes. Spätere Reklamationen aufgrund eines zu lauten Abflussgeräusches oder aufgrund eines ständigen Gurgelgeräusches werden vermieden, wenn die grundlegenden Installationsregeln der DIN 1986-100 eingehalten werden und schallgedämmte Hausabflusssysteme inklusive der darin enthaltenen Befestigungstechnik verwendet werden.

 

Autor: Manfred Erk, Staatlich geprüfter technischer Fachwirt Sanitärtechnik, Handwerksmeister Gas- und Wasserinstallation, Seminarleiter Building Technology bei Rehau AG+Co

Bilder: Rehau

www.rehau.de

 


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