IKZ: Neueste Nachrichten https://www.ikz.de/ Die neuesten Nachrichten der IKZ-Magazine vom STROBEL VERLAG de TYPO3 News Mon, 20 Aug 2018 16:22:01 +0200 Mon, 20 Aug 2018 16:22:01 +0200 TYPO3 EXT:news news-26942 Dichtheitsprüfung in der Diskussion https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/dichtheitspruefung-in-der-diskussion/ Trocken oder nass? Was ist sicher und hygienisch?  

Kürzlich getroffene Aussagen über die Dichtheitsprüfung in Trinkwasser-Installationen haben zu Irritationen über deren Sicherheit geführt. Eine These lautet, dass nur eine nasse Dichtheitsprüfung zuverlässig Leckagen anzeigt. Aus diesem Vorgehen würden sich jedoch speziell in Großobjekten erhebliche Risiken für die Trinkwasserhygiene ergeben, die sich nur mit einer trockenen Dichtheitsprüfung ausschließen lassen. Denn wird nach einer Prüfung mit Trinkwasser die Anlage nicht direkt in Betrieb genommen, besteht die Gefahr der Verkeimung. Was also tun? Wir lassen Experten zu Wort kommen.

Sauberes Trinkwasser ist ein Menschenrecht. Seit 2010 ist es in der Charta der Vereinten Nationen verankert. Auf internationaler und nationaler Ebene werden deshalb Vorgaben zum Erhalt der Trinkwasserqualität ständig angepasst. Das ist auch dringend erforderlich. Denn mit der steigenden Komplexität von Gebäuden und deren technischer Ausstattung nehmen auch Risikofaktoren für die Trinkwasserhygiene zu. Schutzmaßnahmen für gesundheitlich einwandfreies Trinkwasser müssen also mit dem technischen Fortschritt schritthalten, am besten sogar durch die Auswertung wissenschaftlicher Erkenntnisse immer einen Schritt voraus sein. Aus diesem Grund wurde beispielsweise die trockene Dichtheitsprüfung entwickelt und von den Fachverbänden DVGW und ZVSHK mit konkreten Handlungsempfehlungen Installateuren empfohlen.

Trockene Dichtheitsprüfung ist der Standard
Bei größeren Bauvorhaben wird eine Trinkwasseranlage häufig in Teilschritten installiert – manchmal sogar aufgeteilt in mehrere Lose, die an verschiedene Fachhandwerker vergeben werden. Bei solchen Projekten ist die trockene Dichtheitsprüfung der Standard. Dazu wird in Abschnitten die Rohrleitungsinstallation mit ölfreier Druckluft oder Inertgas beaufschlagt. Das ZVSHK Merkblatt gibt einen Prüfdruckbereich von 22 mbar bis 3,0 bar vor. Die Prüfdauer bis 100 l Leitungsvolumen beträgt 30 min. Bei größeren Leitungsvolumina muss der Prüfdruck pro weitere 100 l Volumen jeweils 10 min. länger anliegen. Vom DVGW zertifizierte Pressverbinder für Trinkwasser-Installationen weisen eine Zwangsundichtheit im unverpressten Zustand innerhalb dieses Druckbereichs auf. Wurde ein Verbinder versehentlich nicht verpresst, ist somit am Manometer ein Druckabfall zu erkennen. Pressverbinder sind in der Regel zudem mit Markierungen versehen, die erkennen lassen, welche Stelle nicht verpresst wurde. Darüber hinaus macht ein geeignetes Lecksuchspray austretendes Gas bzw. Druckluft offensichtlich.
Dass sich inzwischen die trockene Dichtheitsprüfung durchgesetzt hat, ist gut begründet, wie Harald Köhler erläutert. Er ist Leiter der akkreditierten Inspektionsstelle für Trinkwasserhygiene ATHIS. „Die nasse Dichtheitsprüfung mit Trinkwasser ist in weitverzweigten Installationen großer Objekte praxisfremd und hygienisch bedenklich“, urteilt Köhler aus Erfahrung. Kommt es zu Verkeimungen in Trinkwasseranlagen, betreibt er als Gutachter häufig Ursachenforschung. „Sobald die Anlage mit Trinkwasser befüllt wird, um die nasse Dichtheitsprüfung auszuführen, muss der Fachhandwerker anschließend den regelmäßigen Wasseraustausch sicherstellen – also quasi den bestimmungsgemäßen Betrieb simulieren. Das geht oft technisch gar nicht, weil erst einzelne Bauabschnitte installiert sind oder die Feininstallation der Entnahmestellen noch gar nicht abgeschlossen ist“, kennt Köhler die Praxis. Spätestens nach sieben Tagen muss gemäß DIN EN 806 jeweils ein vollständiger Wasserwechsel erfolgt sein. Die DVGW/VDI-Richtlinie 6023 empfiehlt sogar einen Wasseraustausch innerhalb von 72 Stunden. Der Fachhandwerker hat die ordnungsgemäße Spülung zu dokumentieren, bis er die Trinkwasseranlage an den Betreiber übergibt. Ein Aufwand, der über längere Bauabschnitte hinweg nicht zu leisten ist – und bei einer trockenen Dichtheitsprüfung erst gar nicht entsteht.

Wahrscheinlichkeit von Verkeimungen sehr hoch
Ist diese hohe Sorgfalt zur Vermeidung von Wasserstagnation in den Trinkwasserleitungen tatsächlich erforderlich? Oder handelt es sich bei dem Risiko einer mikrobiellen Kontamination durch fehlenden Wasseraustausch lediglich um eine theoretische Gefährdung? Das Verbundprojekt „Erkennung und Bekämpfung von vorübergehend unkultivierbaren Pathogenen in der Trinkwasser-Installation“, gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, belegt den hohen Gefährdungsgrad durch gesundheitsgefährdende Mikroorganismen in Trinkwasser-Installationen [1]. In einem Teilprojekt wies Prof. Dr. Thomas Kistemann dabei nach: „Es ist evident, dass stagnierendes Wasser zu den Rahmenbedingungen gehört, die das Wachstum von Mikroorganismen begünstigen oder beschleunigen“, so der stellvertretende Direktor des Instituts für Hygiene & Public Health der Universität Bonn.

Präventive Desinfektion keine Lösung
In die Diskussion um den Vorzug einer nassen oder trockenen Dichtheitsprüfung wurde der Vorschlag eingebracht, nach einer Prüfung mit Trinkwasser und direkt vor der Inbetriebnahme der Installation präventiv eine Desinfektion durchzuführen. Dazu Prof. Dr. Kistemann: „Potenzielle Krankheitserreger wie Pseudomonaden und Legionellen können im Biofilm einer Trinkwasser-Installation in einen lebensfähigen, aber nicht kultivierbaren Zustand – den VBNC-Zustand – übertreten. Dadurch überstehen sie sogar Desinfektionsmaßnahmen. Ändern sich dann die Betriebs- und Nutzungsbedingungen in der Trinkwasser-Installation, werden die Bakterien wieder aktiv – und sind dann auch wieder infektiös.“
Dr. Christian Schauer, Leiter des Kompetenzbereichs Trinkwasser bei dem Systemhersteller von Installationstechnik Viega, bestätigt das aus der Praxis: „Desinfektionsmaßnahmen können eine akute Verkeimung vorübergehend eindämmen, aber eine nachhaltige ‚Heilung‘ ist auf diesem Weg nur schwer möglich. Außerdem widerspricht eine prophylaktische Desinfektion dem Minimierungsgebot der Trinkwasserverordnung“, so der Trinkwasserexperte.

Qualität der Verbinder entscheidend
Steckt damit der Fachhandwerker bei der Wahl der Dichtheitsprüfung in der Klemme, sich zwischen sicherer Dichtheit oder sicherer Hygiene entscheiden zu müssen? Dr. Schauer von Viega sieht keinen Beleg dafür, dass eine trockene Dichtheitsprüfung weniger Sicherheit beim Erkennen versehentlich unverpresster Verbindungen bietet: „Über die Haftungsübernahmevereinbarung mit dem Zentralverband Sanitär Heizung Klima haben wir einen guten Überblick über die Schadenshäufigkeit bei Neuinstallationen. Hier verzeichnen wir aber kaum Meldungen und schon gar nicht einen Anstieg.“ Auch die Zahlen des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) geben keinen Anlass, an der Zuverlässigkeit einer trockenen Dichtheitsprüfung zu zweifeln: „Am häufigsten platzen die Rohre in Gebäuden im Alter von 40 bis 45 Jahren, zeigen die Schadenstatistiken der Versicherer. Auf 1000 Versicherte kommen 77 Schäden. Zum Vergleich: In den ersten 15 Jahren ist die Quote nur halb so hoch. Ist der Bau und damit das Rohrleitungssystem jünger als fünf Jahre, werden nur 15 Wasserschäden pro 1000 Verträge gemeldet“, so zu lesen in „positionen“, dem Magazin der deutschen Versicherer [2].
Die Ursachen von Wasserschäden in Neubauten bis fünf Jahre sind bemerkenswerterweise höchst unterschiedlich und lassen sich nicht pauschal erklären. „Es kann natürlich vorkommen, dass trotz einer sorgfältigen Dichtheits- und Belas­tungsprüfung undichte Verbindungen übersehen werden – sowohl bei einer nassen als auch bei einer trockenen Prüfung“, konstatiert Dr. Schauer. Oft sind unzureichend abgedichtete Gewindeverbindungen die Schwachstelle. Aber auch vergessene Pressverbindungen können schuld sein. Dr. Schauer benennt dafür zwei häufige Gründe: „Wie die geforderte Zwangsundichtheit von Pressverbindern hergestellt wird, ist sehr unterschiedlich. Bei vielen Fabrikaten wird über die Form des O-Rings die Zwangsundichtheit im unverpressten Zustand erzeugt. In so manchem Fall war durch einen beschädigten O-Ring – zum Beispiel durch das Verkanten des Rohres beim Einführen in den Verbinder – die Zwangsundichtigkeit nicht mehr gegeben. Ein zweiter Punkt ist, dass viele Verbinder nicht über den gesamten Prüfdruckbereich die Zwangsundichtheit gewährleisten, sondern nur über einen eingeschränkten Druckbereich“, macht Dr. Schauer einen weiteren Schwachpunkt aus. Der kann allerdings sowohl bei der trockenen als auch bei der nassen Dichtheitsprüfung problematisch werden.
Hintergrund ist, dass allein schon durch die geodätischen Höhenunterschiede in einer Trinkwasser-Installation beim Abdrücken an jedem Verbinder ein unterschiedlicher Druck anliegen kann. Bei einigen Verbindern wird die nach DVGW-Zertifikat geforderte Zwangsundichtigkeit allerdings nur bei einzelnen Druckpunkten oder aber in einem sehr eingeschränkten Druckbereich angesprochen. Wird der über- oder unterschritten, kann ein versehentlich unverpresster Verbinder tatsächlich unentdeckt bleiben – ganz gleich, welche Art der Druckprüfung angewandt wird.
Für Dr. Christian Schauer ist daher die Qualität der Verbinder entscheidend für das Verhindern von Leckagen und nicht die Rückkehr zur nassen Dichtheitsprüfung: „Durch die SC-Contur sichert Viega die Zwangsundichtheit aller Verbinder über den normativen Prüfdruckbereich – ob bei der trockenen oder nassen Dichtheitsprüfung. Verbinder mit versehentlich vergessenen Verpressungen fallen am Druckmanometer also auf jeden Fall auf. Für die Dichtheitsprüfung sollten Manometer mit einer Skala von 0,1 bar gewählt werden“, empfiehlt der Trinkwasserexperte von Viega.

Fazit
Für Harald Köhler ist die trockene Dichtheitsprüfung unverzichtbar, um Risiken für die Trinkwasserhygiene auszuschließen: „Die menschliche Gesundheit und damit eine einwandfreie Trinkwasserqualität ist als Schutzziel immer höher zu bewerten als die Prävention materieller Schäden. Das wird im Übrigen auch in der Rechtsprechung so gesehen“, konstatiert der Gutachter von der Inspektionsstelle für Trinkwasserhygiene ATHIS. Zumal eine trockene Dichtheitsprüfung ebenso zuverlässig ist wie eine nasse, wie Dr. Christian Schauer feststellt: „Werden qualitativ hochwertige Verbinder eingesetzt, besteht an der Zuverlässigkeit einer trockenen Dichtheitsprüfung kein Zweifel“, sagt der Leiter des Kompetenzbereichs Trinkwasser bei Viega und zieht das Fazit: „Aus hygienischer Sicht ist die trockene Dichtheitsprüfung von Trinkwasseranlagen, die nicht direkt in den bestimmungsgemäßen Betrieb übergehen, alternativlos.“

Literatur:
[1] BMBF-Verbundprojekt: Erkennung und Bekämpfung von vorübergehend unkultivierbaren Pathogenen in der Trinkwasser-Installation; Koordination: Prof. Dr. Hans-Curt Flemming (IWW Mülheim und Uni Duisburg-Essen); Laufzeit: 01.09.2010 bis 28.02.2014
[2] positionen, Das Magazin der deutschen Versicherer, Ausgabe 2/2017, Seite 13.

www.athis-hygieneinspektionsstelle.de
www.viega.de/trinkwasser
www.biofilm-hausinstallation.de

 

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Mon, 20 Aug 2018 08:20:00 +0200
news-26979 Elterngeld – Kein Verlust durch Heirats­beihilfe und Weihnachtsgeld https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/elterngeld-kein-verlust-durch-heiratsbeihilfe-und-weihnachtsgeld/ Anlassbezogene oder einmalige Zahlungen wie eine Heiratsbeihilfe oder Weihnachtsgeld reduzieren das Elterngeld auch dann nicht, wenn der Arbeitgeber keinen Lohnsteuer­abzug vom Arbeitslohn vornimmt, sondern das Einkommen während des Elterngeldbezugs pauschal versteuert.  

Für den Fall eines Lohnsteuerabzugsverfahrens bleiben einmal gezahlte Vergütungsbestandteile als sonstige Bezüge bei der Elterngeldberechnung unberücksichtigt. Hierbei verbleibt es auch, wenn sich der Arbeitgeber bei einem Mini-Job für eine pauschale Versteuerung entscheidet. Hierfür gibt es keine besondere Regelung im Elterngeldrecht (Quelle: Bundessozialgericht, B 10 EG 8/16 R).

 

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Mon, 20 Aug 2018 08:08:00 +0200
news-27002 Kaldewei: Von der Duschrinne zur Rinnendusche https://www.ikz.de/sanitaertechnik/news/detail/kaldewei-von-der-duschrinne-zur-rinnendusche/ Kaldewei betitelt die „NexSys“ als „revolutionäres Duschflächensystem“ und begründet dies mit dem „eleganten Design“ der schlanken Ablaufrinne und der „hochwertigen Designblende“ aus gebürstetem Edelstahl.  

Sie füge sich bündig in das puristische Gesamtbild der Duschfläche ein.
Für das Unternehmen verbinden sich zwei Welten „perfekt miteinander“: die Vorzüge einer fugenlosen Duschfläche aus Stahl-Email mit dem Design eines gefliesten Duschbereiches mit Dusch­rinne. „Ein echter Wandel von der Duschrinne zur Rinnendusche“, heißt es bei Kaldewei. Bei „NexSys“ sind alle Bestandteile bereits vormontiert – inklusive der integrierten Ablaufrinne und des Gefälleträgers.
Unterstützung für die Planung sowie zusätzliche Informationen zur „NexSys“ bietet Kaldewei mit einigen Online-Tools wie dem Produktkonfigurator, einer interaktiven Planungshilfe oder den BIM-Daten. Diese und weitere digitale Services finden sich auf der ­Kaldewei-Website.

Franz Kaldewei GmbH & Co. KG, Beckumer Str. 33, 59229 Ahlen, Tel.: 02382 785-0, Fax: -200, info@kaldewei.de, www.kaldewei.com

 

 

 

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Mon, 20 Aug 2018 07:00:00 +0200
news-26993 Wertguthabenkonto – Gutschriften ohne Steuerabzug https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/wertguthabenkonto-gutschriften-ohne-steuerabzug/ Gutschriften auf einem Wertguthabenkonto zur Finanzierung eines vorzeitigen Ruhestands sind kein gegenwärtig zufließender Arbeitslohn und deshalb erst in der Auszahlungsphase zu versteuern.  

Denn nur tatsächlich zugeflossener Arbeitslohn unterliegt der Einkommensteuer und dem Lohnsteuerabzug. Alleine die Gutschriften auf dem Wertguthabenkonto sind weder Auszahlungen noch kann über die Beträge verfügt werden. Vielmehr wird mit der Wertguthabenvereinbarung auf die Auszahlung eines Teils des Barlohns zugunsten einer Zahlung in der Freistellungsphase verzichtet. Entsprechendes gilt, entgegen der Auffassung der Finanzverwaltung, auch für Fremd-Geschäftsführer einer Kapitalgesellschaft, die wie alle anderen Arbeitnehmer zu behandeln sind. Besonderheiten gelten allenfalls bei beherrschenden Gesellschafter-Geschäftsführern einer Kapitalgesellschaft (Quelle: Bundesfinanzhof, Az.: VI R 17/16).

 

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Sun, 19 Aug 2018 07:02:00 +0200
news-26980 Vorsteuerabzug – Bundesfinanzhof erleichtert die Inanspruchnahme https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/vorsteuerabzug-bundesfinanzhof-erleichtert-die-inanspruchnahme/ Das Umsatzsteuergesetz verlangt für eine Rechnung die Angabe des Zeitpunkts der Lieferung oder sonstigen Leistung. Nach der Umsatzsteuerdurchführungsverordnung (UStDV) kann als Zeitpunkt auch der Kalendermonat angegeben werden, in dem die Leistung ausgeführt wird.  

Hilfestellung für Unternehmer gibt es jetzt durch einen aktuellen Richterspruch: So kann sich beim Vorsteuerabzug aus Rechnungen die erforderliche Angabe des Leis­tungszeitpunkts aus dem Ausstellungsdatum der Rechnung ergeben, wenn davon auszugehen ist, dass die Leistung im Monat der Rechnungsausstellung bewirkt wurde. Begründet wurde die Entscheidung damit, dass sich die Steuerverwaltung nicht auf die bloße Prüfung der Rechnung beschränken dürfe, sondern auch die vom Steuerpflichtigen beigebrachten zusätzlichen Informationen zu berücksichtigen habe (Quelle: Bundesfinanzhof (BFH), Az.: V R 18/17). In der Vergangenheit hatte der BFH demgegen­über aufgrund einer eher formalen Betrachtungsweise bisweilen sehr strenge Anforderungen an die Rechnungsangabe des Leis­tungszeitpunkts gestellt.

 

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Sat, 18 Aug 2018 07:55:00 +0200
news-27021 Kältemittel knapp und teuer https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/kaeltemittel-knapp-und-teuer/ Berlin. Die aktuelle F-Gase-Verordnung ist 2015 in Kraft getreten und zielt darauf ab, die Emission von Treibhausgasen in den kommenden Jahren deutlich zu senken. Dieses vom Handwerk grundsätzlich unterstützte  

Ziel hat allerdings auf Grund kurzer Übergangsfristen dazu geführt, dass gängige Kältemittel nicht in ausreichender Menge zur Verfügung stehen und die Preise bereits im vergangenen Jahr gestiegen sind. In den vergangenen Monaten entstanden Versorgungsengpässe nicht nur bei Kältemitteln mit einem hohen Treibhauspotential (z.B. R404A bzw. R507), die auf Grund ihrer Klimaschädlichkeit allmählich vom Markt genommen werden sollen, sondern auch bei anderen Kältemitteln (z.B. R134a).
Auf die Betreiber von Kälte- und Kühlanlagen kommen deshalb nicht nur daraus resultierende, deutlich gestiegene Servicekosten zu. Es kann auch soweit kommen, dass die Fachbetriebe wegen des Mangels bestimmter Kältemittel nur verzögert Wartungen durchführen können.
In etlichen Fällen ist es für Betreiber sogar besser, wenn sie in eine Neuanlage investieren. Denn eine Umstellung bestehender Anlagen auf neue Kältemittel ist in vielen Fällen gar nicht möglich, weil nicht alle Anlagenkomponenten angepasst werden können und zusätzlich auch veränderte Einsatzgrenzen bzw. eine schlechtere Anlageneffizienz nicht ausgeschlossen sind.
Etliche Hintergrundinformationen zum Thema bietet der Zentralverband des Deutschen Handwerks unter www.zdh.de (als Suchbegriff F-Gase-Problematik eingeben).

 

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Fri, 17 Aug 2018 10:26:46 +0200
news-27020 Am „Tag des Bades“ teilnehmen https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/am-tag-des-bades-teilnehmen/ Bonn. Nur noch wenig Zeit bleibt bis zum kommenden „Tag des Bades“ am 15. September 2018. Diesmal steht das Motto „Bad und Gesundheit“ im Vordergrund. Es geht darum, wie sich das Bad für die Gesundheitsvorsorge einrichten lässt. Wie in den Vorjahren hat die Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS) Werbemittel zum Download vorbereitet.  

Das Spektrum der Öffentlichkeitsarbeit der VDS wird sich wieder auf breit gestreute Endverbraucherpresse-Aussendungen mit Texten, Fotos und Grafiken erstrecken. Entsprechend groß wird an diesem Tag die Werbewirksamkeit in der Öffentlichkeit sein. Im Web ist dieser Event über die Portale www.gutesbad.de und www.tagdesbades.de erreichbar.
Viele SHK-Handwerksbetriebe sowie der Fachgroßhandel stecken in den Vorbereitungen, die in den vergangenen Jahren erreichte öffentliche Aufmerksamkeit zu nutzen und sich aktiv am „Tag des Bades“ zu beteiligen. Übrigens: Der 15. September ist identisch mit dem „Tag des Handwerks“.
Auch Kurzentschlossene sind willkommen und finden noch Bestellmöglichkeiten für Werbematerialien. Dazu gehören Pressetexte, Bilder und Banner, damit die Fachunternehmer mit ihrer Öffentlichkeitsarbeit für diesen Tag werben können. Organisierte Innungsbetriebe finden die Download-Seite unter www.zvshk.de (als Suchbegriff den Quicklink QL95117057 eingeben).

 

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Fri, 17 Aug 2018 10:01:00 +0200
news-27013 ESYLUX: Präsenzmelder mit neuen Reichweiten https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/esylux-praesenzmelder-mit-neuen-reichweiten/ Der Hersteller ESYLUX hat die Serie der Präsenz- und Bewegungsmelder „Compact“ um Varianten mit einer Reichweite von 32 m ergänzt. Bei der Bewegungserfassung wird unverändert auf strahlungsfreie Passiv-Infrarot-Technologie gesetzt.  

„Wo sich Menschen längere Zeit aufhalten, z.B. am Arbeitsplatz, möchten wir jede Form von Elektrosmog unbedingt vermeiden“, erklärt Marcus Pabsch, Leiter des Produktmanagements. Die PIR-Technik nutzt piezoelektrische Halbleiterkristalle, die auf die Körperwärme sich bewegender Menschen reagieren. Gedacht sind die Bewegungsmelder mit erweiterter Reichweite beispielsweise in großen Räumen.
Bei den neuen Ausführungen handelt es sich um sechs Melder für unterschiedliche Betriebstechnologien. Der fernbedienbare Decken-Präsenzmelder „PD-C 360i/32“ realisiert eine präsenz- und tageslichtabhängige Konstantlichtregelung in 230-V-Anlagen, der Präsenzmelder „PD-C 360i/32 plus“ bietet zusätzlich einen separaten HLK-Schaltkontakt. Zur Vergrößerung des Erfassungsbereichs um weitere 32 m dient eine neue Slave-Variante. Für KNX-Anlagen steht der Präsenzmelder „PD-C 360i/32 KNX UP“ mit mehreren KNX-typischen Zusatzfunktionen bereit. Dazu gehört zum Beispiel das Senden eines separaten Präsenzsignals an eine zentrale
Erfassung.

ESYLUX Deutschland GmbH, An der Strusbek 40, 22926 Ahrensburg, Tel.: 04102 489-0, Fax: -333, info@esylux.de, www.esylux.de

 

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Fri, 17 Aug 2018 08:42:00 +0200
news-26960 IT-Kühlung energieeffizient planen https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/it-kuehlung-energieeffizient-planen/ Klimakonzepte für Rechenzentren  

Bei der IT-Kühlung im Rechenzentrum setzen viele Unternehmen auf die klassische Variante: Kompressorbasierte Kältemaschinen erzeugen kühle Luft, die wahlweise in den gesamten Raum oder in geschottete Gänge mit IT-Racks geblasen wird. Der Vorteil ist der hohe Grad an Kontrolle, den man über das gesamte thermodynamische System hat. Nachteil: Das Ergebnis führt oft „nur“ zu mittleren bis guten Effizienzgraden. Wer eine Anlage mit höchstmöglicher Energieeffizienz betreiben möchte, sollte individuelle Alternativen für das bestehende oder zukünftige Kühlkonzept evaluieren.

Warum sollten Unternehmen sich konkrete Gedanken über mehr Energieeffizienz im Rechenzentrum machen? Das wachsende Datenvolumen ist ein Grund dafür. So gilt generell die Aussage, dass sich das globale Datenvolumen etwa alle 18 Monate verdoppelt. Die Digitalisierung sowie das Internet der Dinge werden ein explosionsartiges Wachstum des Datenverkehrs weiter fördern. So geht z. B. der „Cisco Global Cloud Index“ von einem jährlichen Anstieg um 25 % des IP-basierten Datenverkehrs in Rechenzentren bis zum Jahr 2019 aus. Von 2014 bis 2019 hätte sich das IP-Datenvolumen damit verdreifacht. Für IT-Verantwortliche bedeutet das, dass sie Kapazitäten für Storage und Netzwerk weiter ausbauen müssen. Dagegen wird die in einem Rechenzentrum installierte Prozessorleistung nicht in dem gleichen Maße steigen – alleine schon dadurch, dass bei den Herstellungsprozessen in der Halbleitertechnik derzeit physikalische Grenzen erreicht werden, die kaum noch eine Steigerung der Transis­tordichte erlauben.

IT soll „grüner“ werden
Der kontinuierliche Ausbau der IT-Infrastruktur wird an Bedeutung zunehmen, je weiter die digitale Transformation in Unternehmen voranschreitet. Der damit verbundene Energieverbrauch belastet die CO2-Bilanz, was insbesondere für Organisationen mit der sogenannten „Green IT Policy“ zu einer echten Herausforderung wird. Dabei geht es um Bestrebungen, die Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnik über deren gesamten Lebenszyklus hinweg umwelt- und ressourcenschonend zu gestalten. Dies beinhaltet die Optimierung des Ressourcenverbrauchs während der Herstellung, des Betriebs und der Entsorgung der Geräte.

Ashrae und die warme Luft zum Kühlen
Auf dem Weg zu weniger Stromverbrauch führt der erste Stopp zu dem US-Industrieverband Ashrae (American Society of Hea­ting, Refrigerating and Air-Conditioning Engineers). Gemeinsam mit Herstellern von IT-Systemen wurde dort die Empfehlung entwickelt, dass Kunden die Serverzulufttemperaturen auf bis zu 26 °C anheben können. Wer heute noch ein 18 °C kaltes Rechenzentrum betreibt, wirft sein IT-Budget sprichwörtlich zum Fenster hinaus. Allerdings sind den Temperaturen auch Grenzen nach oben gesetzt: Wird ein 26 °C warmer Luftstrom zur Kühlung verwendet, führt dies im Schnitt etwa zu einer um 10 °C erwärmten Ausgangs­temperatur. Betreibt ein Unternehmen ein Rechenzentrum, in dem regelmäßig Umbauten und Erweiterungen vorgenommen werden, wird es bei Raumkühlung mit rund 36 °C schon recht warm für die Techniker. Gleichzeitig lässt sich das Prinzip einer höheren Einblastemperatur auch nicht beliebig erweitern. Bei 30 °C warmer Eingangsluft kann sich diese auf 40 °C erhitzen, was Menschen schon als unangenehm heiß empfinden.

Für wen ein Kühlkonzept lohnt
Für wen genau lohnt sich die individuelle Ausarbeitung eines Kühlkonzepts? Es sind meist größere Installationen, bei denen sich geringere Energiekosten über die Jahre hinweg zu relevanten Summen addieren. Noch vor einigen Jahren wurden viele Kühlkonzepte in der Annahme entwickelt, dass die Energiedichte innerhalb der IT-Schränke weiter zunehmen wird. Dies trat jedoch nicht ein, da IT-Komponenten wie Server immer effizienter wurden. Heute liegt die mittlere Leistung in IT-Racks im Schnitt zwischen 5 und 7 kW – im Vergleich dazu erreichen HPC-Systeme bis zu 40 kW pro Rack. Bei kleineren Installationen geht daher der Trend hin zu kompakten DX-Kühlgeräten, also zu kompressorbasierten Systemen mit Kühlmitteln wie R-410A oder R134a. Die DX-basierte Kühlung ist für kleine bis mittlere Gesamtleistungen bis etwa 40 kW Verlustleistung bei homogener Leistungsverteilung über die IT-Racks hinweg gut geeignet.

Technologie sucht Anwendung
Theoretisch können IT-Verantwortliche bei der Planung großer Rechenzentren auf eine Vielzahl alternativer Konzepte zurückgreifen, um die auf ihren Bedarf zugeschnittene Lösung herauszufinden. In der Praxis entstehen jedoch nur wenige Anlagen komplett neu. Unternehmen sollten daher auf erfahrene externe Spezialisten setzen und gemeinsam ein passendes Energiekonzept entwickeln. Als Beispiel sind im Folgenden nur einige der vielen alternativen Kühlkonzepte aufgeführt, die heute von großen RZ-Betreibern verwendet werden.
Interessante technische Lösungen finden sich häufig im Bereich der Forschung und an Hochschulen: Herausgefordert durch die extrem hohen Rechenleistungen bei gleichzeitigem Anspruch nach umweltfreundlichen und bezahlbaren Lösungen. So nutzen einige HPC-Datacenter das Prinzip der direkten Wasserkühlung, um die Wärme unmittelbar von der CPU abzuführen. Das Konzept ist vergleichbar mit der im privaten Bereich bei Highend-Gaming-PCs verwendeten Wasserkühlung: Ein direkt auf dem Prozessor angebrachter Kühlkörper wird von Wasser durchströmt. Der „SuperMUC“-Großcomputer im Leibniz-Rechenzentrum München nutzt dieses Prinzip und arbeitet mit 40 °C warmem Wasser. „SuperMUC“ gilt als einer der energieeffizientesten Supercomputer weltweit. Die ETH Zürich startete vor einigen Jahren das Projekt „Aquasar“, bei dem die Rechner mit 60 °C Wassertemperatur im Vorlauf arbeiten. Das 65 °C heiße Wasser aus dem Rücklauf wird durch einen Wärmetauscher an einen externen, zweiten Wärmekreislauf weitergegeben, der direkt das Gebäudeheizsystem der ETH Zürich speist. Laut Hochschule spart dieses Konzept rund 40 % der Energiekosten und damit rund 1 Mio. Euro jährlich.

Untergetauchte Server
Eine zusätzliche Herausforderung bei diesen Konzepten ist die Kühlung der weiteren Baugruppen eines Servers rund um die CPU. Nur den Prozessor kühlen reicht nicht aus, es bedarf noch einer luftbasierten Klimatisierung. Warum also nicht gleich die gesamte Server-Baugruppe in eine Flüssigkeit eintauchen? Das Prinzip des „Immersion Cooling“ nutzt beispielsweise der „Vienna Scientific Cluster“, ein Supercomputer an der Universität Wien. Hier sind die IT-Komponenten in nicht brennbares Paraffinöl eingetaucht, das die Wärme abtransportiert. Das System arbeitet mit rund 50 °C, eine zusätzliche Luftkühlung ist nicht notwendig.

Luft ins Rechenzentrum schaufeln
Wer den Aufwand einer Flüssigkeitskühlung scheut und eine große homogene RZ-Fläche kühlen muss, kann auf rotierende Wärmetauscher setzen, die mit kühler Außenluft arbeiten. Voraussetzung: Es ist ausreichend Platz vorhanden. Bei der sogenannten „Kyoto“-Kühlung bewegen große Räder mit Durchmessern von mehreren Metern die Luftmassen. Über die eingebauten Wärmetauscher wird die im Rechenzentrum vorhandene Luft durch die kältere Außenluft gekühlt. Der Unterschied zur direkten Freikühlung ist, dass keine Außenluft direkt ins Rechenzentrum dringt. Bei warmen Außentemperaturen sind jedoch zusätzliche Kältekompressoren notwendig. Ein bekanntes Beispiel für die Implementierung liefert das Rechenzentrum bei Noris Network in Nürnberg, das bei hoher Auslas­tung einen PUE von 1,2 erreicht. Im Vergleich zu herkömmlichen Klimaanlagen gehen die Hersteller dieser Luft/Luft-Wärmeübertrager von über 70 % weniger Energie für Kühlung und Betrieb des Rechenzentrums aus. Laut Erfahrung von Rittal rentieren sich Anlagen mit Kyoto-Kühlung etwa ab einer Kühlleistung von 200 kW.

Kälte versprühen
Wer mit direkter oder indirekter Luftkühlung arbeitet und das System auch ohne Kältekompressor stabil halten möchte, kann hierzu das Prinzip der adiabatischen Kühlung nutzen, um die Luft entsprechend den Anforderungen zu konditionieren. Noch bevor die einströmende Luft auf einen Wärmetauscher trifft, wird sie mit zerstäubtem Wasser versetzt. Die erzeugten feinen Tropfen führen dazu, dass das Wasser in dem warmen Luftstrom sofort verdunstet. Bei diesem Übergang vom flüssigen in den gasförmigen Zustand findet eine thermodynamische Zustandsänderung statt, durch die das Wasser der umgebenden Luft Wärme entzieht. Bei einem solchen System wird es wichtig, dass RZ-Betreiber den Wasserverbrauch im Blick behalten und eine mögliche Keimbildung verhindern. Entsprechende Anlagen können sich ab etwa 100 kW rentieren, sind aber aufgrund der recht hohen Aufwände meist erst ab 200 kW wirtschaftlich sinnvoll.
Keine Sorgen um den Wasserverbrauch müssen sich Unternehmen machen, die ihre Anlage mit Meerwasser kühlen. Mit dem Lefdal Mine Datacenter – eines der effizientesten, umweltfreundlichsten und sichersten Rechenzentren in Europa – bietet Rittal gemeinsam mit Partnern einen einzigartigen Standort. Das ausschließlich über regenerative Energien betriebene Rechenzentrum an der norwegischen Westküste bietet aktuell Stellfläche für 300 Container mit 45 MW Kühlleistung.
Das modulare Gesamtkonzept sieht vor, Kapazitäten für bis zu 1500 Container mit einer Kühlleistung bis 200 MW zu entwickeln. Das kalte Fjordwasser bietet eine ausgezeichnete Basis für eine wasserbasierte IT-Kühlung. Dazu kommen die traditionell günstigen Strompreise, da Norwegen über 95 % seines Stromes aus regenerativen Quellen bezieht. Bei Kühlung mit vergleichsweise aggressivem Salzwasser ist allerdings eine durchgängige Titanbeschichtung aller Leitungen des Kühlkreislaufes erforderlich.

Auf die „softe“ Art
Über eine intelligente Laststeuerung ist ebenfalls eine Optimierung der Energiekosten für das Rechenzentrum möglich. Beispielsweise lassen sich Kühlsysteme entsprechend der anfallenden Lasten betreiben und werden nachts in ihrer Leis­tung minimiert. Eine weitere Möglichkeit ist es, die anfallenden IT-Lasten in Rechenzentren an Standorte zu verlagern, an denen gerade günstige Klimabedingungen herrschen. Relevante Parameter hierzu können ein gerade preisgünstiger Strom an der Küste sein, weil Windkraftanlagen hohe Kapazitäten liefern oder man nutzt regionale Unterschiede der Außentemperaturen aus. Langfristig wäre es sogar denkbar, IT-Leistungen wie an der Börse zu handeln, um so die jeweils günstigsten Kapazitäten sinnvoll vermarkten zu können.

Umwelt schützen
Bei all den Maßnahmen für mehr Energieeffizienz sollten Unternehmen auch mögliche Auswirkungen auf die Umwelt beachten. Bei dem Einsatz von DX-Klimasystemen deutet sich ein Wandel bei Verwendung der bisher genutzten Kältemittel an, da diese den Treibhauseffekt verstärken können. Künftige Systeme könnten daher mit Methan oder CO2 arbeiten. Wer Meerwasser zur Kühlung verwendet, muss sich über mögliche Auswirkungen auf die Wassertemperatur normalerweise keine Sorgen machen, da die zurückgeführten Wärmemengen zu gering sind. Ein Effekt der Erwärmung tritt eher bei Flusswasser auf, wie man es in der Nähe von Atomkraftwerken beobachten kann. Die Kühlung über Geothermie ist ebenfalls nur begrenzt einsetzbar, da hier Vorgaben zur Temperatur des in die Erde zurückgeleiteten Wassers einzuhalten sind.
In Zukunft werden sich Kühlkonzepte verstärkt damit beschäftigten, wie sich die von der IT erzeugte Wärme für die Gebäudetechnik nutzen lässt. Das Niveau der erreichten Wärme ist oftmals jedoch so niedrig, dass sich damit alleine keine Gebäude erwärmen lassen. Es empfiehlt sich, ein Gesamtkonzept zu erstellen, das je nach Standort ganzjährig funktioniert und verschiedene Technologien kombiniert. Das Fazit der IT-Experten von Rittal fällt jedenfalls eindeutig aus: Wer sich nur ausreichend mit alternativen Konzepten beschäftigt und eine Vorstellung davon hat, wie sich das eigene Geschäftsmodell und damit die Nutzung der IT-Systeme in den kommenden Jahren entwickelt, der findet in der Regel auch ein günstiges, umweltfreundliches und zukunftssicheres Konzept für die IT-Klimatisierung.

Autor: Bernd Hanstein, Hauptabteilungsleiter Produktmanagement IT, Rittal GmbH & Co. KG

Bilder: Rittal

www.rittal.de

 

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Fri, 17 Aug 2018 08:08:00 +0200
news-26994 Seminare, Workshops, Tagungen https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/seminare-workshops-tagungen-36/ Technische und betriebswirtschaftliche Qualifizierungsangebote für das SHK-Fachhandwerk und TGA-Planer.  

Veranstaltung, Inhalt:
Rockwool: Seminarprogramm 2018
Das Rockwool-Forum bietet rund 100 Veranstaltungen pro Jahr. Produkt- und Verarbeitungsseminare sind ebenso enthalten wie thematisch umfassende Verbundschulungen und zertifizierte Ausbildungen, die über mehrere Module zu einer Zusatzqualifikation führen.

Datum, Ort, Kosten:
Nähere Infos bei Rockwool und im ­Internet auf der Rockwool-Seite.

Veranstalter:
Deutsche Rockwool Mineralwoll GmbH & Co. OHG
Gladbeck
Tel.: 02043 408-0, Fax: -570
info@rockwool.de

www.rockwool.de


Veranstaltung, Inhalt:
Trinkwasser-Hygieneschulung der Kategorie A nach VDI/DVGW 6023 – zertifiziert
Aus dem Inhalt: gesundheitliche Beeinträchtigungen durch kontaminiertes Trinkwasser, Probenahme und Messverfahren für mikrobiologische und chemische Veränderungen, Inspektion und Kontrolle von Trinkwasseranlagen. Der Lehrgang endet mit einer
Prüfung.

Datum:
25.-26.9.

Ort:
Olsberg

Kosten:
290,– Euro

Veranstalter:
Oventrop GmbH & Co. KG
Olsberg
Tel.: 02962 82-0, Fax -402
mail@oventrop.de
www.oventrop.de


Veranstaltung, Inhalt:
Seminarprogramm bei Kaldewei
Pro Kalenderjahr führt Kaldewei rund 200 Seminare und Trainings für Fachleute aus Handwerk, Planung, Architektur und Hotellerie durch. Sie kombinieren die Bereiche Werksführung, Design-/Produktausstellung sowie Schulungen/Trainings. Zum Teil werden die Kurse mit Part­ner­unter­nehmen durchgeführt.

Datum, Ort, Kosten:
Weiterführende Informationen hält Kaldewei auf Anfrage bereit.

Veranstalter:
Franz Kaldewei GmbH & Co. KG
59229 Ahlen
Tel.: 02382 785-0, Fax: -200
info@kaldewei.de
www.kaldewei.com



Veranstaltung, Inhalt:
Kühlen mit Wasser
Das Seminar, das in Kooperation mit der Efficient Energy GmbH durchgeführt wird, stellt Planern sowie Anlagenbauern und -betreibern alternative Kälteerzeugungsprinzipien für Kühlsysteme vor.

Datum:
27.9.
13.11.

Ort:
Garbsen
Kelkheim

Kosten:
189,– Euro

Veranstalter:
Kampmann GmbH
Lingen (Ems)
Tel.: 0591 7108-667, Fax: -7667
kampus@kampmann.de
www.kampmann-kampus.de



 

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Fri, 17 Aug 2018 07:07:00 +0200
news-27000 Mobiheat: Durchgängiger Baufortschritt https://www.ikz.de/heizungstechnik/news/detail/mobiheat-durchgaengiger-baufortschritt/ Die Dreßler Bau GmbH aus Aschaffenburg erstellte im Auftrag des Investors das 16-geschossige Bürohochhaus. Damit sowohl der vorgegebene Bauzeitenplan von Januar 2016 bis zur Übergabe im Januar 2018 als auch der Umzugstermin eingehalten werden konnte, wurde der Neubau von Oktober 2016 bis April 2017 mit ­einer mobilen Heizzentrale von „mobi­heat“ temperiert.  

Um eine durchgängige Innentemperatur zwischen 12 bis 15°C zu erzielen, ermittelte das projektverantwortliche Fachplanungsbüro, TGA Romberg aus Erkrath, einen Wärmebedarf von 2 MW. Auf dieser Basis lieferte mobiheat die komplette Heizzentrale zur Baustelle. Damit die Heizzentrale autark betrieben werden konnte, bestand sie aus einer Containerheizzentrale mit 2 MW Leis­tung, einem Heizöltank mit 10 000 l Volumen und 45 mobilen Lufterhitzern des Typs „MHL50“. Die Lufterhitzer wurden über Vor- und Rücklaufleitungen mit der Heizzentrale verbunden.
Die Baustelle erforderte zwei weitere Besonderheiten. Einerseits kam die mobile Heizzentrale zum Einsatz, noch bevor die Verrohrung zur Bauteilflächentemperierung installiert war. Und die Glasfassade hing bereits, was die Zuführung der Schlauchleitungen von außen verhinderte. Damit alle Ausbaugewerke wie der Einbau des Fließestrichs, die Trocken­bau- und Malerarbeiten ungehindert ausgeführt werden konnten, wurden die Lufterhitzer und die Schlauchverteiler unterhalb der Decke montiert. So unterstützte die Baustellenbeheizung auch die stetige Entfeuchtung und verbesserte den gesamten Trocknungsverlauf der Innen- und Ausbauarbeiten.

Mobiheat GmbH, Marquardtstr. 8, 86316 Friedberg, Tel.: 0821 71011-0, Fax: -900, info@mobiheat.de, www.mobiheat.de

 

 

 

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Thu, 16 Aug 2018 15:05:00 +0200
news-26999 Nächste Autobahnabfahrt Aldi: Strom Tanken beim Discounter https://www.ikz.de/erneuerbare-energien/news/detail/naechste-autobahnabfahrt-aldi-strom-tanken-beim-discounter/ Wer demnächst mit seinem Elektroauto in Deutschland auf Überlandfahrten unterhalb des so genannten „Aldi Äquators“ unterwegs ist im Hoheitsgebiet von Aldi Süd, kann von einer Aldi-Filiale zur nächsten tanken fahren.  

Der Discounter baut sein Netz von Elektroladestationen signifikant aus und will damit vor allem das Fahren längerer Strecken ermöglichen. Die erste von 28 geplanten 50-kW-Schnellladesäulen an der Aldi-Süd-Filiale in Seeheim-Jugenheim wurde jetzt in Betrieb genommen.

Kette an der Autobahn
Das Besondere an dem Ausbau der Ladeinfrastruktur: Die Filialen mit den neuen Elektrotankstellen liegen entlang der Autobahnen A3, A5, A6, A7, A8 und A9 und sind in maximal fünf Minuten Fahrzeit von einer Abfahrt aus zu erreichen. Der Abstand zwischen den Filialen mit Ladesäulen beträgt maximal 160 Kilometer. „Mit den neuen Ladesäulen statten wir die Hauptverkehrsrouten durch West- und Süddeutschland flächendeckend mit Elektrotankstellen aus“, sagt Florian Kempf, Leiter Energiemanagement bei Aldi Süd. „Bisher haben wir uns auf die Ballungszentren und Innenstädte konzentriert. Jetzt ermöglichen wir unseren Kunden auch, ihre Urlaubsfahrten, mit uns zu planen“, so Kempf.

Technische Details
Die neuen Ladesäulen haben eine Leistung von 50 kW und können von allen gängigen Elektroauto-Modellen genutzt werden. Je nach Fahrzeugtyp ist damit eine Reichweitenverlängerung von bis zu 200 Kilometern in gut 30 Minuten zu erreichen. Technologiepartner für die Schnellladesäulen ist Innogy.
Der Strom wird möglichst von den eigenen Aldi-Photovoltaikanlagen erzeugt, die sich auf Dächern von mittlerweile mehr als zwei Dritteln aller Aldi-Filialen befinden. Reststrom ist zertifizierter Grünstrom.
Für freies Tanken muss man aber Kunde bei Aldi sein. Kunden können den Grünstrom kostenlos und ohne Registrierung während der Filialöffnungszeiten tanken. Wie das Tank- und Abrechnungsprozedere (z.B. Tankzeitbegrenzungen) konkret aussieht, teilte der Konzern noch nicht mit.

 

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Thu, 16 Aug 2018 14:59:37 +0200
news-26998 42. BImSchV – neue Pflichten für Anlagenbetreiber https://www.ikz.de/klima-lueftungstechnik/news/detail/42-bimschv-neue-pflichten-fuer-anlagenbetreiber/ Dessau-Roßlau.  Verdunstungskühlanlagen, Kühltürme und Nassabscheider können Quellen für gesundheitsschädliche Legionellen sein. Um dem vorzubeugen, wurde 2017 die 42. Verordnung zum Bundesimmissionsschutzgesetz (42. BImSchV) verabschiedet.  

Diese Verordnung enthält unter anderem eine Anzeigepflicht von Anlagen an die zuständige Behörde (§13). Für den Vollzug der 42. BImSchV und damit auch für die Umsetzung der Anzeigepflicht sind die einzelnen Bundesländer zuständig.
Bis zum 20. August dieses Jahres müssen Betreiber von Bestandsanlagen den zuständigen Behörden Informationen über ihre Anlagen liefern, informiert das Bundesumweltamt. Dies kann bundeseinheitlich im Portal kavka.bund.de erfolgen. Dort sind auch weitere Informationen zu Ansprechpartnern in den zuständigen Behörden in den Bundesländern zu finden.
Außerdem enthält die 42. BImSchV Anforderungen an die Anlagen sowie Prüf- und Maßnahmenwerte für die Konzentration von Legionellen im Nutzwasser.

www.umweltbundesamt.de

 

 

 

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Thu, 16 Aug 2018 14:51:23 +0200
news-26997 Leser fragen – Experten antworten https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/leser-fragen-experten-antworten-16/ In loser Folge beantworten wir an dieser Stelle Fragen aus der Installations- und Planungspraxis  

Gasinstallation: Bestandsschutz und Gaszählermontage
Unterliegen Langgewinde von Stahlrohren und die bekannten alten Gas-Kugelhähne dem Bestandsschutz? Reicht es also, wenn die Rohrleitung bei der Druckprobe dicht ist oder müssen derartige Einbauten beispielsweise im Zuge einer Kesselsanierung grundsätzlich entfernt werden?
Weitere Frage: Der klassische Anschluss von Zweirohrzählern ist „auf einer Seite waagerecht, auf der anderen senkrecht“. Begründung ist, dass sich dadurch die Gewinde ohne gegenseitige Beeinflussung anziehen lassen und damit sichergestellt ist, dass Dichtungsflächen sauber aufliegen. In der Praxis sieht man aber immer wieder Zähler, die beispielsweise nur von oben – und dennoch ohne Beanstandung seitens des Gasversorgers – angeschlossen wurden (siehe Bild). Gibt es eine konkrete Vorgabe im Regelwerk?

 Die Technische Regel für Gasinstallationen (DVGW-TRGI) gilt für die Planung, Erstellung, Änderung,
Instandhaltung und den Betrieb von Gasinstallationen. Dem Kommentar zur DVGW TRGI 2008 kann zu diesem Thema entnommen werden, dass der Gesetzgeber generell keinen Austausch dieser Bauteile im Bestand verlangt.
Rohrleitungen einschließlich der Verbindungen sowie der Absperreinrichtungen müssen einmal jährlich einer Sichtkontrolle unterzogen werden, welche durch den Betreiber der Gasinstallation selbst vorgenommen werden kann. Inhalt dieser Sichtkontrolle ist das Prüfen auf Zustand und Korrosion, Befestigung, mechanische Beanspruchung, vorhandene Lüftungsöffnungen an Verkleidungen. Alle 12 Jahre sind die Rohrleitungen einschließlich der Verbindungen sowie die Absperreinrichtungen auf Funktion und Dichtigkeit zu überprüfen. Diese Arbeiten sind von einem Vertragsinstallationsunternehmen durchzuführen.
Werden wesentliche Änderungen bestehender Anlagen vorgenommen, greift der Bestandsschutz nicht mehr und es gelten dann die neuen Regelungen. Wesentliche Änderungen im Haus sind z. B. Arbeiten an der Zähleranlage oder eine komplette Leitungserneuerung, nicht aber der Austausch des Zählers oder die Durchführung einer Gebrauchsfähigkeitsprüfung der Anlage oder die Gerätewartung. Dies darf jedoch den fallweisen Austausch der Bauteile nicht ausschließen.
Beispiel: Ein Gasversorger fordert generell den Austausch von Langgewinde von Stahlrohren und den alten Kugelhähnen und macht dies nicht abhängig davon, ob Tätigkeiten im Sinne einer sogenannten wesentlichen Änderung auszuführen sind. Andere Gasversorger fordern grundsätzlich den Austausch von Langgewinde von Stahlrohren und den alten Kugelhähnen im Zusammenhang von Tätigkeiten im Sinne einer wesentlichen Änderung an bestehenden Gasinstallationen.
Unabhängig davon, welche Grundbedingungen bei der Austauschpflicht von Langgewinde von Stahlrohren und den alten Kugelhähnen durch die Gasversorger/Netzbetreiber im Vordergrund stehen, ist die Ermächtigungsgrundlage, weiter oder auch höhere technische Anforderungen verlangen zu können, dem § 20 der Verordnung über Allgemeine Bedingungen für den Netzanschluss und dessen Nutzung für die Gasversorgung in Niederdruck (Niederdruckanschlussverordnung – NDAV) vom 01.11.2006 zu entnehmen.


§ 20
Technische Anschlussbedingungen

Der Netzbetreiber ist berechtigt, in Form von Technischen Anschlussbedingungen weitere technische Anforderungen an den Netzanschluss und andere Anlagenteile sowie an den Betrieb der Anlage einschließlich der Eigenanlage festzulegen, soweit dies aus Gründen der sicheren und störungsfreien Versorgung, insbesondere im Hinblick auf die Erfordernisse des Verteilnetzes, notwendig ist.


Aufgrund des aufgezeigten unterschiedlichen Interpretationsspielraums sollten bei der Fragestellung: Bestandsschutz von Langgewinde von Stahlrohren und den alten Kugelhähnen grundsätzlich Informationen bei dem jeweilig zuständigen Gasversorger/Netzbetreiber eingeholt werden.
Zu Frage 2: Die Technische Regel für Gasinstallationen (DVGW-TRGI) schreibt hier, dass der Installationsort und die Art des Zählerplatzes gemäß der Niederdruckanschlussverordnung – NDAV vom 1. November 2006 vom Netzbetreiber bestimmt wird. Konkrete Vorgaben über den Anschluss von Zweirohrzählern werden durch den Netzbetreiber in seinen Technischen Anschlussbedingungen geregelt. Im Zweifel wenden sich Installateure also an den zuständigen Versorger für das entsprechende Versorgungsgebiet, in dem die Anlage errichtet wird. Häufig können die TABs auf den Internetseiten des jeweiligen Versorgers heruntergeladen werden.

Guido Bruzek
Abteilung Technik
Fachverband Sanitär Heizung Klima NRW

 

BImSchV: Ausnahmeregelung für sehr alte Öfen?
Die BImSchV stellt strenge Anforderungen an die Emissionen von Kaminöfen und anderen Einzelfeuerstätten in Abhängigkeit vom Baujahr bzw. der Inbetriebnahme. Aber wie stellt sich die Situation für sehr alte Öfen dar, die entweder nur selten betrieben werden oder umfassend (optisch) restauriert wurden? Gelten für diese „Ofen-Oldtimer“ ebenfalls die in der Verordnung formulierten Grenzwerte, oder gibt es hier eine Ausnahmeregelung?

Historische Öfen (nachweislich vor 1950 hergestellt oder errichtet) müssen nach der 1. BImschV keine Emissionsgrenzwerte einhalten. Wird eine solche Anlage versetzt, und sei es nur innerhalb des Gebäudes, gilt dies als Neuerrichtung. „Neuerrichtete Alt-Anlagen“ haben die gleichen Emissionsanforderungen zu erfüllen wie Neuanlagen. Wird die Anlage an Ort und Stelle restauriert, hängt es vom Umfang der Restaurierung ab, ob Emissionsgrenzwerte eingehalten werden müssen. Wenn die Restaurierung eine wesentliche Änderung“ der Anlage ist, gilt die Restaurierung als Neuerrichtung. „Wesentliche Änderungen“ haben Einfluss auf das Abbrandverhalten und damit die Emissionsbildung. Zum Verständnis drei Beispiele: Wird der Feuerraum eines historischen Kachelofens erneuert, gilt dies als Neuerrichtung. Emissionsgrenzwerte müssen eingehalten werden.
Werden an demselben Kachelofen mehrere Kacheln ausgetauscht/repariert, ist das keine „wesentliche Änderung“. Der Ofen darf unabhängig von den Emissionswerten weiter betrieben werden.
Wird der Kachelofen an Ort A abgebaut und ohne wesentliche Änderung an Ort B wieder errichtet, gilt dies wegen der Versetzung dennoch als Neuerrichtung und die Emissionsgrenzwerte für Neuanlagen sind einzuhalten.
Eine Besonderheit: Da historische Öfen schützenswerte Kulturgüter sind, kann eine Ausnahme von der zuständigen Behörde erteilt werden, dass diese Geräte nach Versetzung oder Restaurierung (wesentliche Änderung) gelegentlich betrieben werden dürfen. Diese Regelung wäre dann in Analogie zu offenen Kaminen, die auch nicht täglich als Heizung genutzt werden dürfen, sondern aus dekorativen Zwecken gelegentlich betrieben werden dürfen.

Tim Froitzheim,
Referat Ofen- und Luftheizungsbau, Erneuerbare Energien,
Zentralverband Sanitär Heizung Klima

 

Briefe an den Strobel-Verlag?
Schreiben Sie an:
STROBEL-VERLAG GmbH & Co. KG,
Redaktion IKZ Haustechnik, Kennwort: Leserforum
Postfach 5654, 59806 Arnsberg
Fax: 02931 8900-48, E-Mail: redaktion@strobel-verlag.de

 

 

 

 

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Thu, 16 Aug 2018 11:42:12 +0200
news-26996 Kerstin Vogt übernimmt VdZ-Geschäftsstellenleitung https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/kerstin-vogt-uebernimmt-vdz-geschaeftsstellenleitung/ Berlin. Kerstin Vogt ist neue Leiterin der VdZ-Geschäftsstelle in Berlin. Sie folgt auf Geschäftsführer Dr. Michael Herma, der den Spitzenverband der Gebäudetechnik zum 30. Juni 2018 verlassen hat.  

Vogt ist seit 2013 für den VdZ tätig und war bisher für die Projektarbeit und politische Kommunikation des Dachverbands zuständig. Zu ihren zukünftigen Aufgaben gehören neben der Leitung der Geschäftsstelle auch die Fortführung der VdZ-Projektarbeit sowie die Planung der ISH vom 11. bis 15. März 2019 in Frankfurt am Main.

 

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Thu, 16 Aug 2018 08:18:00 +0200
news-26922 Sie haben Post! https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/sie-haben-post/ Elektronische Nachrichten: Flexibel kommunizieren per E-Mail  


Die Kommunikation per E-Mail gehört für moderne SHK-Betriebe heute zum ­Tagesgeschäft. Doch worauf sollte man bei der Auswahl eines Mail-Anbieters achten? Und wie sicher ist die elektronische Post?

Um den digitalen Austausch mit Kunden und Lieferanten zu starten, benötigen Betriebe lediglich eine Mail-Adresse und einen Internetzugang. Die Vorteile liegen auf der Hand: Absender können rund um die Uhr ihre Anfragen und Wünsche auf den Weg bringen, schon wenige Sekunden später ist die elektronische Post am Ziel. Der Empfänger antwortet flexibel, wenn es ihm zeitlich passt. So werden SHK-Handwerker zum Beispiel nicht ständig durch Anrufe bei ihrer eigentlichen Arbeit unterbrochen – und auch nach dem offiziellen Feierabend lassen sich Kundenanfragen beantworten oder Bestellungen bei Lieferanten aufgeben. Der Informationsaustausch per Mail funktioniert immer und überall, z. B. mit Smartphones, Tablets oder Büro-PCs.
Betriebe mit einem eigenen Inter­net­auftritt sollten von Anfang an darauf achten, dass sie ein Homepage-Paket buchen, das zusätzlich Mailadressen beinhaltet. Denn es wirkt sehr viel professioneller, wenn Internet- und Mailadresse identisch sind. Alle anderen Betriebe haben die Wahl zwischen verschiedenen Anbietern, die ihre Leistungen gratis oder zu Preisen zwischen einem und fünf Euro monatlich bereitstellen – zum Beispiel GMX, Outlook.com oder Gmail. Gratisdienste finanzieren sich dabei meist über eingeblendete Werbung. Bei kostenpflichtigen Angeboten befinden sich oft noch Zusatzleistungen im Paket, z. B. Faxfunktionen, Cloud-Speicherplatz oder erweiterte Sicherheitsfunktionen.

Schnelle und einfache Registrierung
Die Registrierung für Mail-Dienste ist bei allen Anbietern in wenigen Minuten erledigt. Über ein Internetformular werden zunächst die persönlichen Daten abgefragt, u. a. Name und Anschrift. Daraufhin kann man sich eine E-Mail-Adresse anlegen, die sofort auf Verfügbarkeit geprüft wird. Die Endung der Adresse beinhaltet meist den Namen des Mail-Dienstes, z. B. t-online.de oder web.de. Vor dem @-Zeichen kann man sich ein beliebiges Wort aussuchen, etwa den eigenen Namen oder den des Unternehmens. Oft erfolgt die Freischaltung sofort, vereinzelt bekommt man aber auch vorab ein Passwort per Post oder SMS zugesandt, um die Richtigkeit der eigenen Angaben zu prüfen.

Sicherheit im Fokus
Besonders wichtig im geschäftlichen Bereich ist der Sicherheitsaspekt: Mails sollten unbedingt virenfrei sein und auch nicht von Hackern abgefangen werden können. Deshalb bieten Mail-Dienste ihren Kunden mit verschiedenen Maßnahmen zumindest einen Grundschutz: Das „Hyper Text Transfer Protocol Secure“ (HTTPS, zu Deutsch: sicheres Hypertext-Übertragungsprotokoll) oder die SSL-Technologie verschlüsseln Daten, damit diese nicht abgehört werden können. Aktiv ist die sichere Übertragung bei einem vorangestellten „https://“ in Internet­adressen oder bei Aktivierung der „SSL-Verschlüsselung“ in Mailprogrammen. Damit auch Viren, Würmer und Trojaner keine Chance haben, ist ein Anti-Viren-Programm auf allen eigenen Geräten ein unbedingtes Muss.
Wer oft größere Dateien per Mail versendet, sollte sich bei seinem Provider vorab über die maximal zulässige Größe des Anhangs erkundigen: Je nach Anbieter und Tarif dürfen eingehende und ausgehende Mails nur zwischen 20 und 50 MB (Mega-Bit) groß sein. Einige Dienste bieten aber die Möglichkeit, diese Grenze über sogenannte Cloud-Speicher zu erhöhen. Der Anhang wird dann nicht direkt mitgeschickt, sondern steht für den Empfänger als Download zur Verfügung.

Teuer und unflexibel: De-Mails
Die vor einigen Jahren mit großem Werbeaufwand gestarteten „De-Mail“-­Dienste sind bis heute kein großer Erfolg: Nur knapp über 1 Mio. Privatkunden und eine fünfstellige Zahl an Unternehmen und Organisationen nutzen den Dienst bislang. De-Mails sollten gleichzeitig so einfach funktionieren wie Mails und so sicher sein wie Briefpost – waren aber vor allem eines: teuer. So schlug der Versand einer De-Mail von Anfang an mit bis zu 33 Cent zu Buche, Zusatzoptionen wie „Einschreiben“ kosten je nach Anbieter bis zu 58 Cent extra. Eine weitere Einschränkung: Sowohl Sender als auch Empfänger benötigen ein De-Mail-Konto – der Versand an andere Mail-Adressen ist nicht möglich. Damit sind herkömmliche Mails im Berufsalltag flexibler und kostengünstiger.

Autor: Thomas Busch, Fachjournalist

Tipps für erfolgreiche E-Mails

  1. Wählen Sie eine eindeutige Betreffzeile, die viel über den Inhalt Ihrer Mail aussagt. Also z. B. nicht nur „Angebot“, sondern „Angebot: Austausch Ihrer Gas-Heizung“.
  2. Fassen Sie sich kurz, geben Sie dem Empfänger alle wichtigen Informationen und formulieren Sie alle Sätze so, dass keine Missverständnisse entstehen können. So vermeiden Sie zeitaufwendige Rückfragen und Verzögerungen.
  3. Verfassen Sie Ihre Mail nicht als zusammenhängenden Textblock, sondern strukturieren Sie Ihre Nachricht mit sinnvollen Absätzen. So wird Ihre Nachricht übersichtlicher und der Empfänger kann Zusammenhänge schneller erfassen.
  4. Als wertvolle Hilfe empfiehlt sich ein Duden neben dem Rechner – oder eine automatische Rechtschreibkorrektur. Denn Auftreten, Seriosität und Kompetenz sind in Gefahr, wenn Mails Rechtschreib- und Kommafehler aufweisen.
  5. Zitieren Sie in Antwort-Mails wichtige Teile der Original-Nachricht. So weiß der Empfänger sofort, worauf sich Ihre Antwort bezieht.

 

Wichtige Fachbegriffe kurz erklärt
E-Mail
Abkürzung für „Electronic-Mail“ (elektronische Post), bezeichnet den Austausch digitaler Nachrichten über das Internet oder ein Netzwerk.

IMAP
Das „Internet Message Access Protocol“ ermöglicht, Mails in Hilfsprogrammen wie Outlook offline zu bearbeiten. Dabei verbleibt die Post im Gegensatz zum POP3-Abruf auf dem Server.

POP3/SMTP
Mit Unterstützung des „Post Office Protocol 3” wird die elektronische Post direkt auf den Rechner heruntergeladen, ohne den jeweiligen Web-Dienst per Hand anzusteuern. Das „Simple Mail Transfer Protocol“ ist andererseits für den Versand zuständig.

Protokoll
Als „Protokoll“ werden Regeln, Formate und Arten der Datenübermittlung zwischen zwei Endgeräten bezeichnet, z. B. zwischen zwei PCs oder zwischen Computern und Smartphones.

Spam
Ursprünglich die amerikanische Bezeichnung für Dosenfleisch (Abkürzung von „Spiced Pork And Meat“). Heute werden mit diesem Begriff unerwünschte, massenhaft versendete Werbemails bezeichnet.

Spam-Filter
Spezielle Programme zum Herausfiltern unerwünschter Werbe-Mails (Spam). Kriterien sind bestimmte Schlagworte, Absender oder die Struktur der E-Mail.

SSL-Login
Das „Secure-Socket-Layer-Protocol“ sorgt für eine verschlüsselte Daten­übertragung zwischen eigenem PC und dem Mail-Server im Internet – erkennbar durch ein Schloss-Symbol in der Statusleiste.

Virenscanner
Ein Virenscanner ist eine Software, die Computerviren, -würmer und andere Gefahren erkennen und beseitigen kann.

 

 

 

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Thu, 16 Aug 2018 07:45:00 +0200
news-26984 Photovoltaikanlage – Stromspeicher als Komponente https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/photovoltaikanlage-stromspeicher-als-komponente/ Mit der Rechtsfrage, ob eine zeitversetzte Anschaffung von Komponenten einer Photovoltaikanlage zu einer umsatzsteuerlich getrennten Bewertung führen kann, obwohl ein Funktionszusammenhang gegeben ist, gibt es einen aktuellen Gerichtsbeschluss:  

 Eine Photovoltaik-Anlage besteht im Wesentlichen aus Solarzellen, die in sogenannten Solarmodulen zusammengefasst werden, einem Wechselrichter, der den Gleichstrom umwandelt und einem Einspeisezähler. Ein Stromspeicher dient nicht der Produktion von Solarstrom und gehört daher nicht zu den (wesentlichen) Komponenten einer Photovoltaik-Anlage (Quelle: Bundesfinanzhof, Az.: V B 105/17).

 

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Thu, 16 Aug 2018 07:07:00 +0200
news-26976 Innovative EE-Branche https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/innovative-ee-branche/  

Der Markt der Erneuerbaren Energien entwickelt sich dynamisch. Die Technik – sei es Solarthermie, PV, Wärmepumpe oder auch Pelletkessel – hat sich bewährt, jetzt geht es fließend in die ­nächste Generation. Sprich, an die Optimierung und Implementierung. Dafür wird intensiv geforscht. Im Rahmen des Projektes „SolSys“ beispielsweise werden solarbasierte Energieversorgungskonzepte untersucht. Ziel ist, den solaren Deckungsanteil am Gesamtenergiebedarf zu maximieren. Im Forschungsprojekt „Solar.shell“, ein anderes aktuelles Beispiel, wollen Wissenschaftler herausfinden, wie sich Fassadendesign und Photovoltaik vereinbaren lassen. Sprichwörtlich Fahrt aufgenommen hat auch die E-Mobilität: Der E-Lkw ergänzt künftig das Angebot im Nutzfahrzeugmarkt. Und selbst im traditionell anmutenden Geschäftsfeld Nah- und Fernwärmenetze gibt es technische Fortschritte zu vermelden.
Unterm Strich also eine spannende – weil technisch gleichsam anspruchsvoll wie innovativ – und darüber hinaus für alle Vertriebskanäle lukrative Erneuerbare-Energien-Branche, die es aktiv zu begleiten gilt, meint

Markus Sironi
Chefredakteur
m.sironi@strobel-verlag.de

 

 

 

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Wed, 15 Aug 2018 11:19:57 +0200
news-26975 Magnetic investiert 1 Mio. Euro in Anbau der Produktions- und Lagerhalle https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/magnetic-investiert-1-mio-euro-in-anbau-der-produktions-und-lagerhalle/ Übrigshausen. Die magnetic GmbH & Co. KG  investiert 1 Mio. Euro in den Anbau ihrer Produktions- und Lagerhalle. Sie wird künftig etwa 600 m2 groß und soll spätestens im Sommer 2019 fertiggestellt sein. Die Ausweitung der Produktionsfläche ist um 200 m2 vorgesehen.  

„Vor dem Bau der Zentrale kamen wir mit einer gerade einmal 100 m2 großen Halle als Versandstelle zurecht“, berichtet magnetic-Produktionsleiter Gerhard Müller und ergänzt: „Nun sind wir an unsere Kapazitätsgrenze gestoßen.“ Vor drei Jahren hatte der Hersteller von Produkten rund um die Aufbereitung von Heizungs- und Trinkwasser die Firmenzentrale im Gewerbegebiet bei Übrigshausen (Landkreis Schwäbisch Hall) fertiggestellt.

www.magnetic-online.de

 

 

 

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Wed, 15 Aug 2018 10:31:16 +0200
news-26974 Energiekonzepte mit Solarthermie und Photovoltaik https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/energiekonzepte-mit-solarthermie-und-photovoltaik/ SolSys untersucht in Varianten Wohngebäude auf solare Deckungsanteile  

In den meisten Fällen wird die Wärme- und Stromversorgung von Gebäuden getrennt voneinander betrachtet. In Bezug auf die Einbindung von Solarenergie lassen sich wärmebasierte und strombasierte Konzepte ausmachen. Das Forschungsprojekt „SolSys“ unternimmt hier einen Brückenschlag.

Bei wärmebasierten Konzepten wird solar erzeugte Wärme vor Ort, üblicherweise in Warmwasserspeichern, über Zeiträume von einigen Tagen bis zu mehreren Monaten bereitgehalten. Demgegenüber wird bei strombasierten Konzepten die Erzeugung von elektrischer Energie aus Photovoltaik (PV) maximiert. Um die elektrische Energie zu speichern, meist über kurze Zeiträume von bis zu wenigen Tagen, werden verschiedene Batterietypen eingesetzt.
Da eine sinnvolle Zusammenführung zu „Wärme-Strom-Konzepten“ meist nicht erfolgt, untersuchen die Technische Universität Braunschweig (das IGS), das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) und das Solar- und Wärmetechnik Stuttgart (SWT) in dem vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderten Forschungsprojekt „SolSys“ auf Solarenergie basierende Energieversorgungskonzepte für Wohngebäude, wobei sie die Wärme- und Stromversorgung parallel analysieren.

Ansatz der Systemsimulationen
Die für solare Nutzung geeignete Dachfläche soll anteilig so mit Solarthermie und Photovoltaik belegt werden, dass der solarthermische und der solarelektrische Deckungsanteil für den Gesamtenergiebedarf im Gebäude maximal wird.
Die Flächenanteile von Solarthermie und PV werden in Schrittweiten von 10 % variiert. Neben den Anteils-Verhältnissen werden unterschiedliche thermische und/oder elektrische Speicherkapazitäten untersucht. Die thermischen Speicher werden zu 50 l/m² Aperturfläche, 100 l/m² Aperturfläche und 150 l/m² Aperturfläche festgelegt. Für elektrische Speicher werden Kapazitäten von 0,5 kWh/kWp, 1,0 kWh/kWp, 1,5 kWh/kWp und 2,0 kWh/kWp angesetzt.

Grundlagen der Simulation
Im Forschungsprojekt werden sechs Gebäude im Rahmen des Monitorings untersucht. Es handelt sich um Ein- und Mehrfamilienhäuser, als Ausgangspunkt für die Systemsimulationen.
Auf Grundlage dieser sechs Referenzvarianten werden drei alternative Versorgungkonzepte mit jeweils Solarthermie und PV für jedes Gebäude entwickelt (Luft/Wasser-Wärmepumpe, Gasbrennwertkessel und Heizstab) und mittels thermischer Gebäudesimulation untersucht. Bei den Simulationen werden ausschließlich die Technologien zur Bereitstellung von Wärme und Strom variiert. Die Ausrichtung, die Gebäudeform und die Gebäudehüllen bleiben unverändert, außerdem die Systeme zur Verteilung und Übergabe der Heizwärme und des erwärmten Trinkwassers.
Die Gebäude werden dann mit den oben genannten thermischen und elek­trischen Speicherkapazitäten sowie einer Variante ohne elektrischen Energiespeicher untersucht.
Neben den solaren Deckungsanteilen – thermischer Deckungsanteil, elektrischer Deckungsanteil und gesamt solarer Deckungsanteil – werden die Konzepte und Varianten in Bezug auf den Primärenergiebedarf sowie die CO2-Emissionen beim Betrieb der Anlagen analysiert und bewertet. Berücksichtigt werden die zusätzlich zu erwerbenden Betriebsmittel Gas und Strom sowie eine Verrechnung des eingespeisten Stroms in das öffentliche Netz.
Die Auswertung erfolgt unter zwei Gesichtspunkten: Zum einen, dass der nicht im Haus genutzte Strom in das öffentliche Stromnetz eingespeist werden kann und zum anderen, dass der solare Überschussstrom nicht eingespeist und auch nicht weiter genutzt wird. Durch die zweite Annahme wird der Aspekt berücksichtigt, dass bereits heute PV-Anlagen aufgrund von Überkapazitäten abgeregelt werden. Im Fall der Netzeinspeisung erfolgt eine primärenergetische und CO2-Emissionsgutschrift des eingespeisten Stroms. Die ersten Ergebnisse liegen für das Beispielmehrfamilienhaus in Konstanz vor.

Erste grundsätzliche Erkenntnisse
Erste grundsätzliche Erkenntnisse aus dem Mehrfamilienhaus Konstanz sind, dass ein elektrischer Speicher nur im Fall eines Wärmepumpenkonzepts den solarthermischen Deckungsanteil steigert, da ein Gasbrennwertkessel im Vergleich zu einer Wärmepumpe kaum elektrische ­Energie benötigt und somit auch keinen regenerativen Strom aus dem elektrischen Speicher bezieht. Im Fall eines Gaskessels wird praktisch kein für dessen Betrieb benötigter Strom durch die PV-Anlage geliefert.
Zweitens: Der Einfluss der Netzeinspeisung von PV-Überschussstrom sinkt mit Vergrößerung der Solarthermieanlage, da weniger PV-Strom produziert und in das Netz eingespeist wird.
Drittens: Ein elektrischer Speicher senkt den Primärenergiebedarf sowie die CO2-Emissionen, da gespeicherter PV-Strom auch in den Nachtstunden zur Verfügung steht und damit weniger Strom aus dem Netz bezogen werden muss.
Viertens: Ein elektrischer Energiespeicher hat mit kleiner werdender PV-Fläche immer weniger Einfluss auf den Primär­energiebedarf und somit auf die CO2-Emissionen des Gebäudes.

Erste Ergebnisse der Variantenstudie im Detail
In Bezug auf die Wärmeversorgung mit einer Luft/Wasser-Wärmepumpe oder einem Gasbrennwertkessel und die Nutzung der Dachfläche durch Solartechnik lassen die derzeitigen Simulationsergebnisse folgende Zusammenhänge erkennen:
Ein Speichervolumen von 100 l/m² Aperturfläche stellt einen guten Ansatz zur Auslegung des thermischen Speichers dar. Ein spezifisches Speichervolumen von mehr als 100 l/m² Aperturfläche führt zu keiner wesentlichen Steigerung der solarthermischen ­Deckungsanteile. Ein Volumen von nur 50 l/m² Aperturfläche verringert den solarthermischen Deckungsanteil gegenüber den Anlagen mit 100 l/m² Aperturfläche um etwa 5 Prozentpunkte.
Bezogen auf den gesamt solaren Deckungsanteil erzielt das Wärmepumpenkonzept mit bis zu 40 % den größten Anteil. Hierbei beträgt das Verhältnis von Solarthermie- zu PV-Fläche 50/50 bis 80/20. Der solarthermische Deckungsanteil konnte, abhängig von der zur Verfügung stehenden Kollektorfläche, nicht über 30 % gesteigert werden. Der solar­elektrische Deckungsanteil ist bei der Versorgung mit Gasbrennwertkessel höher als bei dem Konzept mit Wärmepumpe. Dieser Zusammenhang beruht auf dem höheren Strombedarf des Wärmepumpenkonzeptes.

Erzielbare Deckungsraten
Ohne elektrischen Energiespeicher können je nach Konzept 15 – 40 % des gesamten elektrischen Energiebedarfs über die PV-Anlage gedeckt werden.
Bei den untersuchten Konzepten ergeben sich im Rahmen des Anlagenbetriebs und der Annahme, dass der überschüssige PV-Strom in das Netz eingespeist werden kann, der geringste Primärenergiebedarf und die geringsten CO2-Emissionen mit einem Wärmepumpenkonzept und einer vollständigen Belegung der Dachfläche mit Photovoltaik.
Der geringste dabei zu erzielende spezifische Primärenergiebedarf liegt bei 24 kWh/(m²a), die CO2-Emissionen bei 10 kg/(m²a), verglichen zum Jahresheiz­energiebedarf der Referenzsystem mit ca. 46 kWh/(m²a).

Zusammenfassung und Ausblick
Im Rahmen des Forschungsprojektes „SolSys“ werden solarbasierte Energieversorgungskonzepte systematisch betrachtet und mittels Simulationsstudien eine Vergleichbarkeit der untersuchten Versorgungsvarianten in Bezug auf technisch-energetische, ökologische und ökonomische Aspekte hergestellt. Ein Ziel ist es, Entscheidungshilfen zur Technologieauswahl bei der Planung und Umsetzung solarbasierter Versorgungskonzepte zur Verfügung zu stellen. Verschiedene Ansätze sollen zudem bereits in der Planungsphase bewertet werden können.
Die ersten Simulationsergebnisse am Mehrfamilienhaus zeigen, dass die größten gesamt solaren Deckungsanteile bei einer mehr Solarthermie basierenden Verteilung auf der Dachfläche erreicht werden. Dabei kann der gesamte solare Deckungsanteil nicht über 40 % gesteigert werden.
Es zeigt sich außerdem, dass das Wärmepumpenkonzept sich ökologisch güns­tiger darstellt als die Gasbrennwertvariante. Ein PV basiertes Konzept bietet ökologisch Vorteile. Basierend auf konstanten Primärenergie- und CO2-Faktoren stellt sich das Energiekonzept mit einer Wärmepumpe umweltfreundlicher dar als das Konzept mit einem Gasbrennwertkessel. Beim Gasbrennwertkessel wird das 2-Fache an Primärenergie benötigt und die zugehörige Menge an CO2 emittiert.
Bei den anderen Gebäudekonstel­lationen (u. a. Einfamilienhaus) und möglichen abwechselnden Rahmenbedingungen können sich abweichende Resultate ergeben. Die Unterschiede und Gemeinsamkeiten werden im weiteren Verlauf des Projektes analysiert.
Allgemein ist festzustellen, dass auch zukünftige Energiekonzepte auf den Vorlieben und der Einstellung zu unterschiedlichen Technologien, wie z. B. Solarthermie und Photovoltaik, dem Umweltbewusstsein, d. h. ökologischen Aspekten und den finanziellen Möglichkeiten und der Wirtschaftlichkeit, basieren werden.

Autoren: Franziska Bockelmann und Markus ­Peter, Technische Universität Braunschweig, ­Institut für Gebäude- und Solartechnik (IGS), Dominik Bestenlehner und Harald Drück, Solar- und Wärmetechnik Stuttgart (SWT)

 

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Wed, 15 Aug 2018 09:30:58 +0200
news-26973 Speichermonitoring: Wirtschaftlichkeit noch nicht erreicht https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/speichermonitoring-wirtschaftlichkeit-noch-nicht-erreicht-1/ RWTH Aachen: Kosten der Solarstromspeicher sinken allerdings weiter  

Die RWTH Aachen legt alljährlich ihren Speichermonitoringbericht vor, so den neuesten jetzt im Juli. Der Monitoringbericht ist ­praktisch die einzige Datengrundlage, die einen so umfassenden Überblick zur Entwicklung des Solarstrom-Speichermarkts bietet. Das Solar Cluster Baden-Württemberg hat den Bericht analysiert.

In der Vergangenheit waren die Kosten für die Batteriespeicher deutlich zu hoch, um sie auch nur annähernd kostendeckend betreiben zu können. Von Ende 2013 bis Ende 2017 ist es jedoch gelungen, die Kos­ten zu halbieren. Die RWTH Aachen hat diese Zahlen im Rahmen des Speichermonitorings am 16. Juli 2018 veröffentlicht. Allein 2017 sanken die Kosten um rund 15 %. Im Durchschnitt der im Bericht angegebenen Preise hat der Preisrutsch trotz Bundes- oder Landesförderung aber noch nicht dazu geführt, dass sich die Solarspeicher für Hauseigentümer finanziell rechnen. Dafür müssen die Kosten noch etwas weiter sinken, so das Resümee des Clusters zum Bericht.

Wirtschaftlichkeitsgrenze bei 800 Euro
Im Jahr 2017 sind die Durchschnittskos­ten der Speichersysteme inklusive Installation von 1550 Euro pro kWh Speicherinhalt auf rund 1300 Euro gesunken. Inzwischen gibt es bereits qualitativ hochwertige Systeme für 1100 Euro pro kWh. Die Wirtschaftlichkeitsgrenze liegt bei rund 800 Euro – falls die Lebensdauer der Speicher 20 Jahre beträgt. „Verbraucher sollten daher bei den Speicherherstellern genau nachfragen, wenn es um die Wirtschaftlichkeit der Powerpakete geht, und sich auch über die Garantie erkundigen“, rät Franz Pöter vom Solar Cluster.

Solarbatterie übt Faszination aus
Die Solarbatterie im Keller übt trotz der noch fehlenden Wirtschaftlichkeit eine große Faszination auf die deutschen Solaranlageneigentümer aus. Ende 2017 waren bereits 85 000 Speicher installiert – doppelt so viel wie noch Anfang 2016, so die RWTH. Rund ein Drittel davon wurde von der Förderbank KfW ­finanziell bezuschusst. Im Jahr 2017 kamen insgesamt fast 32 000 Speicher neu hinzu. „Etwa jede zweite neue Photovoltaikanlage wird inzwischen zusammen mit einem Speicher installiert“, sagt Jan Figgener von der RWTH: „Für den Gesamtmarkt erwarten wir auch 2018 ein Wachstum. Die Anteile an KfW-geförderten Speichersystemen sind dabei jedoch rückläufig. Dies spricht für ein erfolgreiches Marktanreizprogramm, mit dessen Ende der Markt nun auf eigenen Beinen steht.“

Speicher in der Post-EEG-Zeit
Dass es danach weiter aufwärts geht, scheint eine ausgemachte Sache zu sein: Erstens sollen die Speicherkosten weiter sinken. Zweitens werden nach 2021 die ersten Photovoltaikanlagen aus der EEG-Vergütung fallen. Da ihre hohe Einspeisevergütung von 2001 ab diesem Zeitpunkt wegfällt und die dann abgeschriebenen Anlagen nur noch Betriebs-, Wartungs- und Reparaturkosten von 2 bis 4 Cent pro kWh aufweisen, bieten sich künftig, je nach Preisentwicklung der Speicher, ­Eigenverbrauch und Speicherung an.

Fremdbezug substituieren
Für die Amortisation eines Speichers ist entscheidend, wie oft Hauseigentümer über die Lebensdauer seine Speicherkapazität nutzen können und damit zusätzlichen Solarstrom statt Strom aus dem Netz verbrauchen. „Für gut ausgelegte Systeme im Haus kann der Speicher 200 bis 250 Mal im Jahr vollständig geladen und entladen werden“, sagt Pöter vom Solar Cluster: „Multipliziert man diesen Wert mit der Lebensdauer in Jahren und dem Energieinhalt in kWh, so ergibt sich der zusätzlich selbst genutzte Solarstrom.“ Ersetzt dieser Solarstrom, der ohne Speicher ins Netz eingespeist und derzeit mit 12 Cent pro kWh vergütet worden wäre, den Bezug von Netzstrom zu 25 Cent pro kWh (netto), so ergibt sich ein „Verdienst“ durch den Speicher von 13 Cent je kWh (netto).

Noch lohnen sie sich nicht
Bei einer Lebensdauer von 10 Jahren und 250 Zyklen im Jahr würden pro kWh Energieinhalt 2500 Mal 13 Cent pro kWh und damit 325 Euro Stromkosten gespart. Zieht man die Verluste im Speicher ab, so reduziert sich der Wert nochmal um 10 – 25 %. Rechnet man eine moderate Strompreissteigerung von 2% pro Jahr mit ein, kommt man auf rund 400 Euro. Hält der Speicher 20 Jahre, erhöht sich die Wirtschaftlichkeitsgrenze auf rund 800 Euro pro Kilowattstunde Energieinhalt. Abhängig von der erwarteten beziehungsweise vom Hersteller garantierten Lebensdauer sind Speicher mit Kosten unterhalb der genannten Grenzen folglich wirtschaftlich.
Wenn eine Photovoltaikanlagen aus der EEG-Förderung fällt, erwirtschaftet jede zusätzliche kWh selbst ­verbrauchten Solarstroms nicht 13 Cent pro kWh durch das Vorhandensein des Speichers, sondern rund 20 Cent. Zusammen mit der zu erwartenden Preisreduktion werden Speicher dann in einem ganz neuen Licht stehen.

Der Speichermonitoringbericht:www.speichermonitoring.de/ueber-pv-speicher/studien.html

 

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Wed, 15 Aug 2018 09:20:05 +0200
news-26972 Solarstrom und ästhetische Akzeptanz gewinnen https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/solarstrom-und-aesthetische-akzeptanz-gewinnen/ Wissenschaftler der HTWK Leipzig entwickeln ­Design-Solarfassaden  

Im Forschungsprojekt „Solar.shell“ untersuchten Architekten und Wissenschaftler der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (HTWK Leipzig) verschiedene Varianten, wie sich Fassadendesign und Integration von Photovoltaik vereinbaren lassen bei gleichzeitiger Ertragsoptimierung.

Die Ausgangslage: In Deutschland soll bereits ab 2020 der Gebäudestandard „Niedrigst­energiehaus“ für alle Neubauten verbindlich werden, der alternative Ener­gieerzeuger im oder in der Nähe des Gebäudes vorschreibt. Zudem sollen bis 2050 alle Gebäude „klimaneutral“ sein. Daraus ergibt sich ein großes Potenzial für gestalterisch hochwertige gebäudeintegrierte Photovoltaik (BIPV), deren Ertrag durch Ausrichtungsoptimierung noch erhöht werden kann.

Gegenstand des Forschungsvorhabens
Solar.shell beleuchtete Potenziale und Möglichkeiten zur Entwicklung ertragsoptimierter, architektonisch hochwertiger Photovoltaikfassaden (PV-Fassaden). Dabei wurde – entgegen aktuellen Trends – auf Kleinteiligkeit der PV-Module gesetzt. Diese können mit vielfältigen Fassadenmaterialien variabel kombiniert werden und durch eine parametrisch-generativ optimierte Ausrichtung zur Sonne dann maximale Leistungen erbringen. Für die Entwicklung des Elementdesigns wurde im Projekt das parametrisch-generative Entwerfen eingesetzt, welches eine Symbiose zwischen CAD-basierten Modellen, Programmierung und Architektur ist. Hierbei werden 3D-Modelle anhand von Algorithmen und Parametern beschrieben und können so bspw. hinsichtlich gewünschter Eigenschaften optimiert werden.
Die Simulationsalgorithmen geben ein direktes Feedback zum architektonischen Entwurf und erzeugen eine hohe Anzahl von Varianten bei relativ geringem Zeitaufwand. In der Forschung wurde diese Methodik genutzt, um Entwürfe hinsichtlich des solaren Eintrages zu bewerten und diese durch geometrische Anpassung zu steigern.
Dazu wurden zunächst geeignete parametrisch-generative Optimierungsprinzipien ermittelt, Fassadenmaterialien und -systeme sowie PV-Technologien hinsichtlich ihrer Eignung für BIPV untersucht und ihre Kombinierbarkeit bewertet. Als vorteilhaft haben sich u. a. vorgehängte hinterlüftete Fassaden aus Metall, Beton und Kunststoff sowie Verblendschalen aus Mauerziegeln herausgestellt, welche exemplarisch als BIPV-Fassadenentwürfe ausgearbeitet wurden.

Gefaltete Metallfassade
Die Variante einer gefalteten Fassade mit integrierten PV-Lamellen bietet aufgrund ihrer hohen Anpassungsfähigkeit ein potenziell breites Einsatzfeld. Die Fassade besteht aus 3D-gefalteten kassettenartigen Modulen. Im digitalen Entwurfsprozess ist die PV durch Rotation in 2 Achsen beweglich, im konkreten Einsatzszenario wird eine solar optimierte, fixe Ausrichtung bestimmt. Durch die 3D-Faltung ist eine saubere Ecklösung zwischen Elementen unterschiedlicher Ausrichtung umsetzbar. Zur Ertragsmaximierung wurde der Einsatz monokristalliner Hochleistungszellen vorgesehen.

Solarziegelfassade
Ein Solarziegel bietet aufgrund seiner Kleinteiligkeit große Flexibilität zur Steuerung der solaren Erträge. Durch Herausschieben der Mauersteine aus der Fassadenebene entstehen Flächen, die mit kris­talliner oder organischer PV belegt und aktiviert werden können. Je nach Fassadenausrichtung drehen sich die Solarziegel mehr oder weniger weit heraus. Bereits bei einachsiger Ausrichtungsoptimierung können über den Jahresverlauf hohe Erträge erreicht werden. Durch das große Individualisierungspotenzial der Fassade ist eine Eckausbildung ohne Ertragseinschränkungen umsetzbar.

Kiemenstruktur-Fassade
Fassadenhoch aufgefächerte Flächen werden als Kiemenstruktur über Rotation in der vertikalen Achse solar ausgerichtet. Aufgrund der am oberen und unteren Fassadenrand gebogen auslaufenden Kiemen ist der Einsatz flexibler organischer PV sinnvoll. Das Gestaltungsprinzip ist nur bei einseitig westlich oder östlich orientierten Fassaden sinnvoll einzusetzen, kann jedoch zur Steigerung des Potenzials auf die Dachflächen erweitert werden. Als schlanke und frei formbare Fassadenmaterialien kommen z. B. Textilbeton, Bleche oder Kunststoffe infrage.

Variantenvergleich
Es zeigt sich, dass die gefaltete Fassade die eingesetzte PV am effizientesten ausnutzt, die Kiemenvariante dafür aufgrund der größten nutzbaren Fläche maximale Gesamterträge ermöglicht.

Demonstrator
Die Entwurfsvariante „gefaltete Metallfassade“ wurde technisch und kons­truktiv bis zum Demonstrator ausgearbeitet. Dieser zeigt den Fassadenausschnitt einer süd-west-ausgerichteten Gebäudeecke im Maßstab 1:2. Die Fassadenelemente bestehen aus gefalteten Aluminium-Verbundplatten, in die Glas-PV-Folie-Kleinmodule eingesetzt sind. Die Verschmelzung von architektonischer Ästhetik und Ertragsmaximierung durch die beschriebene Entwurfsmethodik sollen daran beispielhaft verdeutlicht werden.

Ein Fazit
Im Projekt wurden die generelle Machbarkeit neuartiger solar optimierter Fassaden in qualitätvoller Gestaltungsvielfalt unter Anwendung parametrisch-generativer Entwurfsmethodiken zur Ertragserhöhung nachgewiesen. Durch optimale Ausrichtung kleinteiliger Photovoltaikmodule kann der Ertrag pro m2 eingesetzter PV-Fläche zwischen 40 % und 55 % gegenüber vertikal installierten Modulen gesteigert werden. So wird es möglich, bereits mit einem geringeren PV-Anteil in der Fassade einen nennenswerten Ertrag zu erzielen. Im Zusammenspiel von Fassadenmaterial und PV-Modul können damit neue architektonisch-gestalterische Lösungen entstehen, wodurch die eingesetzten Fassadenmaterialen erlebbar bleiben. Sollte der maximale solare Ertrag im Fokus stehen, sind, wie bei jedem Entwurf, die Varianten gegeneinander abzuwägen. Die konventionellen PV-Fassadenlösungen haben hinsichtlich der Flächeneffizienz dabei ebenfalls ihre Berechtigung, erlauben jedoch nur eingeschränkten Gestaltungsspielraum.
Solar.shell bietet für Architekten und Fassadenplaner eine mögliche Antwort auf die Frage nach zukünftiger Designvielfalt von PV-Fassaden.

Autoren: Dipl.-Ing. (FH) Adrian Heller, Prof. Frank Hülsmeier, Architekt, Stefan Huth, M.A., ­Architekt, Sarah Knechtges, M. Sc., Dipl.-Ing. (FH) Jana Reise, HTWK Leipzig
Das Projekt wurde mit Mitteln des ­Bundesinstitutes für Bau-, Stadt und ­Raumforschung unter dem Förderkennzeichen SF-SWD-10.08.18.7-15.56 gefördert.

 

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Wed, 15 Aug 2018 09:09:31 +0200
news-26971 „Es fehlt beim Mieterstrom im Markt an Geduld“ https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/es-fehlt-beim-mieterstrom-im-markt-an-geduld/ Interview mit Florian Henle, Mitgründer und Geschäftsführer von Polarstern, zum Thema Mieterstrom  

Im März 2017 legte das Bundeswirtschaftsministerium einen Referentenentwurf für ein Gesetz zur Förderung von Mieterstrom vor („Mieterstromgesetz“). Im Wesentlichen geht es um die Einführung eines Mieterstromzuschlags auf Basis der Einspeisevergütungen nach EEG. Das Mieterstromgesetz wurde schnell als unzureichend kritisiert. Tenor: Hierüber gewinnt der Ausbau von Mieterstrom ­keine Fahrt. Mittlerweile sieht es anders aus: Immer mehr Energieversorger erkennen darin für sich ein großes ­Geschäftspotenzial. IKZ-ENERGY-Redakteur Dittmar Koop sprach mit Florian Henle, dem Mitgründer und Geschäftsführer des Ökoenergieversorgers ­Polarstern über Mieterstrom und Veränderungen in der Energielandschaft.

IKZ-Energy: Herr Henle, das Mieterstromgesetz ist seit einem Jahr da und auch die Mieterstromförderung. Sind Sie zufrieden?
Florian Henle: Die Mieterstromförderung war wichtig, weil sie Schwung in den Markt gebracht hat. Mehr als zuvor wird bei Neubauprojekten und Sanierungen nun über Mieterstrom nachgedacht. Allein durch die Förderung rechnet sich kein Projekt. Daher liegt in meinen Augen der Mehrwert vor allem darin, die Ent-
wicklung dezentraler Energieversorgung zu unterstützen, sodass auch Haushalte davon profitieren, die selbst keine Eigenheimbesitzer sind. Das kann natürlich noch weiter gehen. Im Idealfall wird lokal erzeugte Energie auch mit Haushalten außerhalb des eigenen Gebäudes, sprich quartier­übergreifend geteilt – tatsächlich und nicht nur bilanziell errechnet. Auch besteht beispielsweise sehr viel zusätzliches ­Potenzial in Nichtwohngebäuden. Gerade in den Innenstädten sind viele reine Büro- und Geschäftsgebäude zu ­finden, die derzeit aufgrund der Kriterien aus der Direktförderung rausfallen. Denn nach aktuellem Stand gibt es die Direktförderung nur für Gebäude mit mindestens 40 % Wohnanteil. Dabei haben Büros und Geschäfte einen Strombedarf, der ideal zur Eigenerzeugung von Photovoltaikanlagen passt.
Das beides ist beispielsweise im Rahmen der aktuellen Mieterstromförderung und auch der aktuellen Netzinfrastruktur nicht möglich.

IKZ-Energy: Was muss aus Ihrer Sicht bei der Förderung oder im Gesetz nachjustiert werden?
Florian Henle: Mieterstrom ist ein relativ junger Bereich. Genau in dieser Entwicklungsphase zeigen sich neue Chancen und Herausforderungen oft erst in der Praxis. Diese müssen erkannt und genutzt und so das Mieterstromgesetz nachjustiert werden, etwa hinsichtlich der Auslegung des Kriteriums der räumlichen Nähe, sprich auch Quartiers- und Nachbarschaftslösungen berücksichtigen oder die Pflicht von mindestens 40 % Wohnanteil überdenken, da gerade in den Innenstädten mit den Büro- und Geschäftsgebäuden viel Mieterstrompotenziale zu heben sind.

IKZ-Energy: Polarstern bezeichnet sich als Mieterstrom-Dienstleister und Ökostromversorger. Wie kann man sich diese neue Generation der Stromanbieter vorstellen?
Florian Henle: Das Geschäft geht weg vom reinen Versorger hin zum Dienstleis­ter und Berater. Den 08/15-Kunden gibt es immer weniger. Die Stromversorgung wird individueller. So erzeugen u. a. immer mehr Haushalte einen Teil ihrer ­Energie selbst oder beziehen ihn aus lokaler Erzeugung, Stichwort Mieterstrom. Und durch die Sektorenkopplung sind speziellere Tarife gefragt, etwa für Wärmepumpen oder Elektroautos. Da ist Beratung bei der Energieversorgung der Haushalte und Unternehmen gefragt, um das passende Angebot auszuwählen.
Mit dem Angebot verändert sich auch die Beziehung der Energieversorger zu ihren Kunden, sprich vom Versorger zum Partner. Da ist auch mehr Nähe und Transparenz gefragt. Hier tun sich viele etablierte Energieversorger oft schwer, da damit eine Veränderung in der Unternehmensphilosophie und im Selbstverständnis einhergeht.
Übrigens verändern die neuen Geschäftsfelder auch den Energiemarkt im Sinne der Beziehungen untereinander. Im Zuge von digitalen und dezentralen Prozessen und Angeboten nimmt der Grad der Zusammenarbeit zu. Keiner kann alles selbst machen.

IKZ-Energy: Wie baut Polarstern seine Mieterstrom-Versorgung auf?
Florian Henle: Mieterstrom ist ein Projektgeschäft. Das heißt, die Projekte sind individuell zu betrachten, zu planen und umzusetzen. Prinzipiell haben wir zwei Modelle, das Enabling-Modell und das Contracting-Modell, abhängig davon, wie viele Aufgaben Polarstern als Partner übernimmt. Ob wie beim Enabling die Planung, Beratung und die Mieterstromversorgung im Vordergrund stehen oder auch weitere Aufgaben wie der Betrieb der Anlagen, ggf. auch die Finanzierung und Co. übernommen werden, wie das beim Contracting der Fall ist. Diese beiden Modelle sind als Pole zu verstehen, zwischen denen verschiedene weitere Varianten liegen.

IKZ-Energy: Welchen Stromversorgungs-Anteil kann ein Mieter damit maximal abdecken?
Florian Henle: Mieterstromangebote sind eine Mischung aus selbst vor Ort erzeugtem Strom und Strom aus dem öffentlichen Netz. Wie viel Strom genau aus lokaler Erzeugung kommt, das ist von Fall zu Fall verschieden und hängt u. a. von der Anzahl der Mieter, der Anlagengröße, als auch der gewählten und verknüpften Anlagentechnik ab. In unseren Mieterstromprojekten haben Mieter meist einen Kostenvorteil, verglichen zum örtlichen Grundversorgertarif in Höhe von 10 bis 20 % und in einigen Fällen sogar noch mehr. Das ist vor allem in denjenigen Projekten der Fall, in denen etwa PV-Anlage und Blockheizkraftwerk verknüpft sind und somit noch mehr Strom vor Ort erzeugt und genutzt werden kann. So oder so funktioniert Mieterstrom nur, wenn es sich für alle Beteiligten lohnt, sprich für Immobilienbesitzer, Anlagenbetreiber und Mieter.

IKZ-Energy: Wie sieht das für den Mieter dann im Vergleich zu einem klassischen Stromvertrag aus?
Florian Henle: Der Mieter spürt da keinen Unterschied. Das heißt, die Versorgung ist jederzeit sichergestellt, egal wie viel Strom lokal erzeugt wird. Schließlich kommt der Bedarf, der nicht vor Ort gedeckt werden kann, aus dem öffentlichen Netz. Natürlich spürt der Mieter den Vorteil in Form sinkender Stromkos­ten. Und in einigen Fällen erkennt er auch auf seiner Rechnung einen Unterschied, da auch aufgelistet werden kann, wie viel Strom aus eigener Erzeugung stammt und wie viel aus dem öffentlichen Netz.

IKZ-Energy: Worauf sollten Mieter achten, wenn ihnen ein Mieterstromangebot unterbreitet wird?
Florian Henle: Das ist bei Mieterstrom genauso wie bei klassischen Tarifen – fairer Preis und faire Vertragsbedingungen. Auch ist ein Mieterstromtarif nur dann klimafreundlich, wenn der Reststrom aus dem Netz Ökostrom ist.

IKZ-Energy: Worauf sollten Vermieter achten, wenn ihnen ein Mieterstromangebot unterbreitet wird?
Florian Henle: Es sollte ein individuell auf ihre Bedürfnisse, ihre Gebäudesituation etc. zugeschnittenes Angebot sein sowie ein partnerschaftliches Verhältnis mit dem Dienstleister bestehen. Nur mit einer vertrauensvollen Zusammenarbeit lassen sich die Potenziale im Mieterstrom heben.

IKZ-Energy: Welche Hürden muss Mieterstrom in der Praxis nehmen?
Florian Henle: Das ist wirklich sehr vom einzelnen Projekt abhängig. Angefangen beim Platz für die Anlagentechnik bis hin zur Akquise der Mieter in Bestandsgebäuden können es ganz unterschiedliche Herausforderungen sein. Oft sind es in Bestandsgebäuden „Kleinigkeiten“, wie der Internetanschluss im Keller, ohne den nichts läuft. Man braucht ihn zur Anlagenüberwachung. Ansonsten ist die Zählerinfrastruktur zu beachten. Sie ist aufwendig zu installieren und teuer, sodass eine gewisse Teilnahmequote unter den Mietern wichtig ist, damit diese Fixkos­ten auf möglichst viele Parteien umgelegt werden. Schließlich haben effiziente Prozesse einen großen Einfluss, damit die Mieterstromversorgung in der Praxis rentabel ist.

IKZ-Energy: Welche Entwicklungen beobachten Sie am Markt, seitdem es das Gesetz und die Förderung gibt?
Florian Henle: Positiv ist, dass das Mieterstrominteresse steigt. Negativ ist, dass mit dem Gesetz zu viel erwartet wird. Es fehlt an Geduld. Das soll heißen, bis ein Gesetz dieser Art im Immobilienmarkt greift, braucht es Zeit. Mieterstromprojekte ziehen sich oft über ein Jahr hin, von den ers­ten Gesprächen bis hin zur Realisierung und Versorgung.

IKZ-Energy: Herr Henle, vielen Dank für das Gespräch!

Über Polarstern:
Die Polarstern-Geschäftsführer Florian Henle und Simon Stadler bieten zusammen mit ihrem Team die Produkte „Wirklich Ökostrom“ und „Wirklich Ökogas“ aus jeweils 100 % Erneuerbaren Energien an. Zertifiziert sind Wirklich Ökostrom und Wirklich Ökogas durch den TÜV Nord und das Grüner Strom Label; empfohlen u. a. von der Verbraucherplattform EcoTopTen des Öko-Instituts und der Umweltorganisation Robin Wood. Das Magazin Ökotest benotete Polarsterns Ökostrom 2017 zum fünften Mal in Folge mit „sehr gut“. Das Unternehmen hat 2015 sein ers­tes Mieterstromprojekt realisiert. Weitere folgten.

 

Zur Person:
Florian Henle ist Mitgründer und Geschäftsführer des Ökoenergieversorgers Polarstern. Er war u. a. Finalist der Swiss Economic Award 2008, der wichtigsten Auszeichnung für Jungunternehmer in der Schweiz, sowie EXIST-Stipendiat des Bundeswirtschaftsministeriums für die Forschung auf dem Gebiet des Handels von Erneuerbaren Energien. Studiert hat Henle Europäische Betriebswirtschaftslehre mit Doppel-Diplom in Cambridge und Landshut.

 

 

 

 

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Wed, 15 Aug 2018 08:47:09 +0200
news-26938 Silikonfugen im Duschbereich minimieren https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/silikonfugen-im-duschbereich-minimieren/ Wannen mit Zarge versprechen eine nachhaltige und sichere Badgestaltung – ein Beispiel aus der Praxis  

Mehr Freiraum im Bad und eine möglichst lange Nutzungsdauer der Immobilie ­standen bei der Kernsanierung eines großen Mehrfamilienhauses in Stuttgart im Mittelpunkt. In den Bädern kamen glasierte Stahlduschwannen mit Zarge vom Delbrücker Badspezialisten Bette zum Einsatz. Sie sorgen für zuverlässige Dichtigkeit und minimieren den Einsatz von Silikonfugen im Duschbereich.

Bedingt durch die Wohnungsnot in den Nachkriegsjahren entstanden auch in Stuttgart Anfang der 1950er-Jahre mehrere große Wohnungsbauvorhaben, wie das in der Mittenfeldstraße in Stutt­gart-Giebel. Die Z-förmig angelegten Gebäudekomplexe wurden zwischen 1953 und 1965 erbaut. Die Häuser sind alle Bestandsgebäude der Bau- und Heimstättenverein Stuttgart eG. Eine der fünf Wohnanlagen, die Nummer 120-128, mit 72 Wohneinheiten wurde 2017/2018 kernsaniert. Auch die Bäder stammten zum Großteil noch aus der Nachkriegszeit und waren dementsprechend in die Jahre gekommen.

Duschwannen sorgen für Platzgewinn in den Bädern
Bisher waren in allen nicht modernisierten Bestandswohnungen Badewannen eingebaut. Den ohnehin schon sehr kleinen Bädern ging dadurch nochmals Platz verloren. Doch nach dem Krieg waren Duschen im sozialen Wohnungsbau unüblich. Zudem hatten Badewannen damals für die Mieter wesentliche Vorteile, denn sie waren vielfältiger nutzbar: Es konnte darin gebadet, geduscht und Wäsche gewaschen werden. Heute geht der Trend zur Dusche. Auch bei diesem Objekt. „Nach der Renovierung wird das Verhältnis zwischen Wanne und Dusche ungefähr bei einem Drittel zu zwei Dritteln liegen“, sagt Thomas Hahn vom Bau- und Heimstättenverein Stuttgart eG. „Während der Sanierung erfolgte auch eine Grundrissänderung. Wir haben WC und Bad zusammengelegt, sodass den Mietern mehr Bewegungsfreiheit und ein zeitgemäßer Badgrundriss zur Verfügung steht“, so Bauleiter Roland Kern vom ausführenden Ludwigsburger Ingenieurbüro Fisch.

Silikonfugen im Bad sind wartungsbedürftig
„Auch wenn die Nutzungsdauer unserer Wohnungen deutlich über dem Durchschnitt liegt, stehen natürlich auch bei unseren Immobilien Langlebigkeit, geringer Wartungsaufwand und hoher Investitionsschutz im Mittelpunkt“, sagt Thomas Hahn. Das gilt besonders für das Bad, denn Silikonfugen sind häufig mit größerem Aufwand verbunden: Da Silikonfugen nach DIN 52460 Wartungsfugen sind, müssen sie in regelmäßigen Abständen geprüft und erneuert werden. Doch nicht jeder Mieter achtet im Bad darauf, ob die Silikonfugen noch in Ordnung oder schon vergammelt und undicht sind. Für den Vermieter oder Bauherren ist die regelmäßige Wartung der Silikonfugen deswegen ein großer Aufwand: finanziell und zeitlich.
In den Bädern der Mittenfeldstraße 120-128 fiel die Wahl deshalb auf Duschwannen mit Zarge. Ihr Vorteil: Ein aufgekanteter Duschwannenrand aus glasiertem Titan-Stahl ersetzt hier die Silikonfuge zwischen Wannenrand und Wand. Die 35 mm hohe Zarge wird beim Einbau vom Fliesenleger ebenfalls über­fliest, das Ergebnis spricht auch optisch für sich.
„Das Dichtvlies und das schallentkoppelnde Band sind bereits vormontiert, das erleichtert unseren Installateuren den Einbauprozess und sorgt auf der Baustelle für Zeitersparnis“, erklärt Martin Weinbuch, Geschäftsführer der Heinrich Weinbuch GmbH in Süßen. Bette und die Firma Weinbuch arbeiten seit knapp 30 Jahren zusammen und haben schon mehrere Großprojekte gemeinsam realisiert.

Einsatz amortisiert sich schnell
„Sicherlich ist das Produkt im ersten Moment teurer, aber es muss als eine langfris­tige Investition angesehen werden. Wenn in so großen Wohnkomplexen in regelmäßigen Abständen die Silikonfugen erneuert werden müssen, summiert sich das auch mit der Zeit. Spätestens nach dem dritten Erneuern der Fugen hat sich der Einbau der BetteZarge dann amortisiert“, sagt Bauherr Thomas Hahn.
Für den Einsatz der Bette Produkte sprechen für Armin Warth, den betreuenden Außendienstmitarbeiter des Delbrücker Unternehmens, noch weitere Faktoren: „Bette unterstützt beispielsweise Bauherren und Architekten während der Planungsphase mit einer Musterlieferung, die vorab durchgeführt wird, um einen realistischen Aufbau für alle Beteiligten im Objekt darzustellen“. Auch das Aufmaß und die Bestellung der Wannen werde von Bette übernommen: vor Ort beim Fachplaner und beim Installateur. Im Anschluss findet anhand der Pläne eine genaue Zargenauswahl statt. „Was aber für die Installation mit am wichtigsten ist, ist die präzise und konstante Abstimmung zwischen Installateur und Fliesenleger während des gesamten Bauprozesses“, so Warth.
Den Einbau der „BetteZarge“ sehen  sie auf der linken Seite.

Bilder: Bette
www.bette.de

 

Informativer Videoclip
Tipp: Ein knapp vierminütiger Videoclip dokumentiert die einzelnen Einbauschritte der „BetteZarge“ in dem Stuttgarter Mehrfamilienhaus. Er wurde während der Renovierungsarbeiten gedreht und richtet sich speziell an SHK-Handwerker. Direktlink: youtu.be/kY2ky09yNXA

 

 

 

 

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Wed, 15 Aug 2018 08:41:00 +0200
news-26970 „Man sollte nicht auf eine einzige Lösung setzen“ https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/man-sollte-nicht-auf-eine-einzige-loesung-setzen/ Die E-Mobilität ist auch bei Nutzfahrzeugen angekommen  

Neben Tesla mit dem E-Truck haben eine ganze Reihe weiterer Hersteller elektrisch angetriebene Zugmaschinen angekündigt oder testen diese bereits, darunter MAN, Volvo oder Daimler. Aber es gibt noch viele Unsicherheiten – etwa ob die Batterie, die Brennstoffzelle oder doch die Oberleitung die geeignetste Stromquelle ist. In IKZ-Energy äußert sich zu diesem Thema Professor Eric Sax vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT).

Ist der E-Lkw überhaupt eine gute Idee? „Auf jeden Fall“, meint Eric Sax, Leiter des Instituts für Technik der Informationsverarbeitung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT). „Dabei sollte man aber nicht auf eine einzige Lösung setzen, sondern für jede Anwendung individuelle Antworten geben.“
Die Bandbreite im Lastverkehr erstreckt sich von Kurierdiensten, die vornehmlich mit 3,5-t-Transportern unterwegs sind und verhältnismäßig kurze Strecken zurücklegen über 40-t-Sattelschlepper im Fernverkehr bis zu Monster-Maschinen wie Minenfahrzeuge.
Die Bandbreite bezieht sich aber auch auf die Nutzweise. Sax nennt ein Beispiel, um das Bewusstsein für individuelle Lösungen zu schärfen: „Bei Zusteller-Fahrzeugen oder auch der Müllabfuhr, die ständig stoppen und wieder anfahren, gibt es beispielsweise ein gewaltiges Potenzial für Energierückgewinnung aus dem Bremsvorgang.“ Zusätzlich führen solche Fahrzeuge in der Regel abends zurück ins Depot, wo sie aufgeladen werden könnten.

Hybride werden im Lieferverkehr kommen
Beim Lieferverkehr für den Einzelhandel, der vornehmlich mit mittelschweren Lkws von 18 bis 20 t abgewickelt werde, böten sich laut Sax Hybridfahrzeuge an. „Wegen der geringen Lagerkapazitäten in den Märkten werden diese im Schnitt dreimal am Tag beliefert. Das bedeutet jedes Mal 20 km rein in die Stadt, wo vielleicht 10 km gefahren werden, und dann wieder 20 km raus aus der Stadt. Hier könnte innerstädtisch im Batteriebetrieb gefahren werden, meint er. „Das wird spätestens passieren, wenn die Diesel-Fahrverbote kommen.“ Die Mehrkosten in der Anschaffung amortisierten sich hier binnen 4-6 Jahren. Denn kleinere Verbrennungsmotoren reichten aus, was Gewicht und Sprit spare, speziell beim Einsatz eines seriellen Hybriden.

Skepsis bei Oberleitungen
Wenn Laster stets die gleiche Strecke in einem Pendelverkehr führen wie in Kieswerken, Steinbrüchen oder Bergwerken, also zu einer zentralen Stelle wie einem Terminal oder Hafen, könne man über Oberleitungen nachdenken, sagt Sax. Allerdings gebe es hier noch zahlreiche ungelöste Probleme, wie den im Gegensatz zum Zugverkehr unregelmäßigen Verschleiß der Stromabnehmer und deren großen Platzbedarf, der Ladefläche koste.

Brennstoffzelle für Schwerverkehr
Im Fern- und Schwerlastverkehr hält Sax die Brennstoffzelle für die vielversprechendste Variante. Hier sei es schon aus Umweltgründen unerlässlich, vom Diesel wegzukommen. „Alle Effizienzgewinne der vergangenen 30 Jahre wurden von der Gewichtszunahme der Fahrzeuge und der Zunahme des Verkehrs insgesamt aufgefressen“, so Sax. Außerdem werde der Lastverkehr auf der Straße künftig weiter zunehmen. „Selbst wenn es gelänge, das Volumen des Güterverkehrs auf der Schiene zu verdoppeln, hätten wir nur 8 % weniger Verkehr auf der Straße.“ Las­ter mit Batterie hält der Experte dabei für keine gute Lösung: „Bei einem 40-Tonner würden wir 10 t Batterie durch die Gegend fahren.“

Verkannter Kandidat
„Vielleicht ist hier doch die Brennstoffzelle der Stein der Weisen“, sagt Sax. Diese sei noch zu wenig erforscht. „Wir wissen, wie lange ein Dieselmotor und ein Kraftstofftank halten – nämlich sozusagen ewig –, über die Lebensdauer der Brennstoffzelle in unterschiedlichen Einsatzszenarien wissen wir im Vergleich dazu fast nichts.“
Sax plädiert für eine Offenheit zur Vielfalt möglicher Mobilitätslösungen. „Jetzt müssen wir vor allem praktische Erfahrungen sammeln, und das heißt raus auf die Straße“, fordert er. Auch mache es wenig Sinn, die Wirtschaft wegen des Lastverkehrs zu verteufeln. „Stattdessen müssen wir praktikable Lösungen anbieten. Schließlich wollen wir alle jeden Tag frisches Obst im Supermarkt kaufen.“

Autor: Dittmar Koop, Fachjournalist

 

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Wed, 15 Aug 2018 08:40:45 +0200
news-26969 Microgrids: Kleines Netz noch ins große eingefügt https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/microgrids-kleines-netz-noch-ins-grosse-eingefuegt/ Dezentrale Stromversorgungskonzepte gewinnen an Fahrt, sind aber nicht autark  

Die Erneuerbaren treiben weltweit die Entwicklung dezentraler Energiekonzepte an. Zum Beispiel über Microgrids. Auch in ­Deutschland gibt es immer mehr davon. Etwa in Wildpoldsried, Landau und Berlin. Wir werfen einen Blick auf sehr unterschiedliche Pilotprojekte.

Erneuerbare Energien und die Digitalisierung sorgen in Deutschland dafür, dass sich die Energielandschaft grundlegend verändert, die Energiequellen vielfältiger werden, die Versorgung dezentraler und flexibler wird. Netzunterstützende Systeme oder solche, die als Sicherheit für einen Stromausfall dienen, bezeichnen Fachleute als Connected Microgrids oder Smart ­Grids. Diese dezentralen Zwergnetze sind ans übergeordnete Hauptstromnetz angeschlossen, können aber teilweise autark als Teilnetz betrieben werden. Die Technik ist etwas aufwendiger: Zusätzlich zu den Erzeugungsanlagen ist ein Gerätepark nötig für Netzzustandsberechnungen, Echtzeitprognosen, für Datenmanagement, die Steuerung und um Energieflüsse zu monitoren.

Beispiel Wildpoldsried
Wo kann das in Deutschland eine sinnvolle Lösung sein? Das bayerische Wildpoldsried wurde vor vier Jahren selbst zum Kraftwerk. Dafür sorgen Windkraft und Solaranlagen in der 2600-Einwohner-Gemeinde, die mehr Strom produziert als sie selbst verbraucht. Ein Konsortium aus Hochschulen, dem IT-Spezialisten ID.KOM, den Allgäuer Überlandwerken und Siemens entwickelte dort ein Smart Microgrid. Das Wildpoldsrieder System ist im Normalfall mit der übergeordneten Spannungsebene verbunden. Im Laufe des Projekts wurden neue Regelungssysteme getestet, massenweise Messdaten erfasst, um die Vorhersagequalität für die Stromversorgung innerhalb des Grids zu verbessern. Als Forschungsprojekt gestartet, läuft das Microgrid heute stabil.

Topologisches Kraftwerk
Das Allgäu scheint vom Grid-Fieber erfasst zu sein. Siemens errichtete einen topologischen Kraftwerksdemonstrator für die Region, an den etwa 100 Ortsnetzstationen angeschlossen sind. Alle ­Microgrids zusammen verhalten sich mithilfe einer Automatisierung am Knotenpunkt zum überlagerten Netz wie ein klassisches Kraftwerk. „Das nennen wir topologisches Kraftwerk“, erklärt Projektleiter Michael Metzger. Topologie meint ein in der Fläche verteiltes Kraftwerk mit steuerbaren Elementen, die Strom erzeugen und speichern. „Unser Demonstrator hat gezeigt: Unser topologisches Kraftwerk kann sich an der Regelung und Steuerung der Netze beteiligen.“ Eine Funktion, die heute Großkraftwerke einnehmen. Ein wichtiges Ergebnis, denn: Die Erneuerbaren verdrängen die konventionelle Erzeugung aus dem Strommarkt. Das heißt im Umkehrschluss, dass sie sich am Stabilhalten des Systems beteiligen müssen. Das topologische Kraftwerk könne das gewährleis­ten. „Und das ist relevant für Deutschland“, meint Metzger.

Idee vom Nachbarschaftsstrom
Ortswechsel. Knapp 300 km nordwestlich von Wildpoldsried liegt Landau. Dort werden Ökostromnutzer derzeit gleichzeitig zu Erzeugern. Das Schlagwort hierfür heißt Nachbarschaftsstrom. Die Idee ist, dass Nachbarn untereinander Photovoltaik-(PV)-Strom kaufen und verkaufen. Auch das ist eine Form von Microgrid.
Das Landauer Wohngebiet Lazarettgarten bietet die Möglichkeit, so etwas im kleinen Maßstab auszuprobieren. Denn es ist ein in sich geschlossenes Arealnetzwerk: Ein öffentliches Netzwerk, in das eine Leitung der Stadtwerke hineingeht und sich drinnen in ein eigenständiges Netzwerk verzweigt. An der Eingangsstelle lässt sich messen, was hinein und was rausgeht.
In ihrer Machbarkeitsstudie statteten Wissenschaftler des Karlsruher Institut für Technologie (KIT) 20 Haushalte mit Smart Metern aus. „So erfassen wir Daten und Informationen, die sowohl dem Verbraucher als auch dem Erzeuger sagen, wie viel er gerade aus dem Netz beziehen oder einspeisen kann“, schildert Christof Weinhardt vom KIT, der die Studie leitet.
Im nächsten Schritt braucht es Vorhersagen: Was kann ich in einer viertel Stunde, in einer Stunde oder morgen einspeisen oder abnehmen. „Wenn man diese Angaben hat, kann man in einem solchen lokalen Markt dynamische Preise ermitteln, je nachdem, wie knapp der Strom jeweils ist“, sagt Weinhardt.
Sein Forscherteam installiert dazu einen digitalen Marktplatz und untersucht, ob eine Blockchain als Technik dafür geeignet ist: „Weil eine Blockchain in der Lage ist, zu koordinieren, ohne einen zentralen Bestimmer“, begründet er. Eine Börse ohne Chef, bei der alle gleichberechtigt sind. Das ist das eine. Das andere ist: „Rechentechnisch kann eine Blockchain einen ziemlich großen Aufwand bedeuten und wir wollen untersuchen, ob und wenn ja, wie das zusammenpasst“, sagt Weinhardt.

Nullemissionswelt in Berlin
Ein weiteres Schaufenster für ­Microgrids in Deutschland bietet der EUREF-Campus in Berlin. Auf dem Areal eines stillgelegten Gasspeichers in Schöneberg arbeiten Wissenschaft und Wirtschaft in einem Pilotprojekt zusammen. Reinhard Müller ist Eigentümer des Geländes. Er ist Architekt und hat dort investiert, um das erste CO2-freie Stadtquartier Europas zu bauen, eine Nullemissionswelt.
Die Berliner erzeugen auf dem Gelände Energie aus Wind, Sonne und Biogas, speichern sie und schieben sie zudem direkt in die Ladesäulen für die Elektrofahrzeuge. Aktuell sind über 40 Ladesäulen für Elektromobile angeschlossen. Projektpartner Schneider Electric verknüpft Erzeuger und Verbraucher über ein digitalisiertes Stromnetz und macht dadurch Energieflüsse im Verteilnetz sichtbar. „Wir wollen zeigen, wie das auch im lltag funktionieren kann“, sagt Kristina Bognar, Leiterin im Smart Grid Team von Schneider Electric.
Auf dem Areal stehen beispielsweise PV-Anlagen mit 102 Kilowatt Peak (kWp) installierter Leistung. Außerdem gibt es sechs 1-kW-Windkraftanlagen. Es sind Vertikaldreher, die alle Windrichtungen und Turbulenzen nutzen, die in einer Stadt entstehen. Eine Bleisäure-Batterie hängt direkt an der PV-Anlage und eine Lithiumionenbatterie im Microgrid unterstützt die Systemstabilität. Wetterprognosen ermöglichen, die Verfügbarkeit von Sonne und Wind vorausschauend abzuschätzen.
Im nächsten Schritt soll das Microgrid auf das gesamte Areal ausgedehnt werden. Auch die thermischen Energieflüsse, Wärme und Kälte also, sollen im Smart-Grid eingebunden werden. In einem weiteren Projekt soll Windstrom aus der Region Nordostdeutschland importiert werden. Wenn dort zu viel Wind weht, soll der Campus als Energiesenke dienen. Der Überschuss-Strom soll mit Power-to-­Heat und Power-to-Cool-Anlagen in Wärme und Kälte umgewandelt werden. Letztendlich sollen die 100 Firmen mit rund 3000 Mitarbeitern auf dem Campus über dieses Microgrid versorgt werden. „Wir werden trotzdem noch Strom aus dem übergeordneten Netz beziehen. Das Ziel ist nicht Autarkie“, merkt Bognar an.

Fazit: Microgrids kommen
Noch sind Microgrids Einzelfälle hierzulande. Fest steht aber: Das Stromnetz der Zukunft wird kleinteiliger, flexibler, ökostromiger, digitaler. Verbraucher werden gleichzeitig zu Erzeugern, „Prosumer“ ist ein Stichwort. Und sicherlich spielen Microgrids darin eine bedeutende Rolle. Die 100-prozentige Eigenversorgung will allerdings keines der genannten Grids erreichen. Es geht darum, die Stromversorgung zu optimieren, siehe Interview.

Autorin: Kathleen Spilok, freie ­Wissenschaftsjournalistin

 

„Microgrid ja, aber ganz Off-Grid ist teuer“
Welche Rolle spielen Microgrids? Drei Fragen an Armin Schnettler. Er leitet das Institut für Hochspannungstechnik an der RWTH Aachen und die Konzernforschung Energie und Elektronik bei Siemens.

IKZ Energy: Sind Microgrids eine Alternative zum Netzausbau?
Armin Schnettler: Wenn wir nur die dezentralen Netze betrachten, ja. Ich kann zum Beispiel mit Batteriespeichern, ­Power-to-Heat, dezentraler Wasserstoffbereitstellung oder Elektroautos ein System zusammenbauen. Wenn ich das einigermaßen managen kann, vermeidet das den Netzausbau. Aber mit sehr hohem Aufwand. Andererseits: Wenn wir in Deutschland über Netzausbau reden, sprechen wir über die großen Stromautobahnen von Nord nach Süd oder von West nach Ost. Das wird durch Microgrids kaum beeinflusst. Wir haben sehr viel Offshore-Wind, den wir brauchen, und dafür benötigen wir Stromtransite über weite Strecken. Insbesondere, wenn wir die Erneuerbaren auf über 90 % steigern wollen.

IKZ Energy: Was können Microgrids leisten?
Armin Schnettler: Wenn man heute über Microgrid oder auch Smart Grid spricht, meint man das Zusammenspiel dezentraler Erzeugungseinheiten mit dem Verbrauch. Man versucht, auf niedrigster Netzebene Energiebereitstellung und Energiebedarf zur Deckung zu bringen. Wenn ich nicht genügend Strom erzeuge, ist immer noch der Netzanschluss vorhanden. Haben Sie den Netzanschluss, werden darüber Frequenz und Spannung vorgegeben. PV-Anlagen und Leis­tungselektronik orientieren sich daran und können dann gut funktionieren. Um einiges schwieriger und teurer wird es, wenn ich mich abkoppele und das System Off-Grid betreibe.

IKZ Energy: Welche Fragen sind offen?
Armin Schnettler: In den jetzigen Forschungsprojekten machen wir uns beispielsweise Gedanken was passiert, wenn wir einen Blackout haben oder eine Großstörung. Kann ich mit vielen kleinen, dezentralen Microgrids sukzessive das große Netz wieder zusammenbauen? Das ist Forschung. Und: Kann ich Energie über Blockchain als Plattform sicher handeln? Trotz all der Forschungsfragen, auf die ich mich freue, gibt es eine Sache, die mir Sorgen macht: Die Cyber-Security. Die müssen wir ­sicherstellen.

Die Fragen stellte Kathleen Spilok

 

 

 

 

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Wed, 15 Aug 2018 08:28:39 +0200
news-26968 „Wärmenetze bieten große Chancen“ https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/waermenetze-bieten-grosse-chancen/ Nah- und Fernwärmenetze erleben einen Boom im Namen der Energiewende – doch sind sie gut? Interview mit KEA-Chef Helmut Böhnisch  

Helmut Böhnisch ist Leiter des Kompetenzzentrums Wärmenetze der KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg. Im Interview mit IKZ-Energy berichtet er über die technischen Fortschritte bei Wärmenetzen.

IKZ-Energy: Herr Böhnisch, wie hat sich der Markt für Wärmenetze entwickelt?
Helmut Böhnisch: In Deutschland steigt die Zahl der Haushalte, die Heizwärme und Warmwasser über ein Wärmenetz beziehen. Jedes Jahr kommen rund 75 000 Haushalte hinzu, insgesamt sind es bereits 5,7 Mio. Der Anteil der Nah- und Fernwärme am Endenergieverbrauch der deutschen Haushalte liegt derzeit bei knapp 14 %.

IKZ-Energy: Wie können wir diese ­Zahlen einordnen?
Helmut Böhnisch: Für eine erfolgreiche Wärmewende sind die genannten Steigerungsraten und die aktuellen Anteile der Nah- und Fernwärme leider viel zu gering. Außerdem kommt der weitaus größte Anteil der Wärme aus den großen städtischen Heizkraftwerken, die immer noch Kohle verfeuern.

IKZ-Energy: Kritiker des Nah- oder Fernwärmenetzausbaus bemängeln u. a. die Energieverluste, die bei der Übertragung stattfinden – und sprechen süffisant von „Bürgersteigheizungen“...
Helmut Böhnisch: Alte Wärmenetze weisen häufig Verluste von 30 bis 40 % auf. Bei neuen reduziert sich das auf weniger als 15 %. Wesentliche Voraussetzungen für effiziente Wärmenetze sind die Bau- und Betriebsweise und die Optimierung des Gesamtsystems. Außerdem ist ein möglichst schneller Umstieg auf Erneuerbare Energien und Abwärme notwendig. Die riesigen, bislang ungenutzten Mengen an Abwärme in Industrie und Gewerbe und beim Abwasser können fast nur mithilfe von Wärmenetzen genutzt werden. Das steigert die Effizienz insgesamt deutlich.

IKZ-Energy: Die KEA hat kürzlich auf Effizienzsteigerungen durch den Einsatz verbesserter Komponenten hingewiesen. Was hat sich da konkret getan?
Helmut Böhnisch: Die technischen Fortschritte in den vergangenen Jahren sind beachtlich. So bieten Hersteller beispielsweise dreifach gedämmte Stahl-Doppelrohre an. Mit ihnen lassen sich die Wärmeverluste gegenüber der Standarddämmung auf die Hälfte reduzieren. Die daraus ­resultierenden Ener­gie- und Kos­teneinsparungen sind erheblich, da Wärmenetze aus Stahlrohren eine Lebensdauer von 40 bis 50 Jahren aufweisen.
Hinzu kommt eine verbesserte Auslegung der einzelnen Netzstränge. So weit wie möglich abgesenkte mittlere Betriebstemperaturen reduzieren die Verluste zusätzlich und erhöhen die Effizienz bei der Nutzung Erneuerbarer Energien. Auch in der Steuerungs- und Regelungstechnik geht es voran. Wärmenetze mit mehreren Einspeisepunkten oder mit dezentralen Pufferspeichern ließen sich bislang aus hydraulischen Gründen schwierig betreiben. Eine moderne Regelung schafft hier inzwischen Abhilfe. Das erleichtert den Zusammenschluss kleinerer Teilnetze.

IKZ-Energy: Welche Rolle spielen dabei die Erneuerbaren Energien?
Helmut Böhnisch: Die Einbindung Erneuerbarer Energien wie etwa große solarthermische Anlagen rückt immer mehr in den Fokus. Das Ergebnis einer Studie von SolnetBW (Solare Wärmenetze Baden-Württemberg) aus dem Jahr 2015 war, dass Wärmenetze in Baden-Württemberg bis zu einem Anteil von 15 % kosten­günstig mit Sonnenenergie versorgt und damit noch umweltfreundlicher werden könnten. Die Solarthermieanlagen haben Wärmegestehungskosten von drei bis fünf Ct pro kWh. Vor allem in Dänemark sind inzwischen zahlreiche Großanlagen installiert; dort ist die dezentrale Einspeisung durch Solarenergie innerhalb Europas am weitesten fortgeschritten.

IKZ-Energy: Dänemark ist nicht gerade bekannt als Land mit hoher Solarstrahlung...
Helmut Böhnisch: Ja. Dennoch ist Dänemark europaweit führend beim Ausbau von Wärmenetzen und der Einbindung Erneuerbarer Energien wie der Solarthermie. Dieser Weg ist hierzulande immer noch vielfach unbekannt, auch unter Energiefachleuten. Inzwischen gibt es rund 450 Wärmenetze in ganz Dänemark, 100 davon sind solar unterstützt.
Die Kommune Dronninglund mit 1350 Einwohnern etwa besitzt ein Wärmenetz, das nahezu den gesamten Ort versorgt. Die benötigte Wärme liefert eine große solarthermische Anlage mit einer Fläche von 37 600 m2. Überschüssige Energie speichert ein saisonaler Wärmespeicher mit 60 000 m3 Fassungsvermögen. Hinzu kommen eine große Grundwasser-Wärmepumpe mit 2,1 MW Leistung, ein Erdgas-Blockheizkraftwerk sowie Gaskessel. So etwas ist bei uns auch möglich: Vor allem in Süddeutschland liegt die Sonneneinstrahlung um 15 % höher als in Dänemark. Die im Freiland installierten Solarthermie-Anlagen benötigen jedoch viel Fläche.

IKZ-Energy: Ja, das meinten wir: Wenn pro m2 relativ wenig Wärme gewonnen werden kann, bedarf es viel Fläche...
Helmut Böhnisch: Die Verfügbarkeit von Flächen ist bei uns tatsächlich ein Hemmnis, wie erste Erfahrungen in Baden-Württemberg zeigen. Dieses Thema muss ganz grundsätzlich geklärt werden. Dabei ist der zukünftige Stellenwert einer CO2-freien Wärmeerzeugung zu berücksichtigen. Es wird auch notwendig sein, das Planungs- und Raumordnungsrecht in diesem Zusammenhang weiterzuentwickeln.
IKZ-Energy: Welche Beispiele für Wärmenetze auf Solarbasis gibt es hierzulande?
Helmut Böhnisch: Wie sich große solarthermische Anlagen erfolgreich integrieren lassen, zeigt das Bioenergiedorf Hallerndorf nördlich von Nürnberg. Durch den Einsatz von Pellets und Solarthermie wird die Wärme zu 100 % regenerativ erzeugt. Solche Projekte funktionieren jedoch nur dann optimal, wenn beim Wärmenetz und bei der Anlagentechnik auf alle Stellschrauben geachtet wurde.

IKZ-Energy: Was wäre so eine Stellschraube?
Helmut Böhnisch: Die Hochschule München hat in Kooperation mit den Stadtwerken München bis 2016 ein Forschungsprojekt durchgeführt, bei dem die Rücklauftemperatur von Hausstationen in Mehrfamilienhäusern deutlich reduziert werden konnte. Gleichzeitig wurden Anlagen zur Trinkwarmwasserbereitung in Mehrfamilienhäusern optimiert. Die neu entwickelten Anlagen erreichen trotz Zirkulation Rücklauftemperaturen zwischen 16 und 30 °C. Bislang waren 50 bis 60 °C üblich.

IKZ-Energy: Ist die Investition in Wärmenetze nicht recht teuer?
Helmut Böhnisch: Umsonst ist es nicht, da es sich bei Wärmenetzen um eine Infrastruktur mit hohen Kapitalkosten handelt. Sie zahlen sich jedoch mittel- bis langfris­tig aus und bieten eine hohe Betriebssicherheit. Die staatliche Förderung erleichtert die Finanzierung von Wärmenetzen enorm: Der Bund bietet Investitionskos­tenzuschüsse, zinsgünstige Darlehen der KfW-Bank und Tilgungszuschüsse an. Auch die Länder haben Förderprogramme. Baden-Württemberg etwa unterstützt den Ausbau der Wärmenetzinfrastruktur mit insgesamt 8,8 Mio. Euro. Geld für besonders innovative Modellprojekte schreibt seit Juli 2017 das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) aus. Im Programm Wärmenetze gewährt die Behörde für ausgewählte Vorhaben bis zu 15 Mio. Euro.

IKZ-Energy: Warum sollten Städte und Gemeinden den Auf- oder Ausbau von Wärmenetzen vorantreiben?
Helmut Böhnisch: Kommunen erhöhen mit Wärmenetzen ihre Versorgungssicherheit und halten die Wertschöpfung im Ort. Für Stadtwerke und Genossenschaften sind die langjährigen Verträge mit den Kunden interessant. Und Gebäudeeigentümer, die an ein Wärmenetz angeschlossen sind, müssen sich nicht um ihre Heizungsanlage kümmern. Auch sind sie weniger abhängig von Preissteigerungen bei fossilen Energieträgern. In aller Regel zahlen sie geringere Wärmepreise als bei dezentraler Versorgung.
Moderne Wärmenetze treiben außerdem den Klimaschutz voran: Deutschland steht vor der Herausforderung, bis 2050 den Gebäudebestand nahezu klimaneutral mit Energie zu versorgen. Das heißt, bis Mitte des Jahrhunderts müssen fossiles Heizöl und Erdgas aus der Wärmeversorgung weitgehend verschwunden sein.

IKZ-Energy: Herr Böhnisch, vielen Dank für das Gespräch!

 

 

Zur Person:
Helmut Böhnisch, Dipl.-Ing. Fachrichtung Elektrotechnik, ist Leiter des Kompetenz­zentrums Wärmenetze der KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg. Kontakt: 0721 984 71-13, helmut.boehnisch@kea-bw.de

 

 

 

 

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Wed, 15 Aug 2018 08:19:00 +0200
news-26967 Abstandsflächen bei der Aufstellung von Luft-Wärmepumpen https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/abstandsflaechen-bei-der-aufstellung-von-luft-waermepumpen/ OLG München sagt „Nein“ zum Rückbau einer Wärmepumpe  

Neubaugrundstücke werden immer kleiner, doch auch im Altbau stellt sich die Frage: Wo baue ich Luft-­Wärmepumpen rechtlich ­sauber hin? Das OLG hat jetzt ein interessantes Urteil zum Thema Grenzabstand gefällt und ein vorinstanzliches Urteil aufgehoben. Grund, daraus Allgemeingültigkeit abzuleiten, liefert es aber nicht. Dazu ein Beitrag für IKZ-Energy von Alexander Sperr.

Die Ausgangssituation: Ein Nachbar hatte auf Beseitigung einer Wärmepumpe geklagt, die nicht den Grenzabstand von 3 m einhält, sondern innerhalb dieser Zone in eine Hütte eingebaut ist. In der ersten­ Ins­tanz verurteilte das Landgericht ­Traunstein den Beklagten auf die ­Entfernung der Wärmepumpe und stützte sich dabei auf das Urteil des OLG ­Nürnberg aus dem Jahr 2017.

Die Begründung für die Urteilswende
Dessen Begründung war, dass durch die Wärmepumpe aufgrund der erzeugten Geräusche eine „gebäudeähnliche Wirkung“ ausgehe. Da es sich bei einer Wärmepumpe nicht um ein privilegiertes Gebäude handelt, dürfe sie nicht innerhalb der Abstandsfläche aufgestellt werden. Das OLG München, bei dem die Berufung verhandelt wurde, entschied allerdings gegen den Beseitigungsanspruch des Klägers und stützte sich im Wesentlichen darauf, dass die Luft-Wärmepumpe eingehaust ist.
Damit befindet sich diese zwar innerhalb der freizuhaltenden Abstandsfläche, die Holzhütte, in welcher sich die Wärmepumpe befindet, ist allerdings aufgrund ihrer Größe privilegiert und muss daher die Abstandsfläche nicht einhalten. Ob es möglicherweise einen Anspruch auf Nicht- oder schallreduzierten Betrieb während der Nacht gegeben hat, war nicht Gegenstand der Entscheidung, da der Kläger die vollständige Beseitigung der Luftwärmepumpe beantragt hatte.

Vorsicht vor Euphorie
Für die Wärmepumpenbranche stellt sich natürlich die Frage, was von diesem Urteil zu halten ist. Spontan geht die Tendenz zunächst dahin, das Urteil positiv zu bewerten, denn es bedeutet ja einen Erfolg, wenn die Wärmepumpe bleiben darf. Möglicherweise greift diese Annahme jedoch zu kurz, denn es lässt sich aus dem Urteil nicht das Recht ableiten, Wärmepumpen grundsätzlich innerhalb der Abstandsfläche aufstellen zu dürfen. Selbst bei der Aufstellung in einer Einhausung bleibt die Sachlage unsicher.
Hinzu kommt, dass die Oberlandesgerichte in Nürnberg und München auf Grundlage der Bayerischen Landesbauordnung entschieden haben. In anderen Bundesländern kann die Situation eine andere sein. Im Grunde trägt das Urteil leider nicht zu einer Vereinfachung, sondern eher zur Verunsicherung bei, denn aus ihm geht hervor, dass der ursprüngliche gesetzlich vorgegebene Grenzabstand nun doch nicht eingehalten werden müsste, sofern der Bau einer Hütte eingeplant ist. Selbst diese Gegebenheit wird jedoch eine mögliche Klage des Nachbarn nicht ausschließen, wenn er sich (meist durch eine eventuell erhöhte Schallemission) von der Anlage wirklich gestört fühlt. In der Tat werden Wärmepumpen, die nicht direkt sichtbar sind, tatsächlich seltener als störend empfunden.

Was zu tun ist: Alles nach TA Lärm
Was sollte nun bei der Aufstellung von Luft/Wasser-Wärmepumpen im Freien beachtet werden, um möglichst keine Probleme mit der Nachbarschaft zu bekommen? Generell ist bei Luft-Wärmepumpen die TA Lärm (Technische Anleitung zum Schutz gegen Lärm) einzuhalten.
Das betrifft nicht nur die Außenaufstellung, sondern auch die Innenaufstellung, denn auch hierbei werden Geräusche erzeugt, die störend wirken können. Die TA Lärm hält Richtwerte für den sogenannten Beurteilungspegel bereit, die abhängig vom jeweiligen Gebietstyp laut Bebauungsplan sind und nach Tag- und Nachtbetrieb unterschieden werden. Diese Richtwerte beziehen sich auf den maßgeblichen Immissionsort. Dies ist eine Stelle, die einen halben Meter vor der Mitte (außerhalb) des geöffneten Fensters des am stärksten betroffenen schutzbedürftigen Raums auf dem Nachbargrundstück liegt.
Zu den schutzbedürftigen Räumen zählen Wohn-, Schlaf- und Arbeitszimmer, aber keine Küchen, Balkone oder Terrassen. Will man völlig auf der sicheren Seite sein, sorgt man dafür, dass die Beurteilungspegel die Richtwerte nach TA Lärm um mindestens 6 dB(A) unterschreiten, in diesem Fall ist die Wärmepumpe nicht relevant für den Schallschutznachweis nach TA Lärm.

Gebenenfalls Prüfung vor Ort
Bei Anlagen, die dieses Kriterium nicht erfüllen, muss ggf. vor Ort genau geprüft werden, ob die Wärmepumpe zusammen mit weiteren vorhandenen Geräuschquellen nicht die Richtwerte überschreitet. Unter Umständen ist hier mit deutlichen Kosten für ein Schallschutzgutachten zu rechnen. Nähere Informationen hierzu enthält der Leitfaden Schall des Bundesverband Wärmepumpe (BWP). Mithilfe des BWP-Schall-Rechners können Beurteilungspegel relativ einfach bestimmt werden.

Aufstellfehler vermeiden
Bei einem Aufstellort, der die oben genannten Kriterien erfüllt, sollte es bei einer modernen Wärmepumpenanlage prinzipiell nicht zu Störungen durch erhöhte Schallimmission kommen. Die Aufstellung durch einen Experten, der die professionelle Installation sicherstellt, ist in jedem Fall zu empfehlen. Denn durch eine fehlerhafte Aufstellung, (z. B. durch einen ungeeigneten Untergrund, durch eine ungünstig gewählte Ausblasrichtung, durch unsachgemäße Bepflanzungen in der direkten Umgebung des Gerätes, etc.) kann der Geräuschpegel ungünstig beeinflusst werden.

Ein Fazit: Vorsorglich handeln
Sämtliche schallschutztechnischen Aspekte sind vollkommen unabhängig von den Urteilen der Oberlandesgerichte. Diese machen aber deutlich, dass neben dem Schallschutz auch geltende Bauvorschriften beachtet werden sollten. Es ist sicher ratsam, sich vor Beginn des Bauvorhabens Auskünfte der örtlichen Baubehörde einzuholen, die Handhabung ist regional sehr unterschiedlich. Im Sinne eines guten nachbarschaftlichen Verhältnisses kann es auch nicht schaden, sich mit den betroffenen Nachbarn über die geplanten Maßnahmen zu unterhalten. Ist ein Fall erst einmal vor Gericht, ist es dafür zu spät.

Autor: Alexander Sperr ist Referent für Normung und Technik beim Bundesverband Wärmepumpe (BWP) e. V.

www.waermepumpe.de

 

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Wed, 15 Aug 2018 08:09:45 +0200
news-26869 VitrA: Aufsatzschalen als Hingucker https://www.ikz.de/sanitaertechnik/news/detail/vitra-aufsatzschalen-als-hingucker/ Bei Neubau oder Sanierung empfiehlt VitrA für den Waschplatz eine Aufsatzschale. Das Unternehmen bietet hier verschiedene Formen, Farben und Materialien an und spricht von Hinguckern im Bad. Einige werden hier kurz vorgestellt.  

„Water Jewels“
Die Aufsatzschalen gibt es in eckiger und runder Form in diversen Farben, z.B. in Weiß Hochglanz, Schwarz, metallische Dekore, Terracotta-Blau, Terracotta-Türkis oder in metallisierter Oberfläche.

„Metropole“
Urbanes Flair und minimalistische Zurückhaltung stehen für das Design dieser Keramik-Aufsatzschalen. Entwickelt wurden Sie vom Designbüro NOA, die bei der Gestaltung auf eine klare Linie setzten.

„Options“
Diese Aufsatzschalen passen laut VitrA in jedes Badezimmer. Möglich werde dies durch die Formen, die auf einem kleinen oder gro­ßen Waschtisch ihren Platz finden. Die Oberflächenveredelung „­VitrAclean“ ist optional erhältlich.

Vitra Bad GmbH, Agrippinawerft 24, 50678 Köln, Tel.: 0221 277368-0, Fax: -500, info@vitra-bad.de, www.vitra-bad.de

 

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Wed, 15 Aug 2018 07:03:00 +0200
news-26966 Wohin geht die Pelletbranche? https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/wohin-geht-die-pelletbranche/ Pelletfeuerungen gibt es seit 20 Jahren in Deutschland. Mit Auf und Ab ist sie ein solider Nischenmarkt geworden  

Vor 20 Jahren wurden in Deutschland die ersten mit Holzpellets betriebenen Feuerungen installiert. Mittlerweile gibt es laut Branchenverband DEPV rund 440 000 installierte Feuerungen über sämtliche Leistungsklassen in Deutschland (inklusive Öfen). Zeit für eine Bestandsaufnahme.

Ein Jubiläum ist immer gut, Rückblick zu halten. Das tat auch die Pelletbranche. Von Januar bis Mai 2018 hat das Deutsche Pellet-Institut (DEPI) per Online-Umfrage die Meinung von Pelletheizern eingeholt. In die Auswertung gingen 6642 vollständig ausgefüllte Fragebögen ein. „Mit dieser Resonanz hatten wir nicht gerechnet, als wir die Umfrage unter dem Motto ‚Hat es sich gelohnt?‘ gestartet haben“, berichtet Martin Bentele, Geschäftsführer des DEPI. „Nun haben wir ein repräsentatives Ergebnis und sind natürlich stolz über die große Mehrheit sehr zufriedener Pelletheizungsbetreiber. Wir können nun guten Gewissens das Fragezeichen in ein Ausrufezeichen umwandeln und das Fazit ‚Es hat sich gelohnt!‘ aus der Befragung ziehen.“

Blick auf die Umfrage-Ergebnisse
Das, was das DEPI aus den Bögen zog ist dieses: 61,4 % der Verbraucher sind sehr zufrieden mit ihrer Pelletfeuerung, 32,8 % sind zufrieden. Mit jeweils mehr als 70 % sind die niedrigen Heizkosten (73,1 %) und der Klimaschutzaspekt von Pellets (71,8 %) die wichtigsten Faktoren für die Entscheidung, auf die kleinen Presslinge zu setzen. Auch die kurzen Lieferwege des heimischen Brennstoffs sind für mehr als die Hälfte (55,2 %) ein zentrales Argument.
85,9 % der Befragten würden sich wieder eine Pelletheizung anschaffen. Ähnlich viele Nutzer (85,3 %) würden Freunden oder Bekannten den Einbau des Heizsystems empfehlen. 91,8 % sind mit den Umweltaspekten der Anlage nämlich sehr oder eher zufrieden. Einen weiteren hohen Zufriedenheitswert erhält die Wirtschaftlichkeit (87,3 %).

Die beiden wichtigsten Faktoren
Die Umfrage signalisiert, was im Grunde genommen schon lange bekannt ist: Eine Pelletfeuerung wird wegen der niedrigeren Brennstoffkosten im Vergleich zu Heizöl attraktiv, außerdem über das Image, nachhaltig zu sein: Der Rohstoff für den Brennstoff wächst in Form von Bäumen nach. Diese beiden wichtigsten Forderungen bzw. Erwartungen vonseiten der Kunden scheinen über die Jahre ihr Ziel erreicht zu haben. Somit wäre das auch Lohn für sehr viel geleistete Arbeit der Branche und sie könnte sich zu Recht selbst auf die Schulter klopfen.

Nischenmarkt nicht verlassen
Allerdings muss man betrachten, auf welcher Grundlage dies geschieht. Der Pelletbranche ist es in den vergangenen 20 Jahren nicht gelungen, den Nischenmarkt zu verlassen – trotz großer Ambitionen.
Anfang dieses Jahres leitete der Branchenverband Deutscher Energieholz- und Pellet-Verband (DEPV) seinen alljährlichen Jahresrückblick „mit einem lachenden und einem weinenden Auge“ ein. Lachend, weil mit 2,25 Mio. t Holzpellets so viele Presslinge in Deutschland hergestellt wurden wie noch nie. Weinend, weil die Ausbauzahlen bei Pelletkesseln und Pelletkaminöfen leicht hinter den Erwartungen zurückblieben. Mit 32 300 neuen Pelletfeuerungen wurde der prognostizierte Zubau knapp verfehlt (rd. 33 000 Feuerungen). Zugebaut wurden 16 500 Pelletkaminöfen, 15 000 Pelletkessel und wasserführende Pelletöfen mit einer Leis­tung bis 50 kW sowie 800 Kessel/Pellet-KWK-Anlagen größer 50 kW.

In den Kontext einbetten
Wenn man diese Zahlen in den Kontext der allgemeinen Zahlen des Wärmemarkts einbettet, dürfte das weinende Auge weniger verursacht werden durch die knappe Prognoseverfehlung, zumal der Zubau an Pelletfeuerungen 2017 im Vergleich zum Vorjahr (31 200 Stück) um 3,5 % gesteigert werden konnte, sondern mehr, dass Pelletfeuerungen immer noch in der Nische festkleben.
Es gibt etwa 5,1 Mio. veraltete Ölkessel kleiner 50 kW in Deutschland – die klassische „Zielgruppe“ für Holzpellets. Jährlich werden laut Heizungsindustrieverband BDH rund 600 000-700 000 neue Feuerungen jeglicher Couleur in Deutschland installiert, neu und im Ersatz – und über diese Zahlen mockiert sich der BDH und spricht von einem Modernisierungsstau. Selbst unter „Modernisierungsstau“-Bedingungen machen Holzpelletfeuerungen also nur etwa 5 % aller Installationen aus.
„Die Pelletbranche fordert von der neuen Bundesregierung jetzt endlich eine echte Energiewende am Wärmemarkt, für die wir mit unserem heimischen, klimafreundlichen Brennstoff sehr gut gerüs­tet sind“, fordert DEPV-Geschäftsführer Martin Bentele. Doch ist sie das?

Was, wenn Massenmarkt wäre
Kann man sicher sein, dass die Holzpelletpreise nicht irgendwann genauso durch die Decke schießen, wie es immer wieder dem Heizöl prophezeit wird? Auch Landflächen und damit Wälder – auch wenn sie immer wieder nachwachsen – sind irgendwann knapp. Hinzu kommt die Frage, ob der Brennstoff dann nicht mehr in dem Sinne erzeugt werden könnte, warum man ihn ursprünglich wählte (die beiden Hauptargumente der Zufriedenheitsumfrage). Der originär aus der Forstwirtschaft kommende Begriff der Nachhaltigkeit ist immer nur ein bilanzieller  – er sagt nichts über die Qualität der Wälder aus. Manche schlechte Holzpellet-Gewinnungs-Praktiken sind medial beschrieben, zum Beispiel in den Südstaaten der USA. Das führt zu einem Image-Problem, in anderen Fällen über heizölbasierte Holzpelletproduktionen in Russland. Die Internationalisierung der Pelletproduktion schafft zudem neue Probleme, das ist der Energieaufwand für den Transport.

Bei der Nase gefasst
Mio. von t Holzpellets werden heutzutage jährlich in europäischen Kohlekraftwerken verbrannt über sogenanntes Co-Firing (fossile Kohle wird durch Bio­brennstoffe ersetzt). Es dient Regierungen, Klimaschutzverpflichtungen nachzukommen, ohne die Kraftwerks-Infrastruktur ändern zu müssen. Den Kraftwerksbetreibern wiederum dient es dazu, ihre Anlagen ins Erneuerbare-Energien-Zeitalter zu retten.
Was, wenn man diese Kraftwerke still legen würde und darüber im Nebeneffekt Mio. von t Holzpellets für den Wärmemarkt freisetzen würde? Es gibt schon seit Anfangszeiten in der Pelletbranche die beiden Lager. Das Wärmemarkt-Lager kritisiert die Verfeuerung von Holzpellets zur Stromerzeugung, insbesondere in großen Kraftwerken, als ineffizient. Der Grund liegt auf der Hand: Wenn es kein Abwärme-Nutzungskonzept gibt, verdampft die Hälfte der Pellets mit der Abwärme über die Kraftwerkstürme in den Himmel.
Wenn man die Kohle-Pellet-Meiler stilllegen würde, stünden schlagartig Mio. t Holzpellets dem Wärmemarkt zur Verfügung.

Entwicklungen auf dem Wärmemarkt
Die Frage der Nachhaltigkeit und Versorgungssicherheit bzw. des niedrigen Brennstoffpreises im Vergleich zu Heizöl oder Gas könnte also in Zukunft auch weiter positiv beantwortet werden, sodass die ­Basis für einen Pelletheizungskauf grundsätzlich bleibt. Es gibt grundsätzlich Pellets genug, auch für einen sehr viel größeren Wärmemarkt.
Das „Problem“ ist, dass sich auch der Wärmemarkt weiter entwickelt und die Kontrahenten nicht stillstehen.
Die Ironie besteht darin, dass sich Holzpelletfeuerungen – aufgrund der höheren Anlagen-Anschaffungspreise – über die niedrigeren Brennstoffpreise – Betriebskosten – mittelfristig als wirtschaftlicher definieren. Eine Holzpelletfeuerung mit einer Solarthermie-Anlage zu kombinieren, macht zum Beispiel vor dieser Logik wirtschaftlich keinen Sinn: Erstens verteuert es das System und zweitens reduziert es den Brennstoffbedarf, da ja ein Teil davon von der Sonne substituiert wird. Die Amortisation schiebt sich folglich weiter in die Zukunft.
Anders sieht es aus, wenn man eine Öl- oder Gasheizung mit einer Solarthermieanlage kombiniert. Hier macht die Kombination echt Sinn, weil sie fossile Brennstoffe wegsparen kann – und damit auch das Schreckgespenst wirtschaftlich relativ klein gehalten werden kann, das da sagt, dass der Peak-Oil schon längst überschritten ist und die Ölpreise in absehbarer Zeit durch die Decke gehen.
In Kombination mit Solarthermie wird das Ganze dann zu einem für einen Haushalt beherrschbaren Risiko. Verbunden zudem mit dem Effizienzgewinn über die Wirkungsgradsteigerung, die man erhält, wenn man einen alten Kessel-Methusalem gegen einen neuen Kessel tauscht.
Neue Brennwertkessel in Kombination mit Solarthermie sind schon lange wieder schick. Die Bundespolitik vertritt im Wärmesektor neben dem Thema Effizienz und Erneuerbare die Position der Technologieoffenheit. Öl und Gas sind keineswegs verdammt.

Digitalisierung
Mit der Digitalisierung sind Wechselrichter indes schon längst nicht mehr schnöde Gleichstrom-Wechselstrom-Umwandler von Photovoltaik-(PV)-Strom. Die intelligenten Geräte können heute schon Heizstäbe zur Warmwasserbereitung in Boilern und Pufferspeichern ansteuern, die mit überschüssigem Solarstrom gespeist werden können. Darüber wandert die PV in den Wärmemarkt. Nun kommen zudem noch neue Konkurrenzen auf den Markt: Die Wärmepumpe drängt auch in das Kerngeschäft Sanierung Altbau, verlässt also ihr angestammtes Gebiet (Neubau) und die Photovoltaik (PV) übt sich in der Sektorkopplung – zum Beispiel über Power-to-Heat (PtH). Im Zeitalter von Sonnen-Flatrates und Co. will niemand mehr für Brennstoff bezahlen.

Trend zur Systemöffnung
Wie reagiert die Pelletbranche auf diese Entwicklung? Es deutet sich der Weg zur Systemöffnung an: Pelletkesselhersteller gehen auch in den Bereich der Wärmepumpe oder den der Photovoltaik – ohne sie zwangsläufig zu einem neuen Hybrid-Angebot zu verschmelzen. Beispiel KWB: „KWB hat sich vom Produkt- zum Systemanbieter auf Basis Erneuerbarer Energie weiterentwickelt. Wir setzen auf effiziente Systemlösungen und bieten unseren Kunden attraktive Paketlösungen, z. B. eine Pelletheizung in Kombination mit einer Brauchwasser-Wärmepumpe, an“, sagt KWB-Marketingmanager Günther Ornig, schränkt aber ein: „Die Pellet-Branche ist nicht auf Hybrid-Lösungen angewiesen, allerdings machen in manchen Leistungsbereichen Kombinationen durchaus Sinn. Zudem wissen wir, dass die Anforderungen, die Kunden an eine Pelletheizung stellen, ganz andere sind, als jene an eine Wärmepumpe. Es gibt Anwendungsfälle für beide Systeme. Unsere Erfahrung zeigt, dass maßgeschneiderte Lösungen immer besser sind als standardisierte Heizungssysteme.“
Bei Solarfocus geht man einen ähnlichen Weg wie bei KWB: „Eine Kombination von Wärmepumpe und PV finden wir sehr sinnvoll und solche Kombinationen bieten wir auch an. Darin sehen wir auch in Zukunft größeres Potenzial als in einer Kombination von PV und Pelletkessel“, gibt Birgit Gröbner vom Solarfocus-Marketing Auskunft.

Ein Ausblick
Ein Jubiläum ist auch immer gut, um Ausblick zu halten. Der Pelletbranche bleibt zu wünschen, dass sie sich auf der einen Seite an die notwendigen Veränderungen des Marktes anpasst, die über die Digitalisierung rasend schnell geschehen und die die Kombination von jedem mit allem technisch möglich macht. Auf der anderen Seite ihre Ursprünglichkeit nicht verliert, sondern weiter Pelletfeuerungen im Kern thematisiert. Auch wenn es zu dem Preis ist, dass Pelletfeuerungen weiter ein solider Nischenmarkt bleiben werden.

Autor: Dittmar Koop, Fachjournalist

 

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Tue, 14 Aug 2018 14:28:35 +0200
news-26965 Photovoltaik: Das Ländle könnte zu einem Musterländle werden https://www.ikz.de/erneuerbare-energien/news/detail/photovoltaik-das-laendle-koennte-zu-einem-musterlaendle-werden/ Baden-Württemberg hat im März vergangenen Jahres die so genannte „Freiflächenöffnungsverordnung“ in Kraft gesetzt – diese öffnet landwirtschaftliche Flächen in benachteiligten Gebieten des Landes für den Bau von Solarkraftwerken. Das wirft nicht nur Fragen der Landwirtschaft, des Natur- und Landschaftsschutzes auf, wie es von Seiten des Landes heißt, sondern auch des Landschaftsbildes.  

Das Landschaftsbild sollte bei der Planung und Zulassung von Windenergie-, Photovoltaik- und Biomasseanlagen sowie von Pumpspeicherkraftwerken künftig eine größere Rolle spielen. Zu diesem Ergebnis kommt das Forschungsvorhaben des Bundesamts für Naturschutz (BfN) „Landschaftsbild und Energiewende“.

Verkannte Größen: Landschaftsbild und -ästhetik
„Landschaftsbild und Landschaftsästhetik werden in der Planung und Zulassung von Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien noch nicht ausreichend berücksichtigt. Dabei ist das für die Akzeptanz unerlässlich. Eine der großen Herausforderungen der Energiewende besteht darin, neue gestalterische Qualitäten von Landschaften zu entwickeln“, kommentiert Prof. Dr. Catrin Schmidt, Professorin für Landschaftsplanung an der TU Dresden und Leiterin des Forschungsteams die Studie.

Zweibändiger Forschungsbericht
Unter dem Titel „Landschaftsbild und Energiewende“ erscheint nun der zweibändige Forschungsbericht, der in Bezug auf Windenergie-, Freiflächenphotovoltaik- und Biogasanlagen sowie Pumpspeicherkraftwerke eine zusammenfassende Analyse der landschaftsästhetischen Wirkungen der genannten Anlagen und deren Berücksichtigung in aktuellen Planungs- und Zulassungsverfahren liefert. Die Ergebnisse wurden im Zeitraum von 2015 bis 2017 unter Federführung der TU Dresden durch ein Forschungskonsortium erarbeitet, dem weiterhin Wissenschaftler der Universitäten Kassel und Tübingen sowie Mitarbeiter des Planungsbüros HHP angehörten. Band 1 der nun erschienenen Veröffentlichung widmet sich den Grundlagen, Band 2 enthält praxisorientiert aufbereitete Handlungsempfehlungen.

Farbcodierung gibt Auskunft
Die BfN-Arbeit könnte eine gute, weil komplettierende Ergänzung sein zu einem weiteren Werk, das seit Anfang August für Baden-Württemberg vorliegt und das Landschaftsästhetik nicht zur Aufgabe hat, sondern eher technischer Natur ist.
Seit diesem Monat gibt es eine Übersichtskarte der LUBW (Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg): Die Potenzialkarte ist gegliedert in die 3.380 Gemarkungen der insgesamt 1.101 Städte und Gemeinden im Land und weist auf, welche Flächen für Photovoltaik geeignet oder bedingt geeignet sind. Auch Konversionsflächen und Flächen entlang von Schienenstrecken und Autobahnen sind in der Karte markiert.

Die Farbe Grün veranschaulicht, welche Flächen geeignet sind, die Farbe Gelb die bedingt geeigneten Flächen. Darüber hinaus sind zu jeder Fläche weitere Informationen wie der Flächentyp, die Flächengröße und die Hangneigung abrufbar. Die Potenzialflächen können auch in Tabellenform ausgewertet und bei Bedarf heruntergeladen werden.
Eine Planung vor Ort ersetzt der Energieatlas nicht. In einigen Fällen gibt es innerhalb der als grün ausgewiesenen benachteiligten Gebiete Agrarflächen, die gute Erträge bringen und deshalb nicht für Photovoltaikanlagen in Frage kommen. Daher ist eine Anfrage an die unteren Landwirtschaftsbehörden bei den Landratsämtern weiterhin nötig.

Band 1 und 2 des Forschungsvorhabens gibt es als Download unter
https://www.natur-und-erneuerbare.de/projektdatenbank/projekte/landschaftsbild-und-energiewende/

Die Potenzialkarte der LUBW: www.energieatlas-bw.de/sonne/freiflachen.

von Dittmar Koop

 

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Tue, 14 Aug 2018 14:00:28 +0200
news-26964 GC-Gruppe bietet App an https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/gc-gruppe-bietet-app-an/ Stuhr.  Mit einer App will die GC-Gruppe Fachhandwerkern den Arbeitsalltag erleichtern. Das mobile Portal fürs Handy wird in einer Videoserie beleuchtet  – angefangen von der Einführung über die Standortsuche des nächsten Abhollagers bis hin zur Vorbestellung von Artikeln.  

Die „GC-App“ ist für folgende Geräte entwickelt worden: iPhone/iPad (ab iOS 4.3), Geräte mit Android System (ab Android 2.2) sowie Windows 8 Phone und Tablets. Sie kann auf der Internetseite der GC-Gruppe heruntergeladen werden.
Mit der App und den bewegten Bildern stellt sich die GC-Gruppe auf die zunehmende Digitalisierung im Handwerk ein. Laut einer kürzlich veröffentlichten Umfrage der Querschiesser Unternehmensberatung nutzen bereits 68% der SHK-Fachhandwerker digitale Werkzeuge „immer oder oft“.

www.gc-gruppe.de

 

 

 

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Tue, 14 Aug 2018 12:33:18 +0200
news-26897 Das Design rückt ins Rampenlicht https://www.ikz.de/sanitaertechnik/news/detail/das-design-rueckt-ins-rampenlicht/ Nicht nur in Luxushotels, sondern auch in anderen halböffentlichen und öffentlichen Sanitärräumen spielt die Ästhetik eine immer größere Rolle  

Öffentliche und gewerbliche Sanitärräume werden intensiv beansprucht und nicht immer pfleglich behandelt. Daher standen robuste Sanitärausstattungen mit möglichst geringem Wartungsaufwand in der Vergangenheit meist im Vordergrund. Heute gewinnen ästhetische Gesichtspunkte auch in diesem Bereich immer mehr an Bedeutung. Von den Vorteilen einladend wirkender Sanitärräume und den Angeboten seitens der Industrie.

Träger und Betreiber von öffentlichen und halböffentlichen Sanitärräumen entdecken zunehmend, was ihnen einladend wirkende Sanitärräume bringen können. Damit sind Planer gefragt, die ansprechende Konzepte und Lösungen mit besonderem Ambiente für Sanitärausstattungen in Hotels, Restaurants und Bars, in Geschäfts- und Einkaufszentren sowie Museen, Seniorenheimen und Kliniken sowie Schulen und Sportstätten und Co. konzipieren können.

Visitenkarte und Imageträger
Schon Oma meinte zu wissen, dass der Zustand der Toilette die Qualität der Einrichtung widerspiegelt. Doch heute sollten Sanitäranlagen nicht nur sauber und rein sein, sondern noch mehr können. Wie im privaten Bereich auch, sind die Ansprüche von Nutzern gestiegen. Sie erwarten regelrechte Szenarien, Räume die Emotionen wecken. Mit Ambiente lässt sich bei Besuchern punkten. So verwundert es nicht, dass bei öffentlich-gewerblichen Neubauten zunehmend rund 10 % des Gesamtbudgets auf die Sanitäranlagen entfallen.
Mit Know-how und Ideenreichtum schaffen Fachplaner durch ausgewählte Einrichtungsgegenstände, Parfums, Oberflächenstrukturen, High-Tech und stimmiges Design ein eigenes Universum, indem sich Nutzer wohlfühlen. Sie gestalten sogar die individuelle Visitenkarte eines Unternehmens, wenn sich in den Waschräumen auch das Corporate Design oder bestimmte Elemente der Geschäftstätigkeit wiederfinden. „Moderne, funktionale Materialien und hochwertiges Design sorgen auch in öffentlichen und halböffentlichen Sanitäranlagen für den Wohlfühlcharakter. Zudem optimieren moderne Produktlösungen dauerhaft den Hygienefaktor und somit entsteht eine nachhaltige Lösung“, sagt Wolfgang Burchard, Sprecher von Blue Responsibility. Die Mitglieder der Initiative (u.a. Hersteller von Sanitärausstattungen) bieten nicht nur für Privatpersonen, sondern auch für den (halb-)öffentlichen Raum maßgeschneiderte Sanitärlösungen an.

Mit Ästhetik gegen Vandalismus
In der Soziologie steht die „Broken-Windows-Theorie“ für das Phänomen, dass Zerstörung eine Spirale weiterer Zerstörung verursacht und Verwahrlosung zu weiterer Verwahrlosung führt. Kann man also demzufolge auch rückschließen, dass hochwertiges Design, hygienische und optisch einladende Waschräume Nutzer motivieren, sich dort vorbildlich zu verhalten? Eine Studie von Tork, der Marke für Tissueprodukte im Away-From-Home-Bereich, sagt ja. Sie zeigt auf, dass sich das Nutzerverhalten in Waschräumen verbessert, wenn Schäden sofort repariert werden, Verschmutzung sofort entfernt und Mittel für eine professionelle Reinigung zur Verfügung gestellt werden. Der perfekte Waschraum sei demnach großzügig und offen gestaltet, mit möglichst wenig Kontaktflächen.
Auch andere Untersuchungen konnten aufzeigen, dass sorgfältig geplante Sanitärbereiche deutlich weniger von Diebstahl, Zerstörung und Vandalismus betroffen sind. Die Sanitärobjekte sollten möglichst nahtlos mit gerundeten Formen und geschlossenen Oberflächen hergestellt sein. Hilfreich sind auch akus-
tische Töne, die beruhigen, etwa sanfte Musik oder Naturklänge, z.B. das Plätschern eines Baches. Ein ganzheitliches Designkonzept kann demnach Sicherheit schaffen. Je nach Einsatzbereich muss es selbstverständlich auch einen wirtschaftlichen Betrieb berücksichtigen.

Systemlösungen bieten Gestaltungsfreiheit
In öffentlichen Sanitäranlagen kommen heute in der Regel Vorwand-Installationssysteme zum Einsatz. Neben schnellem Arbeitsfortschritt bieten sie eine große Planungsfreiheit bei der Grundrissgestaltung und der Platzierung der Sanitärgegenstände. Zudem lassen sich viele Komponenten bei der Installation sowie Bedienelemente unsichtbar hinter der Wand einbauen. Das entspricht einem modernen und puristischen Design und hat zusätzlich den Vorteil, dass es vor Vandalismus schützt, frei nach dem Motto: Was nicht sichtbar ist, kann auch nicht beschädigt werden.
Idealerweise kommen alle Komponenten – vom Vorwand-Installationssys­tem über Trinkwasser- und Abwasserleitungen bis hin zu Siphons oder Spül­einrichtungen – aus einer Hand. Das verringert den Aufwand für Fachplaner. Sie haben nur einen Ansprechpartner und können sicher sein, dass es keine Kompatibilitätsprobleme zwischen den unterschiedlichen Komponenten gibt.
Industriell vorgefertigte Vorwände bringen insbesondere bei großen Sanitärräumen wirtschaftliche Vorteile. Dafür werden komplette Sanitärwände mit allen nötigen Ausstattungen für die Anschlüsse der Sanitärgegenstände maßgenau vorgefertigt und auf die Baustelle geliefert. Trotzdem sind auch nachträgliche Anpassungen vor Ort möglich.

Vielfältige Produkte und Möglichkeiten
Fachplaner müssen sich über die speziellen Anforderungen an das Design bei der Planung öffentlicher und halböffentliche Sanitäranlagen informieren und Produkte einsetzen, welche die Erwartungen der Nutzer erfüllen. Wir zeigen an dieser Stelle Produktneuheiten, die Trends, Styles und edles Design aufweisen. Von Waschbecken, Armaturen und Accessoires, WCs und Urinale bis hin zu Duschen gibt es bemerkenswerte Sanitärobjekte, die nicht nur schön sind, sondern sich auch durch ihre speziellen Eigenschaften und Funktionen für den Einsatz im öffentlichen wie gewerblichen Bereich besonders eignen.
Franke bietet die modular konzipierte Systemlinie „Exos“ an. „Durchgängiges Design und klare Formen“ seien die Merkmale des Programms „für individuelle Lösungen mit stilvoll aufeinander abgestimmten Waschtischen und Auf- und Unterputz-Accessoires“ für Waschraum und WC. Unterschiedliche, auswechselbare Fronten für Seifen- und Handtuchspender, elektronische Händetrockner oder Abfallbehälter eröffnen Architekten und Planern Freiheit in der Raum- und Farbkonzeption. Berührungslose Waschtischarmaturen und WC-Steuerungen ergänzen die Linie. Franke setzt bei „Exos“ auf hochwertige Materialien wie Edelstahl, Glas und Mineralgranit. Alle Elemente sind nach Herstellerangaben pflegeleicht und strapazierfähig.
Anbieter Geberit spricht bei seinen Duschsystemen von „großer Gestaltungsfreiheit mit Reinigungsfreundlichkeit und hoher Sicherheit bei Einbau und Betrieb“. Mit Duschfläche, Wandablauf und Duschrinne seien Lösungen für nahezu jede Einbausituation verfügbar. Ein einheitliches Fliesenbild mit durchgängiger Optik ermöglicht zudem die neue befliesbare Duschrinne „CleanLine“. Mit den beiden neuen Armaturenlinien „Piave“ und „Brenta“ verfolgt Geberit das Ziel, Planern und Installateuren ein wirtschaftliches System an die Hand zu geben, dessen Komponenten flexibel variiert werden können. Beide Modelle sind als Stand- und Wandarmaturen erhältlich, „schlank im Design und dennoch robust“. Das Besondere: Die gesamte Steuerung der berührungslosen Armaturen befindet sich in einer kleinen Funktionsbox, die versteckt und doch zugänglich in die Vorwand eingebaut wird.
Mit „DuraStyle“ by Matteo Thun biete Duravit Produkte für den öffentlichen und halböffentlichen Bereich. Mit recht­eckiger Grundform ergeben sich die Waschtischvarianten, vom Handwaschbecken bis zum Möbelwaschtisch. Darauf abgestimmt sind Badmöbel und Möbelaccessoires, die mit einem Mix aus offenen und geschlossenen Flächen auf die Bedürfnisse in gewerblichen Gebäuden zugeschnitten sind. Passende Spiegel mit LED-Technik ergänzen die Waschtische. Dazu erhältlich sind Wand- und Standbidets sowie WCs, die mit extraflachem Sitz elegant wirken sollen.
Dass Barrierefreiheit puristisches Design nicht ausschließt, zeigt HEWI mit seinem „System 900“, einem Sortiment an maßgefertigten Halte- und Stangensys­temen. Das System ist wahlweise aus matt geschliffenem Edelstahl oder in hochglänzend verchromter Ausführung erhältlich und kann mit Elementen aus Polyamid oder santiniertem Glas kombiniert werden. Entworfen wurde das „System 900“ vom Aachener Designbüro NOA.
Moderne Sanitärbereiche assoziieren viele nach wie vor mit hochwertigen Materialien wie Naturstein, Holz, Metall und Glas. Kuhfuss Delabie setzt mit „Binoptic“ Aufsatz- und Halbeinbauecken aus Edelstahl und Keramik auf zeitloses Design und klare Linienführung. Die zugehörigen Armaturen sind berührungslos und in unterschiedlichen Höhen erhältlich.
Vom Restaurant über die Sportarena bis zum Verwaltungsgebäude: Vigour will mit seiner Designlinie „Derby Style“ dafür sorgen, dass Besucher sich überall wie zu Hause fühlen. „Eine durchgängige Facette verleiht den Produkten einen unverwechselbaren Charakter. Ein Feinschliff, der sich optisch bezahlt macht und einen zuverlässigen Wiedererkennungswert schafft“, sagt Designer Michael Stein. Die Armaturen decken mit vielen Auslaufhöhen und Top- sowie Seitenbedienung, Auf- und Unterputz verschiedene Einbausituationen ab.
Das Designbüro NOA entwickelte für VitrA die Kollektion „S50“. Nun ist daraus die Badkollektion „Integra“ entstanden, die mit Produktergänzungen sowie Weiterentwicklungen und angepasster Sortimentstiefe gestartet ist. Eine schmalere und flachere umlaufende Kante sowie der Verzicht auf einen Spritzschutz
unterstützen bei der Keramik einen filigraneren und puristischeren Auftritt. „Integra“ zeige eine klare Formensprache, basierend auf runden und quadratischen Designelemente in Verbindung mit tiefen Becken, heißt es. Mit sensorgesteuerter LED-Beleuchtung, Waschtischunterschränken und Hochschränken in Eiche-Optik, Grau-Eiche, Hochglanz-Weiß oder Hochglanz-Anthrazit können laut
VitrA Akzente gesetzt werden.

Fazit
In den vergangenen zehn Jahren war der Sanitärbereich vom Bestreben gekennzeichnet, einem größeren Nutzerkreis Zugang zu Designprodukten zu verschaffen. Was Sanitärobjekte betrifft, so bieten führende Hersteller seitdem Armaturen, Accessoires und Sanitärausstattungen mit klarer Linienführung an. Sie orientierten sich dabei an den vom dänischen Designer Arne Jacobsen in den 1960er Jahren entworfenen stilbildenden Armaturen und Objekten für den häuslichen Bereich. Dass dieses Bestreben nun auch auf den öffentlichen und gewerblichen Bereich überschwappt, zeigen aktuelle Produktlinien. Diese Entwicklung unterstreicht auch, dass Hersteller manche Designlinie zunächst für das Privatbad konzipiert und später das Programm auf den öffentlich-gewerblichen Bereich ausgeweitet haben. Zeitloses Design mit funktionellem Anspruch ist nun in allen Einsatzbereichen hoch im Kurs.

Autorin: Angela Kanders, freie Journalistin

 

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Tue, 14 Aug 2018 08:02:00 +0200
news-26857 Deutsche Rockwool: Krankenhaus mit nichtbrennbarer Steinwolle gedämmt https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/deutsche-rockwool-krankenhaus-mit-nichtbrennbarer-steinwolle-gedaemmt/ Im Krankenhaus St. Joseph-Stift in Dresden sind 6200 m Rohrleitungen mit nichtbrennbarer Steinwolle gedämmt worden. Im Erweiterungsbau installierten Fachkräfte der Giele GmbH Rohrleitungen im Bereich Heizung und Sanitär und waren für die Dämmung der haustechnischen Anlagen sowie die Bekleidung von Feuerlöschleitungen zuständig. Dabei setzten sie auf Systeme von Rockwool: Rohrschalen für die Wärmedämmung und „Conlit“-Dämmkomponenten für Sprinkler- und Feuerlöschleitungen.  

Verwendet wurden u.a. die Dämmschalen „Rockwool 800“ aus Steinwolle. Sie sind nach Herstellerangaben nichtbrennbar und können auch in sensiblen Bereichen, etwa in Rettungswegen, ohne zusätzliche Brandschutzmaßnahmen eingesetzt werden. Darüber hinaus bietet das Unternehmen aus Gladbeck eine Systemlösung für die Abschottung von Leitungsanlagen in feuerwiderstandsfähigen Wänden und Decken an. Auch Dämmkomponenten wurden im Dresdner Krankenhaus installiert. Vorteil laut Rockwool: Sie passen sich den Geo­metrien der gebräuchlichen Rohr­dimen­sionen an.
Im Krankenhaus St. Joseph-Stift bestehen die Feuerlöschleitungen und Sprinklerzuleitungen aus Stahl. Sie dämmen bis zu Rohrdimensionen von da <114,3 mm mit Rohrschalen in einer Stärke von 60 mm. Größere Rohrdimensionen wurden mit „Steelprotect Section“ in 70 mm isoliert. Alle Stoßfugen zu den benachbarten Rohrschalen wurden mit Brandschutzkleber verklebt und mit Bindedraht oder Spannband fixiert.

Deutsche Rockwool GmbH & Co. KG, Rockwool Str. 37-41, 45966 Gladbeck, Tel.: 02043 408-0, Fax: -570, info@rockwool.de, www.rockwool.de

 

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Tue, 14 Aug 2018 07:02:00 +0200
news-26963 Die Zukunft ist sichtbar https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/die-zukunft-ist-sichtbar/  

Not macht erfinderisch, heißt es in einem Sprichwort. So soll nach dem 2. Weltkrieg das UKW-Netz deswegen massiv ausgebaut worden sein, weil Deutschland nur wenige der damals üblichen Mittelfrequenzen zugeteilt waren. Auch im Hier und Jetzt gibt es zahlreiche Beispiele dafür, dass einschränkende Rahmenbedingungen Innovationen hervorbringen – ja selbst in der TGA-Branche, wie die vorliegende Ausgabe beweist.
Zu nennen ist da beispielsweise das Projekt in Berlin, bei dem häusliches Abwasser nicht nur abgeleitet, sondern aufgefangen und für verschiedene Anwendungen aufbereitet wird. Seit mehr als 30 Jahren läuft dieses Projekt. Ergebnis: Es haben sich zahlreiche neue Wege im Abwasserrecycling aufgetan, etwa für den Gemüseanbau oder die Fischzucht. Es wird sich zeigen, inwieweit diese und andere Arten der Abwassernutzung in großem Stil umgesetzt werden können.
Ein anderes Beispiel führt zur effizienten IT-Kühlung. Der Artikel beschreibt alternative Arten der Serverraumkühlung. Gerade vor dem Hintergrund, dass Prognosen nach die Rechnerleistung in den nächsten Jahren massiv steigen wird und es immer mehr Rechenzentren geben dürfte, ergeben sich immense Einsparpotenziale an Energie. Sie müssen nur genutzt werden.
Diese Ausgabe hat sich aber nicht ausschließlich der Schonung von Ressourcen verschrieben. Andere Beiträge beschäftigen sich mit ganz alltäglichen, aber wichtigen Themen wie Trinkwasser, Feuerlöschanlagen oder Wärmepumpen.

Detlev Knecht
stv. Chefredakteur
d.knecht@strobel-verlag.de

 

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Mon, 13 Aug 2018 10:55:47 +0200
news-26962 Häusliches Abwasser für Gemüseanbau und Fischzucht https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/haeusliches-abwasser-fuer-gemueseanbau-und-fischzucht/ Grau- und Schwarzwasser: eine Ressource für Wasser, Energie und Nährstoffe  

Abwasser ist ein Wasser-, Energie- und Rohstofflieferant. Das wissen die Betreiber von kommunalen Kläranlagen ganz genau und ziehen aus diesem Umstand zunehmend Nutzen. Dass das Recycling allerdings auf Gebäude- und Quartiersebene noch deutlich sinnvoller und effektiver ist, beweist der seit mehr als 30 Jahren andauernde Langzeittest im sogenannten „Block 6“ in Berlin-Kreuzberg – aktuell um Fischzucht und Gemüseanbau (Aquaponik) ergänzt.

Das „Integrierte Wasserkonzept“ im Block 6 wurde als Projekt der Internationalen Bauausstellung Berlin 1987 entwickelt, beforscht und dokumentiert. Ab 1993 verwahrloste die Anlage wegen technischer Probleme und unwirtschaftlicher Betriebsweise. Die Revitalisierung gelang 2007.

Langzeittest in Berlin seit mehr als 30 Jahren
Ziel des Landes Berlin war es, im Einvernehmen mit dem Eigentümer den Bestand als technisches Denkmal für Stadtökologie und umweltgerechtes Bauen zu sichern und zu optimieren sowie die Betriebsführung unter wirtschaftlichen Bedingungen zu ermöglichen. In die ursprüngliche Pflanzenkläranlage wird seither das auf dem Gelände anfallende Niederschlagswasser eingeleitet, um zu verdunsten, der Überlauf versickert. Für das Abwasserrecycling wurde 2007 ein Betriebsgebäude erstellt, in dem Abflüsse von Badewannen, Duschen und Handwaschbecken sowie Waschmaschinen und Küchenspülen (Grauwasser) von 250 Bewohnern umliegender mehrgeschossiger Wohnhäuser aufbereitet werden.
Im Jahr 2014 kam eine Versuchsanlage hinzu, die im Innenhof des Blocks 6 in einem Gewächshaus das Recyclingwasser für Fischzucht und Gemüseanbau verwendet. Zusätzlich wird an der Wiederverwendung des Abwassers von Toiletten (Schwarzwasser) zum Düngen und Bewässern der Gemüsekulturen geforscht. Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte „Roof Water-Farm“-Projekt sucht Antworten auf Fragen, wie in Großstädten trotz begrenzter Ressourcen das Potenzial an Dachflächen und Wasser besser als bisher genutzt werden kann.

Mit aufbereitetem Abwasser Lebensmittel produzieren
Fisch- und Gemüsezucht in der City mit Recyclingwasser? Ein Blick zurück: Bis zur Einführung der Kanalisation wurden Fäkalien der Stadtbewohner als Düngemittel aufs Land hinaus transportiert. Nahrungsmittel zu produzieren war für Jahrhunderte ein Privileg der „Land“-Wirtschaft. Das könnte sich zukünftig aber ein stückweit ändern, wenn Kreislaufwirtschaft im Sinne der ressourcenschonenden regionalen Wertschöpfung in der Stadt Fortschritte macht. Gemüseanbau in der Stadt ist unter dem Namen „Urban Gardening“ bekannt, aber auch belächelt worden. Zu Unrecht, wie das Berliner Modellvorhaben „Roof Water-Farm“ im Block 6 zeigt. Die von dem Jahr 2014 bis 2018 stattgefundene Förderung war Teil des Programms „Forschung für Nachhaltige Entwicklungen“ (FONA). Speziell ging es um „Intelligente und nachhaltige Infrastruktursysteme für eine zukunftsfähige Wasserversorgung und Abwasserentsorgung“ (INIS).
Sämtliches Abwasser wird in biologischen Prozessen aufbereitet und wiederverwendet. Die Recyclinganlage liefert Badegewässerqualität, ohne Einsatz chemischer Mittel. Und diese Qualität kommt den Fischen zugute, die sich im Gewächshaus im Recyclingwasser tummeln. Deren Ausscheidungen wiederum sind Dünger für einen Teil der Pflanzenzucht. Das hat System – es ist die Kombination von Aquakultur und Hydroponik, die sogenannte Aquaponik. Ponik/Ponos bedeutet im Altgriechischen Arbeit, gemeint ist hier die Arbeit des Düngens, die nun das Wasser übernimmt.

Düngemittel sind ausreichend vorhanden
Ebenfalls im Gewächshaus, neben dem Fischbecken, stehen Pflanztische mit Töpfen ohne Erde. Die Wurzeln ragen in das durchfließende Wasser, dem Ablauf der Aquakultur – also des Beckens, in dem Schleien und Afrika-Welse gezüchtet werden. So wird der Fischkot als willkommener Dünger für Endiviensalat und Pak-Choi-Kohl in gelöster Form gleich mitgeliefert. Durch den ständigen Kreislauf sinkt der Wasserstand bei den Fischen. Der Ausgleich dafür kommt aus dem letzten Behälter der Grauwasseranlage. Das dort lagernde glasklare Betriebswasser wird einerseits zur Toilettenspülung in den 73 Haushalten des Blocks 6 genutzt, andererseits zur Versorgung der Aquakultur. Man könnte es auch so ausdrücken: Aquaponik = Betriebswasser aus Grauwasser + Aquakultur + Hydroponik.

Einsatz von Schwarzwasser
Ein weiterer Pflanztisch im Gewächshaus erhält das Betriebswasser direkt, ohne Umweg über die Fischzucht. Damit fehlt der tierische Dünger. Dieser wird ersetzt durch einen Flüssigdünger, erzeugt in der zweiten Abwasserrecycling-„Straße“ des Blocks 6. Hier entsteht aus dem Schwarzwasser von 50 Bewohnern Flüssigdünger – sogenanntes Goldwasser, hausintern aufbereitet und bei der Bewässerung zugesetzt. Er enthält u. a. die für Pflanzenwachstum unerlässlichen Elemente Stickstoff, Phosphat und Kalium. Kurz gefasst: System Hydroponik = Betriebswasser aus Grauwasser + Flüssigdünger aus Schwarzwasser. Zwischenergebnisse der Forscher belegen, dass die Qualität der Aquaponik-Produkte als Nahrungsmittel unbedenklich ist; und dass mit einem 400 m² großen Gewächshaus 70 Bewohner eines mehrgeschossigen Wohnblocks 80 % ihres Bedarfs an Fisch, Gemüse und Obst decken könnten.

Doppeltes Leitungsnetz müsste Standard sein
Der Block 6 in Kreuzberg bot sich für derlei Versuche an, denn die (für die Verwertung interessanten) Wasserströme wurden von vorn herein getrennt. Im Jahr 1987 wurde mit dem Bau der Häuser dort bewusst ein zweites Leitungssystem für Wasserver- und entsorgung eingebaut. Konkret ist außer der Sammelleitung für das Schwarzwasser ein Rohrsystem vorhanden, das nur Grauwasser aufnimmt. Und neben den Leitungen zu den Verbrauchsstellen für Trinkwasser existieren separate Leitungsinstallationen zur Versorgung der Toilettenspülkästen mit Betriebswasser aus aufbereitetem Grauwasser. „Die Investition in doppelte Leitungsnetze kos­tet erst einmal, bevor mit Gebühreneinsparungen, Wärmerückgewinnung und Flüssigdünger an eine Amortisation zu denken ist“, sagt Erwin Nolde. Als Umweltingenieur ist er Geschäftsführer von Nolde und Partner und betreut neben anderen Grauwasseranlagen in Deutschland auch das Wasserrecycling im Block 6. Die Optimierung und Umgestaltung des Grau- und Regenwasserkonzeptes hier 2006/2007 ging auf seine Planung zurück.
Der reibungslose Betrieb ist seiner regelmäßigen Inspektion und Wartung zu verdanken. „Eigentlich fehlt nur die Wärmerückgewinnung  – die haben wir erst 2012 beim Neubau eines Mehrfamilienhauses am Berliner Arnimplatz mit ins Programm genommen“ gesteht der Pionier. „Seither planen, bauen und betreiben wir Klima-positive Grauwasserrecyclinganlagen und tragen damit deutlich zur CO2-Reduktion bei“. Noldes Spezialität ist der objektspezifische Anlagenbau, in Zusammenarbeit mit Rudi Büttner und dessen Sanitär-/Heizungsbetrieb „Lokus“. Beide bevorzugen für die Grauwasseraufbereitung das Wirbelbettverfahren, welches sowohl wenig Energie als auch wenig Wartung benötigt und sich seit mehr als 15 Jahren als sehr robust erwiesen hat – selbst dann, wenn seitens der Mieter versehentlich Wandfarbe und Desinfektionsmittel eingeleitet wurden.
Seit 2011 überwachen und steuern Nolde und Büttner die Abwasseraufbereitung über das Internet. Das heißt, die Anlagensteuerung ist automatisiert und meldet Unregelmäßigkeiten per E-Mail oder SMS an den Betreiber. „Dadurch“, so Nolde, „konnten die Recycling-Erträge deutlich erhöht und der Wartungsaufwand gesenkt werden.“

Mögliches Einsatzgebiet/Einsparpotenzial
Und wer sind die typischen Auftraggeber? Grauwasserrecycling ist insbesondere dort lukrativ, wo viele Bewohner in mehrgeschossigen Gebäuden untergebracht sind, z. B. in Hotels, Wohnheimen und im mehrgeschossigen Wohnungsbau.
Im Ergebnis für Block 6 in Berlin-Kreuzberg dient das separat gesammelte Grauwasser den 250 Bewohnern nach Aufbereitung innerhalb des Gebäudes als Betriebswasser für die Toilettenspülung – und hilft ihnen so, etwa ein Drittel der Trink- und Abwassergebühren zu sparen.

Dauerhaft Grauwasser reinigen ohne Zusätze
Bei der Wirbelbett-Anlage im Berliner Block 6 durchläuft das Grauwasser neun Reinigungsstufen, bevor es „glasklar“ im letzten Behälter als Betriebswasser für die weitere Verwendung lagert. Die besondere Herausforderung bei diesem Objekt ist laut Nolde die hohe Belastung mit organischem Material, da im Gegensatz zu heute üblichen Grauwassersystemen hier zusätzlich Waschmaschinen und Küchenspülen angeschlossen sind. Partikel werden gleich zu Beginn des Reinigungsprozesses herausgesiebt. Erwünschte bio­logische Abbauprozesse kommen durch Belüftung des Wassers in Gang. Als Folge setzt sich Schlamm am Behälterboden ab, der periodisch abgelassen wird. Die hydraulische Aufenthaltszeit beträgt je nach Belastung etwas mehr als 24 Stunden. Wenn die Bedingungen stimmen, übernehmen Mikroorganismen, die sich von selbst in der Anlage ansiedeln, die Arbeit der Reinigung. Sandfilter und UV-Licht-Desinfektion sind die letzten Aufbereitungsschritte.
Zugaben von biologischen oder chemischen Stoffen sind nicht erforderlich. Ein Teil der Behälter hat Zapfventile, mittels denen Wasserproben zur Analyse gezogen werden können. Besucher erhalten von Nolde üblicherweise an der letzten Station der Prozesskette, dem Betriebswassertank, ein Glas gezapft – nicht zum Trinken, aber zum optischen und olfaktorischen Begutachten. Das Wasser ist, für Laien erstaunlich, frei von Geruch und glasklar. Die jahrelangen Untersuchungen im Rahmen der Forschungsprojekte bestätigen diesen subjektiv gewonnenen positiven Eindruck. Das Betriebswasser im Block 6 hat Badegewässerqualität. Deshalb darf es über die Toilettenspülung hinaus auch für die „Roof Water-Farm“ verwendet werden.  

Literatur:
– „fbr-Hinweisblatt H 202“. Hinweise zur Auslegung von Anlagen zur Behandlung und Nutzung von Grauwasser und Grauwasserteilströmen. Hrsg.: Fachvereinigung Betriebs- und Regenwassernutzung e. V. (fbr). Darmstadt, Okt. 2017
– König, K. W.: Grauwassernutzung – ökologisch notwendig, ökonomisch sinnvoll. Fachbuch mit farbigen Abbildungen, 1. Auflage, 130 Seiten. Verlag: iWater Wassertechnik, Troisdorf, 2013.
– Nolde, E.: Getrennte Erfassung von Grauwasser. Ein Weg zu mehr Ressourceneffizienz in der Siedlungswasserwirtschaft. In: fbr-Wasserspiegel, Ausgabe 1/17. Hrsg.: Fachvereinigung Betriebs- und Regenwassernutzung e. V. (fbr). Darmstadt, 2017

Autor:  Dipl.-Ing. Klaus W. König, Überlingen

 

Projektdaten Wasserkonzept Block 6
Adresse: Dessauer Str./Bernburger Str., 10963 Berlin
Fertigstellung: Im Rahmen der Internationalen Bauausstellung Berlin 1987
Begleitforschung: Technische Universität Berlin bis 1993
Optimierung/Umgestaltung: 2006 bis 2007
Auszeichnung: Preisträger des deutschlandweiten Wettbewerbs „365 Orte im Land der Ideen“, 2009
Erweiterung: Integration in das Verbundprojekt „Roof Water-Farm“, 2013 bis 2016
Präsentation: Im Rahmen des Ökologischen Stadtplans Berlin, 2017 unter www.stadtentwicklung.berlin.de/oekologischer-stadtplan/ sowie im Rahmen des „Roof Water-Farm“-Forschungsprojektes unter www.roofwaterfarm.com/neuigkeiten/

 

 

Regen- und Grauwasser: Qualität, Einsatzgebiete, Regelwerke
Regenwasser und aufbereitetes Grauwasser eignen sich für dieselbe Verwendung. Beide Arten gelten als Betriebswasser, das keine Trinkwasserqualität hat. Damit darf in Deutschland u. a. der Garten gegossen, die Toilette gespült und die Wäsche gewaschen werden. Mindestanforderung ist eine Wasserqualität gemäß der europäischen Badegewässerrichtlinie. Bei Stichproben werden regelmäßig deutlich bessere Werte, als dort gefordert, gefunden. Eine Nachweispflicht besteht nicht.
Derzeit wird in Abstimmung mit den europäischen Gremien ein einheitliches DIN-EN-Regelwerk erstellt, sowohl für die Regenwasser-, als auch für die Grauwassernutzung. Dies geschieht im DIN-Ausschuss NA 119-05-08 AA „Wasserrecycling“, seit dieser im Jahr 2013 als nationaler Spiegelausschuss des europäischen Arbeitskreises CEN/TC 165/WG 50 benannt wurde. EN 16941 ist als Teil 1 für Regenwasser bereits veröffentlicht, Teil 2 für Grauwasser wird für 2019 erwartet.

 

 

 

 

 

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Mon, 13 Aug 2018 10:35:15 +0200
news-26961 Feintuning für optimale Effizienz https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/feintuning-fuer-optimale-effizienz/ Die neue VDI 4645 bietet als praxisgerechter Handlungsleitfaden Hilfestellung für die Planung  

Elektrisch betriebene Wärmepumpen sind eine ökologische und wirtschaftliche Art der Wärmebereitung. Damit die Anlagen möglichst effizient arbeiten, sollte aber schon bei der Auslegung die Wärmeverteilung und Wärmenutzung, insbesondere der Aufwand für die Trinkwassererwärmung, berücksichtigt und das Gesamtsystem entsprechend fein abgestimmt werden. Eine wichtige Hilfestellung für planende Fachhandwerker bietet hier die neue VDI 4645.

Im Zuge der Energiewende werden die fossilen Energieträger Öl und Gas zunehmend durch regenerativ erzeugten Strom ersetzt. Das praxisgerechte Gegenstück zum klassischen Öl- oder Gaskessel wird damit vor allem in neuen, gut gedämmten Ein- und Zweifamilienhäusern die elektrisch betriebene Wärmepumpe. Um ein Höchstmaß an Effizienz zu erzielen, sollten elektrische Wärmepumpen aber grundsätzlich im Zusammenhang mit der nachgeschalteten Wärmeverteilung und -nutzung gesehen werden. Der Hintergrund: Die nur überschlägige Berechnung des Wärmebedarfs oder der Wärmeübergabe kann ansonsten schnell zu einer falsch dimensionierten Wärmepumpenanlage führen. Das sorgt im schlimmsten Fall für eine unzureichende Leistungsbereitstellung mit dann häufigem, unwirtschaftlichem Nachheizen – und beeinflusst dadurch wiederum direkt den zusätzlichen Strombedarf.
Seit März 2018 steht für diese Feinabstimmung des Gesamtsystems mit der als Weißdruck veröffentlichten VDI 4645 „Heizungsanlagen mit Wärmepumpen in Ein- und Mehrfamilienhäusern – Planung, Errichtung, Betrieb“ eine neue Arbeitsgrundlage zur Verfügung. Sie folgt der logischen Abfolge bei Planung und Errichtung von Wärmepumpenanlagen und sensibilisiert für die entscheidenden Einflussgrößen, die möglicherweise die Effizienz solcher Systeme beeinträchtigen könnten. Passend ergänzt wird sie durch die Schulungsrichtlinie in Blatt 1 der VDI 4645.

Berechnung als Grundlagenarbeit
Für qualifizierte Heizungsbauer fast selbstverständlich ist dabei der Einstieg über eine Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 – und zwar raumweise. So wird verhindert, dass es schon bei den Einstiegsgrößen für eine möglichst genaue Wärmebedarfsberechnung zu Unschärfen kommt, die letztlich in einem unwirtschaftlichen Anlagenbetrieb münden.
Zur präziseren Vorgehensweise gehört daher in diesem Zusammenhang auch die auf den jeweiligen Raum abgestimmte Auslegung der Wärmeübergabe bzw. Heizfläche sowie nicht zuletzt ein auf das Nutzerverhalten bedarfsgerecht abgestimmter Puffer- oder Trinkwarmwasserspeicher (Bild 1): Gerade in gut gedämmten Wohngebäuden, dem typischen Einsatzbereich elektrisch betriebener Wärmepumpen, macht der Energiebedarf für die Trinkwassererwärmung mittlerweile bis zu 50 % des Gesamtenergiebedarfs aus. Die Pufferspeicher stellen dadurch also einen wesentlichen Leistungsabnehmer für die Wärmepumpenanlage dar, können durch eine spezielle Schichtenladetechnik für die optimale Einlagerung unterschiedlich temperierter Wasserschichten aber gleichzeitig die Effizienz des Gesamtsystems messbar unterstützen.

Optimierte Wärmeverteilung
Naturgemäß hat die Art der Wärmeverteilung – Flächenheizung oder Radiatoren – aufgrund der stark unterschiedlichen Vorlauftemperaturen (ca. 32 °C gegenüber ca. 55 °C) maßgeblichen Einfluss auf die Effizienz einer Heizungsanlage. Idealerweise werden also Flächenheizsysteme eingesetzt, die dank deutlich geringerer Vorlauftemperaturen mit einem geringeren Temperaturhub auskommen, den die Wärmepumpe sonst wesentlich aufwändiger erzeugen müsste. In Bestandsanlagen wird allerdings oftmals nur der Wärmeerzeuger erneuert, die bestehende Wärmeverteilung soll aber weiter genutzt werden. In solchen Fällen hilft häufig schon der Austausch der Heizkörper gegen solche mit serieller Durchströmung, also mit raumseitig höheren Oberflächentemperaturen (Bild 2).

Abgestimmte Hydraulik
Die bis dato rein rechnerisch perfekt stimmige Kombination aus Wärmepumpe und Wärmeverteilung verliert in der Praxis schnell an Wert, wenn die Hydraulik des installierten Gesamtsystems nicht passt; Stichwort: hydraulischer Abgleich. Er wird zwar seit Jahren gefordert, nach aktuellen Erhebungen sind aber etwa 80 % der Wärmeverteilsysteme (Quelle: co2online) nicht hydraulisch abgeglichen – mit entsprechend negativen Auswirkungen auf die Effizienz der Heizungsanlage. Nicht zu vergessen sind in diesem Zusammenhang im Übrigen die notwendigen Einstellungen der aus der Planung abgeleiteten Systemparameter im Rahmen der Inbetriebnahme: Werksseitige Einstellungen, beispielsweise eine Heizgrenztemperatur von 20 °C am Wärmeerzeuger oder Systemparameter wie 55 °C Vorlauftemperatur bei Heizkörpern, mögen zwar praktisch sein, gehen in aller Regel aber an der Realität des energieeffizienten Einzelfalls vorbei. Hier sollte der Fachmann also analog zur Vorgehensweise nach VDI 4645 unbedingt die objektspezifischen Werte einstellen (Bild 3).

Umfassende Steuerung
Komplettiert wird die energetisch feinjustierte Wärmepumpenanlage schließlich durch eine Steuerung, die nicht allein witterungsgeführt sein sollte: Dann reagiert das System zwar auf Änderungen der Außentemperatur, das viel entscheidendere Nutzungsverhalten bleibt aber unberücksichtigt. Wesentlich zielführender sind hier Regelungen, die auf die aktuellen Referenzwerte der einzelnen Räume zugreifen und auf der Grundlage eines hinterlegten Algorithmus die Vorlauftemperatur der Heizkreise auf den jeweils ungünstigsten Raumbedarf abstimmen.
Intelligente Energiemanager beziehen bei derart abgestimmten Regelungen die Wärmegewinne aus Sonneneinstrahlung, inneren Wärmelasten oder die Auslastung einzelner Räume durch Personen nicht nur in die Steuerung der Wärmeverteilung ein, sondern korrigieren auf Basis dieser Daten die Heizkurve, so dass eine echte bedarfsgeführte Vorlauftemperatur erreicht wird (Bild 4). Einen zusätzlichen Beitrag zur Effizienzsteigerung der Wärmepumpenanlage mit abgestimmter Wärmeverteilung leisten solche Energiemanager, wenn sie cloudbasiert über einen Webbrowser auch aus der Ferne angesprochen werden können. So ist es möglich, zum Beispiel Raumtemperaturen punktgenau auf den Zeitpunkt der Rückkehr abgestimmt auf Wohlfühlniveau anzuheben oder bei länger andauernder Abwesenheit energiesparend abgesenkt zu halten (Bild 5).

Fazit
Die Veröffentlichung der neuen VDI 4645 als Weißdruck sorgt durch ihren strukturierten Aufbau praxisgerecht für eine Sensibilisierung beim Heizungsbau-Handwerk, Wärmepumpenanlagen ganzheitlich von der Wärmegewinnung über die Wärmeerzeugung bis zur Wärmeübergabe und Wärmenutzung zu betrachten. So ist schon in der Planung solcher Anlagen, im Neubau wie im Bestand, eine optimiert bedarfsgerechte Auslegung entlang der Zielgrößen Energieeffizienz und Wirtschaftlichkeit sichergestellt. Bei Heizungssanierungen bietet diese Feinplanung zudem einen Erfolg versprechenden Gesprächsansatz, über den reinen Heizungstausch hinaus den Bauherrn auch von einer zumindest teilweisen Erneuerung der Wärmeübergabe, beispielsweise durch den Austausch veralteter Heizkörper sowie der Durchführung eines hydraulischen Abgleichs zu überzeugen (Bild 6).

Autor: Harald Fonfara, ehemaliger Leiter Vorentwicklung der Kermi GmbH, Plattling. Er ist Mitglied im Gremium VDI 4645, Vorsitzender des Richtlinienausschusses VDI 4645, Blatt 1, und in zahlreichen weiteren Richtliniengremien sowie Fachausschüssen aktiv.

Bilder: Kermi

www.kermi.de

 

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Mon, 13 Aug 2018 09:19:05 +0200
news-26959 Die Vorstellung fällt ins Wasser https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/die-vorstellung-faellt-ins-wasser/ Fluten Sprinkleranlagen deutsche Theater?  

„Theater ahoi: Löschanlagen sorgen für Millionenschäden auf deutschen Bühnen“, „Kulturbürgermeisterin kritisiert Auflagen für Löscheinrichtungen“, „Wasser marsch auf dem Theater“: So oder ähnlich reißerisch sind Berichte über spektakuläre Wasserschäden an einigen deutschen Theatern übertitelt. Schuld seien – oft vereinfachend als „Sprinkler“ bezeichnet – automatische Löschanlagen, die „häufig aus ungeklärter Ursache“ auslösen würden. Im gleichen Atemzug werden vermeintlich unnötige und „zu teure“ Brandschutzauflagen kritisiert. Der Fachmann reibt sich verwundert die Augen, gelten doch gerade automatische Löschanlagen als ausgesprochen zuverlässig.

Automatische Löschanlagen detektieren nicht nur ein Feuer, sondern bekämpfen es aktiv. Brände werden bereits in der Entstehungsphase gelöscht oder bis zum Eintreffen der Feuerwehr wirksam eingedämmt. Das ist besonders in großen Theatern und Bühnen gefordert, wo in Dekorationen, Bühnenbildern und Magazinen häufig große Brandlasten verbaut oder gelagert sind. Elektrische Anlagen, Scheinwerfer und andere Bühnentechnik stellen vielfältige Zündquellen dar. Während der Vorstellungen sind zahlreiche ortsunkundige Besucher und Mitarbeiter anwesend, sodass für einen effektiven Personenschutz die Verhinderung eines Feuers und seiner Ausbreitung oberste Priorität haben. Aus diesem Grund schreiben die Landesbauordnungen basierend auf der Muster-Versammlungsstättenverordnung (MVStättVO) [1] für Theater und Bühnen ab einer bestimmten Größe unter anderem automatische Brandmeldeanlagen und Löschanlagen vor.

Flexible Löschtechnik
Für den Bühnenbereich von Großbühnen sieht die MVStättVO eine automatische Sprühwasserlöschanlage vor (Bild 1), die gleichzeitig den obligatorischen Schutzvorhang kühlt, der im Brandfall und in arbeitsfreien Zeiten heruntergefahren wird und den Zuschauerraum vom Bühnenraum trennt. Sprinkler sind hier wegen der meist großen Höhe der Bühne bzw. der Bühnenöffnung nutzlos. Während einer Aufführung wird die Löschanlage manuell von der vorgeschriebenen Brandsicherheitswache bedient. Die Automatik der Sprühwasserlöschanlage kann auch „während der Dauer der Anwesenheit der Verantwortlichen für Veranstaltungstechnik“ abgeschaltet werden [1], also beispielsweise bei Proben. Im manuellen Betrieb sind mit gut geschultem Personal versehentliche Fehlauslösungen äußerst unwahrscheinlich.
Im automatischen Betrieb lösen Sprühwasserlöschanlagen üblicherweise erst dann aus, wenn gleichzeitig zwei automatische Brandmelder ein Feuer erkannt haben. Auch diese Bedingung bietet eine hohe Sicherheit gegenüber Fehlauslösungen. Als Alternative zu Sprühwasser stehen Wassernebellöschanlagen zur Verfügung, die bei vergleichbarem Löscheffekt mit wesentlich weniger Löschwasser arbeiten und damit einen möglichen Wasserschaden weiter minimieren.

Sprinkler schützen zuverlässig
In anderen brandgefährdeten Räumen, z. B. in Magazinen und Werkstatträumen mit hohen Brandlasten, werden häufig Sprinkleranlagen eingesetzt (Bild 2). Diese verhindern auch in arbeitsfreien Zeiten zuverlässig die Ausbreitung von Entstehungsbränden, die sich sonst rasend schnell zu einem Vollbrand inklusive Totalverlust des Gebäudes entwickeln können.

Märchen und Mythen über Sprinkler
Über Sprinkler sind selbst bei Fachleuten zahlreiche Märchen und Mythen in Umlauf, die jeder Grundlage entbehren. So lösen Sprinkler nicht flächendeckend aus, sondern löschen selektiv nur in der Nähe des Brandherdes. Dabei verbrauchen sie weitaus weniger Löschwasser, als die Feuerwehr benötigen würde. Mit Sprinkleranlage kann deshalb ein Löschwasserrückhaltebecken deutlich kleiner dimensioniert werden. Der bvfa (Bundesverband Technischer Brandschutz) hat diese und weitere Märchen auf seiner Internetseite zusammengestellt [2].

Menschliches Versagen
Doch warum kommt es trotz ausgefeilter Technik immer wieder zu gleichwohl spektakulären Wasserschäden durch Löschanlagen? Die Antwort ist so einfach wie unbefriedigend: Häufig ist menschliches Versagen die Ursache. So hatte im Oktober 2017 ein Wartungstechniker versehentlich über der Hauptbühne zwei Brandmelder gleichzeitig ausgelöst. Obwohl in Revision, löste die Brandmeldeanlage Feueralarm aus. Der viel gescholtenen Sprühwasserlöschanlage blieb nichts anderes übrig, als die Ventile zu öffnen. Am Heiligen Abend 2017 hatten in der Berliner Staatsoper „Reinigungskräfte durch unbeabsichtigtes Fehlverhalten die Löschanlage in Funktion gesetzt“. Auch das Nicht-Abschalten der Brandmeldeanlage bei staubigen Bauarbeiten führt mit ziemlicher Sicherheit zu einem Täuschungsalarm. So geschehen im Jahr 2008 im Kleinen Haus in Dresden.
Der Bundesverband Technischer Brandschutz hatte sich in einem Arbeitskreis gemeinsam mit dem Verband der Sachversicherer (VdS) bereits im Jahr 2009 mit der Thematik beschäftigt. Auch die überwiegende Mehrzahl der dort untersuchten Fälle der Fehlauslösungen von Sprühwasserlöschanlagen ging auf fehlerhafte Bedienung zurück, beispielsweise durch das versehentliche Aktivieren der Handauslösung. In München wurde nach einer Bühnenprobe mit Rauch die Löschanlage zu früh wieder auf Automatikbetrieb umgestellt, sodass noch vorhandener Rauch die Brandmeldeanlage und damit die Sprühwasserlöschanlage auslöste. In Berlin wurde die Löschanlage nach dem Tausch des Anregerrohrnetzes gegen Rauchmelder durch ein Bühnenfeuerwerk ausgelöst (ein Anregerrohrnetz mit Auslösesprinklern detektiert Brände und steuert die Löschanlage hydraulisch an).

Wartung und Instandhaltung sind essenziell
Ebenso führt die unterlassene oder mangelhaft ausgeführte Wartung von Sicherheitsanlagen fast zwangsläufig zu technischen Fehlern (Bild 4) oder – noch schlimmer – zum Versagen im Brandfall (Bild 5). Einen ebenso großen Einfluss hat die regelmäßige Modernisierung der Anlagen (Bild 6). Wird diese unterlassen, sinkt die Verfügbarkeit der Anlage auch bei vorschriftsmäßiger Wartung nach einiger Zeit ab, bzw. die Fehlerwahrscheinlichkeit steigt stark an.
In der – normativ so vorgesehenen – Instandhaltung nach DIN 31051 ist die Modernisierung („Verbesserung“) fester Bestandteil. Der Instandhalter hat dazu im Zuge der Instandhaltungsarbeiten eine Analyse durchzuführen und dem Betreiber entsprechende Vorschläge zu unterbreiten. Die Betreiber von Löschanlagen sind auch direkt in der Pflicht: Sie haben entsprechend geschultes Personal zu benennen („Sprinklerwart“ mit Vertreter) und je nach Brandschutzkonzept für tägliche, wöchentliche und monatliche Kontrollen zu sorgen.
Als positives Beispiel stellvertretend für viele andere Häuser kann die Leipziger Oper gelten. Die Löschanlage wird von einem Meister für Sicherheitstechnik regelmäßig gewartet und betreut. Mit Erfolg: Seit 25 Jahren gab es weder einen größeren Brand noch einen nennenswerten Wasserschaden. Der bvfa (Bundesverband Technischer Brandschutz) hat auf seiner Internetseite zahlreiche Informationen zur fachgerechten Instandhaltung zusammengetragen [3].

Verhinderung von Fehlauslösungen
Der störungsfreie Betrieb von Löschanlagen beginnt bereits mit der Konzeption bzw. der Planung bei Neubau bzw. Modernisierung. Insbesondere die Auslösemechanismen im Automatikbetrieb von Sprühwasserlöschanlagen bedürfen besonderer Aufmerksamkeit. Eine hohe Sicherheit gegen Falsch- bzw. Täuschungs­alarme bieten beispielsweise vorgesteuerte Trockenanlagen (Typ A, „Anregungssprinkler“). Diese werden erst dann aktiv, wenn zwei Brandmelder bzw. ein Handfeuermelder und mindestens ein Sprinkler ausgelöst haben. Die automatische Ansteuerung einer Sprühwasserlöschanlage ausschließlich auf die Brandmeldeanlage zu stützen (mit Zweimeldungsabhängigkeit, Typ B), sollte sorgfältig mit dem Brandschutzkonzept abgestimmt werden. Die Richtlinie VdS 2109 [4] bietet jedenfalls mit hydraulischer, pneumatischer und elektrischer Auslösung bzw. auch Kombinationen davon alle Möglichkeiten.
Auch bei scheinbar harmlosen Umbauten im laufenden Betrieb sollte die Wirksamkeit bzw. die Konzeption der Löschanlage danach genau geprüft werden. So löste an Sylvester 2004 in Berlin ein Bühnenfeuerwerk die Sprühwasserlöschanlage aus, bei der das Anregerrohrnetz gegen Rauchmelder getauscht worden war. Natürlich hätte die Löschanlage jetzt vorher auf manuellen Betrieb umgestellt werden müssen.
Voraussetzung zur Verhinderung von manuellen Fehlauslösungen ist die sorgfältige Schulung des Personals. Auch die besten technischen Maßnahmen nützen nichts, wenn der falsche Schlüsselschalter betätigt wird.

VdS 2109 verbessert
Die Anwendungsrichtlinie für Sprühwasserlöschanlagen (VdS 2109) wurde auch im Hinblick auf den Schutz vor Fehlauslösungen überarbeitet. Gemäß Kapitel 6.9 (Theater und Bühnen) kann „nach Rücksprache mit den zuständigen Stellen“ jetzt ein nicht rastbarer Schlüsselschalter zur Unterbrechung des Wasserflusses in der Alarmventilstation eingesetzt werden. Im Notfall kann so der Schaden schnell begrenzt werden. Der Betreiber hat zur Bedienung während Proben bzw. Veranstaltungen mindestens zwei Personen abzustellen, die entsprechend eingewiesen/geschult sind.

Fazit
Automatische Löschanlagen schützen Theater und Bühnen zuverlässig vor den Auswirkungen eines Brandes. Seit vielen Jahren ist in Deutschland kein Feuer mit Toten oder Schwerverletzten mehr zu beklagen. Das Risiko von Fehlauslösungen lässt sich durch regelmäßige und fachgerechte Instandhaltung und Modernisierung sowie durch intensive Schulung der involvierten Mitarbeiter deutlich minimieren.
Nichtsdestotrotz sind auch die Hersteller von Löschanlagen in der Pflicht, den Schutz auch vor groben Fehlbedienungen weiter zu erhöhen. Die im bvfa (Bundesverband Technischer Brandschutz) zusammengeschlossenen Unternehmen arbeiten intensiv daran. Als weiterer Schritt wurde die VdS-Richtlinie 2109 überarbeitet. Die Anforderungen von Brandschutz, Denkmalschutz und Wirtschaftlichkeit in Theatern und Bühnen können nur von allen gemeinsam auf einen Nenner gebracht werden. Der bvfa setzt sich für einen regelmäßigen Austausch aller Beteiligten ein.

Literatur:
[1]    Musterverordnung über den Bau und Betrieb von Versammlungsstätten (Muster-Versamm­lungsstättenverordnung – MVStättVO). Fassung Juni 2005, zuletzt geändert Juli 2014
[2]    Die populärsten Märchen über Sprinkleranlagen und was dahintersteckt; bvfa. www.bvfa.de, unter Stationäre Löschtechnik/Wasser-Löschanlagen/Arten der Wasser Löschanlagen
[3]    Errichtung/Instandhaltung/Betrieb von Löschanlagen; bvfa. www.bvfa.de, unter Stationäre Löschtechnik/Wasser-Löschanlagen/Fachpublikationen
[4]    VdS 2109. VdS-Richtlinien für Sprühwasser-Löschanlagen, Planung und Einbau; VdS. shop.vds.de
[5]    Sprinkler Protected; bvfa, www.bvfa.de, unter Infothek

Autor: Dr. Wolfram Krause, Geschäftsführer des bvfa – Bundesverband Technischer Brandschutz e.V.

www.bvfa.de

 

Wasserlöschanlagen – zuverlässig und wirtschaftlich
In automatischen Löschanlagen wird Wasser mit Abstand am häufigsten als Löschmittel eingesetzt. Wasser ist preiswert, überall verfügbar und vielfältig einsetzbar. Man unterscheidet grob zwischen drei Anlagentypen.

Sprinkleranlagen
Sprinkleranlagen verteilen das Löschwasser über ein Rohrleitungssystem und Düsen (Sprinkler) selektiv am Brandort. Im Brandfall zerspringt eine Glasampulle und öffnet das Alarmventil des jeweiligen Löschbereiches. Nur dort wird das Feuer über die Sprinklerdüsen gelöscht, die restlichen Sprinkler bleiben geschlossen. In Bereichen, wo es auf eine besonders hohe Falschalarmsicherheit ankommt, werden häufig vorgesteuerte Trockenanlagen (Typ A) eingesetzt. Diese werden erst dann aktiv, wenn zwei Brandmelder bzw. ein Handfeuermelder und mindestens ein Sprinkler ausgelöst haben. Der bvfa zeichnet beispielhafte Sprinkleranlagen, die über die gesetzlichen Sicherheitsvorschriften hinausgehen, mit dem Gütesiegel „Sprinkler Protected“ aus [5].

Sprühwasserlöschanlagen
Sprühwasserlöschanlagen arbeiten im Gegensatz zu Sprinklern mit offenen Löschdüsen und verteilen das Wasser über den gesamten Löschbereich. Sie werden eingesetzt, wenn eine schnelle Brandausbreitung zu erwarten ist und/oder große Brandlasten vorhanden sind. Die Auslösung erfolgt üblicherweise durch Brandmeldeanlagen mit zwei Meldungsabhängigkeiten, um Fehlauslösungen zu vermeiden. Alternativ kann die Auslösung auch durch Düsen mit Glasampulle oder Schmelzlotelement bzw. manuell erfolgen.

 

 

 

 

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Mon, 13 Aug 2018 08:44:33 +0200
news-26958 Trinkwasserlösung bannt Gefahren https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/trinkwasserloesung-bannt-gefahren/ Wie ein bayrisches Pflegeheim möglichen Infektionsausbrüchen vorbeugt  

Ob Trinkwasserinstallationen, Duschen, Klimaanlagen oder Nasskühltherme: Überall dort, wo Wasser versprüht wird, können sich infektiöse Partikel über die Luft verbreiten und beispielsweise so zur Quelle eines Legionellen-Ausbruchs werden. Gerade in der Altenpflege stellen Infektionen eine ernstzunehmende Gefahr dar. Die Betreiber des Pflegeheimes Lutherstift im oberfränkischen Oberkotzau sehen sich gewappnet.

Um die Trinkwasserhygiene für die mehr als 100 Bewohner und Mitarbeiter des Hauses sicherzustellen, setzen die Verantwortlichen auf Lösungen des Sanitärherstellers WimTec. Hintergründe schildert Heiko Schleicher, der im Pflegeheim als Haustechniker arbeitet: „Mit manuell bedien­baren Duschen gab es in der Vergangenheit Probleme mit der Hygiene, sodass eine Nachrüstung auf elektronische Modelle notwendig wurde.“ Technische Voraussetzungen sollten eine thermische Desinfektion samt Verbrühschutz sein. Um die Nachrüstung möglichst kostenschonend zu gestalten, sollten die bestehenden Brausestangen verwendet und die barrierefreien Griffe nicht versetzt werden.
Mit dem „HyPlus“-Konzept bot WimTec eine Lösung an. Dahinter verbergen sich Armaturen, die an jeder Wasserabgabestelle nachgerüstet und zur Freispülung des stagnierenden Wassers genutzt werden können. Im Pflegeheim Lutherstift wurde zunächst mit Batteriebetrieb das elektronische Duschpaneel „PROOF P6“ verbaut. Dabei waren laut Hersteller keine Stemmarbeiten erforderlich. Der Installateur musste die alten Hebelmischer ausbauen, Übergänge schaffen und die neuen Duscharmaturen anschließen. Im alltäglichen Einsatz hätten sich die Paneele bewährt, so Schleicher, der ein positives Zwischenfazit zieht: „Die Bedienung funktioniert tadellos.“ Nach Aussage des Haustechnikers schätzen die Mitarbeiter, dass sich Zusatzfunktionen im Alltag leicht aktivieren lassen. Demnach können die Heißwasserfreigabe zur thermischen Desinfektion oder der Reinigungsstopp mittels Magnetstift ausgelöst werden.

Freispülung für maximale Trinkwasserhygiene
Oliver Gabler hat das Projekt für WimTec betreut. Er sagt: „Die effizienteste Möglichkeit zur Sicherstellung der Trinkwasserhygiene bis zum Punkt der Wasserent­nahme ist das Freispülen der Leitungen mittels Spülautomatik. Das spart im laufenden Betrieb sogar Geld.“ Denn dank der Automatik werde Wasser nur bei unzureichender Nutzung oder im Fall von Betriebsunterbrechungen ausgespült. Zudem werde „den mit Schadensfällen einhergehenden Kosten vorgebeugt“. Dazu zählten etwa Schadensersatzzahlungen an betroffene Personen oder vom Gesundheitsamt verordnete Maßnahmen zur Wiederherstellung der Trinkwasserhygiene.
Zwei Faktoren sind laut WimTec die Ursachen, wie Trinkwasser zur Gefahr wird: Stagnation und eine den normativen Vorgaben nicht entsprechende Wassertemperatur. Trinkwasserinstallationen seien auf Maximalbelegung ausgelegt. Der Wasserverbrauch pro Kopf sinke jedoch seit Jahren beständig. Um dem Rechnung zu tragen, wurden normative Vorgaben an die Installationsquerschnitte im Zuge der Überarbeitungen der DIN 1988-300 verkleinert. Daraus resultiert nach Ansicht des Sanitärherstellers, dass alle vor dem Jahr 2012 geplanten Gebäude nach den nun gültigen, allgemein anerkannten Regeln der Technik überdimensioniert sind.
Hinzu komme der Faktor Mensch. Denn Stagnation werde auch durch eine unregelmäßige oder ausbleibende Nutzung von Wasserabgabestellen gefördert. Beispiele im Klinik- und Pflegebereich seien schwankende Belegungen von Zimmern, unregelmäßig genutzte Personalduschen oder selten benutzte behindertengerechte Toiletten. Die Folge sei Stillstand, und der sorge dafür, dass ein bestimmungsgemäßer Betrieb laut VDI/DVGW 6023 nicht mehr gegeben sei. Mit der jetzigen Trinkwasserlösung seien solche Gefahren im bayrischen Pflegeheim Lutherstift gebannt.

Bilder: WimTec

www.wimtec.de

 

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Mon, 13 Aug 2018 08:39:54 +0200
news-26872 Schütz: Überfüllsicherung für Öltanks https://www.ikz.de/heizungstechnik/news/detail/schuetz-ueberfuellsicherung-fuer-oeltanks/ Schütz bietet ab sofort ein neues System zur Überfüllsicherung von Öltanks an: Insbesondere bei Batterie­tanksystemen ist eine verlässliche Abschaltung der Befüllung jedes einzelnen Tanks in der Kette wichtig.  

 „Niv-O-Stop“ überwacht die Anlage mittels Grenzwertgeber im ersten und Schwimmerschalter in jedem weiteren Tank. Das System lässt sich auch für bestehende Tankanlagen nachrüsten.

Schütz GmbH & Co. KGaA, Schützstr. 12, 56242 Selters, Tel.: 02626 77-0, Fax: -330, info2@schuetz.net, www.schuetz.net

 

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Mon, 13 Aug 2018 07:03:00 +0200
news-26900 Grenzen bei der Zahlung von Sicherheiten https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/grenzen-bei-der-zahlung-von-sicherheiten/ Roland Kandel, Fachanwalt für Bau- und Architektenrecht, über die Regelung von Sicherheitszahlungen in Bauverträgen  

Je nach Größe des Bauobjekts muss der SHK-Handwerksbetrieb als Auftragnehmer für die Ausführung seines Gewerks Sicherheitszahlungen leisten. Doch wann muss er die Forderungen des Bauherrn akzeptieren? Und in welchem Umfang? Gibt es Fallstricke? Diese und weitere Fragen beantwortete Fachanwalt Roland Kandel.

IKZ-HAUSTECHNIK:
Herr Kandel, wann müssen Handwerker eigentlich Sicherheiten leisten?
Roland Kandel: Eine gesetzliche Regelung gibt es nur bei bestimmten Verbraucherverträgen. Sonst müssen Handwerker als Auftragnehmer Sicherheiten dann leisten, wenn sie vertraglich vereinbart sind. Es muss dazu eine konkrete Abrede vorliegen. Also zum Beispiel im Wortlaut: „Der Auftragnehmer verpflichtet sich zur Stellung einer Gewährleistungssicherheit in Höhe von Euro xy.“
Die Vereinbarung der VOB/B als solche verpflichtet nicht zur Stellung einer Sicherheit. Dort ist nur geregelt, wie eine Sicherheit zu stellen ist, wenn eine solche vereinbart wird.

IKZ-HAUSTECHNIK: Sie sprechen hier konkret die Gewährleistungssicherheit an. Gibt es noch andere Formen?
Roland Kandel: Eine Sicherheitsleistung kommt generell in drei Fällen in Betracht:

  • als Vorauszahlungssicherheit, wenn der Auftraggeber Vorauszahlungen auf die noch vom Auftragnehmer zu verdienende Vergütung leistet,
  • als Vertragserfüllungssicherheit oder
  • als Gewährleistungssicherheit.


Nicht ungebräuchlich ist es, einzelne Sicherheiten vom Sicherungszweck auch auf Regressansprüche des Auftraggebers unter anderem nach dem Arbeitnehmer-Entsendungsgesetz zu erweitern.

IKZ-HAUSTECHNIK: Können Sie diese Erweiterung erklären?
Roland Kandel: Wenn ein Auftraggeber, z.B. als Generalunternehmer, einen Subunternehmer beauftragt, besteht eine Haftung des Auftraggebers gegenüber den Arbeitnehmern dieses Subunternehmers und gegenüber anderen, z.B. der Soka Bau, auf Zahlung des Mindestlohns und Abführung der Beiträge an die Soka Bau. Um sich hier abzusichern, wird häufig vereinbart, dass die vom Auftragnehmer zu stellende Gewährleistungssicherheit oder Vertragserfüllungssicherheit auch die Ansprüche des Auftraggebers wegen etwaiger Zahlungen im Rahmen des Arbeitnehmer-Entsendungsgesetzes umfasst.

IKZ-HAUSTECHNIK: Was muss ein Handwerker hier beachten? Was empfehlen Sie ihm?
Roland Kandel: Die Art der Sicherheitsleistung sollte möglichst vertraglich vereinbart werden, gegebenenfalls auch durch die Einbeziehung von §17 VOB/B. Ist nichts zur Art der Sicherheit vereinbart, gilt §232 BGB. Danach ist die Sicherheit durch Hinterlegen beim Amtsgericht, durch bestimmte Formen der Verpfändung, durch Hypothekenbestellen oder durch Bürgschaft möglich.

IKZ-HAUSTECHNIK: Welche dieser Formen sind in der Praxis üblich?
Roland Kandel: Es sind zwei Arten: die Sicherheit durch Einbehalt von der Vergütung und die Bürgschaft. Bei der Sicherheitsleistung durch Einbehalt sollte der Auftragnehmer darauf achten, dass der einbehaltene Betrag vom Auftraggeber auf ein Sperrkonto im Sinne von §17 Abs. 5 VOB/B eingezahlt werden muss. Verbleibt der Einbehalt auf allgemeinen Konten des Auftraggebers, ist der Anspruch auf Auszahlung nicht insolvenzfest.
Bei der Sicherheit durch Bürgschaft hat der Auftragnehmer den Vorteil, dass die Vergütung ungekürzt ausgezahlt werden muss und er damit nicht bei Ende der Sicherungsfrist mit dem Auftraggeber über die Freigabe des Bareinbehaltes streiten muss.

IKZ-HAUSTECHNIK: Gibt es Unterschiede zwischen privaten und öffentlichen Auftraggebern und wo sind die entsprechenden Bestimmungen geregelt?
Roland Kandel: Der zentrale Unterschied besteht darin, dass der öffentliche Auftraggeber im Regelfall nach der VOB/A vergeben muss. § 9c VOB/A begrenzt dabei für öffentliche Auftraggeber die Möglichkeit, Sicherheit zu verlangen. Regelmäßig keine Sicherheitsleistung verlangen kann er bei Auftragssummen unter 250000 Euro. Außerdem ist die Sicherheitenhöhe auf 5% als Vertragserfüllungssicherheit beschränkt und auf 3% bei der Mängelsicherheit. Eine entsprechende Beschränkung für private Auftraggeber besteht nicht.

IKZ-HAUSTECHNIK: Was gilt dann bei privaten Bauherren?
Roland Kandel: Wenn der Unternehmer bei einem Verbraucherbauvertrag Abschlagszahlungen verlangt, muss er dem Verbraucher unaufgefordert eine Sicherheit in Höhe von 5% der vereinbarten Gesamtvergütung stellen. Damit wird die rechtzeitige und mangelfreie Herstellung des Bauvorhabens sichergestellt. Wird diese Sicherheit nicht gestellt, kann der Verbraucher einen Bareinbehalt vornehmen oder die Zahlung in Höhe der geschuldeten Sicherheit verweigern. Bei Erweiterungen des Auftrages kann der Verbraucher unter bestimmten Voraussetzungen eine weitere Sicherheit beanspruchen.
Verbraucherbauverträge sind allerdings nur solche Verträge, die auf den Bau eines neuen Gebäudes oder erhebliche Umbaumaßnahmen bei einem Bestandsgebäude gerichtet sind. Verträge über Einzelgewerke erfüllen diese Voraussetzungen regelmäßig nicht.
Bei Verträgen mit Unternehmern als Auftraggebern gibt es keine gesetzlichen Regelungen zu Sicherheiten. Hier ist maßgeblich, was vereinbart wird, wobei regelmäßig auf Allgemeine Geschäftsbedingungen abzustellen sein wird.

IKZ-HAUSTECHNIK: Sie haben ein wichtiges Stichwort gegeben: Allgemeine Geschäftsbedingungen. Sicherheitenvereinbarungen können ja auch dort geregelt sein, richtig?
Roland Kandel: Sicherheitenvereinbarungen durch AGB sind grundsätzlich zulässig und üblich. Sie müssen bei öffentlichen Auftraggebern allerdings die Grenzen von §9c VOB/A beachten.
Bei privaten Auftraggebern sind AGB-Regelungen zulässig, soweit die Sicherungshöchstgrenzen nicht überschritten werden. Die Rechtsprechung akzeptiert insoweit eine Sicherheitenhöhe von 10% der Auftragssumme bei der Vertragserfüllungssicherheit und von 5% bei der Gewährleistungssicherheit. Vorauszahlungssicherheiten sind jedenfalls in Höhe des Vorauszahlungsbetrages zulässig.

IKZ-HAUSTECHNIK: Wann sind Allgemeine Geschäftsbedingungen denn hinsichtlich von Sicherheiten unwirksam?
Roland Kandel: AGB des Auftraggebers können vor allem dann unwirksam sein, wenn sie zu einer Übersicherung führen, also z.B. unzulässige Kumulierungen von Sicherheiten bewirken. Das kann auch dadurch eintreten, dass verschiedene Sicherheiten sich zeitlich überschneiden. Auch Fälligkeitsregelungen für die Vergütung können zu einer Unwirksamkeit der Sicherheitenabrede führen, wenn sie zur Konsequenz haben, dass der Auftraggeber eine zu hohe Sicherheit, insbesondere in der Kombination Bürgschaft und Einbehalt, haben darf.

IKZ-HAUSTECHNIK: Was sollte der Handwerker generell bei Klauseln im AGB beachten? Was empfehlen Sie?
Roland Kandel: Die von Auftraggebern verwandten Klauseln zu Sicherheiten dürfen nie isoliert betrachtet werden, sondern sind immer auch im Kontext mit den Bestimmungen zur Fälligkeit der Vergütung zu beurteilen. Klarheit zur Wirksamkeit der Sicherheitsabrede kann daher regelmäßig nur eine Überprüfung des gesamten Vertragstextes bieten. Da die Rechtsprechung in der letzten Zeit mehrere Klauseln von AGB der Auftraggeber für unwirksam erklärt hat, ist derzeit die Vertragsgestaltung durch die Auftraggeber in einer Umbruchphase, in der die Grenzen des noch Erlaubten ausgetestet werden. Es lohnt sich daher, entsprechende Verträge durch einen Fachmann auf ihre Wirksamkeit prüfen zu lassen.

IKZ-HAUSTECHNIK: Positiv für unsere Handwerksbetriebe also.
Roland Kandel: Ja, aber zu beachten sind auch Anpassungen der Sicherheitenhöhe bei Veränderungen des Auftragsumfangs. Bei Zusatzforderungen – z.B. infolge von Anordnungen des Auftraggebers – kann bei Verbraucherbauverträgen eine weitere Sicherheit in Höhe von 5% des zusätzlichen Vergütungsanspruchs einbehalten werden, wenn die Änderungsvergütung die ursprüngliche Gesamtvergütung um mehr als 10% übersteigt. Der Verbraucher hat dabei die Wahl zwischen Zurückbehaltungsrecht und Sicherheitsleistung. Bei anderen Bauverträgen können entsprechende Nachsicherungsansprüche ebenfalls vereinbart werden.

Das Interview führte Angela Kanders, freie Journalistin, für die IKZ-HAUSTECHNIK

 

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Mon, 13 Aug 2018 07:01:00 +0200
news-26855 Kuhfuss Delabie: Installationssystem für wandhängendes WC https://www.ikz.de/sanitaertechnik/news/detail/kuhfuss-delabie-installationssystem-fuer-wandhaengendes-wc/ „Tempofix 3“ von Kuhfuss Delabie ist ein selbsttragendes Installations­sys­tem für wandhängende WCs. Es kann in Wandstärken ab 120 mm installiert werden. Das System ist mit Selbstschluss-Druckspülern mit Zweimengenspülung oder mit elektronischen Druckspülern ausgestattet. Spül- und Abflussrohr werden durch Klick-Verbindungen montiert.  

Das Gestell des Installationssystems ist aus pulverbeschichtetem Stahl. Die Bauweise gewährleistet nach Herstellerangaben eine Widerstandsfähigkeit gegenüber Verformungen. Demnach hält „Tempofix 3“ Belastungen von bis zu 400 kg stand und ist selbsttragend auf Böden mit mindes­tens 350 kg/m³. Die Montage auf nicht tragendem Boden (z.B. Parkett oder Fußbodenheizung) ist mit Wandverankerungen möglich.

Kuhfuss Delabie GmbH, Pariser Bogen 3, 44269 Dortmund, Tel.: 0231 496634-0, Fax: -13, info@kuhfuss-delabie.de, www.kuhfuss-delabie.de

 

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Sun, 12 Aug 2018 08:02:00 +0200
news-26865 DOYMA: Einfach – Schnell – Sicher https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/doyma-einfach-schnell-sicher/ Mit der neuen Generation Dichtungssysteme „Curaflex Nova“ verbindet DOYMA „den komfortablen Einbau“ mit „höchstem Nutzen“.  

Ob eine Standardlösung für gängige Medienleitungen („Curaflex Nova Uno“), eine flexible Abdichtung für unterschiedliche Medienleitungen („­Curaflex Nova ­Multi“) oder ein Spezialist für oberflächenstrukturierte, empfindliche Rohre („­Curaflex Nova ­Senso“): „Einfach, schnell und sicher“ – das sind nach den Worten des Herstellers die herausragenden Eigenschaften der Produktserie. Einfach, weil sie „bei allen Lastfällen“ abdichtet. Schnell, weil kein Drehmomentschlüssel notwendig ist (Montage mit Akkuschrauber möglich). Und sicher, weil ­DOYMA 25 Jahre Garantie verspricht.

DOYMA GmbH & Co, Industriestr. 43-47, 28876 Oyten, Tel.: 04207 9166-300, Fax: -199, info@doyma.de, www.doyma.de

 

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Sat, 11 Aug 2018 07:33:00 +0200
news-26948 Datenübertragung ohne SSL-Verschlüsselung kann abgemahnt werden https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/datenuebertragung-ohne-ssl-verschluesselung-kann-abgemahnt-werden/ Konstanz.&nbsp; Seit mehr als zwei Monaten ist die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) in Kraft. Vollends umgesetzt wurde sie auf zahlreichen Homepages aber noch nicht. „Viele Unternehmen haben zwar ihre Datenschutzerklärung aktualisiert, aber ihre Webseiten nicht ausreichend geschützt“, sagt Jan Benz, Beauftragter für Innovation und Technologie bei der Handwerkskammer Konstanz.  

Derzeit läge die Datenübertragung ohne SSL-Verschlüsselung im Fokus von Abmahnanwälten.
Betroffen sind Firmenwebseiten, die noch über eine -Adresse angesteuert werden, statt über die sichere Variante . Diese Umstellung sei vor allem wichtig, wenn auf der Firmenwebseite ein Kontaktformular für die Kommunikation mit dem Unternehmen zur Verfügung gestellt werde. Denn eine SSL-Verschlüsselung (https://) sei die Mindestanforderung nach Art. 32 DSGVO, um personenbezogene Daten erheben und verarbeiten zu dürfen. Ein Verstoß dagegen kann abgemahnt werden.
Aktuell wurden in Berlin Fälle bekannt, in denen Firmen auf Basis dieses Sachverhaltes Abmahnungen mit Forderungen zwischen 8500 und 12.500 Euro erhalten haben. Es gäbe jedoch noch kein rechtskräftiges Urteil, so dass die tatsächliche Höhe möglicher Schadensersatzansprüche unklar sei.
Die Handwerkskammer Konstanz rät, die Firmenwebseite auf https:// umzustellen. Betroffene Unternehmen sollten dazu ihren Webseitenbetreiber kontaktieren oder sich bei der Firma, mit deren Software sie ihren Internetauftritt erstellt haben, über das Vorgehen erkundigen.

www.hwk-konstanz.de

 

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Fri, 10 Aug 2018 09:01:00 +0200
news-26894 Management des Lebenszyklus von Gebäuden mit BIM https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/management-des-lebenszyklus-von-gebaeuden-mit-bim/ Einsatzmöglichkeiten von Building Information Modeling im Praxisbeispiel  

Die Strategie, die Paul Daugalis als Geschäftsführer des litauischen Unternehmens Huaas Engineering verfolgt, ist visionär: Das Management des kompletten Lebenszyklus von Gebäuden aus einer Hand. Als Tochter der norwegischen Hugaasgruppen bietet es Dienstleitungen von Design und Planung über den Bau bis hin zum Facility Management und zum Abbruch von Gebäuden. Um die vielen verschiedenen Arbeitsbereiche und Prozesse effizient zu koordinieren, haben sie die Methode des Building Information Modelings (kurz BIM) eingeführt. Mit diesem Ansatz hat Hugaas Engineering im litauischen Open-BIM-Wettbewerb 2016 in der Hauptkategorie „Bestes integriertes BIM-Projekt“ sowie in der Nebenkategorie „Bestes TGA-BIM-Projekt“ für den neuen Hauptsitz „Mooya Fellesbygg“  in Norwegen gewonnen.
Obwohl Hugaas Engineering in Litauen sitzt, ist die Firma tief in Norwegen verwurzelt. Unter dem Dach der Hugaasgruppen agierend, entwickelt sie daher überwiegend schlüsselfertige Lösungen für den norwegischen Markt. „Wir sind auf Sportzentren, Industrie- und Gewerbebauten, landwirtschaftliche Bauten sowie Einkaufscenter spezialisiert“, erklärt Daugalis. Alle Disziplinen werden abgedeckt: Architektur, Betonbau, Tragwerke, Elektro, Automation, Sanitär, Heizung, Klima, Lüftung und mittlerweile auch die Instandhaltung.

Ein ausgezeichnetes BIM-Projekt
Als Hugaas Engineering sich als jüngste der teilnehmenden Firmen (gegründet in 2013) bei dem Open-BIM-Wettbewerb anmeldete, wollte das Unternehmen unbedingt ein Projekt mit persönlichem Bezug einreichen. „Wir haben uns für dieses Projekt entschieden, weil es uns sehr am Herzen liegt. Unser neuer Hauptsitz vereint und veranschaulicht alle unsere Kompetenzen in einem Gebäude”, erzählt Daugalis. „Die Struktur von Mooya Fellesbygg ist vielleicht nicht sehr komplex – drei Etagen auf insgesamt 3300 m² – aber alle Disziplinen innerhalb unseres Teams waren beteiligt. Das Projekt verdeutlicht, wie gut nicht nur Hugaas Engineering arbeitet, sondern wie die gesamte Gruppe, Hugaas Entreprenor, Front Energi, Front Tech, Hugaas Construction, zusammengearbeitet und die Planung umgesetzt hat.“ Er fügt stolz hinzu: „Es war richtige Teamarbeit!”
Zwar war die Struktur des Projektes nicht komplex, aber die Planung, die sich über alle Disziplinen, Teams und sogar Landesgrenzen erstreckte, erwies sich als umso umfassender. Daugalis gibt zu: „Die Zusammenarbeit über eine Entfernung von 1500 km zwischen Vilnius und Trondheim war definitiv eine Herausforderung. Die Kommunikation konnte gelegentlich ganz schön schwierig sein.“ Die Lösung: Building Information Modeling. „Der BIM-Prozess ist eine Methode, die es uns erlaubt, mit den Firmen unserer Gruppe zu kommunizieren und zu interagieren. So sind wir in der Lage, unsere Ideen auszutauschen und sicherzustellen, dass das Endergebnis auch genau so ist, wie wir es uns vorgestellt haben. Die Visualisierung des Modells gibt die Situation besser wieder und zeigt genau auf, wo beim Bau möglicherweise Probleme entstehen, sodass wir schon im Vorfeld eine Lösung finden können. BIM ist der einzige Weg.”

Mit BIM läuft der „Motor des Gebäude-Lebenszyklus“ rund
Hugaas Engineering benötigte ein Werkzeug, das sich in die ganzheitliche BIM-Strategie eingliederte. Da bereits eine der Schwesterfirmen mit der Open-BIM-Software DDS-CAD plante, entschied Daugalis sich ebenfalls dafür. „Die Kompatibilität mit unserer restlichen Software sowie die problemlose Kooperation mit unseren norwegischen Kollegen war ein Vorteil, den DDS-CAD uns bot. Mit DDS-CAD können unsere Ingenieure detaillierte Modelle erstellen, die exakt simulieren, wie sich das gesamte Bauwerk tatsächlich verhält. Unsere Ingenieure sind der Meinung, dass es sich um die schnellste Plattform auf dem Markt handelt. Denn wenn man acht bis zehn Stunden am Tag an einem Projekt sitzt, dann wünscht man sich eine Software, die mit einem mithalten kann. Und unsere Ingenieure sind schnell“, begründet Daugalis seine Wahl.
Gemäß Daugalis sind sie vom konzeptionellen Design bis zur schlüsselfertigen Übergabe des Gebäudes momentan bis zu sechs Monate schneller als ihre Mitbewerber, die mit eher traditionellen Methoden arbeiten. Er berichtet weiterhin, dass das BIM-Werkzeug nicht nur Zeit spare, sondern insbesondere Fehler drastisch reduziere. Das gelte nicht nur für die TGA-Bereiche, sondern auch für die baulichen Arbeiten. „Nachdem alle Fachmodelle integriert sind und wir die Kollisionskontrolle durchgeführt haben, wissen wir ganz sicher, dass die geplanten Installationen akkurat sind. Dass beispielsweise keine Rohre an falscher Stelle durch Stahlträger laufen”, sagt Daugalis.
Diese Genauigkeit ist besonders wichtig, da Paul Daugalis den TGA-Bereich als den kritischsten der Branche sowie als den „Motor des gesamten Gebäude-Lebenszyklus“ betrachtet. Daugalis betont: „Die Installationen benötigen eine gewisse Pflege. Sie verbrauchen z. B. Energie oder Ähnliches, im Gegensatz zur baulichen Struktur, die nur dasteht und ‚hübsch aussieht‘. Das hilft uns, für unsere Kunden die beste Wertschöpfung über den gesamten Lebenszyklus hinweg zu erzielen. Klar können wir die günstigsten Bauteile einsetzen. Die Kosten der Instandhaltung können dann aber sehr hoch sein, wenn die Komponenten nach nur 5 Jahren Betrieb ausfallen oder zu viel Strom verbrauchen.“

Hugaas Engineering denkt BIM weiter
Daugalis glaubt, dass diese Weitsicht der entscheidende Vorteil im Open-BIM-Wettbewerb war. Hugaas Engineering hat als einziges Unternehmen die Instandhaltung berücksichtigt und in die Planung einbezogen. „Wir arbeiten mit einem internen Team vom Start eines Projektes bis zum Abschluss und unterstützen unsere Kunden darüber hinaus auch die nächs­ten zehn bis dreißig Jahre, in denen sie das Gebäude betreiben.” Seiner Ansicht nach wird BIM noch interessanter, nachdem das Projekt fertig geplant ist. Er ist überzeugt: „Wir werden zukünftig erleben, dass BIM auch während des Betriebes und zur Instandhaltung der Objekte eingesetzt wird. Die Informationen, die in den BIM-Modellen angereichert sind, stellen sicher, dass wir unseren Kunden die bes­ten Lösungen und im Verlauf der Zeit auch den größten Mehrwert garantieren – mit verlässlicher Ausrüstung und optimalem Energieverbrauch. Das ist unsere Vision und unser Ziel.“

Autorin: Katharina Duric, Data Design System

Bilder:  Data Design System GmbH

www.dds-cad.de

www.hugaasengineering.com

 

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Fri, 10 Aug 2018 08:02:00 +0200
news-26876 Deutsches Pelletinstitut: Fördermittelrechner für Pellet­heizung und Pelletofen https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/deutsches-pelletinstitut-foerdermittelrechner-fuer-pelletheizung-und-pelletofen/ Einen Online-„Fördermittelrechner“ für Pelletfeuerungen bietet das Deutsche Pelletinstitut (DEPI) auf seiner Website an. Das Tool umfasst sämtliche Förderfälle im BAFA-Teil des Marktanreizprogramms für Pelletheizungen, Pelletkaminöfen, Holz- und Kombikessel inklusive APEE sowie einen Großteil der Fördermöglichkeiten für Solaranlagen.  

Nutzern wird am Ende die mögliche Gesamtfördersumme nach Programmteilen angezeigt. Dazu erklärt Martin Bentele, Geschäftsführer des DEPI: „Klimafreundliche Holzfeuerungen erhalten momentan so viel Fördergeld wie noch nie. Vielen Heizungsbetreibern ist aber gar nicht bewusst, dass sie mit der geschickten Kombination der – zugegeben – komplexen Programmteile mehrere Tausend Euro erhalten können. So erhalten Heizungstauscher mindestens 7800 Euro für Pelletkessel und Solaranlage, wenn sie die MAP-Förderung und den APEE-Zusatzbonus beantragen.“ Der DEPI-Fördermittelrechner berücksichtigt neben der Basisförderung auch weitere Möglichkeiten von MAP und APEE. „Im Zusammenhang mit einer Förderung ist auch wichtig zu wissen, dass Anträge auf Förderung nun vor Auftragsvergabe online gestellt werden müssen“, ergänzt das DEPI.
Der Online-„Fördermittelrechner“ seht unter dem Link depi.de/de/foerderprogramme zur Verfügung.

 

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Fri, 10 Aug 2018 07:12:00 +0200
news-26957 Ultrafiltration als Lösungsbaustein https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/ultrafiltration-als-loesungsbaustein/ Sanierung von Trinkwassersystemen in Altbauten  

Altbauten haben mit ihren oft verzweigten Leitungsnetzen häufig mit Legionellen zu kämpfen. Konventionelle Maßnahmen wie thermische oder chemische Desinfektion sind entweder aus baulichen Gründen oft nicht durchführbar oder bringen nicht die erwünschten dauerhaften Erfolge. Membranfiltrationsanlagen am Hauswassereingang und ggf. in der Warmwasserzirkulation haben sich hier im Zusammenspiel mit weiteren technischen Maßnahmen als Lösungsansatz erwiesen.

Eine effektive und dauerhaft wirksame Sanierung von mit Legionellen befallenen Trinkwasserversorgungsanlagen ist anspruchsvoll. Gerade in Altbauten ist es oft nicht oder nur mit hohem Aufwand möglich, alle technisch sinnvollen Maßnahmen zu ergreifen, z. B. Totstränge zu entfernen, den hydraulischen Abgleich zu schaffen oder die Dämmung der Rohrleitungen nachzubessern. Zudem lassen die verwendeten Rohrleitungsmaterialien in alten Gebäuden, z. B. verzinkter Stahl, den Einsatz von Chemikalien oder auch die regelmäßige Anwendung hoher Temperaturen nicht zu. Nicht zuletzt erwärmen die in Altbauten oft schlecht gedämmten Warmwasserleitungen die nahebei verlegten Kaltwasserleitungen, in denen sich Legionellen dann ebenfalls sprunghaft vermehren können.

Keimwachstum in Leitungsnetzen
Doch woher kommen die Legionellen? Legionellen sind natürlicher Bestandteil des Bodens und kommen damit in geringen Konzentrationen in jeder Wasserversorgung vor. Von dort werden sie in die Gebäude gespült, wo sie sich bei entsprechendem Nährstoffangebot und Wassertemperaturen von > 20 °C vermehren. Gelangen sie beispielsweise beim Duschen in die Lunge des Menschen, kann dies zur Legionärskrankheit, einer schweren Lungenentzündung, führen. Jedes Jahr erkranken laut Robert-Koch-Institut (RKI) bis zu 30 000 Menschen in Deutschland an einer solchen Lungenentzündung, etwa 1200 sterben daran.
Legionellen ernähren sich u. a. von toten Bakterien und anderen gelösten organischen Kohlenstoffen, die sie in den Leitungsnetzen in hoher Zahl vorfinden. Sie leben im Biofilm der Wasserleitungen, der ihnen Schutz vor aggressiven Umwelteinflüssen wie beispielsweise Hitze oder Desinfektionschemikalien bietet. Biofilme bilden sich überall an den Rohrinnenwänden von Trinkwasseranlagen. Der zunächst nur dünne Bakterienfilm kann bei ausreichendem Nährstoffangebot schnell auf mehrere Millimeter anwachsen.

Biofilm mindert Wirkung konventioneller Desinfektionsmethoden
Das Problem: Biofilm lässt sich durch thermische Desinfektion (d. h. Erhitzung auf > 70 °C) oder chemische Desinfektion mit Chlordioxid nicht vollständig beseitigen. Dazu kommt, dass der Biofilm seine Bewohner im Inneren gegen Hitze und Desinfektionsmittel schützt und nur die an der Oberfläche lebenden Keime und Mikroorganismen abgetötet werden. Somit folgt auf jede Desinfektionsmaßnahme ein erneutes Aufkeimen aus dem Inneren des Biofilms, bzw. durch neu angeschwemmte Keime. Die an der Oberfläche abgetöteten Keime dienen den verbleibenden oder neu eingetragenen sogar noch als besonders geeignete „Nahrung“.
Nur eine kontinuierliche Nährstoffreduktion und ganzheitliche Vermeidung der Neukontamination am Hauswassereingang kann die Trinkwasserhygiene auf Dauer sicherstellen, Biofilme im Leitungsnetz vermeiden bzw. begrenzen und so auch dem Befall durch Legionellen langfristig Herr werden.

Ultrafiltration gegen Legionellen, Amöben und andere Mikroorganismen
Um Legionellenbefall und Biofilmbewuchs im Leitungsnetz eines Gebäudes drastisch zu reduzieren, leistet Ultrafiltration einen wertvollen Beitrag. Sie entfernt Bakterien wie Legionellen und Einzeller wie Amöben vollständig aus dem Wasser. So kann die Neuverkeimung vermieden und das Wiederverkeimungspotenzial im gesamten Leitungssystem drastisch reduziert werden. Im Zusammenspiel mit der Beseitigung elementarer technischer Mängel können sich selbst bereits kontaminierte Systeme wieder erholen und sind dann dauerhaft abgesichert. Der Einbau einer Ultrafiltration in die Warmwasserzirkulationsleitung reduziert bereits vorhandener Keime, die ansonsten immer weiter im Warmwasser zirkulieren würden.

Membranfiltrationstechnologie als innovativer Lösungsansatz
Die Membranfiltration des Herstellers Seccua verspricht eine wirtschaftliche und wartungsarme Lösung. Das Wasser wird durch eine High-Tech-Membran gefiltert, die aus der Medizintechnik stammt. Diese patentierte Technologie verfügt über Filterporen, die nur 20 nm haben. Zum Vergleich: Ein menschliches Haar ist 60 000 nm dick. So bilden die Poren des Filters eine Barriere gegen alle Keime, so auch Legionellen und Pseudomonas, sowie gegen Amöben, die aus wissenschaftlicher Sicht als entscheidend für die massenhafte Vermehrung von Legionellen gelten. Darüber hinaus bietet Seccua einen patentierten Integritätstest, der die Membranfilter regelmäßig selbsttätig auf Beschädigungen von bis zu 0,8 µm Lochgröße prüft. Tritt ein Membrandefekt auf, der groß genug wäre, um Keime passieren zu lassen, wird die Anlage automatisch gestoppt und der Betreiber alarmiert.
Ein Interview lesen Sie auf der nächsten Seite.

Text und Bilder: Seccua

www.seccua.de

 

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Thu, 09 Aug 2018 15:30:19 +0200
news-26956 Probenahmen vertraglich fixieren https://www.ikz.de/sanitaertechnik/news/detail/probenahmen-vertraglich-fixieren/ Das eigene Gewerk absichern gegen unberechtigte Vorwürfe  

Mikrobielle oder chemische Grenzwertüberschreitungen kommen selbst in fachlich korrekt ausgelegten und handwerklich sauber erstellten Trinkwasser-Installationen vor. Oft liegt es an den Betriebsbedingungen, die unmittelbar nach der Übergabe vorgelegen haben. Stagnation fördert bekanntlich Bakterienwachstum und die Migration von Metallionen ins Trinkwasser. Mitunter liegt die
Ursache der Überschreitungen aber auch in mikrobiologisch kontaminierten Bauteilen. Den Nachweis zu führen ist nicht einfach, besser ist es, vorzubeugen – auch im Sinne des Auftraggebers.

Wasser muss fließen, und zwar an jeder Entnahmestelle. Dieser Grundsatz gilt generell ab dem Zeitpunkt, wo die Installation mit Trinkwasser befüllt wird. Also beispielsweise auch schon nach einer „nassen“ Druckprobe oder bei einer trockenen Dichtheits- und Belastungsprobe nach dem ersten Befüllen. Das Wasser wieder abzulassen ist keine Lösung. Die in der Trinkwasser-Installation verbleibenden Restwässer führen in Verbindung mit dem eindringenden Luftsauerstoff zu verschiedensten Korrosionsformen am Rohr oder den Verbindern – selbst bei Edelstahl. Und auch Bakterien vermehren sich in diesen „Feuchtigkeitsnestern“.
Es ist daher dem Fachhandwerker anzuraten, so spät wie möglich die Installation mit Trinkwasser zu befüllen, denn es können erhebliche Aufwendungen entstehen, wenn seine Mitarbeiter regelmäßig alle Entnahmestellen eines Gebäudes bis zur Übergabe spülen müssen. Das ist in der Tat erforderlich, denn erst nach der Übergabe ist der Betreiber (und später der Nutzer) für den bestimmungsgemäßen Betrieb verantwortlich.

Was heißt das für die Praxis?
Die VDI-Richtlinie 6023 sieht einen bestimmungsgemäßen, hygienischen Betrieb als gegeben an, wenn alle 72 Stunden ein vollständiger Wasserwechsel in der Trinkwasser-Installation über alle Entnahmestellen – vom Ausgussbecken bis hin zum WC – erfolgt. Also alle drei Tage. Dabei müssen grundsätzlich alle Leitungsabschnitte vom Keller bis zur Dachzentrale erfasst und der Wasserinhalt vollständig und mit ausreichend hoher Fließgeschwindigkeit ausgetauscht werden. Nur wenn nachweislich einwandfreie mikrobiologische Bedingungen vorliegen, kann dieser Wasseraustausch auch erst nach 7 Tagen erfolgen. So wird die Brücke zur DIN EN 806-5 geschlagen, die weniger strenge Vorgaben macht. Gefordert ist dort ein Wasserwechsel alle 7 Tage.
Bei hygienisch sensiblen Anlagen hat sich der vorsorgliche Einbau von Spülstationen etabliert, die unabhängig von der tatsächlichen Nutzung einen regelmäßigen Wasserwechsel gewährleisten sollen. Doch am Ende einer Versorgungsleitung angebracht, reicht das in der Regel eben nicht aus, um den Erhalt der Wassergüte im Gebäude zu gewährleisten. Armaturen mit Spülautomatik bieten sich an, doch sie müssen dann auch bereits betriebsbereit sein, wenn die Roh-Installa-
tion mit Wasser befüllt wird. Beim manuellen Spülen stellt sich die Frage, ob wirklich alle Zapfstellen ausreichend lange und intensiv gespült werden? Diese Frage wird wohl in den meisten Fällen mit einem „Nein“ beantwortet werden.
Unabhängig von der sanitärtechnischen Ausstattung gilt die Forderung: Wenn eine neu erstellte Immobilie nicht komplett genutzt wird, ist ein Wasserwechsel in den unbewohnten Wohn- oder Nutzungseinheiten notfalls manuell herbeizuführen. Die Praxis sieht indes leider anders aus. Das ist bekannt. Bekannt ist aber auch, dass es ohne Wasserwechsel keine Deckschichtbildung gibt und sich Keime und Bakterien dauerhaft im Rohrsystem ansiedeln können.

Was tun, wenn?
Kommt es zu Grenzwertüberschreitungen, ob mikrobiell oder chemisch, so stellt sich die Frage nach den Ursachen – und wer sie zu verantworten hat. Der Nutzer, weil er die Installation nicht bestimmungsgemäß genutzt oder zumindest vollumfänglich gespült hat? Oder der Planer, weil er falsch dimensioniert oder ungeeignete Werkstoffe ausgeschrieben hat? Oder gar der Fachhandwerker, weil er abweichend von den allgemein anerkannten Regeln der Technik installiert hat? Möglicherweise hat aber auch die Industrie Schuld, weil mikrobiologisch kontaminierte Bauteile wie Wasserzähler, Druckerhöhungsanlagen oder Armaturen ausgeliefert wurden. Im Nachgang stellt sich die Ursachenforschung als teures und langwieriges Unterfangen dar. Nicht zu vergessen die Kollateralschäden durch Nutzungsausfall oder Mietminderungen. Das gilt es zu vermeiden.

Hygienestandards vertraglich fixieren
Experten empfehlen deshalb, zum einen bereits in den Vorbemerkungen zum
Leistungsverzeichnis oder im Angebot die vom Auftraggeber gewünschten Hygienestandards in Sachen Installation und Inbetriebnahme aufzunehmen. Dazu gehört auch die Aufklärung über den geforderten bestimmungsgemäßen Betrieb. Zum anderen sollten sämtliche Leistungen in diesem Zusammenhang, also beispielsweise eine trockene Dichtheits- und Belastungsprüfung oder die mikrobiologischen Untersuchungen bei der Übergabe der Trinkwasser-Installation, gesondert ausgeschrieben und mit einem festen Zeitfenster versehen werden. Nur so wird dem SHK-Fachbetrieb als Auftragnehmer eine seriöse Kalkulation dieser je nach Anlagenumfang und Gebäudegröße mitunter sehr aufwendigen Leistungen ermöglicht. Auch der Abschluss eines Wartungsvertrags sollte bereits von Beginn an mit aufgenommen werden. Der Auftraggeber hat dadurch von Anfang an volle Kostentransparenz und die Sicherheit, dass die Trinkwasser-Installation optimal betreut wird.

Schlussbemerkung
Die erweiterten Probenahmen gemäß Trinkwasserverordnung vom 9. Januar 2018 werden verstärkt technische oder betriebliche Schwachstellen in Installationen aufdecken. Seit Jahresbeginn sind beispielsweise Untersuchungen auf Legionellen frühestens nach 3 Monaten und spätestens 12 Monaten nach der Inbetriebnahme eines Gebäudes Pflicht, wenn es Großanlagen zur Trinkwassererwärmung aufweist und dort Trinkwasser vernebelt wird, wie z. B. in Duschen. So steht es im § 14b. Diese Untersuchungen werden mikrobiologische Risiken verstärkt aufdecken, aber auch zeigen, dass fachgerecht geplante, erstellte und betriebene Installationen zu jedem Zeitpunkt einwandfreies Trinkwasser an jeder Entnahmestelle zur Verfügung stellen können. Und das unabhängig davon, ob sie mit T-Stück, Ring- oder Reihenleitungen angeschlossen sind. Denn Wasser muss fließen – das „Wie“ ist aus Sicht der Hygiene von untergeordneter Bedeutung.

 

 

Nachgefragt
Dr. Peter Arens leitet das Produktmanagement beim Armaturenhersteller Schell in Olpe. Im Interview mit der IKZ äußert sich der Trinkwasserexperte zu den Empfehlungen der VDI 6023 und gibt eine Einschätzung zu der vom TÜV Süd geäußerten Kritik zur trockenen Dichtheitsprüfung.

IKZ-HAUSTECHNIK: Experten empfehlen, bereits in den Vorbemerkungen zum
Leistungsverzeichnis oder im Angebot die vom Auftraggeber gewünschten Hygienestandards in Sachen Installation und Inbetriebnahme aufzunehmen. Welche Punkte gehören dort mindestens hinein?
Dr. Peter Arens: Die VDI fordert ja bereits seit 2013 den Nachweis einer einwandfreien Wasserbeschaffenheit nach dem Befüllen. In der zugehörigen Tabelle 1 sind auch die notwendigen Parameter aufgelistet. Allerdings sind in dieser Tabelle die Legionellen nicht benannt. Es macht jedoch vor dem Hintergrund der neuen TrinkwV Sinn, diese ebenfalls mit untersuchen zu lassen. Daher sollten sie im Leistungsverzeichnis oder im Angebot benannt werden. Nur so ist man abgesichert, wenn bei der jetzt verpflichtenden Untersuchung auf Legionellen frühestens 3 Monate und spätestens 12 Monate nach der Inbetriebnahme der Technische Maßnahmenwert überschritten wäre – z. B. durch einen Leer-
stand des Objektes.  Weiterhin sollten die Anzahl der „repräsentativen endständigen Stellen“ für die notwendigen Untersuchungen benannt werden. Denn deren Anzahl beeinflusst maßgeblich die Kosten der Untersuchungen. Auch die trockene Dichtheits- und Belastungsprüfung sollte im Leistungsverzeichnis oder im Angebot aufgeführt sein, sofern diese aus hygienischen Gründen gewünscht wird.

IKZ-HAUSTECHNIK: Für welche Gebäudearten sollten mikrobiologische Untersuchungen im Anschluss an die Übergabe vertraglich fixiert werden?
Dr. Peter Arens: Die VDI 6023 lässt uns da leider kaum Spielraum. Denn diese „Richtlinie gilt für alle Trinkwasser-Installationen auf Grundstücken, in Gebäuden und auf Schiffen. Lediglich der Umfang ist leicht erhöht bei medizinischen Einrichtungen – es kommt Pseudomonas aeruginosa hinzu. Es stellt sich daher weniger die Frage nach der Sinnhaftigkeit solcher Untersuchungen in kleineren Objekten als vielmehr, wie man die Notwendigkeit dieser Kosten dem Investor vermittelt. Da hilft es, die VDI 6023 und die neuen Anforderungen der TrinkwV zu zitieren. Ergänzend zu diesen rationalen Argumenten kann man gut mit Legionellenfällen aus der Tages- oder Fachpresse inkl. deren Folgen für den Investor argumentieren. Danach sollte er hoffentlich verstehen, dass man ihn und das Image seines Objektes mit diesen Untersuchungen schützt.

IKZ-HAUSTECHNIK:
Abschließend eine Frage zur Dichtheitsprüfung. Der TÜV Süd hat mit seiner in einigen Fachmedien geäußerten Kritik zur trockenen Dichtheits- und Belastungsprobe für
Irritationen und Diskussionen in der Branche gesorgt. Sie sind in vielen Ausschüssen rund um das Thema Trinkwasser aktiv. Wie bewerten Sie derartige Aussagen?
Dr. Peter Arens: Die Aussagen des TÜV Süd haben die Fachwelt überrascht. Die trockene Dichtheitsprüfung ist beschrieben unter anderen in ZVSHK- und BTGA-Unterlagen. Veröffentlichungen hierzu sind mehr als 10 Jahre alt. Ein Anbieter von Rohrleitungssystemen verzichtet nach diesen Prüfungen sogar auf die nasse Druckprüfung! Man muss daher feststellen, dass sich die trockene Dichtheits- und Belastungsprüfung in der Praxis bewährt hat und somit seit Langem zu den a. a. R. d. T. gehört. Gerade in Gebäuden mit medizinischen Einrichtungen wird sie aus hygienischen Gründen bevorzugt eingesetzt. Und es gibt noch einen anderen ganz trivialen Grund dafür, dass sie fachgerecht und sicher ist: Jede Gasinstallation wird trocken geprüft – warum soll also diese Methode grundsätzlich nicht auch bei Trinkwasser-Installationen funktionieren?

 

 

 

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Thu, 09 Aug 2018 15:06:09 +0200
news-26955 KfW-Programm „Altersgerecht Umbauen“ erneut aufgelegt https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/kfw-programm-altersgerecht-umbauen-erneut-aufgelegt/ Frankfurt/Main.&nbsp; Private Eigentümer und Mieter können wieder Zuschüsse für Maßnahmen zur Barrierereduzierung bei der KfW-Förderbank beantragen. Das Bundesinnenministerium stellt für dieses Jahr 75 Mio. Euro zur Verfügung.  

Für die Branche ein gutes Signal, denn seit August vergangenen Jahres konnten keine Zuschüsse für barrierereduzierende Maßnahmen im Rahmen des KfW-Programms 455 „Altersgerecht Umbauen“ beantragt werden, weil die Gelder laut KfW frühzeitig erschöpft waren. Die Förderung in Form eines zinsgünstigen Kredits (Programm: „Altersgerecht Umbauen“ 159) blieb hingegen bestehen. Die Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS) und der Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) appellierten schon damals, die Förderung von barrierereduziertem Bauen, speziell im Badbereich, fortzusetzen.
Private Bauherren und Mieter können ihren Förderantrag vor Beginn der Vorhaben im KfW-Zuschussportal online stellen und sollten innerhalb weniger Augenblicke ihre Förderzusage erhalten.
Informationen zu den Fördermöglichkeiten gibt es auf der KfW-Internetseite oder unter der kostenfreien Telefonnummer 0800 539 9002.

www.kfw.de/info-zuschussportal


Weitere Infos:
Anlage zum Merkblatt Altersgerecht Umbauen - Technische Mindestanforderungen und förderfähige Maßnahmen  (PDF, 249 KB, nicht barrierefrei)

 

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Thu, 09 Aug 2018 14:19:00 +0200
news-26954 Feintuning für wirkungsvollen Anlagenbetrieb https://www.ikz.de/medien/ikz-haustechnik/standpunkte/news/detail/feintuning-fuer-wirkungsvollen-anlagenbetrieb/  

Was einmal in der Gebäudetechnik geplant, gerechnet, installiert und mehr oder weniger einreguliert wird, verrichtet meist lange Zeit seine Dienste. Wenn ein effizienter Anlagenbetrieb dazu im Fokus des Nutzers steht, sind regelmäßige Kontrollen und Wartungen des Systems ein Selbstverständnis. Dies ist aber offensichtlich häufig nicht der Fall, wie Untersuchungen immer wieder aufzeigen. Dazu reichen die Beispiele weit, angefangen bei ineffizienter Warmwasserbereitung über den vielfach ungenutzten Brennwerteffekt bis hin zu Regelungsabläufen, die mit dem aktuell vorliegenden Nutzerverhalten nur noch wenig in Einklang stehen. Die Folgen können im Laufe der Jahre einiges verursachen – neben Komforteinbußen einen nicht vollumfänglich funktionierenden oder für die Gebäudenutzer störenden Anlagenbetrieb und letztlich hohe Betriebskosten. So zeigt z. B. eine aktuelle Auswertung im Bereich von Solarthermieanlagen, dass etwa zwei Drittel der rund 2,3 Mio. installierten Systeme in Deutschland nicht optimal funktionieren. Und dies kostet viel Energie und Geld: Rund 1,4 Mrd. kWh – oder umgerechnet 66 Mio. Euro – verschenken Anlagennutzer so in Summe Jahr für Jahr.
Ein Blick auf das Aufgabengebiet des SHK-Handwerks verspricht jedoch Gutes. Denn rund 80 % der Tätigkeiten werden im Baubestand absolviert. Und hier steht das Austauschgeschäft im Fokus der Arbeiten, bei dem oft das Potenzial für einen effizienteren Anlagenbetrieb erkannt und dem Kunden dann empfohlen werden kann. Dabei ist aber in zweierlei Hinsicht Vorsicht geboten: Ein Austausch 1 zu 1 durchzuführen, ist nicht der Weisheit letzter Schluss. Für jede Geräte- und Anlagensanierung sollte einerseits beachtet werden, dass ein für das Projekt effizientes System meist nicht von der Stange gekauft werden kann. Die Gebäude- und Nutzeranforderungen sind in der Regel so verschieden, dass eine individuelle Planung und Installation erforderlich sind, um ein wirkungsvolles Anlagenkonzept mit kurzer Amortisationszeit bei gleichzeitig hohem Nutzerkomfort zu realisieren. Andererseits sollten Kunden über die Auswirkung von Nutzungsänderungen aufgeklärt werden, da hiervon sowohl die Anlagenfunktionen als auch die Betriebskosten abhängig sind. An dieser Stelle seien auch die geringinvestiven Maßnahmen wie der hydraulische Abgleich oder die richtige Einstellung der Heizkesselregelung zur Erzielung des zuvor genannten Brennwerteffekts genannt. Gerade dieses Feintuning hat nicht selten große Wirkung auf die Funktion einer Anlage und den Geldbeutel, meint

Markus Münzfeld
Redakteur
m.muenzfeld@strobel-verlag.de

 

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Thu, 09 Aug 2018 14:09:09 +0200