IKZ: Neueste Nachrichten https://www.ikz.de/ Die neuesten Nachrichten der IKZ-Magazine vom STROBEL VERLAG de TYPO3 News Wed, 19 Dec 2018 12:30:35 +0100 Wed, 19 Dec 2018 12:30:35 +0100 TYPO3 EXT:news news-27608 Aktuelles https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/aktuelles-76/ Schadensursachen an Flexschläuchen: nicht geeignet, falsch montiert  

Sanitärarmaturen werden inzwischen selbst von Lebensmitteldiscountern angeboten – und das zu Billigstpreisen. Die meist flexiblen Anschlussschläuche der Armaturen bergen Gefahren. Das zeigt eine aktuelle Auswertung der DEKRA. Sie liefert gute Argumente für die Fachschiene. Denn bei der Analyse von geborstenen Flexschläuchen zeigte sich zum einen, dass Korrosion die Hauptursache von Schäden ist. Und zum anderen, das eine fachmännische Montage und zertifizierte Produkte Sicherheit bieten.
Die Werkstoffexperten haben anonymisiert über 80 Schadensfälle ausgewertet und die Ursachen untersucht. Das Ergebnis: Über ein Drittel der Schäden waren auf Korrosion des Drahtgeflechtes zurückzuführen. Diese würde häufig durch Verwendung stark chloridhaltiger Reinigungsmittel verursacht. Bei rund 40 % dieser Schäden war ein Flexschlauch mit Drahtgeflecht aus Aluminium betroffen – ohne Kennzeichnung des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfaches (DVGW). Diese Schläuche mit Drahtgeflecht aus Aluminium sind gemäß DIN EN 13618 für Trinkwasserinstallationen gar nicht zulässig, betont die DEKRA.
Knapp ein Drittel der Schäden ließen sich auf Produktmängel zurückführen, wobei ebenfalls hauptsächlich Schläuche ohne DVGW-Kennzeichnung betroffen waren. Ein Viertel waren Montagefehler, zum Teil verursacht durch ungeeignetes Montagewerkzeug. Nur weniger als jeder zehnte Schadensfall war dem Bekunden nach auf korrodierte Messingverbindungen oder Alterung des Gummischlauches zurückzuführen.


Vorweihnachtsaktion von Kaldewei
Noch bis zum 24. Dezember bietet Kaldewei ein Online-Advents-Gewinnspiel an. Wer Interesse hat, kann im Internet (www.adventskalender.­kaldewei.de) Quizfragen beantworten oder kleine Spiele absolvieren. Erfolgreiche Teilnehmer können täglich einen von insgesamt fünf Bonago-Shopping-Gutscheinen im Wert von 50 Euro gewinnen.
Am Ende der Aktion werden fünf Hauptgewinne unter allen Teilnehmern verlost, die mindestens ein Spiel absolviert oder eine Quizfrage richtig beantwortet haben: ein iPhone „XS“ (256 GB), eine PlayStation „4 Pro“ (inklusive Fifa 19), ein Jura-Kaffeevollautomat „E8 Platin“, eine Teufel „Cinebar Pro“ sowie ein iPad „Pro 12,9“ (512 GB).


Durchlauferhitzer: Temperaturbegrenzung auf 55 °C verpflichtend
Durchlauferhitzer, die Duschen versorgen, dürfen laut einer neuen Sicherheitsnorm nur noch maximal eine Temperatur von 55 °C erzeugen. Darauf weist der Hersteller Stiebel Eltron hin. Er gibt Ausnahmen: Durchlauferhitzer, die nicht der neuen Anforderung entsprechen, aber vor dem 13. Oktober 2018 ausgeliefert wurden, dürfen noch installiert werden. Wichtig in diesem Zusammenhang: Die Temperaturbegrenzung auf maximal 55 °C muss so gestaltet sein, dass sie vom Nutzer nicht veränderbar ist. Zulässig ist ein Gerät dann, wenn die maximale Temperatur vom Fachhandwerker im Rahmen der Installation im Inneren des Gerätes bzw. unter der Gehäusekappe fest eingestellt wird oder die Maximaltemperatur des Gerätes 55 °C nicht überschreitet, ergänzt Stiebel Eltron.

 

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Wed, 19 Dec 2018 14:42:00 +0100 https://www.ikz.de/fileadmin/_processed_/4/a/csm_p18120201_485a995a92.jpg https://www.ikz.de/fileadmin/_processed_/4/a/csm_p18120201_e21258fa7f.jpg https://www.ikz.de/fileadmin/Kundenbereich/Medien/IKZ-PRAXIS/PRAXIS_18_12/p18120201.jpg
news-27607 Herausragende Jung-Gesellen https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/herausragende-jung-gesellen/ EuroSkills 2018: Bei den Europameisterschaften der Berufe haben ein deutscher Anlagenmechaniker und ein Klempner obere Plätze belegt  

Die Europameisterschaft der Berufe, die EuroSkills 2018, ist für das deutsche SHK-Handwerk erfolgreich zu Ende gegangen: Installateur Paul-Florian Schärschmidt hat im Wettbewerb „Plumbing & Heating“ (Anlagenmechaniker SHK) den zweiten Platz belegt, Klempner Benno Uhlmann hat die „Medal of Exellence“ im Beruf „Metal Roofing“ (Klempner) erhalten.

Wer sich bei den EuroSkills mit anderen Nachwuchs-Talenten Europas in seinem erlernten Beruf messen will, muss sein ganzes Können abrufen. Paul-Florian Schärschmidt hat dies erfolgreich bewiesen. Der Anlagenmechaniker SHK hat Ende September dieses Jahres in der ungarischen Hauptstadt Nervenstärke gezeigt und die Jury durch eine herausragende Leistung überzeugt. Der Jung-Geselle wurde auf dem Siegerpodest zum Vize-Europameister gekürt. Er musste sich nur einem Österreicher geschlagen geben.
Trainer André Schnabel hatte im Frühjahr bei einem Talentwettbewerb auf den Richtigen gesetzt und Schärschmidt für das Aufbautraining ausgewählt. Zahllose Trainingsstunden im SHK-Leistungszentrum Schweinfurt und im väterlichen Betrieb KSM Schärschmidt in Markranstädt (Sachsen) haben diesen unermüdlichen Einsatz belohnt. Nach seinem guten Abschneiden plant er, den Meistertitel abzulegen, um später die Firma in dritter Generation fortzuführen.
Benno Uhlmann hat im Karlstadter Klempner-Unternehmen Lummel gelernt und konnte sich ebenfalls für die EuroSkills qualifizieren. Sein Trainer, der Klempner-Experte Josef Bock, hatte ihn in etlichen Trainingsrunden angeleitet, bei den anspruchsvollen Metallarbeiten auch auf Feinheiten zu achten und trotz Prüfungsstress ganz bei den Aufgaben zu bleiben. Am Ende belegte er Platz fünf und bekam durch gute Einzelwertungen die „Medal of Excellence“. Diese Auszeichnung bekommen Teilnehmer, die eine bestimmte Mindestpunktzahl erreichen.
An den drei Tagen vom 26. bis 28. September hat sich der deutsche Handwerksnachwuchs aus vielen Gewerken mit rund 530 Teilnehmern aus 28 Ländern Europas gemessen. Die EuroSkills finden alle zwei Jahre statt; dieses Jahr in Budapest, das nächste Mal (2020) in Graz
(Österreich).

 

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Wed, 19 Dec 2018 12:42:00 +0100 https://www.ikz.de/fileadmin/_processed_/5/3/csm_p18120301_c8520bb396.jpg https://www.ikz.de/fileadmin/_processed_/5/3/csm_p18120301_0126e8f505.jpg https://www.ikz.de/fileadmin/Kundenbereich/Medien/IKZ-PRAXIS/PRAXIS_18_12/p18120301.jpg
news-27606 Da geht noch mehr! https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/da-geht-noch-mehr/ Jungen Menschen steht nach erfolgreicher Ausbildung im SHK-Handwerk die Welt offen. Mit einem Meistertitel steigt das Ansehen  

Auszubildende im SHK-Handwerk kommen spätestens am Ende ihrer Lehrzeit zur Frage, wie es zukünftig weitergehen soll. Die ­Beweggründe können ganz unterschiedlich sein: Ein Azubi arbeitet in einem Familienunternehmen, das fortgeführt werden soll, ein anderer sucht eine neue Herausforderung mit höherem Verdienst. Unabhängig von den Motiven gibt es gute Möglichkeiten, sich auch nach der Ausbildung zu qualifizieren.

Die Wege sind unterschiedlich und auch abhängig von den Fähigkeiten, die ein jeder mitbringt. Der eine ist eher Theoretiker, der andere eher Praktiker. Manche Weiterqualifizierungen müssen selbst finanziert werden, andere nicht. Daher sollten Auszubildende ganz genau prüfen, um ein passendes Angebot zu finden. Denn ein gestecktes Ziel nicht zu erreichen, ist frustrierend. Vor allem dann, wenn man sich vorab nicht die richtigen Informationen eingeholt oder gar keine Vorstellung von der beruflichen Zukunft hatte. Nachfolgend werden Möglichkeiten für den Werdegang aufgeführt. Fest steht: Neugier und Mut machen sich bezahlt.

Meisterschule
Wer viel Freude an der praktischen Ausübung seiner Tätigkeit hat und erlernte Fähigkeiten und Kenntnisse gerne anderen vermittelt, sollte sich über den „Meis­ter“ in der jeweiligen Fachrichtung informieren. Auch wenn die Meisterpflicht in vielen Berufen abgeschafft wurde, ist ihre Bedeutung unverändert hoch. Wer den „Meister“ anstrebt, möchte seine Kompetenzen erweitern – theoretisch und praktisch. Als Grundfundament dient das erworbene Wissen während der Ausbildungszeit, das selbstverständlich beherrscht werden sollte. Auf diesem Wissen werden interessante neue „Bausteine“ aufgesattelt, die einen Vorteil im hart umkämpften Wettbewerbsmarkt verschaffen können. 
Wer in einem Familienunternehmen tätig ist und eines Tages vorhat, den Betrieb zu übernehmen, oder wer sich selbstständig machen und eine eigene Firma gründen möchte, für den ist der Meister von Vorteil. Er kann nicht nur punkten, wenn es um das benötigte Know-how geht, sondern ist auch in der Lage, junge Menschen auszubilden und somit möglicherweise die Zukunft des Betriebs zu sichern. Ein Meistertitel steigert nachweislich das Ansehen in der Branche – ein nicht zu unterschätzendes Argument. Auch derjenige, der sich nicht selbstständig machen möchte, hat mit dem Meisterbrief gute Chancen, später eine Führungsposition einzunehmen. Der Meister genießt ein hohes gesellschaftliches Ansehen, der Meistertitel ist ein Markenzeichen für Qualität.
Und: Nach dem Erwerb des Meisterbriefs muss längst noch nicht Schluss sein. Auch danach ergeben sich Möglichkeiten zur Weiterbildung, nämlich durch ein Studium. Ein Meisterbrief ermöglicht den Zugang zu einer Hochschule oder einer Universität ohne zusätzliche Prüfungen.

Voraussetzungen, Dauer, Inhalte

  • Eine erfolgreich abgeschlossene Berufsausbildung in dem jeweiligen Gewerk (z. B. Anlagenmechaniker/In).
  • Mit der Meisterschule kann direkt im Anschluss an die Berufsausbildung begonnen werden. Es ist sicherlich sinnvoll, zunächst ein paar Jahre Praxiserfahrung zu sammeln. Vorgeschrieben ist das jedoch nicht.
  • Je nachdem, ob die Meisterschule in Vollzeit oder Teilzeit besucht wird, dauert die Weiterbildung etwa 10 Monate (Vollzeit) bis hin zu zwei Jahren (Teilzeit – Unterricht abends bzw. am Wochenende).


Die Meisterschule besteht aus 4 Teilen

  • Teile I und II: Fachpraxis und Fachtheorie (gewerkspezifisch).
  • Teil III: Geprüfte Fachfrau/mann für kfm. Betriebsführung HwO (Fach­übergreifende betriebswirtschaftliche, kaufmännische und rechtliche Kenntnisse).
  • Teil IV: Ausbildung der Ausbilder (Fachübergreifende berufs- und arbeitspädagogische Kenntnisse (Ausbildereignung).


Zu vermittelnde Inhalte am Beispiel der Meisterschule für Installateur/In und Heizungsbauer/In (Quelle: HWK Düsseldorf – Flyer Meisterschule)
Teil I - Fachpraxis

  • Durchführung von Montage- und Servicearbeiten.
  • Arbeiten mit einem CAD-Programm, bezogen auf die Projektierung.


Teil II - Fachtheorie

  • Sicherheits- und Instandhaltungstechnik:
  • Gas- und Abgasanlagen, Trinkwasser-, Nichttrinkwasser- und Entwässerungsanlagen.


Anlagentechnik

  • Bauteile und Baugruppen von Ver- und Entsorgungsanlagen, technische und physikalische Größen, Rohrleitungen und Kanäle, Werk-, Hilfs- und Betriebsstoffe.


Auftragsabwicklung

  • Erstellung technischer Arbeitspläne, Vor- und Nachkalkulation.


Betriebsführung und Betriebsorganisation

  • Personalentwicklung, Marketing, Betriebliches Qualitätsmanagement, Ermittlung betrieblicher Kosten.


Kosten
Die Kosten belaufen sich inklusive Lehrgangsgebühren, Prüfungsgebühren und Lehrmittelkosten auf ca. 15 000 Euro. Sie können durch Zuschüsse, „Aufstiegs-­BAföG“ oder Darlehen verringert werden. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass man Zuschüsse bis zu 7200 Euro erhalten kann, wenn die Ausbildung besonders erfolgreich abgeschlossen worden ist. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat im Rahmen der „Begabtenförderung“ ein Weiterbildungsstipendium eingerichtet, das unter folgenden Voraussetzungen beantragt werden kann:

  • Die Berufsabschlussprüfung wurde bestanden, und zwar besser als mit der Note „gut“ (bei mehreren Prüfungsteilen Durchschnittsnote 1,9 oder 87 Punkte).
  • Besonders erfolgreiche Teilnahme an einem überregionalen beruflichen Leistungswettbewerb.
  • Begründeter Vorschlag von einem Betrieb oder der Berufsschule.
  • Bei der Aufnahme in das Förderprogramm ist man jünger als 25 Jahre.


Fazit
Es lohnt sich also, bereits während der Berufsausbildung „die Nase vorn zu haben“!

Autorin: Elke Terbeck, Oberstudiendirektorin, Schulleiterin Rhein-Maas Berufskolleg des Kreises Viersen

https://bit.ly/2AwwF8D
https://bit.ly/2FYk1R5

 

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Wed, 19 Dec 2018 10:52:00 +0100 https://www.ikz.de/fileadmin/_processed_/9/c/csm_p18120401_bcf924c938.jpg https://www.ikz.de/fileadmin/_processed_/9/c/csm_p18120401_f216b1baef.jpg https://www.ikz.de/fileadmin/Kundenbereich/Medien/IKZ-PRAXIS/PRAXIS_18_12/p18120401.jpg
news-27605 Komfortable Wärme im Altbau https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/komfortable-waerme-im-altbau/ Spezielle Systeme für die nachträgliche Installation bieten passgenaue Lösungen für jeden Anwendungsfall – etwa bei geringer Aufbauhöhe oder wenn Wand oder Decke genutzt werden sollen  

In Bestandsgebäuden werden im Rahmen von Sanierungen die Heizkörper entfernt und eine Fußbodenheizung installiert. Je nach Projekt müssen unterschiedlichste Rahmenbedingungen berücksichtigt werden. Ein Überblick über die Möglichkeiten verschiedener Flächenheizungssysteme für den Renovierungsfall.

Der nachträgliche Einbau einer Flächenheizung erweist sich immer dann als schwierig, wenn die notwendige Aufbauhöhe nicht vorhanden ist. Dann sind besonders höhenreduzierte Fußbodenheizungen gefragt. So verfügt etwa das „Minitec“-System des Herstellers Uponor über eine Aufbauhöhe von nur 10 mm. Maßgeblich verantwortlich hierfür ist ein spezielles Folienelement, in dessen Haltenoppen sich die schmalen Rohrleitungen sicher fixieren lassen.
Für eine optimale Wärmeverteilung können die Verlegeabstände flexibel gewählt werden. Anschließend wird eine Ausgleichsschicht eingebracht, wobei im Extremfall eine Überdeckung von 5 mm ausreicht. Eingestanzte Lochungen im Folienelement stellen sicher, dass sich die Ausgleichsmasse direkt mit dem Untergrund verbindet. Der Estrich umschließt die Rohre vollständig und sorgt so für eine gute Wärmeleitung.

Für die schnelle und flexible Verlegung
Wünscht der Bauherr einen besonders zeit- und kostensparenden Einbau, sind Klettsysteme empfehlenswert. Diese Befestigungstechnik bietet auch in der Renovierung mittlerweile Lösungen für ein breites Spektrum von Anwendungsfällen. Ist eine Trittschall- und Wärmedämmung vorhanden, lassen sich Klettsysteme mit speziellen, dünnen Faltplatten direkt darauf verlegen.

Kombination aus Innendämmung und Wandheizung

Nicht selten gehen mit der nachträglichen Installation einer Flächenheizung weitere Maßnahmen wie die energetische Sanierung der Gebäudehülle einher. Sofern eine Außendämmung nicht möglich ist, beispielsweise wenn die Fassade erhalten bleiben soll, bietet sich die Kombinationen aus Innendämmung und Wandheizung an. Eine derartige Lösung stellt etwa die Gemeinschaftsentwicklung von Knauf Aquapanel und Uponor dar.
Dabei werden zunächst dampfdiffusionsoffene Dämmplatten des Typs „TecTem Insulation Board Indoor“ auf die Innenwände aufgebracht. Diese nehmen nicht nur eventuell anfallende Feuchtigkeit auf, sondern erhöhen auch die Temperatur auf der Wandoberfläche, was Schimmel- und Feuchteschäden vorbeugt. Auf die Dämmplatten wird anschließend das „Renovis“-Trockenbausystem von Uponor aufgebracht. Dieses besteht aus 15 mm dicken Gipskartonfaserplatten, in denen werkseitig Heizrohre integriert sind.

Wichtig: Hydraulischer Abgleich
Ein wichtiger Punkt bei der Nachrüstung einer Flächenheizung ist die Auswahl der richtigen Regelungstechnik. Hier sollte eine möglichst einfache Installation und Inbetriebnahme im Vordergrund stehen. Dementsprechend bieten funkbasierte Systeme bei der Renovierung deutliche Vorteile. Darüber hinaus muss berücksichtigt werden, dass für eine homogene Wärmeverteilung ein hydraulischer Abgleich des Flächenheizungssystems erforderlich ist.
Wird darauf verzichtet, kann es vorkommen, dass Räume unter- bzw. überversorgt werden. Die Folge sind Temperaturschwankungen sowie ein Anstieg des Energieverbrauchs. Ein manueller hydraulischer Abgleich der Flächenheizung sorgt zudem nicht unbedingt für optimale Systemverhältnisse, weil hierbei die notwendige Heizlast grundsätzlich für den Auslegungsfall berechnet wird. Dementsprechend ist die Einhaltung der Wohlfühltemperatur in Ausnahmefällen, wie etwa besonders kalten Wintern, nicht immer gewährleistet.
Um dem wirksam entgegenzuwirken, verfügt das „Smatrix“-Regelungssystem (Uponor) über eine Autoabgleich-Funktion, bei der die einzelnen Heizkreise fortlaufend einreguliert werden. Dazu werden sämtliche Einflussfaktoren rund um die Flächenheizung überwacht und der Massenstrom bei Bedarf automatisch nachjustiert. Gegenüber einem nicht abgeglichenen System ohne Einzelraumregelung lassen sich so bis zu 20 % an Energie einsparen. Da sich die Autoabgleich-Funktion an die jeweilige Installation anpasst, lassen sich mit ihr sogar vorhandene Flächenheizungen energetisch optimieren.

Geringer Installationsaufwand mit Funk
Die Nachrüstung von Regelungssystemen ist nicht unbedingt mit einem großen Installationsaufwand verbunden. Speziell auf die besonderen Anforderungen bei Renovierungen abgestimmte Lösungen sind auch als kabellose Variante erhältlich. Hier erfolgt die Kommunikation zwischen Raumthermostat und Regler per Funk, wodurch eine Unterputzverkabelung und damit das Hinzuziehen eines Elektrikers entfallen. Durch den modularen Aufbau vieler Systeme lassen sich zudem nachträglich verschiedenste Komponenten – zum Beispiel zusätzliche Fühler – einbinden.
So ist bei der Integration der „Smatrix“-Regelung in eine bestehende Flächenheizung lediglich zu klären, ob die am Heizkreisverteiler vorhandenen Stellantriebe mit dem System kompatibel sind. Falls nicht, müssen diese ausgetauscht oder in seltenen Fällen der Verteiler erneuert werden. Wird die Regelung in einem großen Raum mit mehreren Heizkreisen eingesetzt, ist es erforderlich, diese vor der Inbetriebnahme einmal manuell einzuregulieren, um überall den erforderlichen Volumenstrom sicherzustellen. Der zuverlässige Abgleich der Räume untereinander erfolgt dann automatisch.

Quelle: Uponor GmbH, Haßfurt
Bilder: Uponor

www.uponor.de

 

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Wed, 19 Dec 2018 10:29:21 +0100 https://www.ikz.de/fileadmin/_processed_/6/5/csm_p18120601_7a99fa9483.jpg https://www.ikz.de/fileadmin/_processed_/6/5/csm_p18120601_41ea022e7b.jpg https://www.ikz.de/fileadmin/Kundenbereich/Medien/IKZ-PRAXIS/PRAXIS_18_12/p18120601.jpg
news-27603 Fahrsicherheitstrainings für Transporter-Fahrer - Brems- und Ausweichübungen im Fokus https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/fahrsicherheitstrainings-fuer-transporter-fahrer-brems-und-ausweichuebungen-im-fokus/ Im Test-Center Dudenhofen hatte vor kurzem das neue LCV-Sicherheitstraining (Light Commercial Vehicle) von Opel Premiere. Initiiert wurde es von Opel Motorsport und der Einkaufsgesellschaft der Bauwirtschaft (Bamaka). Knapp 50 Teilnehmer testeten dabei ihre eigenen und die Grenzen der bereitgestellten Opel Combo Cargo und Movano aus.  

„Erhöhte Geschwindigkeit und falsche Beladung sind häufige Unfallursachen bei Nutzfahrzeugen“, sagt Jörg Schrott, Leiter der Opel-Motorsportabteilung, die auch viele weiter Fahrtrainings organisiert. „Die Teilnehmer werden neue Erfahrungswerte mitnehmen, aber auch der Spaß fehlt nicht.“
Unter der Anleitung der Rennsporterfahrenen Sascha Bert (u.a. Formel Renault, Formel 3000, Fia-GT-Meisterschaft) und Klaus Panchyrz (u.a. Formel 3, Formel 2, Formel 3000) sowie dem Fahrlehrer Günter Bernard werden verschiedene Disziplinen wie Bremsen und Ausweichen im wahrsten Sinne des Wortes erfahren. Der Tag umfasst sechs verschiedene Module – drei am Vormittag, drei nach dem Mittagessen – im Opel Test Center.
Ausgehend von den typischen Unfallursachen stehen Ladungssicherung und das richtige Bremsverhalten im Vordergrund. „Vollbremsung klingt immer einfach“, sagt Klaus Panchyrz vor dem Befahren der abgesteckten Strecke, die Schnee und Eis simuliert, „aber macht das mal. Denn die ersten Meter sind die wichtigsten.“ Und so tasten sich die Kraftfahrer mit beladenen und unbeladenen Nutzfahrzeugen sehr schnell an eine Vollbremsung heran, die im Alltag Unfälle und weitere Folgeschäden verhindern könnte.
Vor allem kleine Schäden würden sich in großen Zahlen niederschlagen, sagt Sascha Bert. Der ehemalige Rennsportprofi hat im vergangenen Jahr beispielsweise drei Wochen bei einem großen Unternehmen insgesamt 800 Mitarbeiter in puncto Fahrsicherheit trainiert. „Das Ergebnis waren in der Folgezeit 50 % weniger Schäden“, so Bert. Beginnend bei der richtigen Sitzposition und der richtigen Lenkradhaltung bereitet Bert die Teilnehmer beim so genannten Lastwechselslalom auf Situationen vor, in denen von der Seite plötzlich ein Hindernis auftaucht. „Wenig Lenkradeinschlag ist dabei genauso wichtig wie die richtige Blickrichtung.“ Die Augen müssen beim Ausweichen der Fahrtrichtung folgen, „ansonsten fährt man geradewegs in das Hindernis“, so Bert.
Dass in diesen Fällen von der Ladefläche aus die eine oder andere Tonne durch die Frontwand drückt, scheint vielen Kraftfahrern nicht bewusst zu sein. „Viele Berufskraftfahrer wissen nicht über die richtige Ladesicherung Bescheid“, sagt Günter Bernard. Der Spezialist für zwei, drei oder vier Räder erklärt nicht nur, wo die Ladung auf der Ladefläche am besten aufgehoben ist, sondern erklärt auch noch die richtige Sicherung. „Viele wissen nichts über die Bedeutung der verschiedenen Farben der Gurte und wie viel Gurte für welche Ladung benutzt werden müssen.“ Auch hier bedeutet die Aufklärung über die richtige Sicherung bares Geld für das Unternehmen, denn das Bundesamt für Güterverkehr (BAG) erhebt bei falscher Ladung und Ladungssicherung Bußgeld.
In einem theoretischen Teil vermittelt Bernard den Teilnehmern, auf welche Punkte sie beim Fahrzeugkauf und wirtschaftliche Fahrweise achten können. „Eco hört sich vielleicht dröge an, hat aber nichts mit langsamerem Fahren zu tun“, so Bernard weiter. „Es sind für sich gesehen alles kleine Punkte, aber es läppert sich und schont den Geldbeutel. Bei einer Flotte macht sich das schon bemerkbar.“
Neben den wichtigen Erkenntnissen für den Alltag, bleibt der Spaß nicht auf der Strecke, im Laufe des Tages merkt man den Teilnehmern an, dass sie sich den Grenzen immer mehr annähern und dabei ein Lächeln auflegen. Denn auf dem Testgelände in Dudenhofen kann ihnen nichts passieren. Eine Anhänger-Challenge am Nachmittag wird beim abschließenden Kaffeetrinken mit Pokalen für die drei Bestplatzierten prämiert.
Im kommenden Jahr wollen die Opel-Sicherheitsspezialisten mindestens zwei Termine anbieten. Denkbar seien auch gesonderte Termine, wenn sich Gruppen oder ein gesamter Betrieb für das LCV-Training in Dudenhofen anmelden möchte. Das Fahrsicherheitstraining kann für maximal 30 Teilnehmer (590,00 Euro pro Person und Tag) gebucht werden.

Infos gibt es hier

 

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Wed, 19 Dec 2018 08:21:00 +0100 https://www.ikz.de/fileadmin/_processed_/6/7/csm_Bild-1-Opel_BP6A2763-1_web_866a0b8eb2.jpg https://www.ikz.de/fileadmin/_processed_/6/7/csm_Bild-1-Opel_BP6A2763-1_web_25499c5a8a.jpg https://www.ikz.de/fileadmin/Kundenbereich/Medien/IKZ-Haustechnik/Meldungen/Bild-1-Opel_BP6A2763-1_web.jpg
news-27422 Geschäftserfolg durch Förderprogramme für KMU https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/geschaeftserfolg-durch-foerderprogramme-fuer-kmu-2/ Teil 3: Unterstützung bei der Anschaffung von Betriebsmitteln  

Der letzte Teil unserer Serie über Förderprogramme für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU)1) zeigt, welche Unterstützung das SHK Handwerk bei der Anschaffung von Betriebsmitteln in Anspruch nehmen kann. Dazu zählen Zuschüsse ebenso wie zinsverbilligte Kredite.

KMU in Nordrhein-Westfalen können zum Beispiel Zuschüsse für Elektromobilität beantragen. Im Rahmen des Landesprogramms „progres.nrw“ sollen im Förderschwerpunkt „Emissionsarme Mobilität“ neben kommunalen Betrieben auch Unternehmen und Gewerbeeinheiten motiviert werden, auf umweltfreundliche Autos umzusteigen. Gefördert werden E-Fahrzeuge, Brennstoffzellenfahrzeuge, Lastenfahrräder sowie öffentliche und nicht öffentliche Ladepunkte. Antragstellung und Abwicklung erfolgen über die Bezirksregierung Arnsberg. So gibt es für juristische Personen maximal für ein Elektro-Lasten-Fahrrad mit einer Nutzlast von mindestens 70 kg einen Zuschuss von 30 %, höchstens jedoch 2100 Euro. Auch die passenden Ladeeinheiten werden gefördert. Bezuschusst werden die Errichtung und der Netzanschluss von AC-Ladeinfrastruktur (Wechselstrom) mit einem oder mehreren Ladepunkten (Ladesäule) durch einen Beitrag von 50 %, maximal 3000 Euro pro Ladepunkt. Bei öffentlich zugänglichen Ladesäulen liegt der Zuschuss ebenfalls bei 50 %, maximal gibt es dafür allerdings 5000 Euro pro Ladepunkt, selbst wenn die öffentlichen E-Lade-Säulen noch Schwächen beim Bedienkomfort aufzeigen. Zu dieser Einschätzung kommen beispielsweise Tester des ADACs in ihrem bundesweiten Test von E-Ladesäulen 2018.

Hilfe Erstausstattung und Wachstum
Handwerksbetriebe in Baden-Württemberg können einen Antrag für die „Startfinanzierung 80“ der L-Bank (Staatsbank für Baden-Württemberg) bei ihrer Hausbank einreichen. Dabei handelt es sich um ein zinsverbilligtes Darlehen. Es dient zugleich als 80-prozentige Bürgschaft. Die Förderhöhe beträgt maximal 200 000 Euro. Der Antrag muss innerhalb von fünf Jahren nach der Betriebsgründung gestellt werden. Gefördert werden damit zum Beispiel Betriebsgebäude, Baumaßnahmen oder auch die Erstausstattung. Somit wäre es theoretisch möglich, für einen gebraucht erstandenen Lkw die dringend erforderlichen neuen und teuren Sicherheitsreifen nachzurüsten. Genauso gut könnte aber auch der Heizungs- und Anlagenbauer ein kleines Teilelager mit einem Teil des Geldes errichten.
Etablierte, kleinere Handwerksbetriebe in Hessen können ebenfalls auf frisches Investitionskapital für ihr Wachstum von der WI Bank Hessen hoffen. Der Betrieb darf allerdings nicht mehr als 15 Mitarbeiter beschäftigen und muss mindestens fünf Jahre bestehen. Der Darlehenshöchstbetrag beträgt pro Vorhaben 2 Mio. Euro. Er wird mit einem festgeschriebenen Sollzinssatz erteilt. Sogar Freiberufler können Anträge dafür stellen. Der Antrag muss vor Beginn des Vorhabens bei der Hausbank eingereicht werden. Die Darlehen werden in der Regel mit einem tilgungsfreien Jahr zugesagt, d.h. in diesem Zeitraum zahlt der Betrieb nur die Zinsen. Diese werden in der Regel vierteljährlich berechnet.
Kleine und mittlere SHK Unternehmen, Existenzgründer und Freiberufler, die ihren Firmensitz in Niedersachsen anmelden, können über den Niedersachsen-Gründerkredit eine Förderung innerhalb der ersten fünf Jahre beantragen. Der Kredit wird zu vom Land subventionierten Sonderkonditionen mit risikogerechten Zinssätzen vergeben. Aufnehmen lassen sich 20 000 bis 500 000 Euro – je nach Bedarf und Aussicht auf wirtschaftlichen Erfolg. Die Mittel können ausdrücklich auch für Betriebsmittel verwendet werden. In die Rubrik fallen übrigens neben Maschinen und Gebäuden auch Patente, Gegenstände und Rechte, die für die Produktion eines Endprodukts benötigt werden.

Regionale KfW-Variante und Meistergründungsprämie
In Nordrhein-Westfalen sind Handwerksmeister, die eine selbstständige Voll­existenz gründen, antragsberechtigt für die Meistergründungsprämie NRW. Voraussetzung ist, dass es sich dabei um eine Erstgründung handelt. Die Förderhöhe beträgt 7500 Euro. Den Antrag stellen Interessenten bei ihrer zuständigen Handwerkskammer. Verwendet werden darf das Geld für Investitionen und Betriebsmittel, nicht aber für bauliche Infrastruktur, Personalkosten und Löhne. Der gesamte Finanzierungbedarf muss bei mindestens 15 000 Euro liegen und muss grundsätzlich gesichert sein, auch wenn der Zuschuss nicht genehmigt würde.
Handwerker, KMU und andere Existenzgründer in Rheinland-Pfalz können innerhalb der ersten fünf Geschäftsjahre eines Betriebs zinsverbilligte Investitionsfinanzierungen von bis zu 2 Mio.  Euro erhalten und Betriebsmittelfinanzierungen bis zu 500 000 Euro. Die Kreditlaufzeit ist flexibel gestaltbar; Tilgungsfreijahre sind optional möglich. Der Zinssatz ist abhängig von der Zahlungsfähigkeit und den Sicherheiten des jeweiligen Antragsstellers, d. h. je besser die Bewertung ausfällt, desto niedriger wird der Zinssatz angesetzt. Bei der Unterstützung handelt es sich um die regionale Variante des „ERP-Gründerkredits“ der KfW Bank, dem ERP-Gründerkredit RLP.
Die Saarländische Investitionskreditbank AG (SIKB) greift kleinen und mittleren SHK Betrieben, die in Wachstum und Entwicklung investieren wollen, unter die Arme. Das Geld kann so zum Beispiel auch für eine neue Unternehmensbeteiligung verwendet werden.  Ermöglicht wird diese Unterstützung durch zinsgünstige Darlehen im Rahmen der „Gründungs- und Wachstumsfinanzierung Saarland“ (GuW Saarland). Der Antrag dazu wird bei der Hausbank gestellt. Gefördert werden Investitionen mit bis zu 100 % und mit einem Höchstbetrag von maximal 2 Mio. Euro pro Vorhaben, sofern der Investitionsort im Saarland liegt. Besonders günstig wird der Kredit der SIKB, wenn das Invest zusätzliche Arbeitsplätze schafft.

Fazit
Unsere Serie über die diversen Zuschuss-, Förder- und Kreditprogramme in Deutschland hat gezeigt, dass die Chancen günstiges Geld, frisches Kapital und sogar ordentliche Zuschüsse für den eigenen Betrieb zu bekommen, aktuell besser nicht sein könnten. Die Fördertöpfe der EU, des Bundes und der Länder sind wirklich prall gefüllt und es kommen scheinbar ständig neue Optionen hinzu. Wer sich selbst auf die Suche nach der für seinen Betrieb passenden Unterstützung machen möchte, der wendet sich am besten an das Wirtschaftsministerium seines jeweiligen Bundeslandes. Dort sollte man ihm auf alle Fälle weiterhelfen können. Die Eigenrecherche im Netz empfiehlt sich nur bedingt, da dort viele falsche bzw. veraltetete Informationen zu finden sind. Auch diese IKZ-Serie wird wahrscheinlich schon im Jahr 2019 nicht mehr ganz up-to-date sein. Wir werden daher am Thema bleiben und in loser Folge über attraktive Unterstützungsmöglichkeiten für die SHK-Branche berichten.

Autor: Peter Laaks

1) Die KMU Kriterien besagen, dass der Jahresumsatz 50 Mio. Euro und die Zahl der Beschäftigten 249 nicht überschreiten darf. Das gilt auch für verbundene bzw. Partnerunternehmen als Gesamtheit.

 

Kurzlinks zu Förderprogrammen
progres.nrw; Förderschwerpunkt Emissionsarme Mobilität https://bit.ly/2pS1XSv
Startfinanzierung 80 der L-Bank https://bit.ly/RI0qeZ
Gründungs- und Wachstumsfinanzierung Hessen https://bit.ly/2EiWNsY
Niedersachsen-Gründerkredit https://bit.ly/2yiQi3U
Meistergründungsprämie NRW https://bit.ly/2OqsSDO
ERP-Gründerkredit RLP https://bit.ly/2RQd0Z1
GuW Saarland https://bit.ly/2CfV5FP

 

 

 

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Wed, 19 Dec 2018 08:18:00 +0100 https://www.ikz.de/fileadmin/_processed_/e/c/csm_58_f4d832b88f.jpg https://www.ikz.de/fileadmin/_processed_/e/c/csm_58_bd8e1203a1.jpg https://www.ikz.de/fileadmin/Kundenbereich/Medien/IKZ-Haustechnik/IKZ_18_22/58.jpg
news-27552 Stiebel Eltron als starke Marke ausgezeichnet https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/stiebel-eltron-als-starke-marke-ausgezeichnet/ Das Heiz- und Wärmetechnikunternehmen Stiebel Eltron ist zum fünften Mal in Folge mit dem „Superbrand“-Award geehrt worden. „Die erneute Auszeichnung ist ein tolles Feedback für die Marke, über das wir uns sehr freuen“, sagt Marketingleiter Claus Kroll-Schlüter.  

Seit mehr als 20 Jahren kürt die Bewertungsorganisation die besten und stärksten Marken in 88 Ländern. Für den „Superbrand“ nominieren unabhängige Wirtschaftsfachleute in Zusammenarbeit mit internationalen Marktforschungsinstituten herausragende Produkt- und Unternehmensmarken eines Landes. Kriterien: Markendominanz, Kundenbindung, Langlebigkeit und Akzeptanz. In Deutschland schafften es 1350 Unternehmen auf die Vorschlagsliste.

 

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Wed, 19 Dec 2018 07:33:00 +0100 https://www.ikz.de/fileadmin/_processed_/e/3/csm_57_Stiebel-Eltron-Superbrands_ae184a72d5.jpg https://www.ikz.de/fileadmin/_processed_/e/3/csm_57_Stiebel-Eltron-Superbrands_d55079211f.jpg https://www.ikz.de/fileadmin/Kundenbereich/Medien/IKZ-Haustechnik/IKZ_18_23-24/57_Stiebel-Eltron-Superbrands.jpg
news-27589 Auch 2019 ist die IKZ vor Ort https://www.ikz.de/medien/ikz-haustechnik/standpunkte/news/detail/auch-2019-ist-die-ikz-vor-ort/  

Mitte dieses Jahres sind wir mit unserer Serie „IKZ vor Ort“ gestartet. Das Ziel: Mehr über unsere Leser, ihre Herausforderungen und ihre Bedürfnisse im betrieblichen Alltag zu erfahren. Besucht wurden große wie kleine Betriebe, traditionelle wie innovative. Neubauspezialisten ebenso wie Sanierungsexperten. Und das bundesweit. Die Erkenntnisse waren und sind für uns sehr wertvoll, denn sie sind gleichsam der Arbeitsauftrag für die Berichterstattung von morgen. Aus jedem dieser Besuche ist zudem ein Porträt entstanden, das veranschaulicht, wie der Betrieb seinen Arbeitsalltag sprichwörtlich „meistert“ und welche Nischen erfolgreich besetzt werden. Inzwischen sind es mehr als ein Dutzend Reportagen. Nachzulesen unter anderem unter www.ikz.de (Suchbegriff: IKZ vor Ort).
Apropos Nischen: Dass sich modern aufgestellte Betriebe längst nicht nur mit Sanitär, Heizung und Klima beschäftigen, hatten wir durchaus erwartet. Überrascht hat uns das mitunter hochspezialisierte Leistungsspektrum manch eines Betriebs – ebenso wie die Professionalität, was die Organisation oder die Mitarbeiter-Qualifizierung angeht. Jedes der von uns besuchten Unternehmen hat sein eigenes Erfolgsrezept entwickelt und sich erfolgreich im Markt etabliert.
So unterschiedlich die Betriebe auch sind, die Sorgen sind doch meist die Gleichen: fehlender Nachwuchs, hohe Bürokratielast – und oft haben wir den Wunsch nach ausgereiften, vom Handwerk beherrschbaren Produkten vernommen. Mehr dazu lesen Sie in unserem Zwischenfazit zur Serie ab Seite 12.
Was hilft dem SHK-Handwerk? Die Politik ist dringend gefordert, unternehmerfreundlichere Rahmenbedingungen zu schaffen. Die Organisation muss das Thema Nachwuchsförderung weiter engagiert angehen. Hersteller müssen bei der Produktentwicklung verstärkt auf einfache Montage und Inbetriebnahme setzen. Nur so lässt sich das Potenzial der SHK-Branche dauerhaft und nachhaltig „auf die Straße bringen“.
Zurück zum Heft: Natürlich gibt es auch diesmal wieder eine „IKZ vor Ort“-Reportage. In dieser Ausgabe berichten wir über das Familienunternehmen Pöppl aus Bayern, das über den SHK-Bereich hinaus auf Beregnungstechnik spezialisiert ist. Im Gegensatz zu vielen anderen Betrieben hat Pöppl laut eigener Aussage keine Nachwuchssorgen. Warum, lesen Sie ab Seite 28. Dort erfahren Sie auch, was Sie tun müssen, damit wir auch Ihr Unternehmen besuchen und darüber berichten. Eines ist Gewiss: Die Serie „IKZ vor Ort“ wird 2019 fortgeführt.
Wir – das gesamte Redaktionsteam – wünschen erfolgreiche Geschäfte, besinnliche Weihnachtstage und einen ruhigen Jahreswechsel.

Markus Sironi
Chefredakteur und Handwerksmeister
m.sironi@strobel-verlag.de

 

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Tue, 18 Dec 2018 15:30:00 +0100 https://www.ikz.de/fileadmin/_processed_/e/1/csm_003_Sironi-2017-Edi_72fcf5753f.jpg https://www.ikz.de/fileadmin/_processed_/e/1/csm_003_Sironi-2017-Edi_dc0e968735.jpg https://www.ikz.de/fileadmin/user_upload/003_Sironi-2017-Edi.jpg
news-27602 Verärgerung über Bürokratielast und nicht marktreife Produkte https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/veraergerung-ueber-buerokratielast-und-nicht-marktreife-produkte/ Zwischenbilanz bei „IKZ vor Ort“: Handwerksbetriebe lassen sich einiges einfallen, um Auszubildende zu finden und Fachhandwerker zu binden  

Wie tickt das Handwerk heute? Was läuft gut und wo drückt der Schuh? Welche Rolle nimmt die Digitalisierung ein? Um Antworten zu sammeln, ist die IKZ-Redaktion bundesweit unterwegs. In der Serie „IKZ vor Ort“ sprechen die Geschäftsführer unterschiedlich großer Handwerksbetriebe Klartext. Eine Zwischenbilanz:

Digitalisierung
Wer glaubt, die Digitalisierung habe das Handwerk noch nicht erreicht, der täuscht sich. Natürlich hat nicht jeder Betrieb digitale Prozesse so in den Arbeitsalltag integriert, wie das bei Gebro Herwig Haustechnik in Arnsberg (NRW) der Fall ist – jenem Unternehmen, das wir vor einem halben Jahr besucht haben und das den Auftakt unserer Serie bildete. Hier wird die Umstellung von analogen auf digitale Verfahren bereits seit 2015 forciert, wogegen sie andernorts noch in den Kinderschuhen steckt. Das Thema ist allgegenwärtig – egal, ob der Wandel gerade erst angestoßen wird oder schon im Gange ist.
Generell scheinen Unsicherheit und Respekt vor dem mächtigen Wort „Digitalisierung“ groß zu sein. Wie anders ist es zu erklären, dass uns Firmenchefs zumeist erzählen, sie hinken digital hinterher? Dann aber stellt sich im Gespräch heraus, dass die hausinterne Software umgestellt worden ist, dass die Kundendienstmonteure Notebooks, Tablets oder Smartphones besitzen, ihre Aufträge digital erhalten oder ihre Arbeitszeiterfassung über mobile Endgeräte regeln. Uns wird erzählt, dass der Endkunde von den neuen Technologien profitiere, weil Störungsmeldungen von Heizungsanlagen digital ausgelesen werden. Techniker im Innendienst könnten sich auf Anlagen aufschalten und würden so automatisch über Systemfehler benachrichtigt. Die Palette an Beispielen lässt sich beliebig erweitern – auch im Badbereich, wo die dreidimensionale Planung eher Regel- als Einzelfall ist.

Fazit: Weil die Möglichkeiten der Digitalisierung unbegrenzt zu sein scheinen, verkauft sich manch ein Unternehmen bei diesem Thema unter Wert. „Digitalisierung ja, wo sie bei uns Sinn macht“, ist ein oft gehörter Satz in der SHK-Branche. Aus gutem Grund:

Mitarbeiterbindung
Denn werden Produkte immer digitaler, wird von den Fachhandwerkern immer mehr Know-how erwartet. „Flaschenhals der digitalen Medien bleibt aber der Monteur auf der Baustelle“, hat uns Geschäftsführer Andreas Cloer (Gebro Herwig) gesagt. Der Monteur muss Projektmanagement betreiben, Daten und Informationen verarbeiten, die Digitalisierung beherrschen und sie akzeptieren. Und das, obwohl ohnehin schon ein schwerer Job – physisch wie psychisch – zu leisten ist. Die Monteure nicht zu überfordern, dafür spricht sich auch Inken Zimmermann aus, Geschäftsführerin eines SHK-Betriebs in Unna-Königsborn (NRW): „Auf der einen Seite haben wir einen Fachkräftemangel, auf der anderen Seite sollen Techniker auch immer mehr kaufmännische Arbeit erledigen? Das passt nicht zusammen.“ Was also tun?
Fachhandwerker nicht nur fordern, sondern sie fördern, z. B. mit internen und externen Weiterbildungsmaßnahmen, schlägt Inken Zimmermann vor. Und: Ein gutes Betriebsklima sei maßgebend, um Mitarbeiter langfristig zu binden. Um Angestellte bei der Stange zu halten, lassen sich SHK-Unternehmen längst mehr einfallen als Grill­abende oder Weihnachtsfeiern. Sie führen Teambildungsmaßnahmen durch, ermöglichen Vorteile zur Absicherung der Gesundheitsfürsorge, finanzieren interne wie externe Fortbildungen oder organisieren Werksbesichtigungen. Bei Klein Bäder und Wärme in Hemer (NRW) sind die Mitarbeiter zum Firmenjubiläum für ein Wochenende auf die spanische Ferieninsel Mallorca eingeladen worden. Und der Betrieb Weishäupl in Bayern, über den wir in einer der nächs­ten IKZ-Ausgaben berichten werden, organisiert eine ganze Eventpalette für die Angestellten – darunter Paintball- und Go Kart-Nachmittage.
Die Henrich Schröder GmbH in Isselhorst will ihre Mitarbeiter am Gewinn beteiligen. Das Unternehmen aus Ostwestfalen hat eine Tochterfirma gegründet, in der das Betriebskapital in Form von Maschinen, Werkzeugen, Arbeitskleidung oder dem Fuhrpark angelegt und an die Firma Henrich Schröder vermietet wird. Vorteil? „Je wirtschaftlicher mit den Maschinen gearbeitet wird und umso mehr Umsatz die Firma Schröder macht, desto höher kann der Gewinn ausfallen. Kurz gesagt: Jeder Mitarbeiter kann den Gewinn selbst mit beeinflussen und wird am Erfolg beteiligt“, berichtet Geschäftsführer Thorsten Schröder.

Fazit: Damit sich die Mitarbeiter wohl fühlen, sind verlässliche Arbeitszeiten und ein gesundes Betriebsklima gefragt. Auch mit Blick auf den:

Fachkräftemangel
Weil die schraubenden Hände fehlen, sind SHK-Betriebe teilweise im Umsatz begrenzt. „Wir könnten mit weiteren Fachkräften und dem vorhandenen Innendienst gut und gerne 10 % mehr Umsatz machen“, sagt Andreas Cloer. Auf den Mangel an Monteuren, z. T. auch an Auszubildenden, will Gebro Herwig reagieren und zukünftig möglicherweise – nach dem Schulnotensystem – Viererkandidaten einstellen. Cloer: „Zur Mitarbeiterbindung werden wir neue Wege finden müssen – vielleicht den Lohn auf Dauer anpassen.“ Mehr Geld im Portemonnaie des Monteurs, um Mitarbeiter auf Dauer zu halten – diesen Ansatz verfolgt bereits der SHK-Betrieb Leifhelm & Pelkmann in Beckum (NRW), der die Monteure nach eigener Aussage übertariflich bezahlt. „Eine hohe Lohnstruktur ist wichtig, um Facharbeiter halten und gewinnen zu können“, meinen die Geschäftsführer Tobias Leifhelm und Veit Pelkmann. Generell müssten sich zukünftig Verrechnungssätze und Stundenlöhne im Handwerk erhöhen, um überhaupt noch gut ausgebildete Fachkräfte zu finden.
Nicht nur Fachkräfte sind rar, sondern auch Auszubildende. Im Wettbewerb um kluge Köpfe lassen sich die Betriebe einiges einfallen: angefangen von einer veränderten Marketingstrategie mit Investitionen in die Internetseite, in soziale Medien und für Videos auf YouTube über SHK-Azubis, die im Radio ihren Arbeitsalltag schildern, bis hin zur Teilnahme an Nachwuchskampagnen wie „Zeit zu starten“ unter Federführung des ZVSHK mit dem Ziel, Schüler/-innen mit Informationsmaterialien für eine Berufswahl im Handwerk zu begeistern. In Bayern hat man gute Erfahrungen mit speziell geschulten Lehramtsanwärtern gemacht, die Mittel- und Realschulen besuchen und den Jugendlichen der 8. Klassen detailliert den Beruf des Anlagenmechanikers erläutern. Eine Initiative, die Früchte trägt: Mehr als 2500 Jugendliche seien so im Vorjahr erreicht worden. „Und allein in der Innung Schwandorf konnten 30 % mehr Auszubildende gegenüber dem Vorjahr eingestellt werden“, berichtet Arnold Pöppl, der Vorstandsmitglied im Fachverband SHK Bayern ist.

Fazit: Darauf zu warten, dass sich ein junger Mensch um eine Ausbildung als Anlagenmechaniker bewirbt, ist meist vergebens. Wer die Jugend dagegen „abholt“ und mit pfiffigen Ideen für das Handwerk interessieren kann, findet eher gute Auszubildende.

Herausforderungen
Über mangelnde Beschäftigung kann sich das Handwerk aktuell nicht beklagen. Um im digitalen Zeitalter wettbewerbsfähig zu bleiben, wünschen sich Betriebe keine Datenbrüche mehr – also Informationen, die binnen eines Verarbeitungsprozesses manuell erfasst werden müssen. Die meis­ten Heizkessel sind onlinefähig und über Apps zugänglich. Man könne die Daten aber nicht in der betriebseigenen Software verarbeiten, weil die Hersteller das nicht zuließen. Datendurchgängigkeit sei aber dringend nötig. Sonst bestehe die Gefahr, dass Branchenfremde, die nicht über das benötigte handwerkliche Fachwissen verfügen, Prozesse allein über die Informationstechnik aufrollen und steuern.
Ein Satz fällt besonders oft in SHK-Betrieben: Die Industrie möge nur ausgereifte Technik auf den Markt bringen. Hersteller würden zwar in kurzen Zyklen neue Produkte und Serien publik machen, die aber oftmals noch nicht marktreif seien. Arnold Pöppl: „Es sollten Heizungssysteme hergestellt werden, die unsere Monteure auch im Hinblick auf die umfassende Elektronik und die Vielzahl der eingesetzten Komponenten noch beherrschen und reparieren können.“

Bürokratie
Ein weiteres Ärgernis ist die Bürokratielast. „Der Umfang an Dokumentationen von Bauprojekten hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen“, beklagen Tobias Leifhelm und Veit Pelkmann. Die Dokumentationspflicht binde zu viele Kapazitäten im Büro. Das bestätigt auch Alfons Grunden vom Unternehmen Bad & Konzept in Rhede (NRW): „Wir könnten einen Mitarbeiter beschäftigen, der sich ausschließlich um Auflagen, Vorschriften und Regelungen kümmert.“ Er schlägt Alarm: „Wir verwalten uns zu Tode.“ Beispiel: Der Betrieb habe mit einem Flüchtling einen Lehrvertrag geschlossen, im Zuge dessen allerdings mit drei Arbeitsämtern zu tun. Die hohe Bürokratielast sprengt sinnvolle Grenzen, meint auch Unternehmerin Cornelia Klein aus Hemer: „Der mit ihr einhergehende Zeitaufwand überschreitet jedes vernünftige Maß.“ Bürokratie sei kein Job eines SHK-Betriebs. „Wir sind da, um Kunden zufriedenzustellen, um Arbeitsplätze zu erhalten und zu schaffen. Und natürlich, um als Unternehmen Geld zu verdienen.“

Fazit
SHK-Betriebe benötigen technisch ausgereifte Produkte der Industrie. Bürokratische Hürden bremsen unternehmerisches Handeln aus. Eine Entwicklung, die durchaus die Existenz kleinerer Betriebe bedroht.

www.ikz.de

 

Lukrative Zusatzgeschäfte

  • Handwerksbetriebe setzen nicht ausschließlich auf Sanitär, Heizung, Klima, sondern suchen auch Nischen, mit denen lukrative Zusatzgeschäfte möglich sind. Beispiele:
  • Die Mitarbeiter der Renzing GmbH aus Dortmund sind Prozessbeteiligte bei der Fertigung von Beschichtungsmaschinen, die innerhalb Europas, aber auch an Werke in Amerika oder Russland verschifft und verkauft werden. Die Monteure sind für die Beschichtungslinien verantwortlich.
  • Die BSH Bullach GmbH in Giesen (Niedersachsen) bietet einen außergewöhnlichen Service an: die Gestaltung von Bädern nach der klassischen Feng-Shui-Methode der „fliegenden Sterne“. Dabei fließen Harmonie und Ausgeglichenheit in die Raumgestaltung ein.
  • Die Arnold Pöppl GmbH aus Nittenau (Bayern) hat die automatisierte Beregnungstechnik in ihrem Portfolio. Die Monteure planen Beregnungsanlagen, stellen die Regler entsprechend ein und programmieren Computer.

 

 

 

 

 

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Tue, 18 Dec 2018 14:33:48 +0100 https://www.ikz.de/fileadmin/_processed_/6/d/csm_12_9ab745a22a.jpg https://www.ikz.de/fileadmin/_processed_/6/d/csm_12_6018b51563.jpg https://www.ikz.de/fileadmin/Kundenbereich/Medien/IKZ-Haustechnik/IKZ_18_23-24/12.jpg
news-27601 Aufschwung erfasst nicht mehr alle Vertriebsstufen https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/aufschwung-erfasst-nicht-mehr-alle-vertriebsstufen-1/ Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft: Während das Fachhandwerk boomt, hat die Armaturenindustrie mit Gegenwind zu kämpfen  

Einer ifo-Prognose zufolge kann die deutsche Sanitärbranche im Jahr 2018 mit einem Umsatzplus von nominal knapp 3 % auf insgesamt 24,8 Mrd. Euro rechnen. Glänzende Aussichten scheinbar. Der Aufschwung erfasst aber nicht mehr alle Vertriebsstufen, bilanzierte die Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS) während der Mitgliederversammlung in Köln.

Während das Fachhandwerk konstant hohe Auslastungszahlen und Auftragsreichweiten melde, habe die Armaturenindustrie inzwischen „sogar mit einem leichten Gegenwind zu kämpfen“, hieß es Anfang November beim Dachverband. Als Gründe dafür wurden neben dem Fachkräftemangel auch allgemeine Marktveränderungen genannt. Zu denen gehörten das durch die Handelsrestriktionen auf internationaler Ebene (USA, Naher Osten) erschwerte Auslandsgeschäft der Industrie und das – „wenn auch auf relativ niedrigem Niveau“ – zunehmende Wachstum von Online-Anbietern. Weitere Beispiele seien die Themen Direktbezug und Markenprodukte versus Handelsmarken, die sich auf die einzelnen Vertriebsstufen unterschiedlich auswirkten. Auch weltpolitische Probleme würden mit Blick auf 2019 eine „gewisse konjunkturelle Skepsis“ auslösen. Vor diesem Hintergrund plädiert Andreas Dornbracht dafür, die „Branchenverbundenheit zu wahren und wo immer möglich neu zu beleben“.

Digitalisierung nicht mehr wegzudenken
In seinem Statement machte der VDS-Vorsitzende ferner auf generelle Herausforderungen aufmerksam. So habe die Digitalisierung die Branche bei den in- und externen Abläufen, den Vertriebswegen und der Kommunikation mittlerweile „voll erfasst“. Auch Themen wie BIM, Vorfertigung, Qualifizierung und Nachwuchsgewinnung würden alle Marktteilnehmer betreffen und sie dazu zwingen, sich umzustellen. Verbände machten da keine Ausnahme. Die VDS habe daher eine Strategiediskussion angestoßen, um ihre Arbeit zu optimieren. Während der Mitgliederversammlung kristallisierte sich z. B. die Entwicklung von Vertriebswegsszenarien als eine „zukunftsorientierte Aufgabe“ heraus.
Fest etabliert und akzeptiert sei die Aktion „Barrierefreies Bad“ (ABB). Das differenzierte firmen- und produktneutrale Informationsangebot werde rege genutzt. In dem Zusammenhang kündig­te Geschäftsführer Jens J. Wischmann ein neues Branchen-Positionspapier zum demografischen Wandel an. Die in Köln verabschiedete Kurzfassung diene als Basis für jene Version, die bis zur ISH 2019 fertiggestellt sein soll. Damit wolle man alle interessierten Gruppen aus Politik, Bund, Ländern, Kommunen, Wirtschaft, Wissenschaft und Verbraucherorganisationen zum offenen und konstruktiven Dia­log einladen. Die VDS kündigte darüber hinaus an, in den nächsten Monaten ein neues Konzept für die vertriebsstufenübergreifende Fortbildungseinrichtung „Bad-Akademie“ vorzustellen.

Flagge zeigen auf ISH
Die Weltleitmesse ISH vom 11. bis 15. März 2019 spannt auch den Verband ein. In der Mainmetropole zeigt er dreifach Flagge: durch die „Waterlounge“ (Halle 3.1), durch die mit Kooperationspartnern realisierte „Werkstatt Bad“ (Halle 4.2) sowie durch das gemeinsam mit der Messe Frankfurt veranstaltete Trendforum „Pop up my Bath­room“ im Saal „Europa“ (Halle 4.0). Apropos Trends: nach Auffassung diverser Experten zeichnet sich eine Tendenz ab, die die lange Weiß-Dominanz in Badezimmern zumindest verringert, so die VDS.

www.sanitaerwirtschaft.de

 

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Tue, 18 Dec 2018 14:27:08 +0100 https://www.ikz.de/fileadmin/_processed_/c/d/csm_16_1_6184ba6a6b.jpg https://www.ikz.de/fileadmin/_processed_/c/d/csm_16_1_39436b0244.jpg https://www.ikz.de/fileadmin/Kundenbereich/Medien/IKZ-Haustechnik/IKZ_18_23-24/16_1.jpg
news-27600 Zentralverband – Kurz und bündig https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/zentralverband-kurz-und-buendig-9da0ea4b95/  

Leistungswettbewerb

Gewinner 2018
Jedes Jahr gibt es den Wettbewerb um die besten Nachwuchstalente des Deutschen Handwerks – den Leistungswettbewerb PLW („Profis leisten was“). Für die drei SHK-Berufsbilder – Ofen- und Luftheizungsbauer, Klempner sowie Behälter- und Apparatebauer – haben Juroren des Leistungswettbewerbes Anfang November in der Stuttgarter Robert-Meyer-Schule entschieden, wer aufgrund seiner eingeschickten Prüfaufgabe jeweils zu den ausgezeichneten Bundessiegern gehört. Zur Erinnerung: Wer PLW-Bundessieger in seinem Berufsbild werden will, muss mit seiner Prüfungsaufgabe zunächst auf Landesebene nicht nur besser als die jeweilige Konkurrenz sein, sondern auch die Mindestzahl 81 von 100 möglichen Punkten erreichen.
Bei den Ofen- und Luftheizungsbauern hatte diesmal niemand diese Mindestpunktzahl erzielen können. Bei den Behälter- und Apparatebauern gab es nur einen Kandidaten, der aufgrund seiner hohen Punktzahl in die Wertung kam. Es ist Bundessieger Leandro Costa (Ausbildungsbetrieb Rieger Behälterbau, Bietigheim-Bissingen).
Im Klempner-Handwerk erreichten zwei Kandidaten Spitzenplätze:

  1. Felix Noah Trenkler
    (Firma Reiner Walz, Pliezhausen),
  2. Jessica Friederich
    (Firma Thomas Neger Metallsysteme, Mainz).


Bei den Anlagenmechanikern SHK wurde der Wettbewerb zum zweiten Mal im Rahmen einer Deutschen Meisterschaft auf der Messe GET Nord in Hamburg ausgetragen. Der Hintergrund: Durch das Messepublikum sowie die Präsenz zahlreicher Print- und Filmmedien lässt sich mit der Meisterschaft in breiter Öffentlichkeit auf den anspruchsvollen und vielseitigen Beruf des Anlagenmechanikers SHK aufmerksam machen. Insgesamt traten elf talentierte junge Gesellen zum Leistungsvergleich an und zwei Tage später, am 23. November 2018, standen die Ergebnisse der Meisterschaft fest. Bis aufs Siegertreppchen schafften es folgende Bestplatzierte:

  1. Christoph Steinbache
    (Firma Leibelt, Burglengenfeld),
  2. Jan Rathmann
    (Firma Junker, Burgwedel),
  3. Manuel Bürkin
    (Firma Gampp Haustechnik, Ebringen).


Die SHK-Berufsorganisation würdigt die guten Leistungen der Nachwuchs-Profis mit Urkunde, Geldprämie und besten Glückwünschen – auch die Redaktion wünscht an dieser Stelle „Alles Gute“ für die weitere Karriere im SHK-Handwerk.

 

Kundendiensttechniker

Weiterbildung in vielen Regionen
Dem Anlagenmechaniker bringt die Weiterbildung zum SHK-Kundendiensttechniker eine interessante Erweiterung seiner Kompetenzen. Auch im kommenden Jahr nehmen etliche vom ZVSHK autorisierte Bildungsstätten dieses Angebot in den Fortbildungskalender auf. So starten neue Kurse beispielsweise am 18. Januar 2019 in Offenburg oder am 25. Januar in Stade sowie in Köln, am 1. März in Osnabrück oder am 15. März in Aurich (Planungsstand: 13. November 2018). Die Laufzeit bei den zertifizierten Bildungsstätten des SHK-Handwerks ist unterschiedlich lang, aber stets über mehrere Monate angelegt. Nähere Einzelheiten zum gesamten Weiterbildungsprogramm gibt es unter www.berufsfoerderungswerk.org

 

Ausbildungsplatz

Jetzt noch freie Stellen melden
Viele Betriebe aktualisieren bereits die Handwerkersuche unter www.wasserwaermeluft.de, damit sie von Bauherren und Endverwendern mit ihren Kompetenzfeldern gefunden werden. In der Datenbank ist es ebenso möglich, den jeweiligen Lehrberuf und die Anzahl freier Ausbildungsplätze anzugeben. Das gelingt, indem der Fachunternehmer über das Suchfeld „Benutzeranmeldung“ unter www.zvshk.de den Menüpunkt „Mein ZVSHK“ anklickt. Im „persönlichen Bereich“ wählt man „Eigene Daten bearbeiten“, dann das Feld „Ausbildung“ und kann dort einen entsprechenden Marker für den jeweiligen Lehrberuf setzen und die Anzahl freier Stellen angeben.
Zusätzlich ist es von Vorteil, die zuständige Abteilung bei der Bundesagentur für Arbeit über einen freien Ausbildungsplatz auf dem Laufenden zu halten.Nicht vergessen: Auch die Menüpunkte „Zugehörigkeit“ sowie „weitere Angaben“ sollte man gelegentlich prüfen. Diese Ergänzungen in der Datenbank vergrößern die Chancen, dass der Handwerksbetrieb mit seinem Leistungsangebot besser wahrgenommen wird – als weiterer Wettbewerbsvorteil für den organisierten SHK-Unternehmer.

 

Handwerkermarke

Bündnis wird zum Jahresende aufgelöst
Im Einvernehmen mit den Markenpartnern beendet der ZVSHK zum Jahresende 2018 das Qualitäts- und Leistungsbündnis Handwerkermarke. „Es ist Zeit, neue Wege zu gehen“, sagt ZVSHK-Hauptgeschäftsführer Helmut Bramann und ergänzt:  „Die Handwerkermarke hat in den Jahren ihres Bestehens Standards für unsere Branche gesetzt und ist eines der am längsten aktiven Branchenkonzepte.“ Geänderte Markt- und Rahmenbedingungen erforderten jedoch neue Lösungen. Daher hätten der Zentralverband und seine Landesverbände beschlossen, die Handwerkermarke zu beenden.
Das Handwerkermarken-Logo wird von den Herstellern demnach nicht mehr verwendet. Hier gilt allerdings eine Übergangszeit von einem Jahr. Produktvorteile wie Nachkaufgarantie oder Ersatzteilsicherheit sind für Innungsbetriebe nicht mehr vertraglich verankert. „Wir gehen allerdings davon aus, dass wir diese Leistungen durch das Instrument Handwerkermarke bei Qualitätsherstellern als Branchenstandard dauerhaft etabliert haben und diese weiter bestehen werden“, so Bramann. Unabhängig von der Auflösung des Lizenzvertrages zwischen Markenpartner und ZVSHK bleibe die ursprünglich damit verbundene Haftungsübernahmevereinbarung als separater Vertrag weiter bestehen.
An neuen Konzepten für zeitgemäße Marktpartnerschaften zwischen Handwerk und Industrie wird bereits gearbeitet. Bramann:  „Geplant ist, auf der ISH 2019 einen neuen Ansatz vorzustellen, der die heutigen Bedürfnisse des Marktes optimal bedient.“

 

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Tue, 18 Dec 2018 14:11:14 +0100 https://www.ikz.de/fileadmin/_processed_/5/a/csm_18_1_997d8f457e.jpg https://www.ikz.de/fileadmin/_processed_/5/a/csm_18_1_957ed7f6ad.jpg https://www.ikz.de/fileadmin/Kundenbereich/Medien/IKZ-Haustechnik/IKZ_18_23-24/18_1.jpg
news-27599 Zentralverband – Meinung https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/zentralverband-meinung-7/ Politik ist mehr als Streiten um den rechten Weg  

Eines ist klar: Politik ist in Deutschland wieder spannend. Oder sollte ich sagen: der Politikbetrieb? Nach den Wahlen in Bayern und Hessen sitzen seit Kurzem sechs Parteien in beiden Landtagen. Es entstehen in Deutschland gerade neue politische Konstellationen, die das altbekannte Grundmuster der Regierungsbildung sowohl im Bund als in den Ländern obsolet machen.
Die beiden einstigen Volksparteien schaffen es nicht, weite Teile ihrer einst treuen Wählerklientel weiter oder wieder an sich zu binden. Die politische Mitte erodiert. Mit der zunehmenden Polarisierung der Gesellschaft geht eine Politisierung zweier Lager einher, die sich unversöhnlich gegenüberstehen. Der Höhenflug der weltoffenen Grünen wird kontrastiert von einem nicht minder bemerkenswerten Anwachsen der nationalkonservativen AfD. Die grüne Wohlfühlpartei für gutsituierte Bürgerinnen und Bürger bestimmt zusammen mit der populistischen Angstmacherpartei am rechten Rand den politischen Diskurs in der Republik.
Im Mittelpunkt dieser gesellschaftlich-politischen Auseinandersetzung steht die Flüchtlingspolitik der Noch-Kanzlerin. Zum Nachteil anderer relevanter Themen, die dabei unterhalb der Aufmerksamkeitsspanne der Öffentlichkeit bleiben.
Hier sollten die gebeutelten, ehemaligen Volksparteien versuchen, die negative Stimmung zu drehen. Denn längst ist es an der Zeit, dass Abgeordnete ihren Wählern mehr bieten als die lautstarke Auseinandersetzung mit dem politischen Gegner. Wo Anhänger der Grünen das Klima retten wollen, kämpfen Anhänger der AfD um die Neuausrichtung staatlicher Investitionen. Sachpolitik in ihrer reinen Form kann hier selbst die größten politischen Gegensätze überwinden. So etwa verbinden die Themen Gebäude­sanierung und altersgerechtes Wohnen ganz verschiedene Ziele: Investitionen in Deutschland mit nachhaltigem Spareffekt für seine Bürger (geringere Energiekosten), realisiert durch in Deutschland ansässige Betriebe, die wiederum Arbeitsplätze vor Ort im Wahlkreis schaffen. Das Ganze zahlt sich zudem für den Klimaschutz aus.
Das zeigt: Politik kann mehr sein als Streiten um den Weg. Eine Konzentration auf die richtigen Sachthemen böte für die aktuelle Regierung und deren Parteien genug Chancen, auch politisch völlig gegensätzliche Wählerlager mit der eigenen Politik zufriedenzustellen und gegebenenfalls sogar zurückzugewinnen.

Helmut Bramann
ZVSHK-Hauptgeschäftsführer

 

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Tue, 18 Dec 2018 14:06:25 +0100 https://www.ikz.de/fileadmin/_processed_/e/e/csm_20_f7093bba43.jpg https://www.ikz.de/fileadmin/_processed_/e/e/csm_20_9ad2b491ad.jpg https://www.ikz.de/fileadmin/Kundenbereich/Medien/IKZ-Haustechnik/IKZ_18_23-24/20.jpg
news-27598 Zentralverband – „Kollege gesucht“ https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/zentralverband-kollege-gesucht/ Meinungsmedium zum Fachkräftemangel  

Je besser die Auftragslage im SHK-Handwerk, desto dringlicher offenbart sich der Mangel an gut ausgebildeten Fachhandwerkern. Was ist aus Sicht des Handwerks zu tun? Welche Erwartungen gibt es an die Politik? Wo sind Stellschrauben, die eine Besserung bringen können?

Unter dem Titel „Kollege gesucht“ hat der ZVSHK in seinem Meinungsmedium „statement“ (Ausgabe 11-2018) zum Brennpunktthema Fachkräftemangel Fakten zusammengetragen, Hintergrundinfos aufbereitet und namhafte Personen zu Wort kommen lassen. Es zeigt auf, was sich in der Bildungspolitik ändern muss. Ebenso wird deutlich, welche enormen Chancen sich in den Geschäftsfeldern rund um Sanitär, Heizung und Klima für technikaffine junge Menschen eröffnen. Ob in der Gebäudesanierung oder durch Effizienzsteigerung bei der Nutzung von Energie – mithilfe anspruchsvoller Technik bilden sich wahre Spezialisten heraus, die auf lange Sicht gefragt bleiben werden.

Klares Bekenntnis zum Fachhandwerk nötig
„Wir richten uns mit unserem Meinungsmedium vor allem an die Politik, aber auch an unsere Branchen- und Marktpartner“, erläutert Frank Ebisch, Bereichsleiter Kommunikation im ZVSHK. „Wir brauchen ein klares Bekenntnis zum Fachhandwerk. Denn ohne die SHK-Spezialisten von morgen lassen sich weder ambitionierte Klimaziele erreichen noch genügend Wohnraum schaffen, um Millionen Menschen auch im Alter ein selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden zu ermöglichen.“

Fakten, Einschätzungen und Denkanstöße
Das neue „statement“ dokumentiert Fakten und Einschätzungen von politischen Parteien oder Wirtschaftsverbänden. „Es vermittelt zudem Denkanstöße, die den immer öfter zu vernehmenden Vorwurf vom ‚Flaschenhals‘ Handwerk relativieren“, sagt Frank Ebisch. „Wenn Teile der Politik sowie auch Branchenpartner Nachwuchsmangel beklagen und dafür allein das Handwerk in die Verantwortung nehmen, lenken sie von den eigenen Versäumnissen ab.“
Das neue Meinungsmedium „statement 11-2018“ lässt sich auf schnellem Weg erreichen: Den Download findet man unter www.zvshk.de (im Suchfeld als Begriff den Quicklink QL08122777 eingeben).

 

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Tue, 18 Dec 2018 13:51:59 +0100 https://www.ikz.de/fileadmin/_processed_/9/c/csm_21_1_4613d280cc.jpg https://www.ikz.de/fileadmin/_processed_/9/c/csm_21_1_ba0fc845d7.jpg https://www.ikz.de/fileadmin/Kundenbereich/Medien/IKZ-Haustechnik/IKZ_18_23-24/21_1.jpg
news-27597 Niedersachsen – Zahlreiche Schwerpunkte vorgestellt https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/niedersachsen-zahlreiche-schwerpunkte-vorgestellt/ Mitgliederversammlung tagt in Hannover. Verband arbeitet an Smart-Home-Lösung fürs SHK-Handwerk  

Am 1. November fand die Herbst-Mitgliederversammlung des Fachverbandes SHK Niedersachsen statt. Landesinnungsmeister Frank Senger konnte in Hannover rund 90 Delegierte aus den niedersächsischen SHK-Innungen begrüßen.

Den Anfang im Vortragsprogramm machte Frank Neumann, betriebswirtschaftlicher Referent des Fachverbandes, mit seinem Thema Arbeitssicherheit. Nach einer kurzen Einleitung hinsichtlich der Pflichten des Arbeitgebers stellte er die neuen den Innungsmitgliedern zur Verfügung stehenden Hilfsmittel auf diesem Gebiet vor. Neben einem Rahmenvertrag bezüglich der Bestellung der Fachkraft für Arbeitssicherheit steht interessierten Betrieben auch das internetbasierte Arbeitssicherheitsportal des Fachverbandes aus Nordrhein-Westfalen zur Verfügung. Hier haben die Unternehmer die Möglichkeit, arbeitsschutzrelevante Vorgänge wie Schulungen, Unterweisungen und Betriebsmittelprüfungen bequem in einer Anwendung zu bündeln.
Die Ausschüsse im Fachverband stellten die Schwerpunkte ihrer Arbeit vor und nahmen Anregungen aus dem Plenum entgegen:

  • Den Anfang macht der Tarifausschuss mit dem Vorsitzenden Erhard Lamberti und dem Referenten im Fachverband Frank Neumann. Im Dialog des Tarifausschusses ging es dem Vorsitzenden Erhard Lamberti vor allem darum, mit welchen Vorgaben in die nächsten Tarifverhandlungen gegangen werden soll.
  • Für den Ausschuss Sanitär- und Heizungstechnik stellten Gerald Lange, Ausschussvorsitzender, und Jürgen Engelhardt die aktuellen Themen vor. Sie befragten das Plenum, welche technischen Themen derzeit auf den Nägeln brennen und nahmen Anregungen mit.
  • Aus der Imagekampagne Alles.richtig.gemacht zeigte Helmut Meier die neuesten Filme und präsentierte einige Zahlen als Zwischenbilanz nach 11 Monaten. Die Kampagne wird im 2. Jahr fortgeführt, neue Geschichten werden gesucht.
  • Der Fachausschuss Ofen- und Luftheizungsbau wurde durch den Vorsitzenden Götz Holtz vertreten. Er informierte über die aktuelle Feinstaubdiskussion und stellte nochmal heraus, dass dieses Thema alle fossilen Feuerstätten betrifft.
  • Norbert Raida, Vorsitzender des Ausschusses Aus- und Weiterbildung, berichtete u. a. über das Thema „VR-Brille an Berufsfindungstagen“. Der Fachverband erstellt derzeit einen 360° Virtual reality (VR)-Film für die drei SHK-Berufe, der auf Berufsfindungstagen gezeigt werden kann.

Zukunftsthema „Smart Home“
Ein weiterer Schwerpunkt des Tages war das Zukunftsthema „Smart Home“. Die SHK-Unternehmer Gerald Lange und Christoph Bullach berichteten zum Einstieg aus ihrem Arbeitsalltag, in dem sie mit den unterschiedlichen Apps verschiedener Hersteller jonglieren müssen, um die Einstellungen für ihre Kunden nutzerfreundlich zu gestalten. Ihr Fazit: „Wir träumen von einer App, die die Anforderungen des SHK-Handwerkers in den Vordergrund stellt.“ Bernd Aue, Geschäftsführer des Software-Unternehmens Consoft, versprach genau das. Mithilfe eines Expertenteams aus dem Fachverband SHK Niedersachsen ist er dabei, eine solche App zu entwickeln. Ein Prototyp wurde auf der diesjährigen GET Nord in Hamburg präsentiert.

 

Ehrung des Berufsnachwuchses
Bei den Landesmeisterschaften für die SHK-Berufe gab es diesmal gleich mehrere Sieger: Jan Rathmann errang den Sieg bei den SHK-Anlagenmechanikern, Patrik Bruns erzielte als 2. Sieger eine Punktzahl, mit der er die erforderliche Punktzahl für die Qualifikation zur Teilnahme am bundesweiten Wettbewerb übertraf. Bei den Ofen- und Luftheizungsbauern gab es mit Kevin Herrmann einen Landessieger. Alle drei Nachwuchstalente wurden mit Geldpreisen geehrt.

 

 

 

 

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Tue, 18 Dec 2018 13:42:49 +0100 https://www.ikz.de/fileadmin/_processed_/1/3/csm_22_1_595d0459f2.jpg https://www.ikz.de/fileadmin/_processed_/1/3/csm_22_1_89dfe38eb7.jpg https://www.ikz.de/fileadmin/Kundenbereich/Medien/IKZ-Haustechnik/IKZ_18_23-24/22_1.jpg
news-27596 Nordrhein-Westfalen – Innung Düsseldorf: SHK-Innungsfest 2018 https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/nordrhein-westfalen-innung-duesseldorf-shk-innungsfest-2018/ Alle zwei Jahre lädt die Innung Sanitär Heizung Klima Düsseldorf zu einem großen Fest ein. In diesem Jahr konnte Obermeister Hans-Werner Eschrich knapp 300 Teilnehmer im „Theater der Träume“ begrüßen.  

In seiner Eröffnungsansprache mahnte Eschrich die Handwerkskollegen zur Wachsamkeit bezüglich der neuen Entwicklungen im SHK-Markt, etwa Veränderungen, die mit der Digitalisierung verbunden sind oder Störungen durch Unternehmen/Gruppierungen, die von außen in die SHK-Branche dringen. Er weiß aber auch, wie wichtig jeder einzelne Handwerksbetrieb in der Innung ist und dass der Zusammenhalt sie zu dem gemacht hat, was sie heute ist: eine Gemeinschaft.
Der Gastredner, Bundestagsabgeordneter Thomas Jarzombek von der CDU, ging in seiner Grußbotschaft auf die herrschenden politischen Rahmenbedingungen im Umfeld der handwerklichen Tätigkeiten ein. Für ihn ist das Handwerk Motor und Rückgrat der Wirtschaft – in Deutschland „aber auch in Düsseldorf und der Region“.
Show- und Musikeinlagen lockerten den Gang zum Buffet auf und leiteten über in einen gelungenen Gute-Laune-Abend mit Live-Musik und Tanz.

 

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Tue, 18 Dec 2018 13:36:01 +0100 https://www.ikz.de/fileadmin/_processed_/b/8/csm_23_1_d71b6fe67e.jpg https://www.ikz.de/fileadmin/_processed_/b/8/csm_23_1_794e9a6e12.jpg https://www.ikz.de/fileadmin/Kundenbereich/Medien/IKZ-Haustechnik/IKZ_18_23-24/23_1.jpg
news-27595 Allein dem Handwerk verpflichtet https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/allein-dem-handwerk-verpflichtet/ Die nordrhein-westfälische SHK-Handwerksorganisation fördert ihre Mitglieder und verteidigt ihre Interessen  

Alle zwei Jahre lädt der Fachverband SHK NRW die Fachpresse zu einem Gespräch ein. In diesem Jahr war der Firmensitz des derzeitigen Landesinnungsmeisters, Bernd Schöllgen, in Alfter bei Bonn Austragsort der Informationsveranstaltung. Wie zu erfahren war, hat der Handwerksverband zahlreiche Pfeile im Köcher, um die Innungsbetriebe für die nächsten Jahre zu stärken.

Bernd Schöllgen ist seit rund einem Jahr Landesinnungsmeister. Sein Betrieb mit über 40 Beschäftigten, davon zehn Monteure im Kundendienst und sechs Auszubildende, ist auf quasi allen Gebieten der Technischen Gebäudeausrüstung tätig: Kesselsanierung, Badsanierung, Kundendienst, Neubau, Altbau usw. Sein Sohn und seine Tochter sind beide bereits im Betrieb tätig und werden nach den heutigen Plänen eines Tages den Betrieb übernehmen. Nach diesen einleitenden Worten ging es über zu den SHK-Themen.

SHK-Expert läuft an
Die Qualitätsgemeinschaft „SHK-Expert“ wurde erstmals auf der diesjährigen Messe SHK Essen vorgestellt. „SHK-Expert stellt für den Betrieb eine Möglichkeit dar, seine exzellenten Fertigkeiten und Kompetenzen aufzuzeigen“, fasst Hauptgeschäftsführer Hans-Peter Sproten den Sinn der Offensive in nur einem Satz zusammen. Die Struktur sieht so aus: Anschließen können sich ausschließlich Innungsvollmitglieder. Des Weiteren muss der Betrieb eine Aufnahmeprüfung bestehen und jährlich eine weitere Prüfung ablegen. Im Laufe von 24 Monaten muss der Betrieb sich weiterbilden und dies mit dem Sammeln einer bestimmten Summe von Bildungspunkten belegen. Ob nur der Inhaber Schulungen durchläuft oder Mitarbeiter aus allen Betriebsbereichen (also auch Monteure und Innendienstpersonal) ist ihm freigestellt.
Schulungen und Weiterbildungsmaßnahmen finden sich auf dem SHK-Bildungsportal www.shk-bildung.de. Dieses Portal steht im Übrigen allen SHK-Betrieben offen, also auch den nicht organisierten, um sich z. B. über Schulungen zu informieren oder sich anzumelden. Die Themen sind auf die gesamte Branche der technischen Gebäudeausrüstung zugeschnitten. Angebote für Sanitär-, Heizungs- sowie Lüftungs- und Klimatechnik deckt das Portal ebenso ab wie Brand, Schall- und Wärmeschutz oder Mess-, Steuer- und Regeltechnik. Aber auch allgemeine Themen wie Betriebsführung und -organisation oder Recht sind buchbar. Derzeit haben rund 50 Anbieter, darunter Innungen, Landesfachverbände, Akademien und Branchenpartner, ihre Bildungsangebote hochgeladen. Viele weitere sollen folgen.
Inzwischen dürfen mehr als 70 Betriebe sich offiziell „SHK-Expert“ nennen. Das berechtigt sie u. a., das eigens entwickelte Logo zu verwenden. Dieses Zeichen soll dem Endverbraucher signalisieren, dass er von einem Spezialisten betreut wird. Nochmals Hans-Peter Sproten: „Ziel ist es, über das SHK-Expert-Logo den Endverbraucher bei seiner Handwerkerwahl zu unterstützen.“
Für Alfred Jansenberger, stv. Hauptgeschäftsführer des Fachverbands, stellt zudem das sogenannte Arbeitssicherheitsportal „einen eindeutigen Vorteil für die Expert-Mitgliedschaft“ dar. Denn sie können das Tool, das auf der Web-Präsenz des Fachverbands hinterlegt ist, kostenlos nutzen und z. B. dort ihre geforderten Sicherheitsunterweisungen dokumentieren. Für alle anderen Innungsbetriebe ist die Nutzung mit einem Entgelt verbunden.

Verbraucherkampagne auf Social Media erweitert
Am 15. Oktober dieses Jahres hat der Fachverband SHK NRW den Startschuss zur Social-Media-Verbraucherkampagne auf YouTube gegeben. Bis zum 31. Oktober sind unter dem Motto „Besser gleich geplant, gekauft und installiert vom Innungsfachbetrieb“ zwei humorvoll gehaltene Videos ausgespielt worden. Der Familienvater im Spot „Ich mach das mit der Heizung, Schatz“ hat offensichtlich am falschen Ende gespart und ein winterliches Worstcase-Szenario herbeigeführt: Die Familie sitzt in Winterbekleidung am Tisch und friert. Im Spot „Badewanne frei Bordsteinkante“ schafft die Bestellerin es aufgrund des Gewichts nicht, ihre aus dem Internet bestellte Wanne ins Gebäude zu transportieren.
Vom 15. bis 31. Oktober sind die Spots 37 000 Mal (Heizung) bzw. 36 000 Mal (Badewanne) auf YouTube ausgespielt worden. Davon haben 21 % (Heizung) bzw. 23 % (Badewanne) den Spot bis zu Ende angeschaut. Alfred Jansenberger, stv. Hauptgeschäftsführer des Fachverbandes SHK NRW, über den Auftakt der ersten Social-Media-Kampagne: „Wir sind mit den Ausspielungen der Spots im Testlauf, aber vor allem mit der Quote der Aufrufe in voller Länge mehr als zufrieden, sodass wir getrost den offiziellen Start anvisieren können.“ Die Kampagne ist zunächst für drei Monate ausgelegt. Begonnen hat der Fachverband mit der NRW-weiten Verbraucherkampagne „Besser gleich geplant, gekauft und installiert vom Innungsfachbetrieb“ bereits im Jahr 2017: mit Print- und Online-Motiven für Internetseite, Stadtplakate und Verkehrsmittelwerbung.

Vormachtstellung beim Thema Wartung
Regelmäßig oder bei besonderen Anlässen befragt der SHK-Handwerksverband seine Mitgliedsbetriebe zu deren Haltung bei bestimmten Themen. Ganz aktuell (September 2018) schickte er eine Fragensammlung zur „Heizungswartung durch die Hersteller“ per E-Mail an 5300 Betriebe. 1200 Antworten kamen „innerhalb kürzester Zeit“ zurück. Ergebnis: Beim Thema Wartung ist das Handwerk zu keinen Kompromissen bereit. Versuche von Herstellern, diesen Bereich schleichend für sich zu erobern, wird eine klare Absage erteilt.

Die Umfrageergebnisse im Überblick:

  • 83,5 % geben an, dass das Wartungsgeschäft für sie einen hohen bzw. sogar einen sehr hohen Stellenwert einnimmt.
  • 96,4 % empfinden es als bedenklich bzw. sogar als sehr störend, dass Hersteller Wartungsarbeiten beim Kunden ohne Beauftragung durch das Handwerk vornehmen.
  • Auch die Störungsbeseitigung beim Kunden durch Hersteller ohne Beauftragung durch das Handwerk kommt nicht gut an. 92,6 % empfinden diese als bedenklich bzw. sogar als sehr störend.
  • Welche Meinung hat das Handwerk bei Wartungen von Herstellern, wenn sie in einvernehmlicher Kooperation durchgeführt wird? Auch danach hat der Fachverband gefragt. Die Ergebnisse:
  • 6,3 % sagen, dass sie von Herstellern bereits konkret auf die Abtretung von Wartungsaufträgen angesprochen wurden.
  • 4 % wären bereit, Wartungen an den Hersteller abzutreten, wenn dieser sie im eigenen Namen ausführen würde.
  • Würde die Wartung im Namen des Handwerkers ausgeführt, steigt die Bereitschaft merklich an. Für 23,3 % wäre das vorstellbar.


Alfred Jansenberger, stv. Hauptgeschäftsführer und Leiter der Betriebswirtschaft des Fachverbandes SHK NRW, hat die Umfrage konzipiert und bringt die Ergebnisse auf den Punkt: „Die Umfrage enthält eine klare Botschaft an die Hersteller: Finger weg von Alleingängen beim Thema Wartung. Für partnerschaftliche Ideen scheint es dagegen ein offenes Ohr zu geben.“
Zwei Tage nach der Pressekonferenz trafen sich die Delegierten der Innungen zu ihrer alljährlichen Mitgliederversammlung. Auch hier war das Thema Heizungswartung der Hersteller ein wichtiges Thema. Die ablehnende Haltung bekräftigte die Handwerksorganisation mit einer einstimmig beschlossenen Resolution. Abrufbar ist sie auf unserer Internetseite www.ikz.de. Die Suchbegriffe „Resolution, Wartung“ führen zum Bericht und zur Resolution.

 

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Tue, 18 Dec 2018 13:23:30 +0100 https://www.ikz.de/fileadmin/_processed_/9/3/csm_24_1_4925b379a2.jpg https://www.ikz.de/fileadmin/_processed_/9/3/csm_24_1_044cdbc25a.jpg https://www.ikz.de/fileadmin/Kundenbereich/Medien/IKZ-Haustechnik/IKZ_18_23-24/24_1.jpg
news-27594 Schleswig-Holstein – Wiederwahl im Landesausschuss für Berufsbildung https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/schleswig-holstein-wiederwahl-im-landesausschuss-fuer-berufsbildung/ Enno de Vries als Vorsitzender im Amt bestätigt  

Am 20. November dieses Jahres wurde Enno de Vries, Hauptgeschäftsführer des Fachverbandes Sanitär Heizung Klima Schleswig-Holstein, auf der konstituierenden Sitzung des Landesausschusses für Berufsbildung des Landes Schleswig-Holstein in Kiel in seinem Amt als Vorsitzender bestätigt. Im Beisein des Wirtschaftsministers des Landes Schleswig-Holstein, Dr. Bernd Buchholz, wählten die Mitglieder des Ausschusses de Vries einstimmig für weitere vier Jahre. Er nimmt das Amt alternierend mit dem stv. Vorsitzenden des DGB Nord, Ingo Schlüter, wahr, der ebenfalls einstimmig wiedergewählt wurde.
Als die wichtigste Aufgabe bezeichnete de Vries nach der Wahl, die duale Berufsausbildung weiter zu stärken und Maßnahmen zu entwickeln, um dem Fachkräftemangel entgegenzutreten. Dabei gehe es auch darum, ein leistungsfähiges Schleswig-Holsteinisches Institut für Berufliche Bildung (SHIBB) zu schaffen, welches die Kräfte für die Berufliche Bildung im Land bündelt.
Der Landesausschuss für Berufsbildung ist nach § 82 Berufsbildungsgesetz in den Ländern zu bilden und berät die jeweilige Landesregierung in Fragen der Berufsbildung.

 

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Tue, 18 Dec 2018 13:08:42 +0100 https://www.ikz.de/fileadmin/_processed_/8/4/csm_026_1_ed5e39bcb8.jpg https://www.ikz.de/fileadmin/_processed_/8/4/csm_026_1_2038f84f07.jpg https://www.ikz.de/fileadmin/user_upload/026_1.jpg
news-27593 Schleswig-Holstein – Reinhard Richter verabschiedet https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/schleswig-holstein-reinhard-richter-verabschiedet/  

Am 8. November dieses Jahres wurde der langjährige stv. Hauptgeschäftsführer des Fachverbandes SHK Schleswig-Holstein, Dipl.-Volksw. Reinhard Richter, im Rahmen einer Feierstunde in den Ruhestand verabschiedet. In Anwesenheit der Ehrenamtsträger der in der Gemeinschaftsgeschäftsstelle in Kiel vertretenen Verbände1) sowie der Mitarbeiter der Geschäftsstelle würdigte Hauptgeschäftsführer Enno de Vries die Verdienste Richters, der 39 Jahre für die Verbände in Kiel tätig war. Dabei verwies er insbesondere auf Richters Engagement bei der Tarifpolitik der Verbände sowie in den Gremien der Berufsgenossenschaft Holz und Metall und der IKK Nord.
In seiner Abschiedsrede bedankte sich Reinhard Richter für die stets gute Zusammenarbeit mit den Betrieben des SHK- und Metallhandwerks und hob die abwechslungsreichen Herausforderungen in der Beratung der Mitgliedsbetriebe hervor.

1) Zur Gemeinschaftsgeschäftsstelle gehören der Fachverband SHK Schleswig-Holstein und der Metallgewerbeverband Nord.

 

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Tue, 18 Dec 2018 12:26:48 +0100 https://www.ikz.de/fileadmin/_processed_/1/2/csm_26_2_366cf92339.jpg https://www.ikz.de/fileadmin/_processed_/1/2/csm_26_2_b3bd094b42.jpg https://www.ikz.de/fileadmin/Kundenbereich/Medien/IKZ-Haustechnik/IKZ_18_23-24/26_2.jpg
news-27592 „Wir haben keine Probleme, gute Auszubildende zu finden“ https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/wir-haben-keine-probleme-gute-auszubildende-zu-finden/ Das Familienunternehmen Pöppl in Bayern hat klare Einstellungsvoraussetzungen und profitiert von Betriebspraktika  

Es ist ein Satz, der im Handwerk selten zu hören ist: „Wir haben keine Probleme, gute Auszubildende zu finden.“ Arnold Pöppl spricht aus Überzeugung. Warum sein Betrieb in Nittenau (Bayern) entgegen dem Trend keine Nachwuchssorgen hat und über den SHK-Bereich hinaus auf regenerative Energien sowie auf Beregnungstechnik spezialisiert ist, berichtet der Geschäftsführer im Gespräch mit der IKZ-Redaktion.

Darauf zu warten, dass sich ein junger Mensch um eine Ausbildung als Anlagenmechaniker bewirbt, ist oft vergebens. „Viele Schülerinnen und Schüler können sich heutzutage kaum etwas unter diesem Berufsbild vorstellen“, sagt Arnold Pöppl. Genau da müsse der Hebel angesetzt werden. Pöppl nennt zwei Beispiele, wie das Handwerk ins Bewusstsein der Jugendlichen gerückt werden kann: Zum einen beteiligt sich der Fachverband SHK Bayern an der Nachwuchskampagne „Zeit zu starten“ unter Federführung des ZVSHK. Diese Aktion verfolgt das Ziel, Schüler/-innen mit Informationsmaterialien für eine Berufswahl im Handwerk (SHK-Anlagenmechaniker, Behälter- und Apparatebauer, Klempner sowie Ofen- und Luftheizungsbauer) zu begeistern. Zum anderen besuchen laut Pöppl speziell geschulte Lehramtsanwärter Mittel- und Realschulen in Bayern und erläutern den Jugendlichen detailliert den Beruf des Anlagenmechanikers. „Das Konzept ist auf die 8. Klassen zugeschnitten“, berichtet Pöppl, der u. a. im Arbeitskreis Schule / Wirtschaft der Kreishandwerkerschaft Schwandorf mitwirkt.
Berufsbildungswochen an Schulen zu nutzen, um über das Handwerk aufzuklären – „diese Initiative trägt Früchte“, sagt Pöppl und stützt seine Meinung mit Zahlen. Mehr als 2500 Jugendliche seien so im Vorjahr erreicht worden. „Und allein in der Innung Schwandorf konnten 30 % mehr Auszubildende gegenüber dem Vorjahr eingestellt werden.“ Auch sein Betrieb mit insgesamt 17 Mitarbeitern partizipiert. Acht bis zehn Schüler würden pro Jahr ein Praktikum durchlaufen, später im Idealfall zwei ihre Ausbildung beginnen. Pöppl hat aber klare Einstellungsvoraussetzungen: „Entweder die mittlere Reife oder ein qualifizierter Mittelschulabschluss mit guten Noten.“ Andernfalls könne die Gesellenprüfung kaum bestanden werden.

Bewertungsplattform auf der Homepage
Wer sich für eine Ausbildung im SHK-Handwerk entscheidet, der sucht sich gezielt seinen künftigen Arbeitgeber aus – sei es über persönliche Kontakte, über soziale Medien oder über die Internetseite. Auch die Arbeitskollegen und das Betriebsklima spielen eine große Rolle, ist Pöppl überzeugt. Nicht nur, um jungen Menschen eine moderne Plattform zu bieten, hat der Geschäftsführer in die Homepage investiert (etwa 10 000 Zugriffe im Jahr). Und noch dazu eine Bewertungsplattform einbauen lassen, über die Kunden und Interessierte das Portal „wirsindhandwerk.de“ erreichen. Der Firmenchef ist stolz über die 5-Sterne-Bewertungen und hat darüber hinaus vor wenigen Monaten eine anonyme Kundenzufriedenheitsumfrage starten lassen. Darin werden u. a. die Freundlichkeit und Zuverlässigkeit der Mitarbeiter, die fachliche Kompetenz der Beratung, die Schnelligkeit der Angebotserstellung, die Qualität der gelieferten Produkte und die Sauberkeit der Montage abgefragt. Mit nahezu jeder Rechnung ging die Umfrage raus, mehr als 200 Rückläufer gibt es bereits. „Aktuell sind wir sehr zufrieden, fast alle Befragten sind begeistert“, berichtet Pöppl. Zunächst sollen weitere Rückmeldungen abgewartet werden, dann will der Betrieb die Ergebnisse für das zukünftige Marketing nutzen. Die Auswertung belege schon jetzt, dass die Kunden „den Service, die hochwertige Arbeit und das Preis-Leistungs-Verhältnis sehr schätzen“.

Gezielte Informationen statt „Tag der offenen Tür“
Die enge Kundenbindung erfolgt nicht nur übers Netz oder mit postalischen Befragungen, sondern natürlich auch im persönlichen Gespräch. Im Mai dieses Jahres lud das Handwerksunternehmen aus Nittenau seine Bestandskunden und Interessierte zu einem Informationstag mit drei Themenblöcken ein: barrierefreie Bäder, Heizung 4.0 und aktuelle Heizförderprogramme. Etwa 150 Menschen kamen und Pöppl ist bis heute begeistert: „Das war eine der interessantesten Veranstaltungen, die wir je durchgeführt haben. Der Aufwand hielt sich im Rahmen, der Erfolg war klasse.“ In der Folge konnten neue Aufträge generiert werden, darunter zehn Badsanierungen und mehrere Einbauten von Pelletheizungen. Das Format soll einmal im Jahr mit aktuellen Themen fortgesetzt werden – anstelle des „Tages der offenen Tür“.
Einen hohen Nutzen zieht das Familienunternehmen, das hauptsächlich im Sanierungs- und weniger im Neubaubereich tätig ist, aus dem aktuell hohen Sanierungsbedarf. Pöppl ist selbst für schlechtere Zeiten gewappnet, weil sein Betrieb breit aufgestellt ist. Das Kerngebiet bilden Komplettbäder, Sanitär und Heizung, darüber hinaus der Einbau von Photovoltaikanlagen mit Speichertechnik – in der Regel bis 10 kW für Ein- und Zweifamilienhäuser. Ein Zusatzgeschäft ist die automatisierte Beregnungstechnik. „Auf diesem Gebiet haben wir uns zu einem Spezialisten in unserer Region entwickelt“, sagt der Firmenchef. Eher zufällig als beabsichtigt: Ausgangspunkt war ein Kunde, dessen Schwimmteich die Pöppl-Monteure betreuten. Schließlich verlegten sie noch eine Beregnungsanlage und setzten ein computergesteuertes System für den neu gestalteten Garten ein. Der Kunde sei so begeistert und zudem gut vernetzt gewesen, dass er den SHK-Betrieb kurzerhand weiterempfahl. Pöppl: „Jetzt planen wir Beregnungsanlagen, stellen die Regler entsprechend ein und programmieren die Computer – fünf bis zehn Anlagen pro Jahr. Eine Nische.“

Isabell Pöppl ist Heizungsbaumeisterin
Optimale Zukunftsperspektiven also. Und das nicht nur aufgrund der aktuell guten Auftragslage, sondern weil die Unternehmensnachfolge gesichert ist. Denn mit Tochter Isabell Pöppl, Installateur- und Heizungsbaumeisterin (mit Bayerischem Meisterpreis), rückt hochqualifizierter Nachwuchs aus der Familie nach. Zudem seien die Monteure durch zusätzliche Lehrgänge (z. B. SHK-Kundendiensttechniker oder Fachkraft für kontrollierte Wohnraumlüftung) sehr gut geschult. Pöppl: „Mit einem starken Team von qualifizierten und motivierten Mitarbeitern werden wir die Herausforderungen der Zukunft meis­tern.“
Wo liegen die Herausforderungen und was wünscht sich der SHK-Unternehmer für die Zukunft? „Marktreife Technik seitens der Industrie“, sagt Arnold Pöppl, der Vorstandsmitglied im Fachverband SHK Bayern ist. „Außerdem sollten Heizungssysteme hergestellt werden, die unsere Monteure auch im Hinblick auf die umfassende Elektronik und die Vielzahl der eingesetzten Komponenten noch beherrschen und reparieren können.“ Längst keine Einzelmeinung, sondern ein weit verbreiteter Standpunkt.

www.arnold-poeppl.de

 

Daten und Fakten

  • Geschichte: Das Gründungsjahr des SHK-Betriebs in Nittenau (Landkreis Schwandorf) liegt mehr als 80 Jahre zurück – genau gesagt im Jahr 1930. Aktuell wird das Familienunternehmen in dritter Generation geführt.
  • Kerngeschäft: Bäder, Sanitär, Heizung, Spenglerei, Photovoltaik (mit Stromspeicher) sowie Beregnungsanlagen.
  • Mitarbeiter: 17, davon 12 Monteure und 2 Auszubildende.
  • Besonderheit: Die Pöppl GmbH ist auf vielen Sektoren aktiv. Im Bereich der regenerativen Energietechniken ist man laut Geschäftsführer Arnold Pöppl ein Vorreiter in der Region. Der eigene Betrieb ist mit PV-Anlagen und Speichertechnik ausgestattet und sei somit eine Plusenergiefirma. „Wir erzeugen mit unserer Gebäudehülle 15000 kW mehr, als wir zum Heizen und an Strom benötigen“, so Pöppl.

 

Wir sind vor Ort!
„IKZ vor Ort“ – so heißt unsere etablierte Serie. Die Redaktion besucht traditionelle oder innovative, kleine oder große Betriebe, und berichtet über den SHK-Alltag, über Herausforderungen und Bedürfnisse.
Warum sollten wir Ihren Betrieb in der IKZ-Haustechnik vorstellen?
Besetzen Sie ein innovatives Geschäftsmodell oder eine Marktnische?
Engagieren Sie sich in besonderem Maße in Verbänden, in der Lehrlingsausbildung oder Ähnliches?
Oder möchten Sie Probleme in der SHK-Branche thematisieren und Missstände aufzeigen?
Bewerben Sie sich bei uns! Schicken Sie uns ein Kurzporträt und Ihr „Thema“.
Wir wählen Betriebe aus, besuchen sie und stellen sie in unserer Reihe „IKZ vor Ort“ vor.
Wir freuen uns auf Ihre E-Mail an redaktion@strobel-verlag.de

Markus Sironi
Chefredakteur

 

 

 

 

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Tue, 18 Dec 2018 12:02:49 +0100 https://www.ikz.de/fileadmin/_processed_/3/5/csm_28_1_fb31663227.jpg https://www.ikz.de/fileadmin/_processed_/3/5/csm_28_1_c532679c6e.jpg https://www.ikz.de/fileadmin/Kundenbereich/Medien/IKZ-Haustechnik/IKZ_18_23-24/28_1.jpg
news-27591 Einladende Räume für Gäste, Kunden und Mitarbeiter https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/einladende-raeume-fuer-gaeste-kunden-und-mitarbeiter/ Öffentliche/halböffentliche Sanitärräume wirtschaftlich und qualitätvoll planen  

Die Planung halböffentlicher und öffentlicher Sanitäranlagen unterscheidet sich in vielerlei Punkten vom Privatbad, weist aber auch Gemeinsamkeiten auf: Kostenbewusstsein und Design, Funktionalität und Nachhaltigkeit, Pflegeaufwand und nicht zuletzt Sicherheit sind übergreifende Gesichtspunkte, die aber in der Regel unterschiedlich gewichtet werden. Der folgende Überblick behandelt diese Aspekte in verschiedenen Einsatzbereichen der Sanitärplanung im Objekt.

Halböffentliche und öffentliche Sanitärräume sind zum einen solche mit starkem Publikumsverkehr, zum anderen aber auch Bereiche mit einem überschaubaren Kreis von wiederkehrenden und bekannten Nutzern: Man denke einerseits an Stadien, Veranstaltungszentren und Schulen, andererseits an die Gastronomie oder an WC-Anlagen in Büros bis hin zum Gäste-WC in einer Anwaltskanzlei. Allein dieser skizzenhafte Überblick zeigt: Der Planer hat es mit Anforderungen zu tun, die sich aus dem Zweck des Gebäudes und seiner typischen Nutzerschaft ergeben. Dabei spielen die Erwartungen des Investors oder Betreibers eine große Rolle: Sollen beispielsweise repräsentative (Design-)Gesichtspunkte mehr berücksichtigt werden oder geht es in ers­ter Linie um die Bewältigung einer gro­ßen Nutzerfrequenz? Und schließt das eine dabei das andere aus?
Ein Beispiel aus der Praxis: Beim Bau der Hamburger Elbphilharmonie wurde im Jahr 2013 heftig über die Kosten der WC-Garnituren diskutiert: Durfte Sparsamkeit den Gestaltungsanspruch der Architekten ausstechen? Mit der Bestellung erheblich preisgünstigerer als der ursprünglich bemusterten Ausstattung kam es am Ende so. Die Fußnote in der Geschichte des Jahrhundertbaus zeigt: Gerade bei öffentlichen Gebäuden ist konsequente, der Architektur und Aufgabe angemessene sowie durchgängige Gestaltung ein kritisches Thema. Bei privaten Investitionen in ein Hotel oder ambitioniertes Restaurant wird dies anders sein: Hier spielen WC/Waschräume als Visitenkarte des Hauses und die Aufenthaltsqualität eine erhebliche Rolle. Kein Zweifel: Hier werden Akzente gesetzt, die bei den Benutzern im Gedächtnis bleiben, positiv oder negativ. Nicht umsonst sind außergewöhnliche Sanitäranlagen in Szene-Bars und renommierten Restaurants schon zum Gesprächsstoff geworden. „So verwundert es kaum, dass immer öfter 10 % und mehr des Gesamtbudgets öffentlich-gewerblicher Bauten auf das Sanitärgewerk entfallen“, gibt das Marketing von Kuhfuss-Delabie, Hersteller von Sanitärausstattungen für den öffentlichen Bereich, zu bedenken. Und bei Franke Water Systems heißt es: „Ansprechende Optik und ökologische Kriterien sind in den sanitären Anlagen eines Hotels heutzutage mindestens so wichtig wie die hohen hygienischen Standards. Klare Linien und anmutige Formen ‚verwöhnen‘ die Gäste und verleihen das Gefühl, angekommen zu sein.“ Berührungslose Armaturen und hochwertige Materialien schaffen, so der Hersteller von Armaturen, Waschtischen und Sanitärausstattung, „eine besondere Ästhetik mit Erinnerungswert“.
Die Planung hat zugleich Aspekte der Wirtschaftlichkeit, der Installationssicherheit und ggf. des geringen Reinigungsaufwands zu berücksichtigen. So sind viele öffentliche und halböffentliche WC- und Waschtischanlagen nicht zuletzt einem erhöhten Zerstörungs- und Verschmutzungsrisiko ausgesetzt, vor allem in unbeaufsichtigten Anlagen. Aber auch der Diebstahl oder die Beschädigung z. B. von Betätigungsplatten und Seifenspendern spielen eine Rolle. Die Hersteller der Sanitärobjekte bieten dazu technische Vorkehrungen wie verdeckte Befestigungen, Diebstahlsicherungen oder verstärkte Montagerahmen an. Auch die Oberfläche spielt in stark frequentierten Sanitärbereichen eine Rolle: Robustheit und Widerstandsfähigkeit gegenüber Kratzern, hohen Temperaturen und Chemie bietet beispielsweise Edelstahl, aber auch glasierte Keramik kann hier punkten. Edelstahl-Sanitärelemente können für viele Anwendungsbereiche eine sowohl robuste als auch ästhetische Lösung bieten.
Eine breite Auswahl von Produkten im Bereich der Armaturen bieten z. B. Schell, Conti+ und Franke, wo Elektronik- und Selbstschluss-Waschtischarmaturen in unterschiedlichen Bauhöhen und Designs verfügbar sind. Entscheidend ist an dieser Stelle die Hygiene: Während alte Waschtischarmaturen im Bestand ein erhöhtes Legionellen-Risiko aufweisen können und Gesundheitsgefahren durch Standwasser nicht auszuschließen sind, erfüllen moderne Sanitärarmaturen führender Hersteller die Hygieneanforderungen, die für öffentliche Sanitärräume gelten. In vielen Fällen liegen auch Zertifikate für den effizienten Einsatz von Wasser und Ener­gie vor, z. B. mit „WELL“, einem Effizienzlabel der europäischen Armaturenindustrie. Gerade angesichts des Trends zum Green Building, dem ökologischen Bauen und der nachhaltigen Qualität des Gebäudes, sind solche Zertifikate in der Ausschreibung nicht zu vernachlässigen.
Komfort und Reinigungsfreundlichkeit sind den Elektronikarmaturen praktisch in die Wiege gelegt. Aber auch die Keramikhersteller können beim Einsatz im Objekt mit Rimless-WCs und pflegeleichten Oberflächenbeschichtungen mit Wirtschaftlichkeit punkten. Auch sie verbinden Funktionalität und einfache Pflege mit Designqualität.

Hotels und Gastronomie
Die gegenwärtig blühende Baukonjunktur in Deutschland erfasst auch den Hotelbau. Ob in Metropolen oder mittelgro­ßen Städten: Ausschreibungen für Hotelbäder laufen praktisch überall. Worauf ist dabei zu achten? Den Sanitär-Fachplaner und -Installateur betreffen dabei zum einen die Keramikserien für WC, Waschtisch und Bidet samt Spülsystem und Betätigungsplatten. Zum anderen gilt es, den Gesamtentwurf durch die passende Auswahl der Waschtisch-, Dusch- bzw. Wannenarmaturen abzurunden. Sicher steht hier der Systemgedanke im Vordergrund, die Armaturen also aus einer Serie einzusetzen. Wichtig ist in jedem Hotel die Reinigungsfreundlichkeit der Badelemente, hier vor allem der geschlossene Keramikkörper bei den vorzugsweise wandhängenden, spülrandlosen WC/Bidets. An dieser Stelle Geld zu sparen liegt im Interesse jeden Betreibers, ob im Budget- oder Vier-Sterne-Hotel. Als Designmerkmal gilt im WC-Bereich die stilistisch abgestimmte Spülbetätigung, wobei – anders als im gehobenen Privatbad – innovative Lösungen mit Fernbedienung oder ähnlicher Technologie eher selten in Betracht kommen. WC- und Waschtischbereiche in halböffentlichen Objekten mit naturgemäß ganz unterschiedlichen Nutzern müssen intuitiv verstanden und bedient werden können.
Am Waschtisch kommen in der Hotellerie und Gastronomie Anforderungen an ausreichende Ablagen ins Spiel: Schließlich hat jeder Nutzer individuelle Gewohnheiten beim Waschen oder der Kosmetik vor dem Spiegel. Zudem sollen auch Accessoires einen Platz finden. Des Weiteren ist in diesem Planungsbereich auch die Auswahl der Badmöbel und der Lichtspiegelelemente wichtig. Moderne LED-Technik ermöglicht es in den Waschräumen und Hotelbädern, auf die menschlichen Lichtbedürfnisse gezielt einzugehen und zudem Blendwirkung und kaltes Licht zu vermeiden.
In der Gastronomie und auch bei verwandten Bereichen wie Konferenzzentren werden oftmals WC-/Waschräume für eine Vielzahl von Nutzern installiert. Dabei spielt der Aspekt der Diskretion eine wichtige Rolle. Trennwände für die Bereiche der WCs und Urinale gibt es in zahlreichen unterschiedlichen Ausführungen. Individuelle Lösungen sind sowohl auf HPL-Oberflächen als auch in Glas möglich, um auf den besonderen Charakter und Ort der öffentlichen Anlage einzugehen. Für den gehobenen Bedarf gibt es Einscheibensicherheitsglas oder Verbund-Sicherheitsglas mit vielen farblichen und gestalterischen Möglichkeiten. Am Markt sind auch Lösungen mit hygienischer Sensor-Technologie: In der Serie „Look & Wave“ von Schäfer Trennwandsys­teme beispielsweise öffnen und schließen die Türen berührungslos auf eine Handbewegung hin, ausgelöst durch LED-Sensoren. Das minimiert den unmittelbaren Kontakt mit der Ausstattung und beugt daher der Keim­übertragung vor.

Ein Teil der Beschäftigtenkultur
Sanitärräume in Büro-/Gewerbegebäuden sind zum einen auf die Beschäftigten fokussiert und vermitteln daher in ihrer Gestaltung und ihrem sauberen Erscheinungsbild einen Teil der Firmenkultur. Zum anderen sind sie in den Foyers, Empfangsbereichen und Wartezonen auch eine an Besucher und Kunden gerichtete Visitenkarte des Unternehmens. Grund genug, um sich bei der Architektur und Ausstattung Gedanken über die Signalwirkung solcher Anlagen zu machen, die über die formale Einhaltung der Funktionalität und Hygiene hinausgeht. Je nach Größe der benötigten Anlage wird über den raumbildenden Einsatz von Vorwandelementen nachzudenken sein, mit denen sich beispielsweise der Bereich der Urinale strukturieren lässt. Gerade in größeren Sanitärräumen ist das weiße 08/15-Fliesenmuster wenig attraktiv und verpasst die Chance, auch an dieser Stelle Aufenthaltsqualität herzustellen.
Bei der Auswahl der Sanitärprodukte für diese Bereiche spielen ohne Frage funktionale Aspekte wie Hygiene, Reinigungs- und Wartungsfreundlichkeit sowie Effizienz beim Wasserverbrauch prominente Rollen. Die durchgängige Waschtisch-Reihenanlage als Konsolenlösung, die mit von unten eingesetzten Waschtischen arbeitet, ist besonders leicht zu reinigen. Da allerdings Naturstein als Material zumeist nicht im Budget liegt, wird oft auf HPL, Mineralguss oder den härteren Mineralwerkstoff gesetzt. Dies bietet meist einen edlen Eindruck, ist allerdings aufgrund der Beschaffenheit der Baustoffe nicht komplett vor Kratzern und Verfleckungen geschützt. Allein Brandstellen durch abgelegte Zigaretten dürften angesichts des allgemeinen Rauchverbots keine Rolle mehr spielen. Eine Alternative sind Einzelbecken in Reihung, wobei im Wesentlichen die Wahl zwischen Keramik und Edelstahl besteht. Die Entscheidung wird unter Berücksichtigung der Architektur und des öffentlichen Auftritts der Unternehmung fallen: Eine Keramikserie mit streng kubischer Formgebung, Aufsatzbecken oval oder eckig? Keramikhersteller wie Keramag bieten für den Objektbereich eine breite Auswahl in geometrischen Grundformen, die zu vielen Einrichtungsstilen passen. Vielleicht fällt die Wahl aber auch auf den kühlen Glanz von Edelstahl. Dazu bietet beispielsweise Kuhfuss-Delabie Aufsatzbecken mit einem doppelten Materialfinish (hochglanzpoliert innen, satinierte Außenseite) an, die Wertigkeit ausstrahlen. Bei der Technik im Bereich der Urinalbecken besteht die Auswahl zwischen verschiedenen Spülsystemen mit elektronischer Sensortechnik und automatischer, regelmäßiger Auslösung bis hin zum wasserfreien
Urinal.
Weitere Aspekte der Ausstattung von Sanitärräumen im größeren Objekt sind Flüssigseifen- und Papierhandtuchspender, optional Händetrockner mit Gebläse sowie Halter für Toilettenpapier und WC-Garnitur. Auch in diesen Details kann der Planer das Erscheinungsbild der Gesamtanlage vorteilhaft beeinflussen, ganz abgesehen vom reibungslosen Ablauf und sicheren Betrieb der Funktionen.

Sportstätten, Bildungseinrichtungen, Konzertsäle…
Sportstätten sind ebenso wie Bildungseinrichtungen, Transitzonen und Konzertsäle von hoher Nutzerfrequenz und entsprechenden Anforderungen an die Sanitärräume gekennzeichnet. Repräsentativ und zugleich robust sollen die Einrichtungen sein, zudem wartungsfreundlich und sparsam bei Wasser, Energie und Reinigungsmitteln. Vor allem kommen Reihen-Waschtischanlagen mit berührungsfreien Armaturen zum Einsatz, je nach Anforderung auch mit wertigen und zugleich widerstandsfähigen Oberflächen. Individualisierung, abgestimmt auf den Bauherrn oder Betreiber, spielt hier weniger eine Rolle, dafür muss das Erscheinungsbild insgesamt dem Anspruch des Betreibers gerecht werden.
Wie auch in anderen halböffentlichen und öffentlichen WC-/Waschräumen spielt der Aspekt der Barrierefreiheit, zumindest für einen Teil der Sanitärbereiche, eine Rolle.
Die DIN 18040-1 stellt die Mindestanforderungen zusammen. Jede öffentlich zugängliche Sanitäranlage muss mindes­tens eine barrierefreie Toilette aufweisen und Waschtische müssen unterfahrbar sein. Dazu kommen weitere Kriterien für die Geometrie der Objekte und Stützklappgriffe. Am Markt finden sich die geeigneten Elemente und Systeme, beispielsweise bei Pressalit und HEWI, FSB und Normbau. Darüber hinaus: Wenn Kinder ins Spiel kommen, kann mit angepasster Keramik und Geometrie eine spezielle Lösung gefunden werden. So präsentierte z. B. der Hersteller Villeroy & Boch den kindgerechten Reihenwaschtisch „O.novo kids“ in drei Höhen für Sanitäranlagen in Kindergärten und Grundschulen.

Autor: Heinz Kaiser, Hamburg

 

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Tue, 18 Dec 2018 11:35:57 +0100 https://www.ikz.de/fileadmin/_processed_/6/0/csm_32_1_6fd4056912.jpg https://www.ikz.de/fileadmin/_processed_/6/0/csm_32_1_db104cd569.jpg https://www.ikz.de/fileadmin/Kundenbereich/Medien/IKZ-Haustechnik/IKZ_18_23-24/32_1.jpg
news-27590 Ungetrübtes Pool-Vergnügen https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/ungetruebtes-pool-vergnuegen/ Über die Pflege des Wassers für den Privat-Pool  

Öffentliche Schwimmbäder sind nicht jedermanns Sache, viele bevorzugen die intimere Atmosphäre des privaten Pools – in Deutschland sind das erstaunlich viele: 660 000! Da sucht auch der eine oder andere SHK-Betrieb seine Umsatzchance. Doch Achtung: Wer meint, als erfahrener Installateur mit allen Belangen von Wasser vertraut zu sein, stößt beim Pool auf manche Besonderheit.

Dass Wasser nicht allein Lebensmittel ist oder zum Waschen dient, sondern auch die Gesundheit und das Wohlbefinden fördert – das weiß der Mensch seit Jahrtausenden (vermutlich schon immer, wie Fotos von begeistert badenden Affen nahe legen). Badeanlagen betrieben die Ägypter schon 2000 Jahre v. Chr., sie finden sich auch im antiken Griechenland. Und wer hat nicht von der Badekultur der Römer gehört?
Wellness rund ums Wasser ist auch heute in und gefragt – doch tatsächlich werden viele öffentliche Schwimmbäder geschlossen, ziehen kommunale Kämmerer aus Kostengründen häufig die Reißleine. Auch deshalb können immer mehr Schulkinder nicht schwimmen.
Ungebrochen ist hingegen der Traum vom eigenen Pool. Da bieten sich mit hochwertigen Techniklösungen Umsatzchancen für den Installateur, nicht zu vergessen das Folgegeschäft durch die regelmäßige Wartung und mit Verbrauchs­produkten. Doch Achtung: Pool-Wasser ist kein Trinkwasser!

In geregelten Bahnen
Seit 2015 gelten im Rahmen der EU auch in Deutschland Richtlinien für den Privat-Pool – bei der DIN EN 16582 geht es in erster Linie um Sicherheitsaspekte. Im allgemeinen Teil werden die Anforderungen an private Schwimmbecken sowie die verwendeten Einzelteile und Ausführungsarten beschrieben. Teil 2 und Teil 3 beziehen sich auf in den Boden eingelassene Becken sowie Aufstellbecken und behandeln die jeweils individuellen konstruktiven Spezialitäten und sich daraus ergebende Anforderungen. Im August 2016 folgte die DIN EN 16713. Sie stellt die Wasserqualität in den Vordergrund.

Filter: Ungetrübte Badefreude
Badefreuden werden im Sinne des Wortes „getrübt“, ist das Schwimmbadwasser nicht professionell gepflegt. Der Filtertechnik kommt dabei eine tragende Rolle zu: Je effizienter der Filter unerwünschte Schwebstoffe aus dem Beckenwasser abtrennt, desto besser. Denn klar ist: Schmutzstoffe, die vom Filter erfasst und eliminiert werden, müssen nicht durch Chemie entfernt werden.
Sandfilter sind die gebräuchlichste Technik im privaten Schwimmbad. Mit der „Premium Kompakt“ im Hochschicht-Filterbehälter offeriert BWT eine Technik mit integrierter Grob-, Stütz- und Feinfilterschicht. Auch Judo setzt mit seiner Filteranlage „Libelle“ auf mehrere Filterschichten: Eine rückspülbare Anlage mit integrierter Umwälzpumpe sowie Haar- und Faserfängern. Auch Chlor-Verbindungen würden herausgefiltert und deutlich reduziert, was den Geruch des Wassers maßgeblich verbessere.
Das Unternehmen Astralpool vertraut mit „OC-1“ hingegen auf ein anderes Filtermedium: Durch die offene Zellenstruktur setzt sich Schmutz hier über die gesamte Filterschicht hinweg und in den Zellen ab, anstatt nur an der Oberfläche des Filtermediums aufgefangen zu werden. Vorteil aus Sicht von Astralpool: Der Druckverlust in der Filteranlage ist geringer, der Filterdurchfluss bleibt unabhängig von der Menge der herausgefilterten Verschmutzungen konstant.

Flüsterleise Power-Pumpen
Die Pool-Pumpe ist das Herzstück der Wassertechnik eines Schwimmbads: Sie saugt das Badwasser über die Skimmer, die Bodenabläufe oder den Überlaufbehälter an und fördert es zum Reinigen in die Filteranlage. Die stete Wasserumwälzung sorgt zudem für das gleichmäßige Verteilen der Pflegeprodukte.
Speck-Pumpen präsentiert mit der „Badu Profi“ und der „Badu Profi Eco VS“ selbstansaugende Umwälzpumpen mit einem integrierten Faserfänger, einer LED-Beleuchtung im Klarsichtdeckel und einem High-Performance-Antrieb. Insbesondere die High-Efficiency-Technologie der „Eco VS“ sorge für eine höhere Fördermenge bei niedrigerem Energieverbrauch, so der Anbieter.
Frequenzgesteuerte Pumpen offeriert auch Ospa: Zu den Energiesparfunktio­nen gehört der Teillastbetrieb der Pumpen außerhalb der Badezeiten sowie die Absenkung des Wasserspiegels in den Ruhezeiten. Dabei wird die Überlaufrinne trockengelegt, und die Umwälzung erfolgt nur noch über eine direkte Beckenabsaugung. Dieser Betrieb ist in der Steuerung mit Namen „BlueControl“ programmiert. Der energiesparende Effekt dabei: Über die Überlaufrinne kann kein Wasser mehr verdunsten, demzufolge muss die Klimaanlage weniger entfeuchten. Entsprechend weniger Strom- und Wärmeenergie wird verbraucht, die Umwälzung des Wassers erfolgt nur noch im sogenannten kleinen Kreislauf, also nicht über den Schwallwasserbehälter, was den Energieverlust noch einmal reduziert.

Wasser-Analyse ist Pflicht
Zum Einmaleins der Wasserpflege im Privat-Pool gehört die regelmäßige Wasser­analyse – wer nicht nachprüft, befindet sich in Sachen Wasseraufbereitung sozusagen im Blindflug. Zwei Werte haben dabei Priorität: Der pH-Wert und die Verfügbarkeit des gewählten Desinfektionsmittels.
In der Regel sollte der pH-Wert zwischen 6,8 und dem schwach basischen Wert von 7,6 liegen (DIN EN 16713). Ein zu niedriger pH-Wert (saures Wasser) erhöht generell die Korrosionsgefahr für alle im Schwimmbad verwendeten Materialien und verursacht zudem Haut- und Augenreizungen. Ein zu hoher pH-Wert (alkalisches Wasser) verursacht ebenfalls Haut- und Augenreizungen, begüns­tigt das Algenwachstum und behindert die Wirkung der meisten Desinfektionsmittel. Nicht zuletzt begünstigt ein hoher pH-Wert das Ausfällen von Kalk.

Hygiene hat Priorität
Schwimmbäder sind nicht steril, der Eintrag von Verunreinigungen aus der Umgebung ins Beckenwasser ist nicht zu vermeiden. Auch jeder Badegast, selbst wenn er zuvor gründlich geduscht hat, trägt Reste von Sonnenschutzmittel, Kosmetika, Seifen und leider auch Keime in das Wasser ein. Unbehandeltes Poolwasser entwickelt sich in kurzer Zeit zum Lebensraum von Algen, aber auch von Mikroorganismen.
Chlor ist nicht nur das bekannteste, sondern aufgrund seiner Eigenschaften das mit Abstand am häufigsten verwendete Desinfektions- und Oxidationsmittel. Der Nachteil: Wer sein Becken in unmittelbarer Nähe zum Wohnbereich installiert hat, kämpft nicht selten mit Chlorgeruch. Alternativen sind Brom, Aktivsauerstoff, Wasserstoffperoxid, Ozon (nur in der Aufbereitungsstrecke), Biguanide, Kupfer, Silber und UV-Licht (zur Depotwirkung sollte ein Desinfektionsmittel zugegeben werden).
Ozon ist das am stärksten bekannte Oxidationsmittel und nimmt bei den Pflegemitteln eine Sonderstellung ein. Es wird immer vor Ort in einem Ozongenerator erzeugt (bei BWT heißt die Ozonanlage „Bewazon“). Die chemischen Reaktionen finden hier in der Aufbereitungsanlage und nicht im Beckenwasser statt. Oft wird der Ozongenerator in Verbindung mit einem Aktivkohlefilter betrieben, um das Ozon wieder aus dem Wasser zu entfernen.
Die gern vorgetragene Idee „Salz statt Chlor“ ist allerdings irreführend. Denn tatsächlich wird eine Salzlösung verwendet, aus der vor Ort eben doch Chlor erzeugt wird.
Auch Membranverfahren wie die Ultrafiltration kommen in Betracht. Die von Grünbeck entwickelte Schwimmbadwasser-Aufbereitungsanlage „spaliQ:UF150“ umfasst als aufstellfertige Einheit die komplett vormontierte Filtrations- und Umwälztechnik einschließlich der Steuerung. Kernelement der Aufbereitungsanlage ist ein Ultrafiltrationsmodul. Mit dieser Membrantechnologie werden Schmutzpartikel, Viren, Bakterien und Parasiten aus dem Beckenwasser entfernt. Die Filtervorstufe mit automatisch rückspülbarem Feinfilter hält zunächst grobe Schmutzpartikel (> 200 µm) zurück. Im nachgeschalteten Ultrafiltrationsmodul wird durch die geringe Porenweite von ≤ 0,02 µm ein Virenrückhaltevermögen von 99,99 % erreicht.
Auch Veolia setzt auf die Ultrafiltration, empfiehlt zudem die Anbindung an seine Remote Services: Die Kapillarmembranen der Ultrafiltration bestehen aus Polyethersulfon-Hohlfasern. Sie verfügen über Poren, die kleiner als 0,05 µm sind. Sie haben Filterporen, die mit einer Größe von 0,01 µm so klein sind, dass weder Bakterien noch Viren passieren können. Im Vergleich zu einem herkömmlichen Sandfilter ist die Ultrafiltration somit 200-mal feiner und liefert garantiert klares Schwimmwasser.
Elektrolyseanlagen zur Desinfektion des Badwassers profilieren sich durch Handling- und Nutzenvorteile. Trotz der Investitionskosten in eine solche Anlage können sich über die Betriebskosten (Salz, Wasser, Strom und Wartung) auch bei kleineren Anlagen bereits günstige Amortisationszeiten ergeben. Der Entfall von Transport, Lagerung und Handhabung von Chlorprodukten ist für viele Pool-Betreiber ein gewichtiges Argument.

Automatisierte Pool-Pflege
Statt das Poolwasser regelmäßig mit Teststreifen zu überprüfen und Pflegeprodukte manuell ins Wasser zu geben, entscheiden sich immer mehr Poolbesitzer für die automatische Wasserpflege. Prinzipiell lassen sich solche automatischen Wasserpflegesysteme in allen Pools einsetzen. Der große Vorteil liegt in der Zeit­ersparnis und in der Gewissheit, zu jeder Zeit perfekt gepflegtes Schwimmbadwasser genießen zu können.
Neben der reinen Wasserpflege bieten moderne Dosiersysteme noch mehr. Viele von ihnen können dank ihrer vielfältigen Anschlussmöglichkeiten problemlos zur umfangreichen und smarten Poolsteuerung ausgebaut werden.
Beispielsweise bedient der Pool-Besitzer mit der Steuerung „Comfort Pool“ von Aquacomet die Pooltechnik, Attraktionen, Beleuchtung und Abdeckung über das Smartphone: Er kann natürlich auch die Wasserqualität steuern und kontrollieren, ob die Technik in allen Bereichen einwandfrei funktioniert (Wasserqualität messen/kontrollieren, Wasserpflegemittel mischen und dosieren, Wasserstand kontrollieren und korrigieren, Filter reinigen).
Die Regulierung von pH-Wert und die Zugabe von Pflegemitteln erledigt beim BWT-System „Bermuda MSR“ eine Mess-, Regel- und Dosieranlage. Diese misst gleichzeitig und kontinuierlich sowohl pH-Wert als auch den Desinfektionsmittelgehalt des Wassers. Auf Basis der Messwerte werden die jeweils erforderlichen Regulationschemikalien vollautomatisch zudosiert. Die Regelung hält den Chlorgehalt im Wasser auf einem konstanten Niveau und reduziert den Dosiermitteleinsatz.
Die Filtersteuerung „Pool-Control-40.net“ von osf nimmt nach der Inbetriebnahme mithilfe eines bauseitigen Internetzugangs eigenständig eine Verbindung mit dem osf-Kommunikationsserver auf. Der Benutzer kann auf diesem Server ein Benutzerkonto einrichten und dort seine internetfähigen Schwimmbadsteuerungen, Dampfgeneratoren und die Dosieranlagen verwalten. Im Energiesparmodus kann die Drehzahl der Filterpumpe reduziert, die Wassertemperatur herabgesetzt und die Überlaufrinne trocken gefahren werden.
Stichwort Wassertemperatur: Bei einem nicht beheizten Schwimmbecken rechnet man in unseren Breitengraden mit etwa 60 bis 80 Badetagen pro Jahr. Wem das zu wenig ist, investiert in eine Beheizung – die Badesaison verlängert sich so auf 5 bis 6 Monate im Jahr. Dem umweltbewussten Poolbesitzer bieten sich heute viele Möglichkeiten, sein Schwimmbad energieeffizient zu betreiben. Dazu gehören Solar­absorber, Wärmepumpe und die Kraft-Wärme-Kopplung (Blockheizkraftwerk, Brennstoffzelle). Es geht auch ganz einfach über die Kopplung mit der Heizungsanlage, beispielsweise mit dem Heizautomat „Libelle“ von Judo. Darin wird die Wärme aus dem Heizkreislauf per Wärmeübertrager an das Badwasser übertragen.

Fazit
Offensichtlich ist eine große Zahl von Menschen bereit, für ein intensives Wohlgefühl im eigenen Pool Geld zu investieren – stets nach dem Motto „Man gönnt sich ja sonst nichts“. Branchenbeobachter betonen die Bedeutung von technischen Raffinessen wie eine Steuerung des Equipments via Smartphone oder Tablet – wer viel Geld für sein eigenes Schwimmbad ausgebe, wolle in seiner Freizeit Erholung und möglichst wenig Bademeisteraufgaben. Neben dem üblichen SHK-Fachwissen sei beim interessierten Handwerk deshalb immer mehr Know-how und designorientiertes Denken gefragt. Schätzungsweise die Hälfte des Aufwandes für ein Schwimmbad entfällt auf die Installationstechnik. Dies macht gerade das private Schwimmbad für das Handwerk so interessant.

Autor: Hans-Jürgen Bittermann, freier Journalist mit Pressebüro

 

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Tue, 18 Dec 2018 11:17:17 +0100 https://www.ikz.de/fileadmin/_processed_/6/2/csm_36_e353b2cdc5.jpg https://www.ikz.de/fileadmin/_processed_/6/2/csm_36_adebc54b8c.jpg https://www.ikz.de/fileadmin/Kundenbereich/Medien/IKZ-Haustechnik/IKZ_18_23-24/36.jpg
news-27588 Photovoltaik: Meldepflicht nicht verpassen https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/photovoltaik-meldepflicht-nicht-verpassen/ Für Betreiber von Photovoltaik-(PV)-Anlagen läuft zum 28. Februar 2019 die Frist zur Meldung der sogenannten Konformitätserklärung aus. Auch die Eigenversorgung muss bis zum 28. Februar gemeldet werden, sonst drohen Rückforderungsansprüche. Darauf weist die Energieagentur Rheinland-Pfalz hin.  

Betreiber von PV-Anlagen stehen jedes Jahr vor der Herausforderung, allen Meldepflichten des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG) fristgerecht nachzukommen. Das ist wichtig: Denn die fristgerechte Meldung von Anlagen ist eine Voraussetzung für die Zahlung der Einspeisevergütung oder der Marktprämie. Erfolgt die Meldung also nicht, können Rückforderungsansprüche vom Netzbetreiber drohen. Es gelte daher, sich jedes Jahr aufs Neue über die notwendigen Meldepflichten zu informieren und ihnen fristgerecht nachzukommen, so die Energieagentur.

Die Konformitätserklärung
Die Konformitätserklärung ist bis zum 28. Februar eines Jahres abzugeben. Hierbei sind die Betreiber von Anlagen verpflichtet, dem Netzbetreiber alle für die Endabrechnung des Vorjahres erforderlichen Daten zur Verfügung zu stellen. Hierzu zählt insbesondere die Mitteilung der eingespeisten kWh, ob eine Stromsteuerbefreiung vorliegt oder ob beispielsweise Regionalnachweise ausgestellt wurden. Für die Meldung gibt es meist elektronische Formulare, die von Fachverbänden oder Netzbetreibern zur Verfügung gestellt werden.

Die nicht spaßige Bürokratie für Eigenversorger (I)

Auch für Eigenversorger gibt es (zusätzlich) die Pflicht, alle erforderlichen Informationen für eine ordnungsgemäße Abwicklung der EEG-Umlage unverzüglich dem verantwortlichen Netzbetreiber mitzuteilen. Ist dies der Verteilnetzbetreiber, muss die Meldung bis zum 28. Februar 2019 erfolgen. Besteht die Mitteilungspflicht gegenüber einem Übertragungsnetzbetreiber, verlängert sich die Frist um drei Monate auf den 31. Mai 2019. Der klassische Fall der Eigenversorgung liegt vor, wenn der Anlagenbetreiber den in seiner PV-Anlage auf dem Dach erzeugten Strom selbst in seinem Haus nutzt.
Ist dies der Fall, so sind die klassischen Basisangaben, also beispielsweise ob und ab wann eine Reduzierung der EEG-Umlage vorliegt oder die installierte Leistung der Anlage zu melden. Ausnahme für die Meldepflicht gibt es bei Solaranlagen mit einer installierten Leistung von höchstens 7 kW und für Strom aus sonstigen Stromerzeugungsanlagen mit einer installierten Leistung von höchstens 1 kW. Diese sind von der Meldepflicht befreit.

Die nicht spaßige Bürokratie für Eigenversorger (II)

Wer neben der oben beschriebenen Eigenversorgung auch Dritte mit Strom beliefert, muss die Meldung bis zum 31. Mai 2019 leisten. Wer bei dieser Verpflichtung jedoch nur an klassische Stadtwerke oder große Energieversorgungsunternehmen denkt, hat weit gefehlt. Auch Privathaushalte, die mit ihrer Photovoltaikanlage auf dem eigenen Dach Strom produzieren und diesen an Verwandte oder Mieter weitergeben, werden im energierechtlichen Sinne Energieversorgungsunternehmen und müssen für den gelieferten Strom die Meldepflichten einhalten. Diese beinhalten unter anderem die Meldung aller Daten über die an den Dritten gelieferte Energiemenge an den regelverantwortlichen Übertragungsnetzbetreiber. Kommt der Anlagenbetreiber dieser Pflicht nicht oder nicht fristgerecht nach, können auch hier empfindliche Sanktionen die gesamte Finanzierung der Anlage nachhaltig hemmen. Es ist daher auch hier ratsam sich bei Unklarheiten im Vorfeld genau zu informieren.

Bei Vergessen droht Keule
Vergisst der Anlagenbetreiber die Meldung oder erfolgt sie nicht fristgerecht, drohen erhebliche Strafen. So kann die geschuldete EEG-Umlage um 20 % steigen. Dies kann vor allem die Wirtschaftlichkeit und die Finanzierung der Anlage erheblich beeinträchtigen.
Nutzt der Betreiber einer PV-Anlage einen Teil des gewonnen Stroms als Eigenversorger und gibt den überschüssigen Strom beispielsweise an einen Mieter weiter, muss er beide Meldepflichten wahrnehmen – sowohl die der Eigenversorgung als aus die der Belieferung eines Dritten. Auch die jeweiligen Strafen haben dann weiterhin Bestand.
Des Weiteren kann auch die Bundesnetzagentur den Anlagenbetreiber auffordern, die oben dargestellten Daten in elektronischer Form zu übermitteln. Für große Anlagen kann die Meldepflicht auch ohne Aufforderung durch die Bundesnetzagentur gelten.
Insgesamt gibt es, je nachdem wie das Anlagenkonzept ausgestaltet ist (Eigenversorgung, Einspeisung, Lieferung an Dritte), unterschiedliche Meldepflichten, die zwingend einzuhalten sind. Von daher rät die Energieagentur, sich frühzeitig mit den im Einzelfall ergebenden Meldepflichten auseinanderzusetzen.

 

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Tue, 18 Dec 2018 10:34:40 +0100 https://www.ikz.de/fileadmin/_processed_/7/b/csm__KW51_melde1_06557dd6d1.jpg https://www.ikz.de/fileadmin/_processed_/7/b/csm__KW51_melde1_94d8d5418c.jpg https://www.ikz.de/fileadmin/Kundenbereich/Medien/IKZ-plus/ENERGY/2018_News/_KW51_melde1.jpg
news-27423 Auftragsabwicklung digital steuern und verwalten https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/auftragsabwicklung-digital-steuern-und-verwalten/ Organisations- und Kommunikationstool steuert betriebliche Informationen und Dokumentenablage  

Auf der Baustelle fehlt Material oder es gibt ein unvorhergesehenes Problem. Bei einem Bauvorhaben kommt es spontan zu einer Auftragsänderung. Ein Kunde hat eine Reklamation. Kaum ein Tag vergeht, an dem Handwerksunternehmen nicht mit solchen Hindernissen zu tun haben. Die möglichen Folgen: Häufige Rücksprachen im Team, unvollendete Aufgaben und ggf. aufschieben von Projekten. Solche Situationen können nicht nur den Arbeitsfluss behindern, sondern auch die Gemüter der Beschäftigten und schlimmstenfalls der Kunden erhitzen. Die Freiraum GmbH mit Sitz in Stuttgart hat sich den betrieblichen Anforderungen von Handwerksunternehmen angenommen und dafür eine Lösung in Form einer App- und Web-Anwendung namens „MemoMeister“ entwickelt. Das Tool bietet die Möglichkeit den gesamten Projektablauf zu steuern und alle Beteiligten auf dem aktuellen Stand zu halten.

Das Startup hat es sich zur Aufgabe gemacht, ein digitales Profiwerkzeug für Handwerksunternehmen zu entwickeln, das die hohe Informationsflut zu Projekten (in Form von Kommunikation und Dokumenten) strukturiert und diese für die Projektabläufe vereinfachen soll. Herausgekommen ist „Memo­Meister“, ein digitales Ablagesystem und Organisationstool, das betriebsrelevante Informationen automatisch projektbezogen speichert und für jeden Mitarbeiter sofort bereitstellt. Mithilfe des Dokumentationswerkzeugs können wichtige Informationen als Foto-, Video-, PDF-, Text- und Audio-Datei im Team geteilt werden.
Mittels des Zusammenspiels zwischen der App- und Web-Anwendung werden alle Daten in Echtzeit synchronisiert. Dadurch behalten die Projektbeteiligten, sei es auf der Baustelle, beim Kunden oder im Büro, fortlaufend den Überblick über alle Aufträge und sind stets auf demselben Wissensstand.

Branchenunabhängig einsetzbar
Ob in der Sanitär-, Heizungs-, Klima- und Elektrotechnik oder einer anderen Handwerksbranche: Das Programm ist durch eine flexible Projektstruktur in den verschieden Gewerken jederzeit und mobil einsetzbar. Benjamin Schaible, Geschäftsführer des Sanitär- und Heizungs-Betriebs SFS Schaible GmbH, ist begeisterter „MemoMeister“-Nutzer und erklärt: „Durch den Einsatz des Programms haben wir unseren Informationsaustausch und die betriebsinterne Kommunikation extrem vereinfacht und strukturiert. Die gute Übersichtsstruktur zu verschiedenen Projekten bedeutet eine große Zeit­ersparnis für unsere Mitarbeiter auf der Baustelle. Wir nutzen ‚MemoMeister‘ auch als Betriebs-Wikipedia, denn mit dem digitalen Tool haben unsere Beschäftigten von überall Zugriff auf das gesamte Betriebswissen.“
Auch bei Engelbrecht Haustechnik hat sich mittels der smarten Anwendung die innerbetriebliche Kommunikation und Dokumentation stark verbessert. „Mein Betrieb setzt ‚MemoMeister‘ vor allem zur Baustellendokumentation und als Speicher für ‚kleine Erinnerungen‘ ein, beispielsweise für Arbeitsanweisungen an die Monteure“, erklärt der Geschäftsführer des Unternehmens.

Baustellendokumentation leicht gemacht
Mit „MemoMeister“ wird mit einem Klick aus z. B. einem einfachen Baustellenfoto eine Dokumentation (Memo) inklusive Beschreibung, die automatisch in der entsprechenden Projektmappe geordnet ist. Randinformationen wie Datum, Uhrzeit und Ort werden vom System mit angehängt. Dazu ist eine der elementarsten Funktionen in der Anwendung die Verschlagwortung eines Memos durch sogenannte Labels. „Dahinter verbirgt sich die gleichermaßen hilfreiche wie zeitsparende Möglichkeit, wichtige Informationen schnell wiederzufinden – und das selbst nach Jahren“, erklärt Achim Maisenbacher, Geschäftsführer der Freiraum GmbH. Hierzu ein Anwendungsbeispiel: Legt ein Nutzer beispielsweise die Memo-Mappe „Baustelle Meyer“ an, kann er beliebige Begriffe für eine spätere leichte Auffindbarkeit als Label (Verschlagwortung) mit angeben, wie z. B. „Heizungssanierung Gewölbekeller“. Alle Memos, die in diesem Ordner erstellt werden, sind somit automatisch mit dem Label „Heizungssanierung Gewölbekeller“ versehen und ermöglichen eine einfache, projektbezogene Suche. „Zudem bleibt die Kommunikation stets strukturiert, denn Kommentare, Hinweise und Anweisungen werden direkt einzelnen Memos zugeordnet“, sagt Maisenbacher und nennt weitere unterstützende Funktionen: „Mittels individueller Filter können Mitarbeiter darüber hinaus persönliche Alarme und Benachrichtigungen einstellen und behalten Wichtiges so stets im Blick.“

Mitarbeiter über Änderungen in Echtzeit informieren
Oft kommt es im Handwerk zu unvorhergesehenen Änderungen. Ein Kunde möchte plötzlich einen anderen Waschtisch, im Bauablauf kommt es zu Verzögerungen oder die Montage kann nicht wie geplant ausgeführt werden. Um den Betriebsablauf dann weitgehend effizient fortführen zu können, müssen mitunter die betreffenden Kollegen über diese Neuerungen informiert werden.
„Mit ‚MemoMeister‘ gelingt das ohne weitere Rücksprachen: Ein Mitarbeiter erstellt über sein Smartphone kurzerhand ein Foto, Video oder eine Textnotiz der Änderung, fügt eine Beschreibung und passende Schlagworte hinzu und lädt das neue Memo in die entsprechende Mappe hoch. Über eine Benachrichtigungsfunktion wissen dann alle betreffenden Mitarbeiter sofort Bescheid und können entsprechend Maßnahmen einleiten bzw. auf die jeweilige Situationen zeitgleich reagieren“, erläutert Maisenbacher.
Darüber hinaus gibt es zahlreiche weitere Anwendungsmöglichkeiten des digitalen Helfers, z. B. das Dokumentieren von Baumängeln, das Ablegen von Rechnungen und Formularen oder das Festhalten des Baufortschritts. Allgemein stehen die Funktionen Text-, Audio-, Bild- und Videoaufzeichnungen zur Verfügung.

Zugriffsberechtigungen verwalten
Das Programm erlaubt eine differenzierte Rechtevergabe für den Zugriff auf die einzelnen Ordner. Auch lassen sich Nutzer bei Bedarf in Teams bzw. Arbeitsgruppen einteilen. Dadurch können die Verantwortlichen gezielt steuern, wer im Betrieb welche Informationen erhält. Dazu betont Maisenbacher: „So ist sichergestellt, dass Vertrauliches auch vertraulich bleibt und einzelne Mitarbeiter nur auf die Informationen zugreifen können, die für sie freigegeben und relevant sind. Und ein weiterer Pluspunkt ist: ‚Memo Meister‘ speichert alle Informationen unter Beachtung der Datenschutzgrundverordnung mit einer ‚Ende-zu-Ende‘-Verschlüsselung auf deutschen Servern.“

Bilder: Freiraum GmbH

www.memomeister.com

 

MemoMeister 14 Tage kostenfrei testen
„MemoMeister“ ist laut Softwareanbieter für alle Endgeräte geeignet, die über einen Webbrowser und eine Internetverbindung verfügen. Interessenten können das Programm unter www.memomeister.com während einer kostenlosen 14-tägigen Testphase näher kennenlernen. Begleitend dazu helfen bereitgestellte Schritt-für-Schritt-Anleitungen und kurze Erklärvideos, die Anwendung im eigenen Betrieb einzusetzen. Die dazugehörige App (MemoMeister) steht sowohl für Android- als auch iOS-Smartphones im jeweiligen Store zum Download bereit.

 

 

 

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Tue, 18 Dec 2018 07:55:00 +0100 https://www.ikz.de/fileadmin/_processed_/5/9/csm_56_2647a50e84.jpg https://www.ikz.de/fileadmin/_processed_/5/9/csm_56_8d6d1a17b2.jpg https://www.ikz.de/fileadmin/Kundenbereich/Medien/IKZ-Haustechnik/IKZ_18_22/56.jpg
news-27562 Mitsubishi: Anlagen- und Systemüberwachung aus der Ferne https://www.ikz.de/heizungstechnik/news/detail/mitsubishi-anlagen-und-systemueberwachung-aus-der-ferne/ Mitsubishi Electric hat sein Steuerungs­sys­tem „Remote Monitoring Interface“ (RMI) weiter entwickelt. Die Cloud-basierte Steuerungsplattform ermöglicht die Anlagen- und Systemüberwachung aus der Ferne. Unter anderem sind die Einstellung der Systemparameter einer VRF- oder HVRF-Anlage, eine Alarmierung im Fehlerfall sowie eine Energiedatenerfassung und -bewertung für VRF-Systeme möglich. „Mit der neuen Version können unsere Kunden ihre Anlagen noch einfacher, schneller und komfortabler überwachen und steuern“, erläutert Mitsubishi Electric.  

Das RMI-Steuerungssystem ist in drei Produktausführungen erhältlich. Die Version „Smart“ richtet sich vor allem an Endkunden und Anlagenbetreiber. Sie beinhaltet unter anderem die Bedienung per App oder Webportal, einen Wochen- und Jahrestimer, Wetterdaten und den Zugang zur Weboberfläche der Systemfernbedienung. Die Variante „Advanced“ ermög­licht darüber hinaus die Verwaltung mehrerer Standorte, den Versand von Fehlermeldungen per E-Mail/SMS sowie die Erstellung monatlicher Anlagenreports. Sie bietet Optionen zum Energiemanagement und zur Energiebewertung. Mit dem „RMI Multi Tenant“ (3. Version) ist zusätzlich das Einrichten mehrerer untergeordneter Zugänge möglich – ein Aspekt für beispielsweise Liegenschaftsverwaltungen: Sie können einzelnen Mietern
oder auch dem ausführenden Fachhandwerksunternehmen einen Zugang geben, um eine individuelle Bedienung bzw. eine fachliche Überwachung der Anlage zu ermöglichen.

Mitsubishi Electric Europe B.V., Mitsubishi-Electric-Platz 1, 40882 Ratingen, Tel.: 02102 486-0, Fax: -1120, les@meg.mee.com, www.mitsubishi-les.com

 

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Tue, 18 Dec 2018 07:07:00 +0100 https://www.ikz.de/fileadmin/_processed_/f/5/csm_34_Mitsubishi_RMI_bd7ab005d4.jpg https://www.ikz.de/fileadmin/_processed_/f/5/csm_34_Mitsubishi_RMI_f83b3615ce.jpg https://www.ikz.de/fileadmin/Kundenbereich/Medien/IKZ-Fachplaner/FP_18_12/34_Mitsubishi_RMI.jpg
news-27586 Kräftefänger im Raum https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/kraeftefaenger-im-raum/ Das richtige Zusammenspiel von Festpunkten und Gleitelementen  

Bei Temperaturerhöhungen dehnen sich Rohrleitungen aus und können dabei nicht unerhebliche Schadenspotenziale entfalten. Sinnvoll platzierte Festpunkte und Gleit­elemente lenken temperaturbedingte Ausdehnungen jedoch in sichere Bahnen. Dieser Beitrag liefert Praxistipps – mit Schwerpunkt auf Gleitelementen.

Rohre dehnen sich mit steigender Temperatur aus. Für technische Anwendungen wird ein linearer Ansatz für die Berechnung gewählt, bei dem sich die Längenänderung aus dem Produkt der ursprünglichen Länge mit der Temperaturdifferenz und dem thermischen Ausdehnungskoeffizienten α ergibt. Bei Stahl beträgt α etwa 0,012 mm/(m · K). Ein Stahlrohr mit 10 m Länge dehnt sich bei 50 K Temperaturanstieg somit um 6 mm aus.
Für Edelstahl liegen die Werte für Ausdehnungskoeffizienten etwas höher als bei Baustahl. Je nach Legierung betragen diese bis zu 0,018 mm/(m · K). Und um eine ganze Größenordnung höhere Werte ergeben sich für Kunststoffe. Die Werte von α für PP (Polypropylen) oder PE (Polyethylen) liegen zwischen 0,15 und 0,2 mm/(m · K).

Rohre kleiner Durchmesser meist unproblematisch
Die Effekte der thermischen Ausdehnung sind in der Praxis des Rohrleitungsbaus stets zu berücksichtigen. Sind die Rohrdurchmesser gering, so werden Längenänderungen durch Biegungen und Richtungswechsel der Rohrleitungen aufgenommen. Rohrleitung und Befestigungselemente verformen sich also. Hierzu formuliert Volker Weber, Produktmanager MEFA Befestigungs- und Montagesysteme GmbH, eine einfache Faustformel: „Bei kleineren Rohrsystemen, etwa im Ein- oder Zweifamilienhaus mit geraden Leitungen unter 10 m, genügt in der Regel der normale Leitungsverlauf mit seinen vielen Richtungsänderungen, um thermische Längenänderungen zu kompensieren. In Zweifelsfällen stellen gleitende Rohrhalterungen wie Gleitrohrschellen sicher, dass sich die Rohre etwas bewegen können. Bei Richtungsänderungen ist zusätzlich zu beachten, dass ein ausreichend großer Biegeschenkel vorgesehen wird.“
Anders sieht das mit größeren Rohrdurchmessern und Längen aus. Eine einfache Steigleitung aus Stahl für die Zentralheizung in einem Mehrfamilienhaus kann große Kräfte entfalten, wenn ihre Ausdehnung behindert wird. Überschlägige Rechnungen ergeben hier Größenordnungen, die durchaus den Gewichtskräften eines mittelgroßen Lkws entsprechen. Die Lösung besteht in diesem Fall aus einem sinnvollen Zusammenspiel von Festpunkten und Gleitelementen, das die Ausdehnungen in vorbestimmte und unschädliche Bahnen lenkt.
Bei Rohrleitungen mit großen Durchmessern sind Faustformeln natürlich nicht mehr ausreichend. Für Berechnungen müssen zunächst der genaue Verlauf der Rohrleitungen sowie ihre Belas­tung durch Temperaturwechsel bekannt sein. Im zweiten Schritt sind die Festpunkte sinnvoll festzulegen. Von diesen aus lassen sich dann die Maßnahmen mit Gleitelementen auswählen und exakt berechnen.

Zwei Methoden zum Ausgleich thermischer Ausdehnungen
Grundsätzlich erfolgt die Kompensation von Längenänderungen über zwei Methoden. Die erste sind Dehnungsbögen in der U- und der L-Variante. Bei der U-Form bilden vier 90°-Bögen und zwei Biegeschenkel eine Ausbuchtung der Rohrleitung. Die Längenänderung wird durch Verformung der Bögen und der Biegeschenkel des U-Bogens kompensiert. Je länger die Biegeschenkel sind, umso geringer sind die Belastungen der Bögen durch die Verformung. Nachteil ist der Platzbedarf. Diese Form der Kompensation kann im Freien, z. B. bei Fernwärmeleitungen auf Rohrbrücken gesehen werden, sie wird aber auch im Innenbereich verwendet.
Die L-Variante ist sinnvoll, wenn die Rohrleitung im 90°-Winkel verlaufen soll. Sind die Rohrenden dann mit einem Festlager fixiert, so erfolgt die Kompensation durch Verformung. Der Rohrbogen wandert bei Erwärmung nach außen, wobei zu prüfen wäre, ob die Ausdehnung eventuell zu Kollisionen mit der Wand oder mit anderen Rohren führt. Es ist also entsprechend Platz vorzusehen – ebenso wie Gleitelemente im Bereich des Bogens, die sowohl in Rohrachse als auch quer zur Rohrachse gleiten können, sogenannte radial-axiale Gleiter.
Die Zweite Methode zum Ausgleich von thermischen Ausdehnungen sind Kompensatoren. Weit verbreitet ist hier der Axialkompensator, der sich in axialer Richtung strecken oder stauchen lässt. Standardanwendungen sind längere Rohrleitungen, die auf einer geraden Rohrstrecke jeweils an deren Enden mit Festpunkten fixiert sind. Je nach Innendruck und Korrosivität der Medien gibt es Kompensatoren aus Materialien wie Gummi, Gewebe oder Metall. Bei Kompensatoren ist zu berücksichtigen, dass bei der Deformation Rückstellkräfte entstehen, die durch die Festpunkte aufzufangen sind. Diese sind natürlich wesentlich geringer als die Kräfte, die ein fest eingespanntes Rohr bei Erwärmung auf die Festpunkte ausüben würde. Außerdem sind in der Nähe von Kompensatoren Führungslager einzuplanen, um ein Ausknicken der Rohrleitung beim Kompensator zu verhindern.
Nur durch den Einsatz von Festpunkten können Gleitelemente definierte Bewegungen aufnehmen. So verhindern sie unkontrollierte Verformungen, die zum Rohrleitungsbruch oder zur Zerstörung der Verankerungen im Bauwerk führen können.

Gleitelemente und ihre Anwendungsbereiche
Bei den Gleitelementen gibt es eine große Vielfalt. Das einfachste Prinzip beruht auf Langlöchern in Befestigungselementen. Die Rohrabhängung erfolgt über eine Gewindestange, die sich frei im Langloch bewegen kann. Zwei gekonterte Muttern halten das Rohr auf der gewünschten Höhe. Solche Bauteile bietet der Befestigungs- und Montagspezialist MEFA unter den Namen Hängebügel, Deckenhänger und Schiebestück an. Diese Lösungen sind für kleine Verschiebewege, geringe Kräfte und nur für Rohrabhängungen geeignet. Dafür sind diese Elemente eine sehr kostengüns­tige Lösung.
Der zweite Typ basiert auf Gleitplatten, Gleitschlitten oder Gleitlagern, die auf einem ebenen Untergrund gelagert sind. Die seitliche Bewegung der Gleitelemente wird durch verschiedene Arten von Niederhaltern verhindert. Ein Gleitstreifen, z. B. aus Polyamid, sorgt für geringe Haftreibwerte. Diese Konstruktionen sind für hohe mechanische Belastungen das Mittel der Wahl. Sie sind so wie auch die folgende Variante für stehende, hängende oder vertikal verlegte Rohre, also Steigleitungen, geeignet.
Am häufigsten verwendet ist bei MEFA die Gleiterfamilie GL. Hier läuft ein Schlitten auf zwei Kufen aus Polyamid, die von beiden Seiten umfasst werden, sodass kein seitliches Ausweichen möglich ist. Sicherheitsnasen, die nach der Montage umzubiegen sind, verhindern später ein Ausgleiten. Die Gleiter lassen sich auf einem festen Untergrund verdübeln oder mit Schnellmontagetechniken auf einer Montageschiene befestigen. Diese Art der Gleiter gibt es auch als radial-axiale Gleiter.

Gleiter mit Rollenlagern
Der letzte und konstruktiv aufwendigste Gleitertyp sind die Rollenlager. Diese können nicht nur hohe Kräfte übertragen, sie haben auch vernachlässigbare Widerstände beim Anfahren. Nur die Rollreibung ist hier zu überwinden. Bei allen anderen Konstruktionen sind Haftreibungswiderstände zu berücksichtigen und ggf. nachzurechnen.
Die Rollenlager von MEFA funktionieren bei stehender und hängender Montage, aber auch bei seitlicher Wandmontage. Durch die seitliche Kugellagerung wird das Verkanten durch das entstehende Drehmoment verhindert und lässt auch in dieser Lage eine Verschiebung zu. Damit werden sie zur einzigen konstruktiven Lösung für horizontal an der Wand entlang verlegte Rohrleitungen.
Neben den hier dargestellten Varianten gibt es weitere Nischenprodukte für zum Teil sehr spezielle Fälle.

Fazit
Die Ausführungen zeigen, dass der Ausgleich von thermischen Ausdehnungen schnell zur anspruchsvollen technischen Aufgabe wird, die bei größeren Rohrdimensionen sowohl Erfahrungen als auch komplexe Berechnungen erfordern. Im Zweifelsfall sollten sich Planer und installierende Betriebe an den Support der Hersteller wenden.

Autor: Dipl.-Ing. (FH) Volker Weber, Produktmanager bei der MEFA Befestigungs- und Montagesysteme GmbH, Kupferzell

Bilder: MEFA

www.mefa.de

Kriterien für das Platzieren von Festpunkten
Bei Steigleitungen, z. B. im Wohnungsbau, sind Festpunkte unten vorzusehen, damit die Krafteinleitung in die Gebäudestruktur möglichst in der Nähe der Fundamente erfolgt.
Festpunkte in der Nähe von Maschinen können die Übertragung von Vibrationen auf das Rohrleitungsnetz erheblich verringern.
Bei größeren Ausdehnungen können Festpunkte, die in der Mitte der Rohrleitung angeordnet werden, zu einer Halbierung der Rohrausdehnung führen.
Auf einer geraden Strecke dürfen ohne zwischengeschalteten Dehnungsbogen oder Kompensator keine zwei Festpunkte gesetzt werden. Eine Ausnahme kann hier nur bei Kunststoffrohren gemacht werden. Diese sind aber dann als eingespanntes System zu berechnen.
Wird ein Kompensator eingesetzt, so ist zu berücksichtigen, dass dadurch zusätzliche Kräfte auf die Festpunkte wirken. Die Angaben des Kompensatorherstellers sind zu beachten.

 

 

Häufige Montagefehler bei Gleitelementen
Falsche Positionierung des Gleitelements
Oft wird das Gleitelement in Bezug auf den Schiebeweg mittig montiert, sodass für die Ausdehnung nur die Hälfte der möglichen Strecke zur Verfügung steht. Abhilfe: Beachtung der Schieberichtung und der Einbaulage des Gleitelements oder die Auslegung des Gleitelements von vornherein mit mindestens doppeltem Schiebeweg.

Verkantung
Das Kräftepaar aus Rohrleitungsdehnung und Anfahrwiderstand des Gleit­elements durch Haftreibung ergeben ein Drehmoment, das zur Verkantung von Rohrschellen führen kann. Abhilfe: Kurze Abstände zwischen Rohrachse und Gleitelement, um die Hebelarme klein zu halten oder den Durchmesser des Anschlussgewindes erhöhen bzw. Doppelanschlüsse verwenden. Im Zweifelsfall sind Rollenlager zu wählen.

Seitliche Verschiebung im Bogenbereich
Vor und hinter Rohrbögen können auch Bewegungen quer zur Rohrachse entstehen; Standard-Gleitelemente verkanten sich dann. Abhilfe: Vor und hinter dem Rohrbogen axial-radiale Gleitelemente verwenden.

 

 

 

 

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Mon, 17 Dec 2018 14:08:45 +0100 https://www.ikz.de/fileadmin/_processed_/5/9/csm_40_1_dcd4baf487.jpg https://www.ikz.de/fileadmin/_processed_/5/9/csm_40_1_70c330dc51.jpg https://www.ikz.de/fileadmin/Kundenbereich/Medien/IKZ-Haustechnik/IKZ_18_23-24/40_1.jpg
news-27585 Heizen mit der Leiste https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/heizen-mit-der-leiste/ Heizleisten in Bodennähe erwärmen Raumflächen, die wiederum mit ihrer Strahlungswärme ein gesundes und angenehmes Raumklima versprechen  

Sockelleistenheizungen, die als wasserführende und als Elektro-Systeme angeboten werden, erwärmen Wände und in Räumen vorhandene Gegenstände. Die Heizleisten bewirken damit nicht nur eine gleichmäßige Wärmeverteilung, sondern verhindern auch Schimmelbildung an den Wänden und Staubaufwirbelungen.

Sockelleistenheizung unterscheiden sich nicht nur äußerlich von einem klassischen Heizkörper, sondern auch durch das Raumerwärmungsprinzip. Bei Heizleisten erfolgt die hauptsächliche Wärmeabgabe mittels eines physikalischen Prinzips mit der Wand, dem Coanda-Effekt: Warme Luft läuft entlang einer Fläche, statt von ihr abzureißen. Die Luft, die die Heizleis­ten von unten nach oben durchströmt, nutzt wegen der höheren Temperaturdifferenz die Zone direkt neben der Wand als Steigkanal. Hierdurch bildet sich von außen nach innen ein Warmluftschleier entlang der Wand aus. Zugleich wird die Kälte(strahlung) des Mauerwerks abgeschirmt. Daher werden die Heizleisten nach Möglichkeit in einem Raum durchgängig entlang der Außenwände montiert.
Die stetig an die Wand abgegebene Wärme schichtet sich nach und nach in die Raumluft ein. Das Mauerwerk wird dadurch zum Wärmespender, was mit einem gleichmäßigen Temperaturverlauf mit maximal 1 °C Unterschied zwischen Boden und Decke einhergeht. Wärmepolster unter der Decke entstehen nicht. Zudem verringert sich die natürliche Luftbewegung, weshalb eine Staubverschwelung unterbunden wird. Weil die Sockelleistenheizung kalte Wandbereiche oberflächennah erwärmt, bildet sich darüber hinaus ein thermischer Schimmelschutz aus. Und schließlich lässt sich mit einer vor großen Fenstern eingebauten Heizleiste dem Gefühl abstrahlender Kälte bei niedrigen Außentemperaturen vorbeugen.

Sockelheizleisten im Detail
Heizleisten setzten sich aus jeweils einem Rohr für den Vor- und Rücklauf sowie aufgepressten oder aufgelöteten Wärmeleitlamellen zusammen. So bietet der Hersteller rh-tec mit „cuprotec“ Heizleisten (Kupferrohr, 15 mm Durchmesser) in Längen zwischen 500 mm und 3000 mm an. Die aufgepressten Wärmeleitlamellen aus Aluminium haben die Maße 50 × 100 mm.
Auch die wasserführenden Heizleisten des Herstellers Energy-com verfügen über aufgepresste Wärmeleitlamellen. Angeboten werden acht Standard-Heizleisten mit Höhen von 150 mm bis 290 mm, Tiefen von 30 mm bis 60 mm und einer Länge von 2500 mm. Diese lassen sich an bauseits vorhandene Heizsysteme einseitig, beidseitig oder wechselseitig anschließen. Für das Zweirohrsystem nutzt der Hersteller handelsübliche Kupferrohre (15 mm Durchmesser), auf die ein Heizregister aus trapezförmigen Kupferlamellen mit 0,2 mm Stärke aufgepresst ist. Warum Energy-com auch bei den Lamellen auf den vergleichsweise höherpreisigen Werkstoff Kupfer setzt, begründet das Unternehmen mit einer hohen Wärmeleitfähigkeit, was zu einer höheren Heizleistung führe. Angeboten werden die Heizleisten auch als rein elektrische Sockelheizleiste, die vom Fachmann verlegt direkt in Betrieb genommen werden kann.

Eine Schuko-Steckdose reicht.
Um Wärmeleitlamellen aufpressen zu können, ist es notwendig, das Rohr aufzuweiten. Dazu wird entweder eine Kugel durch das Rohr gedrückt oder hoher Druck in das Rohr eingebracht. Der Hersteller Variotherm hat bereits 1979 ein Verfahren entwickelt, mit dem sich die 56 x 78 mm bzw. 35 x 78 mm große Aluminiumlamellen formstabil auf ein Kupfer- oder Edelstahlrohr mit 18 mm Außendurchmesser aufbringen lassen. Dabei werden die Lamellen mit einer eigens dafür entwickelten Produktionsanlage auf die Rohre aufgezogen, wobei die passgenaue Verbindung laut Variotherm für eine optimierte Wärmeübertragung sorgt. Mit dieser Methode besteht außerdem die Möglichkeit, die Lamellen „mit etwas Kraftaufwand“ für das individuelle Ablängen der 2500 mm langen Heizelemente zu verschieben.
Die Heizleisten des Herstellers Sokotherm basieren auf einem stranggezogenen, 6000 mm langen Aluminiumprofil. Diese Heizleisten, die auch kundenspezifisch auf Maß gefertigt werden, lassen sich optional mit einer LED-Beleuchtung ausstatten. Erhältlich ist die Sockelleistenheizung mit einem Baumaß von 105 mm Höhe und 30 mm Tiefe inkl. Wand- und Bodenabstand sowohl als wasserführendes System zum Anschluss an eine bestehende Heizungsanlage als auch als Elektroversion. Bei der Elektroversion sind die mit einem Wärmeleitgranulat und einem Heizdraht gefüllten Heizrohre entsprechend der VDE Norm vorder- und hinterseitig gegen Kondenswasser und Luftfeuchtigkeit verschlossen.
Generell geben Heizleisten im Vergleich zu Heizkörpern geringere Temperaturen ab. Das erlaubt es, die Halterung der Rohrleitungen zusätzlich mit einem Kanal für Elektrokabel und Kommunikationsleitungen auszustatten. Überdies lassen sich die pulverbeschichteten Aluminiumblenden der Heizleisten mit Steckdosen versehen. Die Blenden sind nicht nur in der Standardfarbe Weiß, sondern auch in sämtlichen RAL-/DB- und Sanitärfarben und alternativen Beschichtungen wie beispielsweise Edelstahl, Holz und Steinoptik erhältlich.

Behagliche Wärme
Die von den erwärmten Wänden abgegebene langwellige infrarote Strahlungswärme wird als besonders angenehm empfunden, weil diese der körpereigenen Wärme entspricht. Zugleich kommen Räume im Vergleich zu konvektiven Heizungen mit einer etwa 2 °C geringeren Raumlufttemperatur aus. Nimmt man alle Vorteile zusammen, kommt Sokotherm auf einen reduzierten Energieverbrauch von 30 %.
Während die ideale Vorlauftemperatur für den Betrieb von Heizleisten zwischen 50 bis 55 °C liegt, lässt sich eine Sockelleistenheizung auch mit jedem Niedertemperatursystem betreiben. So erzielt die Sockelleistenheizung von Sokotherm bei einer Vorlauftemperatur von 40 °C eine Wärmeleistung von 112 W/m. Der Hersteller U.S.H.-Innovationen GmbH erreicht mit einer Vorlauftemperatur von 40 °C eine Leistung von 80 W/m, bei 70 °C sind es 280 W/m. Die notwendige Vorlauftemperatur kann umso geringer gewählt werden, je vollständiger sich ein Raumumlauf mit den Sockelleistenheizungen verwirklichen lässt.
Bei einem Raumwärmebedarf von über 2000 W ist die Aufteilung in mehrere Heizkreise sinnvoll, um eine gleichmäßige Wärmeverteilung zu gewährleisten. Indessen entsteht Behaglichkeit nicht allein durch eine bestimmte Raumtemperatur. Ebenso wichtig ist die Temperatur aller im Raum befindlichen Flächen, da die physiologisch empfundene Temperatur etwa dem arithmetischen Mittel aus beidem entspricht (Raumtemperatur und Oberflächentemperatur).
Sobald in großen Räumen eine höhere Heizleistung erforderlich ist, können Heizleisten mittels entsprechender Rohrhalter auch nebeneinander montiert werden. Dagegen macht es wenig Sinn, Heizleisten übereinander zu montieren. Bei dieser Konstruktion würde die warme Luft lediglich von einem Heizelement in das nächste strömen, ohne sich nennenswert weiter zu erwärmen.  
Regulieren lassen sich die Sockelleis­tenheizungen mittels klassischem Raumthermostat, elektronischer oder funkbasierter Steuerung mit Raumfühler und per Hausautomation mit dem Smartphone oder Tablet.

Unkomplizierte Montage
Sockelleistenheizungen können im Zweirohrsystem an gängige Heizsysteme angeschlossen und auf jedes erforderliche Maß zugeschnitten werden. Winkel erlauben es ferner, die Heizleisten auch in die Ecken eines Raumes zu führen. Zudem besteht bei Sanierungen die Möglichkeit, vorhandene Steigleitungen zur Einspeisung zu verwenden. Während sich die einzelnen Elemente mit Löt- oder Pressfittings verbinden lassen, erfolgt der Anschluss an die Zuleitung je nach Hersteller mittels Edelstahl-Steckfittings, Pressfittings oder Lötverbindung.

Universelle Technik
Aufgrund der geringen Einbauhöhe besteht die Möglichkeit, die Heizleisten vor bodentiefen Fenstern oder Terrassentüren als Unterflurkonvektoren in den Boden einzubauen. Die Heizelemente laufen hier mit einem entsprechenden Aufbau in einem Aluminiumschacht. Ist ein Bodeneinbau aus bautechnischen Gründen nicht zu realisieren, können die Heizleis­ten auch um die Tür oder um das Fens­ter herumgeführt werden. Eine weitere Option ist der Einsatz einer Vorsatzschale aus Gipskartonplatten. Damit lassen sich die Heizelemente bodennah an den Außenwänden entlangführen. Diese Lösung bietet sich beispielsweise an, wenn Altbauten mit Heizleisten nachgerüstet werden sollen.
Sockelleistenheizungen eignen sich somit gleichermaßen zum Einbau in öffentliche und gewerblich genutzte Räume als auch in private Wohnräume. Das schließt Neubauten ebenso ein wie Bestandsbauten und historische Bausubstanzen, wo feuchte Wände temperiert werden sollen. Ein weiteres Einsatzgebiet sind Gebäude mit einem hohen Anspruch an ein ausgeglichenes Raumklima, z. B. Museen, Kirchen, Galerien und Krankenhäuser.
Gleichwohl kommen Heizleisten durchaus an Einsatzgrenzen, sobald bei sehr großen Räumen wie etwa einer Kirche nicht nur die Wände temperiert werden sollen, sondern auch der Innenraum. Hier reicht die Strahlungswärme oftmals nicht aus, um die gesamte Fläche zu erwärmen.

Fazit
Sockelheizleisten erlauben es, auffällige Radiatoren einzusparen und Heizkörpernischen zu schließen, um Wandflächen zu gewinnen. Darüber hinaus lassen sich Heizleisten in Nischen oder in großflächige Schränke und Regale integrieren. Jedoch ist hier das ungehinderte Zu- und Abströmen der Luft zu gewährleisten. Sollen hohe Möbel entlang der Außenwände aufgestellt werden, ist überwiegend ein Abstand von etwa 8 - 10 cm zur Wand einzuhalten. Unterdies lassen sich Heizleisten prinzipiell gut in einen Raum integrieren und problemlos nachrüsten.
Im Vergleich zu einer wasserführenden Flächenheizung bieten Sockelheizleis­ten den Vorteil, kein Wasser in den Wänden oder dem Fußboden zu führen. Ferner sorgt die ähnlich der Sonnenwärme als angenehm empfundene Strahlungswärme bauphysikalisch nicht nur für warme und gesunde Wände, sondern darüber hinaus für eine kühlere Raumluft mit höherem Sauerstoffgehalt. Allerdings ist eine gute Wärmedämmung des Gebäudes erforderlich, damit kein zu großer Anteil der Wärmeenergie nach außen abstrahlt.

Autorin:
Carola Tesche, freie Journalistin

www.cuprotec.de

www.energy-com.de

www.sokotherm.de

www.ush-innovationen.de

www.variotherm.com

 

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Mon, 17 Dec 2018 13:44:39 +0100 https://www.ikz.de/fileadmin/_processed_/5/d/csm_44_c27085cfc8.jpg https://www.ikz.de/fileadmin/_processed_/5/d/csm_44_9f5503ce76.jpg https://www.ikz.de/fileadmin/Kundenbereich/Medien/IKZ-Haustechnik/IKZ_18_23-24/44.jpg
news-27424 Ganzheitliche Systemlösungen für eine angenehme Arbeitsatmosphäre https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/ganzheitliche-systemloesungen-fuer-eine-angenehme-arbeitsatmosphaere/ Klimatisierung von Büroimmobilien  

Ein optimales Klimatisierungskonzept für Büro- und Verwaltungsgebäude muss unterschiedlichen Anforderungen gerecht werden. Neben baulichen Rahmenbedingungen gilt es, sowohl die Interessen der Investoren als auch die der Mitarbeiter zu berücksichtigen. Eine Kombination aus Kaltwassererzeuger bzw. Wärmepumpe und wassergeführtem System bietet dabei Flexibilität bei der Auswahl der Endkomponenten zur jeweiligen Raumklimatisierung und verspricht zudem Planungssicherheit. Dabei erleichtert die Zusammenarbeit mit einem Systemanbieter, der sämtliche für die Bereiche Kühlen, Heizen und Lüften benötigten Komponenten aus einer Hand zur Verfügung stellen kann, die Planung und Umsetzung erheblich.

Die moderne Bauweise und der Trend zu Fassaden mit einem hohen Glasanteil und bodentiefen Fenstern stellen hohe Anforderungen an die Klimatisierung von Büro- und Verwaltungsgebäuden. Häufig lassen sich die Fenster nicht öffnen, sodass eine mechanische Be- und Entlüftung der Räume obligatorisch ist. Darüber hinaus steigen durch die Glasfronten die Wärmelas­ten im Innern, ein Aspekt, den die heutigen Dämmstandards noch verstärken. Deswegen hat sich der Stellenwert von Heizen und Kühlen inzwischen umgekehrt: In modernen Bürogebäuden steht einem sinkenden Heizbedarf ein steigender Kühlbedarf gegenüber. Und dieser kann sich in den verschiedenen Nutzungsbereichen – Einzel-, Klein- und Großraumbüros, Besprechungs- und Konferenzräume, Empfangs- und Wartebereiche sowie Flure – unterscheiden.
Überdies müssen auch Anforderungen, die aus den Interessen der Inves­toren bzw. Mieter resultieren, berücksichtigt werden. Hier liegt der Fokus vor allem auf einer möglichst großen Nutzfläche sowie der Option zur flexiblen Gestaltung und zu variierenden Raumaufteilungen. Darüber hinaus sollte das eingesetzte System eine zuverlässige und energieeffiziente Klimatisierung gewährleisten. Und nicht zuletzt gilt es, den Bedürfnissen der Mitarbeiter Rechnung zu tragen. Hohe Luftqualität und Behaglichkeit sind unerlässlich für ein angenehmes Klima, in dem konzentriertes Arbeiten möglich ist. Dies betrifft auch die Vermeidung von Zugerscheinungen im Aufenthaltsbereich sowie die durch die eingesetzten Geräte verur­sachten Schall­emissionen.

Planungssicherheit mit wassergeführten Systemen
Um dieser Fülle von Anforderungen entsprechen zu können, bedarf es einer vorausschauenden, ganzheitlichen Betrachtungsweise. Zwar gibt es für jede Situation das passende Klima- und/oder Lüftungssystem, doch bei der Vielfalt der am Markt angebotenen Technologien und Produkte ist es nicht immer leicht, die optimale Lösung zu finden. Ein Kriterium sollten allerdings alle ins Auge gefassten Möglichkeiten erfüllen: Qualität. Nur mit qualitativ hochwertigen Produkten und Systemen lässt sich eine mängelfreie, zuverlässige Klimatisierung langfristig sicherstellen.
Auch das Thema Kältemittel gewinnt an Bedeutung: Denn die F-Gas-Verordnung hat zu einer gewissen Verunsicherung bei Fachplanern und Anlagenbauern, aber auch bei Investoren geführt. Als Alternative zu Anlagen mit Kältemitteln gelten wassergeführte Systeme. Wasser ist ungiftig und nicht brennbar, verur­sacht keinen Treibhauseffekt und unterliegt keinen Umwelt- und Sicherheitsvorschriften. Der GWP-Wert, der das Treib­hausgaspotenzial beschreibt, liegt bei null.
Als Anbieter für hochwertige Lüftungs- und Klimatechnik setzt das Unternehmen Kampmann beispielsweise auf die Kombination aus Kaltwassererzeuger bzw. Wärmepumpe und wassergeführtem System zur Klimatisierung im Gebäudeinneren. Hier ist die Füllmenge der Kältemittel auf den Kälteprozess beschränkt. Darüber hinaus ist Flexibilität bei der Auswahl und Einbindung der Endgeräte für die verschiedenen Nutzungsbereiche gegeben. Je nach Anforderung können Wandgeräte, Deckenkassetten, Bodenkonvektoren oder Kühldecken in das System integriert werden.

Bodenkanalsysteme
Vor allem in Räumen mit großflächigen Fensterfronten oder transparenten Trennwänden kommen bevorzugt Bodenkanalsysteme zum Einsatz, die eine ungehinderte Aussicht und uneingeschränkte Nutzung der Nettoraumfläche gewährleisten. Die Raumluft wird zur Aufbereitung über einen wassergeführten Wärmeübertrager geleitet und anschließend nach dem Prinzip der natürlichen Konvektion oder mithilfe von Ventilatoren umgewälzt. Eine schnelle Reaktion des Systems ist dabei gegeben und sorgt für Komfort in Räumen mit individuellem Temperierungsbedarf. Durch ihre besonderen Eigenschaften eignen sich Bodenkanalsysteme im Übrigen auch optimal zur wirksamen Abschirmung von Kaltlufteinfall an großen Fensterflächen.
Je nach Einsatzbereich stellt der Markt unterschiedliche Systemvarianten zur Verfügung. Das Angebot reicht dabei vom Standardmodell zum Heizen bis hin zum Hochleistungsgerät mit Heiz-, Kühl- und Lüftungsfunktion. Zur Nachrüstung bei veränderter Raumaufteilung empfiehlt sich der Einsatz von Leereinheiten, die je nach Bedarf mit weiteren Funktionen ausgestattet werden können. Die Realisierung eines durchgehenden Bandes an der Fassade aus optischen Gründen ist ebenso problemlos möglich. Rostabdeckungen in unterschiedlichsten Farb- und Materialvarianten sorgen für eine harmonische Anpassung an die jeweilige Umgebung.
Bei der Klimatisierung von Büroräumen sollten die Anzahl und Sitzposition der Mitarbeiter sowie der Standort der Schreibtische und technischen Geräte in Bezug auf die Luftzirkulation berücksichtigt werden. Zur Abfuhr der hier auftretenden höheren Lasten wurden Hochleistungskonvektoren entwickelt, die flexibel die Temperaturschichtung und Luftbewegung im Raum beeinflussen und ganzjährig behagliche Temperaturen sicherstellen.

Ergänzende Komponenten für optimale Arbeitsbedingungen
Generell ist allerdings zu beachten, dass in größeren Räumen und damit insbesondere in Großraumbüros zur Sicherstellung eines angenehmen Arbeitsklimas der Einsatz zusätzlicher Komponenten – etwa Heiz- und Kühldecken oder Deckenkühlgeräten – notwendig sein kann. Mit geringer Strahlungsasymmetrie und einer äußerst leisen Betriebsweise sorgen Heiz- und Kühldecken für einen besonders hohen Komfort. Mit den Systemen können Kühllasten von bis zu 100 W/m² abgeführt werden, sodass ihr Einsatz bevorzugt in Ein- und Zweipersonenbüros sowie zur Grundlastabdeckung in größeren Räumen erfolgt. Bei moderaten Vorlauftemperaturen von bis zu 30 °C ist ebenfalls ein behagliches Raumklima im Winter realisierbar.
Als ergänzende Komponente in Großraumbüros eignen sich ebenfalls Fan Coils. Unterstützt die Luftführung den sogenannten Coanda-Effekt, können auch in größeren Räumen eine gleichmäßige Temperaturverteilung und Luftqualität gewährleistet werden.

Zentrale Lüftung mit indirekter Verdunstungskühlung
Die Sicherstellung einer hohen Luftqualität im gesamten Gebäude übernehmen in der Regel zentrale RLT-Geräte. Da die Temperierung dezentral über wassergeführte Systeme erfolgt, findet die Bemessung des Volumenstroms lediglich aufgrund der benötigten Primärluftmenge statt. Dadurch ist eine deutlich kleinere Auslegung der Geräte ebenso wie der Lüftungskanäle und gleichzeitig eine Erhöhung der Filterstandzeiten möglich.
Ergänzend ist in den RLT-Anlagen auch der Einsatz der indirekten Verdunstungskühlung möglich. Dabei handelt es sich beispielsweise um Gegenstrom-Wärmeübertrager, die zusammen mit einem Befeuchtungssystem in einzelne, variabel erweiterbare Moduleinheiten integriert sind. Die Stoffübertragung, also die Abkühlung der Abluft durch Befeuchtung, und die Wärmeübertragung von der Außenluft auf die Abluft erfolgen hier gleichzeitig. Dies ist energetisch und physikalisch deutlich effektiver als bei einem vorgelagerten Befeuchtungssystem. Der Prozess ist dabei unabhängig von der Außenlufttemperatur. Relevant ist nur die Feuchtkugeltemperatur der Abluft, die nahezu vollständig auf die Zuluft übertragen wird. Auf diese Weise lässt sich bei adiabaten Kühlwirkungsgraden von 96 % die Temperatur der angesaugten Außenluft um bis zu 20 K absenken – auch wenn sie 40 °C beträgt. Diese Technik ist auch einsetzbar bei größeren Büro- und Verwaltungsgebäuden.

Fachkompetenz aus einer Hand
Die Betreuung eines Projekts durch einen Systemanbieter bringt für Planer und Anlagenbauer wertvolle Vorteile mit sich – etwa in puncto Regelungstechnik, um gewerkeübergreifende Reibungsverluste zu minimieren. Dann lassen sich sämtliche Komponenten ansteuern und hinsichtlich der energieeffizienten Betriebsweise optimal aufeinander abstimmen.
Darüber hinaus gibt es bei der Zusammenarbeit mit einem Systemanbieter einen kompetenten Ansprechpartner auf der Herstellerseite, der den Gesamtüberblick hat. Dadurch wird die Fehlerquote bei der Planung und Umsetzung der Systeme erheblich reduziert. Auf diese Weise lassen sich auch Sonderlösungen zielorientierter und mit weniger Aufwand realisieren.

Autor: Christoph Hüsken, Abteilungsleiter
Vertrieb Projekte bei Kampmann GmbH, Lingen

Bilder: Kampmann

www.kampmann.de

 

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Mon, 17 Dec 2018 10:36:00 +0100 https://www.ikz.de/fileadmin/_processed_/9/6/csm_52_4cc2b4b542.jpg https://www.ikz.de/fileadmin/_processed_/9/6/csm_52_cdb332a7aa.jpg https://www.ikz.de/fileadmin/Kundenbereich/Medien/IKZ-Haustechnik/IKZ_18_22/52.jpg
news-27558 Seminare, Workshops, Tagungen https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/seminare-workshops-tagungen-44/ Technische und betriebswirtschaftliche Qualifizierungsangebote für das SHK-Fachhandwerk und TGA-Planer.  

Veranstaltung, Inhalt:

Seminare bei Duravit
Zeitdruck, Fachkräftemangel und der Wettbewerb der Vertriebswege: Die Anforderungen an Unternehmen und Mitarbeiter steigen, ist Duravit überzeugt. Umso bedeutender würden Weiterbildungsmaßnahmen zur Qualifikation und weiteren Vertiefung von Kompetenzen. Hier setzt das Seminarangebot von Duravit an, das zahlreiche Schulungen beinhaltet.

 

Datum, Ort, Kosten:

Weitere Infos hält Duravit u.a. auf der Internetseite bereit

 

Veranstalter:

Duravit AG
Hornberg
Tel.: 07833 70-0, Fax: -289
info@duravit.de
www.duravit.de


 

Veranstaltung, Inhalt:

Feuertrutz 2019
Internationale Fachmesse für bauliche, anlagentechnische und organisatorische Brandschutzlösungen inklusive Kongressprogramm.

 

Datum:

20.-21.2.

 

Ort:

Nürnberg

 

Kosten:

Tageskarte 30,– Euro
Dauerkarte 35,- Euro

 

Veranstalter:

Nürnberg Messe GmbH
Nürnberg
Tel.: 0911 8606-0, Fax: -120053
feuertrutz@nuernbergmesse.de
www.feuertrutz-messe.de



 

Veranstaltung, Inhalt:

9. Forum Wohnungslüftung
Das Forum findet statt unter der Überschrift „Der Kunde im Mittelpunkt – neue Strategien für Beratung, Projektierung und Vertrieb“ und will innovative Lösungen der dezentralen, zentralen und freien Wohnungslüftung aufzeigen. Beinhaltet sind Praxisberichte und Vorstellung der Marktforschungsstudie „Lüftungsinnovationen“. Die Veranstaltung findet im Rahmen der Messe BAU statt. Ein Tagesbesuch der „BAU“ ist im Ticketpreis enthalten.

 

Datum:

16.1.

 

Ort:

München

 

Kosten:

45,– Euro

 

Veranstalter:

HEA – Fachgemeinschaft für ­effiziente Energieanwendung e.V.
Berlin
Tel.: 030 300199-1374
info@hea.de
www.hea.de



 

Veranstaltung, Inhalt:

Rauchschutz-Druckanlagen und maschinelle Rauchabzugsanlagen
In Zusammenarbeit mit einem Sachverständigen will die Schulungsreihe praxisnahe Einblicke bei Brandfällen in Treppenräumen vermitteln und Möglichkeiten zur Rauchableitung aus Gebäuden aufzeigen, z.B. Rauchschutz-Druckanlagen, Treppenhaus-Spüllüftungsanlagen, kontrollierte Abströmöffnungen.

 

Datum,  Ort, Kosten:

Der Seminarkalender auf der Internetseite von Helios enthält nähere Beschreibungen und die Termine der kostenlosen ein- oder zweitägigen Seminare und Workshops.

 

Veranstalter:

Helios Ventilatoren GmbH & CO. KG
Villingen-Schwenningen
Tel.: 07720 606-0
info@heliosventilatoren.de
www.heliosventilatoren.de

 

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Mon, 17 Dec 2018 08:37:00 +0100 https://www.ikz.de/fileadmin/_processed_/6/e/csm_Termine_3e49ed25ec.jpg https://www.ikz.de/fileadmin/_processed_/6/e/csm_Termine_46b1079074.jpg https://www.ikz.de/fileadmin/news_import/Termine.jpg
news-27541 Sotin: Heizungswartung mit mobiler Servicestation https://www.ikz.de/heizungstechnik/news/detail/sotin-heizungswartung-mit-mobiler-servicestation/ Die Systemlösung „eco-N2“ dient dem Prüfen und Befüllen der Gasvorlage von Membranausdehnungsgefäßen (MAG). Herzstück des Arbeitsgeräts, das auf der GET Nord vorgestellt wurde, ist eine mit Stickstoff befüllte 165-bar-Druckgasflasche.  

Drei Manometer zeigen den Druck in der Stickstoff-Flasche, den gewählten Befülldruck und schließlich den erzielten MAG-Vordruck. Die Druckgasflasche sei so ergiebig wie vier bis fünf übliche Dosen Gefäßfüller. Einsetzbar ist „eco-N2“ für MAG in Heizungs-, Trinkwasser- und Solaranlagen.

Sotin Chemische und technische Produkte GmbH & Co. KG, Industriestr. 6, 55543 Bad Kreuznach, Tel.: 0671 89489-0, Fax: -25, info@sotin.de, www.sotin.de

 

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Sun, 16 Dec 2018 09:00:00 +0100 https://www.ikz.de/fileadmin/_processed_/9/7/csm_63_Sotin-eco-N2_2b4185a328.jpg https://www.ikz.de/fileadmin/_processed_/9/7/csm_63_Sotin-eco-N2_7c92b65e80.jpg https://www.ikz.de/fileadmin/Kundenbereich/Medien/IKZ-Haustechnik/IKZ_18_23-24/63_Sotin-eco-N2.jpg
news-27565 Danfoss: Digitaler Stellantrieb für HVAC-Systeme https://www.ikz.de/klima-lueftungstechnik/news/detail/danfoss-digitaler-stellantrieb-fuer-hvac-systeme/ Nach den Worten von Danfoss handelt es sich beim „NovoCon“ um den ers­ten digitalen HVAC-Stellantrieb, der ein Gebäudemanagementsystem (GMS) mit dem hydraulischen Abgleich sowie der Regelung von Endgeräten verbindet.  

Er kommuniziert hierzu über ein Bus-Protokoll (BACnet oder ­Modbus) mit dem GMS und tauscht HVAC-Daten aus. „So erhält der Facility-Manager oder Systemintegrator bislang unbekannte Möglichkeiten und ungeahnte Flexibilität“, verspricht Danfoss.
„NovoCon“ ist speziell für den Einsatz in Verbindung mit dem druckunabhängigen Ventil „AB-QM“ konzipiert. Gemeinsam ermöglichen sie einen dynamischen hydraulischen Abgleich.
Auch das Raumklima lässt sich regeln. Hierfür eignet sich zum Beispiel eine dazugehörige Smartphone-App.
Da der Stellantrieb „NovoCon“ Daten sammelt, kann das GMS Bereiche, in denen Probleme auftreten könnten, orten. Das kann dabei helfen, etwaige Komplikationen zu beheben und die vorbeugende Wartung zu planen, sodass die Bewohner der Gebäude in diesem Zeitraum kaum beeinträchtigt werden.

Danfoss GmbH, Carl-Legien-Str. 8, 63073 Offenbach, Tel.: 069 8902-0, Fax: -319, waerme@danfoss.com, www.waerme.danfoss.com

 

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Sat, 15 Dec 2018 08:02:00 +0100 https://www.ikz.de/fileadmin/_processed_/f/8/csm_34_Danfoss_a219e93787.jpg https://www.ikz.de/fileadmin/_processed_/f/8/csm_34_Danfoss_47d43150a2.jpg https://www.ikz.de/fileadmin/Kundenbereich/Medien/IKZ-Fachplaner/FP_18_12/34_Danfoss.jpg
news-27584 Im Schlaraffenland https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/im-schlaraffenland/ Auf dem Querschiesser-Trendkongress sprach Hans-Arno Kloep von nur mäßiger Bewegung im Handwerk. Der personelle Engpass lasse Umsatzzuwachs durch Preissteigerungen zu, aber keine Steigerung der Auftragsabwicklung  

Die heranwachsende bit-affine Generation ordert ein energieeffizientes Komplettheim an einem Vormittag am PC, lässt sich noch ein paar Bilder von Lage und Architektur einspielen, unterschreibt online den Notarvertrag und wickelt die Bezahlung via Online-Banking ab. Diese Zukunft beschrieb Hans-Arno Kloep, Geschäftsführer der Unternehmensberatung Querschiesser GmbH, auf dem 15. Querschiesser-Trendkongress am 25. Oktober im Sheraton Carlton Hotel in Nürnberg. Die Redaktion unterhielt sich mit dem Marktforscher über die Zukunft der SHK-Branche.

IKZ-HAUSTECHNIK: Herr Kloep, was tat sich 2018, was tut sich 2019 und danach?
Hans-Arno Kloep: In Kurzform: Wir hatten 2018 ein Verdrängungsjahr. Das Handwerk verdrängte die auf die Branche zuströmende Nachfrage durch Preissteigerungen. 2019 wird sich das wiederholen. Der personelle Engpass lässt Umsatzzuwachs durch Preissteigerungen zu, aber keine Steigerung der Auftragsabwicklungen. Die Kompensationsmöglichkeiten wie Digitalisierung, Montagevereinfachungen, Prozessoptimierung im Büro tragen nur kleine Früchte. Meine Zahlen weisen deutlich darauf hin, dass diese Montageengpässe im Handwerk sowie ein starker Anstieg der Relevanz des Großhandels für die Handwerksbetriebe die Branche innerhalb der nächsten zehn bis fünfzehn Jahre stark verändern wird. Wer sich vonseiten der Hersteller in den nächsten Jahren nicht mit dem Netzwerk des Handels verknotet, wird wahrscheinlich Schwierigkeiten haben. Also auf Industrieseite die Zweistufler.

IKZ-HAUSTECHNIK:
Höre ich da den Ruf nach Veränderung?
Hans-Arno Kloep: Die Bereitschaft, sich mit den Herausforderungen zu befassen, ist mäßig. Das momentane Leben ist einfach zu schön. Ein Scharaffenland. Warum soll das, was ich gerade erlebe, nicht auch für die Zukunft gelten? Ich hatte mal gesagt, in vier oder fünf Jahren sitzen in Deutschland junge, arbeitslose Akademiker – alles studiert ja, keiner fasst mehr was an – in hässlichen Bädern und kalten Wohnungen und warten auf einen 70-jährigen SHK-Handwerker, der 120 Euro Stundenlohn nimmt. Für das Gros der Betriebe scheint das Denken und Handeln in diese Richtung zu gehen. Warum also auf die Zukunft unnötig mit Innovationen vorbereiten?

IKZ-HAUSTECHNIK:
Weil Fremdfirmen in die Branche drängen und weil wir die Wärmewende angehen müssen?
Hans-Arno Kloep: Stimmt, wird aber beides noch weitgehend ignoriert. Der Einstieg der Fremdkonzerne in die Heizungstechnik gilt unter Analysten nur als Zwischenschritt. Das Endziel ist die Hoheit über das digitalisierte Leben und Wohnen. Über das Wohnsystem als Ganzes. Soll sagen, der zukünftige Bauherr blättert nicht mehr in Prospekten eines Fertighausanbieters wie Schwörer-, Okal-, Schwabenhaus oder Zenker, er bestellt spätestens in zehn Jahren die komplette Wohnlösung nach vielleicht noch Musterhaus- und Fachausstellungsbesuch, gepaart mit dem Blick durch die Augmented-Reality-Brille, bei einem Internet-Konzern. Der kann Schwörer-, Okal-, Schwabenhaus oder Zenker heißen, wenn sich die Unternehmen in diese Richtung weiterentwickeln sollten. Sie oder Amazon oder Telekom legen dann dem Kunden wie ein Autoverkäufer eine Lis­te vor: „Zu diesem Haustyp gibt es folgendes Zubehör. Bitte kreuzen Sie an: Gaskessel, Wärmepumpe, Heiztapete…? PC…? Einbruchsicherung…? Notruf…? SmartHome-Application…? Versicherung…? Welche Badvariante? Welche Servicedienste: Garten, Hausputz, Heizungswartung, Wasseraufbereitung? Die Abrechnungen: Heizung, Strom, Wasser/Abwasser? Wartungsvertrag 10 oder 15 Jahre?“ Und ganz unten vielleicht noch: Wärmeerzeuger von Viessmann, Stiebel-Eltron, Wolf, Dongjiu/China, Yantei Juesen/China? Sanitärkeramik von V&B, Keramag, Eczacibasi/Türkei?

IKZ-HAUSTECHNIK: Einerseits gewinnt nach Ihrer Analyse die Heizung wieder ein bisschen an Boden gegenüber Sanitär. Andererseits seien die Anlagenbauer schon früher satt oder gesättigt, sagen Sie. Hier müssen wir wohl zwischen Einsatz und Umsatz unterscheiden?
Hans-Arno Kloep: Unsere Zahlen weisen darauf hin, dass die Handwerker im Moment an Heizungsanlagen mehr verdienen als vor eineinhalb Jahren. Das heißt, die Betriebe schichten ihre Kapazitäten moderat um, da es der Kesselindustrie in den letzten eineinhalb Jahren gelungen ist, über Serviceleistungen und Rückvergütungen die Aufträge attraktiver zu machen. Die Handwerker verkaufen ihre Kapazitäten so teuer wie möglich und die Kesselindustrie hat wirklich ausgeschüttet. Also ist der eine oder andere Handwerker, der früher ein Bad mehr renoviert hat, bereit, eine neue Therme an die Wand zu schrauben. Wenn man sich so am Markt umhört, ist im Moment die Sanitärindustrie mit der Umsatzentwicklung tatsächlich nicht zufrieden.

IKZ-HAUSTECHNIK:
Der Handwerker lernt mithin, dass man knappe Kapazitäten vermarkten kann.
Hans-Arno Kloep: …wunderbar vermarkten kann, und das auf beiden Seiten. Bei der Industrie mit Rabatten und Zusatzleistungen und mit höheren Stundenverrechnungssätzen beim Kunden.

IKZ-HAUSTECHNIK:
Sie scheinen etwas gegen Abholläger zu haben, so klang es auf dem Trendkongress durch.
Hans-Arno Kloep: Das ist nicht richtig. Wie könnte ich gegen Abholläger sein, die sind sinnvoll. Die SHK-Branche ist eine Reparaturbranche und es geht regelmäßig etwas kaputt, was gerade im Lager des Installateurs fehlt. Sie können keinem Endkunden, bei dem ein Rohrbruch plätschert, sagen, ich erwarte in drei Tagen ein winziges Paket aus Polen. Wir haben eine kurzfristige Versorgungsaufgabe wie Apotheken und da sind Abholläger total güns­tig. Was ich kritisiere ist die Quote der Inanspruchnahme. Der Engpass in den Montagekapazitäten würde sich bei einer besseren Planung des Baufort­schritts um eine spürbare Marge reduzieren. Darauf habe ich hingewiesen. Die Abholläger sollten wirklich Notfalllösungen sein und nicht in der tagesgeschäftlichen Abwicklung berücksichtigt werden.

IKZ-HAUSTECHNIK: Konkret zu Ihren Folien, Herr Kloep. Ich gebe nur das Stichwort: Point-of Sales Fachausstellung?
Hans-Arno Kloep: Jetzt scheinen die Widerstände im Handwerk gebrochen zu sein. Das wird wohl der neue Standard. Wachsende Zustimmung. Verdoppelung in einem Jahr. Der Handel generiert für den Handwerker Aufträge, das macht hörig. Die GC-Gruppe war mit dem Gedankengang Fachausstellung als Point-of-Sales eigentlich zwei Jahre alleine. Dann kamen die mittelständischen Händler. Heute konkurrieren zwei Modelle: freundlich versus brutal. Beim mittelständischen Handel kann man auch mal eine Runde aussetzen, dagegen ist der Verpflichtungsgrad für den Betrieb bei GC relativ hoch. Man muss die GC-Schulungen mitmachen, du musst einen bestimmten Mindestetat gewährleisten und solche Dinge. Sonst akquirieren die nicht für den Betrieb.

IKZ-HAUSTECHNIK: Digitalisierung?
Hans-Arno Kloep: Die Profis im Handwerk sind dabei und sagen, das ist die einzige Möglichkeit, um besser zu werden.

IKZ-HAUSTECHNIK:
Bequemes Gleichgewicht?
Hans-Arno Kloep: Genau, das ist meine These, dass die Handwerker mit der Situation, wie sie gerade ist, wunderbar klar kommen und sagen, ich stresse mich jetzt nicht mehr beim Personal, ich stresse mich nicht mehr beim Deckungsbeitrag. Ich habe die Kohle, die ich verdienen will und die Aufträge, die ich haben möchte.

IKZ-HAUSTECHNIK: Klimaschutz, CO2-Minderung, Wärmewende?
Hans-Arno Kloep: Wovon sprechen Sie?

IKZ-HAUSTECHNIK: SmartHome und SmartMetering?
Hans-Arno Kloep: Da kann ein Handwerker im Moment einen Tausender holen, wenn er eine Anlage smarthome-fähig macht, durch digitale Raumthermostate, Smartphone-Steuerung von Mallorca aus und ähnliches. Da ist was zu holen. Aber der Markt ist noch klein, keine 2 %.

IKZ-HAUSTECHNIK: Weiterbildung?
Hans-Arno Kloep: Drei Mal ein Tag im Jahr der Chef, drei Mal die Mitarbeiter total. Also sechs Termine für den gesamten Betrieb maximal.

IKZ-HAUSTECHNIK:
Büroeffizienz?
Hans-Arno Kloep: Ja, das ist das, was gerade der Handel versucht, einsickern in das Angebotswesen etc.

IKZ-HAUSTECHNIK:
Baustelleneffizienz?
Hans-Arno Kloep: Meint Prozessoptimierung. Ein Beispiel aus einem Projekt mit der Innung München. Es ging um die zentrale Frage: Wie installiere ich ein barrierefreies Bad? Wir bauten eine Art Wissensdatenbank auf, die den idealen Prozess einer Badsanierung beschreibt. Schritt für Schritt. Was zu tun ist, woran zu denken ist. Das ganze wird digital dokumentiert und analog wiedergegeben, in Form eines Heftchens oder einer Broschüre als Arbeitsanleitung. Solch ein Management des Engpasswissens ist in einigen Jahren ein spannendes Geschäft in der Branche. Es kommen ja laufend neue Techniken und Verfahren auf das Gewerk zu. Routine baut sich so schnell nicht auf. Da bedarf es eines Wissensmanagements.

IKZ-HAUSTECHNIK: Handwerker als Franchise-Nehmer der Industrie?
Hans-Arno Kloep: Darauf laufen doch die Partnerprogramme der Hersteller, die Excellenz-, Kompetenz-, Premium-Programme und wie sie alle heißen hinaus. Die haben Franchise-Qualität. Wenn Viessmann oder Vaillant mit ihrer Plattform einen Endkunden fangen, dann sind sie auch sehr früh mit ihrer Marke in der Verantwortung für die nachfolgende Prozesskette. Der Kunde kauft jetzt eine Viessmann-Anlage, früher hätte er eine Handwerker-Anlage gekauft. Im Rahmen der Partnerprogramme macht Viessmann jetzt den Handwerkern verbindliche Vorschläge zur Ausführung. Das sind franchise-ähnliche Strukturen.

IKZ-HAUSTECHNIK:
Konjunktur?
Hans-Arno Kloep: Wegen des Engpasses in der Kapazität kein Zuwachs in 2019. Die Abstriche 2019 an den volkswirtschaftlichen Erwartungen sind für SHK wegen der mehr als gesunden Auftragslage allerdings bedeutungslos.

IKZ-HAUSTECHNIK:
Virtuelle Realität?
Hans-Arno Kloep: Das Thema VR war im vergangenen Jahr nur durch Richter + Frenzel besetzt. Jetzt haben die mittelständischen Händler nachgeholt und die Technik installiert. Nun wird jeder Handwerker gedrängt, VR-Instrumente zu nutzen. Denn die große Chance für ihn besteht darin, seine realisierten Bäder in der Datenbank zu hinterlegen und als Referenz mit VR abbilden zu können. Beziehungsweise das macht für ihn der Berater in der Elements-Ausstellung beispielsweise. Es fragt dort ein Kunde: Haben Sie dafür einen Installateur? Ja, den Betrieb Uhlenbroich von der Hermannstraße in Düsseldorf. Welche Bäder hat der denn schon gemacht? Das zeigen wir Ihnen, setzen Sie sich doch bitte einmal die VR-Brille auf…

IKZ-HAUSTECHNIK:
Erneuerbare Energien?
Hans-Arno Kloep: Sprachen wir schon an. Die Hersteller scheuen sich, sich auf bestimmte Technologien festzulegen, weil diejenigen, die sie dann wählen müssten, von einem Großteil der Handwerkerschaft – bei Wärmepumpen weniger als 50 % – nicht oder nur zögernd umgesetzt werden. Die angebotene Technik muss sich an den Fähigkeiten und am Willen der Multiplikatoren orientieren. Oder man sucht sich andere Multiplikatoren. Den zweiten Weg wird die Heizungsindustrie ebenfalls gehen.

IKZ-HAUSTECHNIK:
Sie sprachen in Nürnberg auch über besondere Services als vermarktungsfähige Leistung von Herstellern und Handwerk. Also eine Leistung, die die klassische Vertriebschiene gestattet, mit der sich aber IT-Konzerne als neue Player im Markt ohne Herstellerbindung vermutlich schwer tun werden. Was genau ist damit gemeint?
Hans-Arno Kloep: Ein Beispiel: Zum Service gehört die Betriebsoptimierung. Das weite und breite Internet und das engere Internet der Dinge gestatten den Schritt zum „Remote Care“, zur Analyse des Betriebszustands und zur Fernänderung der eingestellten Parameter bzw. zur Selbstoptimierung. Im Prinzip nimmt dann jeder installierte Wärmeerzeuger an einem gigantischen Feldversuch teil, da er, wem auch immer, 24 Stunden am Tag seine Daten transparent macht. Bis dato fließt das Feedback zu den Entwicklern in erster Linie über die Reklamation. Die Digitalisierung gewährt dagegen einen permanenten Einblick vor Ort. Daraus lassen sich zur Betriebsoptimierung im Heizungskeller und zur Produktoptimierung im Werk Rückschlüsse ziehen. Industrie und Handwerk bleiben damit relativ dicht beieinander. Die Hersteller sind dabei, entsprechende Algorithmen zu entwickeln.

IKZ-HAUSTECHNIK: Dem Handwerk geht es gut, das haben Sie ja nachvollziehbar ausgeführt. Die gute Konjunktur lockt insbesondere branchenfremde Player, die neue Kanäle und Dienstleistungen etablieren wollen. Droht hier ein Umbruch im Vertriebsweg?
Hans-Arno Kloep: Vom Prinzip her haben die anderen Kanäle gegenüber der Fachschiene wirklich nur zwei handfeste Vorteile: Schnelligkeit und Preisauskunft. Dagegen muss sich die Fachschiene aufstellen und eine Infrastruktur schaffen, die das kompensiert. Ansonsten leben die anderen Vertriebskanäle davon, dass die Fachschiene nicht erzählt, dass es mit einem Bestellen der Teile nicht getan ist, dass eine Intelligenz zwischen den Teilen besteht. Ganz simpel gesagt: Die Armatur muss auf den Waschtisch passen.
Die Internet-Plattform hat aber noch einen dritten Vorteil: Sie ist beim Kunden. Die Währung der Zukunft ist der Erstkontakt. Das bedeutet, es werden diejenigen im Vertrieb von SHK-Produkten vorne sein, die in der Lage sind, den Erstkontakt zum Kunden zu organisieren. Das sind die Online-Plattformen und überraschend der Großhandel mit seinen Ausstellungskonzepten, wie aus unseren Befragungen hervorgeht. Der Handwerker muss in den nächsten Jahren in der Lage sein, sich in diesen Erstkontakt einzubringen, sonst wird er zum Lohnschrauber.

IKZ-HAUSTECHNIK:
In den Gesprächen mit Handwerkern, die wir im Rahmen unserer Serie IKZ vor Ort führen, hören wir immer wieder, dass Mundpropaganda und eine gute Arbeitsausführung Grundlage für die Aufträge von morgen sind. Das deckt sich nicht unbedingt mit Ihrer Aussage.
Hans-Arno Kloep: Beim Trendkongress schaue ich nach vorne, was kann oder was wird kommen. Die interaktive Kommunikation und Information wird auch in dieser Frage zu Veränderungen führen. Unsere Jetzt-Welt ist aber noch überwiegend analog und noch mehr die der – in Klammern älteren – Auftraggeber. Da spielen die Faktoren, die Sie genannt haben, eine wichtige Rolle. Wobei Qualität immer ein Maßstab bleiben wird.

 

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Fri, 14 Dec 2018 12:59:30 +0100 https://www.ikz.de/fileadmin/_processed_/b/5/csm_48_1_ea0114f724.jpg https://www.ikz.de/fileadmin/_processed_/b/5/csm_48_1_832462401a.jpg https://www.ikz.de/fileadmin/Kundenbereich/Medien/IKZ-Haustechnik/IKZ_18_23-24/48_1.jpg
news-27583 „Ein Novum in der Branche“ https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/ein-novum-in-der-branche/ Vorstand Sven Mischel berichtet im IKZ-Interview über moderne Markenkultur, Marketingstrategien und eine neue Werbelinie  

Immer mehr Handwerksunternehmen schrauben an ihrem Bekanntheitsgrad, vor allem im Internet. Sie werden zur Marke – und damit leichter gefunden. Auch beim Treffen der „Badgestalter“ in Köln drehte sich fast alles um das Thema Marken. Lizenzgeber dieses Labels ist die SHK Einkaufs- und Vertriebs AG (Bruchsal) – mit mehr als 900 Mitgliedsbetrieben eine der bedeutenden deutschen Handwerkskooperationen der SHK-Branche. Was SHK-Vorstand Sven Mischel unter einer modernen Markenkultur versteht, welche Marketingstrategien seines Erachtens nachhaltig sind und was sich hinter der neuen Werbelinie für das Jahr 2019 verbirgt, verrät Mischel im IKZ-Interview.

IKZ-Haustechnik: Welchen Nutzen verspricht eine Markenkultur in Unternehmen?
Sven Mischel: Eine echte, gelebte Markenkultur hilft, die besondere Leistungsqualität eines Fachhandwerksunternehmens sichtbar und erlebbar zu machen. Im Kundenkontakt, tagtäglich. Sie prägt zugleich die Verbindlichkeit und den Zusammenhalt im Team: umsichtig und respektvoll miteinander umgehen, sich zugehörig und gefördert fühlen. Das motiviert, macht attraktiv und zieht überdies passenden Nachwuchs an.

IKZ-Haustechnik: Mit welcher Marketingstrategie lassen sich Mitarbeiter und Kunden erreichen?
Sven Mischel: Um Mitarbeiter für die Marke zu gewinnen, setzen wir auf Inhouse-Trainings und unser periodisches SHK-Magazin. Wichtig dabei ist das persönliche Erleben: „Gerade als Markenbotschafter komme ich positiv an!“ Die für uns relevanten Käufergruppen bringen wir durch sogenanntes Touchpoint-Marketing mit unseren Marken in Berührung: Dazu gehören z. B. die Markenwebseiten, Social-Media-Aktivitäten, Mailingkampagnen, Berichterstattung in Publikumsmedien, Events oder unsere verbundeigenen Publikationen.

IKZ-Haustechnik: Worauf müssen Marken achten, um zukünftig nicht in die Gleichgültigkeitsfalle zu tappen?
Sven Mischel: Zunächst einmal ist festzuhalten: Mit unseren Konzepten einer markierten Handwerksleistung sind wir ein Novum in der Branche. Aus gutem Grund: Wir müssen uns als starke Gruppe zeigen, um uns mit unseren Besonderheiten gegenüber neuen Wettbewerbern – etwa Online-Auftragsmaklern, Web-Shops etc. – erfolgreich zu behaupten. Unsere Strategie ist, im Moment der Kaufentscheidung überzeugend und nachhaltig präsent zu sein, den Nutzen und die Mehrwerte aufzuzeigen, die sich mit unserem Fachhandwerk verbinden: die besondere Nähe zum Kunden, den persönlichen Komplettservice, die Kompetenz und die Zuverlässigkeit, die wir bieten. Der Kaufinteressent muss erfahren: hier ist etwas neu, anders, hier dreht sich alles nur um mich, hier bin ich absolut gut aufgehoben.

IKZ-Haustechnik:
Was verbirgt sich hinter der neuen Werbelinie der SHK AG und der „Badgestalter“ für das Jahr 2019?
Sven Mischel: Zunächst einmal die markante Sichtbarkeit unserer Marken an den maßgeblichen Käufer-Berührungspunkten: online und offline. Dabei zeigen die „Meister der Elemente“ auf sympathische Weise die Macherqualitäten ganzer Kerle mit dem Slogan: „Starkes Handwerk für Ihr Zuhause“. Die „Badgestalter“ setzen auf Faszination, auf Bad als individuellen Erlebnisraum und werben mit exemplarischen Badkunden: „Genau das Bad, wie ich es mag!“

www.shknet.de
www.die-badgestalter.de

 

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Fri, 14 Dec 2018 12:37:50 +0100 https://www.ikz.de/fileadmin/_processed_/8/2/csm_52_1_0b9dcf37e2.jpg https://www.ikz.de/fileadmin/_processed_/8/2/csm_52_1_fa1f356342.jpg https://www.ikz.de/fileadmin/Kundenbereich/Medien/IKZ-Haustechnik/IKZ_18_23-24/52_1.jpg
news-27582 BIM in den Einklang mit der HOAI bringen https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/bim-in-den-einklang-mit-der-hoai-bringen/  

Während die Arbeitsmethode des Building Information Modeling (BIM) in westeuropäischen Ländern wie Großbritannien und den Niederlanden schon weit verbreitet ist, steckt Deutschland bei der Nutzung bisher noch in den Kinderschuhen. Als Ursache dessen hat unlängst eine Studie1) ermittelt, dass Mehraufwand sowie technische Herausforderungen die Gründe sind, BIM (noch) nicht zu nutzen. Im Planungsprozess kommt es zudem zu einer Verschiebung des Aufwands in den Leistungsphasen (LPH) nach HOAI, sodass bereits in frühen Phasen ein höherer Detaillierungsgrad für BIM erforderlich ist. Die Abrechnung der Leistungen erfolgt jedoch weiterhin nach den Regeln der HOAI, womit im besten Fall der monetäre Ausgleich erst zur Objektüberwachung (LPH 8) erfolgt. Nur gut, wenn der Planer dann einen ausreichenden finanziellen Rückhalt zur Überbrückung hat. Im schlechtesten Fall – bei Teilung der LPH auf zwei Auftragnehmer – können die Abrechnungsstufen zu einer unverhältnismäßigen Aufwandsvergütung führen.
An dieser Stelle sind Ideen und Lösungsansätze gefragt. ­Einen möglichen Weg, um aus dieser prekären Situation zu kommen, zeigen wir in dieser Ausgabe ab Seite 20 auf. Denn BIM wird sich in der TGA-Branche hierzulande schneller durchsetzen, als viele heute denken, meint

Markus Münzfeld
Redakteur
m.muenzfeld@strobel-verlag.de


1) Informationen zur Studie finden Sie im Artikel „Studie: BIM wird sich in der Bauwirtschaft langfristig durchsetzen“ im Internet unter www.ikz.de, Eingabe im Suchfenster: Bauwirtschaft

 

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Fri, 14 Dec 2018 09:24:01 +0100 https://www.ikz.de/fileadmin/_processed_/2/3/csm_03_21bb640c0d.jpg https://www.ikz.de/fileadmin/_processed_/2/3/csm_03_4ffda3fd6a.jpg https://www.ikz.de/fileadmin/Kundenbereich/Medien/IKZ-Fachplaner/FP_18_12/03.jpg
news-27581 DIN EN 12831-3 als Ersatz für DIN 4708 https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/din-en-12831-3-als-ersatz-fuer-din-4708/ Energieeffiziente Dimensionierung von Trinkwassererwärmungsanlagen nach dem Summenlinienverfahren  

Mit DIN EN 12831-3 steht der Fachwelt eine neue europäische Norm zur Dimensionierung von Trinkwassererwärmungsanlagen zur Verfügung. Die Norm basiert auf dem Summenlinienverfahren, welches eine Auslegung von Speichervolumen und Nachheizleistung für alle Systeme, Gebäude- und Nutzungsarten erlaubt, und soll langfristig die DIN 4708 ersetzen. Wir stellen das Regelwerk vor.

 

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Fri, 14 Dec 2018 09:03:32 +0100 https://www.ikz.de/fileadmin/_processed_/6/6/csm_08_DIN_6fa713bfad.jpg https://www.ikz.de/fileadmin/_processed_/6/6/csm_08_DIN_e994219bb8.jpg https://www.ikz.de/fileadmin/user_upload/08_DIN.jpg
news-27580 Zukunftsthemen fassbar gemacht https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/zukunftsthemen-fassbar-gemacht/ Viega startet Fachsymposien-Reihe. Im Fokus: Building Information Modeling, Trinkwassergüte sowie Energieeffizienz  

Seit 2009 veranstaltet der in Attendorn beheimatete Systemanbieter Viega im Zwei-Jahres-Rhythmus Fachsymposien speziell für TGA-Fachplaner und planende Fachhandwerker. In diesem Jahr standen der Erhalt der Trinkwassergüte sowie die gestiegenen Anforderungen an Komfort und Energieeffizienz in der Technischen Gebäudeausrüstung im Fokus der Veranstaltung. Die IKZ-Redaktion hat das Symposium in München besucht.

Der Andrang war erwartungsgemäß hoch: Rund 300 Planer und planende Fachhandwerker folgten der Einladung zum Fachsymposium in den Showpalast München, das unter der Überschrift „Trinkwassergüte und Energieeffizienz – vernetzt durch digitale Prozesse“ stand. Die zentrale These der Veranstaltung „Die Gebäudetechnik wird der Strukturgeber des Bauens der Zukunft“ mag den einen oder anderen Planer überrascht haben. Für Dirk Gellisch, Mitglied der Viega-Geschäftsführung, ist es aber unstrittig, „dass speziell die TGA-Gewerke Wärmeerzeugung und Wärmeverteilung sowie die Trinkwasser-Installationen künftig das Design eines jeden Zweckgebäudes massiv beeinflussen werden.“ Als Beispiel für diese Prognose diente im Rahmen des Fachsymposiums der Neubau der „Viega World“. Als „Leuchtturmprojekt“ für die Zukunft des Bauens ist das interaktive Seminarcenter mit rund 12 200 m² Brutto-Geschossfläche auf der Basis dezidiert beschriebener Nutzungsanforderungen über den gesamten Lebenszyklus hinweg konsequent entlang eines digitalen Modells entwickelt worden.

Über Auftraggeber-Informations-Anforderungen und BIM-Abwicklungspläne
Dass zunehmend mithilfe von Bauwerksdatenmodellen (BIM-Modellen) geplant und zusammengearbeitet wird, schafft eine so noch nicht da gewesene Transparenz des Planungsprozesses und fördert gerade auch ganzheitliche Planungsansätze unter frühzeitiger Berücksichtigung der Erfordernisse der Technischen Ausrüs­tung, machte im Rahmen des Fachsymposiums schon der erste Referent, der Rechtsanwalt Dr. jur. Robert Elixmann, deutlich. Ausgehend von einer rechtlichen Positionsbestimmung der TGA-Fachplanung umriss Elixmann die wesentlichen Veränderungen in den Bauprozessen, auf die sich Fachingenieure idealerweise schon heute einstellen sollten. Dabei verwies er insbesondere auf Stichworte wie Auftraggeber-Informations-Anforderungen (AIA), klar definierte BIM-Abwicklungspläne (BAP) und Besondere Vertragsbedingungen BIM. Aus denen würden sich künftig neue vertragliche Anforderungen ergeben.
Ein wichtiger Merksatz war daher für Dr. Elixmann, dass „eine Verpflichtung zur Erstellung und Fortschreibung eines BIM-Abwicklungsplans helfen kann, die Projektbeteiligten anzuhalten, vorausschauend Abstimmungen zum Datenaustausch untereinander zu treffen und diese zu dokumentieren.“

Abstimmung der Technik klärt das Projekt
Warum das notwendig ist und wie dieser Brückenschlag in die Praxis aussehen kann, das zeigte im Anschluss Prof. Christoph van Treeck auf. Der Inhaber des Lehrstuhls für Energieeffizientes Bauen an der RWTH Aachen University und Leiter des BIM Centers am Campus Aachen stellte dabei eine direkte Verknüpfung zu den Zukunftsthemen BIM und Integrale Planung her: „In der Planungspraxis gewinnt man den Eindruck, dass BIM eine inzwischen anerkannte Methodik darstellt. Für viele Akteure scheint jedoch die Methode der Integralen Planung, also die Zusammenarbeitsform, eine größere Herausforderung darzustellen. Mit BIM kann jedoch gerade zu Beginn sehr konkret definiert werden, welche Planungsleistungen zu welchem Zeitpunkt und in welcher inhaltlichen Tiefe und Qualität, das heißt in welchem Fertigstellungsgrad, zu erbringen sind.“ Sein Fazit: „Die Gebäudetechnik stellt dadurch den wichtigsten Strukturgeber in der Planung dar. Sind die Fragen der Technik geklärt, sind nämlich auch die meisten Projektfragen geklärt.“

Ultrafiltration: Trinkwasser-Temperaturen um 5 K absenkbar
Zu den zentralen technischen Fragen, die mehr denn je die Struktur und das Design eines Zweckgebäudes bestimmen, gehören dabei zweifellos die der Energieerzeugung, der effizienten Energienutzung und – daraus resultierend – nicht zuletzt die Frage der Bereitstellung von hygienisch einwandfreiem Trinkwasser warm. Ein anerkannter Spezialist auf diesem Gebiet ist Prof. Thomas Kistemann, Professor für Hygiene, Umweltmedizin und Medizinische Geographie und stv. Direktor des Instituts für Hygiene und Öffentliche Gesundheit/Public Health an der Universität Bonn. Er stellte im Rahmen des Fachsymposiums eine direkte Verbindung zwischen Energieeffizienz, Erreichung der Klimaziele und Erhalt der Trinkwassergüte her: „In einer Trinkwasseranlage sind die Durchströmung, die Systemtemperaturen, der Wasseraustausch und das Vorhandensein von Nährstoffen die entscheidenden Faktoren in einem zusammenhängenden Wirkkreis der Trinkwassergüte. Gleichzeitig macht in modernen Gebäuden aber die Bereitstellung von Trinkwasser warm einen erheblichen Anteil am Gesamtenergieverbrauch aus. Ambitionierte Klimaschutzziele können also nur erreicht werden, wenn auch in diesem Bereich der Energiebedarf substantiell reduziert wird.“
Ein neuerer Ansatz ist aus Sicht des Trinkwasserhygienikers die Kontrolle des Wachstums von Mikroorganismen durch Reduzierung von organischem Material mittels Ultrafiltration in der Trinkwasser-Installation. Eine Absenkung der bisher geforderten Systemtemperaturen von 60/55 °C für Trinkwasser warm um etwa 5 K sei damit bereits heute denkbar. Die Wirksamkeit der Technologie habe man in einer vergleichenden, explorativen Pilotuntersuchung von zwei großen Wohngebäuden (je 63 Wohneinheiten) nachweisen können: „Eine Temperaturabsenkung um 5 K hatte unter der Wirkung der Ultrafiltration in der Zirkulation keinen negativen Einfluss auf die systemische mikrobielle Stabilität. Es bleibt jedoch, ganz im Sinne des Wirkkreises der Trinkwassergüte, auch unter Einsatz von Ultrafiltration weiterhin eine ganz wesentliche Aufgabe, den bestimmungsgemäßen Betrieb der gesamten Trinkwasser-Installation, das heißt auch in jeder Nutzungseinheit mit ausreichendem Wasseraustausch, jederzeit sicherzustellen.“
Zudem fordert der Hygieniker ein prozessorientiertes Qualitätsmanagement, wie es der Wassersicherheitsplan (WSP) bereitstelle. Das sei aktueller Stand der Wissenschaft, so Kistemann.

„Regenerative Energien besser nutzen“
Inwieweit die in einem solchen System eingesetzte Primärenergie aus regenerativen Quellen stammen könnte und wie sich umgekehrt deren Anteil am Primärenergiebedarf über abgesenkte Systemtemperaturen für Trinkwasser warm signifikant erhöhen ließe, dieser Frage stellte sich in München Prof. Dr.-Ing. Doreen Kalz, Professorin für Gebäude- und Energietechnik an der Beuth-Hochschule für Technik in Berlin. Sie machte auf der Basis aktueller Forschungsarbeiten des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesys­teme ISE (Freiburg) deutlich, wie eng verzahnt mittlerweile sämtliche haustechnischen Prozesse in einem Gebäude sind: „Die Einhaltung der Hygienebedingungen und des Nutzerkomforts bestimmen maßgeblich die Betriebsweise und auch die Effizienz der Wärmeerzeugung. Technologien unter Nutzung von Erneuerbaren Energien, wie die Wärmepumpe, können mit spürbar abgesenkten Temperaturen beispielsweise bei der Erwärmung von Trinkwasser warm deutlich effizienter arbeiten. Die unmittelbaren Effekte einer Umstellung der Trinkwasseranlage auf ein Niedertemperatursystem sind daher, gemessen an üblichen Dimensionen von Energieeffizienzsteigerungen bei der Wärmeerzeugung, von entscheidender Bedeutung.“
Die abgeleitete Forderung: „Zur Steigerung der Energieeffizienz muss der Fokus künftig auch auf dem Aufwand für die Bereitung von Trinkwarmwasser liegen. Dabei hat auch die Art, wie es im Gebäude verteilt wird, sowie die Qualität des hydraulischen Abgleichs der Zirkulationskreise einen großen Einfluss auf die Effizienz der Erzeugertechnologien.“

„Trinkwasser-Management-System notwendig“
Wie das schon in naher Zukunft technisch und über die Normen- und Regelwerke abgedeckt machbar sein könnte, dazu gab Viega-Trainingsleiter Dieter Hellekes einen Einblick. Anhand eines neuen Trinkwasser-Management-Systems (TWMS) deklinierte Hellekes entlang des Hygiene-Wirkkreises aus Durchströmung, Trinkwasser-Temperaturen, Wasseraustausch und Nährstoffen die wesentlichen Einflussparameter auf den Erhalt der Trinkwassergüte durch. Am Beispiel des Neubaus „Viega World“ ließ sich dabei aufzeigen, wie sich dieser Wirkkreis durch das abgestimmte Zusammenspiel aus Sensoren und Aktoren, Hygienestationen, vor allem aber Ultrafiltration, Durchfluss-Trinkwassererwärmern und Durchfluss-Trinkwasserkühlern für Trinkwasser kalt hygienisch optimal erfüllen lässt.
Dieter Hellekes: „Um die zentralen Anforderungen an eine hygienisch einwandfreie, energetisch effiziente Trinkwasseranlage zu erfüllen, benötigen wir dringend innovative Systemlösungen, wie das neue Trinkwasser-Management-System von Viega, sowie flankierend Wissens­transfer und Services für den Erhalt der Trinkwassergüte, und zwar für Trinkwasser warm wie für Trinkwasser kalt.“

Schlussbemerkung
Die Zukunft des Bauens und die damit verbundenen zentralen Herausforderungen entlang wesentlicher Veränderungen wie BIM, Integraler Planung oder Digitalisierung werden nicht nur für die TGA-Fachingenieure, sondern für alle am Bauprozess Beteiligten zu einer umfassenden Neuorientierung und zu einer genauso signifikanten Neubewertung etablierter Strukturen führen. Mit dem aktuellen Fachsymposium „Trinkwassergüte und Energieeffizienz – vernetzt durch digitale Prozesse“ hat Viega einmal mehr die wesentlichen Ansatzpunkte aufgezeigt, welche Aspekte dabei besonders zu beachten sind – und wie sich gerade kleine und mittelständische Ingenieurbüros schon heute auf diese Veränderungen einstellen können.

www.viega.de

 

Noch Anmeldungen möglich
Die Viega Fachsymposien „Trinkwassergüte und Energieeffizienz – vernetzt durch digitale Prozesse“ in Salzburg und München waren die ersten in einer Reihe von insgesamt 16 Veranstaltungen. Weitere Symposien finden im Januar und Februar in Frankfurt, Wien, Dresden, Düsseldorf, Hannover, Graz, Hamburg und Leipzig statt. Detaillierte Informationen zu den jeweiligen Veranstaltungsorten und zum Programm gibt es unter www.viega.de/symposium. Dort ist auch eine Anmeldung möglich. Die Teilnahme ist kostenlos.

 

 

VDI-Fachbuch zum Thema
Der VDI-Verlag hat zur Viega-Fachsymposien-Reihe „Trinkwassergüte und Energieeffizienz – vernetzt durch digitale Prozesse“ ein 372 Seiten starkes Fachbuch mit dem Titel „Gebäudetechnik als Strukturgeber für Bau- und Betriebsprozesse“ herausgegeben (ISBN 978-3-662-58156-8). In mehreren Kapiteln sind dabei die Vorträge des Fachsymposiums vertiefend zusammengefasst und um eine Vielzahl von Abbildungen erweitert. Das Vorwort ist von Prof. Dr.-Ing. Manfred Fischedick, Vizepräsident des Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie. Die Teilnehmer an den Fachsymposien erhalten das Buch direkt im Anschluss an die jeweilige Veranstaltung.

 

 

 

 

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Fri, 14 Dec 2018 08:01:16 +0100 https://www.ikz.de/fileadmin/_processed_/2/9/csm_12_9d84c48ec8.jpg https://www.ikz.de/fileadmin/_processed_/2/9/csm_12_60bc63fc76.jpg https://www.ikz.de/fileadmin/Kundenbereich/Medien/IKZ-Fachplaner/FP_18_12/12.jpg
news-27425 Klare Regelung zur Hygiene in RLT-Anlagen https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/klare-regelung-zur-hygiene-in-rlt-anlagen/ Hygiene-Inspektionen gemäß Neuerungen zur VDI-Richtlinie 6022  

Zum 1. Januar 2018 erschien die Neufassung der VDI-Richtlinie 6022 Blatt 1 „Raumlufttechnik, Raumluftqualität – Hygieneanforderungen an ­raumlufttechnische Anlagen und Geräte (VDI-­Lüftungsregeln)“ sowie Blatt 6 „Luftbefeuchtung über dezentrale Geräte – Hygiene in Planung, Bau, Betrieb und Instandsetzung“. Die Regelwerke ­haben einige grundlegende und zum Teil auch ­weitreichende Änderungen für die Durchführung der Hygieneinspektionen mit sich gebracht, die hier in einigen Punkten aufgezeigt werden.

Galt das bisherige Augenmerk vor allem den Schritten während der Hygienein­spektion, so fordert die VDI 6022 Blatt 1.1 nun bereits verpflichtende Handlungen vor Durchführung der Inspektion. Hierbei müssen Betreiber und Instandhaltungspersonal beachten, dass zwingend eine Gefährdungsbeurteilung für die zu behandelnde RLT-Anlage erstellt werden muss. Dazu müssen alle Elemente der in Anhang B gelisteten Gefährdungsbereiche überprüft und ausführlich dokumentiert werden. Als notwendige Qualifikation zur Erstellung einer solchen Gefährdungsbeurteilung muss der Sachkundenachweis der Kategorie A vorliegen. Klares Ziel: der Schutz des Instandhaltungspersonals. Bei der Hygiene-Erstinspektion muss sogar noch einen Schritt weiter gegangen werden. Hier wird eine sogenannte Hersteller- und Planererklärung gefordert, die letztlich als Ergebnis in die Hygiene-Erst­inspektion miteinfließt und als Bestätigung gilt, dass alle verbauten Komponenten die Forderungen der VDI 6022 erfüllen. Ein Vordruck dieser Erklärung findet sich als Anhang zur Norm.

Zur Inspektion
Bei Hygieneinspektionen legt die Richtlinie die Abstände abhängig von der Art der RLT-Anlage fest. Hierbei gilt: Anlagen ohne Befeuchter müssen alle drei Jahre inspiziert werden, Anlagen mit Befeuchter alle zwei Jahre. Die Inspektion besteht weiterhin aus den bekannten vier Teilen „Erweiterte Sichtprüfung“, „Mikrobiologische Untersuchungen“, „Konstruktive Beurteilung“ sowie „Dokumentation“.

Erweiterte Sichtprüfung und ­konstruktive Beurteilung
Der Abschnitt „Erweiterte Sichtprüfung“ blieb von den Regelwerksänderungen weitestgehend unberührt. Wie in der letzten Fassung, beinhaltet dieser Punkt die Besichtigung der RLT-Anlage hinsichtlich offensichtlicher Hygienemängel, wie z. B. Verschmutzungen, Rostbildung oder Kalkablagerungen. Für die zu inspizierenden Stellen sind in der Richtlinie für jedes Bauteil der RLT-Anlage alle Elemente aufgeführt. Dazu gehören die Außen- und Fortluftdurchlässe, die Kammerzentralen und Gerätegehäuse, Luftfilter, Luftbefeuchter, Heiz- und Kühlregister, Wärmetauscher zur Wärmerückgewinnung, Ventilatoren, Luftleitungen, Schalldämpfer, alle Luftdurchlässe sowie der Kühlturm. Neu ist, dass nun ebenfalls eine verpflichtende optische Staubdichtemessung durchzuführen ist.

Mikrobiologische Untersuchungen – umfangreich und differenziert
Bei den mikrobiologischen Untersuchungen gilt seit Januar 2018 ein schärferes Augenmerk. Diese Untersuchungen gelten der Bestimmung von Gesamtkoloniezahl, Legionellen, Pseudomonaden sowie Pilzen und Hefen. Es soll damit festgestellt werden, ob die RLT-Anlage mikrobiologisch kontaminiert ist und die angesaugte Außenluft negativ beeinträchtigt. Untersucht werden sowohl die durch die Anlage strömende Luft, die Außenluft, das Umlaufwasser von Luftbefeuchteranlagen und Rückkühlwasser. Die Probennahme hat hier mit sogenannten Dip-Slides zu erfolgen. Mittels Abklatschplatten werden Oberflächenproben entnommen. War es bisher üblich, dass die Oberflächenproben auf Basis von Casein-Sojamehl-Pepton (CASO) Agarplatten genommen wurden, so fordert die VDI 6022 nun explizit, dass Oberflächenkeim- und Luftkeimuntersuchungen mit Selektivnährmedien zur Auswertung von Gesamtkeimzahlen und Schimmelpilzen durchgeführt werden. Gängige Nährmedien sind hier die erwähnten CASO-Agarplatten zur Bestimmung von Bakterien oder Agars aus Malzextrakten zur Bestimmung von Schimmelpilzen. Die Addition der kultivierten Koloniebildenden Einheiten (KBEs) beider Nährböden ergibt letztlich das Resultat des Probenpunktes, welches mit den festgelegten Grenzwerten verglichen wird. Eine obligatorische Differenzierung der Schimmelpilze in den Abklatsch- und Luftkeimproben bis auf Ebene der Art ist seit Januar 2018 verpflichtend. Ebenfalls ist die bisher optionale vergleichende Luftkeimuntersuchung verpflichtend geworden. Die Anzahl der Messstellen wird hierbei durch den Sachkundigen festgelegt. An schwer zugänglichen Stellen (z. B. Wärmeregister) müssen seit Neufassung der VDI 6022 Proben mittels Abstrich entnommen werden. Die Differenzierung der Schimmelpilze ist hier ebenfalls verpflichtend.

Dokumentation
Ein wichtiger Punkt für die Hygieneinspektion ist die Dokumentation der durchgeführten Untersuchungen. Alle wesentlichen Aspekte (technische Daten der RLT-Anlage, erweiterte Sichtprüfung, konstruktive Beurteilung und mikrobiologische Untersuchungsergebnisse) sollten hier nochmals zusammengefasst werden. Ebenfalls sollte die Dokumentation eine aussagekräftige Fotodokumentation sowie Handlungsempfehlungen umfassen.

Anforderungen an sonstige Beteiligte
Grundsätzlich sollte die Auswertung der mikrobiologischen Proben durch ein drittes, unabhängiges Prüflabor durchgeführt werden. Die VDI 6022 empfiehlt hierbei, dass das Prüflabor nach DIN EN ISO/IEC 17025 akkreditiert ist, da nur so sichergestellt werden kann, dass die Auswertung nach standardisierten Prozessen erfolgt und somit ein verlässliches Ergebnis gewährleistet werden kann. Aufgrund der nun geforderten Schimmelpilzdifferenzierung ist darauf zu achten, dass Labore eine Zulassung nach
§ 44 Infektionsschutz-Gesetz (IfsG) besitzen.

Was tun, wenn eine RLT-Anlage die Anforderungen nicht erfüllt?
Bei der Feststellung eines kritischen Befundes ist ein Hygieniker oder eine Person vergleichbarer Qualifikation einzuschalten. Dieser muss in Zusammenarbeit mit dem Betreiber und einem Interessenvertreter des Nutzers (z. B. Betriebsarzt) einen Maßnahmenplan zur Beseitigung der Mängel festlegen. Wie zuvor erwähnt, sollte jeder seriöse Dienstleister bereits in seiner Dokumentation etwaige Handlungsempfehlungen zur Mängelbeseitigung abgeben.
Durch Hygieniker und Fachpersonal wird ein Handlungsplan erstellt. Die VDI 6022 schreibt im Blatt 1.3 verschiedene Reinigungsverfahren vor. Diese können je nach Objekt entweder Trocken-, Nass-, Dampf-, Saug- oder Strahlverfahren sein. Je nach technischen und baulichen Anforderungen kann eine Reinigung entweder mittels technischen Geräts oder auch manuell durchgeführt werden. Zur Ermittlung des entsprechenden Verfahrens ist eine Ortsbegehung absolut notwendig, da ggf. auch Reinigungs- und Revisionsöffnungen in die Lüftungskanäle eingebracht werden müssen.

Fazit
Aus hygienischer Sicht ist die Weiterentwicklung der VDI 6022 als positiv zu bewerten, da die Anforderungen an Hygiene-Inspektionen und den hygienischen Zustand einer RLT-Anlage auf ein angemessenes Niveau angehoben wurden. Gerade die verpflichtenden Luftmessungen und die Schimmelpilzdifferenzierung erlauben eine wesentlich fundiertere Aussage über den Hygienezustand der Anlage als es bisher der Fall war.

Empfehlung
Die Neufassung der Richtlinie brachte erhebliche Änderungen mit sich und hat den Umfang einer Hygieneinspektion nach Vorgaben der Richtlinie deutlich vergrößert. Insbesondere die erweiterte Probennahme sowie die aufwendigere Labordiagnostik zwingen seriöse Marktteilnehmer dazu, ihre bisherigen Preise deutlich nach oben zu korrigieren. Bevor eine Hygieneinspektion beauftragt wird, sollte sich der Auftraggeber genau über den Anbieter informieren. Ein Qualitätsmerkmal zeigen Mitgliedschaften bei Verbänden, wie z. B. dem Fachverband Gebäude-Klima e. V. (FGK) oder dem Deutschen Fachverband für Luft- und Wasserhygiene e. V. (DFLW)

Bilder: Gesec Hygiene + Instandhaltung

www.gesa.de

 

Nachgefragt
IKZ-HAUSTECHNIK: Der VDI hat in der Neufassung der VDI 6022 seine Anforderungen deutlich erhöht. Was sind die aus Ihrer Sicht gravierendsten Änderungen?
Jörg Schönfelder: Aus unserer Sicht zählt zu den wichtigsten Änderungen, dass nun explizit die Differenzierung von Schimmelpilzen gefordert wird, da somit qualifizierte Aussagen getroffen werden können, ob von der betroffenen Raumluftanlage gesundheitliche Gefahren ausgehen. Hinzu kommt, dass die vergleichende Luftkeimmessung nun verpflichtend ist, da nur so eine ganzheitliche Einschätzung des Hygienezustandes möglich ist. In der neuen Fassung gibt die VDI 6022 im Streitfall den Anlagenbetreibern eine noch größere Rechtssicherheit, jedoch nur unter der Prämisse, dass die Hygieneinspektion nach allen Vorgaben der Norm und den Richtlinien der Fachverbände durchgeführt wurde.

IKZ-HAUSTECHNIK: Was passiert mit Anlagen, die vor dem Stichtag 1. Januar 2018 erbaut wurden? Müssen diese auf den aktuellen Stand gebracht werden?
Jörg Schönfelder: In der VDI 6022 kennt man den Begriff der „Bestandsanlage“. Dies bedeutet, dass aus konstruktiver Sicht alle Anlagen, die vor diesem Stichtag erbaut wurden, vor baulichen Veränderungen, die durch die neue Richtlinie gefordert werden, geschützt sind. Es gilt jedoch weiterhin, dass bei Anlagen, die vor dem 1. Januar 2018 erbaut wurden, weiterhin die konstruktiven Anforderungen erfüllt werden müssen, die zu dem damaligen Zeitpunkt gefordert wurden. Aus hygienischer Sicht ist es jedoch sinnvoll, wenn baulich möglich, Raumluftanlagen so umzurüsten, dass die der aktuellen VDI 6022 entsprechen.

IKZ-HAUSTECHNIK: Welche Vorteile bringt eine verpflichtende Luftkeimmessung und worauf sollte dabei geachtet werden?
Jörg Schönfelder: Wie bereits erwähnt, erlaubt die vergleichende Luftkeimmessung die ganzheitliche Betrachtung des Hygienezustandes einer RLT-Anlage. Dies bedeutet, dass so auch Hygienemängel in Luftleitungen und explizit auch an Zuluftleitungen identifiziert werden können. Es muss einem jedoch klar sein, dass bei sehr schlechten Außenluftwerten die Werte der Zuluft tendenziell negativ ausfallen. Dies ist auch kein Wunder, da eine gewöhnliche RLT-Anlage aus schlechter Außenluft keine Spitzen-Zuluftqualität machen kann.
Generell ist darauf zu achten, dass ausreichend Messpunkte für die Luftkeimsammlung gewählt werden. Dies bedeutet: Sollten verschiedene Anlagen verschiedene Außenluftansaugungen haben, so müssen die Außenluftproben auch an diesen Ansaugungen genommen werden. Ebenfalls sollten innerhalb des Gebäudes repräsentative Punkte gewählt werden. In der Praxis bedeutet dies: Versorgt eine Anlage z. B. zwei Räume, die in komplett unterschiedlichen Gebäudeteilen liegen, so sollten aufgrund der großen Distanz auch in beiden Räumen Luftkeimproben genommen werden. Wir hätten uns aus fachlicher Sicht gewünscht, dass für Luftkeimproben verbindliche Grenzwerte (analog zu den Oberflächenkeimuntersuchungen) festgelegt werden.

IKZ-HAUSTECHNIK: Worauf empfiehlt es sich, bei der Suche eines seriösen Anbieters für die Prüfung zu achten?
Jörg Schönfelder: Ein Indiz für einen seriösen Anbieter ist z. B., dass dieser Mitglied in einem der großen Fachverbände ist. Ebenfalls sollte sichergestellt sein, dass der Anbieter über Servicetechniker mit dem entsprechenden Sachkundenachweis verfügt. Zudem kann man stutzig werden, wenn ein vermeintlich sehr günstiges Angebot erstellt wird. Die seriösen Anbieter unterscheiden sich preislich in einem geringen Spektrum. Sollten nun Angebote vorliegen, welche die 50-Euro-Grenze nicht überschreiten, empfiehlt sich, Vorsicht walten zu lassen, da zu diesem Preis nicht einmal die Laborkosten gedeckt sind.

 

 

 

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Fri, 14 Dec 2018 07:57:00 +0100 https://www.ikz.de/fileadmin/_processed_/c/2/csm_46_1070157943.jpg https://www.ikz.de/fileadmin/_processed_/c/2/csm_46_a4331d5004.jpg https://www.ikz.de/fileadmin/Kundenbereich/Medien/IKZ-Haustechnik/IKZ_18_22/46.jpg
news-27554 „Plux X Award“: Innovationspreise an Ospa, VitrA, Rotex und Armacell https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/plux-x-award-innovationspreise-an-ospa-vitra-rotex-und-armacell/ Mit Fachjuroren aus 25 Branchen, 23 Partnern und mit mehr als 600 teilnehmenden, internationalen Marken gilt der „Plus X Award“ weltweit als größter Innovationspreis für Technologie, Sport und Lifestyle. Auszeichnungswürdig sind neu entwickelte und innovative Technologien, außergewöhnliche Designs sowie intelligente und einfache Bedienkonzepte.  

Der Innovationspreis wurde als Projekt zum Schutz und zur Stärkung der Marke und des Handels sowie zur verbesserten Orientierung des Endverbrauchers initiiert. In diesem Jahr ist er zum 15. Mal verliehen worden, u.a. an folgende Unternehmen:

  • Ospa Schwimmbadtechnik Pauser GmbH & Co. KG: Drei Produkte wurden mit dem Innovationspreis ausgezeichnet: „BlueControl IV Web“ ist eine Mess- und Regeltechnik, die laut Hersteller energiesparend Funktionen des Schwimmbades steuert und überwacht, wie z.B. Beleuchtung und Lüftung. Sämtliche Funktionen können über das Smartphone, Tablet oder Internet gesteuert werden. „WellSwim“ ist eine Wasserattraktion – ein Hybrid zwischen Gegenstromanlage und Massagestation, wobei der Anwender selbst per Fingertipp zwischen sanfter Massage und leichtem Gegenstromschwimmen entscheiden kann. Die Gegenstromanlage „PowerSwim 3.5“ wurde zum „besten Produkt des Jahres“ gekürt. Sie verwandelt einen Pool in einen herausfordernden Schwimmkanal, wirbt der Hersteller. Mit sechs einstellbaren Trainingsprogrammen kann die Anlage zum entspannten Gegenstromschwimmen wie auch zum kraftvollen Langstreckentraining genutzt werden.
  • VitrA Bad: Prämiert wurde der selbstreinigende Waschtisch „Metropole AutoClean“ in den Bereichen Innovation, High Quality, Bedienkomfort und Funktionalität. Er unterstützt die manuelle Reinigung und eignet sich laut Hersteller nicht nur für Sanitärbereiche in Gastronomie und Hotellerie, sondern auch im Privatbad. Unmittelbar am Waschtisch befindet sich neben einem Reinigungsmittelspender („VitrAfresh“) und der dazugehörigen Sensorsteuerung auch ein Zugang mit Deckel. Hier ist ein Behälter eingelassen, der mit 1000 ml Reinigungsmittel gefüllt werden kann. Per Sensor beginnt die automatische Reinigung, bei der das System etwa 5 bis 10 ml Reinigungsmittel mit 1 l Wasser vermischt.
  • Rotex Heating Systems GmbH: Zu den innovativsten Produkten des Jahres 2018 zählt die „HPSU compact Ultra“. Die Luft/Wasser-Wärmepumpe überzeugte die Jury in den Kategorien Innovation, High Quality, Design, Bedienkomfort und Ökologie. Sie hat einen integrierten Wärmespeicher für die Funktionen Heizen, Kühlen und hygienische Warmwasserbereitung und kommt mit dem Kältemittel R-32 auf den Markt. Mit Vorlauftemperaturen von bis zu 65°C ist sie laut Hersteller sowohl für den Neubau als auch für die Modernisierung geeignet. Wird zusätzlich eine Fußbodenheizung eingebaut, kann mit der Wärmepumpe geheizt und gekühlt werden.
  • Armacell GmbH: Der Dämmstoff „Armaflex Ultima“ wurde in vier Kategorien ausgezeichnet. Er garantiert laut Hersteller einen hohen Sicherheitsstandard in der technischen Dämmung mit der Brandklasse BL-s1,d0. Der auf der patentierten Armaprene-Technologie basierende Schaumstoff soll im Brandfall weniger Rauch entwickeln. Eine geringe Rauchdichte könne für eingeschlossene Menschen über Leben und Tod entscheiden, so Armacell.

 

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Fri, 14 Dec 2018 07:07:00 +0100 https://www.ikz.de/fileadmin/_processed_/d/7/csm_56_Ospa_a0434d82e5.jpg https://www.ikz.de/fileadmin/_processed_/d/7/csm_56_Ospa_25583a86ae.jpg https://www.ikz.de/fileadmin/Kundenbereich/Medien/IKZ-Haustechnik/IKZ_18_23-24/56_Ospa.jpg
news-27579 Per Bypass zur Energieeffizienz https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/per-bypass-zur-energieeffizienz/ Zortström-Technologie gewährleistet die bedarfsgerechte Verteilung von Wärme und Kälte im Royal Papworth Hospital in Cambridge  

Das Royal Papworth Hospital in Cambridge ist Großbritanniens führendes Zentrum für Herz- und Lungentransplantationen. Der Neubau mit 300 Betten geht Anfang 2019 in Betrieb. Gebäude und medizinische Geräte benötigen insgesamt 2,4 Megawatt (MW) Heiz- und 3 MW Kühlleistung. Vier „Zortström“ des österreichischen Unternehmens Zortea sorgen in der Energiezentrale dafür, dass Wärme und Kälte bedarfsgerecht verteilt werden.

Das Royal Papworth Hospital gilt in medizinischen Fachkreisen als sehr renommiert. Dort wurde die erste erfolgreiche Herz-, Lungen- und Lebertransplantation weltweit durchgeführt, Prinz Philip bekam in dem Klinikum einen Stent eingesetzt. Seit 2014 wird die Klinik am Cambridge Biomedical Campus komplett neu errichtet, etwa 20 Kilometer vom bisherigen Standort entfernt. Der Campus soll eines der führenden biomedizinischen Zentren der Welt werden, mit dem neuen Krankenhaus als Herzstück.
Die Dimensionen sind beeindruckend: Der signifikante, ovale Baukörper zieht sich über eine Länge von 130 m und bietet eine Grundfläche von 40 000 m². Darin untergebracht sind 7 Operationssäle, 5 Katheterlabore, 2 Hybridsäle und über 300 Betten. Auch Pathologie und Radiologie finden im Neubau Platz. Die Anforderungen an Heizung und Kühlung sind dementsprechend hoch. Auch für die Betriebssicherheit gelten höchste Standards.
Mit der Ausführung der Technikzentrale wurde Enercret beauftragt. Das Vorarl­berger Unternehmen ist auf Geothermie spezialisiert und liefert schlüsselfertige Heiz- und Kühlanlagen für Großprojekte. Die ursprüngliche Planung für die Energieversorgung sah Geothermie und Wärmepumpen als Erzeuger und eine Lastverteilung über druckverlustreduzierte Stangenverteiler vor. Durch diesen klassischen Ansatz wäre ein komplexes System mit sich wechselseitig beeinflussenden Pumpen entstanden, das nicht mit vertretbarem Aufwand zu regeln gewesen wäre, beschreibt Enercret-Geschäftsführer Stefan Wehinger die Herausforderung. Er setzte auf den Zortström-Verteiler des Hohenemser Erfinders Rembert Zortea.

Zortström als Lösung
In den Zortström-Sammel- und Verteilzentren wird Wasser in mehreren, getrennten Temperaturstufen von den Erzeugern gesammelt und den Verbrauchern bedarfsgerecht zur Verfügung gestellt. „Das System übernimmt dabei auch die Funktion als Speicher, hydraulische Weiche und – über Sensoren in den Temperaturschichten – die Steuerung der Erzeuger“, erläutert Zortea-Geschäftsführer Martin Steinhart. Beim Projekt in Cambridge speist das Geothermiefeld mit 124 Erdsonden 6 mehrstufige Wärmepumpen mit einer Leistung von je 500 kW. 1 Blockheizkraftwerk, 3 Kältemaschinen und 3 Gaskessel dienen der Sicherheit und der Spitzenlastabdeckung. Wärme wird in 6 Stufen zwischen 30 und 75 °C benötigt, Kälte in 5 Stufen zwischen 5 und 18 °C.
Herzstück der Anlage sind vier Zortström, die diese Vielzahl an Wärme- und Kältequellen effizient zusammenschließen und dem Lastprofil der Abnehmer entsprechend bereitstellen. Der Sole-Zortström hat einen Durchmesser von 1400 mm und fasst knapp 4000 l in vier verschiedenen Temperaturstufen. Er steuert den Energiefluss aus den Erdsonden zu den sechs Wärmepumpen. Auch eine freie Kühlung ist möglich. So wird das Geothermiefeld optimal genutzt. Überschusswärme wird zum größten Teil in den Boden geleitet und dort gespeichert. Lediglich die Energie aus absoluten Kühllastspitzen wird von zwei Rückkühlern über das Dach abgelassen.
Der Kälte-Zortström mit einem Durchmesser von 2,2 m fasst 17 700 l in 7 Temperaturstufen, der Wärme-Zortström mit 1,8 m Durchmesser kann über 11 000 l in 6 Stufen aufnehmen. An beide sind auf der Erzeugerseite die Wärmepumpen, die Kältemaschinen sowie der Sole-Zortström angebunden. Am 3-stufigen Hochtemperatur-Zortström mit 2 m Durchmesser und über 8000 l Fassungsvermögen hängen das Blockheizkraftwerk sowie die drei Gaskessel.
Die 4 Zortström ermöglichen die effiziente und sichere Versorgung des Gebäudes in insgesamt 11 Temperaturzonen. Die Wärmepumpen verbinden Kälte- und Wärme-Zortström. Sie können dadurch gleichzeitig sowohl Kälte als auch Wärme bereitstellen. Die Wärmepumpen werden über die Temperatur in den Zonen angesteuert. Der Gleitschichtraum im Zortström dient als Puffer, optimiert ihre Laufzeiten und reduziert Schaltzyklen.
Durch Zortström sind die Verbraucher hydraulisch entkoppelt. Sie holen sich die Energie bedarfsgerecht ab, ohne sich gegenseitig zu beeinflussen. Ein wechselseitiges Hochschaukeln von Pumpen, wie es bei konventionellen Installationen häufig vorkommt, wird verhindert. Energie aus den Rückläufen wird für die jeweils nächs­te Temperaturzone genutzt und steigert die Gesamteffizienz.

Effizient, einfach und sicher
Das System mit den 4 Zortström-Sammel- und -Verteilzentren steuert die gesamte Energiezentrale: Melden die eingebauten Sensoren, dass die Soll-Temperatur in einer Zone absinkt, aktivierten sie vorrangig die entsprechenden Wärmepumpen und schalten stufenweise die erforderliche Leis­tung hinzu. Reicht dies nicht aus, werden die Erzeuger für die Spitzenlastabdeckung gestartet.
Damit die Wärmepumpen und das auf Dauerbetrieb ausgelegte Blockheizkraftwerk einen möglichst hohen Anteil am Ener­giebedarf produzieren, räumt ihnen die Steuerung Vorrang ein und stellt sicher, dass Gaskessel und Kältemaschinen nur bei Lastspitzen kurz zugeschaltet werden.
Das System spart nicht nur Kosten im Betrieb. Schon bei der Installation konnten beispielsweise viele Dreiwegeventile eingespart werden. „Insgesamt hat der Kunde etwa ein Fünftel der Kosten im Bereich der Technikzentrale eingespart“, sagt Stefan Wehinger: „Allein bei der Regelung wurde sicher die Hälfte der Inves­titionskosten eingespart.“
Mitte Dezember 2017 startete der Probebetrieb – und damit ein Jahr, bevor die ersten Patienten und Ärzte das Krankenhaus bevölkerten. Die 6 Wärmepumpen – etwa 30 % der installierten Leistung – liefern 80 % der Lastenergie. „Die positiven Grundannahmen haben sich im Testbetrieb bestätigt“, freut sich Stefan Wehinger.

Bilder: Zortea Gebäudetechnik

https://zortea.at/en

 

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Thu, 13 Dec 2018 14:17:59 +0100 https://www.ikz.de/fileadmin/_processed_/9/e/csm_016_1_354a8af586.jpg https://www.ikz.de/fileadmin/_processed_/9/e/csm_016_1_719600b159.jpg https://www.ikz.de/fileadmin/Kundenbereich/Medien/IKZ-Fachplaner/FP_18_12/016_1.jpg
news-27578 BIM- mit HOAI-Anforderungen im Einklang https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/bim-mit-hoai-anforderungen-im-einklang/ Level of Development (LOD) im Planungsprozess nach HOAI anhand eines Beispielprojekts  

Die voranschreitende Digitalisierung macht auch vor dem Bauwesen nicht halt. Mit Building Information Modeling (BIM) wird eine Arbeitsmethodik für die Planung, das Errichten, den Betrieb bis zum Rückbau eines Gebäudes eingeführt, die alle relevanten Informationen und Daten mit digitalen Modellen verwaltet. Wie bei vielen neuen Prozessen sind in der Einführungsphase nicht alle Abläufe bis ins letzte Detail durchdefiniert und in der Praxis bewährt. Welche Genauigkeit und Tiefe der Informationen, auch als Level of Development (LOD) bezeichnet, zu den einzelnen Leistungsphasen in der Planung erbracht werden müssen, ist ein Punkt, der in der Praxis erprobt werden muss. Durch höhere Detaillierungsgrade in frühen Leistungsphasen verschiebt sich der Aufwand in eben diese. Die Abrechnung der Leistungen erfolgt aber weiterhin nach den Regeln der HOAI. Am Beispiel der Planung einer Lüftungsanlage wird die Frage nach dem notwendigen Maß an Detaillierung für die einzelnen Leistungsphasen beantwortet.

BIM ist eine „kooperative Arbeitsmethodik“, bei der auf Grundlage digitaler Modelle alle relevanten Informationen und Daten für den Lebenszyklus des Bauwerks konsistent erfasst, verwaltet und in einer transparenten Kommunikation zwischen den Beteiligten ausgetauscht werden. Somit setzt BIM eine partnerschaftliche Projektzusammenarbeit mit klaren Regelungen von Zuständigkeiten und zu liefernden Modellinformationen voraus. Die Anforderungen des digitalen Bauens, hinsichtlich der Prozesse, Qualität und Modellinhalte, formuliert der Bauherr in den Auftraggeber-Informations-Anforderungen (AIA). Das Bundesministerium
für Verkehr und digitale Infrastruktur empfiehlt in seinem Stufenplan [1], die AIA jeweils vor Beginn der Planungsphase (LPH 1) und vor Beginn der Ausführung (LPH 8) auszuschreiben. Mit der Vergabe werden die AIA mit den Auftragnehmern in dem BIM-Abwicklungsplan umgesetzt und vertraglich vereinbart. Nach diesem Verfahren unterliegt einzig dem Bauherrn die Definition, wann und in welcher Detaillierung die Informationen in dem digitalen Modell vorliegen müssen. Da diese Aufgabe die meisten Bauherren überfordert, ist in dieser Phase häufig eine externe Beratung vonnöten.
Die Beschreibung der Informationstiefe zu einem Projektzeitpunkt ist von entscheidender Bedeutung. Zum einen müssen alle notwendigen Informationen für alle Projektteilnehmer zu dem Zeitpunkt vorhanden sein, zu dem Sie weiterverarbeitet werden. Zum anderen müssen diese Informationen in einer Form vorliegen, die direkt von unterschiedlichen Computerprogrammen gelesen werden können und somit nicht zunächst manuell vom Menschen interpretiert werden müssen. Mit der BIM-Methodik soll ein digitales Modell des Gebäudes entstehen, das am Ende auch für den Betrieb des Gebäudes genutzt werden kann. Aus diesem Grund sollte sich die Informationstiefe am weiterführenden Einsatz in der Betriebs- und Nutzungsphase orientieren. Wichtig dabei ist, dass auch für den Betrieb nur die notwendige Informationstiefe erzeugt, also nicht das Maximum an möglichen Informationen erfasst wird, was zu einem unübersichtlichen und überladenen Modell führen würde.

Level of Development
Für die Beschreibung der Informationstiefe hat sich der Begriff Level of Development (LOD) etabliert. Die Definition des LOD hat sich über die Jahre immer weiterentwickelt. Die vom American Institute of Architects entwickelten Stufen der Detaillierung wurden vom australischen „NATSPEC“-Standard weiter spezifiziert. Die einzelnen Stufen sind:

  • LOD 100 konzeptionell,
  • LOD 200 ungefähre Geometrie,
  • LOD 300 genaue Geometrie,
  • LOD 400 Ausführung,
  • LOD 500 Bestandsdokumentation.


Die Definitionen der Inhalte dieser Stufen orientiert sich vorrangig an der geometrischen Detaillierung. Dabei bestehen die Objekte in einem BIM-Modell nicht nur aus einer 3D-Geometrie, sondern beinhalten weitere Informationen (Parameter), die für die Massenermittlung und Dimensionierung genutzt werden. Vor allem in der Technischen Gebäudeausrüstung sind die Parameter von entscheidender Bedeutung. Zu den Parametern gehören beispielsweise Volumenstrom, Druckverlust, Material, die Angabe des Herstellers sowie die Artikelnummer. Die geometrische Modellierung und der Informationsgehalt müssen nicht im gleichen Maß erweitert bzw. detailliert werden. Aus diesem Grund ist es sinnvoll den LOD in einen Level of Geometry (LOG) und einen Level of Information (LOI) aufzuteilen. In der integralen Planung mit BIM entstehen Kollisionen zwischen und innerhalb einzelner Gewerke. In den frühen Leistungsphasen ist es nicht erforderlich jede Kollision aufzulösen, wenn diese im späteren Verlauf durch eine geometrische Verfeinerung, also die Steigerung des LOG, aufgelöst werden kann.
BIM hat ebenfalls den Anspruch eine bessere Terminplanung zu ermöglichen. Um dieses Ziel zu erreichen, werden zusätzliche Informationen benötigt, die den Errichtungsablauf beschreiben. Für die Vereinbarung des Umgangs mit Kollisionen sowie die Weitergabe der notwendigen Informationen für Terminplanung im Planungs- und Errichtungsprozess, sind zusätzlich der Level of Coordination (LOC) und der Level of Logistics (LOL) eingeführt worden. Die Informationstiefe jedes Leveltyps (LOG, LOI, LOC, LOL) wird mit einer Zahl zwischen 0 und 5 beschrieben und orientiert sich an den Stufen des „NATSPEC“-Standards. In der Tabelle 1 sind die Anforderungen der einzelnen Stufen der Levels zusammengefasst. Der LOD ergibt sich aus dem Hintereinanderschreiben der Stufen LOG, LOI, LOC und LOL zu einer vierstelligen Zahl.
Nicht jeder Fachbereich und jedes Gewerk muss in der gleichen inhaltlichen Tiefe modelliert werden. Die differenzierten Anforderungen des LOD an die Gewerke kann vom Bauherrn anhand von Kostengruppen nach DIN 276 erfolgen. In der Norm werden die lufttechnischen Anlagen in der Kostengruppe 430 zusammengefasst. Die Aufteilung in die Kostengruppen ist vom Ansatz gut, aber einen LOG-Wert für jede Leistungsphase für die gesamte Kostengruppe anzugeben greift zu kurz. Eine lufttechnische Anlage besteht aus vielen unterschiedlichen Komponenten. So enthält z. B. ein Luftkanal weniger Informationen als Bauteile wie Luftdurchlässe, Klimazentralgeräte oder Volumenstromregler. Zudem sind die Parameter und geometrischen Abmessungen der Bauteile stark vom Hersteller abhängig, die unter Umständen erst nach der Ausschreibung (LPH 8) festgelegt werden.

Leistungsphasen nach HOAI
In Deutschland legt die HOAI als Preisrecht die Honorare für erbrachte Planungsleistungen im Verhältnis zu den anrechenbaren Kosten fest. Neben der Festlegung des gesamten Honorars bewertet die HOAI auch die Anteile des Honorars auf die jeweiligen Leistungsphasen (LPH). In Bild 1 sind die LPH und prozentualen Anteile des Leistungsbilds „Technische Ausrüstung“ nach § 55 HOAI [2] dargestellt. Es wird häufig beschrieben, dass sich mit der BIM-Methodik der Aufwand zu früheren Planungsphasen verschiebt und nicht mehr den prozentualen Anteilen der HOAI entspricht. Bei einer Gesamtbeauftragung (LPH 1 bis 9) können die Verschiebungen intern ausgeglichen werden. Hingegen kann bei einer getrennten Ausschreibung der LPH 1 bis 4 und LPH 5 bis 9 der Mehraufwand nicht abgerechnet werden. Die Empfehlung des BMVI lautet daher, die Planungsleistung für die LPH 1 bis 7 und LPH 8 bis 9 auszuschreiben. Dieser Zeitpunkt der Trennung ist geeignet, da sich die erbrachten Leistungen und die Honorierung hier in etwa wieder die Waage halten.
In diesem Zusammenhang sollte die HOAI zukünftig für den BIM-Prozess angepasst werden, damit der Bauherr frei entscheiden kann, welche Leistungsphasen er gegebenenfalls getrennt vergeben will. Für eine Anpassung der HOAI ist es aber noch zu früh, weil aufgrund der geringen Erfahrung bzw. geringen Standardisierung und der geringen Anzahl an umgesetzten BIM-Projekten noch keine quantitative Bewertung der Leistungsverschiebung vorliegt.

LOD im Planungsprozess
Nachfolgend wird anhand eines Beispielprojekts die Planung einer Lüftungsanlage nach der BIM-Methodik beschrieben. Dabei werden für die einzelnen Planungsschritte die benötigten Informationen aufgezeigt und eine Empfehlung für den LOD des Lüftungssystems im Kontext der HOAI-Leistungsphasen gegeben. Die Empfehlungen sind aus der Prämisse entstanden, dass der Detaillierungsgrad bzw. der Arbeitsaufwand in den frühen Leistungsphasen begrenzt wird.

LPH 1 und 2
Der BIM-Prozess für die Lüftungsanlage wird an einem Bürogebäude mit ca. 60 Arbeitsplätzen, 3 Besprechungsräumen und einem Schulungsraum dargestellt. Am Anfang des Planungsprozesses steht die Grundlagenermittlung. Der Bauherr sollte in dieser Phase möglichst detailliert seine technischen und funktionalen Anforderungen an die Räume beschreiben. Diese werden in einem Raumbuch dokumentiert und dienen als Grundstein für die integrale Planung mit BIM. Je besser und genauer die Anforderungen formuliert werden, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit von Planungsänderungen in den späteren Leis­tungsphasen. Für das Beispielprojekt ist ein Auszug der Anforderungen für den Raumtyp Büro in der Tabelle 2 dargestellt. Die Büroräume sollen beheizt, gekühlt, be- und entlüftet werden. Die Anforderungen legen neben den Auslegungstemperaturen der Räume auch die Größe, Ausstattung und Helligkeit der Arbeitsplätze fest. Aus diesen Anforderungen entsteht in der Vorplanung (LPH 2) ein Raumkonzept, welches die Größe und Lage der einzelnen Räume im Gebäude festlegt. Das Raumkonzept wird in ein digitales Gebäudemodell umgesetzt, sodass bis spätestens nach Abschluss von LPH 2 das Modell allen Planungspartnern zur Verfügung steht. In dieser Phase zeigt das Gebäudemodell den architektonischen Eindruck des Gebäudes (Bild 2). Als geometrische Parameter sind die Positionen der Wände, Türen und Fenster enthalten, die mit den bauphysikalischen Eigenschaften (Schichtaufbau, Wärmeleitfähigkeit, Dichte, spezifische Wärmekapazität) als Parameter beschrieben sind. In dem Modell sind ebenfalls die Räume als Objekte definiert, deren Parameter mit dem Raumbuch verknüpft sind.

LPH 3
Mit dem Modell aus der Vorplanung beginnt die Entwurfsplanung. Die gewählten Systeme der Gebäudetechnik müssen die Anforderungen der Räume abdecken. Die Anzahl der Variationen ist groß und ist neben technischen auch von architektonischen Überlegungen abhängig. Zur Bewertung der technischen Realisierbarkeit einer Systemkombination wird eine Heizlast- sowie eine Kühllastberechnung und der hygienische Mindestvolumenstrom benötigt. Die zur Berechnung erforderlichen Daten müssen bereits im Modell enthalten sein, bzw. aus den Parametern eindeutig abgeleitet werden können. Zur Verdeutlichung wird hier die Kühllastberechnung weiter ausgeführt. Um die Kühllast nach VDI 2078 zu ermitteln, wird der Schichtaufbau der Wände benötigt, weswegen dieser bereits in der LPH 2 spezifiziert werden muss. Aus den Anforderungen aus dem Raumbuch werden die Personen-, Maschinen-, Beleuchtungslasten und Betriebszeiten für die Raumtypen ermittelt. In dem Beispielprojekt wird aus den Angaben zur EDV-Ausstattung (ein Rechner und zwei Monitore) eine Last von 125 W pro Arbeitsplatz festgelegt. Die Festlegungen und die Ergebnisse der Berechnungen werden als weitere Parameter an die Raumobjekte geschrieben. Aufgrund der geringen Kühllast im Verhältnis zu dem Mindestluftwechsel kann in diesem Fall die Kühllast der Büros über das Lüftungssystem abgedeckt werden. Die Wahl des Lüftungssystems fällt auf ein Mischlüftungssystem mit Drallauslässen in den Zwischendecken und einem Zentralgerät auf dem Dach. Mit der Wahl des Lüftungssystems und der Untertemperatur der Zuluft ergeben sich die Auslegungsvolumenströme der einzelnen Räume.
Mit den Auslegungsvolumenströmen können die Luftkanäle zur Versorgung der Räume im Modell positioniert und dimensioniert werden. Falls noch nicht in der Vorplanung definiert, wird in der Entwurfsplanung die Lage der Versorgungstrassen festgelegt. Der Platzbedarf der Versorgungstrassen ergibt sich aus den jeweiligen Volumenströmen der Medien, die durch eine Luftkanalnetzberechnung zu optimierten Rohr- bzw. Kanaldimensionen führen. Die Lüftungstechnik ist traditionell das Gewerk mit dem meisten Platzbedarf. In dieser Phase können zwei Arten von Kollisionen zwischen der Architektur und den Luftkanälen auftreten. Der reservierte Raum für die technische Gebäudeausrüstung kann zu klein gewählt sein, wenn beispielsweise die Breite des Versorgungsschachts zu gering ist. Diese Kollisionsart sollte umgehend in Absprache mit dem Architekten gelöst werden. Dahingegen ist es noch nicht erforderlich, eine Kollision durch eine Kreuzung eines Luftkanals mit einer Wand, die einen Durchbruch erfordert, im Gebäudemodell aufzulösen. Es ist empfehlenswert, in der Entwurfsplanung nur das Kanalsystem bis zu den einzelnen Räumen zu modellieren und auf Einbauteile wie Brandschutzklappen und Volumenstromregler zu verzichten. Des Weiteren dürfen zu diesem Zeitpunkt Kollisionen innerhalb des Gewerks zwischen Zu- und Abluftleitungen vorhanden sein. Diese minimale Modellierung des Lüftungssystems reduziert den Aufwand, wenn sich Raumabmessungen durch Verschieben einer Wand ändern. In diesem Fall ist es notwendig, die vorherigen Berechnungen der Kühllast, des Auslegungsvolumenstroms und die Kanalnetzberechnung erneut durchzuführen und gegebenenfalls eine Redimensionierung des Luftkanalsystems durchzuführen. Durch die konsequente Erweiterung der Parameter können die Berechnungen automatisiert und somit ohne manuellen Aufwand erfolgen. Die Redimensionierung ist einer der Gründe für die minimale Modellierung des Luftkanalsystems. Je detaillierter das System modelliert ist, desto eher können Situationen auftreten, die durch eine Redimensionierung nicht automatisch aufgelöst werden können und somit eine manuelle Nachbearbeitung erforderlich machen. In Bild 3 ist das Luftkanalsystem von Zu- und Abluft nach der Entwurfsphase im Grundriss für die zweite Etage dargestellt.

LPH 4 und 5
Im Zuge der Genehmigungs- und Ausführungsplanung (LPH 4 und 5) sollte eine Änderung im Grundriss möglichst vermieden werden, sodass eine Modellierung des Lüftungssystems innerhalb der Räume erfolgen kann. Bei der Ausführungsplanung kommt es häufig zu einem Konfliktpunkt mit dem Vergaberecht. Bei der Ausschreibung von Planungs- und Bauleistungen für Projekte der öffentlichen Hand ist das Prinzip der Gleichbehandlung und Produktneutralität einzuhalten. Das Hinterlegen von realen Produkten aus Bauteilbibliotheken und die Übernahme als Produktvorgabe in der Ausschreibung ist aus vergaberechtlicher Sicht hier nicht zulässig. Die Wahl einer Planungsmethode ist kein anzuerkennender Ausnahmefall, um vom Gleichbehandlungsgrundsatz abzuweichen. Aus diesem Grund sollte bei Projekten der öffentlichen Hand in dieser Leis­tungsphase auf eine Modellierung mit Herstellerbauteilen zunächst verzichtet und neutrale Bauteile verwendet werden (Bild 4). Für die Wahl der Anzahl und Größe der Luftdurchlässe ist deren Druckverlust und Schallpegel entscheidend. Diese Daten können auch ohne Herstellerdaten abgeschätzt werden. So ist z. B. in der VDI 2081 ein Berechnungsverfahren für das Schallleistungsspektrum von Luftdurchlässen beschrieben. Ebenfalls gibt es Richtlinien für die Geschwindigkeiten innerhalb eines Klimazentralgeräts, sodass dessen ungefähre Abmessungen abgeschätzt und in ein neutrales Bauteil überführt werden können. Falls diese Abschätzungen nicht ausreichen, können sich die Parameter der neutralen Bauteile auch an den Daten von Herstellern orientieren. In der Ausführungsplanung sollten alle Kollisionen innerhalb eines Gewerks aufgelöst werden. Die Kollisionen von Leitungen und Kanälen mit Wänden werden durch eine Schlitz- und Durchbruchsplanung gelöst. Am Ende von LPH 5 ist ein Modell des Lüftungssys­tems entstanden, das alle Bauteile und Formstücke enthält, die für die Ausschreibung erforderlich sind und mit dem Massenauszug quantifiziert werden können.

LPH 8
Die weitere Modellierung erfolgt im Anschluss der Ausschreibung und zu Beginn der Objektüberwachung. Die neutralen Bauteile werden durch Herstellerbauteile ersetzt (Bild 5), die durch ihre Abmessungen und Produktdaten den LOG und LOI der Bauteile im Lüftungssystem steigern, wohingegen die Informationstiefe der Luftkanäle und Räume nicht durch die Herstellerbauteile erweitert wird. Es ist zu erwähnen, dass durch die Nutzung der Produktdaten Anpassungen in der Planung erforderlich sein können. So ist beispielsweise eine genaue Positionierung von Luftdurchlässen erst mit den Auslegungskriterien des Herstellers möglich, um sicherzustellen, dass die Behaglichkeitskriterien im Raum eingehalten werden und im Betrieb keine Zugerscheinungen auftreten. Auch kann die Einhaltung des Schalldruckpegels erst mit den Herstellerbauteilen final geprüft werden. Der letzte Anstieg des LOD der Bauteile erfolgt mit Abschluss der Bauphase bei der Übergabe (nach LPH 8). Die Bauteile müssen in ihrer tatsächlich verbauten Position und Abmessung im Gebäudemodell eingepflegt sein. Da im errichteten Gebäude keine Kollisionen auftreten, muss das auch im Modell der Fall sein.

Fazit
Bei BIM entsteht ein digitales Modell des Gebäudes mit allen Bauteilen und dessen Informationen. Über den Planungsprozess wird das Modell immer weiter verfeinert und der LOD gesteigert. Dabei ist es von entscheidender Bedeutung, dass alle Informationen direkt von Computerprogrammen verarbeitet werden können. So können Berechnungen wie beispielsweise die Kühllast- oder die Schallpegelberechnung ohne großen Aufwand erneut durchgeführt werden, wenn dieses aufgrund einer Änderung oder durch erhöhen des LOI von Bauteilen erforderlich wird.
Das hier gezeigte Beispiel gibt einen Ansatz, den Aufwand in den frühen Leis­tungsphasen zu reduzieren und dadurch den Aufwand und die Abrechnung der erbrachten Leistung nach HOAI wieder anzunähern. Durch den Verzicht der Modellierung der Kanalführung in den Räumen während der Entwurfsplanung wird die Möglichkeit geschaffen, flexibel auf Änderungen zu reagieren und sich in dieser Phase auf die Modellierung der Versorgungstrassen zu beschränken. Erst wenn die Versorgungstrassen mit allen Gewerken abgestimmt sind, erfolgt in der Ausführungsplanung die Planung der Leitungsführung innerhalb der Räume.
Des Weiteren wurde die Notwendigkeit von herstellerneutralen Bauteilen für eine vergaberechtskonforme BIM-Planung verdeutlicht. In einem guten neutralen Bauteilkatalog sind alle notwendigen Parameter der einzelnen Bauteile für die Ausschreibung enthalten, sodass nach der Ausschreibung und zu Beginn von LPH 8 die neutralen Bauteile durch Herstellerbauteile ersetzt werden können.

Literatur:
[1]    BMVI. Stufenplan Digitales Planen und Bauen. Einführung moderner, IT-gestützter Prozesse und Technologien bei Planung, Bau und Betrieb von Bauwerken, 2015
[2]    Honorarordnung für Architekten und Ingenieure. HOAI, 2013

Autor: Dipl.-Ing. Peter Hollenbeck, Produktmanagement liNear GmbH

Bilder: liNear

www.linear.eu

 

Software im Beispielprojekt
Im beschriebenen Beispiel wurde das BIM-Projekt mit den Softwarelösungen der liNear GmbH geplant. Als CAD-Plattform diente Autodesk Revit. Das Softwareunternehmen bietet sowohl neutrale als auch Herstellerbibliotheken an, die je nach LPH ausgetauscht werden können. Die unterschiedlichen Detailtiefen und die Möglichkeit der Informationsanreicherung der genutzten Bauteile ermöglicht die Lieferung des geforderten LOD zu jedem Zeitpunkt.

 

 

 

 

 

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Thu, 13 Dec 2018 14:00:23 +0100 https://www.ikz.de/fileadmin/_processed_/c/e/csm_20_1_752b678212.jpg https://www.ikz.de/fileadmin/_processed_/c/e/csm_20_1_b6ba965dcb.jpg https://www.ikz.de/fileadmin/Kundenbereich/Medien/IKZ-Fachplaner/FP_18_12/20_1.jpg
news-27577 Digital und zentral statt analog und dezentral https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/digital-und-zentral-statt-analog-und-dezentral/ Die Stadt Aschaffenburg verspricht sich mit der Umrüstung von Liegenschaften eine erhebliche Energieeinsparung  

Die Stadt Aschaffenburg setzt auf Energieoptimierung. Dazu hat sie ihre Immobilien digital umgerüstet. Die vorhandenen analogen Systeme durften zwar bleiben, erhielten aber eine Art digitalen Wandler.

An der Digitalisierung der Technischen Gebäudeausrüstung (TGA) führt auch in der öffentlichen Hand kein Weg vorbei, um die europäischen „20-20-20-Ziele“ zu erfüllen. Dahinter verbirgt sich ein Richtlinien- und Zielpaket für Klimaschutz und Energie, auf das sich die Europäische Union im Dezember 2008 geeinigt hatte. Demnach gelten bis zum Jahr 2020 folgende europaweite Vorgaben:

  • 20 % weniger Treibhausgasemissionen als 1990,
  • 20 % Anteil an Erneuerbaren Energien,
  • 20 % mehr Energieeffizienz.


In Deutschland müsste sich die jährliche Einsparquote noch verfünffachen, um den Energieverbrauch bis 2020 um 20 % zu senken. Im Nichtwohnungsbau erschweren allerdings noch vielfach vorhandene kommunikationsunfähige, analoge Steuerungs- und Regelungstechnik sowie dezentrale Gebäudeleittechnik (GLT) ein gesamtkommunales und zentrales Energiecontrolling- und management. Die unterfränkische Metropole Aschaffenburg (Bayern) packt diese Themen an. Das Schlüsselwort dazu: Migration – frei programmierbare DDC (Direct Digital Control)-Systeme und Informationstechnik (IT) wachsen Stück für Stück zusammen. Das Engagement kommt nicht von ungefähr: Die Vernetzung von Liegenschaften und der Zugriff auf Daten unabhängig vom Standort sollen zur Effizienzsteigerung beitra-
gen.

Kooperation mit Dienstleistern
Die Stadt Aschaffenburg rechnet für ca. 400 Quartiere mit Heiz- und Klimatisierungskosten in Höhe von 2,5 bis 3 Mio. Euro pro Jahr. Um die digitale Anbindung der 70 bis 100 energierelevanten Gebäudekomplexe an eine zentrale Gebäudeautomation zu realisieren, initiierte die Abteilung Energiemanagement eine Kooperation mit diversen Dienstleistern. Drei Jahre lang dauerte die Erfassung und Vorplanung, 2017 startete schließlich das über mehrere Jahre angelegte Projekt. Im ersten Schritt mussten die Daten der dezentralen GLT für das liegenschaftsübergreifende Energiemanagement zentral erfasst, lesbar und internetfähig gemacht werden. Das ermöglicht „intelli BMS (iBMS)“ der Ingenieurgesellschaft für Gebäudeautomation mbH (kurz: Inga). Die Software des Unternehmens aus Hameln (Niedersachsen) verknüpft u. a. Protokolle und stellt den Rechnern Informationen zur Auswertung zur Verfügung – verschlüsselt z. B. mit dem Netzwerkprotokoll „BACnet“ für die Gebäudeautomation.

Kanalisierter Datentransport
Wichtig ist auch der gesicherte und kanalisierte Datentransport zu den Nutzungsberechtigten. Um diese Netzarchitektur kümmert sich der Verbund ProFM/ASS IT-Systemhaus GmbH. Der Kommunikationsweg zu internen und externen Datenpunkten führt mehrheitlich über VPN (steht für virtuelles privates Netzwerk) -Kanäle. Solche Kanäle lassen es zu, dass z. B. Büro-EDV und technische Produkte der GLT miteinander kommunizieren können. Sie gestatten ferner die Aufteilung in sensible und weniger sensible Daten und damit eine Zuordnung von Nutzungsberechtigten.
Den Servicedienstleister ASS betraute die Stadt Aschaffenburg mit der Bereitstellung einer virtualisierten Server-Infrastruktur für das Gebäudemanagement. Die Virtualisierung des Servers läuft auf eine Cloud hinaus: ASS stellt der Kommune mehrere Server- und Datenbanksysteme des eigenen Rechenzentrums zur Verfügung. Darüber hinaus verantwortet ASS die Bereitstellung und den Betrieb des technischen Netzwerks. „Ursprünglich wollten wir alles selbst in die Hand nehmen. Aber die Mammutaufgabe Digitalisierung überfordert unsere eigenen Server“, sagt Herbert Krüger, Energiemanager der Stadt Aschaffenburg. In diesem Jahr sollen 35 bis 40 Liegenschaften von und an ASS angeschlossen sein und jährlich fünf bis zehn neue Immobilien hinzukommen.

Zentrale Datenverfügbarkeit
Die Inga mbH bereitet die Daten für eine zentrale Gebäudeleittechnik auf. ProFM baut die analoge Infrastruktur zurück und eine moderne und schnelle Internetverbindung mit Modems für den digitalen Datentransport, Routern, Sicherheitseinrichtungen usw. auf. Um den Anschluss der GLT mit Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik an das Aschaffenburger Netz kümmert sich das Unternehmen Ludwig Hammer (Kleinostheim) ebenso wie um die zentrale Datenverfügbarkeit. ASS verwaltet im Auftrag der Stadt die Daten.

Weil der Bediener aber einen Bruch in der Digitalisierungskette darstellt, da Interpretation und Reaktion auf seinen persönlichen Einschätzungen sowie auf seiner Fachkenntnis und Erfahrung beruhen, kommt mit der Synavision GmbH der fünfte Partner im Aschaffenburger Projekt ins Boot. Die GmbH ist von Forschern der Technischen Universität (TU) Braunschweig und der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen gegründet worden und befasst sich mit digitalen Methoden des Qualitätsmanagements für die Baubranche.
Das Team aus Ingenieuren und Architekten entwickelte u. a. eine cloudbasierte Software für das Monitoring. Die ist laut Anbieter bei einer großen Datenmenge in der Lage, u. a. eine konkrete Fehler- und Störungsanalyse vorzunehmen. In Aschaffenburg wird das Verfahren in zwei Liegenschaften getestet. Die daran anschließende Fehler- oder Störungsbeseitigung erfolgt zwar im Moment noch manuell – die Vision der Stadt ist aber eine Vollautomation: Nach der Bewertung der Abweichung aus dem Soll-Ist-Vergleich könnte der Computer zur Energieoptimierung z. B. das Zeitprogramm eines BHKWs, eine Ventilstellung in einer Klimaanlage oder den Bivalenzpunkt einer Wärmepumpen-Kessel-Kombination korrigieren.

Autor: Bernd Genath, Journalist

www.aschaffenburg.de

www.inga-hameln.de

 

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Thu, 13 Dec 2018 10:01:43 +0100 https://www.ikz.de/fileadmin/_processed_/a/4/csm_26_63a7558756.jpg https://www.ikz.de/fileadmin/_processed_/a/4/csm_26_8a70a7e7eb.jpg https://www.ikz.de/fileadmin/Kundenbereich/Medien/IKZ-Fachplaner/FP_18_12/26.jpg
news-27426 Raumlüftungssysteme mit Wärmerohr-Wärmeübertrager https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/raumlueftungssysteme-mit-waermerohr-waermeuebertrager/ Das Dresdener Institut für Luft- und Kältetechnik stellt zwei neue Entwicklungsprojekte vor  

Das Herzstück dezentraler und zentraler Raumlüftungssysteme ist eine effiziente Wärmerückgewinnung. Im Rahmen einer energetischen Sanierung von Bestandsbauten sind dezentrale Lüftungssysteme favorisiert, weil diese den Bauaufwand senken. Bei Neubauten können zentrale Lüftungssysteme unter bestimmten Bedingungen energetisch und wirtschaftlich vorteilhaft sein. Für beide Systemanwendungen hat das Institut für Luft- und Kältetechnik gGmbH (ILK), Dresden, im Rahmen zweier Entwicklungsprojekte Lüftungskonzepte mit Wärmerohr-Wärmeübertrager entwickelt und untersucht.

Wärmerohre sind luftleere zumeist metallische Hohlkörper, in denen sich ein Wärmeträgerfluid (Kältemittel) befindet. Für eine maximale Leistungsnutzung werden diese in der Funktion eines Gravitationswärmerohres idealerweise senkrecht zwischen zwei unterschiedlich temperierten Fluidströmen angeordnet. Das Arbeitsfluid zirkuliert zweiphasig im Hohlkörper. Das Wärmepotenzial (z. B. warme Abluft) umströmt den unteren Teil. Dabei verdampft das Wärmeträgerfluid und steigt gasförmig in der Mitte nach oben. Der kühle Luftstrom führt zur Kondensation des Gases an der Rohrinnenwand, an der es flüssig wieder zurück in den Fußbereich strömt. Die Verdampfung im unteren Bereich führt zu einer Abkühlung des warmen Luftstroms während sich der kühle Luftstrom erwärmt (Bild 1).
Infolge der Phasenwechsel des Arbeitsfluids sind Wärmerohre sehr gute Wärmeleiter und das bereits ab Temperaturdifferenzen ab ca. 1,5 K. Diese Eigenschaft ist hervorragend geeignet, um zwischen Fluid­ströme in getrennten Kanalführungen Wärmepotenziale zu übertragen. Dadurch eröffnen sich neue Möglichkeiten hinsichtlich der Umsetzung strömungstechnischer und akustischer Anforderungen in kompakten Bauräumen. Insbesondere in hygienisch sensiblen Nutzungsbereichen ist eine effiziente Wärmübertragung bei strikt einzuhaltenden Bereichstrennungen möglich. Im Weiteren werden zwei am ILK Dresden neu entwickelte Lösungsansätze vorgestellt.

Wärmerohr-Wärmeübertager für die dezentrale Raumlüftung
Eine Maßnahme im Rahmen der ener­getischen Sanierung von Bestandsgebäuden sind neue dicht schließende Fenster und Türen in Verbindung mit einem dezentralen Lüftungssystem. Von Vorteil dabei ist es, wenn beide neuen Komponenten in der vorhandenen Maueröffnung für die Fens­ter und Türen integriert werden können. Für ein solches Konzept ist beim ILK Dresden ein flaches modular aufgebautes System entwickelt worden, welches z. B. zwischen dem Fens­terrahmen und der Mauerlaibung rechts und/oder links installiert werden kann (Bild 2). Das 1200 mm lange, 240 mm tiefe und 55 mm hohe Demonstrationsgerät ist für einen maximalen Luftvolumenstrom von 30 m³/h dimensioniert, akustisch optimiert und verfügt über drei Leistungsstufen. Es kann für den Winter- (Erwärmung der Außenluft) und für den Sommerbetrieb (Kühlung der Außenluft) genutzt werden.
Der hier entwickelte Wärmeübertrager besteht aus drei Wärmerohrreihen, die einzeln montierbar sind. Jede Reihe verfügt über vier Flachwärmerohre. Diese haben eine Aluminiumhülle und sind mit dem Arbeitsfluid Aceton gefüllt (Anwendungsbereich für -40 °C bis 80 °C). Sie sind 400 mm lang, 40 mm breit und 2,5 mm dick. Zwischen den Wärmerohren ist eine Lammellenstruktur aus Aluminiumblech installiert. Die wärmetechnischen und akustischen Zielstellungen – Rückwärmzahl von über 60 % und max. 35 dB(A) bei 2/3 des maximalen Luftvolumenstroms – sind mit dieser Entwicklung erreicht worden (Bild 3).

Intensivierung des Wärmeübergangskoeffizienten
Unter der Bezeichnung „luftfördernder Wärmeübertrager“ wird aktuell ein zweites Anwendungspotenzial für Wärmerohr-Wärmeübertrager untersucht.Das Entwicklungsziel ist ein neuer kompakter Lüftungskern, der aus der Kombination eines zweiflutigen Axial- bzw. Diagonallaufrades mit einem mitrotierenden Wärmerohr-Wärmeübertrager besteht. Diese Funktionsweise verspricht eine Intensivierung des Wärmeübergangskoeffizienten im Wärmeübertrager dank der höheren Relativgeschwindigkeit zwischen Wärmerohr und Fluid. So kann auf diese Weise im Vergleich zum leistungs­äquivalenten Kreuzgegenstrom-Wärme­übertrager die volumetrische Leistung des Wärmeübertragers von ca. 11 kW/m³ auf 20 kW/m³ gesteigert werden. Des Weiteren werden beide zu fördernden Luftströme mit nur einem Antrieb generiert. Damit entfällt eine potenziell akus­tisch dominante Quelle. Zusätzlich eröffnen der Aufbau und die Funktionsweise dieses Lüftungskerns neue Designmöglichkeiten für ein zentrales Lüftungsgerät als „Rohr in Rohr“-System, wodurch zusätzliche nutzbare Wärmeübertragerflächen generiert werden können.
Das Funktionsprinzip des luftfördernden Wärmerohr-Wärmeübertragers und den Aufbau veranschaulicht Bild 4. Das Wärmerohrrad mit einem Außendurchmesser von ca. 275 mm besteht aus zwei Reihen mit jeweils 16 Flachwärmerohren. Die marktverfügbaren Wärmerohre sind 100 mm lang, 40 mm breit und 2,5 mm dick. Das Arbeitsfluid ist Aceton. Infolge der Drehung des Wärmeübertragers beeinflusst die Zentrifugalkraft die Wirkungsweise der Wärmerohre. In Abhängigkeit des Arbeitsmediums, der Temperaturdifferenz und der Wärmerohrlänge definiert sich eine maximale Grenzdrehzahl bis zu der die Wärmerohre funktionieren.
Eine Herausforderung dieser Entwicklung besteht darin, diese Grenzdrehzahl und die erforderliche Drehzahl für die optimale Leistung der Laufschaufelgitter konstruktiv zu vereinen. Dafür wird ein Planetengetriebe mit einem definierten Übersetzungsverhältnis erforderlich. Eine weitere Herausforderung ist die Entwicklung geeigneter Dichtungssysteme zwischen den rotierenden und feststehenden Elementen im Lüftungskern, weil zu hohe Leckagen dem Vorteil der Intensivierung der Wärmeübertragung zu und von den Fluidströmen entgegenstehen.
Der aktuell entwickelte Demonstrator ist für maximale Luftvolumenströme von 220 m³/h bei 70 Pa Druckaufbau (extern) dimensioniert. Er ist 600 mm lang und hat einen Außendurchmesser von 280 mm. Er besteht aus 6 Wärmerohrringen. Zwischen den Wärmerohren vergrößert eine Wabenstruktur die nutzbare Wärmeübertragerfläche um ungefähr das 14-Fache pro Kanal. Die Förderung der Luftströme übernehmen gleichdimensionierte diagonale Schaufelgitter. Diese drehen 5-mal schneller als das Wärmerohrregister. Es sind drei Leistungsstufen vorgesehen, in denen definierte Zuluftvolumenströme gefördert werden. Als Anschlussdurchmesser können für das Innenrohr DN 200 und für das Außenrohr DN 280 empfohlen werden. In der 3D-Schnitt-Darstellung in Bild 5 ist der Aufbau mit den wichtigsten Komponenten veranschaulicht.

Autoren: Dr.-Ing. Karsten Hackeschmidt und Dipl.-Ing. (FH) Christian Friebe, beide Institut für Luft- und Kältetechnik, Dresden

Bilder: Institut für Luft- und Kältetechnik

 

Die Forschungsvorhaben

  • Fensterintegriertes Raumlüftungssystem mit Wärmerohr, PT: EuroNorm, Inno-Kom-Ost (MF120119)
  • Effizienter, kompakter undluftfördernder Wärmeübertrager, PT: EuroNorm, Inno-Kom-Ost (MF150137) wurden gefördert durch dasBundesministerium für Wirtschaft und Energie.

 

 

 

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Thu, 13 Dec 2018 08:06:00 +0100 https://www.ikz.de/fileadmin/_processed_/4/9/csm_45_1_1fed32128c.jpg https://www.ikz.de/fileadmin/_processed_/4/9/csm_45_1_0af3776fe8.jpg https://www.ikz.de/fileadmin/Kundenbereich/Medien/IKZ-Haustechnik/IKZ_18_22/45_1.jpg
news-27556 GP Joule startet sein Projekt „eFarm“ https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/gp-joule-startet-sein-projekt-efarm/ Elektromobilität oder doch die Brennstoffzelle? An dieser Frage scheiden sich viele Geister. Systementwickler GP Joule startet jetzt ein Wasserstoff-Mobilitätsprojekt in Husum und Niebüll, das nach eigenen Angaben das bisher größte in Deutschland ist – Vorbild ist die genossenschaftliche Milchwirtschaft.  

Das Projekt „eFarm“ beinhaltet fünf Standorte für die Wasserstoff-Produktion, zwei Wasserstoff-Tankstellen in Husum und Niebüll sowie die Anschaffung von zwei Brennstoffzellenbussen und fünf Brennstoffzellen-PKWs.
„Der Name eFarm ist bewusst gewählt. Wir wollen ein gemeinschaftliches, nachhaltiges Wirtschaften mit erneuerbaren Energien in die Gesellschaft bringen. Wir werden im Verbund Wasserstoff produzieren, transportieren, verarbeiten und vermarkten, wie in der genossenschaftlichen Milchwirtschaft“, erklärt GP-Joule-Mitgründer und Geschäftsführer Ove Petersen.

Elektrolyseure hart am Wind
Die Brennstoffzellenbusse werden im Linienverkehr im Kreis Nordfriesland eingesetzt. Für die Produktion des Wasserstoffs werden im Einzelnen bis Ende 2019 fünf Elektrolyseure (je 225 kW) an geeigneten Standorten installiert. Da der Strom für die Elektrolyse aus Windkraftanlagen kommen soll, werden die Elektrolyseure in der Nähe solcher errichtet. Ein zweites Standortkriterium ist die Nähe zu Wärmenetzen. Sie sollen die Abwärme nutzen, die bei der Wasserstoff-Produktion entsteht.

Per Lkw zur Tanke
Der Wasserstoff wird dann in mobile Speichercontainer abgefüllt und per LKW zu den beiden Wasserstofftankstellen transportiert. Dort wird der Wasserstoff nochmals höher verdichtet, um bei Bedarf die Busse, aber auch weitere Wasserstoff-LKWs oder -PKWs zu betanken. Der Tankvorgang benötigt nur wenige Minuten und eine Tankfüllung reicht aus, um mit einem Bus beispielsweise 350 km oder einem PKW 600 km zu fahren. Die Fahrzeuge werden so von Beginn an zu 100 % mit grünem Wasserstoff versorgt. Mit über 60 Interessensbekundungen haben sich Privatpersonen und Unternehmer aus der Region dazu bekannt, dass wenn die Wasserstofftankstellen in Betrieb genommen werden, sie sich sogenannte Brennstoffzellenfahrzeuge anschaffen und den Wasserstoff vor Ort beziehen möchten.
Das Projekt soll auch eine Alternative zum umstrittenen Netzausbau aufzeigen und wie Windstrom lokal genutzt werden kann.

 

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Thu, 13 Dec 2018 08:00:00 +0100 https://www.ikz.de/fileadmin/_processed_/1/7/csm__KW50_jpjoule1_c4b7218ba1.jpg https://www.ikz.de/fileadmin/_processed_/1/7/csm__KW50_jpjoule1_c5202c5b14.jpg https://www.ikz.de/fileadmin/Kundenbereich/Medien/IKZ-plus/ENERGY/2018_News/_KW50_jpjoule1.jpg
news-27540 Meibes: Thermostatisch geregelte Wohnungs­stationen https://www.ikz.de/heizungstechnik/news/detail/meibes-thermostatisch-geregelte-wohnungsstationen/ Seit rund 30 Jahren stellt Meibes unter der Marke „Logotherm“ anschlussfertige Wohnungs- und Übergabestationen für die Heizwärme- und Trinkwassererwärmung in Mehrparteiengebäuden her. Eine Neuheit trägt den Namen „Logo-Thermic“.  

Bei der Wohnungsstation erfolgt die Trinkwassererwärmung stromlos „und dennoch mit genauer Temperaturregelung“ – auf Basis eines Thermostaten. Dabei wird für die Bereitstellung von warmem Trinkwasser die Versorgung der Heizkörper/Fußbodenheizung zeitweise unterbrochen (Vorrangschaltung).
Als Vorteil der thermostatischen Regelung gibt Meibes an, dass es keine sensiblen, beweglichen Bauteile im Trinkwasser kalt und Trinkwasser warm gibt. „Somit ist das Gerät besonders robust – selbst in Regionen mit hohen Härtegraden“, erklärt das Unternehmen.
Die neuen Wohnungsstationen „Logo-Thermic“ sind mit einer Warmwasserleistung von 12 bis 20 l/Min. sowie mit einer Heizleistung von bis zu 10 kW erhältlich. Darüber hinaus besteht auch die Möglichkeit einer projektspezifischen Konfiguration.

Meibes System-Technik GmbH, Ringstraße 18, 04827 Gerichshain, Tel.: 034292 713-0, Fax: -808, info@meibes.de, www.meibes.de

 

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Thu, 13 Dec 2018 07:17:00 +0100 https://www.ikz.de/fileadmin/_processed_/3/5/csm_63_Meibes_c54e4839d3.jpg https://www.ikz.de/fileadmin/_processed_/3/5/csm_63_Meibes_4f4ec5d3e2.jpg https://www.ikz.de/fileadmin/Kundenbereich/Medien/IKZ-Haustechnik/IKZ_18_23-24/63_Meibes.jpg
news-27575 Neue Wärmeerzeuger für E.M.P. Merchandising-Handel https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/neue-waermeerzeuger-fuer-emp-merchandising-handel/ Eine Kombination aus Luft/Wasser-Wärmepumpe und Gas-Brennwertkessel versorgt das Lager und den Versand von Artikeln für Rock-Fans  

Wenn es um Merchandising, speziell im Bereich der Musik-, Entertainment- sowie Gaming-Szene geht, kommt man an einem Namen nicht vorbei: E.M.P. (Exclusive Merchandise Products). Mit Sitz in Lingen/Ems wurde das Unternehmen 1986 von Fans für Fans gegründet und ist seither Europas Nummer 1 in Sachen Rock- und Entertainment-Merchandising. Um den Andrang weiter zu bewältigen, mussten 2017 neue Lagerkapazitäten her. Mit modernster Technik in puncto Lagerung und Versand zog auch Brötje-Heiztechnik in das 5500 m² große Objekt ein.

Die E.M.P. Merchandising Handelsgesellschaft mbH hat ein vielfältiges Portfolio aufgebaut: Das Sortiment besteht aus Textilien, Accessoires, Schmuck, Bild- sowie Tonträgern und vielem mehr. Mit der Produktpalette aus über 30 000 Artikeln, darunter Lizenzprodukte international bedeutender Bands wie Metallica, AC/DC und Iron Maiden, sowie Film- und Serien-Merchandise von Star Wars, Harry Potter, The Walking Dead und vielen weiteren, beliefert das E-Commerce-Unternehmen Millionen Fans in nahezu allen Ländern Europas.
Im Oktober 2016 entschied sich E.M.P. dazu, einen zweistelligen Millionenbetrag in ein neues Lager am Hauptsitz in Lingen zu investieren. Bereits im März 2017 wurde das 5500 m² umfassende Lagergebäude inklusive Sozial- sowie Büroräumen im Obergeschoss fertiggestellt und mit neues­ter Technik ausgestattet. Dazu gehört neben einer Autostore-Anlage, die die Lagerung sowie Kommissionierung besonders effizient gestaltet, auch eine Heizzentrale aus dem Hause Brötje. Die Wärmeübertragung übernehmen Deckenstrahlplatten in der Halle sowie Flächenheizungen in den Sozial- und Büroräumen.

Kaskadenschaltung aus fünf Wärmeerzeugern
Um besser auf die gegebenen Umstände reagieren zu können, hat man sich einen Experten ins Boot geholt: Das Ingenieurbüro Temmen VDI GbR aus Lingen – mit derzeit 20 Mitarbeitern, darunter Diplom-Ingenieure, Techniker und technische Systemplaner – realisiert anspruchsvolle Planungsleistungen der Gebäudetechnik. Fachplaner Michael Schmidt entschied sich gemeinsam mit dem Bauherrn für einen Mix aus Erneuerbaren Energien und Gas-Brennwerttechnik.
Die Wahl fiel auf drei Luft/Wasser-Wärmepumpen mit einer Heizleistung von je 54 kW. Sie sorgen für die Grundlastabdeckung. Um Spitzen abzufangen und eine Ausfallsicherheit zu gewährleisten, unterstützen zudem zwei Gas-Brennwertgeräte des Typs „SGB 125H“ mit einer Leistung von je 125 kW die Wärmepumpen. ­Daniel Norder, zuständiger technischer Außendienst bei Brötje, erklärt: „Die grundsätzlichen Vorteile einer Kaskadenschaltung liegen auf der Hand: eine hohe Ausfallsicherheit durch den redundanten Aufbau der in Reihe geschalteten Kessel sowie deren Modulierbarkeit.“ Alle 100 Betriebsstunden erfolgt eine Umschaltung auf den anderen Kessel. Der Normnutzungsgrad liegt bei allen Kesselgrößen bei über 109 %. Brötje schreibt das u. a. dem Wärmeübertrager aus Aluminium-Silicium zu. Der „SGB 125H“ ist zur Reduzierung der Emissionen mit einem modulierenden Gas-Vormischbrenner ausgestattet. Sie liegen bei < 20 mg NOx je kWh sowie bei < 10 mg CO je kWh.

Sekundäre Bauteile für einen sicheren Betrieb
Die Abgase werden mit einem 250-mm-Abgassystem aus Polypropylen PP von ATEC über das Hallendach geführt. Die Zuluft wird über zwei Verbrennungsluftleitungen durch die Fassade gewährleistet. Um die Verbrennungsgase aus dem sauren Rauchgaskondensat der Gas-Brennwertkessel zu neutralisieren, kommt eine Kondensat-Neutralisationsbox „NEOP 300“ (Brötje) zum Einsatz.
Um die Regelungen der VDI 2035 an das Heizungswasser zu erfüllen, wurde das Wasseraufbereitungsmodul „Agua Safe“ installiert. Es entsalzt das Füll- und Ergänzungswasser und schützt vor Korrosion, Ausfällungen, Ablagerungen und Bakterienwachstum.
Für die Heizungsinstallation vor Ort war das Team der Gebr. Knuf Heizungsbau GmbH (Lingen/Ems) zuständig. Das Unternehmen kann auf über 100 Jahre Erfahrung zurückblicken. Besonders im Bereich Gewerbebauten lassen sich zahlreiche Referenzen vorweisen. Für die vereinfachte Installation der Anlagen hat Brötje Zubehörkomponenten im Programm, die unter der Bezeichnung „Multilevel“ zusammengefasst sind. Auch ist der grundsätzliche Aufbau eines jeden Brötje-Kessels weitestgehend identisch, sodass sich die Installationen ähneln. Das schließt auch den Anschluss an das Rohrleitungssystem durch die vorbereiteten Anschlüsse auf der Geräte-Oberseite ein.
Damit der Kesselbetrieb mit dem größtmöglichen Komfort einhergeht, erfolgt die Regelung über den integrierten „ISR“-Systemregler im 1. Brennwertkessel. Er gilt damit als Führungskessel, über dessen Regelung auch der zweite betrieben wird. Der „ISR“ regelt die Kesseltemperatur witterungsabhängig gleitend und die Modulation des Brenners je nach angeforderter Last. Die Kaskadenregelung ist serienmäßig integriert.
Um die Anlage rund um die Uhr zu überwachen und einen Fernzugriff zu ermöglichen, wurde die Regelung um eine Online-Kommunikationszentrale erweitert. „Die technische Zentrale von E.M.P. hat so den Anlagenzustand immer im Blick“ erklärt Schmidt vom Ingenieurbüro Temmen VDI die Vorzüge. Im Wartungs- oder Störungsfall können die zuständigen Personen direkt per E-Mail informiert werden und haben somit die Möglichkeit sofort zu reagieren.

www.broetje.de

 

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Wed, 12 Dec 2018 15:20:30 +0100 https://www.ikz.de/fileadmin/_processed_/4/3/csm_28_1_ff67cfcdd4.jpg https://www.ikz.de/fileadmin/_processed_/4/3/csm_28_1_b1e3f4be7e.jpg https://www.ikz.de/fileadmin/Kundenbereich/Medien/IKZ-Fachplaner/FP_18_12/28_1.jpg
news-27571 Auf ewig miteinander verbunden https://www.ikz.de/sanitaertechnik/news/detail/auf-ewig-miteinander-verbunden/ Rohrverbindungen in der Trinkwasserinstallation: Sicher, langlebig und hygienisch müssen sie sein  

In der täglichen Praxis stellt sich immer wieder die Frage, welche Verbindungstechnik mit welchem Rohrmaterial für die ­Trinkwasserversorgung in Gebäuden verwendet werden kann. Schließlich ist aus hygienischen Gesichtspunkten nicht jeder Werkstoff auch für diesen Einsatzzweck geeignet. Nach welchen Kriterien die Auswahl getroffen werden sollte, zeigt dieser Beitrag.

Rohrverbindung wichtiger Faktor für Langlebigkeit
Wichtigste Anforderung an ein Rohrleitungssystem, das für den Transport des kalten und warmen Wassers verwendet wird, ist – neben den Hygieneeigenschaften – dass es störungsfrei über die gesamte Nutzungsdauer hält. Die Nutzungsdauer selbst ist sehr stark abhängig von der Temperatur, dem Druck, der Wasserbeschaffenheit und der Fließgeschwindigkeit.
Hier kommen die handwerklichen Leistungen des Installateurs ins Spiel: Mit seiner Arbeit nimmt er großen Einfluss auf die Erfüllung von Hygieneanforderungen. Beispielsweise wenn Trinkwasserleitungen so installiert werden, dass es keine Stagnationsbereiche1) gibt und die Leitungsführung kreuzungsfrei und übersichtlich erfolgt. Eine wichtige Rolle spielt bei alledem die Rohrverbindung. Sie ist maßgeblich für die Dichtheit und Langlebigkeit verantwortlich. Je nach Betriebsbedingungen, der Wasserbeschaffenheit in der Region oder den favorisierten Verarbeitungsmethoden muss der SHK-Fachbetrieb für seine Belange die geeignete und passende Rohrverbindung auswählen.
Vier Rohrverbindungstechniken sind heute üblich: Pressen, Stecken, Schieben und Löten. Das Schrauben kommt bei unterschiedlichen Rohrwerkstoffen zum Einsatz und dient zur Einbindung von Armaturen ins Leitungsnetz.
Etwas kleiner ist die Bandbreite der Fittingwerkstoffe: Kunststoff und Metall. Zusammen mit den verfügbaren Rohrwerkstoffen (Kupfer, Edelstahl, Multilayer, Vollkunststoffe, Polybuten), die auf verschiedene Arten verbunden werden können, ergibt sich eine Vielzahl von Kombinationsmöglichkeiten. Aber welche Kombination ist für die Trinkwasserins­tallation geeignet?

Hohe Anforderungen an die Rohrverbindungstechnik
Im Trinkwasserbereich sind hohe hygienische Standards zu erfüllen, um den Anforderungen der Trinkwasserverordnung gerecht zu werden. Nur so ist gewährleis­tet, dass das Trinkwasser frei von Krankheitserregern, genusstauglich und rein an den Verbrauchsstellen ankommt.
Mit Pressfittings in verschiedenen Werkstoffausprägungen wie Messing, PPSU, Kupfer oder Siliciumbronze können Mehrschichtverbundrohre, Kupfer- und Edelstahlleitungen jeglicher Größe verbunden werden. Ein Großteil der SHK-Betriebe setzt hauptsächlich auf diese bewährte Art der Rohrverbindung.
Steckfittings bzw. Steckfittingsysteme sind in den Werkstoffen ähnlich ausgeprägt wie bei Pressfittings. Bei Seppel­fricke ist der Steckfitting sogar für C-Stahl geeignet, bei IBP für PE-X-Rohre. Geberit hat u. a. ein Systemrohr aus Polybuten im Programm. Vorzugsweise werden kleine Dimensionen von d 16 mm – d 25/32 mm angeboten. Nur TECE hat ein System bis d 63 mm im Programm.
Die Schiebehülsentechnik (für PE-Xc und PE-Xa Verbundrohre oder reine PE-X Rohre) und das Heizelement-Muffenschweißen für Rohrleitungen aus dem Kunststoff PP-R ist immer noch eine Alternative zum Pressen oder Stecken. Gelötet wird in der Trinkwasserinstallation so gut wie gar nicht mehr.

Schieben
Die Schiebehülsentechnik ist eine unlösbare, form- und stoffschlüssige Verbindung. Die Schiebehülse wird lose auf das Rohr geschoben, anschließend das Kunststoffrohr mit einer Aufweitzange aufgeweitet. Danach wird der Fitting in das aufgeweitete Rohrende geschoben und die Hülse mit dem Schiebewerkzeug über den Fitting geschoben. Ein zusätzlicher Dichtring wird nicht benötigt, da der Rohrwerkstoff selbst das Dichtmaterial darstellt.

Muffenschweißen
Beim Heizelement-Muffenschweißen werden Kunststoffrohre ohne Zusatzwerkstoff gefügt. Die Erwärmung der Elektroschweißmuffe – mit direktem Kontakt zum Rohr – erfolgt mit einem Muffenschweißgerät. Der Schweißvorgang besteht aus zwei Arbeitsschritten: Erst wird der Rohrwerkstoff an der Fügestelle erwärmt und dann mit einem festgelegten Fügedruck verbunden.

Pressen
Bei der Pressverbindung wird entweder das Rohr in den Fitting oder der Fitting in das Rohr gesteckt. Hier ist eine Dichtung notwendig. Mit einer Pressmaschine werden die Teile mechanisch zusammengefügt. Alle gängigen Rohrwerkstoffe – Mehrschichtverbundrohre, Kunststoffrohre, C-Stahl-, Edelstahl- und Kupferrohre – können mit Metall- und Kunststofffittings verbunden werden.

Stecken
Stecken gilt als werkzeuglose Verbindungstechnik, da sie nur mit der Kraft der Hände ausgeführt wird. Werkzeug wird nur zur Vorbereitung der Verbindung benötigt. Steckfittings sind für verschiedene Rohrwerkstoffe erhältlich. Die Fittings sind entweder aus Kunststoff oder aus Metall.

Löten
Löten zählt zu den nicht lösbaren, stoffschlüssigen Verbindungen und wird in der Gebäudetechnik bei Kupferrohren angewendet, kommt aber nur noch selten vor. Im Trinkwasserbereich müssen Kupferrohre bis d 28 mm weichgelötet werden. Rohrabmessungen ab 35 mm und größer dürfen auch hartgelötet werden.

Schrauben
Schrauben zählt zu den lösbaren Verbindungen. Konische- oder flachdich­tende Verschraubungen werden im Allgemeinen für Armaturen und Geräteanschlüsse sowie als Übergangsverbindung zu anderen Rohrwerkstoffen verwendet.

Autor: Dietmar Stump, freier Journalist


1) Wenn Wasser lange Zeit steht oder kaum fließt, spricht man von Stagnation. In diesen Bereichen vermehren sich dann Bakterien und können Personen infizieren.


Ohne Werkzeug pressen
Eine Verbindung ohne Werkzeug – und doch kein Steckfitting. Das ist der „RTM“-Fitting von Uponor. Nicht eine Pressmaschine verpresst Rohr und Fitting, hier ist es ein im Fitting sitzender, vorgespannter Pressring. Das Mehrschichtverbundrohr „Uni Pipe Plus“ (Sanitär) wird wie bei Stecksystemen in den Fitting eingeschoben. Den Rest erledigt der Spannring. Beim Einschieben löst sich der Sicherheitspin mit einem deutlich hörbaren Klickgeräusch. Das „RTM“-Programm ist in den Durchmessern 16, 20, 25 und 32 mm erhältlich.

Bei der „RTM“-Technologie wird – statt außen über einen Fitting mit der Pressmaschine – mit einem vorgespannten Pressring das Rohr verpresst.  Bild: Uponor

 

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Wed, 12 Dec 2018 09:00:00 +0100 https://www.ikz.de/fileadmin/_processed_/b/d/csm_p18121001_49d115387d.jpg https://www.ikz.de/fileadmin/_processed_/b/d/csm_p18121001_cbc5d1d3af.jpg https://www.ikz.de/fileadmin/Kundenbereich/Medien/IKZ-PRAXIS/PRAXIS_18_12/p18121001.jpg
news-27572 BIM-Kompetenzzentrum soll Digitalisierung des Bauwesens optimieren https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/bim-kompetenzzentrum-soll-digitalisierung-des-bauwesens-optimieren/ Berlin.&nbsp; Das Bundesministerium für Verkehr und Infrastruktur (BMVI) will ab Ende 2020 alle vom Bund finanzierten Verkehrsinfrastrukturprojekte mit der Methode Building Information Modeling (BIM) planen, bauen und später auch betreiben. Um das Vorhaben zu realisieren, wird ein nationales BIM-Kompetenzzentrum (KompZ) gegründet.  

„In Zukunft soll in Deutschland der klare Grundsatz gelten: Erst digital, dann real bauen“, sagt Bundesminister Alexander Dobrindt. Das Kompetenzzentrum soll den Bund unterstützen, die Digitalisierung des Bauwesens zu optimieren und zu intensivieren. Als Hauptsitz ist Berlin vorgesehen. Die Vertragsdauer ist bis Ende 2022 angesetzt – mit Option auf Verlängerung um ein Jahr.
Das nationale Kompetenzzentrum diene der beschleunigten Einführung digitaler Methoden und der damit einhergehenden Effizienzsteigerung in der Bauwirtschaft, teilt die Bundesregierung mit. Ziel sei es, die öffentlichen Auftraggeber, ihre Auftragnehmer sowie die gesamte Wertschöpfungskette Bau im Transformationsprozess der Digitalisierung (Hoch- und Infrastrukturbau) zu unterstützen. Darüber hinaus sollen in der zentralen Anlaufstelle Erfahrungen und Erkenntnisse der digitalen Planungs- und Ausführungsmethode gebündelt, Leitfäden entwickelt und Schulungen sowie Informationsveranstaltungen koordiniert werden.
Im Aufbau befindet sich laut Bundesregierung das BIM-Kompetenzzentrum für die Bundesbauverwaltungen beim Amt für Bundesbau in Rheinland-Pfalz. Es habe sein Wirken vordergründig auf die Anforderungen im Hochbau sowie im Bundesbau ausgerichtet. Erste Fortbildungsformate für Beschäftige der Bundesbauverwaltung seien entwickelt worden. Zudem sei der Aufbau eines bundesbauspezifischen Netzwerks gestartet.

www.bmvi.de

 

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Wed, 12 Dec 2018 08:54:00 +0100 https://www.ikz.de/fileadmin/_processed_/5/d/csm_BIM_15d10cee6b.jpg https://www.ikz.de/fileadmin/_processed_/5/d/csm_BIM_169cf7b614.jpg https://www.ikz.de/fileadmin/Kundenbereich/Medien/IKZ-Haustechnik/IKZ_18_23-24/BIM.jpg
news-27574 Hier bleibt nichts verborgen https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/hier-bleibt-nichts-verborgen/ Bauphysiker Michael Carl setzt bei der Ortung von Leckagen auf hochauflösende Videotechnologie  

Hochauflösende Inspektionskameras kommen mehr und mehr im SHK-Handwerk zum Einsatz. Das kommt nicht von ungefähr. ­Zusätzlich zur Leckortung muss beispielsweise in hochgedämmten Gebäuden immer häufiger nach Schmutz in KWL-Anlagen sowie den Ursachen für Schimmel oder Leckagen bei Wärmeverlusten an der Gebäudehülle gesucht werden. Videosysteme können dabei wertvolle Hilfe leisten.

Seit 20 Jahren diagnostiziert Dipl.-Ing. Michael Carl Ursachen von Wasser-, Feuchte- und Schimmelschäden. Wenn der Bauphysiker ins Haus kommt, gibt es in aller Regel ein Problem. Oft sogar ein großes. Denn Michael Carl vom „IFS – Ingenieurbüro für Feuchte- und Schimmelschäden“ aus Wölfersheim bei Frankfurt/M. ist professioneller Leckageorter. Er hat schon in über 5000 Gebäuden Schäden gesucht.
Früher konnten die Leckagen an Ins­tallationen aufgrund der damaligen Bauweise recht einfach geortet und lokalisiert werden. Der Einsatz der Messverfahren und Messtechnik war überschaubar. „Heute ist die Technik rund um Heizung, Sanitär und Lüftung wesentlich komplexer geworden; insbesondere auch aufgrund der energieeffizienten Bauweisen“, sagt der Bauphysiker. Entsprechend steige die Zahl an Mängeln und damit der Bedarf an Spezialisten, die diese Mängel aufdecken und dann natürlich auch beheben sollen. Wer das machen kann und machen wird, ist für Carl dabei eindeutig: das SHK-Handwerk. „Mit seiner technischen Kompetenz und der Expertise zu den zentralen TGA-Installationen ist es fachlich dafür schon sehr gut qualifiziert“, ist er überzeugt. Und auch das zentrale Handwerkszeug, beispielsweise in Form hochauflösender Videoinspektionssysteme, sei dank ständiger Weiterentwicklung, bereits vorhanden.

Flexibilität entscheidend
Dass ohne diese Technik nichts mehr geht, zeigt Carl am Beispiel einer klassischen Kanalinspektion. Mit wenigen Handgriffen ist das HD-Videoinspektionssystem betriebsbereit, kann der 40-mm-Kamerakopf an der 30 m langen Kamerastange von der im Koffer integrierten Haspel in die Entwässerungsleitung eingeführt werden. Michael Carl: „Unser erstes Ziel muss ja immer die zerstörungsfreie Ursachenforschung sein. Umso wichtiger ist ein möglichst flexibles System, das wir nach der Demontage einer Toilette oder eines Siphons sofort einsetzen können.“
Der Sachverständige setzt auf das „Wöhler VIS 700“. Gründe seien der hochauflösende Farb-Kamerakopf und die Möglichkeit, die Kamera in der Entwässerungsleitung oder im Lüftungskanal per Joystick nahezu beliebig ausrichten und im rechten Winkel sogar um 360 ° drehen zu können. So lassen sich z. B. die Übergänge von Muffen rundum überprüfen. Dabei helfen die zehn integrierten LEDs zur Ausleuchtung des Entwässerungsrohres. „ Ich bekomme so einen Eindruck, ob die Muffe fachgerecht montiert ist oder die Dichtung überall noch korrekt sitzt“, sagt Michael Carl.

Dokumentation integriert
Diese Bildaufnahmen werden auf einer SD-Karte aufgezeichnet, per integriertem WLAN auf ein Smartphone oder Tablet übertragen oder mit einem USB-Stick auf dem PC abgelegt. Der eingeblendete, künstliche Horizont gibt dabei eine wertvolle Orientierung über die Lage des Kamerakopfes im Rohr und damit die Möglichkeit zur Bestimmung der Schadstelle. „Die kann dann genauso minimalinvasiv geöffnet und repariert werden“, unter­streicht Dipl.-Ing. Carl die hohe Bedeutung der präzisen Ortsbestimmung.
Wie vielfältig Ursachen für eine Leckage sein können, wird beim Vor-Ort-Termin deutlich: In der Entwässerungsleitung des Wohnhauses wurde eine kreuzende Rohrleitung durch die Wandung des KG-Rohres geführt (noch dicht!). An einer anderen Stelle ist die Dichtung einer Muffe teilweise abgeschert (auch noch dicht, weil oben liegend). Und ein paar Meter weiter ist seinerzeit ein Reduzierstück falsch eingebaut worden. Warum, weiß keiner so wirklich – aber für Carl ist klar: „Das wird über kurz oder lang zu Problemen führen. Durch die Videoinspektion weiß der Bauherr aber um das Risiko und kann es vielleicht früher beheben – noch bevor es zu einem Schaden kommt.“

Zusammenhänge erkennen
Wenn irgendwo Feuchtigkeit auftritt oder Schimmel, dann ist mit herkömmlicher Denk- und Vorgehensweise reflexartig eine vermeintliche Beziehung zwischen Ursache und Wirkung hergestellt. Häufig lautet dann die Diagnose: „Hier ist die Wand schwarz oder der Putz nass, da ist in der Wand eine Trinkwasserleitung – also gibt es eine Leckage im Rohr.“ Mit der Videotechnologie lässt sich aber nachweisen, dass die Ursachen häufig eine ganz andere sind. Vielleicht ist durch einen Riss im Mauerwerk Wasser eingedrungen oder es liegt ein Wärmebrücken- oder Lüftungsproblem vor.
Dipl.-Ing. Michael Carl gibt sein über zwei Jahrzehnte erworbenes Fachwissen auch in Seminaren an das SHK-Handwerk weiter: „Gerade bei den immer dichter werdenden Gebäudehüllen und der immer komplexeren Technik muss die Kompetenz zu den physikalischen Wechselwirkungen zwischen den Systemen konsequent auf- und ausgebaut werden.“ Der Hintergrund: Kommt es, aus welchen Ursachen auch immer, zu einer Undichtigkeit an einer Sanitär- oder Heizungsanlage, zieht die Behebung des Schadens hohe Kosten nach sich.
Auch sind die gesundheitlichen Auswirkungen weiterreichender als in der Vergangenheit. Ein typisches Beispiel dafür sind über die KWL-Anlage in alle Räume verteilte Sporen. Oder der thermische Wärmeübergang von Warm- auf Kaltwasserinstallationen in der Vorwand, der zum Legionellenwachstum führt. Nochmals Michael Carl: „Hier die Ursachen aufzudecken, setzt fast die Kompetenz aus Fachwissen und entsprechenden Tools wie eben den hochflexiblen, leistungsstarken HD-Videoins­pektionssystemen voraus.“ Denn damit kann man sogar in eine Vorwand blicken: durch ein im Durchmesser nur wenige Zentimeter messendes Loch in der Vorwandbeplankung unterhalb des Waschtisches …

Bilder: Wöhler
www.woehler.de
www.ifs-carl.de


Das HD-Videoinspektionssystem Wöhler VIS 700
Das digitale HD-Videoinspektionssystem „Wöhler VIS 700“ verfügt über einen Kamerakopf mit hochauflösendem Sensor. In Verbindung mit der Fokus-Funktion ist es möglich, gezielt einzelne Rohrbereiche im Detail zu betrachten. Die gesamte Bedienung erfolgt über einen Joystick und/oder den ebenfalls hochauflösenden 7“-Touchscreen.
Der Kamerakopf mit Durchmesser 40 mm ist um 360 ° drehbar und um 180 ° schwenkbar. Er ist wasserdicht nach IP 67.
Video- und Einzelbildaufnahmen sind ebenso möglich wie Tonaufnahmen dazu oder schriftliche Kommentare. Die Dokumentation erfolgt auf einer SD-Karte oder einem USB-Stick. Der Monitor, der Kamerakopf und die 30 m lange, flexible Kamerastange werden im Hartschalenkoffer geliefert.
Informationen im Bewegbild zum HD-Videoinspektionssystem gibt es auf www.youtube.de; Stichwort „Wöhler VIS 700“ – oder einfach QR-Code einscannen.

 

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Wed, 12 Dec 2018 08:52:00 +0100 https://www.ikz.de/fileadmin/_processed_/e/4/csm_p18120801_0f7a54ce66.jpg https://www.ikz.de/fileadmin/_processed_/e/4/csm_p18120801_63ab47f6b6.jpg https://www.ikz.de/fileadmin/Kundenbereich/Medien/IKZ-PRAXIS/PRAXIS_18_12/p18120801.jpg
news-27561 Frenger: Deckenstrahlungsheizungen und Kühldecken im Neubau von Intenta https://www.ikz.de/heizungstechnik/news/detail/frenger-deckenstrahlungsheizungen-und-kuehldecken-im-neubau-von-intenta/ Einen sechsstelligen Betrag hat der Softwareentwickler Intenta in seinen Hauptstandort Chemnitz investiert. Dort sind Heiz- und Kühlsegel von Frenger Systemen BV installiert, um für angenehme Temperaturen zu sorgen.  

Die rund 2000 m2 große Bürofläche gliedert sich in mehrere Einzelbüros und ein Großraumbüro. In den Räumen wurde bewusst auf Zwischendecken verzichtet. Zur Verbesserung der Akustik waren spezielle Lösungen erforderlich, da die dominierenden Baumaterialien Glas und Beton keine Reduzierung der Nachhallzeiten ermöglichen. Dieser Herausforderung nahm sich Frenger Systemen mit den flexibel anpassbaren Heiz- und Kühlsegeln an.
Die „Smartline“-Deckensysteme sind großflächig und in unterschiedlicher Zusammenstellung als Einzelsegel oder in Gruppen eingebaut. Im Empfangsbereich, der Cafeteria sowie in den Einzelbüros regulieren die Heiz- und Kühlsegel nun die Temperaturen gemäß der Arbeitsstättenverordnung. Ihre perforierte Unterseite beeinflusst die Raumakustik positiv.
Der Heizbetrieb erfolgt über die im Niedertemperaturbereich betriebenen Heiz- und Kühlsegel. Im Kühlbetrieb beläuft sich die Vorlauftemperatur auf 16°C und die Rücklauftemperatur auf 19°C. „Seit unserem Einzug haben wir bereits einen kalten Winter und einen teils sehr warmen Frühling erlebt. Hier haben uns die Heiz- und Kühlsegel schon von ihrer Leistungsfähigkeit überzeugt“, sagt Mike Ludwig, Bautechniker bei Intenta.

Frenger Systemen BV Heiz-& Kühltechnik GmbH, Wilhelm-Leuschner-Str. 1, 64823 Groß-Umstadt, Tel.: 06078 9630-0, Fax: -30, info@frenger.de, www.frenger.de

 

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Wed, 12 Dec 2018 08:22:00 +0100 https://www.ikz.de/fileadmin/_processed_/8/1/csm_35_Frenger-Gebaeude_5ff1152120.jpg https://www.ikz.de/fileadmin/_processed_/8/1/csm_35_Frenger-Gebaeude_ea4a4e16c8.jpg https://www.ikz.de/fileadmin/Kundenbereich/Medien/IKZ-Fachplaner/FP_18_12/35_Frenger-Gebaeude.jpg
news-27407 Vorsicht bei der Werbung mit BIM https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/vorsicht-bei-der-werbung-mit-bim/ Begriffe wie „BIM-Readiness“ oder „BIM-Fähigkeit“ sind nicht ­eindeutig ­definiert. Sie bergen deshalb das Risiko einer Abmahnung  

BIM ist en vogue. BIM ist in. Folglich wollen viele Bauprodukthersteller, aber auch Planungsbüros und Werkunternehmer, mit ihrer „BIM-Readiness“, der „BIM-Fähigkeit“ ihrer Produkte oder sonstigen „BIM-Services“ werben. Hierbei ist jedoch Vorsicht geboten. Denn es handelt sich dabei um abschließend nicht definierte Begriffe, daher kann die Werbung damit abmahnfähig sein.

Die Gesetzeslage in Deutschland ist eindeutig: Nimmt ein Unternehmen eine wettbewerbsverzerrende Handlung vor, so kann jeglicher Mitbewerber das Unterlassen dieser Handlungen mittels einer strafbewehrten Unterlassungserklärung und anwaltlicher Hilfe fordern. In einer strafbewehrten Unterlassungserklärung muss der Mitbewerber erklären, dass er die schädigende Handlung unterlässt und für jeden Fall der Zuwiderhandlung ein Strafgeld zahlt. Zudem hat der Abgemahnte in der Regel die Kosten der anwaltlichen Rechtsverfolgung zu tragen, die auf der Basis des Jahresumsatzes basieren und durchaus erheblich werden können. Verweigert der Abgemahnte die Abgabe der Unterlassungserklärung, kann diese im Wege der einstweiligen Verfügung bei Gericht erwirkt werden, was die zu erstattenden Rechtsverfolgungskosten erhöht. Dies ist bereits eine seit Langem bekannte Problematik, die insbesondere auch im Rahmen der Abmahnung von fehlerhaften Widerrufserklärungen oder – in jüngerer Zeit – Datenschutzerklärungen Schule machte.
Dieser Sachverhalt spielt auch bei der Werbung mit BIM-Readiness oder BIM-Fähigkeit eine erhebliche Rolle. Nach § 5 UWG handelt nämlich derjenige unlauter, der eine irreführende geschäftliche Handlung vornimmt, die geeignet ist, den Verbraucher oder sonstige Marktteilnehmer zu einer geschäftlichen Entscheidung zu veranlassen, die er anderenfalls nicht getroffen hätte. Eine geschäftliche Handlung ist auch dann irreführend, wenn sie unwahre Angaben enthält oder sonstige zur Täuschung geeignete Angaben über folgende Umstände enthält: Wesentliche Merkmale der Ware oder Dienstleistung wie Art, Ausführung, Vorteile, Risikenzusammensetzung, Zubehör, Verfahren oder Zeitpunkt der Herstellung, Zwecktauglichkeit, Verwendungsmöglichkeiten, Beschaffenheit, von der Verwendung zu erwartende Ergebnisse oder die Ergebnisse oder wesentliche Bestandteile von Tests von Dienstleistungen (vgl. § 5 Abs. 1 Nr. 1 UWG).

Abmahnwelle wegen BIM-Werbung zu erwarten?
BIM-Readiness oder BIM-Fähigkeit sind derzeit nicht allgemein verbindlich definiert. Bereits der Begriff BIM an sich wird gemeinhin lediglich als Methode und nicht als eigentliche Eigenschaft eines Bauwerks oder eines Planungsprozesses bezeichnet. Wesentlich ist grundsätzlich, was die relevanten Fachkreise unter BIM verstehen. Derzeit sind wir jedoch noch in einer Phase, in der selbst die Fachkreise sich nicht eindeutig darüber verständigen können, was BIM als terminus technicus insgesamt ist, noch was BIM-Readiness oder BIM-Fähigkeit bedeuten. Erschwerend kommt hinzu, dass ein Bauprodukthersteller unter BIM-Readiness hinsichtlich seiner Produkte sicherlich etwas anderes versteht, als ein Planungsbüro unter einer BIM-konformen Planung.
Für den Tatbestand einer irreführenden Werbung ist dies jedoch insoweit unerheblich, als auch unklare Vorstellungen über eine Unternehmenseigenschaft oder Produkteigenschaft der irreführenden Werbung i. S. d. UWG nicht entgegenstehen (vgl. BGH, GRUR 1967, 30, 32; aus jüngerer Zeit OLG Hamburg, MD 2003, 877, 880 f.). Es genügt vielmehr, wenn sich in den beteilig­ten Verkehrskreisen eine eigene, von wissenschaftlichen Differenzierungen abweichende Begrifflichkeit herausgebildet hat (OLG Köln, MD 2004, 1256, 1260).
Insoweit ist zu berücksichtigen, dass unter BIM gewisse Erfolgsversprechen für Produkte und Planungsprozesse abgeleitet werden, wie etwa Zeit- und Kos­teneffizienz, ein hinreichender Digitalisierungsgrad und Transparenz der Produkteigenschaften. Da es mittlerweile erste Ansätze durch DIN- und VDI-Normungen gibt, was BIM ist, und auch erste Ansätze in der Rechtsprechung zu verzeichnen sind, was unter BIM zu verstehen ist, ist Vorsicht geboten.

Verständnis der Verkehrskreise ist maßgeblich
Liegen technischen Normungen – wie bisher – noch nicht in ausreichender Tiefe vor, ist das Verständnis der Verkehrskreise maßgeblich (BGH, GRUR 1992, 70/71). Liegen jedoch bereits DIN-Normen oder VDI-Normen vor, so sind entsprechende Abweichungen von der technischen Normung gesondert kenntlich zu machen (BGH, GRUR 1988, 832, 834). Geschieht dies nicht, besteht ebenfalls eine irreführende Werbung. Derzeit bildet sich das Verkehrsverständnis wie folgt ab:

  • Im BIM-Leitfaden des BMVBS findet sich die Definition: „Building Information Modeling (BIM) ist eine Planungsmethode im Bauwesen, die die Erzeugung und Verwaltung von digitalen virtuellen Darstellungen der physikalischen und funktionalen Eigenschaften eines Bauwerks beinhaltet. Die Bauwerksmodelle stellen dabei eine Informationsdatenbank rund um das Bauwerk dar, um eine verlässliche Quelle für Entscheidungen während des gesamten Lebenszyklus zu bieten; von der ersten Vorplanung bis zum Rückbau.“
  • In dem Urteil des Landgerichts Paderborn vom 06.07.2017, Az.: 3 O 418/16 findet sich folgende BIM-Definition:„Bei der BIM-Technik handelt es sich um eine Software, bei welcher alle relevanten Bauwerksdaten digital modelliert, kombiniert und erfasst werden. Anhand der erfassten Daten kann zum einen ein virtuelles Gebäudemodell erstellt werden, zum anderen werden Änderungen der Massen- und Längenangaben direkt auf alle am Gewerk Beteiligten zentral angepasst (z. B. bei Verringerung der Gebäudelänge und damit dem „Wegfall“ eines Fensters, wird dieses Fenster automatisch aus der Mengentabelle der Fenster entfernt).“
  • In dem Beschluss der VK Lüneburg vom 05.09.2017, Az.: VGK 26/2017 ­findet sich etwa folgende Definition:„BIM ist eine dreidimensionale Planungsmethode, in der nicht nur die Lage aller Bauelemente zueinander dargestellt werden kann, sondern zugleich deren Qualität einschließlich der damit verbundenen Kosten. Sie gilt bei fachgerechter Anwendung als innovative Maßnahme, Planungsunschärfen frühzeitig sichtbar zu machen, kostenintensive Nachträge zu vermeiden und erforderliche Planungsänderungen sofort nicht nur bautechnisch, sondern auch kostentechnisch transparent auszubilden.“

Werbung bedingt Aufklärung
Nimmt man diese Definitionen ernst, so haben sie für die Werbung weitreichende Folgen, da BIM-Readiness oder BIM-Fähigkeit von Produkten voraussetzen würde, dass eben der gesamte Lebenszyklus abgebildet und erhebliche Einsparungen bei Planung und Betrieb erzielt werden kann. Gerade die BIM-Planung ist im jetzigen Versuchsstadium aber eben noch nicht Kos­ten einsparend.
Insgesamt genügt, wenn einem beworbenen BIM-Produkt eine – wie auch immer zu spezifizierende – positive Wirkung zugeschrieben wird, und zwar aufgrund einer eventuell beworbenen Eigenschaft. Dies wäre etwa der Fall, wenn mit BIM-Fähigkeit stets verbunden wird, dass der Lebenszyklus transparent abgebildet werden kann, Ersparnisse in der Planung eintreten, etc. (vgl. OLG Karlsruhe, MD 2006, 1288, 1290). Werden solche Erwartungen erzeugt, so wären umfangreiche Aufklärungen von dem jeweiligen Unternehmer zu leisten, wie valide die Annahmen sind.

Autor:
RA Dr. Till Kemper M.A., Rechtsanwalt & Mediator, Fachanwalt für Bau- und Architektenrecht, Vergaberecht und Verwaltungsrecht

 

Nachgefragt

IKZ-FACHPLANER: Es liegt in der Natur der Sache, dass Planer oder ausführende Fachbetriebe, die BIM verstehen und anwenden, auch damit werben möchten. Schließlich geht es auch darum, sich mit seinem Leistungsspektrum vom Wettbewerb abzuheben. In welcher Form sollte ein BIM-Leistungsversprechen erfolgen, damit es nicht abgemahnt werden kann?
Dr. Till Kemper: Das Praktikabelste wird sein, in einer Fußnote zu erklären, welche Leistung genau BIM-fähig sein soll, welche Datenformate verarbeitet und welche Programme – Revit, AutoCad, ArchiCad etc. – bedient werden können. Auch sollte angegeben werden, welche Vorteile aus der BIM-Fähigkeit für den Kunden erwachsen sollen.

IKZ-FACHPLANER: Umgekehrt die Frage: Wie sollten sich Fachplaner oder Handwerker verhalten, wenn sie mit einer strafbewehrten Unterlassungserklärung konfrontiert werden?
Dr. Till Kemper: Natürlich sollte im Ernstfall anwaltlicher Rat eingeholt werden, weil jeder Einzelfall Besonderheiten birgt. Dies sollte auch kurzfristig geschehen, weil meist kurze Reaktionsfristen gesetzt sind. In der Regel sollte nicht die der Abmahnung beigefügte Unterlassungserklärung verwendet werden, weil diese feste Beträge für die Strafzahlung bei Zuwiderhandlung enthält. Bei Abgabe einer modifizierten Unterlassungserklärung wird man üblicherweise den Passus verwenden, dass im Fall der Zuwiderhandlung die Höhe des Strafgeldes von einem Gericht zu bestimmen ist. Auch die Höhe der anwaltlichen Kosten ist zu überprüfen.

IKZ-FACHPLANER: In welchen Regelwerken finden sich anwendbare Definitionen zu BIM, welche Quellen empfehlen sich besonders und worauf ist bei deren Verwendung im Rahmen von Werbeaussagen oder sonstigen Leistungsversprechen gegenüber Dritten zu achten?
Dr. Till Kemper: Auf internationaler Ebene gibt es diverse ISO-Werke, wie etwa die ISO 29481-1, die sich u. a. mit den Datenformaten beschäftigen. Auf nationaler Ebene findet sich die DIN SPEC 91400. Sie enthält ein bauteilorientiertes Klassifikations- und Beschreibungssystem für BIM und den IFC-Datenaustausch. Schließlich gibt es die VDI 2552 Blatt 3. Sie beschreibt die Anwendung von Bauwerksinformationsmodellen zum Abgleich von Leistungsmengen und Controlling-Strukturen in den Bereichen Kostenermittlung, Terminplanung, Ausschreibung und Vergabe, Ausführung und Abrechnung unter Berücksichtigung der Projektphasen von der Entwicklung bis zur Fertigstellung. Das Problem besteht insbesondere bei der VDI-Richtlinie darin, dass wegen des derzeitigen Versuchsstadiums die möglichen Kostenersparnisse in der Regel noch nicht realisiert werden können. Dazu kommt: Mangels flächenmäßiger Umsetzung spiegelt die Norm nicht unbedingt das Verständnis der Verkehrskreise wider.

 

 

 

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Wed, 12 Dec 2018 07:41:00 +0100 https://www.ikz.de/fileadmin/_processed_/d/f/csm_26_24792e9317.jpg https://www.ikz.de/fileadmin/_processed_/d/f/csm_26_b0ac690d18.jpg https://www.ikz.de/fileadmin/Kundenbereich/Medien/IKZ-Fachplaner/FP_18_11/26.jpg
news-27555 Verrückter Plan? https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/verrueckter-plan/ Greenpeace Energy will schrittweise RWE’s rheinische Braunkohlereviere kaufen, stilllegen und in Erneuerbare-Energien-Parks umwandeln. RWE winkt in einem ersten Kommentar das als Träumerei ab. Doch utopisch scheint das Ganze nicht.  

Laut Greenpeace-Berechnungen würde die Umwandlung etwa 7 Mrd. € kosten. Das Geld hat das Unternehmen nicht, appelliert deshalb an die Bürger, diese Form der Energiewende mitzufinanzieren. Eine erste Umfrage dazu zeigt große Bereitschaft.
Konkret schlägt Greenpeace Energy vor, im Jahr 2020 den Tagebau Hambach und die sechs ältesten und am wenigsten effizienten Kraftwerksblöcke stillzulegen, 2022 den Tagebau Inden und sechs weitere Kraftwerksblöcke, 2025 Garzweiler und die letzten drei Blöcke. „Insgesamt beläuft sich der Preis dafür auf rund 384 Mio. €“, sagt Fabian Huneke vom Analyseinstitut Energy Brainpool, das die Wirtschaftlichkeit des Projekts berechnet hat. Dies ergebe sich aus den Gewinnen, die mit den Kraftwerken noch am Strommarkt erzielt werden könnten, bis sie wegen steigender CO2-Preise unrentabel würden.

Umsetzung als Bürgerenergie-Konzept

Für die anstehenden Aufgaben sollen mehrere neue Gesellschaften gegründet werden. Eine Betreibergenossenschaft setzt das Bürgerenergie-Konzept um und errichtet auf allen geeigneten ehemaligen Tagebauflächen Windkraft- und Photovoltaikanlagen mit einer Leistung von 3,8 bzw. 4,4 GW. Der Aufbau des gesamten erneuerbaren Kraftwerksparks würde nach Berechnungen von Greenpeace Energy rund sieben Mrd. € kosten. Laut Medienberichten hat RWE dazu noch keine offizielle Stellungnahme abgegeben und in einer ersten Reaktion die Überlegungen als Träumerei abgetan.

Erste Umfrage zeigt Bereitschaft

Doch utopisch scheint das Ganze nicht. Gut ein Drittel der Deutschen kann sich vorstellen, Geld in den großflächigen Aufbau von erneuerbaren Energien im rheinischen Revier zu investieren. Das zeigt eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Kantar Emnid im Auftrag von Greenpeace Energy. 81 % der Befragten befürworten demnach ein Konzept des Ökoenergieanbieters, mit dem die Braunkohlesparte des RWE-Konzerns übernommen und stillgelegt und Wind- und Solaranlagen auf den ehemaligen Abbauflächen ausgebaut würden. „Die Umfrage belegt, dass ein zentraler Teil unseres Konzepts aufgehen kann – nämlich eine umfängliche Teilhabe und Einbindung der Bürgerinnen und Bürger“, sagt Sönke Tangermann, Vorstand bei Greenpeace Energy. Laut Greenpeace Energy dürften die Anlagen unter üblichen Marktbedingungen eine Rendite von fünf bis sieben Prozent erwirtschaften. „Wir lassen uns von dieser ersten Reaktion nicht abschrecken und wollen weiterhin mit RWE sprechen“, so Tangermann.

Für Interessenten an einer Projektbeteiligung ist ab sofort eine Infoseite online: www.reinrevierwende.de

 

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Tue, 11 Dec 2018 11:56:00 +0100 https://www.ikz.de/fileadmin/_processed_/f/f/csm__KW50_gp1_de92ea85e5.jpg https://www.ikz.de/fileadmin/_processed_/f/f/csm__KW50_gp1_fb856eb53d.jpg https://www.ikz.de/fileadmin/Kundenbereich/Medien/IKZ-plus/ENERGY/2018_News/_KW50_gp1.jpg