IKZ: Neueste Nachrichten https://www.ikz.de/ Die neuesten Nachrichten der IKZ-Magazine vom STROBEL VERLAG de TYPO3 News Fri, 22 Jun 2018 09:04:43 +0200 Fri, 22 Jun 2018 09:04:43 +0200 TYPO3 EXT:news news-26769 Hochinduktive Luftdurchlässe https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/hochinduktive-luftdurchlaesse-1/ Bauarten und Eigenschaften sowie Auswahlempfehlungen für die TGA-Praxis  

Die Montage von lufttechnischen Komponenten erfolgt im Raum häufig zusammen mit anderen Produkten der technischen Gebäudeausrüstung in der abgehängten Decke. Bei ausreichender Geschosshöhe, hat sich diese Einbausituation seit Langem bewährt, da sie u.a. eine große Flexibilität bietet. Einschränkungen bei der Einrichtung bzw. Raumgestaltung oder der Nutzung des Raumes sind üblicherweise nicht gegeben. Außerdem können alle technischen Komponenten bis auf die Fronten der Luftdurchlässe durch die abgehängte Decke verdeckt werden.
In Kombination mit einem VVS-System erzeugen hochinduktive Deckenluftdurchlässe eine variable Mischlüftung, die insbesondere für große und wechselnde Personenlasten gut geeignet ist. Charakteristisch für die Mischlüftung ist die gleichmäßige Temperaturverteilung und Luftqualität bei parallel schnellem Temperatur- und Geschwindigkeitsabbau der Zuluft.
Durch die Kombination mit einem VVS-System können die Deckenluftdurchlässe mit variablen Volumenströmen beaufschlagt werden, sodass sie lediglich mit dem für die Raumluftqualität bzw. thermische Behaglichkeit erforderlichen Mindestvolumenstrom versorgt werden. Die Zuluft strömt dementsprechend mit einer Geschwindigkeit von 1 bis 8 m/s in den Raum. Durch die Vermischung von Zuluft und Raumluft kommt es zu einer Verdünnung der Schadstoffkonzentration in der Raumluft.

Bauarten und ihre Eigenschaften
Tangentiale Luftführungssysteme

Die sich einstellende Raumströmung ist abhängig von der Bauart des Luftdurchlasses. Man unterscheidet diesbezüglich in tangentiale und diffuse Luftführungssysteme. Tangentiale Luftführungssys­teme erzeugen Luftstrahlen, die sich mit einem starken Impuls an die Raumumschließungsflächen anlegen. Visua­lisiert man die sich einstellende Luftströmung im Raum beispielsweise mit Rauch, ist im Heizfall zu erkennen, dass der starke Impuls der natürlichen Auftriebsströmung warmer Zuluft entgegenwirkt. Dadurch können große Eindringtiefen bis in die Aufenthaltszone realisiert werden. Dieser im Heizfall positive Effekt muss bei der Auslegung im Kühlfall besonders beachtet werden, um das Entstehen kritischer Zugerscheinungen zu vermeiden. Strömt verhältnismäßig kalte Zuluft mit großem Impuls in den Raum, besteht die Gefahr, dass sich die im Grenzbereich des Zuluftstrahls befindliche Raumluft stark abkühlt und dadurch eine Beschleunigung der Luftströmung Richtung Aufenthaltsbereich erfolgt. Diese strömungstechnische Eigenschaft tangentialer Luftsysteme erklärt, weshalb die maximale Temperaturdifferenz nicht mehr als -8 bis -10 K betragen soll [1].
Eine bei Architekten und Nutzern beliebte Eigenschaft von Schlitzdurchlässen ist das unauffällige Erscheinungsbild. Die schmale Frontschiene mit einem oder mehreren linearen Luftdurchlässen lässt sich unauffällig in die abgehängte Decke einbinden. Die Inte­gration in die abgehängte Decke ist für tangentiale Luftführungssysteme zwingend erforderlich, damit die Zuluft sich mittels Coanda-Effekt an die Raumumschließungsflächen anlegen kann. Dementsprechend würde eine freihängende Montage die Ausbildung der Raumluftwalze verhindern und schränkt somit die Funktion von tangentialen Systemen deutlich ein.
Schlitzdurchlässe sind mit verstellbaren Luftwalzen oder Luftlenkblechen verfügbar. Beide Bauformen haben gemeinsam, dass Sie eine manuelle Verstellung der Luftdurchlässe ermöglichen, sodass die Zuluft horizontal, schräg oder vertikal in den Raum strömen kann. Während die Luftlenkbleche über den gesamten Schlitzdurchlass bzw. verhältnismäßig große Längen verstellt werden können, werden die verstellbaren Luftwalzen individuell verstellt. So können neben der einseitigen Zuluftführung auch wechselseitige Strömungsprofile erzeugt werden. Die vielfältigen Einstellmöglichkeiten ermöglichen eine optimale Integration der Luftdurchlässen an die projektspezifischen Randbedingungen. Auch die Zuluftströmung von Lamellenluftdurchlässen kann manuell angepasst werden. Durch das Abdecken einzelner Ausströmrichtungen mit Abdeckblechen können bauliche Gegebenheiten berücksichtigt werden.

Diffuse Luftführungssysteme
Wird ein rascher Luftaustausch benö­tigt oder müssen hohe thermische Lasten abgeführt werden, bieten sich Drall- bzw. Radialdurchlässe an. Diese Luftdurchlässe erzeugen eine instationäre, dreidimensionale und diffuse Luftströmung in der Aufenthaltszone. Die Erzeugung vieler einzelner hochinduktiver Freistrahlen ermöglicht einen schnellen Abbau von Temperaturdifferenzen und Geschwindigkeiten, sodass ein bis zu 35-facher Luftwechsel oder eine thermische Lastabfuhr von bis zu 100 W/m² [2] behaglich erfolgen können.
In Kombination mit einem VVS-System kann der maximale Volumenstrom abhängig von der Bauart auf 25 bis 40 % reduziert werden, ohne dass es zu Einbußen bei der thermischen Behaglichkeit kommt. Die für den Volumenstrombereich geltende Flexibilität gilt auch für den Einbau. Neben vielfältigen Designvarianten für den Frontdurchlass, können diffus arbeitende Luftdurchlässe deckenbündig oder zum Teil auch frei hängend montiert werden.
Drall-, Schlitz- und Lamellenluftdurchlässe können für nahezu jeden Einsatzfall verwendet werden. Die einzige Voraussetzung ist die Realisierung eines Mischlüftungssystems in dem jeweiligen Bauvorhaben. Wird die Voraussetzung erfüllt, können beispielsweise Bürogebäude, Einkaufszentren, Restaurants, Hotels, Versammlungsstätten und viele weitere Gebäudetypen mit diffusen und tangentialen Luftführungssystemen belüftet werden.

Einbauhöhen
Deckenluftauslässe können in Höhen von 2,2 bis ca. 30 m eingesetzt werden. Ist der Einsatz von Deckenluftdurchlässen für Raumhöhen > 4 m geplant, ist eine Verstellung vorzusehen, die empfohlener Weise möglichst mit Stellmotor oder selbsttätig erfolgen sollte. Abhängig von der Temperaturdifferenz Raum-Zuluft wird die Ausströmrichtung verändert. Ist die Zuluft kälter als die Raumluft, strömt die Zuluft waagerecht oder leicht schräg nach unten. Wenn die Zulufttemperatur über der Raumtemperatur liegt, strömt die Zuluft steil nach unten, um der Auftriebsströmung entgegenzuwirken. Grundsätzlich gilt: Je größer die Einbauhöhe, desto größer soll der Luftvolumenstrom pro Auslass sein. Für 10 bis 20 m Höhe ­empfiehlt sich ein Volumenstrom von 4000 bis 10 000 m³/h, für 2,2 bis 2,7 m Höhe sind es 50 bis 300 m³/h pro Auslass [1].

Literatur:
[1] Recknagel 09/10 und Trox-Druckschriften
[2] VDI 3804

Autor: Matthias Plugge, Produktmanagement Raumlufttechnik Trox GmbH

 

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Fri, 22 Jun 2018 09:00:00 +0200
news-26768 Reinigung von RLT-Anlagen https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/reinigung-von-rlt-anlagen/  Anforderungen – Umsetzung – Qualitätskontrolle  

Zur Überprüfung des Hygienezustandes von RLT-Anlagen schreibt die VDI-Richtlinie 6022 sogenannte Hygieneinspektionen vor. Sie sollen im Abstand von drei Jahren – bei Anlagen mit Befeuchtern alle zwei Jahre – durchgeführt werden. In der Praxis kein einfaches Unterfangen, denn das Luftleitungsnetz ist meist gar nicht zugänglich. Es gibt aber alternative Möglichkeiten zur Prüfung. Und für die ggf. erforderliche Reinigung des Kanalnetzes.
Vorab sei angemerkt, dass es natürlich nicht ausreicht, nur alle drei Jahre eine Inspektion an einer RLT-Anlage durchzuführen, um den Hygienezustand einer Anlage zu dokumentieren. Deshalb gibt es im Blatt 1 der VDI 6022 die Tabelle 8. Dort ist festgelegt, wie häufig eine Komponente visuell kontrolliert werden muss. Das Luftleitungsnetz soll beispielsweise alle 12 Monate an zwei bis drei repräsentativen Stellen geprüft werden. Im Rahmen der Hygienekontrollen reicht dabei eine Sichtkontrolle aus.
Soweit die Vorgaben. Meist fehlen jedoch spezielle Revisionsöffnungen und damit die Voraussetzungen für eine Sichtkontrolle. Möglichkeiten, ein Leitungsnetz zu inspizieren, gibt es dennoch. Etwa über das Öffnen oder den Ausbau von Lüftungsgittern. Mit einer Schiebekamera oder einem kleinen Inspektionsroboter kann man sogar längere Strecken begutachten.

Unterschiedliche Sauberkeitsklassen
Seit 2012 gibt die DIN EN 15780 – Sauberkeit von Lüftungsanlagen. In Ergänzung zu den Anforderungen der VDI 6022 an die Lufthygiene wird dort zwischen neuen und bestehenden RLT-Anlagen unterschieden. Außerdem werden dort drei Sauberkeitsklassen definiert. Ähnlich wie in der DIN EN 13779 wird der Anspruch an die Sauberkeit (hauptsächlich der Lüftungsleitungen) von den Anforderungen an den Raum definiert (siehe Tabelle 2). Bei der Überprüfung der Verschmutzung von Luftleitungen stehen mehrere Verfahren zur Auswahl. Allerdings wird dort im informativen Anhang H dargestellt, dass die Zuverlässigkeit der Methoden sehr unterschiedlich ist. Eine einfache Sichtkontrolle ohne Referenz wird dort als sehr ungenau beschrieben.
Schon bei der Einführung der VDI 6022 im Jahre 1998 gab es Messmethoden, um die Verschmutzung auf der Kanaloberfläche zu ermitteln. Es fand aber nur der Begriff „besenrein“ Einzug. Mit der Entwicklung des Vlies-Rotationsverfahrens wurde erstmals ein Verfahren vorgestellt, bei dem der Einfluss des Menschen bei der Probenahme ausgeblendet wurde. Das Gerät arbeitete automatisch, wenn es auf der Kanaloberfläche stand.
Erst im Jahre 2002 wurden mit der Tabelle 10 des Blattes 1 Messverfahren zur Beurteilung der Verschmutzung von Luftleitungen in der Richtlinie veröffentlicht. Durch einen Vergleich der Effektivität der Methoden mit der Referenzmethode Vlies-Rotationsverfahren war es möglich, jede aufgeführte Methode zu verwenden. Praktisch gab es aber nur zwei Methoden, die dafür zur Verfügung standen, weil die anderen Verfahren gar nicht zu erwerben waren.
Bei der ersten Methode wird leicht löslicher Schmutz vom Boden der Leitung aufgesaugt und in einem Filter gesammelt. Festsitzender Schmutz konnte damit nicht aufgesaugt werden. Die Philosophie dahinter war, dass dieser Schmutz auch nicht vom Luftstrom fortgetragen wird. Die zweite Methode war das JADCA Verfahren. Dies ist ein Wischverfahren mit Lösungsmitteln. Mit einem fusselfreien Tuch, das mit Lösungsmitteln (meist Isopropanol oder Ethanol) benetzt ist, wird innerhalb einer Schablone der Schmutz von der Kanaloberfläche aufgesammelt. Dadurch lassen sich auch festsitzende Rückstände lösen. Solche Rückstände wären aber auch bei einer besenreinen Leitung nicht zu entfernen, da nicht mit Lösungsmitteln gereinigt werden kann. Ein Nachteil dieses Verfahrens: Für die Auswertung ist der Prüfer immer auf ein Labor angewiesen.
Da es mit der Herausgabe der DIN EN 15780 im Jahre 2012 große Verwirrung mit den aufgeführten Grenzwerten für die Staubbelastung von Luftleitungen gab, weil die Werte viel zu gering waren, hat der VDI mit Herausgabe des Blattes 1.3 (Sauberkeit von luftführenden Oberflächen) im Jahre 2015 die Werte des Blattes 1 nach unten korrigiert. Außerdem wurden die meisten Messmethoden wegen fehlender Praktikabilität gestrichen.
Bei all dem Gezerre um Messmethoden und Grenzwerte für Verschmutzungen von Luftleitungen haben sie wenig Praxisbezug. An den Begriff „besenrein“ hat sich die Fachwelt nach fast 20 Jahren gewöhnt. An umständliche Messungen nicht. Wenn man mit dem Finger oder der Handfläche über den Kanalboden wischt und diese dann schmutzig sind und man Rückstände auf der Fläche sieht, dann ist der Kanal nicht besenrein. Dies führte selten zu Streitfällen.

Woher kommt der Schmutz?
Die häufig bei Anlagenbetreibern vorherrschende Meinung, dass man ja Filter in der Anlage hat und diese dann nicht verschmutzen kann, ist Wunschdenken. Baustaub bei der Lagerung und Montage, Schmutz, der durch ein schlechtes Filtersystem geht (selbst ein F7- bzw. ISO ePM 1 50%-Filter lässt Feinstaub durch), Fehler beim Betrieb (Kalkablagerungen, Keilriemenabrieb Lagerfett usw.) – es gibt viele Möglichkeiten, das Leitungsnetz zu verschmutzen.
Über die Lagerung von Leitungen auf der Baustelle muss man nicht viele Worte verlieren. Fast auf jeder Baustelle findet man schmutzige Kanalteile, die ungereinigt eingebaut werden. Es hilft auch nicht viel, wenn die Kanalteile zur Lagerung abgeklebt werden. Häufig verschmutzen sie erst richtig, wenn nachfolgende Gewerke ihren Schmutz hinterlassen. Für den Errichter ist es kaum möglich, nach der Montage dafür zu sorgen, dass die Anlage noch wochenlang geschützt bleibt. Deshalb müssen Leitungen häufig vor Inbetriebnahme besenrein gereinigt werden. Aber, da können dann schon die ersten Schwierigkeiten entstehen. Wurden Leitungen verbaut, die noch einen hohen Anteil an Bearbeitungsölen aufweisen, wird eine Reinigung schwierig. Schmutz, der auf dem Öl liegt, haftet gut und lässt sich durch eine Bürstenreinigung nicht zufriedenstellend reinigen. Hier lief dann schon im Vorfeld etwas schief. Die Anforderungen an die Leitungen waren evtl. zu gering oder die Kontrollen vor dem Einbau haben nicht funktioniert.
Großdimensionierte Leitungen können manuell gereinigt werden. Dazu kriechen Mitarbeiter in die Kanäle und haben die Möglichkeit, feucht zu reinigen und somit auch Öle zu entfernen. Staub wird dabei mit einer Staubsaugerdüse weggesaugt. Dies ist in der Regel die schnellste und sauberste Methode bei großen rechteckigen Luftleitungen.
Nach VDI 3803 sind Luftleitungen grundsätzlich nicht begehbar. Gerade größere Querschnitte lassen sich aber so bauen, dass sie entsprechend mit Schutzvorrichtungen nach BGVR begehbar sind. Das bedeutet, dass besonders die Halterungen ausreichend zu dimensionieren sind. Natürlich müssen arbeitssicherheitstechnische Maßnahmen ergriffen werden, damit weder Mitarbeiter zu Schaden kommen, aber auch die Anlage nicht beschädigt wird.

Einsatz von Reinigungsroboter
Reinigungsroboter sind in der Lage, Rohre bis über 1 m Durchmesser ordentlich zu reinigen. Allerdings kann man Rohre mit Durchmessern unter 250 mm nicht mit einem Roboter reinigen, weil er selbst nicht mehr ins Rohr passt. Rechteckige Luftleitungen dagegen können mit rotierenden Bürsten nicht immer zufriedenstellend gereinigt werden. Werden die Leitungen höher oder breiter, muss mehrfach hin und her gefahren werden. Dies führt dazu, dass häufig Stellen ungereinigt bleiben. Die Reinigung mit einem Roboter ist zudem zeitraubend und kostenintensiv.
Das Haupteinsatzgebiet für Roboter sind Bedingungen, bei denen eine manuelle Reinigung zu gefährlich wäre bzw. verboten ist. Etwa, wenn die Aufhängung der Leitungen einer zusätzlichen Traglast nicht entsprechen würde. Außerdem können Rückstände in den Leitungen, besonders in der Prozessluft, ein manuelles Reinigen verbieten. Auch bei gefährlichen Höhen oder über gefährlichen Einrichtungen darf keine manuelle Reinigung der Leitungen stattfinden.
Für kleine Leitungen ab 100 mm Durchmesser werden bei RLT-Anlagen flexible Wellen mit rotierenden Reinigungsbürsten verwendet. Besonders Anschlüsse von Luftdurchlässen an das Leitungsnetz werden mit solchen Geräten gereinigt. Je flexibler solche Reinigungswellen sind, desto kürzer ist ihre Reichweite. Die kleinsten Wellen haben eine zufriedenstellende Reichweite von ca. 5 bis 10 m. Sie haben gute Gleiteigenschaften und können auch ovale oder Flachkanäle säubern. Besonders bei Umlenkungen lassen sie sich aber irgendwann nicht mehr schieben.

Reinigung von KWL-Anlagen
In den letzten Jahren werden zunehmend kleine KWL Anlagen statt zentraler RLT-Anlagen in Gebäuden eingebaut. Da wir es dort häufig mit flexiblen Luftleitungen zu tun haben, die im Estrich liegen oder hinter Rigips-Wänden versteckt sind, ist die Zugänglichkeit eingeschränkt. Die Querschnitte weisen in der Regel unter 100 mm auf, sind aber gleichzeitig bis zu 25 m lang. Dort wird eine Reinigung schwieriger. Diese Leitungen lassen sich nicht mit Revisionsdeckeln ausstatten und haben keinen Zugang zwischen Verteiler und Durchlass. Wickelfalzrohre, egal in welchen Dimensionen, können mit rotierenden Bürsten gereinigt werden. Dabei kommen große flexible Wellen mit Reichweiten von 35 bis 40 m oder Roboter zum Einsatz.
Da alle Reinigungsgeräte in der Lüftungstechnik den Schmutz nur lösen können, benötigt man immer eine externe Einheit, die den gelösten Schmutz auffängt. Solche Unterdruckgeräte oder Absaugeinheiten sollen eine Luftströmung von 10 bis 15 m/sec erzeugen. Gelöster Schmutz kann sich so nicht wieder absetzen.
Als Hauptfilter sollte ein Taschenfilter nicht unter F7 bzw. ISO ePM 1 50 % eingesetzt werden. Kann die Absaugeinheit auch im Freien aufgestellt werden, kann man die Filtergüte auch niedriger wählen. Im Innenraum muss aber darauf geachtet werden, dass der gelöste Schmutz, wie auch Gerüche aus den Leitungen, nicht durch das Gerät in den Raum geblasen wird. Ist der Schmutz stark geruchsbelastet, muss die Absaugeinheit im Freien stehen.
Da eine Reinigung vom Auftraggeber schlecht kontrolliert werden kann, sollte mindestens eine Fotodokumentation zum Leistungsumfang gehören.

Autor: Dr. Stefan Burhenne, Geschäftsführer ­Hydroclean GmbH & Co. KG

Bilder: Hydroclean

http://hydrocleangmbh.com/de/


Spezialist für saubere Luft
Die Hydroclean GmbH & Co. KG aus Moosinning hat sich auf die Reinigung von Klima-, Lüftungs- und Küchenabluftleitungen spezialisiert. Das Unternehmen ist bundesweit tätig. Im Rahmen einer Hygieneinspektion werden folgende Leistungen angeboten:

  • Visuelle Kontrolle aller Anlagenteile auf Verschmutzung,
  • Mikrobiologische Überprüfung des Befeuchterwassers,
  • Untersuchung der Luftkeimbelas­tung,
  • Kamera-Befahrung des Kanalnetzes mit Videoaufzeichnung.


Kontakt: Hydroclean GmbH & Co. KG,
Lüftungsreinigung, Hauptstraße 16,
85452 Moosinning, Tel.: 08123 926457,
Fax: 08123 926458,
E-Mail: info@hydrocleangmbh.de

 

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Fri, 22 Jun 2018 08:31:00 +0200
news-26647 Aufheizzeiten variieren stark https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/aufheizzeiten-variieren-stark/ Technische Universität Dresden vergleicht vier Fußbodenheizungen in Bezug auf ihre thermodynamischen Eigenschaften  

Fußbodenheizungen zählen nicht nur im Neubau zum komfortablen Standard – auch bei der Modernisierung älterer Gebäude wird immer öfter eine Flächenheizung eingebaut. Sie stört den Gesamteindruck nicht und gilt als behaglich, weil die Wärme sich gleichmäßig im Raum ausbreitet. Aber wie steht es um das Aufheizverhalten? Die Technische Universität (TU) Dresden hat im Auftrag von Purmo die Aufheizzeiten von vier Fußbodenheizungen untersucht und Unterschiede festgestellt.

Das Standardsystem aus einer Dämmschicht, Heizrohren und einer Estrichschicht mit 65 mm Stärke ist mit flachen Systemen verglichen worden. U. a. im Test: die Systeme im Nassaufbau „clickjet S“ ohne Dämmschicht zum Untergrund und „klettjet R“ mit Dämmung (jeweils 21 mm Estrichschicht) sowie „ts14 R“ für den Trockenaufbau mit einer Höhe von 35 bis 40 mm (inklusive Bodenbeläge). Laut Purmo eignet sich letzteres System aufgrund seines geringen Gewichts vor allem für Sanierungsprojekte. Von Vorteil für eine schnelle und gleichmäßige Wärmeverteilung auf dem Fußboden seien die Wärmeleitbleche aus Aluminium.

Zeitspannen von 3 bis 5,6 Stunden
Für alle vier Fußbodenheizungen hat die TU zunächst einen Fliesenbelag gewählt. Dann wurden die Aufheizzeiten der Fußbodenoberfläche für einen Temperatur­anstieg von 15 bis 24 °C berechnet – die Systemtemperatur der Heizungen betrug 35/28 °C. Laut Uni benötigte das Standardsystem zum Aufheizen eine Zeit von 5,6 Stunden. Schneller war laut TU „clickjet S“ mit 3,8 Stunden, gefolgt von „klettjet R“ mit 3 Stunden. Am schnellsten reagierte das System „ts14 R“ mit einer Aufheizzeit von knapp über 2 Stunden. Zwar seien solch hohe Temperaturdifferenzen zwischen Heizbeginn und Heizende unüblich, dennoch lassen sich die Zeitfaktoren nach Aussage der TU auch auf kleinere Einheiten übertragen. Demnach liege die Aufheizzeit des „ts14 R“ bei einem Anstieg von 21 auf 22 °C mit 18 Minuten unter der des Standardsystems mit 48 Minuten.

Bodenbeläge beeinflussen Zeiten
Bei einer weiteren Simulation variierte die TU Dresden den Bodenbelag. Ergebnis: Die längsten Aufheizzeiten ergaben sich bei Parkettböden. Purmo teilt mit, dass die Standardfußbodenheizung für die Aufheizphase von 15 bis 24 °C insgesamt 8,9 Stunden benötigte, das System „ts14 R“ dagegen 4,1 Stunden. Bei Teppichböden schwankten die Zeiten zwischen 4 und 9 Stunden. Dass Parkettböden eine längere Aufheizzeit gegenüber Fliesen aufwiesen, sei aber nicht zwangsläufig von Nachteil. Denn der höhere Wärmedurchlasswiderstand des Parketts sorge auch für eine gleichmäßigere Oberflächentemperatur und damit für eine geringere Temperaturwelle, gaben die Experten zu Protokoll.
Laut TU und Purmo zeigen die Ergebnisse, dass die Absenkung der Solltemperatur um 2 bis 3 °C zur Energieeinsparung bei Fußbodenheizungen nur für längere Zeitspannen sinnvoll ist, z. B. bei Abwesenheit über mehrere Tage hinweg. Umstritten sind unter Fachleuten dagegen drastische Temperaturabsenkungen über einen kurzen Zeitraum, z. B. nachts um 5 °C, da ein ausgekühltes System mit einem hohen Leistungsüberschuss hochgefahren werden muss, um annehmbare Aufheizzeiten zu erzielen.

Bilder: Purmo

www.purmo.de

 

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Fri, 22 Jun 2018 08:09:00 +0200
news-26766 Photovoltaik über Brokkoli, Blumenkohl und Shrimps https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/photovoltaik-ueber-brokkoli-blumenkohl-und-shrimps/ Agrophotovoltaik (APV) ist nicht ein Positions-Ausdruck contra Photovoltaik, sondern der Begriff dafür, Photovoltaikanlagen auf – oder besser gesagt: über landwirtschaftlichen Flächen zu installieren. Die Wechselwirkungen werden derzeit vom Fraunhofer ISE in mehreren Projekten in Chile und Vietnam untersucht. Die Ergebnisse sind interessant.  

In einem APV-Pilotprojekt in Kooperation mit Fraunhofer Chile, das im Frühjahr 2018 abgeschlossen wurde, wurden drei APV-Anlagen mit einer Leistung von je 13 kW in den Gemeinden El Monte, Curacaví und Lampa getestet. In dem Projekt wird untersucht, welche Kulturpflanzen von einer weniger starken Sonneneinstrahlung profitieren. Sensoren erfassen meteorologische Daten wie Sonneneinstrahlung und Luftfeuchte, aber auch Bodenfeuchte und –temperatur.

Drei sehr unterschiedliche Betriebe
Die landwirtschaftlichen Betriebe in Chile weisen dabei sehr unterschiedliche Profile auf. Im ersten Fall kam die APV-Anlage in einem landwirtschaftlichen Betrieb zum Einsatz, der mit sehr professionellen Methoden Brokkoli und Blumenkohl anbaut. Der Solarstrom wird in den Veredelungsprozessen wie Reinigung, Verpackung und Kühlung verwendet. Die zweite Pilotanlage wurde in einem Familienbetrieb errichtet, der darunter Kräuter anpflanzt. Im dritten Fall, in einer abgelegenen Region mit schwach entwickelter Infrastruktur und unzuverlässiger Stromversorgung, stellt die APV-Anlage die Stromversorgung für sieben Familien sicher, u.a. auch für einen Inkubator zum Ausbrüten von Hühnereiern.

Was man meinen könnte
Was man meinen könnte ist, dass die Photovoltaik-Überdachung der landwirtschaftlichen Flächen die Landwirtschaft negativ beeinflussen könnte. Doch das Gegenteil scheint der Fall zu sein.
Durch die partielle Verschattung von Ackerflächen senken APV-Anlagen laut Fraunhofer nachweislich den Bedarf an der wertvollen Ressource Wasser und bieten Nutztieren Schatten. Auch Fruchtarten, die normalerweise bei trockenheißem Klima und starker Sonneneinstrahlung nicht wachsen würden, könnten in einem APV-System kultiviert werden. Gleichzeitig könnte der produzierte Solarstrom für den Betrieb von Wasserpumpen oder –entsalzungsanlagen genutzt werden.

Aqua-Photovoltaik
Für das vietnamesische Mekong Delta, wo sich ein Landnutzungskonflikt zwischen Aquakulturen und erneuerbaren Energien bereits abzeichnet, hat das Fraunhofer ISE in Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit GIZ in Vietnam eine erste Vormachbarkeitsstudie zur Kombination von Shrimpsfarmen mit Photovoltaik erstellt. Das Projekt „Shrimps“ (Solar-Aquaculture Habitats as Resource-Efficient and Integrated Multilayer Production Systems) hat demnach laut ISE das Potenzial, eine Reihe systemischer Probleme Vietnams zu lösen: Entwicklung von erneuerbaren Energien und Gegenmaßnahmen gegen den Klimawandel, Ausbau der Shrimps-Produktion bei gleichzeitigem Schutz der Wasserressourcen sowie Verringerung von Landnutzung und CO2-Emissionen.

Mehr Shrimps unter PV
Den ersten Analysen zufolge kann die Pilotanlage in Bac Liêu etwa 15.000 t CO2-Emissionen einsparen und den Wasserverbrauch im Vergleich zu einer konventionellen Shrimp-Farm im Mekong-Delta um 75 % senken. „Die Landnutzungsrate steigt bei der Kombination von Aquakultur und Photovoltaik um mindestens 65 % im Vergleich zu einer Freiflächen-Photovoltaikanlage“, berichtet Autor Max Trommsdorff vom Fraunhofer ISE.
Damit könne die Aqua-Photovoltaik einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung von Flächenkonflikten in dem dicht besiedelten Land schaffen und helfen, den jährlich um 10 % steigenden Energiekonsum aus erneuerbaren Energien zu decken, so das ISE. Weitere Vorteile für die Betreiber der Aqua-Farm wären der Schutz gegen Raubtiere, verbesserte Arbeitsbedingungen durch die Verschattung und eine stabile und niedrigere Wassertemperatur, die das Shrimpswachstum begünstigt.
Angesichts der weltweit hohen Wachstumsraten von Aquakulturen und Photovoltaik habe das Konzept auch für eine ganze Reihe weiterer Entwicklungs- und Schwellenländer große Relevanz, so das ISE.

 

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Fri, 22 Jun 2018 08:08:00 +0200
news-26658 John Guest: Ein Steckfitting – für alle Aluminium-Verbundrohre https://www.ikz.de/heizungstechnik/news/detail/john-guest-ein-steckfitting-fuer-alle-aluminium-verbundrohre/ Mit dem Universal-Verbinder „Multilayer“ hat John Guest einen besonderen Steckfitting ent­wickelt: Er passt auf alle Aluminium-Verbundrohre mit unterschiedlichen Innendurchmessern. Möglich wird dies durch eine Auswahl von diversen Stützhülsen mit Dichtfunktion.  

John Guest: „Es entfällt die Suche nach der passenden Verbindungstechnik bei Reparaturen und Erweiterungen, bei denen der Handwerker auf unbekannte Rohrarten und Abmessungen trifft.“ Für die Montage, etwa bei Reparatur oder Erweiterung, ist kein besonderes Werkzeug erforderlich.
Der Universal-Verbinder „Multilayer“ stellt eine Erweiterung der „Speedfit“-Alltagshelfer wie Servicekoffer, Endkappen, Abdrück-Set und Abdrück-Brücken dar. Sie alle sind angetreten, Installateuren ihre tägliche Arbeit zu erleichtern.

John Guest GmbH, Ludwig-Erhard-Allee 30, 33719 Bielefeld, Tel.: 0521 97256-0, Fax: -680, www.johnguest.com/de

 

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Fri, 22 Jun 2018 07:07:00 +0200
news-26776 Abziehen ist nicht alles https://www.ikz.de/sanitaertechnik/news/detail/abziehen-ist-nicht-alles-1/ Für mehr Komfort, Bequemlichkeit und  Luxus – praktische und hygienische Lösungen bei WCs  

WCs sind längst aus ihrem Schattendasein getreten. Hohe Designansprüche und der Wunsch von Badnutzern nach mehr Hygiene und leichter Reinigung haben das kleine Örtchen in den letzten Jahren revolutioniert. Hersteller warten mit technologischen Innovationen und filigraner Optik auf. Randlos ist heute schon Standard und das Dusch-WC auf dem Vormarsch.

Restlos glücklich ohne Rand
Bei Neubauprojekten im Privatbereich sind spülrandlose WCs laut einer Statistik des Sanitärkeramikherstellers Keramag schon heute Standard. Fast 100 % derBauherren entscheiden sich dafür. Bei diesen WCs entfällt das aufwendige Reinigen, da es keine verborgenen Stellen mehr gibt, an denen sich Ablagerungen und Schmutz sammeln können. Kalkablagerungen am Rand gehören damit der Vergangenheit an. Daraus ergibt sich ein geringerer Verbrauch an Reinigungsmitteln, um das WC sauber zu halten. Da diese modernen Konstruktionen zum effektiven Spülen auch weniger Wasser benötigen als herkömmliche Toiletten, schonen sie die Umwelt und den Geldbeutel der Nutzer.
Rimless-Toiletten gibt es je nach Hersteller in zwei Varianten. Diese besitzen entweder gar keinen Rand oder nur eine schmale Schürze, die verhindert, dass das Wasser beim Spülen nach außen spritzt. Damit dennoch ein sauberer Wasserfluss gewährleistet wird, schießt das Wasser beim Spülen nicht wie bei herkömmlichen Kloschüsseln unter dem Rand hervor, sondern wird durch den Spülverteiler unmittelbar an der Oberkante des WC-Körpers entlang geleitet. Auf Basis dieses Konstruktionsprinzips verteilt sich das Spülwasser kraftvoll in der gesamten Toi­lette.

Vom Lauf des Wassers
Hier wartet und wirbt jeder Hersteller mit seiner ganz eigenen Philosophie des Wasserlaufs, die besonders gut reinige und Überspritzungen vermeide. Villeroy & Boch beispielsweise sagt, dass „Direct Flush“ nur noch 3 bzw. 4,5 l Wasser pro Spülgang benötige. Im WC „Tornado Flush“ (Toto) entstehe durch Düsen ein kreisender Wasserstrudel, der das gesamte Becken nahezu rückstandslos ohne Sprühnebel und Spritzer reinige. Die Washlets von Toto bieten standardmäßig die Funktion „Premist“: Indem das WC-Innenbecken schon vor der Nutzung mit einem Sprühnebel aus Wasser benetzt wird, entsteht ein feiner Wasserfilm. Dieser bewirke, dass Schmutz kaum noch anhaften kann. Bei Geberit heißt die Technologie „TurboFlush“, die samt Symmetrie des Beckens und lediglich einer seitlichen Spülöffnung eine gründliche und leise Ausspülung ermögliche. Ideal Standard hat die WCs der „Connect-Air“-Serie mit einer Spültechnologie namens „Aqua Blade“ ausgestattet. Ohne überstehenden Spülrand ströme das Wasser durch ein Kanalsystem direkt vom oberen Rand und umspüle dabei das gesamte Innenbecken. Duravit wirbt mit seiner besonderen Wasserführung, bei der selbst bei kleinen Wassermengen von 4,5 l hygienisch einwandfreie Spülergebnisse garantiert seien.

Ein Hoch der Hygiene
Die hygienischen Vorteile von spülrandlosen WCs lassen sich durch spezielle Oberflächenbeschichtungen noch verstärken. Auf diesen besonders glatten Oberflächen können Schmutz und Kalk kaum haften bleiben und Rückstände mit dem Wasser leichter abfließen. Um nur einige zu nennen: Bei Duravit heißt sie „Wondergliss“, bei Toto „Cefiontect“ und bei V & B „Ceramic Plus“.
Alternativ zu den schmutzabweisenden Oberflächen besteht die Möglichkeit, die Sanitärkeramik mit einer antibakteriellen Beschichtung zu versehen. Sie soll krankheitserregende Mikroorganismen abtöten und die Flächen möglichst keimfrei halten. Mithilfe des oligodynamischen Effekts positiv geladener Metall­ionen beispielsweise kann die Zellteilung von Keimen gestoppt und die Entstehung von Kolonien reduziert werden. Auf Bakterien und Keime wirkt eine solche Spezialglasur demnach toxisch. Diese Beschichtungen tragen Namen wie „Hygiene Glaze“ (Duravit) oder „Anti Bac“ (Villeroy & Boch).
Toto beschreitet einen anderen Weg, indem die Innenkeramik bei den Dusch-WC-Modellen „Neorest EW“, „Neorest AC“ sowie „Washlet SG“ mit elektrolytisch aufbereitetem Wasser besprüht wird. Das soll ebenfalls antibakteriell wirken. Mit diesem sogenannten „ewater“ werden nach der Nutzung auch Reinigungsdüse und WC-Innenbecken gereinigt.
Manche Hersteller bieten zu bestimmten Badserien spezielle WC-Sitze, deren Material ebenfalls mit einem Additiv durchsetzt ist und eine antibakterielle Wirkung erzielen soll. Bei Keramag sind es die Serien Smyle, Acanto, iCon, Renova Nr. 1 und Renova Nr. 1 Comfort.

Von barrierefrei bis höhenverstellbar
Für ein super sauberes Gefühl nach dem Toilettengang sorgen Dusch-WCs. Ihnen sieht man ihr Zusatzfeature zunächst einmal kaum an. Ein Dusch-WC vereint die Funktion einer Toilette und die Reinigungsmöglichkeit eines Bidets. Das ist komfortabel: Der Nutzer bleibt auf dem Dusch-WC sitzen und startet die Duschfunktion per Knopfdruck. Intensität und Position des Duschstrahls sowie die Wassertemperatur sind i.d.R. einstellbar, ebenso die Wahl zwischen verschiedenen Duscheinstellungen wie Gesäß- oder Ladydusche. Ein Dusch-WC ist gerade im Hinblick auf ein möglichst langes eigenständiges Leben in den eigenen vier Wänden eine gute Hilfe.
Eine möglichst dauerhafte Nutzung von Bädern erfordert eine vorausschauende Planung mit Blick auf künftige Lebensphasen. Denn das Komfortbad von heute kann sinnvoll geplant das barrierefreie Bad von morgen sein. Mit flexiblen WC-Elementen, z. B. „Duofix“ von Geberit, können maßgeschneiderte Ausstattungen für jede Bausituation mit geringem Platzbedarf und Aufwand realisiert werden. Die höherverstellbaren WG-Elemente für Wand-WCs sind mit Holzpaletten für die Montage von Stütz- und Haltegriffen ausgestaltet. Ideal Standard hat zudem mit der Serie „Connect Freedom“ WCs im Programm, die hinsichtlich einiger Parameter vom Standard abweichen: Ein um 6 cm erhöhtes WC erleichtert besonders großen Personen oder Personen mit Rückenleiden die Nutzung; ein um 9 cm breiteres WC mit höherer Belastung bis zu 170 kg ist für Menschen mit erhöhtem Platzbedarf entwickelt.

Noch mehr Extras
Manche Hersteller bieten zusätzliche Extras. Eine Geruchsabsaugung besitzt beispielsweise „Aquaclean Mera“ von Geberit, welche in die WC-Keramik integriert ist und automatisch startet, sobald eine Person auf dem WC Platz nimmt. Die Luft wird über die Spülöffnung aufgenommen und zu einem katalytischen Keramikwabenfilter geleitet.
Die Urinale der „Connect“-Serie von Ideal Standard sind spülrandlos. Sie benötigen kein Spülwasser und lassen über eine besondere Siphontechnologie Flüssigkeiten passieren, ohne dass Gerüche entstehen oder in den Raum gelangen.
Auch das „Air WC“ von Mepa verfügt über eine automatische Geruchsabsaugung, braucht dazu aber keinen Filter und keine Entlüftungsleitung. Denn die Luft wird über die Abwasserleitung abgeführt.
Auch automatische Lichtsteuerung und sich automatisch öffnende und schließende Toilettendeckel sind sowohl für WCs als auch für Urinale möglich und werden durch integrierte Nahbereichserkennung aktiviert. Diese erleichtert den nächtlichen Toilettengang im Alter erheblich. Eine Sitzheizung ist bei manchen Herstellern ebenfalls zu haben.

Schlank und schick
In puncto Design muss der Badnutzer auf nichts verzichten. Die Komfort-WCs mit ihren Zusatzfunktionen sind in viele Badserien der Hersteller integriert. Ein starkes Design zeigen beispielsweise besonders schlanke WC-Deckel, welche viele der Hersteller serienmäßig oder optional anbieten. Trotz der schlanken Form sind die Sitze stabil.
Betätigungsplatten sind formschön und zeigen sich in verschiedenen Materialien – von farbigem Glas bis zu gebürs­tetem Edelstahl. Betätigungen müssen  auch nicht unbedingt im Rücken der Nutzer installiert sein. Mehr Freiheit bei der Designgestaltung des Bads und für den Komfort des Nutzers bieten Fernbetätigungen. Die Bedienung der Extras wie Duschfunktionen oder automatische Absenkung erfolgt i. d. R. über eine Fernbedienung, die in einer Wandhalterung ihren Platz findet.

Fazit
Welche Präferenzen Kunden auch immer haben: Das Handwerk kann ein individuelles Komfortpaket schnüren. Denn die Industrie erfüllt mit ihrem Angebot fast jeden Wunsch.

Autorin: Angela Kanders, freie Journalistin

 

 

Sitzkomfort – auch bei geschlossenem Deckel
Viele Verbraucher nutzen den Toilettendeckel als Sitzmöbel, wenn aufgrund der Größe oder Einrichtung des Badezimmers kein Platz für eine separate Lösung ist. „Soll die Toilette als Sitzgelegenheit verwendet werden, ist es eine gute Idee, besonderes Augenmerk auf das Design des Deckels zu richten. Der ist nämlich entscheidend für den Sitzkomfort“, sagt Designer Lars Herold von Pressalit. Viele moderne Toilettendeckel seien mit Rundungen und hochgewölbtem Deckel gestaltet. „Das lässt ihn wie ein Kissen aussehen, wovon man sich aber nicht täuschen lassen sollte. Auf einem Toilettensitz mit einer nach oben gewölbten Oberfläche sitzt man nicht sehr bequem“, so Herold. „Ist der Deckel hingegen flach, wie beispielsweise bei dem neuen „SWAY D“, oder hat er eine kleine Vertiefung, bietet er eine bessere Sitzfläche.“ Eine gute Sitzfläche sei wichtig, da man beim Sitzen auf der Toilette in der Regel keine richtige Rückenlehne habe. Der Designer weist auch darauf hin, dass die Kante des Deckels nicht zu markant sein dürfe, da sie sonst in die Rückseite der Oberschenkel einschneide.
Es sei gar nicht so nicht einfach, einen komfortablen Toilettensitz oder -deckel zu konstruieren. „Moderne Materialien fühlen sich beim Sitzen kalt und hart an. Und auch wenn die in den 1970er Jahren modernen plüschigen Badezimmergarnituren mit Deckelbezug warm und weich waren, wünscht sichdie wohl niemand zurück. Wem ein moderner Toilettensitz zu kalt ist, der kann als Alternative einen Toilettensitz aus Holz wählen“, so Herold.
Die neuen Toilettensitze von Pressalit seien mit Deckeln versehen, auf denen man noch angenehmer sitze. Diese kombinierten u.a. moderne Materialien mit den Ideen einiger klassischer Modelle. „Einige unserer klassischen Toilettensitze waren so designt, dass man wesentlich besser auf dem Deckel sitzen konnte. Verschiedene frühe Modelle von Pressalit werden nach wie vor im Care-Segment als Rehab-Sitze für Menschen mit Mobilitätsbeeinträchtigung verwendet. In der Designabteilung von Pressalit beschäftigen wir uns zurzeit damit, einige der alten Tugenden wieder aufzugreifen und neu zu interpretieren. So kann ich mir beispielsweise einen Toilettensitz aus einem elastischen Verbundmaterial vorstellen, auf dessen Deckel man bequemer sitzen kann“, meint Lars Herold.

 

 

 

 

 

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Thu, 21 Jun 2018 13:08:13 +0200
news-26761 Hohes Einsparpotenzial, geringe Amortisationszeit https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/hohes-einsparpotenzial-geringe-amortisationszeit/ Ein Frankfurter Rechenzentrum tauscht seine ungeregelten Axialventilatoren gegen elektronisch kommutierte Ventilatoren – die Investition rechnet sich schon nach drei Jahren  

Deutschland ist einer der wichtigsten IT-Standorte Europas. Zu diesem Superlativ trägt zum Großteil Frankfurt am Main als ­zentraler IT-Standort bei. Hier stehen die meisten der in Deutschland ansässigen Rechenzentren. Die Data Center bieten ihren Kunden ­umfassende IT-Dienstleistungen. Dazu müssen die Betreiber neben den entsprechenden Systemen auch für eine ausreichende Kühlung sorgen, um die entstehende Wärmeentwicklung der rund um die Uhr arbeitenden Hochleistungsrechner auszugleichen. Essenziell für die notwendige Kühlung sind dabei die Ventilatoren der raumlufttechnischen Anlagen (RLT-Anlagen).

Viele Ventilatoren in Nichtwohngebäuden laufen mit einem viel zu niedrigen Systemwirkungsgrad und lassen sich nicht oder nur bedingt bedarfsgerecht steuern. So war es auch in einem der größten Rechenzentren Deutschlands: Die Ventilatoren stießen an ihre Grenzen und waren dem stetig zunehmenden Kühlbedarf nicht mehr gewachsen. Der Betreiber entschied sich für eine umfassende Modernisierung und beauftragte die Ziehl-Abegg SE mit der geplanten Retrofitmaßnahme, bei der es explizit darum ging, den gesamten Ventilatorenbestand der Rückkühler ener­getisch zu modernisieren. Der Hersteller von Luft-, Regel- und Antriebstechnik war nicht nur für die Lieferung und den Einbau der neuen Ventilatoren zuständig, er verantwortete ebenso die Planung und Bedarfsermittlung im Vorfeld.

Die Modernisierung der Kühlanlage umfasste den Austausch von 64 ungeregelten Axialventilatoren mit Wechselstromtechnologie durch neue und effizientere elektronisch kommutierte Ventilatoren (EC-Ventilatoren). Im Vergleich zu ihren veralteten Vorgängern benötigen die neuen leistungsstarken Ventilatoren 128 000 Kilowattstunden (kWh) weniger Strom und ermöglichen dem Betreiber somit eine jährliche Kosteneinsparung von mehr als 19 000 Euro. Die Gesamtinvestitionskosten, circa 56 000 Euro, amortisieren sich dabei in nur knapp drei Jahren. Die Retrofitmaßnahme weist mehr als eine kurze Amortisationszeit auf: Eine Einsparung von jährlich knapp 72 t CO2 und eine Geräuschreduktion von zwei Dezibel zählen zu den weiteren positiven Effekten des Tauschs.

Potenzial vorhanden
Die neuen Ventilatoren leisten jeweils einen stündlichen Luftvolumenstrom von 16 000 m³ und ermöglichen dank einer Reserve von 57 % Volumenstrom auch eine bedarfsgerechte Volumenstromregelung. Passgenaue Baukomponenten sorgten für eine geringe Beeinträchtigung des laufenden Betriebs. „Dieses Beispiel zeigt das enorme Energieeffizienzpotenzial, das in der Modernisierung von RLT-Anlagen für die Hightech-Branche schlummert. Besonders energieintensive und stark kühlungsintensive Einrichtungen, wie eben Rechenzentren, können hier angesichts der immer stärker steigenden Ener­giepreise Vorteile erzielen“, sagt Günther Mertz, Geschäftsführer des Fachverbands Gebäude-Klima (FGK).

Kampagne für Ventilatortausch
Gemeinsam mit mehreren Mitgliedsunternehmen hat Mertz die Kampagne „Ventilatortausch macht’s effizient“ ins Leben gerufen. Ziel der Kampagne ist es, Betreiber von RLT-Anlagen in Nichtwohngebäuden über die hohen Einsparpotenziale, die kurzen Amortisationszeiten und die attraktiven öffentlichen Förderprogramme zu informieren und weitere Umrüstungen anzustoßen.
Das Rechenzentrum in Frankfurt veranschaulicht gut, was EU und die Verbände der Technischen Gebäudeausrüstung (TGA) bereits seit mehreren Jahren kritisieren: Um die Energieeffizienz der Bestandgebäude in Europa ist es nicht gut bestellt. Die Frage der energetischen Sanierung wird deshalb in den kommenden Jahren weiterhin eine Schlüsselrolle beim Klimaschutz und der Reduzierung des Primärenergieverbrauchs spielen. Ener­gieeffizienz betrifft vom Keller bis zum Dach alle Komponenten der Gebäudetechnik, daher ist es notwendig, die Gebäude systemisch als Ganzes zu betrachten. In Deutschland entfallen über 40% des End­energiebedarfs auf den Gebäudebereich, davon wiederum mehr als ein Drittel auf Nichtwohngebäude.

Sanierungsstau bei RLT-Anlagen
Ein Großteil der zum Betrieb von Nichtwohngebäuden benötigten Energie wird für RLT-Anlagen aufgewendet und wiederum ein Großteil davon für den Lufttransport, sprich für die Ventilatoren. Die Studie des Instituts für Luft- und Kältetechnik Dresden (ILK Dresden) „Chancen der Energetischen Inspektion für Gesetzgeber, Anlagenbetreiber und die Branche“, die zusammen mit dem FGK und Schiller Engineering aus Hamburg ins Leben gerufen wurde, hat sich mit diesem Thema beschäftigt. Eine Umfrage hat ergeben, dass ein deutlicher Sanierungsstau bei RLT-Anlagen besteht: Das errechnete mittlere Alter der Anlagen liegt bei über 25 Jahren. Viele Anlagen sind über 40 Jahre alt – und damit in aller Regel auch die Ventilatoren. Die ermittelten Systemwirkungsgrade der Ventilatoren liegen bei deutlich unter 40 %. Zum Vergleich: Moderne Ventilatoren erreichen in diesem Leistungsbereich 70 % und mehr.

Bilder: Ziehl Abegg
www.fgk.de


Kampagne „Ventilatortausch macht’s effizient“
Unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) hat der Fachverband Gebäude-Klima (FGK) zusammen mit deutschen Ventilatorherstellern für raumlufttechnische Anlagen die Kampagne „Ventilatortausch macht’s effizient“ ins Leben gerufen. Ziel ist es, die Betreiber von RLT-Anlagen in Nichtwohngebäuden auf die Energie- und Kosteneinsparpotenziale beim Tausch zu moderneren und energieeffizienten Ventilatorsystemen hinzuweisen und dazu zu sensibilisieren, diese energetisch auf den Prüfstand zu stellen. Die Kampagne informiert mit einem eigenen Internetauftritt über finanzielle Fördermöglichkeiten und zeigt Rechenbeispiele zum Energiesparen auf.
www.ventilatortausch.de

 

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Thu, 21 Jun 2018 13:07:00 +0200
news-26773 Elektronische Komponenten in Bad und WC https://www.ikz.de/sanitaertechnik/news/detail/elektronische-komponenten-in-bad-und-wc-1/ Basiswissen für ein mangelfreies Miteinander zwischen Elektro- und Sanitärinstallateur  

Die Sanierung von alten Bädern ist mit so mancher Hürde verbunden. Meist liegen die Wasser- und Heizungsrohre nicht normgerecht oder weit entfernt von dem Punkt, an dem sie anfangs vermutet wurden. Gleiches kann für die Elektroinstallation gelten: An der falschen Stelle aufgestemmt oder gebohrt und die Leitung ist beschädigt. Grundkenntnisse über die Elektrotechnik und die wichtigsten Verlege-Richtlinien können solche Ärgernisse verhindern.

Der Heizungs- und Sanitärhandwerker kann sich speziell in älteren Bad- und WC-Räumen nie sicher sein, ob sich nicht im oder unterm Putz Kabel bzw. Leitungen befinden. Daher ist jedem Fachhandwerker zu empfehlen, sich vor dem Bohren oder Aufstemmen genauestens bei den Elektrofachkräften zu informieren, bzw. mit entsprechenden Suchgeräten Kabel/Leitungen aufzuspüren. Auch bei geringen Bohrtiefen ist Vorsicht geboten. Zwar liegt die Mindestverlegetiefe bei 6 cm, dennoch gibt es auch hier Ausnahmen.

Allgemeines zum Verlegen von Kabel/Leitungen
Zur Verlegung von Kabel/Leitungen in Wänden von Gebäuden gibt es im Allgemeinen nur sehr eingeschränkte Vorgaben. So gibt es im Abschnitt 522.8.8 der DIN VDE 0100-520 (VDE 0100-520):2013-06 nur die Vorgaben, dass in Wänden verlegte Kabel und Leitungen waagerecht, senkrecht oder parallel zu den Raumkanten geführt werden müssen. In Decken und Fußböden dürfen Kabel/Leitungen auf dem kürzesten praktischen Weg verlegt werden. Zwar wird in diesem Abschnitt der Norm auch auf DIN 18015-3 verwiesen, in der zusätzliche Festlegungen – sogenannte Installationszonen – enthalten sind. Allerdings muss diese DIN im Vorfeld vereinbart sein, wenn sie zur Anwendung kommen soll. Im Bild 1, sind die in DIN 18015-3 festgelegten Installationszonen schematisch aufgezeigt.
In DIN 18015-3 wird zur Leitungsführung auf Rohbetondecken, auch noch auf Folgendes hingewiesen: „Die Errichtung von Kabel/Leitungen und von Leitungen/Rohre anderer Gewerke ist derart vorzunehmen, dass eine geradlinige, parallele, möglichst kreuzungsfreie Anordnung erreicht wird. Es ist immer mindestens eine separate Zone für elektrische Leitungen freizuhalten. Der Führung von Heizungs- und Wasserleitungen muss Priorität vor elektrischen Leitungen und Leerrohren eingeräumt werden. Sind mehrere Installationszonen, auch für unterschiedliche Gewerke, nebeneinander erforderlich, ist ein Mindestabstand zwischen den Zonen von 20 cm einzuhalten.“ Auch wenn die DIN 18015-3 nicht vereinbart ist, sollte auf diese Punkte immer geachtet werden.

Verlegung von Kabel/Leitungen in Räumen mit Badewanne oder Dusche
Zur Verlegung von Kabel/Leitungen in Wänden (z. B. auch in Abmauerungen), Decken und Fußböden von Räumen mit Badewanne oder Dusche gibt es zwar einige restriktive Vorgaben, wie die Verlegung ausgeführt werden darf. Diese Vorgaben werden aber für alle, auch für raumfremde Kabel/Leitungen, sehr aufgeweicht. So dürfen alle Kabel/Leitungen, ohne Beachtung der Mindestverlegetiefe von 6 cm, in Wänden und Decken verlegt werden, wenn z. B. für solche Kabel/Leitungen am Ausgangspunkt eine Fehlerstrom-Schutzeinrichtung (RCD) mit einem Bemessungsdifferenzstrom nicht größer als 30 mA vorgesehen wird. Alternativen hierzu sind nachfolgend aufgeführt. Hierbei muss aber beachtet werden, dass für Zuleitungen zu Wassererwärmern eine Fehlerstromschutzeinrichtung (RCD) mit einem Bemessungsdifferenzstrom nicht größer als 30 mA nicht gefordert wird.
Für Kabel/Leitungen unterhalb der Fußbodenoberfläche (auf dem Rohbeton), auf der Unterseite der Betondecke bzw. in der Betondecke selbst, gibt es keine Vorgaben (siehe auch Bild 2), es sei denn, es handelt sich um Stromkreise, die elektrische Betriebsmittel/Verbrauchsmittel im Raum mit Badewanne oder Dusche versorgen. Hier greift – wie bereits erwähnt – die Forderung nach Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen (RCDs). Außerdem gilt für die Verlegung im Fußboden nach DIN 18015-3, dass Kabel/Leitungen in einem Bereich zwischen 15 und 45 cm von den Rohbauwänden entfernt verlegt werden dürfen.

Die Installationsbereiche im Überblick
In Räumen mit Badewanne oder Dusche gibt es 3 Bereiche. Außerdem kann es noch (eine oder mehrere) Zonen außerhalb der Bereiche geben. Um besser auf die Besonderheiten bezüglich Verlegung von Kabel/Leitungen einzugehen, werden nachfolgend die jeweiligen Bereiche, die in Räumen mit Badewanne oder Dusche gelten, beschrieben.
Bereich 0: Als Bereich 0 gilt das Innere von Bade- oder Duschwannen. Hier dürfen Kabel/Leitungen nicht fest verlegt werden, was verständlich sein dürfte. Bei Duschen ohne Wanne (bodengleiche Duschen) gibt es den Bereich 0 nicht.
Bereich 1: Die senkrechte Ausdehnung des Bereichs (Bild 3) beginnt an der Oberfläche des Fertigfußbodens (OKFF) und endet entweder in einer Höhe von 225 cm über OKFF oder am höchsten fest angebrachten Wasserauslass, z. B. an einem fest montierten Brausekopf, wenn dieser höher als 225 cm angeordnet ist (Bild 3 und 4). Die Höhe einer Wanne (z. B. bei erhöhter Aufstellung) oder die Ausfertigung des Duschbereichs (gefliester Duschplatz ohne Wanne) spielt keine Rolle. Der Bereich unter den Wannen gilt – unabhängig davon, ob er abgemauert ist oder nicht – ebenfalls als Bereich 1.
Die waagerechte Ausdehnung bei Bade- und Duschwannen wird durch den äußeren Rand der Wannen begrenzt (Bild 4). Bei Duschen ohne Wanne wird die Begrenzung durch einen Radius von 120 cm um den Mittelpunkt des fest errichteten Wasserauslasses (z. B. Anschlusspunkt für den Brauseschlauch) aus Wand oder Decke gebildet (Bild 5). Ein beweglicher Brauseschlauch bleibt dabei unberücksichtigt.
Der Bereich unterhalb der Oberfläche Fertigfußboden wird als „außerhalb der Bereiche“, ja sogar als außerhalb des Raumes betrachtet, daher gibt es keine Abweichungen von den normalen Anforderungen für die Verlegung von Kabel/Leitungen.
Grundsätzlich darf der Bereich 1 und auch der Bereich 2, durch Raumwände (auch wenn sie Türen oder Fenster enthalten), oder durch Decken (waagerecht oder schräg (Bild 6) oder durch fest angebrachte Abtrennungen, z. B. durch eine Glastrennwand (Bild 7), begrenzt werden. Bei einer fest errichteten Abtrennung muss ggf. der Übergreifradius und Umgreifradius berücksichtigt werden, wenn z. B. eine fest errichtete Glastrennwand nicht bis zu einer Höhe von 225 cm, bzw. bis zum höchsten Wasserauslass reicht.
Bereich 2: Der Bereich beginnt an der OKFF und endet entweder in einer Höhe von 225 cm über OKFF oder am höchsten fest angebrachten Wasserauslass, wenn dieser höher als 225 cm ist. Die seitliche Begrenzung beginnt am äußeren Rand der Bade- oder Duschwanne und endet in 60 cm Abstand zum Rand der Wanne. Bei Duschen ohne Wanne gibt es keinen Bereich 2 (Bild 8).
An dieser Stelle sei noch der Hinweis erlaubt, dass es für WC-Räume weder Bereiche noch andere einschränkende Vorgaben gibt. Sie gelten wie auch Räume mit Badewanne oder Dusche nicht als feuchte Räume.

Verlegung von Kabel/Leitungen im Bereich 1
Für Bereich 1 gilt, dass Kabel bzw. Leitungen ohne Beachtung der Mindestverlegetiefe verlegt werden dürfen, wenn sie der Versorgung elektrischer Betriebsmittel/Verbrauchsmittel, die im Bereich 1 errichtet werden dürfen, dienen. Anbei eine Aufzählung der Betriebsmittel/Verbrauchsmittel, die im Bereich 1 errichtet werden dürfen:

  • Whirlpooleinrichtungen, einschließlich der dafür notwendigen elektrischen Betriebsmittel,
  • Duschpumpen (z. B. Druckerhöhungspumpen),
  • alle Verbrauchsmittel, geschütztdurch Kleinspannung mittels SELV oder PELV mit einer Nennspannung,die AC 25 V oder DC 60 V nicht überschreitet,
  • Verbrauchsmittel für Lüftung , z. B. Abluftventilator,
  • elektrische Handtuchtrockner nach DIN EN 60335-2-43 (VDE 0700-43),
  • elektrische Wassererwärmer (Warmwasserboiler, Warmwasserspeicher, Durchlauferhitzer alle nach DIN EN 60335-2-21 (VDE 0700-21)).

Im Bereich 1 muss die Mindestschutzart von IPX4 (gilt auch für Bereich 2) beachtet werden. Ggf. kann auch IPX5 notwendig sein, wenn damit zu rechnen ist, dass die Wände zu Reinigungszwecken mit Hochdruckreinigern abgespritzt werden. Allerdings ist festgelegt, dass die Kabel/Leitungen senkrecht von oben oder waagerecht von hinten durch die angrenzende Wand zugeführt werden müssen, wenn sich die Betriebsmittel/Verbrauchsmittel oberhalb einer Bade- oder Duschwanne, bzw. über der Standfläche, bei Duschen ohne Wanne, befinden. Für Betriebsmittel, unterhalb einer Bade- oder Duschwanne, müssen die Kabel/Leitungen senkrecht von unten oder waagerecht von hinten durch die angrenzende Wand den elektrischen Betriebsmitteln/Verbrauchsmitteln zugeführt werden.
Zu beachten ist, dass es für Stromkreise, die Wassererwärmer versorgen, keine Forderung nach Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen (RCDs) mit einem Bemessungsdifferenzstrom nicht größer als 30 mA gibt. Bei einem eventuellen „Anbohren“ wird dadurch dieser Fehler nicht sofort erkannt, was die Gefahr einer gefährlichen Spannungsverschleppung mit sich bringen kann. Für eine, in beiden Fällen ggf. notwendige, Verlegung der Kabel/Leitungen außerhalb von Bereich 1 (z. B. im Bereich 2 oder außerhalb der Bereiche) ist auch eine waagerechte Verlegung nicht verboten.
Wie eingangs schon erwähnt, ist diese Festlegung für Bereich 1 nur bedingt von Bedeutung, da alle anderen Kabel/Leitungen, auch raumfremde Kabel/Leitungen, direkt unter der Wandoberfläche (auch waagerecht) verlegt werden dürfen, wenn die Stromkreise durch eine Fehlerstrom-Schutzeinrichtung (RCD) mit einem Bemessungsdifferenzstrom nicht größer als 30 mA geschützt sind.

Verlegung von Kabel/Leitungen im Bereich 2
Für Kabel/Leitungen, die der Versorgung von Betriebsmitteln/Verbrauchsmitteln dienen, gibt es keine Mindestverlegetiefe. Sie müssen mit einer Fehlerstrom-Schutzeinrichtung (RCD) mit einem Bemessungsdifferenzstrom nicht größer als 30 mA abgesichert sein und gelten daher als ausreichend geschützt. Weitere zulässige Varianten bei der Verlegung von Kabel/Leitungen, bei denen die Restwanddicke nicht eingehalten werden muss:

  • Eingebettete Kabel oder Leitungen, die mit einer geerdeten metallenen Abdeckung versehen werden, welche die Anforderungen für einen Schutzleiter für den betreffenden Stromkreis erfüllt.
  • Kabel/Leitungen, die in einem geerdeten Elektroinstallationsrohr odereinem zu öffnenden oder geschlossenen, geerdeten Elektroinstallationskanalsys­tem verlegt werden, welche die Anforderungen an einen Schutzleiter erfüllen.
  • Isolierte Kabel mit konzentrischem Leiter (z. B. mit Schirmgeflecht).
  • Eingebettete Kabel/Leitungen, die mit einem mechanischen Schutz versehen sind. Z. B. durch die Verlegung in einem metallenen Installationsrohr, das das Eindringen von Nägeln, Schrauben, Bohrern und Ähnlichem in die Kabel oder Leitungen normalerweise verhindert.

Autor: Werner Hörmann

 

FAQs zu Elektroinstallationen innerhalb von Bädern und WCs
Aufgrund der verschiedensten Anforderungen, die nur teilweise im Text thematisiert wurden, ist es selbst für die Elektrofachkraft ein großes Problem zu ermitteln, welche Kabel/Leitungen wo verlegt werden dürfen. Um dem SHK-Fachhandwerker eine weitere Orientierung zu bieten, finden sich nachfolgend praxisbezogene FAQs zum Thema. Die Fragen wurden im Rahmen seiner Mitarbeit beim DKE-Telefonservice vom Autor beantwortet.

Müssen leitfähige Bade- oder Duschwannen in den zusätzlichen örtlichen Schutzpotenzialausgleich (bisher Potenzialausgleich) einbezogen werden?
Seit 2002 gibt es für Neuerrichtungen elektrischer Anlagen, keine solche Forderung mehr, da Bade- oder Duschwannen ein Potenzial nicht einführen können.

Muss bei einem Wechsel der Wannen (ohne neue elektrische Anlage) der Potenzialausgleich an leitfähigen Wannen wieder hergestellt werden?
Ja. An dieser Stelle sei nochmals darauf hingewiesen, dass nur Elektrofachkräfte z. B. Schutzpotenzialausgleichsleiter verlegen und anschließen dürfen. Das gilt auch für den Anschluss von Elektrogeräten, die durch den Sanitär- oder Heizungsfachmann ausgewechselt oder errichtet werden. Wenn jedoch eine entsprechende Ausbildung im Sinne von „Elektrofachkräfte für festgelegte Tätigkeiten“, vorliegt, dürfen bestimmte Elektroarbeiten durchgeführt werden. Solche festgelegten Tätigkeiten sind beispielsweise das elektrische Anschließen eines Durchlauferhitzers nach einem Austausch. Sie hängen vom Umfang der Schulungsmaßnahme ab.

Müssen leitfähige Rohrleitungen in den zusätzlichen örtlichen Schutzpotenzialausgleich einbezogen werden?
Seit 2008 gibt es für Neuerrichtung elektrischer Anlagen eine solche Forderung nicht mehr. Voraussetzung hierfür ist, dass im Gebäude ein Schutzpotenzialausgleich über die Haupterdungsschiene (bisher Hauptpotenzialausgleich) vorgesehen wurde.
In älteren Gebäuden muss bei einer Erneuerung des Raumes mit Badewanne oder Dusche mit Neuerrichtung der elektrischen Anlage der Schutzpotenzialausgleich über die Haupterdungsschiene nachgerüstet werden, andernfalls müssen die leitfähigen Rohre in der Nähe der Einführungsstelle in den zusätzlichen Schutzpotenzialausgleich mit einbezogen werden.

Wie kann festgestellt werden, ob der Schutzpotenzialausgleich über die Haupterdungsschiene durchgeführt ist?
Die Haupterdungsschiene befindet sich üblicherweise in der Nähe des Hausanschlusskastens, ggf. an der Stelle, an der das Elektro-Versorgungskabel in ein Gebäude (meist im Keller) eingeführt wird. An dieser Haupt­erdungsschiene müssen der Erdungsleiter und folgende leitfähige Teile angeschlossen
sein:

  • Metallene Rohrleitungen von Versorgungssystemen, z. B. für Gas, Wasser, Abwasser, sofern sie von außen in das Gebäude eingeführt werden und somit Erdpotenzial in ein Gebäude einführen können. Für Gasleitungen gilt dabei, dass nach DVGW G 459-1:1998-07 das Isolierstück der Gas-Hausanschlussleitung nicht überbrückt werden darf. Der Anschluss des Schutzpotenzialausgleichsleiters hat daher hinter demIsolierstück in Fließrichtung zu erfolgen.
  • Fremde leitfähige Teile der Gebäudekonstruktion, sofern im üblichen Gebrauchszustand berührbar.
  • Metallene Zentralheizungs- und Klimasysteme, dies gilt auch obwohl diese Teile nicht ein Erdpotenzial von außen einführen können. Zu diesen Teilen zählen auch äußere Edelstahlkamine.
  • Metallene Verstärkungen von Gebäudekonstruktionen aus bewehrtem Beton, die berührbar und zuverlässig untereinander verbunden sind.

Darf der Wasseranschluss für eine Waschmaschine direkt neben oder über einer Wanne bzw. im Bereich 1 von bodengleichen Duschen hergestellt werden?
Ein fester Wasseranschluss für Waschmaschinen im Bereich 1 verstößt nicht gegen Festlegungen in den Errichtungsnormen von DIN VDE 0100-701 (VDE 0100-701). Das gilt auch dann, wenn der Anschluss der Waschmaschine über eine Wasserstopp-Einrichtung (mit elektrischer Überwachung) verfügt. Somit darf auch eine Waschmaschine direkt neben einer Badewanne aufgestellt werden, was die Elektrofachkraft sowieso nicht beeinflussen kann. Nur die notwendige Steckdose hierfür muss außerhalb der Bereiche errichtet sein.

Dürfen Wachbecken direkt neben/unter/über Steckdosen angebracht werden?
In den VDE-Bestimmungen gibt es dazu keine negative Festlegung. Bei Steckdosen direkt über dem Waschbecken kann eine höhere Schutzart, z. B. IPX4 gefordert sein.

Dürfen elektrische Fußbodenheizungen in Räumen mit Badewanne oder Dusche verlegt werden?
Für elektrische Fußbodenheizungen gibt es keinerlei zusätzliche Einschränkungen (außer den Festlegungen von DIN VDE 0100-701 (VDE 0100-701)), d. h. sie dürfen auch unter dem Fliesenbelag von Duschen ohne Wannen, auch mit 230 V, verlegt werden. Elektrische Flächenheizungen dürfen auch in Wänden Sitzbänken (auch solche im Bereich 1) errichtet werden.

Dürfen Wasserarmaturen mit Elektroanschluss in den Bereichen 1 und 2 vorgesehen werden?
Armaturen mit elektrischer Versorgung dürfen im Bereich 1 nur errichtet werden, wenn sie aus SELV- oder PELV-Stromkreisen mit AC 25 V bzw. DC 60 V versorgt werden. Die dazu notwendige Stromquelle darf sich nicht im Bereich 1 befinden. Armaturen mit elektrischer Versorgung dürfen im Bereich 2 ohne zusätzliche Einschränkung errichtet werden.

Dürfen Wasserrohre und elektrische Leitungen in einem Schacht verlegt werden?
Grundsätzlich ist die gemeinsame Verlegung von elektrischen Leitungen und Wasserrohren in einem gemeinsamen Schacht nicht verboten. In der DIN VDE 0100-520 (VDE 0100-520) gibt es hierzu nur wenige Einschränkungen. So müssen z. B. Kabel- und Leitungsanlagen, die unterhalb einer Kondensation hervorrufenden technischen Anlage errichtet werden, gegen Schädigungen durch das Kondensat geschützt werden. Bei senkrechter Schachtführung ist Kondenswasser unproblematisch. Anders sieht die Sache bezüglich „heißer“ Rohre aus. Hier muss zwischen Elektriker und Sanitärhandwerker eine Abstimmung erfolgen. Meist verlegt der Elektriker seine Leitungen später, sodass er ggf. vorhandene „heiße“ Rohre umgehen kann. Wenn solche Rohre gut isoliert sind, bestehen keinerlei Bedenken bezüglich einer „gemeinsamen“ Verlegung.

Müssen leitfähige Wasserleitungen/Gasleitungen überbrückt werden, wenn Rohrstücke getrennt/ausgewechselt werden müssen?
Für leitfähige Wasserleitungen gibt es diese Forderungen nicht mehr. Früher gab es in den Fällen, in denen die Rohre als Schutzleiter oder Schutzpotenzialausgleichsleitungen verwendet wurden, eine solche Forderung. Für leitfähige Gasrohre gibt es im Abschnitt 2.6.1 der Broschüre „Gasinstallation: Tipps für die Praxis“ folgenden Hinweis: „Müssen metallene Leitungen bei Arbeiten getrennt oder wieder verbunden werden, so ist vor der Trennung als Schutz gegen elektrische Berührungsspannung und Funkenbildung eine elektrisch leitende Überbrückung herzustellen. Dazu dient ein isoliertes Kupferseil nach DIN 46440 mit einem Querschnitt von mindestens 16 mm² und nicht mehr als 3 m Länge.

 

 

 

 

 

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Thu, 21 Jun 2018 09:21:34 +0200
news-26767 Aktuelle Designs und neuer Komfort für Waschtischkeramik https://www.ikz.de/sanitaertechnik/news/detail/aktuelle-designs-und-neuer-komfort-fuer-waschtischkeramik/ Markttrends rund um Waschtischanlagen  


Der Waschtisch ist der Dreh- und Angelpunkt im Bad. Das kommt nicht von ungefähr: Er ist der meistbenutzte Ort im Bad und steht morgens wie abends im Fokus. Kein Wunder daher, dass es sich bei der Absicht, mehr Komfort zu gewinnen, oder bei einer in erster Linie design-orientierten Maßnahme vor allem um die Waschtischanlage drehen wird. Die folgende Übersicht stellt einige Neuheiten vor und versucht eine Einordnung in gestalterische Kategorien, die bei der Badplanung Orientierung geben.

Der Trend geht weiterhin zur dünnwandigen Keramik, das belegt eine ganze Reihe von Neuvorstellungen der Badkeramikhersteller von der zurückliegenden ISH und den Frühjahresmessen SHK Essen und IFH/Intherm in diesem Jahr. Zugleich zeichnet sich ein leichtes Übergewicht der Zahl neuer Aufsatzschalen und Aufsatzwaschtische gegenüber den Varianten für den Einbau oder Unterbau ab, wobei sich das Design vielfach für die Optik der „abgerundeten Ecken“ oder für das Oval entscheidet. Der langjährige Trend zur streng geradlinigen
Geometrie, mit anderen Worten zum rechtwinkligen Aufsatzbecken mit senkrechten Seiten, erfährt gerade eine sanfte Wendung. Das mag zum einen darin begründet sein, dass sich manche Hersteller mit der Flut offener „Keramik-Boxen“ optisch austauschbar fühlten, zum anderen ist im Design vieler Alltagsprodukte bis hin zum Wohnen die organisch gerundete Form populär. Die dänische Designerin Cecilie Manz bekennt sich in ihrem Design der Serie „Luv“ für Duravit ganz bewusst zum Oval: „Ich hatte bei meinem Entwurf für Duravit von Anfang an das Bild einer mit Wasser gefüllten Schale vor Augen.“ Nur konsequent, dass sich die 2017 eingeführte Serie auf die Aufsatz-Installation konzentriert. Die dünnwandigen Schalen gibt es in drei Größen, mit oder ohne eingearbeiteter Hahnlochbank.
Aufsatzbecken – ob nun Schale oder abgerundet rechteckig – bieten dank ihrer starken optischen Präsenz gegenüber der Einbau- oder Unterbauvariante zugleich Spielraum für den Designer, um aus der sichtbaren Wand der Schale gestalterisch „etwas zu machen“: z. B. die feine gerippte Oberfläche der Waschtisch-Serie „Sonar“ von Laufen. Bei dieser Neuheit aus der Feder der spanischen Star-Designerin Patricia Urquiola verbinden sich die geometrischen Grundformen wie Kreisbogen und rechter Winkel mit einer zum Berühren einladenden Textur: Das dünnwandige Becken wölbt sich im Halbkreis dem Benutzer entgegen und spielt dabei mit Licht und Schatten auf den strukturierten Außenflächen, während das Design zur Rückseite in ein Rechteck übergeht. „Sonar“ gibt es auch für die Wandmontage mit Hahnlochbank und frei stehend mit integrierter Säule. Die Aufsatz-Schalen sind
auch mit glatter Oberfläche erhältlich.

Aufsatzbecken und -schalen spielen mit optischen Effekten
Gerade mit den Keramikneuheiten für die Aufsatzmontage wird der Spielraum für eine individuelle Lösung bei der Badplanung größer: Denn wie der Begriff schon nahelegt, werden Aufsatzschalen und -waschtische auf etwas montiert, das im ersten Schritt vielfältige Möglichkeiten für den Planer und die Indvidualisierung ganz im Sinne des Kunden bietet. In vielen Fällen wird das Aufsatzbecken oder die Schale mit einem Waschtischmöbel oder einer Konsole aus dem betreffenden Programm des Keramikherstellers kombiniert, aber auch die Maßanfertigung ist eine Option, die beispielsweise eine präzise Nischenlösung erlaubt oder mit dem Material genau den Geschmack des Kunden trifft – z. B. in Holz, Naturstein, Quarzstein. Die erwähnten Aufsatz-Schalen „Sonar“ von Laufen beispielsweise bieten als optische Besonderheit die auskragende Montage über die Vorderkante, mit anderen Worten: Das Keramikbecken ragt ins Bad hinein, was dem Waschplatz einen besonderen Akzent verleiht. Aber man muss nicht unbedingt die Grenzen der Waschtischkonsole  überschreiten, um dem Platz am Wasser besonderen Charakter zu verleihen: Die neue Premium-Serie von Villeroy & Boch, „Antheus“, präsentiert sich in erster Linie zwar als ein weiteres recht­eckiges Aufsatzbecken, aber der Clou steckt im Detail. Und im Unterbau: Wählen kann der Badkunde ein ausdrucksstarkes Edelstahlgestell mit geschwungenen Füßen, das mit seiner Untertisch-Ablage den traditionellen Platz für Badutensilien am Waschtisch bietet. Die Keramik sticht mit ihren facettierten Beckenkanten ins Auge,
worin der Designer Christian Haas ein Detail aus der Formensprache des „Art déco“ neu interpretiert. Die äußerlich kubische Form verbindet sich mit fließend weichen Innenflächen und steht für das elegante Bad. Die Aufsatzbecken „Antheus“ sind natürlich auch ohne Gestell zu haben.
Das optisch prägnante Thema Metallgestell nimmt auch eine Neuentwicklung aus Italien auf: „Milano“/„Narcisco“ vom italienischen Hersteller Cielo. Die Neuheit ist in der großen Ausführung genau genommen mehr als ein Waschtisch. Sie bietet auch Platz für die Schönheitspflege, angedockt an einen kubistischen Waschtisch mit Metallfüßen plus wahlweise Untertisch-Container für Utensilien. Das Ensemble ist insofern überraschend, da regelmäßig vom Bad als Beauty-Spa und Refugium die Rede ist, aber am Waschplatz nicht immer an die Umsetzung im Detail gedacht wird. Hier bietet „Narcisco“ eine Lösung – eine in das Waschtischmöbel integrierte Box mit Kosmetikspiegel und Ablagen, verbunden mit einem Unterschrankmöbel. Das Ganze wird mittels der Aufhängung im Gestell luftig gelöst und ist wahlweise auch frei aufstellbar.

Klare Linien und Details
Für den Badkunden, der am Waschplatz mit klaren Linien ein Stil-Statement setzen möchte, hat Grohe sein Sortiment seit der ISH 2017 um Badkeramik ergänzt, und zielt nicht zuletzt mit der klaren Linie „Cube“ auf den designorientierten Privatkunden. Zwei weitere Grohe-Keramiklinien, „Bau“ und „Euro“, richten sich vor allem an das Objektgeschäft. Wer für das Waschbecken auf pure Formgebung Wert legt, für den bieten ferner die zur Messe SHK Essen 2018 präsentierten Keramag „VariForm“-Waschtische geometrische Lösungen. Rund, oval oder elliptisch passen die Formen und Einbauvarianten praktisch in viele Einbausituationen, ob im Neubau oder in der Sanierung. Der Hersteller spricht von 49 Varianten, Einbau-, Unterbau- und Aufsatzwaschtische, wahlweise mit und ohne Hahnlochbank. Der schlanke Rand greift die Nachfrage nach dünnwandigen Schalen auf, die großzügige Beckentiefe bietet Ergonomie und Vielseitigkeit am Waschtisch – auch für das Stauen von Wasser. Ein optisches Unterscheidungsmerkmal ist die Schattenfuge, die bei der Variante Aufsatzbecken für eine leicht „schwebende“ Optik der Schale sorgt.
Dieses optisch reizvolle Detail findet sich auch bei den neuen Aufsatzwaschtischen „Inspira“ des spanischen Herstellers Roca, die es in drei Designlinien gibt: „Round“ (kreisrund), „Soft“ (abgerundetes Rechteck) und „Square“ (eckig). Die Variante zum Halbeinbau sitzt dagegen bündig auf dem Möbel oder der Waschtischplatte. „Inspira“ bietet neun Aufsatz- und Halbeinbaubecken sowie drei rechteckige, wandhängende Waschtischvarianten, die auch mit Unterschränken aus derselben Kollektion kombiniert werden können. Die Waschtische und Schalen sind aus dünnem „Roca Fineceramic“ hergestellt. Bei den Badmöbeln der Serie finden sich sowohl Oberflächen in Lack weiß, dunkles Eichenholz als auch Spiegeloberflächen, Letztere für die Türen der Hochschränke.
Neue Aufsatzbecken bietet auch Toto und ergänzt mit „LinearCeram“ seine Auswahl in 4 mm starker Keramik. Die Waschbecken bieten insbesondere in der ovalen Ausführung eine neuartige Optik im Programm des Herstellers, da die Geometrie der Aufsatzschalen nach oben auseinander strebt, also stärker an eine Schüssel erinnert – im Unterschied zu den bekannten vertikalen Außenseiten. Es gibt sie in 40 und 60 cm Breite. Darüber hinaus ist „LinearCeram“ als rechteckiges Aufsatzbecken mit abgerundeten Ecken in 60 cm Breite verfügbar. Der Name der Serie zitiert die von Toto entwickelte Materialmischung mit hohem Härtegrad für filigrane Designkeramik.

Waschtischkeramik und Komfort
Kubistische Formgebung mit abgerundeten Ecken ist ein Dauerthema im aktuellen Design, und der Hersteller Ideal Standard trägt dem Trend mit einer weiteren Serie Rechnung: „Strada II“. Die Kollektion umfasst Wand- und Möbelwaschtische, eckige und runde Aufsatzschalen sowie Einbauvarianten. Die vom Designer Robert Levien entwickelte Neuheit ergänzt die eingeführte Serie „Ipalyss“. Während sich der Beckenrand bei der Aufsatzschale „Ipalyss“ im leichten Bogen nach außen wölbt, ist „Strada II“ konsequent geradlinig. Beide Serien bieten wahlweise eine eingearbeitete Hahnlochbank. Dabei steht der Mischer bei „Strada II“ wie gewohnt mittig, sein Platz ist aber leicht abgesenkt, sodass seifiges Wasser beim Benutzen der Armatur automatisch ins Becken abläuft. Eine andere Lösung, wie Schmutzwasser im Becken und nicht auf dem Waschtischrand landet, hat Laufen mit einer Variante seiner Serie „Val“ bereits vor einiger Zeit vorgestellt, dürfte aber nach wie vor wenig bekannt sein: Das Aufsatzbecken gibt es mit einer sogenannten Halbnasszone, sprich: Ablage-Insel innerhalb der Keramik, natürlich aus einem Guss gefertigt. Hier lässt sich z. B. der Nassrasierer ablegen und hinterher alles in einem Schwung klarspülen.
Argumente der einfachen Reinigung betreffen das private Bad und das Objekt gleichermaßen. Dazu stellte der Hersteller VitrA ein Angebot auf der jüngsten SHK Essen vor: Das „Metropole auto­clean“ kombiniert Unterbaubecken, Sensorarmatur und integrierte Beckenspülung. Dieser zusätzliche Wasserstrahl beginnt in einer kaum wahrnehmbaren Rille im oberen Bereich des Unterbaubeckens, verdeckt durch den Ausschnitt der Waschtischplatte. Der dazu notwendige separate Auslass ist mit dem Zulauf der Waschtischarmatur verbunden. Die Spülung mit standardmäßig 1 l Wasser folgt der Geometrie des Beckens, vergleichbar mit einer Wirbelspülung am Zahnarztbecken, und befördert Schmutz und Seifenreste in den Ausfluss. Das Wasser kann mit einem Reinigungsmittel aus einem kleinen Vorratsbehälter gemischt werden, der zur Kombi-Lösung gehört und verdeckt unter der Keramik platziert wird.
Neben dem Aspekt der Pflegefreundlichkeit der keramischen Oberfläche, für die bei den Markenherstellern auch neue Glasuren wie „CeramicPlus“ (Villeroy & Boch), „Wondergliss“ (Duravit), „KeraTect“ (Keramag) oder von Laufen „Clean Coat“ stehen, spielt auch der Benutzerkomfort am Handwaschbecken eine Rolle. Der italienische Hersteller Scarabeo erhielt für seinen Vorschlag, bei „Hung“ die Handtuchreling platzsparend in die Keramik zu integrieren, 2017 den begehrten iF Design Award. Der kleine Design-Hersteller Ex.T wiederum schlägt bei seinem Keramikbecken „Step“ ein herausnehmbares Holzgitter als Ablage vor, was dem Waschplatz einen charmanten, natürlichen Charakter verleihen soll.

Autor: Heinz Kaiser, Hamburg

 

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Thu, 21 Jun 2018 08:21:40 +0200
news-26645 Verlockende Unterstützung https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/verlockende-unterstuetzung/ Zahlreiche Helfer rund ums Lenkrad  

Jedes neue Auto hat ein Antiblockiersystem, auch ein Seitenwindassistent ist in manchem Transporter bereits serienmäßig. Aber machen alle elektronischen Helfer wirklich Sinn? Mit fortschreitender Technik ist die Verlockung groß, das eigene Können hinter dem Steuer und die Verantwortung im immer dichter werdenden Straßenverkehr zu vernachlässigen.

Drei Nachrichten, die Ende letzten Jahres zu lesen waren, geben gute Beispiele über die Bandbreite an Möglichkeiten, die mittlerweile in der Instrumententafel oder an der Achse Bedeutung haben. Da verkündete Nissan, dass erstmalig die autonome Fahrt quer durch die Millionenmetropole Tokio zur vollen Zufriedenheit der Techniker gelungen war. Erst wer sich mit dem Schwierigkeitsgrad dieser Entwicklungsleistung detailliert auseinandersetzt, kann diese komplexe Errungenschaft der Ingenieure hoch genug einschätzen.
Im zweiten Beispiel titelte eine deutsche Tageszeitung, dass etliche Trucker nachweislich die Notfallbrems-Assis­tenten abschalten. Daher wolle Sachsen-Anhalt das Ausschalten verbieten lassen, um letztlich die Zahl schwerer Auffahrunfälle zu minimieren. Einige Spediteure wiederum halten vom Bremsassistenten nichts. Zum einen kritisieren sie, dass er zu frühzeitig reagiere, wenn die Abstände in der Kolonnenfahrt zu dicht werden und dadurch den Verkehrsfluss stören. Zum anderen müssten sie wirkungsvoller sein und ein Abbremsen um 40 km/h möglich machen (aktuelle Vorschrift: lediglich 10 km/h).
Das letzte Beispiel lieferte Seat: Wer ein Icon auf dem Display des Auto-Mediacenters antippt, kann danach eine Probefahrt per Sprachsteuerung über den Cloud-basierten Sprachdienst Amazon Alexa buchen. Diese „Sensation“ konnte im November 2017 sonst kein anderer weltweit...

Opfer zu beklagen
In den letzten Monaten reihte sich zunächst eine vermeintliche Erfolgsmeldung an die andere, was mittlerweile durch Fahrassistenten und im autonomen Fahren möglich geworden ist. Im März 2018 hatte die Meldung aus Arizona allerdings eine Schockwirkung: Eine Fußgängerin war von einem automatisch gesteuerten Fahrzeug erfasst und getötet worden. Nach neuesten Erkenntnissen soll die Systemsoftware die Person zwar erkannt, doch trotzdem entschieden haben, nicht zu reagieren. Eine solche Möglichkeit ist deshalb programmiert, weil ein Auto beispielsweise keiner umher wehenden Plastiktüte ausweichen oder vor ihr zum Stehen kommen soll. Der Fußgängerin wurde die lückenhafte Art der Erkennung deshalb zum Verhängnis, weil sie ein Fahrrad neben sich herschob und so vermutlich als vernachlässigbares Hindernis eingestuft wurde.
In den Wochen nach diesem Unfall ist von der Euphorie in Sachen autonomes Fahren nicht mehr viel zu lesen. Aussagen von Automobilherstellern, die Technik sei praktisch einsatzbereit und benötige nur noch geeignete Rahmenbedingungen, werden von wissenschaftlicher Seite als voreilig eingestuft. Solche Aussagen würden falsche Erwartungen wecken. Die Systeme seien dafür nicht reif genug.
Wenn aber noch kein autonomes Fah­ren ins allgemeine Fahrzeugangebot kommt, dann doch wenigstens alle möglichen Assistenten? Was den Stand der Technik beim autonomen Fahren auf den Boden der (tödlichen) Tatsachen gebracht hat, kann und muss auch für die Welt der vielen Fahrzeugassistenten gelten. Die Faustregel lautet: Bei allem technischen Zusammenwirken zahlreicher Helfer rund ums Lenkrad ist und bleibt der Fahrer die entscheidende und verantwortliche Person.

Verantwortung bleibt beim Fahrer
Als eine Servolenkung noch nicht selbstverständlich war, hatte man alle Hände voll zu tun, um das Fahrzeug sicher auf der Fahrbahn zu halten. Inzwischen ist die Verlockung groß, seine Aufmerksamkeit vielem anderen zu widmen, nur nicht den eigentlichen Aufgaben, die einem Fahrer zukommen.
Entwickler und Marketing-Spezialisten in den Automobilfirmen arbeiten emsig daran, über die Assistenten dem autonomen Fahren immer näher zu kommen. Zwischenschritte, die vermeintlich bereits jetzt ein Auto auszeichnen, werden als Errungenschaft gepriesen. Bei Pkws ist dieser Trend noch weit ausgeprägter als bei Nutzfahrzeugen. Der ADAC erläutert und bewertet auf seinen Webseiten unter dem Stichwort Fahrerassistenzsysteme mehr als ein Dutzend dieser intelligenten Helfer – denen es momentan jedoch vielfach an Hochintelligenz mangelt.

Darf es an Konzentration mangeln?
Das Gefährliche: Es kann den Nutzer beispielsweise dazu verleiten, mehr als nötig dem Spurhalteassistenten zu vertrauen. Doch aktiv wird manches System erst ab einer bestimmten Geschwindigkeit, die aber noch nicht erreicht sein könnte. Dies erhöht das Unfallrisiko kolossal. Spricht ein solches System an, gibt es je nach Hersteller unterschiedliche Reaktionen. Beim Mercedes „Sprinter“ (Modell 2019) beispielsweise vibriert der Lenker, eine Warnung wird angezeigt und die Geschwindigkeit wird vermindert – was für den Nachfolgenden in der Kolonne heikel werden könnte, denn eigentlich bedarf es nur einer Lenkkorrektur. Der VW „Crafter“ und der baugleiche MAN „TGE“ kann dagegen diese Lenkbewegung automatisch vollziehen, weil Spurhalteassis­tent und elektromechanische Lenkung darauf abgestimmt sind.
Bloß – warum sollte man sich auf diese Technik verlassen? Mancher Könner am Lenkrad, der konzentriert bei der Sache ist und genau weiß, welche Ausmaße sein Fahrzeug hat, fühlt sich binnen kurzer Zeit durch eine solche Art von Hilfestellung genervt. Denn will man bewusst den Randbereich der Straße nutzen oder den Wirrwarr von Markierungen innerhalb einer Baustelle passieren, hat man entweder einen lästigen Piepser im Ohr oder hält immer wieder einen Vibrator in der Hand. Einem Ungeübten mag diese Unterstützung helfen. Wenn allerdings ein solches System deshalb warnt, weil die Lage tatsächlich bedrohlich ernst ist, dann ist der Fahrer überfordert. Hier müsste, scherzhaft gemeint, der Einparkassistent tätig werden...

Tatsächlich müde oder Fehlalarm?
Als nicht durchschaubar erweist sich die Funktion des oftmals gratis eingebauten Müdigkeitsassistenten. Man erinnere sich: Erste Versionen beobachteten vor etlichen Jahren per Kamera die Augen des Truckers und schlugen Alarm, wenn die Lider schwerfällig wurden. Heute übernimmt ein Warnsystem im Bordcomputer diese Aufgabe. Es ermittelt aufgrund der zurückgelegten Fahrtzeit sowie aufgrund von Lenkbewegungen, ob eine Warnung nötig ist. In der Praxis erweist sich dies als untauglich. Der Fahrer kann unkonzentriert oder übernächtigt losfahren, ohne dass der Assistent anspricht. Und oft gibt es nach gut einer Stunde Fahrzeit einen blinden Alarm, obwohl der Fahrer noch alle Sinne beisammen hat. Diese Überwachungsleistung erinnert an das Sprichwort: Was nix kostet, ist auch nix!

Parkassistenz in zwei von drei Autos
Den Komfort eines Parkassistenten lassen sich viele Entscheider heute einiges kosten. Beim Kauf eines Pkws steht laut Systemanbieter Bosch eine solche Option ganz oben auf der Beliebtheitsskala der Assistenten. Hier reicht die Bandbreite vom Abstandssensor über die Heckkamera bis hin zum automatischen Einparker. Zwei von drei Fahrzeugen bieten heute Unterstützungen dieser Kategorie und auch bei vielen Nutzfahrzeugen ist ein solcher Parkwächter angebracht. Vor allem bei geschlossenen Kastenwagen herrscht sonst am Heck Ahnungslosigkeit, die schnell ins Geld gehen kann.
Große Hilfe bietet sich mittlerweile auch für den Anhängerbetrieb: Beim Crafter gibt es die Option, mithilfe der Heckkamera zielgenau an den Hänger anzudocken. Oder es bietet sich die automatische Assistenz, per Joystick im Hängerbetrieb rückwärts in eine Parkbucht zu steuern.

Wirklich keine Kollision?
Damit die Front keinen Schaden nimmt, stehen Abstandstempomat sowie Antikollisions- und Notbremsassistent auf Platz 2 der Beliebtheitsskala. Doch die Tauglichkeit ist zweifelhaft, weil es leider oftmals an Hochintelligenz mangelt. Das zeigt sich beispielsweise darin, dass ein Bremsassis­tent im Kolonnenverkehr manchmal bereits frühzeitig mit markigem Schnarren einschreitet, der Profi dagegen besser dosiert mit dem Pedal umgehen würde. Ist kurz nach einem solchen Manöver erneut eine Verzögerung fällig, kann es sein, dass das System gar nicht aktiv wird – aus welchem Grund auch immer.
Ein automatisiertes Bremsen bleibt auch dann aus, wenn die Kupplung betätigt ist. Das kommt im Stop-and-go häufig vor. Ist der Fahrer in dieser Phase unaufmerksam, lässt ihn der Assistent auflaufen. Über den Sinn solcher (Un-)Zuverlässigkeit ließe sich sicher trefflich debattieren...
Noch ist das Zeitalter des autonomen Fahrens nicht angebrochen. Noch gibt es viele Möglichkeiten, dass nicht hochintelligente Assistenzsysteme ihre Bestimmung verfehlen. Durch die vielen Assistenten wird die Verlockung für den Fahrer allerdings immer größer, die Verantwortung für das Fahrgeschehen der Technik zu überlassen.

Zielgenau durch drei Worte
Genug der Zweifel zum derzeitigen Technikstand der Assistenzsysteme. Eine Neuentwicklung sei zum Schluss als besonders bemerkenswert hervorgehoben. Mit dem 2019er-„Sprinter“ bietet Daimler ab Mitte dieses Jahres unter dem Oberbegriff „MBUX“ (Mercedes Benz User Xperiants) die Option eines Multimediasystems, das die herkömmliche Navigation mit den Leistungen des Startup-Unternehmens what3words kombiniert. Deren Entwickler haben es in den letzten fünf Jahren geschafft, jedes 3 x 3 m große Planquadrat auf der Erde (insgesamt 57 Billionen1)) mit drei Worten eindeutig zu identifizieren – und dies mittlerweile in 22 Sprachen anzubieten.
Natürlich kann man eine solche sogenannte Geocodierung auch mit GPS-Daten erreichen, doch zwanzigstellige Codes einzutippen, ist viel zu umständlich. Im Gegensatz dazu lässt sich die Kombination von drei Worten genial einfach per zuverlässiger Spracherkennung ins Navi übermitteln und damit das Ziel präzise definieren.
Zugang für die Navigationshilfe bekommt man über die Website von what3words oder via App. Ein Zielsektor lässt sich erreichen, indem man entweder die traditionelle Adresse eingibt, die Karte auf eigene Faust erkundet oder auch zu einer bestimmten Adresse in der Nähe navigiert. Der bedeutende Gewinn für den Nutzer: Er muss in Zukunft auf Großbaustellen (meist ohne Straßennamen und Hausnummer) nicht mehr herumirren, bis beispielsweise der Lagerplatz für das Baumaterial gefunden ist. An jeder Messehalle mit diversen Ein- und Ausfahrten oder in einem offenen Gelände lässt sich bis auf drei Meter genau bestimmen, wo der Transporter mit seiner Lieferung Position beziehen soll. Bewährt sich diese Innovation im Handwerkeralltag, wäre dies eine überaus verlockende Unterstützung durch ein Assistenzsystem mit Zukunft.

Autor: Thomas Dietrich, freier Journalist

 

1) 1 Billionen = 1000 Mrd. = 1 · 1012

 

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Thu, 21 Jun 2018 08:14:00 +0200
news-26657 Fröling: Tierarzt aus Wildsteig setzt auf Hackgut https://www.ikz.de/heizungstechnik/news/detail/froeling-tierarzt-aus-wildsteig-setzt-auf-hackgut/ Der Tierarzt Thomas Kroth aus Wildsteig ist zufriedener Besitzer einer Hackgutanlage „T4“ mit Brennwerttechnik, weil er „von dieser innovativen Technologie absolut überzeugt“ ist.  

Seit dem Einbau sorgt die Hackgutanlage (Fröling) mit 24 kW für Wärme im 315 m² großen Neubau. Über das Touch-Display und die Onlinesteuerung („froeling connect“) lässt sich der Hackgutkessel bedienen.
Das Brennwertmodul nutzt die Energie aus dem Rauchgas, das bei konventionellen Anlagen durch den Schornstein entweicht. Dadurch erreicht die Hackgutanlage einen Kesselwirkungsgrad von über 105%.

Fröling Heizkessel- und Behälterbau Ges.m.b.H., Industriestr. 12, A-4710 Grieskirchen, Tel.: 0043 7248 606-0, -600, info@froeling.com, www.froeling.com

 

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Thu, 21 Jun 2018 07:03:00 +0200
news-26765 Komfortabel duschen und baden https://www.ikz.de/sanitaertechnik/news/detail/komfortabel-duschen-und-baden/ Marktübersicht: Dusch-Badewannen-Kombinationen mit Einstiegstür  

Dusch-Badewannen-Kombinationen sind sowohl eine Lösung bei Platzproblemen als auch ein zweckmäßiges Sanitärobjekt für altersgerechtes Wohnen. Zur Benutzung als Dusche dient ein bequemer Einstieg, für das Wannenbad wird die Türe geschlossen. Mit den Wannenkonstruktionen verbinden sich Mechanik und Elektronik ebenso wie bewegliche Glastüren und -trennwände. Die Marktübersicht stellt aktuelle Modelle vor.

Lediglich knapp 8 m² Grundfläche hat das Deutsche Bad im Durchschnitt. Nicht gerade üppig für eine Wohlfühloase. Für Dusche und Badewanne reicht das längst nicht immer. Sind es doch diejenigen Sanitärobjekte im Bad, die den meisten Platz beanspruchen und überdies den Raum gestalterisch prägen. Oftmals bleibt dem Nutzer deshalb nur die Entscheidung entweder Dusche oder Badewanne. In beiden Fällen ist dies für den Bauherrn oder Modernisierer mit Verzicht verbunden. Häufig wird der Dusche der Vorzug gegeben. Dabei ist die Frage nach Dusche oder Badewanne im Zeitalter der Duschbadewannen eigentlich überflüssig.
Längst gibt inzwischen eine weitere Spielart der Wannen-Kombis. Sie vereinen eine geräumige Dusche mit dem Komfort einer Badewanne. Den sogenannten Dusch-Badewannen-Kombinationen ist gemeinsam, dass sie über eine Tür verfügen und damit im Grunde zunächst eine Badewanne mit Einstiegstür sind. Der Einstieg ist damit in etwa vergleichbar mit einem flachen Cabrio-Roadster, in den man aufgrund der niedrigen Höhe notfalls auch einsteigen kann, ohne die Tür zu öffnen. Die Türe erfüllt zum einen die Funktion, die Wanne gleichzeitig als Dusche zu nutzen, ohne über den Wannenrand steigen zu müssen. Zum anderen ist damit auch für Menschen mit eingeschränkter Bewegungsfreiheit die komfortable Nutzung der Badewanne möglich. Unterschiede sind in der jeweiligen Konstruktion der Wannentüre erkennbar. Hier reichen die Ausstattungsmerkmale von der manuell betätig­ten Variante bis hin zum elektronisch gesteuerten Mechanismus mit Antriebsmotoren.

Eine der wichtigsten Funktionen von Türbadewannen ist ein Kontrollmechanismus, der sicherstellen muss, dass

  • bei gefüllter Wanne die Tür nicht geöffnet werden kann,
  • bei geöffneter Tür kein Wasser einlaufen kann, dafür aber bei der Nutzung als Dusche das Wasser ablaufen lässt.


Die Anbieter setzen dabei auf unterschiedliche Technologien, um ein unbeabsichtigtes Öffnen der Türe während der Befüllung oder des Bades zu verhindern.

Für Platzproblem und altersgerechte Badeinrichtung
Wichtig für den SHK-Fachmann: Beim Einbau einer Dusch-Badewannenkombination kommt bei bestimmten Modellen durch die elektrischen Steuerungen und Antriebe eine Komponente ins Bad, die einen Elektroanschluss benötigt, was in der Ausführung eine entsprechende Koordination erfordert. Neben der Lösung für kleine Bäder sind die Dusch-Badewannen-Kombis auch für das Kundensegment interessant, das bei Badmodernisierung oder Neubau bereits an spätere Lebensabschnitte denkt.

 

 

Wannenaufstellung – Verschärfte Regelungen zur Abdichtung
Ein sehr sensibler Bereich beim Wanneneinbau ist die Abdichtung. Mit Inkrafttreten der DIN 18534 im Juli letzten Jahres sind die Anforderungen verschärft worden. Die Silikonfuge als Abdichtungsmaßnahme reicht seither nicht mehr aus. Die neue Norm fordert eine Abdichtung mit zulässigen Produkten wie z. B. Wannenabdichtbändern. Sie sollen dauerhaft verhindern, dass beim Versagen der Silikonfuge Wasser ungehindert unter die Wanne läuft.
Theoretisch kann auf ein Wannenabdichtband verzichtet werden, wenn eine Abdichtung unter und hinter der Wanne ggf. mit Unterflur-Entwässerung vorgenommen wird. Dann aber dürfen dort nur die für die Wannen selbst erforderlichen Rohre und Leitungen geplant werden. Durchdringungen für diese Rohre und Leitungen sind so zu auszuführen, dass die Abdichtung sicher anzuschließen ist. In vielen Anwendungsfällen dürfte die Ausführung einer funktionsfähigen Abdichtung mittels flüssiger, zementärer oder bahnförmiger Stoffe aber entweder gar nicht oder nur sehr schwer möglich sein.
Empfehlenswert ist, ein Wannenabdichtband zusammen mit einem Schalldämm- und Fliesentrennstreifen einzusetzen und Produkte auszuwählen, für die ein Zertifikat eines neutralen Instituts vorliegt.

 

 

 

 

 

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Wed, 20 Jun 2018 15:00:43 +0200
news-26763 Remko setzt auf Kältemittel R410A https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/remko-setzt-auf-kaeltemittel-r410a/ Lage. Remko setzt bei seinen Modellen zur Kaltwassererzeugung nach eigener Überzeugung auf zukunftssichere Installationen. Das Unternehmen nutzt für seine Produkte das Kältemittel R410A, das in einem geschlossenen Kreislauf eingesetzt werde.  

Es erfülle nach der F-Gase-Verordnung langfristig die gesetzlichen Auflagen. Denn R410A weise einen Global Warming Potential (GWP)-Wert unter den gesetzlichen Richtlinien von 2500 auf und dürfe somit auch nach dem 1. Januar 2020 weiter verwendet werden. Zur Erläuterung: Ab 2020 sind alle ungebrauchten F-Gase mit einem GWP größer als 2500 u.a. zu Service- und Wartungszwecken verboten.
Generell seien in den Kaltwasser-Erzeugern des Herstellers nur wenig Kältemittel erforderlich, die Kühlung innerhalb eines Gebäudes werde mit Wasser erbracht und die Geräte ermöglichten eine „optimale Energieausbeute“.

www.remko.de

 

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Wed, 20 Jun 2018 13:18:25 +0200
news-26754 Ungemach in der akademischen Bildung https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/ungemach-in-der-akademischen-bildung/  

Nachwuchssorgen plagen das Handwerk – das ist bekannt. Nicht nur die Zahl der Bewerber geht zurück, auch die Qualität der Auszubildenden lässt vielfach zu wünschen übrig. Inzwischen droht auch in der akademischen Bildung Ungemach – wenn auch in etwas anderer Form. Jüngst erst hat die Bundesingenieurkammer einen dringenden Appell an die Konferenz der Wirtschaftsminister der Länder gerichtet und alle Beteiligten dazu aufgerufen, sich mit Nachdruck für eine hochwertige Ingenieurausbildung einzusetzen.
Hintergrund des Appells ist die anstehende Festlegung der Anforderungen an die Berufsbezeichnung „Ingenieurin/Ingenieur“ im Musteringenieurgesetz. In einem ersten Entwurf hatten Vertreter der Länder aus Sicht der Bundesingenieurkammer zu geringe Anforderungen für die Berufsbezeichnung formuliert. Kritisch betrachtet wird vor allem der geringe MINT-Anteil am Studium. Bereits jetzt stellen laut Bundesingenieurkammer viele europäische Länder im Ingenieurstudium deutlich höhere Anforderungen.
Bleibt zu hoffen, dass der Entwurf nachgebessert und (auch) mit Blick auf internationale Anforderungen angepasst wird. Großprojekte wie Stuttgart 21, Flughafen Berlin Brandenburg oder auch die Elbphilharmonie kratzen schon heute am Image des Ingenieurs. Es könnte weiteren Schaden nehmen.

Markus Sironi
Chefredakteur
m.sironi@strobel-verlag.de

 

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Wed, 20 Jun 2018 11:26:55 +0200
news-26753 „Regenwasser-Retention ist Pflicht, auch wenn die Fläche fehlt“ https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/regenwasser-retention-ist-pflicht-auch-wenn-die-flaeche-fehlt/ Lösungsansatz für Industrie und Innenstadt durch Rigolen  

Der in Zukunft wohl bedeutendste Baustein zur Regenwasserbewirtschaftung in bestehenden Siedlungsgebieten, in dicht bebauten Industrieregionen und ebenfalls in neu zu erschließenden Flächen von Ballungsräumen ist die Retention des Niederschlagswassers. Ausnahmen sind, wenn die bestehenden Möglichkeiten ausgeschöpft sind und die Versickerung aus geologischen Gründen nicht möglich oder wegen Altlasten im Untergrund nicht zulässig ist. Hier kann dann, wie im vorliegenden Fall, der Kanalanschluss mit gedrosselter Ableitung erfolgen.

Sammeln und Zurückhalten (lat. retinere) ermöglicht mehrere dezentrale Bewirtschaftungsmethoden, die gemäß dem Entwurf des technischen Regelwerkes DWA-A 102/BWK-A 3 [1] mit hoher Wahrscheinlichkeit ab 2019 in Deutschland Voraussetzung für Baugenehmigungen sein werden: Die verzögerte Ableitung, die Versickerung und zunehmend auch die Verdunstung. Neu ist dann, dass alle drei Versionen zugleich realisiert sein müssen, und zwar in dem Verhältnis der lokalen Wasserbilanz, das vor der Bebauung im ungestörten Zustand vor Ort gegeben war. Benötigt wird, falls die später gültige Fassung dem Entwurf entspricht, eine Speicher- bzw. Retentionsanlage, in der das Wasser zur weiteren Bewirtschaftung bereitgehalten wird – allerdings soweit gereinigt, dass es in Grund- und Oberflächengewässer eingeleitet werden darf. Zur Nachverdichtung in Industrie und Innenstadt brauchen wir Lösungen, die ohne Bedarf an Oberfläche auskommen und den Niederschlag in die Trennkanalisation oder ggf. mit Ausnahmegenehmigung in den Mischkanal einleiten – wie im nachfolgend beschriebenen Beispiel.

Retention im Tunnel
Gefragt sind also unterirdische Speicherräume, um die immer kostbarer werdenden urbanen Geländeflächen für andere Zwecke freizuhalten. Dennoch sollen die Speicher belastbar sein, denn der Platz darüber wird erfahrungsgemäß für Verkehrsflächen genutzt, in der Industrie z. B. auch als Materiallager. Tiefbau-Unternehmen haben bei derartigen Anforderungen traditionell Rigolen (der Begriff stammt laut Duden aus dem niederländischen und französischen) mit Grobkies oder Schotter gebaut und dabei Material einer einzigen Sieblinien-Fraktion ohne Feinanteile verwendet. So konnten die Zwischenräume der Steine Wasser aufnehmen. Allseitig war ein wasserdurchlässiges Geotextil erforderlich, damit in die Hohlräume von außen nicht Erde oder Sand eingeschwemmt wurde. Doch diese Bauweise hat Nachteile: Nur ca. 30 % des Rigolenvolumens sind Hohlräume. Außerdem belasten Gewinnung und Transport des mineralischen Materials die Umwelt mehr als die heute übliche Lösung:
In modularer Bauweise werden statisch ideale Kunststoffelemente mit mehr als 90 % Hohlraum zusammengefügt und nach außen durch ein Geotextil geschützt. Das Rigolenvolumen und damit der Aushub beträgt nur noch ein Drittel. Diese Module sind umso beliebter, je weniger tief sie eingebaut, je leichter sie zu handhaben und je kompakter sie zu transportieren sind. Im Wettbewerb stehen Blockrigolen aus kubischen Elementen und Tunnelsysteme.

Ableitung mit Drossel
Überlastete Kanalnetze führen dazu, dass beim Nachverdichten in Bestandsgebieten Baugenehmigungen die Auflage zur dezentralen Regenwasserbewirtschaftung erhalten. Wenn aber die bestehenden Möglichkeiten ausgeschöpft sind und die Versickerung aus geologischen Gründen nicht möglich oder wegen Altlasten im Untergrund nicht zulässig ist, bleibt nur der Kanalanschluss – wie im vorliegenden Fall in einem hoch verdichteten innerstädtischen Industriegebiet eines Stuttgarter Sportwagenherstellers – mit gedrosselter Ableitung.
Die Stadtentwässerung Stuttgart hat die Regenwassereinleitung bei diesem Objekt auf den Maximalwert von 37,7 l/Sekunde beschränkt. Marian Dürrschnabel, Teamleiter des Produktmanagements beim Rigolen-Hersteller Birco, hat vor diesem Hintergrund und auf Basis der Vorgaben des Fachplaners für TGA, Deerns Deutschland GmbH, eine statische Drossel mit Lochblende empfohlen: „Diese reguliert zuverlässig den Ablauf des zurück gehaltenen Regenwassers. Und wir konnten diese leicht zugänglich für die Inspektion in einem separaten Systemschacht unterbringen.“

Stauraumdimensionierung im Nachweisverfahren
Die Stadtentwässerung will bei Niederschlag keine größeren Volumenströme im Mischkanal haben als zuvor. So musste auf dem Gelände des expandierenden Betriebes ein Stauraum her, aus dem Regenwasser automatisch und zeitverzögert erst dann eingeleitet wird, wenn die Kläranlage den ersten Schwall aus der Umgebung bereits verarbeitet hat. Im Interesse der Bauherrschaft sollten weder Geländefläche noch umbauter Raum dazu geopfert werden. Die TGA-Planer haben sich im weiteren dieser Herausforderung angenommen.
Zur Dimensionierung des erforderlichen Stauraums gilt das Arbeitsblatt DWA-A 117 [2]. Wo früher noch das einfache Verfahren angewandt wurde, bedient man sich heute der inzwischen detaillierteren Niederschlagsdaten und schafft mithilfe deutlich verbesserter Rechnerkapazitäten Ergebnisse nach dem sogenannten Nachweisverfahren. Der Planungsaufwand hierzu ist deutlich höher, aber gerechtfertigt, da für den Betreiber das Risiko unkalkulierbarer Schäden infolge Unterbemessung ebenso reduziert wird wie kostspielige Überbemessungen.

Schwerlast oben, Grundwasser unten
Der Auftrag an den Generalunternehmer Moser GmbH & Co. KG enthielt u. a. den Bau eines unterirdischen Rückhalteraumes von 75 m³ Volumen mit Abflussdrossel inklusive Anschluss der Regenentwässerung eines neuen Gebäudes und des asphaltierten Innenhofs (der für Lieferverkehr sowie als PKW-Parkplatz genutzt wird). „Gefordert war eine Rigole in flacher Bauweise wegen des hohen Grundwasserstandes. Zugleich sollte darüber, und das bei nur wenig Überdeckung, Schwerlastverkehr möglich sein“, erinnert sich Andreas Olmosi, Projektleiter beim Bauunternehmer Moser. „Da gibt es kaum Alternativen, wenn die Bauherrschaft wie hier auch noch zusätzlich die Möglichkeiten einer Kamera-Inspektion und einer leichten Zugänglichkeit für Wartung wünscht“.
Bei nur 405 mm Scheitelhöhe werden immerhin 880 l Speichervolumen pro Tunnelelement erreicht. Ein Element ist an der Basis 2300 mm lang und 865 mm breit. Überdeckt wird es beispielsweise mit Schotter der Körnung 16 bis 32 mm. Das durch das DIBt in Berlin zugelassene Rigolen-Produkt mit der Nr. Z-42.1-525 ermöglicht dauerhaften Schwerlastverkehr SLW 60 bei einer Mindestüberdeckung von nur 1,00 m. Für Transport und Lagerung sind die Einzelteile kompakt. Auf eine Palette passen 40 Tunnel­elemente SC-310 mit einem Speichervolumen von 36 m³. Das geringe Gewicht von 17,5 kg pro Element und die kraftschlüssige Steckverbindung machen das Verlegen und Verbinden der Tunnel durch lediglich eine Person möglich. Für Großprojekte können so innerhalb kurzer Zeit selbst große Rigolen wirtschaftlich installiert werden.

Abdichtung nach allen Seiten
Die Birco-Rigolentunnel sind auch für die Regenwasserbehandlung mit anschließender Versickerung konzipiert. Aus diesem Grund wird die Anlage mit einem Schutzvlies umhüllt, welches das Eindringen von Erde und Sand von außen verhindert, Wasser jedoch von innen her allseitig gut austreten lässt. Als Stauraum mit verzögerter Ableitung zur Kanalisation funktioniert die Rigole allerdings nur dank einer dauerhaften, verschweißten Abdichtung. Hier wurde eine glatte schwarze Folie aus PE HD mit 2,0 mm Dicke und DIBT-Zulassung verbaut. „Sie ist wurzelfest, beständig gegen Nagetiere und wird vor allem bei Lagerhallen, Gefahrgutlager sowie im Straßen- und im Deponiebau eingesetzt. Als Schutzlage haben wir ein Multicolor-Faservlies mit 400 g Flächengewicht verwendet“, sagt Frank Müller. Er ist geschäftsführender Gesellschafter der F+T Müller GmbH. Sein Betrieb erfüllt die Qualitätsziele der Überwachungsordnung des Arbeitskreises Grundwasserschutz e. V.

Zusammenfassung
Regenwasserbewirtschaftung ist objektspezifisch. Auch in Innenstädten und Industriegebieten geht es darum, Niederschläge möglichst umweltverträglich dem natürlichen Wasserkreislauf zur Verfügung zu stellen. In vielen Fällen profitiert das Stadt- und Gebäudeklima, die Kanalisation wird entlastet. Wassergesetze, Verordnungen und kommunale Satzungen sind ebenso darauf ausgelegt wie die Regeln der Technik. Dennoch wird in Einzelfällen, vor allem bei nachträglicher Verdichtung im Bestand von Siedlungs- und Gewerbegebieten, ein Kanalanschluss für die Regenableitung erforderlich sein und auch genehmigt werden – allerdings mit vorgeschalteter Rigole als Puffervolumen und mit gedrosselter Ableitung. Bei unterirdischer Ausführung müssen Bauweise und Material dauerhaft beständig und statisch ausreichend belastbar sein.

Literatur:
[1] Entwurf Arbeitsblatt DWA-A 102/BWK-A 3. Grundsätze zur Bewirtschaftung und Behandlung von Regenwetterabflüssen zur Einleitung in Oberflächengewässer; Oktober 2016
[2] DWA-Arbeitsblatt 117. Bemessung von Regenrückhalteräumen; Februar 2014

Autorin: Barbara Sahler, Überlingen

 

Nachgefragt
IKZ-FACHPLANER: Welche Gründe kommen für die Anordnung von Regenrückhalteräumen häufig zum Tragen? Und welches Regelwerk ist hauptsächlich maßgebend?
Klaus W. König: Das Arbeitsblatt DWA-A 117 ist im Bereich der gesamten Abwasserableitung zwischen der Grundstücksentwässerung und dem Gewässer anwendbar. Es regelt die Bemessung und den Nachweis von Regenrückhalteräumen. Gründe für die Anordnung von Regenrückhalteräumen sind z. B. die Begrenzung von Gebietsabflüssen, Kosteneinsparungen beim Bau von Entwässerungssystemen, der Anschluss von Neubaugebieten an ausgelastete Entwässerungssysteme oder die Sanierung überlasteter Kanalnetze. Angesichts der Investitionen, die für den Bau von Abflusssystemen und Rückhalte­räumen erforderlich sind, kommt einer nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten ausgerichteten Konzeption und Bemessung von Rückhalteräumen große Bedeutung zu.

IKZ-FACHPLANER: Bereits seit einigen Jahren häufen sich Starkregenereignisse. Hat dies zwischenzeitlich Einfluss auf die Bemessung von Regenrückhalteräumen genommen?
Klaus W. König: Einflüsse auf das Bemessungsergebnis könnten sich aus möglichen Auswirkungen des Klimawandels ergeben. Die heute vorliegenden Niederschlagsprojektionen weisen eine sehr große Variabilität auf. Für die Bemessung von Rückhalteräumen ist dabei insbesondere die Zunahme von lokalen Starkregenereignissen von Bedeutung, die zu einer Erhöhung der erforderlichen Rückhaltevolumina führen könnten. Aufgrund der großen regionalen Variabilität und der großen Unsicherheiten der prognostizierten Niederschlagsentwicklung wird jedoch von einem Klimawandelzuschlag im Bemessungsgang abgeraten. Vielmehr sind bei der Planung – auch im Hinblick auf die Ziele einer integralen Siedlungsentwässerung – Möglichkeiten zur späteren Erweiterbarkeit des Rückhalteraums und zur Verringerung des Niederschlagswasseranfalls zu berücksichtigen.

IKZ-FACHPLANER: Der Entwurf des Arbeitsblatts DWA-A 102/BWK-A 3 „Grundsätze zur Bewirtschaftung und Behandlung von Regenwetterabflüssen zur Einleitung in Oberflächengewässer“ ist bereits im Oktober 2016 erschienen. Warum ist der sogenannte Weißdruck erst für 2019 zu erwarten?
Klaus W. König: Zum Entwurf des Regelwerkes hat es sehr viele und umfangreiche Einsprüche gegeben. Diese will der Normenausschuss innerhalb von 25 bis 30 Monaten abgearbeitet haben, sodass mit dem Weißdruck in der ersten Jahreshälfte 2019 zu rechnen ist. Der Inhalt des Entwurfs soll aber weitestgehend nach Auskunft des Obmanns so bleiben.

 

 

 

 

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Wed, 20 Jun 2018 11:04:02 +0200
news-26750 Nachträgliche solarthermische Versorgung im Quartier https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/nachtraegliche-solarthermische-versorgung-im-quartier-1/ Das Forschungsprojekt smartSOLgrid untersucht die Wärmevernetzung im Bestand  

Wie sich bestehende Nahwärmenetze mit dezentralen Solarthermieanlagen nachrüsten lassen, haben Forscher der technischen Hochschule Ingolstadt (THI) im Forschungsprojekt „smartSOLgrid – Solares Smart Grid im Wärmebereich“ an einer Ingolstädter Wohnsiedlung analysiert. Entwickelt wurde ein innovatives Einbindungskonzept.

Raumwärme und Trinkwarmwasser machen rund 34 % des Endenergieverbrauchs in Deutschland aus. Da die Bereitstellung bei Temperaturen unter 100 °C erfolgt, könnte ein nennenswerter Teil dieser Energie von Niedertemperaturwärmequellen, wie z. B. Solarthermie, erzeugt werden. Dafür ist jedoch ein deutlicher Ausbau der Anlagen in den nächs­ten Jahrzehnten notwendig. Die geringe Sanierungsquote und die zunehmende Verstädterung erschweren aber in vielen Fällen die Errichtung aufwendiger, gro­ßer solarthermischer Systeme.

Das Ziel und die Projektpartner
Um diesem Konflikt zu begegnen, wurde an der technischen Hochschule Ingolstadt (THI) das Konzept einer dezentralen Anordnung kleiner dimensio­nierter Kollektorfelder und Speicher ent­wickelt mit dem Ziel, die Integration der Anlagen in bestehende Quartiersstrukturen zu erleichtern. Im Rahmen des vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) der Vorgänger-GroKo geförderten Verbundprojekts smartSOLgrid entwickelte dabei das Institut für neue Energie-Systeme (InES) der Technischen Hochschule Ingolstadt intelligente Hydraulik- und Regelungs­konzepte für solarunterstützte Nahwärmenetze. In Zusammenarbeit mit den Projektpartnern CitrinSolar Energie- und Umwelttechnik GmbH und der Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft Ingolstadt GmbH (GWG) wurden mehrere verteilte solarthermische Anlagen in ein bestehendes Wärmenetz eingebaut, die aktuell einem Monitoring unterzogen werden.

Die Ausgangssituation
Als Forschungsobjekt wurde ein Wärmenetz ausgewählt, an dem insge­samt rund 350 Wohnungen, verteilt über 14 Mehrfamilienhäuser, angeschlossen sind. Nur wenige Gebäude weisen geeig­nete Dachflächen und Ausrichtungen für Solarthermie-Anlagen auf. Die Nach­rüstung großer zusammenhängender Kollektorflächen oder saisonaler Speicher gestaltet sich schwierig. Bedingt durch das Alter der Gebäude steht diesen Einschränkungen andererseits ein hoher Wärmeverbrauch gegenüber. Durch diese Randbedingungen stellt das Wärmenetz einen typischen Vertreter der städtischen Quartiere dar, auf welche das Forschungsvorhaben abzielte.
In den als geeignet eingestuften Gebäuden Hindenburgstraße 36 (HB36), Hindenburgstraße 57 (HB57), Schubertstraße 12 (SB12) und Schubertstraße 21 (SB21) wurden insgesamt vier dezentrale Solarthermie-Anlagen installiert. Alle Konzepte wurden vorab in Systemsimulationen untersucht und bezüglich der Dimensionierung und Einbindung von Kollektorflächen und Wärmespeichern optimiert. Darüber hinaus sind die umgesetzten Anlagen mit umfangreicher Messtechnik ausgestattet, sodass eine Bewertung im realen Betrieb durchgeführt werden kann. Um einen direkten Vergleich der verschiedenen Einbindungskonzepte zu erleichtern, wurden alle Anlagen mit 71 m² Kollektorfläche gleich groß konzipiert.

Das Projekt im Detail (I): Hindenburgstraße
Für die Hindenburgstraße 36 wurde eine einfache Rücklaufeinspeisung in das Wärmenetz gewählt. Da die Wohnungsbaugesellschaft GWG sowohl die Gebäude als auch die Solaranlagen und das Wärmenetz betreibt, ergibt sich hier im Gegensatz zur Einspeisung in ein fremdbetriebenes Wärmenetz kein Konflikt bei der Aufteilung von Erträgen und Verlusten auf Anlagen- und Netzbetreiber.
Das Wärmenetz wird bisher mit ei­ner Soll-Vorlauftemperatur von 80 °C und einer Soll-Rücklauftemperatur von 60 °C betrieben. Durch die reine Rücklaufeinbindung kann dieses für solarthermische Anlagen relativ hohe Temperaturniveau gegenüber einer Einspeisung in den Netzvorlauf teilweise kompensiert werden, da bereits Kollektortemperaturniveaus deutlich unter 80 °C zu einem Nutzwärme-Ertrag führen.
Da im 9-stöckigen Gebäude Hindenburgstraße 57 das Verhältnis von Dachfläche zu Wärmeverbrauch gering ist, stand eine reine Trinkwasseranlage im Fokus. Hierfür stellte der Einsatz eines Hygiene-Pufferspeichers mit Edelstahl-Wellrohrwärmetauscher zur Trinkwasservorwärmung eine effiziente Nachrüstlösung dar. Durch die Verwendung dieser Wellrohrwärmetauscher wird die Reduktion der Anlagenerträge durch die täglich durchzuführende thermische Desinfektion minimiert, da ein komplettes Durchheizen des Speichervolumens vermieden wird.

Das Projekt im Detail (II): Schubertstraße
Die Objekte Schubertstraße 12 und 21 sind, abgesehen von Dachausrichtung und Anzahl der Wohneinheiten, sehr ähnlich aufgebaut. In beiden Gebäuden ist eine Bestandsanlage vorhanden, die aus einem 750-l-Vorwärmspeicher und 21 m² Vakuumröhrenkollektoren im Falle der Schubertstraße 12 12 bzw. 17 m² Flach­kollektoren in der Schubertstraße 21 bestehen. In diesen Gebäuden ist das Verhältnis von Dachfläche zu Wärme­verbrauch deutlich besser als in der Hindenburgstraße 57. So ist bei Ausnutzung der vorhandenen Dachflächen im Sommer ein deutlicher Überschuss an Solarwärme vorhanden. Die naheliegende Lösung war daher, die Bestandsanlagen zur lokalen Trinkwasservorwärmung zu optimieren bzw. zu erweitern und die Überschüsse analog der Anlage in der Hindenburgstraße 36 in das Wärmenetz einzuspeisen. Bei anfallenden solaren Überschüssen wird der Puf­ferspeicher über eine zusätz­liche Einspeisepumpe in den Netzrücklauf entladen, sodass die Wärme in anderen Gebäuden genutzt werden kann. Ebenso wird damit eine Stagnation der Anlage vermieden. In der Schubertstraße 12 wurden die Bestandskollektoren in die neue Anlage integriert, in der Schubertstraße 21 auf­grund des altersbedingten, schlechten Zustands demontiert.
Mithilfe der mittlerweile seit etwa einem Jahr erfassten Messergebnisse wurden die Simulationsmodelle bestätigt und die Erträge für ein Jahr mit durchschnittlichem Wetter am Standort Ingolstadt berechnet.

Erste Ergebnisse
Exemplarisch sind die Solarerträge, der Deckungsanteil zur lokalen Trinkwarmwasserbereitung und die in das Wärmenetz eingespeiste Energie der Schubertstraße 21 im Jahresverlauf: Der Deckungs­anteil in den Sommermonaten bewegt sich teilweise im Bereich bis über 140 % des Trinkwarmwasserverbrauchs inklusive Zirkulation. Dies wird durch die Einspeisung der Überschüsse in das Wärmenetz möglich. Es können demnach die Erträge, welche üblicherweise bei fehlender Abnahme im Sommer verloren gehen, durch die anderen Verbraucher im Netz genutzt werden. Bei geringer Einstrahlung steht trotzdem die Möglichkeit zur Verfügung, über das Trinkwasser eine Wärme­senke mit niedrigem Temperaturniveau zu erschließen und dadurch die Effizienz zu erhöhen.

Weitere Optimierungsmöglichkeiten
Der Vergleich der unterschiedlichen Konzepte zeigt wie erwartet Vorteile für eine reine Netzeinspeisung bezüglich der geringen Komplexität und des entsprechend geringen Raumbedarfs. Eine zwei Meter breite Installationswand im Keller ist ausreichend, um alle Hydraulik- und Regelungskomponenten unterzubringen. Die Erträge sind jedoch stark von der Netzrücklauftemperatur abhängig. Eine zukünftige Optimierung des Netzbetriebs im Untersuchungsobjekt, auch zur Reduzierung der Verteilverluste im Netz, ist daher zu empfehlen. Bisher zeigen die Ergebnisse deutlich höhere Rücklauftemperaturen als erwartet, was an fehlerhaften Einstellungen der zentralen Netzpumpe und einiger Unterstationen liegt. Darüber hinaus könnte eine Absenkung der Vorlauftemperatur im Sommer die Erträge erhöhen.
Eine reine Trinkwasservorwärmung ist bei entsprechender Auslegung die effizienteste Integrationsvariante, erlaubt in diesem Fall jedoch nur einen begrenzten Beitrag zur Wärmeversorgung des Gesamtobjekts.
Die dezentralen Einspeiser mit zusätzlicher Nutzung der Solarerträge vor Ort stellen die komplexeste Konfiguration in der Untersuchung dar. Ein wichtiger Ansatzpunkt zu weiteren regelungsseitigen Verbesserungen sind hier die Temperaturschwellen und Volumenströme der Überschusseinspeisung. Auch diese Anlagen würden von einer verbesserten Wärmenetzregelung profitieren.

Blick auf die Kosten
Die Kosten, welche bisher mit den Anlagen erreicht wurden, bewegen sich ohne Förderung zwischen 11,7 Ct/kWh und 18,9 Ct/kWh. Unter Berücksichtigung der Förderung durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) sowie der angesprochenen Betriebsoptimierungen des bestehenden Wärmenetzes, lassen sich die Kosten jedoch auf 8,3 bis 10,4 Ct/kWh reduzieren. Damit wurde das ursprünglich gesteckte Ziel von 8 bis 12 Ct/kWh erreicht. Für eine darüber hinaus gehende Verbesserung ist in erster Linie der Personalaufwand für den Aufbau der Anlagen effizienter zu gestalten. Eine Standardisierung der erarbeiteten Lösungen sowie eine Kombination der Installation der Solarthermieanlagen mit weiteren Sanierungsmaßnahmen am Gebäude ist anzustreben.
Seit Projektabschluss Ende Dezember 2016 führt die THI in Absprache mit den Projektpartnern das Monitoring fort, um zukünftig weitere Erkenntnisse und Langzeiterfahrungen ableiten zu können. Der vollständige Abschlussbericht kann bei der Technischen Informationsbibliothek Hannover (www.tib.eu) eingesehen werden.

Autoren:
Dipl.-Ing. (FH) Daniel Beckenbauer
Dr.-Ing. Michael Klärner
Prof. Dr.-Ing. Wilfried Zörner

 

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Wed, 20 Jun 2018 10:38:10 +0200
news-26746 Kühlflächen auswählen, auslegen und regeln https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/kuehlflaechen-auswaehlen-auslegen-und-regeln/ Soll eine Flächenheizung auch zur Kühlung genutzt oder vorausschauend darauf vorbereitet werden, sind bei der Auslegung einige Dinge zu beachten – auch die Vorgaben der EnEV gilt es zu berücksichtigen  

Aufgrund der klimatischen Entwicklung wird die Nachfrage nach einer Kühlung auch im privaten Wohnbereich in den nächsten Jahren spürbar zunehmen. Dementsprechend sollte eine Flächenkühlung im Neubau heutzutage entweder bereits integriert oder zumindest vorbereitet werden. Dabei sind sowohl hinsichtlich der Auslegung als auch der Regelung einige Punkte zu beachten.

Der Klimawandel und dessen Auswirkungen sind schon heute deutlich spürbar. So war 2016 das wärmste Jahr seit Beginn der systematischen Messungen im Jahr 1880, genau wie davor auch schon die Jahre 2015 und 2014. Um dem entgegenzuwirken, wurde im Klimaabkommen von Paris festgelegt, dass die Erderwärmung auf „deutlich unter 2 °C“ gegenüber vorindustriellen Werten begrenzt werden soll. Eine unabhängige wissenschaftliche Bewertung (www.climatetracker.org) prognostiziert auf Basis der aktuellen Bemühungen bis zum Ende des Jahrhunderts allerdings einen Anstieg um 3,6 °C.
Grund genug für das Umweltbundesamt, die lokalen Auswirkungen auf Deutschland in der umfassenden Studie „Vulnerabilität Deutschlands gegenüber dem Klimawandel“ zu analysieren. Im Hinblick auf einen steigenden Kühlbedarf in Wohnhäusern ist hier besonders die Entwicklung der heißen Tage (Temperaturmaximum ≥ 30 °C) interessant, da sich die Gebäude über längere Schönwetterperioden immer mehr aufheizen. Bei einem prognostizierten starken Klimawandel ist hier bis 2050 in etwa mit einer doppelt so hohen Belastung zu rechnen. Ähnliches gilt für die Anzahl der Tropennächte (Nachtminimumtemperatur ≥ 20 °C), in denen keine freie Nachtkühlung der Gebäude stattfinden kann und die Ausbildung von städtischen Wärmeinseln die Situation in den Ballungszentren noch zusätzlich verstärkt.
Die Kühlung von Wohnhäusern wird also mittelfristig und regional sicherlich unterschiedlich stark ausgeprägt eine immer stärkere Bedeutung bekommen. Sie ist schon jetzt die Führungsgröße bei der Temperierung von Bürogebäuden und sollte angesichts der zu erwartenden Entwicklungen auch beim Wohnneubau berücksichtigt werden. Schließlich sind die Neubauten von Heute die Altbauten in der wärmeren Zukunft.

Einhaltung der EnEV erfordert hohe Effizienz
Eine Kühlung ist immer eine zusätzliche Option, die nicht nur für angenehme Temperaturen sorgt, sondern auch den Energieverbrauch erhöht. So benötigt ein Wohngebäude in der Regel mehr Strom. Dies muss gemäß der EnEV 2014 auch beim Primärenergiebedarf von Neubauten berücksichtigt werden. Im § 3 „Anforderungen an Wohngebäude“ steht hier: „Zu errichtende Wohngebäude sind so auszuführen, dass der Jahres-Primärenergiebedarf für Heizung, Warmwasserbereitung, Lüftung und Kühlung den Wert des Jahres-Primärenergiebedarfs eines Referenzgebäudes gleicher Geometrie, Gebäudenutzfläche und Ausrichtung mit der in Anlage 1 Tabelle 1 angegebenen technischen Referenzausführung nicht überschreitet.“
Allerdings ist in diesem maßgeblichen Referenzgebäude gar keine Kühlung vorgesehen. Dies bedeutet für die Einhaltung der EnEV, dass der daraus resultierende, zusätzliche Primärenergiebedarf immer in anderen Gebäudebereichen ausgeglichen werden muss. Um diese Hürde möglichst gering zu halten, sollten deshalb für die Kühlung immer Systeme mit einem möglichst geringen Primärenergiebedarf eingesetzt werden. Nach dem heutigen Stand der Technik ist dies im Neubau in der Regel eine Flächentemperierung (Bild 2) in Kombination mit einer Sole/Wasser-Wärmepumpe mit Erdsonde oder einer reversiblen Luft/Wasser-Wärmepumpe. Erstere ermöglicht im Sommer auch tagsüber die besonders effiziente, passive Kühlung über die Sole, bei der nur der Strom für die Umwälzpumpen des Heiz-/Kühlkreises und des Sole-Kreises benötigt wird.

Boden, Wand oder Decke?
Ob die Kühlung im Neubau über den Boden, die Wand oder die Decke erfolgt, hängt im Wesentlichen von den benötig­ten Leistungen ab. Die Fußbodenkühlung ist dabei in Wohngebäuden die am meis­ten verbreitete Variante, weil die in der Regel vorhandene Fußbodenheizung relativ einfach auch für die Kühlung verwendet werden kann. Die Wandheizung ist eher eine Sonderlösung, die als Ergänzung einer Fußbodenheizung eingesetzt oder in der Renovierung verwendet wird. Angesichts der stetig sinkenden Heizlasten können die meisten Räume im Neubau mittlerweile auch problemlos über die Decke erwärmt werden. Ein großer Vorteil sind dann die damit einhergehenden hohen Kühlleistungen. Allerdings ist die Fußbodenheizung trotz der vergleichsweise niedrigen Werte in Tabelle 1 effektiv genug, um die heutigen, gut gedämmten Neubauten ausreichend zu kühlen. Hier ist nicht mehr die reine Kühlleistung ausschlaggebend, sondern vielmehr das dynamische Verhalten über die immer längeren und wärmeren Schönwetterperioden. Flächensysteme reduzieren dabei nicht nur die Innentemperatur, sondern dämpfen auch die Erwärmung der Gebäudemasse stark ab. Damit bleiben die Oberflächen kühler und selbst höhere Raumlufttemperaturen werden noch als angenehm empfunden.

Anpassung der Rohrabstände und -durchmesser
Soll die Fußbodenheizung auch zur Kühlung genutzt oder vorausschauend darauf vorbereitet werden, sind bei der Auslegung einige Dinge zu beachten. Zunächst empfiehlt es sich, die Verlegeabstände zu reduzieren – am besten auf einen Wert von 10 cm (Bild 3). Da die Kühlung mit einer geringeren Spreizung betrieben wird, müssen die Druckverluste in den Heizkreisen und damit entweder deren Längen oder die Rohrdurchmesser entsprechend angepasst werden. Meistens ist es hier einfacher, statt eines 14er-Rohres ein 16er- oder 17er-Rohr zu verwenden, als den Verteiler zu vergrößern. Zur Vermeidung von Tauwasser sollten zudem die Zuleitungen der Verteiler dampfdiffusionsdicht gedämmt werden.
Weiterhin hat auch der Oberbodenbelag einen großen Einfluss. So erreichen Fliesen eine höhere Kühlleistung als Teppich oder Parkett, fühlen sich bei gleicher gemessener Temperatur aber deutlich kälter an. Eine interessante Alternative sind hier moderne LVT Design Bodenbeläge, die bei einer vergleichbaren Wärmeleitfähigkeit aufgrund des niedrigeren Wärmeeindringkoeffizienten sehr viel angenehmer sind. Vorteilhaft ist zudem, dass all diese Maßnahmen auch zu einer besseren Jahresarbeitszahl für Wärmepumpen im Heizfall führen.

Grundfunktionen der Regelung
Die effiziente Flächenkühlung eines Gebäudes erfordert natürlich eine geeignete Regelung. Da eine spätere Nach- bzw. Umrüstung sehr aufwendig sein kann, werden hier im Neubau immer häufiger Regelungen eingesetzt, die zusätzlich zum Heiz- auch den Kühlfall beherrschen. Auf diese Weise ist das Gebäude mit geringen Mehrkosten von vornherein „cooling ready“ und für zukünftige Anforderungen gewappnet. Angesichts dieses Trends sind einige Anbieter, wie etwa Uponor, mittlerweile dazu übergegangen, ihr komplettes Regelungssortiment standardmäßig mit Kühlfunktion auszustatten (Bild 4).
Grundvoraussetzung für die Flächenkühlung ist das richtige Ansprechverhalten der Thermoantriebe auf eine Temperaturänderung im Heiz- oder Kühlfall. Einfacher gesagt: Wenn der Raum im Winter die gewünschte Temperatur erreicht, muss sich der Thermoantrieb schließen. Und wenn es im Sommer zu warm wird (empfohlene Grenztemperatur 26 °C), muss er sich öffnen, um die Kühlleistung zu erhöhen.
Weiterhin muss die Regelung in der Lage sein, über ein externes Signal zwischen Heiz- und Kühlmodus umzuschalten. Dies kann das Ausgangssignal einer reversiblen Wärmepumpe, das Einschaltsignal eines Kaltwassersatzes oder auch ein manueller Schalter für den Nutzer sein. Mehr Komfort bietet dabei eine automatische Umschaltung zwischen Heiz- und Kühlbetrieb auf Basis voreinstellbarer Parameter, wie sie etwa mithilfe der Uponor „Smatrix Move PRO“ Vorlauftemperaturregelung realisiert werden kann (Bild 5).

Sicherheit und Komfort durch raumweise Regelung
Um eine Taupunktunterschreitung und damit eine Schädigung der Bausubstanz durch Kondensation zu vermeiden, ist der Betrieb der Flächenkühlung immer von der relativen Luftfeuchtigkeit abhängig. Wird hier ein vorab bestimmter Grenzwert (i.d.R. 80 %) überschritten, muss die Kühlung abgeschaltet werden. Oftmals werden die relative Luftfeuchtigkeit und die Raumtemperatur dazu über einen Referenzraumfühler für das gesamte Objekt gemessen. Dies bedeutet jedoch, dass Feuchteschäden in anderen Räumen nicht vollständig ausgeschlossen werden können. Zudem muss überall auf den Kühlkomfort verzichtet werden, auch wenn nur ein Raum betroffen ist.
Daher ist es sinnvoll, bei der Flächenkühlung die Kühlung raumweise auszuschalten. Die Raumfühler messen die jeweilige relative Luftfeuchtigkeit und sorgen so dafür, dass bei Überschreitung des Grenzwertes nur die Heizkreise des betroffenen Raumes geschlossen werden. Außerdem sind sie eine Voraussetzung für den automatischen hydraulischen Abgleich. Das Raumthermostat Uponor „Smatrix Style“ (Bild 6) misst dabei beispielsweise auch die operative Temperatur, d.h. den Anteil der Wärmestrahlung, sodass die Flächenheizung und -kühlung präzise gesteuert werden kann. 
Eine weitere Möglichkeit, um eine Taupunktunterschreitung zu verhindern, ist die gezielte Entfeuchtung bestimmter Räume. So kann die Uponor „Smatrix Wave PLUS“ Einzelraumregelung (Bild 7) einen Luftentfeuchter auch über ein Ausgangssignal zu einem Funkempfänger direkt ansteuern. Das Gerät wird beim Überschreiten des Grenzwertes aktiviert und die Kühlung startet automatisch erneut, sobald die relative Luftfeuchtigkeit wieder um 5 % darunter liegt.

Effizient Kühlen mit hydraulischem Abgleich
Für eine effiziente Flächenkühlung ist es zudem wichtig, dass das System hydraulisch optimal einreguliert ist. Allerdings wird die Kühllast durch ganz andere Faktoren beeinflusst als die Heizlast. So sind hier die Orientierung des Raumes und der Fensterflächen sowie die Verschattung und die internen Lasten wichtig, während bei der Heizung die Wärmedurchgangskoeffizienten der Bauteile und die Lüftung den Ausschlag geben. Ein Raum, der im Winter gut beheizt werden muss, weist also nicht automatisch auch im Sommer eine hohe Kühllast auf. Trotzdem wurde die Flächenkühlung bisher aus praktischen Gründen üblicherweise mit den hydraulischen Einstellungen für den Heizfall betrieben. Mittlerweile gibt es aber Regelungssysteme, die sämtliche Einflussfaktoren rund um die Flächentemperierung permanent überwachen und den Massenstrom bei Bedarf automatisch nachjustieren. Moderne Einzelraumregelungen verfügen über eine intelligente Autoabgleich-Funktion (Bild 8), mit der die Hydraulik innerhalb weniger Stunden vom Heizfall auf den Kühlfall umgestellt und danach immer an die aktuelle Situation im Gebäude und in den einzelnen Räumen angepasst werden kann. Unterm Strich bedeutet dies für die Flächenkühlung und -heizung eine deutlich höhere Effizienz, weil jederzeit und überall nur so viel Energie bereitgestellt wird, wie tatsächlich erforderlich ist. Im Heizfall lassen sich beispielsweise gegenüber einem nicht abgeglichenen System ohne Einzelraumregelung auf diese Weise bis zu 20 % an Energie einsparen.

Autor: Sven Petersen, Referent Uponor Academy D-A-CH, Uponor GmbH, Haßfurt

Bilder: Uponor GmbH

www.uponor.de

 

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Wed, 20 Jun 2018 10:26:26 +0200
news-26745 Mobile Bad-Präsentation für Fachhandwerker https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/mobile-bad-praesentation-fuer-fachhandwerker/ Würzburg. Richter + Frenzel bietet Fachhandwerkern eine mobile Bad-Präsentation an. Möglich macht sie die kostenlose App „realityMobile“. Mit ihr kann dem Endkunden das visualisierte Planungsergebnis per Laptop, Tablet oder Smartphone dargestellt werden. Anwenden lässt sich die App laut Hersteller in der Kundenwohnung, auf der Baustelle oder im Büro. Möglich sei eine Bad-Rundumsicht von 360 Grad.  

Die App könne alle Planungen verwalten. „Die Präsentation wird mobil, der Fachhandwerker agiert souverän. Er handelt und berät selbst und entscheidet über Produkte, Ausstattung und Anordnung“, wirbt Richter + Frenzel. Die Anwendung schaffe Planungssicherheit für den Fachhandwerker und den Endkunden. Drei Musterbäder sind vorinstalliert. Zudem bietet das Unternehmen eine „realityMobile“-Box an, in der weitere Informationen und eine Virtual-Reality-Brille enthalten sind. Sie ermöglicht dem Kunden, das von ihm ausgewählte Bad virtuell zu sehen.

www.richter-frenzel.de

 

 

 

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Wed, 20 Jun 2018 10:24:29 +0200
news-26742 Bonusaktion von Wolf: Fünf Jahre Garantie und Prepaid-Geldkarte https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/bonusaktion-von-wolf-fuenf-jahre-garantie-und-prepaid-geldkarte/ Mainburg. Wolf hat eine Bonusaktion gestartet: Kunden, die ihre alte Heizung eintauschen oder eine neue von Wolf kaufen, erhalten fünf Jahre Garantie sowie bis Ende 2018 einen Bonus in Höhe von 200 Euro in Form einer aufgeladenen Prepaid-Geldkarte.  

Dazu müssen sie sich online (www.wolf-garantie.de) registrieren. Anschließend bekommen sie einen Aktions-Coupon mittels eines QR-Codes per Mail zugesandt. Ihn kann der Installateur bei der Inbetriebnahme der Anlage mit der im Play- und App-Store kostenlos erhältlichen Smartscan-App scannen. Damit sei der Installationsnachweis erbracht. Nach der Bestätigung soll der Kunde die Bonuszahlung von 200 Euro in Form einer aufgeladenen Prepaid-EC-Karte zugeschickt bekommen. Wichtig: Die im Formular auf der Webseite angegebene Adresse und die Daten bei der Garantie-Registrierung müssen laut Wolf übereinstimmen.

www.wolf.eu

 

 

 

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Wed, 20 Jun 2018 09:47:20 +0200
news-26743 Künstliche Intelligenz löst den Menschen ab https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/kuenstliche-intelligenz-loest-den-menschen-ab/ Das Smart Building der Zukunft sammelt Daten und wertet diese mittels intelligenter Algorithmen aus, sagt eine Trendanalyse  

Der Brandmeldespezialist Hekatron hat gemeinsam mit dem Sicherheitsfacherrichter Schlentzek & Kühn und Trendforschern die Studie „Smart Building 2030: Geschäftsmodelle in der Sicherheitstechnik der Zukunft“ herausgegeben. Die Analyse prognostiziert große Umwälzungen in zukünftigen Smart Buildings – sie werden autonom. Das hat vielfältige Auswirkungen.

2030 prägt das Internet of Everything unsere Lebens- und Arbeitswelten. Alle Gegenstände, die durch Vernetzung einen neuen Nutzen erhalten können, werden in den kommenden Jahren zu Internetgeräten. Letztlich jeder Gegenstand erhält eine eigene IP-Adresse und wird zu einem Datenpunkt – nicht nur Nahrung, Kleidung, Autos, sondern auch Maschinen, Lager, Büros, Gebäude, ja ganze Städte. Auch im Smart Building werden Smart Devices (intelligente Geräte) nach und nach Einzug halten: Fenster steuern die Durchlässigkeit von Sonnenlicht und steigern die Effizienz des Gebäudes, Fußböden erkennen die Bewegung von Personen und können Besucherströme in Gebäuden lenken, Wände dienen als Informationsfläche.

Die Leistungsfähigkeit von Sensoren wächst
Herzstück der Smart Devices sind Sensoren. Sie erfassen in Zukunft größte Mengen an Daten im Gebäude und rund um das Gebäude. Dabei wächst die Bandbreite dessen, was durch Sensoren erfasst werden kann. Sensorsysteme können bereits heute Daten über den Energie- und Wasserverbrauch, Temperatur und Lichteinfall erfassen sowie Klima und Luftfeuchtigkeit registrieren, Brandentwicklung und Bewegung melden sowie Türschlösser fernsteuern. Doch das ist nur der Anfang.
Die Leistungsfähigkeit von Sensoren wird in den kommenden zehn Jahren weiter wachsen. Sensoren, die bisher nur in Rauchmeldern eingebaut wurden, können ebenso in anderen Gegenständen zum Einsatz kommen. Warum sollten nicht auch Heizungen zu Brandmeldern werden? Fußböden und Türrahmen aus Bewegungsdaten auf Gefährdungslagen schließen? Leuchten Luftqualität analysieren? Es wachsen die Möglichkeiten der Kopplung, Auswertung und Analyse dieser Daten. Es wird derjenige den größten Beitrag zur Smartness eines Gebäudes leisten können, der Zugang zu den unterschiedlichen Datenpunkten hat und deren Daten miteinander kombiniert auswerten kann. Schon in dieser ersten Betrachtung wird deutlich: Die Auswertung der Gebäudedaten der Zukunft überfordert die menschlichen Möglichkeiten. Selbst mit Mitteln hoch ergonomischer Leitstellen ist ein einzelner Mensch nicht in der Lage, die Datenmengen der Zukunft umfassend in ihrer vollen Komplexität und in Echtzeit zu überblicken und zu interpretieren. Und selbst wenn er es wäre, scheitert er an der Anforderung der Zukunft: Predictive
Analytics, die datenbasierte Vorhersage, aus der Prognosen abgeleitet werden, die beim Steuern der Gebäudetechnik helfen. Dieses Potenzial ist der zentrale Treiber der Entwicklung von künstlicher Intelligenz im Gebäude. Deren Leistungsfähigkeit wächst exponentiell. Bereits in sehr naher Zukunft werden wir den Punkt erreicht haben, an dem wir feststellen: Systeme mit künstlicher Intelligenz (KI) treffen Entscheidungen – und sie treffen sie besser.

Mehrwert für den Kunden
Das Smart Building der Zukunft sammelt Daten und wertet diese mittels intelligenter Algorithmen aus. Durch diese Auswertung entsteht der wirkliche Nutzen des Smart Buildings. Schließlich kann das Gebäude der Zukunft vorausschauend und letztlich autonom handeln. Der Weg dahin lässt sich in vier Entwicklungsschritten erkennen:

  1. Das zentrale Kontrollzentrum
  2. Das Building Operation System
  3. Building as a platform
  4. Das voll autonome Gebäude.

Phase 0: Die Digitalisierung des Gebäudes
Trotz technologischer und digitaler Möglichkeiten ist die Mehrheit der Wohn- und Objektbauten heute noch nicht digitalisiert. Schnittstellen sind analog und in 30 % der Wohn- und Objektbauten findet Automatisierung nur im Bereich der Klima- und Lüftungstechnik statt. Dabei unterscheiden sich die Anforderungen und Entwicklungen der verschiedenen Gebäudetypen deutlich. Dahinter stehen wiederum unterschiedliche Entscheider. Sei es im Industriegebäude das Unternehmen, im Wohnungsbau der Eigentümer oder Mieter, im Bürobau der Investor oder im Sonderbau die öffentliche Hand – letztlich entscheiden diese Akteure, ob der Grundstein für die Digitalisierung des Gebäudes in den kommenden zehn Jahren gelegt wird oder nicht. Dabei wird das Handeln dieser Akteure von unterschiedlichen Triebfedern geleitet:

  • Die Digitalisierung von Industriebauten wird in Zukunft getrieben durch die gezielte Erweiterung der Produktionsmöglichkeiten sowie eine höhere Gebäudeeffizienz.
  • Bei der Digitalisierung im Wohnungsbau steht für die Mieter Komfort im Vordergrund, seitens der Eigentümer ist es die Lebensdauer des Gebäudes.
  • Im Bürobau sind es vor allem die Inves­toren, welche über die Digitalisierung des Bürokomplexes entscheiden. Ihr Handeln wird dabei maßgeblich von der Werterhaltung und -steigerung des Gebäudes getrieben.
  • Im Sonderbau, hinter dem die öffentliche Hand als auch private Akteure stehen, ist die Motivation zur Digitalisierung unterschiedlich. Die öffentliche Hand strebt nach Risikominimierung, Planungssicherheit und fest kalkulierbaren Nutzungsszenarien, der private Betreiber wird von Gewinn­orientierung getrieben.

Phase 1: Das zentrale Kontrollzentrum
Während viele Gebäude auf dem Weg zum autonomen Smart Building heute noch am Anfang stehen, sind insbesondere im Sonderbau jene Gebäude einen Schritt weiter, an denen viele Menschen aufeinandertreffen und die ein hohes Maß an Sicherheit gewährleisten müssen. Hier werden Kontrollzentren installiert, um Informationen an einem Ort zu bündeln und die Prozesse im Gebäude überwachen zu können. Je stärker die Anzahl der Sensoren und Datenquellen wächst, je komplexer die Datenlage wird und je stärker die Ansprüche der Interessengruppen an das digitalisierte Gebäude steigen, desto mehr wird es auf die Leistungsfähigkeit des Kontrollraums im Gebäude ankommen, die Daten aller im Gebäude vernetzten Geräte zusammenzuführen.

Phase 2: Building Operating System (BOS)
Riesige Datenmengen führen dazu, dass Menschen im Kontrollraum zunehmend von einer künstlichen Intelligenz abgelöst werden. Menschen können die Mengen an Daten weder überblicken, noch auswerten, geschweige denn Entscheidungen auf dieser Grundlage treffen. Bis 2030 fungiert im Smart Building eine künstliche Intelligenz als sogenanntes Building Operating System (BOS). Es agiert als zentrales System, das die Informationen und Daten möglichst vieler Smart Devices im Gebäude sammelt, auswertet, Entscheidungen trifft und das Gebäude managt.

Phase 3: Building as a platform
Die Lernfähigkeit und stetig zunehmende Intelligenz der Einzelbestandteile von Smart Buildings und die damit verbundenen wachsenden Datenmengen machen eine zentrale Steuereinheit ab 2025 unmöglich. Es ist schlicht zu komplex, alle Daten, Informationen und Entscheidungen an einem Ort zu bündeln. Gleichzeitig wird das Smart Building der Zukunft nicht von einer Super-KI gesteuert. Es wird vielmehr von vielen künstlichen Intelligenzen gesteuert.

Phase 4: Das autonome Gebäude
Nach 2030 wird die technologische Entwicklung künstlicher Intelligenz soweit sein, dass diese Systeme auch ohne eine definierte Netzwerkstruktur oder Plattform miteinander kommunizieren können. Wie Menschen heute werden sich unbekannte Smart Devices erkennen, sich einander vorstellen und miteinander arbeiten. Letztere werden mit anderen künstlichen Intelligenzen im Smart Building über eine Plattform kommunizieren.

Künstliche Intelligenz
Sobald das Smart Building der Zukunft autonom handelt, das heißt als eigenständiges System seine eigenen Entscheidungen trifft, wird es auch eigene Kaufentscheidungen treffen. Die Herausforderung für Anbieter von Gebäudetechnik: Sie werden sich mit ihren Produkten in Zukunft nicht an einen Menschen, sondern an die künstliche Intelligenz des Gebäudes richten müssen. Sie werden in Zukunft ihre Kundenkommunikation an KIs und nicht mehr an Menschen ausrichten. Dasselbe gilt für die Anbieter von Einbau und Wartung technischer Systeme: das Handwerk. Der Handwerksbetrieb, der sich bis Mitte der 20er-Jahre nicht in die Lage versetzt, Aufträge digitaler Agenten entgegenzunehmen, wird sich perspektivisch sehr schwer tun. Und hier geht es nicht um die Auftragsannahme per
E-Mail. Zentral ist vielmehr die Transparenz in Auftreten, Kompetenz und Kommunikation.
Die Perspektive der Gebäudetechnik der Zukunft wird darin liegen, dass Anbieter aller Gewerke der Gebäudetechnik, sei es Elektro, Heizung, Klima oder Sanitär, neue Kompetenzen entwickeln. Der Gebäudetechniker der Zukunft ist derjenige, der erkennt, welche Datenpunkte ohnehin im Smart Building vorhanden sind. Er ist derjenige, der erkennt, welche dieser Datenpunkte verknüpfbar sind. Und er ist derjenige, der Erfahrung darin hat, einen Zugang zu diesen Daten zu finden.

Dieser Artikel basiert auf der Trendanalyse des 2b AHEAD ThinkTanks (Leipzig) „Smart Building 2030: Geschäftsmodelle in der Sicherheitstechnik der Zukunft“.

 

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Wed, 20 Jun 2018 09:45:15 +0200
news-26740 Seminarcenter mit Platin ausgezeichnet https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/seminarcenter-mit-platin-ausgezeichnet/ In Attendorn-Ennest entsteht ein Referenzobjekt des digitalen Bauens  

Systemanbieter Viega baut bis zum Sommer 2020 ein neues Seminarcenter in Attendorn-Ennest. Mit der „Viega World“ entsteht auf rund 12 200 m2 ein Energie-Plus-Gebäude, das in der Jahresbilanz mehr Energie erzeugen soll als es verbraucht. Das Objekt mit einem hohen zweistelligen Investitionsvolumen ist integral geplant und wird mittels Building Information Modeling (BIM) konsequent entlang eines digitalen Modells realisiert.

Über Details informierten die Vorsitzenden der Geschäftsführung der Viega Holding GmbH & Co. KG, Walter Viegener und Claus Holst-Gydesen, Anfang Mai dieses Jahres. So werde im Seminarcenter u. a. jede Pumpe der Heizungsanlage oder jedes Leuchtmittel in einem 3D-Modell abgebildet. Die Schulungsmethodik setzt zudem auf ein Höchstmaß an Interaktivität. Dazu Holst-Gydesen: „Wir wollen Wissen erlebbar machen.“ Das bedeute auch, dass die Funktionen der Viega-Systemtechnik, beispielsweise in der Kompetenzwelt Trinkwasser, nicht unsichtbar in der Wand verschwänden. Sie blieben durch verglaste Versorgungsschächte sichtbar. Zudem würden alle im Gebäude ablaufenden Prozesse einem lückenlosen Monitoring unterliegen. Energetische Bedarfsentwicklungen könnten ebenso am Objekt nachvollzogen werden wie Spitzenlasten beim Trinkwasserbedarf oder die Verlaufskurve der Temperatur in Zirkulationsleitungen.

Nachhaltige Bauweise
„Das Gebäude wird ein echtes Vorzeigeobjekt für eine ganzheitliche, nachhaltige Bauweise“, betont Markus Herget, geschäftsführender Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB). Kein anderer Bildungsbau habe bei der DGNB bislang einen so hohen Gesamterfüllungsgrad erreicht. Er zeichnete den Bau bereits jetzt mit dem Vorzertifikat in „Platin“ aus. Bereits zu einem frühen Planungszeitraum habe der Bauherr erkennen lassen, dass die Ziele – ökologische, ökonomische, funktionale und technische Qualität des Projektes – erreicht werden, so die Begründung.
Warum „Viega World“ gebaut wird, erläuterte Geschäftsführer Holst-Gydesen: Das jetzige Seminarcenter in Attendorn-Ennest, das 1999 eröffnet wurde, sei mit mehr als 1000 Besuchern pro Jahr an die Kapazitätsgrenze gestoßen. Das neue Gebäude mit Lernwelten für theoretische und praktische Schulungen, Konferenzräumen und zwei Untergeschossen für die technische Versorgung des Gebäudes werde dazu beitragen, die Qualität der Schulungen zu verbessern. Denn auch das technische Niveau der Produkte im Sanitär- und Heizungstechnikbereich sei erheblich gestiegen und werde noch steigen. Auch die Demografie treibe das Unternehmen an. Holst-Gydesen: „Der Fachkräftemangel ist deutlich spürbar, der Auftragsbestand des SHK-Handwerks dagegen nach wie vor sehr hoch. Wir wollen dazu beitragen, dass das Qualifikationsniveau der Fachkräfte mit dem täglichen Fortschritt der Technik auf Augenhöhe bleibt.“

www.viega.de

 

Auf Wachstumskurs

  • Viega befindet sich nach Aussage von Geschäftsführer Walter Viegener mit zehn Standorten auf drei Kontinenten weltweit auf Wachstumskurs.
  • In Sanand, etwa 600 km von Mumbai entfernt, ist vor mehreren Wochen eine neue Produktionsstätte für Vorwand- und Entwässerungstechnik eröffnet worden, mitder der indische Markt versorgt wird. Investitionsvolumen: 20 Mio. Euro.
  • In Denver entsteht derzeit der Neubau der Hauptverwaltung der US-Tochtergesellschaft für das zweite Viega-Seminarcenter in den USA.
  • Die fertiggestellte Produktionshalle in Attendorn-Ennest soll in diesem Jahr mit einer Anlage zur Herstellung von Pressverbindern für Kunststoff-Rohrleitungssysteme ausgestattet werden.

 

 

 

 

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Wed, 20 Jun 2018 09:32:22 +0200
news-26738 Branchentreff mit Praxisbeispielen https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/branchentreff-mit-praxisbeispielen/ Die 4. „Daikin Leading Air Convention“ führte nach Hamburg und zur Ostsee zu zwei Neubau-Hotels  

Unter dem Motto „Einfach. Gemacht.“ fand vom 18. bis 20. April 2018 die vierte „Daikin Leading Air Convention“ in Hamburg statt. Dazu spannte der Hersteller für Wärmepumpentechnologie an drei Tagen den Programmbogen von Produktinformationen über Anwendertipps bis zu Live-Praxisbeispielen: Im Tagungshotel, dem Nordport Plaza Hotel in Norderstedt bei Hamburg, hatten insgesamt 250 Teilnehmer die Gelegenheit, das mit Anlagen von Daikin ausgestattete Hotel noch vor der offiziellen Eröffnung zu erkunden.

Die Veranstaltung fand noch vor der offiziellen Eröffnung des Nordport Plaza Hotels statt. Der besondere Tagungsort war deshalb auch das Hauptthema der Eröffnung durch Gunther Gamst, Geschäftsführer Daikin Airconditioning Germany, und Bernhard Schöner, Leiter Bereich Dai­kin Marketing. „Großprojekte wie hier zeigen auf, wie komplex, aber auch wie wichtig, die Zusammenarbeit der Gewerke ist. Kommunikation ist das A und O für erfolgreiches Projektmanagement“, beschrieb Gunther Gamst die gute Teamarbeit bei Planung und Ausführung des Hotels und führte in die Haustechnik ein. Die Klimatisierung und Beheizung der Hotelräume erfolgt dezentral über wassergekühlte VRV-Wärmepumpen von Daikin, die an die Geothermieanlagen angeschlossen werden können. Über rund 50 Bohrungen mit 130 m Tiefe wird eine Wärmesenke-Leistung von 435 kW sowie eine Wärmequellen-Leistung von 261 kW erreicht. Mittels Wärmerückgewinnung kann von Bereichen des Hotels, in denen Kühlbedarf besteht, Wärme abgeführt und Bereichen, die Wärme benötigen, zugeführt werden. Für die Belüftung sorgen acht Lüftungsgeräte von Daikin, die auf dem Dach sowie im Keller des Hotels installiert wurden. Sie bewegen eine Luftmenge von rund 60 450 m³/h. Wie es zur Entscheidung für Daikin kam, erklärte Thorsten Schütte, Geschäftsführer premero Immobilien GmbH und Investor: „35 bis 40 % der Investitionskosten beim Bau eines Objekts in dieser Größenordnung fließen in die TGA. Unser Ziel war es, diese Investition gut einzusetzen, um die Energiekosten im laufenden Betrieb deutlich zu senken. Erfahrungsgemäß belaufen sich die Ener­giekosten auf etwa 6,5 - 8 % des Bruttojahresumsatzes von vergleichbaren Häusern, unsere Benchmark waren 3,5 %.“ Die kompetente Betreuung durch Daikin sei dafür ein wichtiger Erfolgsfaktor gewesen. Auf gute Beratung legt der Systemhersteller laut Gunther Gamst großen Wert: Im Bundesgebiet unterstützen 22 Planungsberater, Anlagenbauer und Ingenieure bei der Planung, Auslegung und Installation der Systeme. Insgesamt arbeiten knapp 200 Mitarbeiter bei Daikin Airconditioning Germany, im vergangenen Jahr wurden 39 Fachkräfte eingestellt. Experten, die in der aktuellen Marktsituation dringend benötigt werden. Denn die F-Gase Verordnung, der Fachkräftemangel und die boomende Wirtschaft stellen viele Installationsbetriebe und Planungsbüros vor große Herausforderungen.

Low-GWP Kältemittel im Fokus
Daikin zeigte u. a. auf der Konferenz auf, wie das Unternehmen seine Kunden beim Bewältigen der aktuellen Herausforderungen unterstützt, z. B. mit Service, Plug & Play-Lösungen und Liefergarantien für Kältemittel. „Wir sind der fünftgrößte Kältemittel-Quoteninhaber in Europa. Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht und können die Verfügbarkeit der Kältemittel für unsere Daikin VRV-Systeme auch in Zukunft sicherstellen“, betonte Gamst. Die F-Gase Verordnung zähle zu den gesetzlichen Steuerungselementen, um die Klimaziele zu erreichen. Ziel ist die schrittweise Reduktion der direkten CO2-Emissionen, verursacht durch F-Gase. Bis 2030 soll der Wert auf ein Fünftel der CO2-Äquivalente bezogen auf 2015 reduziert werden. Diese Entscheidung sei zu begrüßen und rasch auf alternative Kältemittel mit niedrigem GWP (Global Warming Potential – Treibhauspotenzial) umzusteigen. „Wir appellieren an Planer und Anlagenbauer, die bestehenden Alternativen zu nutzen und damit die Nachfrage nach low-GWP-Kältemitteln anzukurbeln“, betonte Gamst.
Nach der Umstellung der Split-Klimageräte-Palette auf R-32 werde bei Daikin bereits an VRV- und Kaltwasser-Systemen mit R-32 gearbeitet. Der Zukauf der Unternehmen Tewis und Zanotti beschleunige zudem den Einstieg in den Markt mit CO2-Systemen. Die Vorstellung der ersten Geräte plant Daikin auf der Chillventa 2020. Eine sichere und kostengünstige Alternative zur Umrüstung von R-404A Anlagen sei mit R-407H bereits jetzt am Markt verfügbar.

Zweites Praxisbeispiel an der Ostsee
Eine Besichtigung des nahegelegenen Arborea Marina Resort in Neustadt an der Ostsee, ermöglichte den Teilnehmern Einblicke in das Gewinnerprojekt des „FOR F.R.E.E.“-Wettbewerbs (Förderprojekt Regenerative Energie-Effizienz). Die Fertigstellung des Resorts ist für Sommer 2018 geplant. Jens Gaigalat, zuständiger Planungsberater bei Daikin für die Hotelprojekte, und Martin Klix, Inhaber des installierenden Betriebs Pschorn Kälte-Klimatechnik in Kiel, teilten ihr Hintergrundwissen zum Projekt beim Rundgang mit den Teilnehmern. Von der Technikzentrale im Keller über die Küche, die Hotelzimmer bis zur Technikzentrale auf dem Dach – hier kommt der Daikin Total-Solution-Ansatz zum Tragen: Das Unternehmen realisierte kostenfrei ein maßgeschneidertes Konzept für Klima, Kälte, Heizung, Lüftung und Regelung – basierend auf dem Einsatz erneuerbarer Energien. Im Ergebnis setzte sich das Hotelkonzept unter mehr als 50 Bewerberprojekten der Daikin Ausschreibung „FOR F.R.E.E. – Förderprojekt Regenerative Energie-Effizienz“ durch. Ziel der Ausschreibung war es, bei der Planung von Anfang an ein übergreifendes Energiekonzept zu integrieren, um alle Energieeinsparpotentiale auszuschöpfen. Um die Effizienz der Anlagen zu dokumentieren, will das Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik während des Betriebs etwa 1500 energierelevante Messwerte erheben und die CO2- und Ener­gieeinsparungen des Hotels bewerten und dokumentieren.

Vorträge/nächste Veranstaltung
Im Rahmen der Veranstaltung im Nordport Plaza Hotel präsentierten Daikin-Produktexperten und die Convention Partner Rockwool, Georg Fischer, ­Hörburger und Güntner in Kurzvorträgen Neuigkeiten aus den Bereichen Lüftung, Kaltwasser, VRV- und Split-Systeme, Gewerbekälte, Wärmepumpen für den Privatmarkt, Regelung, Dämmsys­teme und Instandhaltung. Die einzelnen Vortragsorte führten die Besucher durch das gesamte Hotel. Besonderes Interesse zeigten die Teilnehmer am Vortrag zur dritten Generation der „Daikin Altherma“. Sie ist nach Bekunden des Herstellers die erste Luft-Wasser-Wärmepumpe, die mit R-32 arbeitet und damit einzigartig auf dem Markt sei. „Diese Wärmepumpe hat sich seit der Markteinführung in Europa 2008 bewährt – bis heute wurden über 400000 Geräte installiert. Dazu unterscheidet sich das Innengerät der „Daikin Altherma 3“ optisch deutlich vom Vorgängermodell und wurde bereits mit dem Red Dot Design Award und dem internationalen IF Design Award ausgezeichnet“, hebt der Hersteller hervor.
Nach dem diesjährigen Ausflug nach Hamburg, anlässlich der Eröffnung, der mit Daikin Technologie ausgestatteten Hotels, kehrt die Leading Air Convention im Jahr 2019 wieder an den gewohnten Tagungsort, dem Estrel Hotel in Berlin, zurück. Dort findet die nächste Veranstaltung am 10. und 11. April 2019 statt.

Bilder: Daikin

www.daikin.de

 

 

 

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Wed, 20 Jun 2018 09:16:27 +0200
news-26735 Die schwierige Suche nach Ersatzkältemitteln https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/die-schwierige-suche-nach-ersatzkaeltemitteln/ Phase-Down macht die Kältebranche nervös – auch, weil es an Alternativen derzeit noch mangelt. Eine erhöhte Verfügbarkeit rückgewonnener Kältemittel könnte einen längeren Betrieb von Kälteanlagen ermöglichen  

Es herrscht Unruhe in der Kälte- und Klimabranche. Die gezielte Verknappung von Kältemitteln treibt die Preise in nicht vorhergesehene Höhen. Die Verbände schlagen Alarm und warnen in einer gemeinsamen Verbändeposition bereits vor ungewollten volkswirtschaftlichen und klimapolitischen Kollateralschäden.

Hintergrund dieser Situation ist die beschlossene Reduzierung von klimaschädlichen Treibhausgasen, die nach einem festgelegten Fahrplan seit 2017 erfolgt. Seit Januar 2018 greift die zweite Stufe, in der nur mehr 63 % dieser Gase im Vergleich zu 2010 in den Verkehr gebracht werden dürfen. Dies betrifft alle gängigen Kältemittel, die momentan in der Klimatechnik verwendet werden. Da ein Ersatz mit alternativen, klimafreundlichen Gasen nicht so leicht umzusetzen ist, führt diese Reduktion zu einer Verknappung der verfügbaren Kältemittel, was einerseits die Preise stark steigen lässt und andererseits die Verfügbarkeit für die Handwerksbetriebe einschränkt. Die Branche steckt nun in der Zwickmühle zwischen dem Klimaschutz, der durch die Verbände ausdrücklich befürwortet wird, und der Umsetzung in der Praxis.

Am Anfang war das ­Kyoto-Protokoll…
Im Kyoto-Protokoll einigten sich 1997 die beteiligten Staaten zu einer Verringerung des Ausstoßes klimaschädlicher Gase. In einer ersten Verpflichtungsperiode von 2008 bis 2012 sollten die Treibhausemissionen um 5,2% gegenüber 1990 reduziert werden. Deutschland wurde dabei in einem EU-internen Lastenverteilungsverfahren zu einer Einsparung von 21% verpflichtet. Die Umsetzungsregeln traten am 16. Februar 2005 in Kraft. Bis Dezember 2011 wurde das Protokoll von 191 Staaten und der EU ratifiziert.
In Doha / Katar wurde 2012 die Fortführung des Kyoto-Protokolls mit einer zweiten Verpflichtungsperiode von 2013 bis 2020 als „Kyoto II“ beschlossen. Die EU hat sich dabei zu einer Reduzierung der Treibhausgase um 20% bekannt. Deutschland hat diese zweite Verpflichtungsperiode Ende 2017 ratifiziert.

… dann kam die F-Gase-Verordnung
Um die Emissionen der im Kyoto-Protokoll erfassten Treibhausgase einzudämmen, zu unterbinden und damit zu reduzieren, wurde 2006 die Verordnung (EG) Nr. 842/2006 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 17. Mai 2006 über bestimmte fluorierte Treibhausgase erlassen. Diese sogenannte F-Gase-Verordnung regelt die Kontrolle von Anlagen, welche treibhausfördernde Fluorkohlenwasserstoffe enthalten. Darin wurde eine regelmäßige Dichtheitsprüfung in von der Füllmenge abhängigen Abständen und deren Protokollierung vorgeschrieben. Die Prüfungsintervalle wurden mit 12 Monate für Anwendungen ab 3 kg Füllmenge, 6 Monate ab 30 kg Füllmenge und 3 Monate ab 300 kg Füllmenge festgelegt.  
Die Verantwortung liegt dabei beim Betreiber, der dafür sorgen muss, dass zertifiziertes Personal die Kontrollen durchführt. Die verpflichtende Dokumentation erfolgt in der Regel in einem Betriebshandbuch, das der Betreiber aufbewahrt.
Betroffen von der F-Gase-Verordnung sind praktisch alle gängigen Kältemittel in der Kälte- und Klimatechnik, wie beispielsweise R407C, R410A oder R404A.
Zum 1. 1. 2015 wurde diese erste F-Gase-Verordnung durch eine neue Version ersetzt, die Verordnung (EU) Nr. 517/2014 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. April 2014 über fluorierte Treibhausgase und zur Aufhebung der Verordnung (EG) Nr. 842/2006. Darin ist die regelmäßige Dichtheitsprüfung weiterhin vorgeschrieben, allerdings werden die Abstände nicht mehr in Abhängigkeit der Füllmenge, sondern des CO2-Äquivalents zur Füllmenge bestimmt. Ausnahmen gibt es bei hermetisch geschlossenen Einrichtungen mit weniger als 10 t CO2-Äquivalent, die nicht den Dichtheitskontrollen unterliegen.
Das CO2-Äquivalent der Füllmenge berechnet sich aus dem Produkt der Füllmenge in kg und dem GWP-Wert. GWP steht dabei für Global Warning Potenzial und gibt das Maß für die erhöhte klimaschädliche Wirkung des betrachteten F-Gases im Vergleich zu Kohlendioxid im Zeitraum von 100 Jahren an. Die GWP-Werte einiger gängiger Kältemittel zeigt Tabelle 2.
Das Kältemittel R410A hat beispielsweise eine 2088 mal so hohe schädliche Wirkung als CO2, oder anders gesagt, 1 kg R410A entspricht der Wirkung von 2088 kg CO2.
Das CO2-Äquivalent wird mit Füllmenge x GWP-Wert berechnet. Bei 5 kg R410A ergäben sich 5 kg x 2088 = 10 044 kg, also 10,04 t. Eine Dichtheitsprüfung müsste daher alle 12 Monate durchgeführt werden.
Werden bei einer Dichtheitsprüfung Leckagen festgestellt, so müssen diese unverzüglich repariert werden. Einen Monat nach erfolgter Reparatur muss die betroffene Anlage erneut von zertifiziertem Personal untersucht werden.

Aufzeichnungspflicht und Mengenbegrenzung
Der Betreiber ist verpflichtet, Aufzeichnungen mit ausführlichen Informationen über Art und Menge der verwendeten F-Gase und die durchgeführten Wartungen zu führen und diese mindestens 5 Jahre aufzubewahren. Den Unternehmen, die im Auftrag des Betreibers Arbeiten an den Anlagen durchführen, wird empfohlen, eine Kopie der Aufzeichnungen ebenfalls 5 Jahre lang zu archivieren. Folgende Informationen werden dabei dokumentiert:

  • Menge und Art der F-Gase,
  • Menge an F-Gasen, die bei einer Wartung oder sonstigen Tätigkeit hinzugefügt wurden,
  • Rückgewonnene F-Gase,
  • Datum und Ergebnisse der Dichtheitskontrollen,
  • Bei Stilllegung: Maßnahmen zur Rückgewinnung und Entsorgung der F-Gase.

Als ein weiteres Ziel der neuen F-Gase-Verordnung kommt nun noch eine Begrenzung für das Inverkehrbringen von teil­fluorierten Kohlenwasserstoffen (HFKWs) und damit ein Abbau der vorhandenen Menge dieser klimaschädlichen Gase hinzu. Dies erfolgt stufenweise in dem sogenannten „Phase-Down“-Ablauf, in dem Höchstmengen für das Inverkehrbringen festgelegt sind. Weiterhin wurden Stichtage für Verbote des Inverkehrbringens bestimmter Anlagenausführungen festgelegt. Bis 2030 sollen die Gesamtmengen so auf ein Fünftel der Mengen von 2010 reduziert werden.

Quotensystem hat Auswirkungen auf Preise

Um die vorgegebene Reduzierung erreichen zu können, wurde ein Quotensys­tem für alle Hersteller und Einführer, die HFKWs von mehr als 100 t CO2-Äquivalent pro Jahr importieren bzw. produzieren, eingeführt. Für die Verwaltung der Quoten wurde von der EU ein zentrales elektronisches Register angelegt. Die Zuweisung der Quoten auf die Hersteller und Einführer basiert zunächst auf den durchschnittlichen Mengen von 2009 bis 2012 und wird von der Europäischen Kommission überwacht. Dieser Wert wird alle drei Jahre neu berechnet. Die Registrierung in dem Regis­ter ist für alle Hersteller und Einführer, die eine Quote zugewiesen bekommen haben, verpflichtend.
Die Reduzierung der F-Gase wirkt sich bereits stark auf die Kältemittel-Preise aus. Die Verbände beklagten eine Preissteigerung bei den wichtigsten marktgängigen Kältemitteln zwischen erstem und drittem Quartal 2017 um den Faktor 2 bis 5. Eine Marktanalyse der Europäischen Kommission hat ebenfalls einen dramatischen Anstieg seit Anfang 2017 festgestellt. Besonders bei R404A, dessen Verwendung aufgrund des hohen GWP-Wertes ab 2020 verboten wird, wurde um 500% teurer. Daher empfehlen die Industrieverbände AREA, ASERCOM, EFTCT und EPEE dringend den sofortigen Ausstieg aus R404A und nicht erst 2020, wenn das Verbot greift.

Alternativen sind nicht einfach zu finden
Als größte Herausforderung in der Kältebranche gilt es nun, geeignete Alternativen zu finden und einzusetzen. Bei vorhandenen Anlagen, deren Lebensdauer noch lange nicht vorbei ist, ist dies jedoch nicht so einfach. Wenn hier der Bedarf einer Nachbefüllung vorhanden ist, kann nicht einfach ein anderes Kältemittel verwendet werden, da die Anlagen zum Betrieb mit dem eingesetzten Mittel ausgelegt sind. Ein solcher „Drop-In“ wirkt sich auf die Effizienz und die Einsatzgrenzen der Anlage aus, im schlimmsten Fall könnten Komponenten sogar beschädigt werden und Anlagen ausfallen. Ein kompletter Austausch einer Anlage ist aus wirtschaftlichen Gründen oft nicht vertretbar. Man muss also davon ausgehen, dass bei vorhandenen Anlagen noch so lange wie möglich herkömmliches Kältemittel eingesetzt wird. Da rückgewonnene HFKWs mit einem GWP > 2500 zu Wartungszwecken noch bis 2030 verwendet werden dürfen, werden diese bei Anlagen mit R404A hierbei eine besondere Rolle spielen. In der EU recycelte Kältemittel mit niedrigerem GWP, wie beispielsweise R407C, fallen nicht unter den Phase-Down. Eine erhöhte Verfügbarkeit rückgewonnener Kältemittel könnte daher den Druck des Phase-Down vermindern und einen längeren Betrieb von Kälteanlagen ermöglichen.

Bei Neuanlagen müssen in Zukunft Alternativen zu den ausscheidenden

HFKWs wie R404A verwendet werden. Auch für Gase die weiterhin zulässig sind, wie R407C oder R410A, müssen Alternativen gefunden werden. Damit die Hersteller und Einführer trotz niedriger Quoten ausreichend Kältemittel liefern können, sind möglichst niedrige GWP-Werte unbedingt erforderlich. Natürliche Kältemittel, wie Propan, Butan, Ammoniak und CO2, haben zwar sehr niedrige GWP-Werte und gute thermodynamische Eigenschaften. Allerdings sind diese Stoffe brennbar oder giftig oder benötigen hohe Anlagendrücke. Der Einsatzbereich ist daher stark eingeschränkt. Für Anwendungen, wie beispielsweise integrierte Kälteanlagen in RLT-Anlagen, sind brennbare und toxische Gase ungeeignet.
Der Zusammenschluss EPEE (European Partnership for Energy & the Enviroment) empfiehlt bei R404A zunächst eine Umstellung auf R134A. Der deutlich geringere GWP von 1430 erlaubt die Verwendung auf längere Sicht. Trotzdem ist aufgrund der allgemeinen Reduzierung auch R134A von Preissteigerungen und Verknappung betroffen.
Als Ersatz für R407C und R410A gelten momentan das schwer entflammbare R32 und Gemische aus R32 und HFO. Durch den geringen GWP-Wert von 675 sollte R32 auf längere Sicht verfügbar sein. Da der Wert unter der Grenze von 750 liegt, wäre es auch für Mono-Split-Klimageräte nach 2025 einsetzbar. Allerdings ist R32 leicht brennbar und daher nicht für jede Anwendung unbedingt geeignet. Nicht brennbare Alternativen mit vergleichbarer Kälteleis­tung und Effizienz stehen aktuell nicht zur Verfügung. Solange dies nicht der Fall ist, wird R410A und R407C wohl zumindest teilweise weiter verwendet werden.
Insgesamt wird sich der Markt den Vorgaben der F-Gase-Verordnung anpassen müssen. Kältemittel mit hohen GWP-Werten müssen durch klimafreundlichere ersetzt und gleichzeitig vermehrt rückgewonnene Kältemittel eingesetzt werden. Weiter werden Kälteanlagen mit geringen Füllmengen an Bedeutung gewinnen. Langfristig wird im Angesicht eines stetig wachsenden Bedarfs von Kälteanlagen die Entwicklung von geeigneten Ersatzkältemitteln weiter forciert werden müssen, um auch über 2030 hinaus den Betrieb vorhandener Anlagen sicherzustellen und den Bedarf von Neuanlagen zu decken.

Autor: Alexander Mörwald, Teamleiter Kundenservice/Technische Dienstleistungen Klima, Wolf GmbH

Literatur:
[1] Umweltbundesamt (www.umweltbundesamt.de)
[2] Amtsblatt der Europäischen Union: Verordnung (EG) Nr. 842/2006 desEuropäischen Parlaments und des Rates vom 17. Mai 2006 über bestimmte fluorierte Treibhausgase
[3] Bayerisches Landesamt für Umwelt: Die neue EU F-Gase-Verordnung 2014
[4] Merkblatt des Landesamts für Arbeitsschutz, Verbraucherschutz und Gesundheit
[5] Broschüre „Bleiben Sie im Geschäft“ der Verbände AREA, ASERCOM, EFCTC, EPEE
[6] Verordnung (EU) Nr. 517/2014 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. April 2014 über fluorierte Treibhausgase und zur Aufhebung der Verordnung (EG) Nr. 842/2006
[7] Verbändeposition zum F-Gas-Phase-Down, 01/2018
[8] Präsentation „Der HFKW Phase-Down in Europa“, EPEE


Betroffen von der F-Gase-Verordnung sind praktisch alle gängigen Kältemittel in der Kälte- und Klimatechnik.


1 kg R410A entspricht der Wirkung von 2088 kg CO2.

 

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Wed, 20 Jun 2018 08:46:00 +0200
news-26730 Sicherheit bei der Kältedämmung https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/sicherheit-bei-der-kaeltedaemmung/ Die Technische Dämmung im Hilton Amsterdam Airport Schiphol Hotel wurde im Rahmen einer System-Gewährleistung ausgeführt  

Wenn in der Hotellerie Sterne für das Kältedämmkonzept vergeben würden, hätte das neue Hilton Amsterdam Airport Schiphol Hotel einen fünften Stern verdient. Aber nicht nur das. Es ist zudem eines der ersten Großprojekte in den Niederlanden, das als virtuelles Modell in BIM (Building Information Modeling) geplant wurde.

Mit dem neuen Hilton Airport Schiphol Hotel ist die niederländische Hauptstadt um ein neues Wahrzeichen reicher. Die geschwungene kubische Struktur und die rautenförmigen Fassadenelemente bestimmen das Erscheinungsbild. Aus der Ferne wirkt das Gebäude mit den scheinbar willkürlich angeordneten gläsernen, grauen und weißen Elementen wie ein riesiger Diamant. Der Hotelturm wurde über dem Sockel um 45 Grad gedreht, wodurch er sich von der angrenzenden Bebauung am Schiphol Boulevard absetzt. Unterstützt wird der Effekt noch durch die abgerundeten Ecken der Gebäude. Weitere Highlights des Hotels mit 433 Gästezimmern und 23 Konferenzräumen sind ein 42 Meter hohes Atrium mit Glasdach und ein säulenfreier Ballsaal, der Platz für bis zu 640 Personen bietet.
Der Energieverbrauch des Gebäudes liegt 10% unter dem in den Niederlanden gesetzlich geforderten Gesamtenergiekoeffizienten (EPC). Eine Herausforderung, die das Planungsbüro Deerns (Rijswijk) durch eine Kombination unterschiedlichster Energiesparmaßnahmen erreichte: Wärme- und Kältespeicherung in wasserführenden Schichten in einer Tiefe von 130 m, Wärmerückgewinnung aus klimatisierter Luft, hocheffiziente Anlagen zur Wärme- und Kälteerzeugung durch den Einsatz von Wärmepumpen sowie eine energieeffiziente Beleuchtung und optimierte Belüftung.
Eine wichtige Rolle im Konzept spielt das Atrium. Es ermöglicht, dass natürliches Licht ins Gebäudeinnere gelangt und dient gleichzeitig der Klimatisierung. Bevor die Außenluft in das Atrium gelangt, wird sie gefiltert und dort für die Gästezimmer weiter vorbehandelt. Um ein zu starkes Aufheizen des Innenraums zu verhindern, wurde das Glasdach als Sonnenschutzverglasung ausgeführt.

Energieeffizienz durch Hochleistungsdämmstoffe
Der Wärme- und Kältebedarf für das Gebäude wird über Wärmepumpen gewonnen; zur Klimatisierung mit Wärmerückgewinnung wurden Rotations-, Spiral- und Kreuzstromwärmetauscher eingesetzt. 95% der Ventilatoren und Pumpen des Niedertemperaturheizsystems sind frequenzgeregelt. Insgesamt verbaute der Installationsbetrieb Unica Installatietechnik im Gebäudekomplex 31 km Rohrleitungen, wobei rund die Hälfte des Leitungsnetzes der Gebäudekühlung dient. Es handelt sich um Leitungen mit 10 °C im Vor- und 18 °C im Rücklauf. Um die Kühlwasserleitungen vor Tauwasser und Energieverlusten zu schützen, hatte das Planungsbüro Deerns eine Dämmung mit AF/Armaflex ausgeschrieben. Als die Firma Unica den technischen Entwurf 2012 in Autodesk Revit MEP entwickelte, steckte BIM noch in den Kinderschuhen. Heute wird jeder dritte öffentliche Neubau in den Niederlanden in BIM geplant.
Zur Isolierung der Leitungen und weiterer Anlagenteile in den Technikzentralen setzten die Mitarbeiter des Isolierbetriebs Riweltie BV Schläuche und Platten in Dämmschichtdicken von 16 und 19 mm ein. Auch die Außenluftkanäle, deren Mediumtemperatur im Winter unter und im Sommer über der Umgebungstemperatur liegt, wurden mit einer AF/Armaflex Dämmung vor der Bildung von Tauwasser geschützt. Auf den Kanälen installierten die Isolierer rund 4000 m² Dämmplatten in einer Isolierstärke von 25 mm.

Systemlösung mit Rohrträger

Nicht korrekt gedämmt, stellen Rohrschellen eine mögliche Schwachstelle bei Kältedämmungen dar. Wird die Rohrleitung nicht thermisch von der Rohraufhängung entkoppelt, entstehen Wärmebrücken und es kann zur Bildung von Tauwasser kommen. Das führt zum einen zu erhöhten Ener­gieverlusten, zum anderen steigen das Korrosionsrisiko und die Gefahr kostenintensiver Folgeschäden. Der in dem Hotelkomplex eingesetzte Armafix-Rohrträger entkoppelt Rohrleitung und Befestigung thermisch voneinander und bildet so zusammen mit der anschließenden Dämmung ein langfristig sicheres Dämmsystem bei Kälteanlagen. Der Rohrträger besteht aus AF/Armaflex, in das Segmente aus druckfestem PET eingebettet sind. Über den Außenumfang ist der Elastomer-Dämmstoff mit lackierten Aluminiumblechen verklebt, die sowohl zur Lastverteilung als auch als zusätzliche Dampfbremse dienen.
Die Kältedämmarbeiten im Hilton Schiphol Hotel wurden im Rahmen der Armaflex-System-Gewährleistung ausgeführt. Bei diesem Partnerkonzept profitieren geschulte und zertifizierte Isolierbetriebe von einer Gewährleistung durch den Hersteller von bis zu zehn Jahren. Für das Hilton Schiphol Hotel, das im Dezember 2016 eröffnet wurde, verspricht das Qualitätssiegel Sicherheit bei der Kältedämmung.

www.armacell.de

 

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Wed, 20 Jun 2018 08:23:00 +0200
news-26644 Schadstoffarm unterwegs https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/schadstoffarm-unterwegs/ Fiat „Ducato Natural Power“ fährt mit Erdgas  

Bislang ein Produkt für die Nische: Seit Jahren macht Fiat Professional das Angebot, mit einem Transporter besonders emissionsarm unterwegs zu sein. Doch der „Ducato“ mit Erdgas-Turbo führt ein Schattendasein – zu Unrecht.

Allen Schnäppchenangeboten zum Trotz: Mancher Entscheider im Handwerksbetrieb mag hoffen, dass im Fuhrpark in nächster Zeit möglichst kein Fahrzeug ausfällt – und dann eine Neuanschaffung ansteht. Jetzt einen Diesel kaufen, der sich womöglich doch nicht als so schadstoffarm entpuppt und irgendwann keine freie Fahrt in einer Umweltzone bekommt? Diffuse Ängste lassen manchen abwarten und auf einen fernen Tag hoffen, an dem der Elektroantrieb erschwinglich ist, bzw. der Diesel das tut, was eine möglichst güns­tige Umweltbilanz von ihm erwartet.
Doch zur Tat schreiten ließe sich schon jetzt. An den reduzierten Emissionen eines Erdgas-Turbos hat sich seit Jahren allenfalls etwas zum noch Besseren verändert. Der „Ducato Natural Power“ leistet mit seinem 3-l-Vierzylinder 100 kW/136 PS und vermag die Grenzwerte seiner Euro-6-Zulassung deutlich zu unterbieten. Übliche Verdächtige wie Feinstaub, Stickoxide oder CO2 spielen nur eine untergeordnete Rolle. Allenfalls stört der Aufpreis von 5900 Euro gegenüber einem vergleichbaren „Ducato“ mit Dieselmotor. Doch in der Bilanz der Gesamtkosten rechnet Fiat vor, dass der Mehrpreis durch das preisgünstigere Erdgas sowie weitere Faktoren nahezu kompensiert wird.
Schwerwiegender wirkt sich die verminderte Nutzlast aus, denn das Erdgas wird unter dem Fahrzeugboden in mehreren Stahltanks mitgeführt. Statt 1450 kg Fracht sind deshalb z. B. bei der Großraumvariante L4H2 nur 1065 kg zuge­lassen.

Ausgereifte Technik
Waren es vor Jahren noch einige Handikaps, wie ein grobmaschiges Tankstellennetz oder leistungsschwache und bollernde Ottomotoren, mit denen sich der Erdgasfahrer anfreunden sollte, so ist das Vergangenheit. Das Erdgas-Konzept im „Ducato“, das in Kombination mit etlichen Frachtraumgrößen zur Verfügung steht, ist ausgereift und dank Turbo so leis­tungsstark, um über die Cityregion hinaus auf Tour zu gehen. Bis zu 400 km Reichweite gibt der Hersteller an.
Für den „Ducato“ als 3,5-Tonner L2H1 mit Erdgasantrieb ist ein Netto-Einstiegspreis von 36 650 Euro gelistet (Preis plus MwSt.).

Autor: Thomas Dietrich, freier Journalist

www.fiatprofessional.de

 

Fiat „Ducato Natural Power“: Plus und Minus
+     Turbomotor „140 Natural Power“ mit 100 kW/136 PS für Erdgas optimiert, für Benzin-Betrieb ist Reservetank (15 l) eingebaut
+     fünf Stahltanks für 36 kg Erdgas erzielen eine Reichweite von max. 400 km (Herstellerangabe)
+    Laderäume zwischen 10 und 15 m3 (möglich durch drei Radstände und zwei Dachhöhen)
+     Fronttriebler mit unkompliziertem Handling und Fahrverhalten
+     Diverse Assistenzsysteme als Option verfügbar
+     Gute Sicht in Außenspiegeln, auch Weitwinkelsegmente verstellbar
+     Fahrer-Arbeitsplatz ausreichend dimensioniert
+     Zahlreiche Ablagen, im mittleren Sitz klappbare Konsole integriert
+     Mäßige Fahrgeräusche, auch bei höherer Geschwindigkeit
+/-     Frachtraum als Basis spartanisch ausgestattet, doch wertig ausbaubar (Option)
+/-     Instrumententräger für Multimedia vorbereitet (Option), doch recht zerklüftet
+/-     Tacho-Layout nicht gut ablesbar
+/-     Leseleuchte nicht blendfrei
-     Hecktüren können im Schwenkbereich (max. 270 Grad) nicht einrasten

 

 

 

 

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Wed, 20 Jun 2018 08:10:00 +0200
news-26726 Georg Salvamoser Preis: Die Preisträger 2018 https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/georg-salvamoser-preis-die-preistraeger-2018/ Den diesjährigen Georg Salvamoser Preis 2018 erhalten die Firma Simmler GmbH & Co. KG sowie die Arbeitsgruppe „Pvplug“ der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie DGS (jeweils 10000 Euro). Der Sonderpreis junge Energie (5000 Euro) geht an die „Energieschule München“ des Green City e.V.  

Der Georg Salvamoser Preis ist einer der höchstdotierten Umweltpreise in Deutschland. Namensgeber ist der Freiburger Solarpionier, Gründer der Solar-Fabrik und visionäre Unternehmer Georg Salvamoser, der leider frühzeitig verstarb (1950-2009).
Mit dem Preis werden Menschen und Institutionen unterstützt, die sich, so der O-Ton der Stiftung: „auf dem Weg zu erneuerbaren Energien nicht aufhalten lassen und die mit ihren Projekten eine Versorgung mit 100 Prozent erneuerbaren Energien voranbringen möchten und dabei Vorbild und Beispiel für andere sind.“
Der mit insgesamt 25000 Euro dotierte Preis wird bereits zum fünften Mal verliehen. Die Preisverleihung findet am 21. Juni 2018 auf der Intersolar München mit Gastrednerin Prof. Dr. Claudia Kemfert und Moderator Dr. Franz Alt statt.

Die Hauptpreisträger 2018
Die Hauptpreisträger 2018 sind die Firma Simmler und die Arbeitsgruppe „Pvplug“ der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie (DGS).

Simmler: Die Jury begründete ihren Entscheid damit, dass der Marmeladenhersteller Simmler konsequent auf erneuerbare Energien umstelle: „Auf dem Weg zur 100 Prozent erneuerbaren Energieversorgung hat das Unternehmen zunächst konsequent die vorhandenen Effizienzpotentiale erschlossen. Kühlanlagen wurden modernisiert, der Produktionsprozess optimiert, Deckenheizkörper mit besonders niedrigen Vorlauftemperaturen installiert, die Beleuchtungsanlage wurde mit einer Lichtsteuerung und mit energiesparenden LED-Lampen ausgestattet. Auf dieser Basis konnte die Firma Simmler ihre Energieversorgung komplett auf erneuerbare Energien umstellen. 50 Prozent des Strombedarfs wird heute mit Photovoltaik-Strom vom eigenen Dach, der Restbedarf durch den Bezug von zertifiziertem Ökostrom gedeckt. Bei der Wärmeerzeugung, auch im Bereich der Dampferzeugung, setzt das Unternehmen zu 100 Prozent auf Holzpellets.“

Pvplug: Die Jury begründete ihren Entscheid damit, dass die Gruppe durch Hartnäckigkeit einen Meilenstein gesetzt habe: „Für die Gründung der Arbeitsgruppe PVplug der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie (DGS) vernetzten Marcus Vietzke, Daniel Bannasch und Thomas Seltmann im Jahre 2016 viele Befürworter von Balkonmodulen. Mit dem Ziel, solche Stecker-Solar-Geräte einfach anwendbar zu machen, kämpfte sich die Gruppe genau in die Gremien vor, die über entsprechende Normen, konkret die Neuformulierung der DIN VDE 0100-551, entscheidet. Mit hartnäckiger Öffentlichkeitsarbeit machten sie auf die dortigen Hürden aufmerksam und erreichten schließlich eine Umformulierung der DIN Norm, die nun auch offiziell den Anschluss von „Mini-Modulen“ an Steckdosenstromkreise zulässt. PVplug setzte dabei auf fundierte Argumente wie beispielsweise mit einer eigens erstellten Sicherheitsstudie, die in den Normungsgremien zu einer Neubewertung des Gefährdungspotentials führte.“

Sonderpreis geht an Energieschule München
Der Sonderpreis geht in diesem Jahr an den Münchner Verein Green City e.V. Die Jury begründete ihre Wahl wie folgt: „Das Projekt „Energieschule München“ hat zum Ziel, bei Kindern und Jugendlichen Interesse und Neugier für die Themen Klimaschutz und Nachhaltigkeit zu wecken. In interaktiven Workshops und spannenden Exkursionen vermittelt das Team der Energieschule Wissen um die Zusammenhänge von Energieverbrauch und Klimawandel. Unmittelbares sinnliches Erleben, ohne pädagogischen Zeigefinger, steht dabei im Vordergrund. Das Angebot richtet sich vor allem an Grund- und Mittelschüler [...] Das Angebot kommt an: Seit 2008 hat die Energieschule München mehr als 8000 Kinder und Jugendliche an 53 Schulen erreicht, die nun als Klimaschützer von morgen in ihren Familien als Multiplikatoren wirken.“

 

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Wed, 20 Jun 2018 08:09:55 +0200
news-26653 HEWI: Möbel für Individualisten https://www.ikz.de/sanitaertechnik/news/detail/hewi-moebel-fuer-individualisten/ Das Mobiliar „M 40“ bietet nach den Worten von HEWI Gestaltungsfreiheit: Als flexibles Aufbewahrungssystem „passen die Module wirklich in jedes Bad“ – sei es ein Designbad, ein großzügiges Komfortbad, ein kleines Gästebad oder ein barrierefreies Bad.  

Die Module sind vom Solitär bis zur Wandinstallation erweiterbar. Als Regal oder einzelnes Modul können die Elemente beliebig angeordnet werden. 
Elf Glasfarben und zwei Tiefen (15 und 30 cm) stehen zur Auswahl. Ergänzt werden die Basis-Module (Höhe 40 cm) von Schrankmodulen in zwei Tiefen (15 und 30 cm) sowie drei Höhen (80 cm, 120 cm und 160 cm). Zusätzliche Fächer schaffen Platz und dienen der Ordnung im Bad. Einige Schrank-Module sind mit durchgehender Spiegelfront erhältlich.

HEWI Heinrich Wilke GmbH, Prof.-Bier-Str. 1, 34454 Bad Arolsen, Tel.: 05691 82-0, Fax: -319, info@hewi.de, www.hewi.de

 

 

 

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Wed, 20 Jun 2018 07:04:00 +0200
news-26723 Angenehme Raumtemperaturen auch im Sommer https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/angenehme-raumtemperaturen-auch-im-sommer/ Mit einer Flächenkühlung an Wand, Boden und Decke lässt sich insbesondere in wärmegedämmten Gebäuden die Raumtemperatur senken  

Durch immer dichter werdende Bauwerke und aufgrund der EnEV-Vorgaben sollte heute der Fokus nicht nur auf der Heiztechnik ­liegen. Auch die Kühlung der Gebäude ist ein wichtiges Thema geworden. Neben einer Klimaanlage bietet sich die Flächenkühlung an. Sie ist ein gern genutztes System mit vielen Vorteilen.

Die Raumtemperatur wird durch viele Einflüsse verändert: Neben den Bewohnern bzw. Nutzern eines Gebäudes sind es elektrische Verbraucher sowie äußere Wärmegewinne, z. B. über Fenster. Daher ist heute nicht nur das winterliche Heizen zu betrachten, sondern auch die Kühlung im Sommer.
In Wohngebäuden wird die Kühlung meist mittels Wärmepumpe als sogenannte „passive Kühlung“ realisiert, wobei vor allem Erdreich oder Grundwasser als Kühlquelle genutzt werden. Dabei eignen sich Erdsonden von Sole/Wasser-Wärmepumpen besser zur Kühlung als oberflächennahe Erdkollektoren. In jedem Fall wird der Temperaturunterschied zwischen dem zu kühlenden Raum und der natürlichen Kühlquelle genutzt, z. B. durch einen Wärmeübertrager. Lediglich die Umwälzpumpe(n) ist (sind) in Betrieb.
Neben der passiven Variante ist die „aktive Kühlung“ zu erwähnen. Hierbei wird ein zusätzlicher Kälteerzeuger gebraucht. Das kann beispielsweise ein Kaltwassersatz oder eine reversible Wärmepumpe sein. Damit können wesentlich höhere Wärmelasten abgeführt und die Temperaturen im Raum – selbst an hochsommerlichen Tagen – niedrig gehalten werden.

Decke klar im Vorteil
Für die Übergabe im Wohnraum kann eine Flächentemperierung die optimale Lösung sein. Durch eine großflächige Kühlübergabe ergibt sich ein angenehmes und zugfreies Raumklima. Grundsätzlich können der Boden, die Wände und die Decke für die Kühlung genutzt werden. Zu bedenken ist jedoch, dass es Unterschiede in der Kühlleistung gibt: So eignet sich die Decke am besten für eine raumflächenintegrierte Kühlung, dann folgen die Wände und schließlich der Boden.
Großen Einfluss auf die Leistungsabgabe haben die Boden- bzw. Wandbeläge. Bei der Planung von Objekten sollten daher von vornherein Beläge mit einem niedrigen Wärmedurchlasswiderstand gewählt werden. Wichtig ist darüber hin­aus zu wissen, dass die Raumlufttemperatur nicht so weit reduziert werden kann wie bei einer konventionellen, also luftgeführten Kühlung bzw. Klimatisierung. Die Berechnung des Flächenheiz- bzw. -kühlsystems erfolgt nach DIN EN 1264.
Besonders der Einbauort Decke bietet für die passive Kühlung Vorteile: Anders als bei herkömmlichen Klimaanlagen, die die Wärme konvektiv mithilfe des Luft­austausches dem Raum entziehen, führen Kühldecken die Kühllast überwiegend mittels Strahlung aus dem Raum ab. Zuglufterscheinungen sowie hygienische Probleme sind durch diesen Prozess ausgeschlossen.

Taupunkttemperatur ist zu beachten
Entscheidend für den sicheren Betrieb einer Flächenkühlung ist die Einhaltung bestimmter regelungstechnischer Aspekte. Hierzu zählt im Wesentlichen die Vermeidung der Unterschreitung der Wasserdampftaupunkttemperatur auf der kühlenden Raumfläche und den Rohrleitungen. Beispielsweise liegt diese bei einer relativen Luftfeuchte von 60 % und einer Lufttemperatur von 26 °C bei 18 °C. Deshalb darf die Kühlwassertemperatur nicht beliebig tief abgesenkt werden. Dies lässt sich auf unterschiedliche Weise realisieren: Entweder wird die Vorlauftemperatur oberhalb des errechneten Taupunktes der Bauteilfläche gehalten oder der Kühlwasserzufluss wird bei Erreichen des Taupunktes unterbrochen.

Vielfältige Systemvarianten
Ganz gleich, ob es sich um eine Modernisierung oder um einen Neubau handelt, ob ein Trocken- oder Nasssystem gewünscht wird: der Markt bietet viel im Bereich der Flächenkühlung. An Decke, Wand und Boden kann sie als Wassersystem errichtet werden. Dabei kommen Kunststoff-, Metallverbund- und Kupferrohre zum Einsatz.
Die Wandkühlung kann auf gemauerten Wänden, Fertigteil- und Betonwänden sowie auf Trockenbauwänden ausgeführt werden. Dabei werden drei Ausführungsvarianten unterschieden:

  1. Rohrsystem im dickschichtigen Wandputz: Die Rohrleitungen werden auf einem geeigneten Untergrund befes­tigt und liegen eingebettet in der Putzschicht.
  2. Rohrsystem in Unterkonstruktion mit Trockenausbauplatten: Diese Ausführung entspricht Bauart B nach DIN EN 1264. Die Rohrleitungen liegen auf der Unterkonstruktion und sind in den Systemdämmplatten verlegt. Meistens dienen Wärmeleitbleche und Trockenbauplatten als Abdeckung.
  3. Rohrsystem in Trockenbauplatten: Diese Konstruktion entspricht der Bauart A nach DIN EN 1264. Trockenbauplatten mit integrierten Rohrleitungen werden auf der Unterkonstruktion befestigt.

Die Decke ist ebenfalls eine gern genutzte Kühlfläche und kommt häufig in gewerblich genutzten Räumen zum Tragen. Zudem kann sie in denkmalgeschützten Gebäuden eingesetzt werden, z. B. wenn der Boden aufgrund des Bestandsschutzes nicht aufgenommen werden kann. Die Deckenkühlung wird in vier Ausführungsformen unterteilt:

  1. Rohrsystem im Deckenputz: Diese Art entspricht der Bauart A nach DIN EN 1264. Die Rohrleitungen werden auf einem geeigneten Untergrund befestigt und liegen innerhalb der Putzschicht.
  2. Rohrsystem in oder auf Trockenbauplatte: Diese Variante entspricht ebenfalls der Bauart A nach DIN EN 1264. Die Systemplatten bestehen aus Trockenbauplatten mit integrierten Rohrleitungen und werden auf einer Unterkonstruktion an der Decke befestigt.
  3. /4. Eine weitere Variante sind Rohrsys­teme auf abgehängten Metalldeckensystemen und auf abgehängten Metallkonstruktionen. Der Vorteil ist hier die gute Leitfähigkeit des Werkstoffes. So kann die Kühlleistung bei Verlegung auf abgehängten Metalldeckensystemen direkt über das Metall an die Gipsplatten der Unterdecke großflächig und gleichmäßig übertragen werden. Die Verlegung auf abgehängten Metallkonstruktionen, beispielsweise im Falle von Deckenstrahlplatten, kommt häufig in Lagerhallen mit Deckenhöhen oberhalb von 4 m zum Einsatz.

Der Fußboden ist wohl das am häufigsten verwendete Bauteil zur Flächentemperierung. Allerdings ist er nur bedingt für die Kühlung geeignet, da es sich bei der Fußbodenheizung um eine Berührungsfläche handelt. Die Grenze zur Unbehaglichkeit ist dabei schnell erreicht. Deshalb kann die Temperatur hier nur knapp unter der Solltemperatur der Luft liegen.
Drei Systeme stehen zur Wahl:

  1. Klassische Nasssysteme nach DIN EN 1264. Das Rohrsystem liegt auf oder in einer Dämmplatte im Nassestrich.
  2. Trockenbausysteme. Das Rohrsystem liegt entweder
     – in Dämmplatten mit Trockenestrich (meist verbunden mit Wärmeleitblechen),
     – in Trockenausbauplatten (mit oder ohne zusätzlicher Dämmschicht) oder
     – auf Dämmplatten in Gussasphalt­estrich (meist unter Verwendung von Kupferrohren).
  3. Spezielle Verbundkonstruktionen auf Altuntergrund in Ausgleichsmasse.


Volumenströme anpassen
Ohne hydraulischen Abgleich der Flächenkühlung werden kurze Kreise über-, lange Kreise unterversorgt. Dies kann zu ungleichmäßigen Temperaturen führen. Auch das Risiko der Geräuschbildung an Ventilen und anderen Bauteilen steigt, wenn unterversorgte Bereiche durch Erhöhung des Volumenstroms ausgeglichen werden sollen. Darüber hinaus steigt die elektrische Leistungsaufnahme der Umwälzpumpe: Ein um 50 % erhöhter Durchfluss steigert die elektrische Leistungsaufnahme der Pumpe um fast 340 %.

Unterstützung für das Fachhandwerk
Bei der Verlegung eines Flächenkühlsys­tems ist in der Regel gewerkeübergreifendes Handeln gefragt. Die Planungs- sowie Ausführungsarbeiten von Architekt, Planer, Heizungsbauer, Trockenbauer, Estrichleger, Oberbodenleger und ggf. weiteren Beteiligten müssen direkt ineinandergreifen, um einen optimalen Bauablauf mit einem hohen Qualitätsstandard zu erreichen.
Hilfe hierbei bietet der Bundesverband Flächenheizungen und Flächenkühlungen e. V. (BVF), der zwei Fachinformationen zur „Schnittstellenkoordination bei Flächenheizungs- und Flächenkühlungssystemen“ aktuell neu überarbeitet hat – bezogen auf Neubauten und den Bestand. Sie ergänzen die geltenden Normen bzw. Technischen Regeln. Die einzelnen Aufgabenfelder werden klar definiert, die Verantwortungsbereiche eindeutig abgegrenzt. Mit den integrierten Checklisten und Protokollen werden die einzelnen Planungs- bzw. Arbeitsschritte dokumentiert. So dienen die Broschüren Planern, Bauausführenden und Überwachenden als nützliches Instrument bei ihren Tätigkeiten. Die Broschüren können kos­tenlos unter www.flaechenheizung.de als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Autor: Axel Grimm, Geschäftsführer des Bundesverbands Flächenheizungen und Flächenkühlungen.

Bilder: BVF

 

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Tue, 19 Jun 2018 12:26:00 +0200
news-26725 VDI 2078 versus ASHRAE https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/vdi-2078-versus-ashrae/ Wie unterscheiden sich die Berechnungsverfahren?  

Die Auslegung von Systemen zur Klimatisierung von Innenräumen und Gebäuden erfolgt auf Grundlage einer Kühllastberechnung. Diese soll einen realistischen Leistungsbedarf der einzelnen Räume ermitteln, um einen wirtschaftlichen Betrieb des Klimatisierungssystems zu gewährleisten. In der Praxis ist die Kühllastberechnung nach dem ASHRAE-Verfahren sowie nach VDI-Richtlinie 2078 anerkannt. Doch wo liegen die Unterschiede und welches Verfahren eignet sich für welchen Fall besser?
Die Anzahl der Einflussgrößen auf die Kühllast ist größer als bei der Heizlastberechnung. Für die Heizlastberechnung ist es ausreichend, die Außentemperatur und die Struktur des Gebäudes mit den Wärmewiderständen anzugeben. Für die Ermittlung der Kühllast müssen zusätzlich die solare Einstrahlung, die inneren Las­ten und die Speicherfähigkeit der Bauteile berücksichtig werden. Um eine realistische Kühllast zu berechnen, sind daher dynamische Berechnungsverfahren Stand der Technik. Denn erst mit dynamischen Verfahren verändern sich die Randbedingungen über die Zeit, sodass die thermische Trägheit und Speicherfähigkeit der Gebäude dargestellt werden können. Sowohl das Berechnungsverfahren nach ASHRAE als auch das nach VDI-Richtlinie 2078 nutzen diesen dynamischen Ansatz. Die hierfür benötigten Eingabedaten sind größtenteils identisch. Prinzipiell lassen sich die Eingabedaten in die Kategorien Struktur, Lage und Nutzung des Gebäudes gliedern.

In die Kategorie Struktur fallen Eingaben wie:

  • die geometrischen Abmessungen der Räume und deren Hüllflächen,
  • der zugehörige Schichtaufbau mit den bauphysikalischen Größen Wärmeleitfähigkeit, spezifische Wärmekapazität und Dichte der verarbeiteten Materialien.


Die Lage des Gebäudes beinhaltet dagegen:

  • die Ausrichtung des Gebäudes in Himmelsrichtung,
  • die geografische Lage (Längen- und Breitengrad) für die Berechnung der solaren Einstrahlung,
  • mögliche Verschattungen aufgrund von herausragenden Gebäudeteilen (Sonnenschutz, Balkone) und von Nebengebäuden,
  • meteorologische Daten für die Randbedingungen.


Zur Kategorie Nutzung des Gebäudes gehören die Eingaben:

  • zeitlicher Verlauf der inneren Lasten (Nutzungsprofile),
  • Anzahl der Personen im Raum,
  • Aktivitätsgrad der Personen,
  • Wärmeleistung von Beleuchtung, Geräten und Maschinen.


Gegenüber dem ASHRAE-Verfahren unterscheidet die VDI 2078 zusätzlich zwischen Arbeitstagen (AT) und Nichtarbeitstagen (NAT). Aus diesem Grund müssen bei der VDI 2078 die Nutzungsprofile der inneren Lasten für beide Arten von Tagen abgestimmt und erstellt werden. Die größtenteils identischen Eingabedaten für die Berechnungsverfahren ermöglichen einen einfachen Wechsel bzw. Vergleich eben dieser, vorausgesetzt, die zugrundeliegende Software unterstützt beide Verfahren. Trotz der gleichen Eingabedaten können die Kühllastberechnungen nach ASHRAE und VDI 2078 unterschiedliche Ergebnisse liefern. Gründe hierfür sind die verschiedenen Ansätze der Modellierung der Wärmeübertragungsprozesse, des Auslegungsverfahrens und die Daten des Auslegungsklimas.

Raum-Modell
Das Verfahren nach ASHRAE modelliert den Raum mit der „Heat balance method“. Die Methode beschreibt die Wärmeübertragungsprozesse im Raum und der Hüllflächen mit der äußeren Umgebung (Bild 1). Das Modell berechnet die Oberflächentemperatur auf beiden Seiten der Hüllfläche aufgrund von Konvektion und Wärmestrahlung. Die Wärmeleitung durch die Hüllfläche wird mit dem aus der Regelungstechnik etablierten Verfahren „conduction transfer function (CTF)“ gelöst.
Im Gegensatz dazu überführt die VDI 2078 die thermischen Prozesse in eine elektrische Ersatzschaltung. Diese wird als 2-Kapazitäten-Modell bezeichnet (Bild 2). Alle Hüllflächen, die keine oder geringe Temperaturunterschiede zu Nachbarräumen aufweisen (adiabate Innenwände1)), werden in einer Kapazität zusammengefasst. Alle Hüllflächen, die definierte rückseitige Temperaturen aufweisen (nicht-adiabate Außenwände2)), werden zu der zweiten Kapazität zusammengefasst. Es stehen sich also zwei Hüllflächen im Rechenkern gegenüber, die im gemittelten Wärme- und Strahlungsaustausch stehen.
Trotz des unterschiedlichen Ansatzes der Raummodellierung liefern beide Verfahren hinreichend gute Ergebnisse, welche in verschiedenen Validierungen nachgewiesen wurden.

Auslegungsverfahren
Der Verlauf der Außentemperaturen eines Tages entspricht bei ASHRAE einem festgelegten Tagesgang, der mit der maximalen Außentemperatur und der Temperaturschwankung an dem Auslegungsort angepasst wird. Die VDI 2078 verwendet zur Modellierung des Temperaturverlaufs eine Sinusfunktion, deren Maximum um 16 Uhr liegt. In Bild 3 werden die Tagesverläufe der beiden Verfahren für einen Tag mit identischen Parametern dargestellt. Der Tagesgang im ASHRAE-Verfahren hat in den Morgenstunden einen stärkeren Anstieg gegenüber der Sinusfunktion und erreicht die maximale Temperatur um 14 Uhr und damit zwei Stunden früher als bei der Berechnung nach VDI. Nicht nur die Tagesverläufe der beiden Verfahren unterscheiden sich, sondern das Auslegungsverfahren an sich. ASHRAE berechnet die Kühllast für den 21. Tag des wärmsten Monats. Die Berechnung des Auslegungstages wird so lange wiederholt, bis das System eingeschwungen ist und sich keine Änderung zum vorherigen Berechnungsdurchlauf ergeben.
Anders nach VDI 2078. Das Verfahren definiert für die Kühllastberechnung eine Auslegungsperiode (CDP), die mit dem Auslegungstag (CDD) endet. Die Auslegungsperiode umfasst 19 Tage und baut sich aus einer vierzehntägigen Vorberechnung, der Anlaufrechnung von vier Tagen und dem Auslegungstag auf. Während der Vorberechnung wird das Außenklima mit der solaren Einstrahlung und der Außentemperatur eines bewölkten Tages simuliert. In der Anlaufrechnung steigen die Mittelwerte und Amplitude der Außentemperatur an und nähern sich den Werten des Auslegungstags. Die Sonneneinstrahlung der Anlaufrechnung und des Auslegungstags entspricht einem sonnigen Tag in der Mitte des Auslegungsmonats. Während der Auslegungsperiode wechseln sich Arbeitstage und Nichtarbeitstage ab, wobei der Auslegungstag ein Arbeitstag sein muss. Zur Verdeut­lichung der Auslegungsperiode ist in Bild 4 der Temperaturverlauf und die Abfolge der Arbeits- und Nichtarbeitstage einer Auslegungsperiode mit fünf Arbeitstagen in der Woche dargestellt. Die Kühllastberechnung endet mit dem Auslegungstag. Es wird also angenommen, dass die Außentemperaturen wieder abnehmen bzw. die Bedeckung zunimmt und die Kühllast somit sinkt. Von der kurzen Hitzeperiode nach der Auslegungsperiode profitieren vor allem schwere Gebäude, für die eine geringere Kühllast berechnet wird, gegenüber einem eingeschwungenen Zustand.

Auslegungsklimadaten

Unabhängig von dem Kühllastverfahren gilt, dass zur Ermittlung einer Kühllast stets ein auf meteorologischen Daten basierendes Modellklima als Randbedingung angesetzt wird. Zur Auslegung wird kein gemitteltes Durchschnittsklima aus vergangenen Jahren, wie z. B. ein Testreferenzjahr (TRY), sondern ein extremes Auslegungsklima mit einer geringen Häufigkeitsüberschreitung verwendet. Die VDI 2078 teilt Deutschland in vier Kühllastzonen auf, deren Einteilung auf einer Clusteranalyse von 250 Wetterstationen aus dem Jahr 1984 beruht. Für jede Kühllastzone werden auf Basis der Wetterdaten von 1991 bis 2005 für jeden Monat von April bis September Tagesmitteltemperaturen und die Amplitude für einen bedeckten und einen sonnigen Tag angegeben. In allen Kühllastzonen werden die maximalen Auslegungstemperaturen im Juli erreicht. Dazu sieht die VDI 2078 eine Korrektur für Großstadtzentren vor. Die Tagesmitteltemperaturen des sonnigen Tags werden durch die Korrektur erhöht und die Amplitude verringert.
Anders bei ASHRAE: Die Klimadaten beziehen sich hier auf jeweils eine Wetterstation und nicht wie bei der VDI auf Regionen. Die Auslegungstemperatur und die Schwankung werden mit Wetterdaten einer Zeitspanne von in der Regel 25 Jahren (mindestens 8 Jahre) ermittelt. Dazu kann der Nutzer zwischen den Häufigkeitsverteilungen 0,4%, 1% und 2% für ein Jahr oder einen Monat (Januar bis Dezember) wählen. Der Prozentsatz der Häufigkeitsverteilung gibt die Anzahl der Stunden im Betrachtungszeitraum an, an dem höhere Temperaturen als die angegebene Temperatur herrschen. Dazu ein Beispiel: In einem Jahr liegen die Temperaturen 34 Stunden höher als bei dem Wert der Häufigkeitsverteilung 0,4 %. Bei der gleichen Häufigkeitsverteilung sind es in einem Monat drei Stunden. Die monatliche Häufigkeitsverteilung des wärmsten Monats wird in Abhängigkeit vom Standort in der Regel über die Temperatur des Jahreswertes liegen. Die Temperaturschwankung des Auslegungstags ist unabhängig von der Häufigkeitsverteilung und wird für jeden Monat angegeben.
Insgesamt sind im „ASHRAE-Handbook of Fundamentals“ über 6000 Datensätze zur Kühllastberechnung für Standorte in der ganzen Welt enthalten, davon auch über 120 Standortdaten aus Deutschland.
In Tabelle 1 werden die maximalen Auslegungstemperaturen und die Temperaturschwankungen am Tag für vier Städte in Deutschland nach VDI 2078 und nach ASHRAE dargestellt. Der Vergleich der beiden Verfahren zeigt, dass die Auslegungstemperaturen nach VDI 2078 um 3°C höher liegen als die Jahreswerte der Häufigkeitsverteilung von 0,4% nach ASHRAE. Die Temperaturschwankungen sind hier außerdem größer als bei der Berechnung nach VDI. Welche Einflussgrößen die unterschiedlichen Auslegungsdaten auf die berechnete Kühllast haben, kann aus theoretischen Überlegungen nur schwer abgeschätzt werden. Die Kühllast hängt von der Gebäudestruktur des jeweiligen Projekts ab (schweres oder leichtes Gebäude) und die Auslegungsverfahren unterscheiden sich deutlich. Dabei ist zu beachten, dass ASHRAE die Kühllast für einen eingeschwungenen Zustand berechnet. Bei der Auslegungsperiode nach VDI 2078 können hingegen die höheren Außentemperaturen noch nicht durch die Wand durchgedrungen sein und die Kühllast somit nur teilweise beeinflussen.

Fazit
Beide Kühllastberechnungsverfahren haben ihre Berechtigung und werden in der Praxis eingesetzt. Aus den dargestellten Unterschieden der Verfahren ergibt sich für bestimmte Bedingungen eine bevorzugte Wahl eines Verfahrens. So beruht die Modellierung der Wärmeübertragungsprozesse von ASHRAE auf den physikalischen Prozessen und eignet sich besser für Spezialfälle. Aufgrund des Zusammenfassens von Hüllflächen in Kapazitäten für Innen- und Außenwände sollten bei der VDI 2078 Situationen vermieden werden, bei denen alle Hüllflächen in eine Kapazität zusammengefasst werden. In so einem Fall wird der Strahlungsaustausch zwischen den Flächen unterbunden. Beispiele hierfür sind Innenräume ohne Fenster oder eine Vorstands­etage auf dem Dach eines Gebäudes, die aus
einem Raum besteht. Sobald der Standort des Gebäudes außerhalb von Deutschland liegt, kann nur das Verfahren nach ASHRAE angewendet werden. Die mit VDI 2078 gelieferten Klimadaten sind ausschließlich für Deutschland. Durch die Unterscheidung zwischen Arbeits- und Nichtarbeitstagen bietet die Auslegungsperiode den Vorteil, eine realistischere Kühllast für Gebäude zu berechnen, die nur wenige Arbeitstage (AT < 4) in der Woche genutzt werden, da in diesem Fall beim Wechsel von NAT zu AT die thermische Speicherfähigkeit des Gebäudes mehr zum Tragen kommt.
Die Wahl für ein Verfahren sollte in Abstimmung mit dem Bauherrn getroffen und schriftlich vereinbart werden. Hierfür sollten dem Bauherrn die Unterschiede zwischen den Verfahren erläutert und auf die Auswirkungen hingewiesen werden. Grundsätzlich gilt bei den dynamischen Kühllastberechnungen, dass eine hohe Sorgfalt des Anwenders bei der Eingabe der Annahmen erforderlich ist. Wenn die Annahmen oder die Eingabe nicht den späteren tatsächlichen Bedingungen entsprechen, sind die Abweichungen der Kühllast viel größer als aufgrund der Wahl des Berechnungsverfahrens.

Bilder: liNear
www.linear.eu


1) VDI 6007-1: Flächen ohne Temperaturunterschied ­werden als „Innenwand“ bezeichnet.
2) VDI 6007-1: Flächen mit rückseitig definierter Temperatur werden als „Außenwand“ bezeichnet.


„liNear Building Cooling Dynamic“ zur Berechnung nach beiden Verfahren
Das Kühllast-Berechnungsmodul „liNear Building Cooling Dynamic“ der liNear GmbH bietet dem Nutzer die Möglichkeit, zwischen den Verfahren nach ASHRAE und nach VDI 2078 auszuwählen. Das Programm führt dazu Schritt für Schritt durch die Eingabemasken. Für die automatische Übernahme der Gebäudedaten greift das Modul auf die CAD-Anwendungen „Autodesk Revit“, „AutoCAD“ oder ­„liNear CADinside“ zu. Zudem ermöglicht die Software im Eingabeprozess den Wechsel des Verfahrens, sodass die Ergebnisse miteinander verglichen werden können.
Weitere Informationen zur Anwendung bietet ein aufgezeichnetes Webinar unter www.linear.eu/webinare, das die Berechnung einer dynamischen Kühllast zeigt.

 

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Tue, 19 Jun 2018 12:12:00 +0200
news-26643 Arbeitsplatz neu gestaltet https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/arbeitsplatz-neu-gestaltet/ Ford „Custom“ in etlichen Details verbessert  

Auf den ersten Blick: Der „Custom“ hat ein Facelift erhalten. Doch der Rede wert ist das Cockpit des Transporters mit neu gestalteter Instrumententafel, verbesserten Ablagen und bequemen, strapazierfähigen Sitzen.

Der kompakte Transporter „Custom“ ist nicht mehr das, was er mal war. Äußerlich fällt er durch seinen veränderten Kühlergrill auf. Die ursprünglich zwischen den Scheinwerfern verlaufende Querspange ist jetzt auf Höhe der Nebelleuchten und dient als Kennzeichenträger. Die wichtigsten Veränderungen offenbaren sich jedoch durch innere Qualitäten. Die ursprünglich stark zerklüftete Instrumententafel ist komplett neu gestaltet und bietet zusätzliche Ablagemulden.
Die Oberflächen lassen sich nicht nur leichter reinigen, sondern zeigen sich auch in puncto Ergonomie und Bedienbarkeit verbessert. Für ein großes Navi (Option) wurde Platz geschaffen und es gibt jetzt noch mehr Assistenz- und Konnektivitätssysteme (Sonderausstattung). Neu konstruierte Sitze mit überarbeiteter Schaumpolsterung und optimierter Geometrie erhöhen den Komfort. Das gilt auch für die Sitzbezüge, die einem extremen Abrieb widerstehen sollen.

Neue Spritspar-Variante
Das überarbeitete Motorenprogramm auf Basis eines 2,0-l-Diesel mit Euro-6-Zulassung hat Ford bereits zum letzten Modelljahr eingeführt. Hinzu gekommen ist im Jahr 2018 eine Sparversion mit 77 kW/105 PS, die in der Höchstgeschwindigkeit auf 100 km/h limitiert ist und unter anderem dank Leichtlaufreifen mit 5,7 l Kraftstoff auskommen soll. Darüber hinaus gibt es weiterhin die gleich starke Standardversion, die im Test zur Verfügung stand und den Job in der City durchaus meistern kann. Die beiden stärkeren Ausführungen leisten 96 kW/130 PS sowie 125 kW/170 PS, wobei der Top-Motor dann empfehlenswert ist, wenn hohe Zuladungen auf längeren Strecken bewegt werden müssen.
Mit einem Basispreis von netto 25 660 Euro startet der Custom L1H1 als 2,8-Tonner (Zuladung 800 kg). Der 3,4-Tonner kann eine max. Nutzlast von 1,3 t erreichen. Die Lang-Version ist mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 3,0 t ab 27060 Euro gelistet. Ein Hochdach für den normalen oder langen Radstand gibt es zum Aufpreis von 600 Euro (Preise ohne MwSt.).

Autor: Thomas Dietrich, freier Journalist

www.ford.de

 

Ford „Custom“: Plus und Minus
+    Fronttriebler auf Pkw-Niveau
+    Handling komfortabel
+    Komplett neu gestaltete Instrumententafel
+    Ausreichende Sitzfreiheit und funktionale Gestaltung des Fahrerplatzes
+    Kastenwagen mit zwei oder drei Sitzen, Kombi bis 6 Sitze
+    Integrierte Doppelkabine als teilverglaster 6-Sitzer
+    Geräuschemissionen und Effizienz durch EcoBlue-Diesel (Euro 6) verbessert
+    Frachtraumgrößen hinter der Trennwand von 5,9 bis max. 8,3 m³ (L2 mit Hochdach)
+     Klappe am Trennwandboden erweitert Ladelänge um ca. 50 cm in den Beifahrerfußraum (Option)
+     Nutzlast je nach Version zwischen 800 und max. 1300 kg
+     Für Flachdachvariante drei hochklappbare Dachtraversen möglich (Sonderausstattung)
+     Umfangreiche Zusatzausstattungen wählbar
+/- Viele optionale Zusatzfunktionen am Lenkrad möglich, wirkt dadurch aber überfrachtet
+/-     Vergittertes Fenster der Trennwand recht klein
-     Keine Verzurrösen im mittleren oder oberen Frachtraumbereich
-     Starre Weitwinkelsegmente der Außenspiegel schränken Sicht ein

 

 

 

 

 

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Tue, 19 Jun 2018 08:08:00 +0200
news-26671 Rechenzentrumspreis: ebm-papst auf Platz 2 https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/rechenzentrumspreis-ebm-papst-auf-platz-2/ Die ebm-papst Mulfingen GmbH &amp; Co. KG, Hersteller von Ventilatoren und Motoren, belegte beim Deutschen Rechen­zentrumspreis Platz 2 in der Kategorie „RZ-Ener­gietechnik“.  

Prämiert wurde die „3-Phasen-Aktiv-PFC“-Lösung, die Oberschwingungen beim Betrieb von EC-Ventilatoren minimiert. Dabei sind Strom­ober­wellen­filter in den Ventilator integriert. Die Lösung wandelt den pulsförmigen Aufnahmestrom der EC-Motoren in einen sinusförmigen Strom um. Anschließend wird die Lage der Stromkurve so verschoben, dass sie gleichphasig zur Spannung ist. Somit können laut Hersteller Notstromversorgungen, Schalter, Leitungen oder Schutzeinrichtungen kleiner dimensioniert und aufgrund des Stromverlaufs kostenoptimiert ausgelegt werden.

 

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Tue, 19 Jun 2018 07:02:00 +0200
news-26724 BVF: Fachinformation zu Flächenheizungen https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/bvf-fachinformation-zu-flaechenheizungen/ Dortmund. Der Bundesverband Flächenheizungen und Flächenkühlungen (BVF) hat die Publikation „Schnittstellenkoordination bei Flächenheizungs- und Flächenkühlungssystemen in bestehenden Gebäuden“ aktualisiert. Die neue Fassung orientiere sich am aktuellen Stand der Technik, so der BVF. Planer und Installateure erhielten praktische Tipps für ihre tägliche Arbeit.  

Die Fachschrift soll der Abstimmung und der Koordination der jeweiligen Gewerke bei der Herstellung von raumflächenintegrierten Heiz- und Kühlsystemen dienen. Darüber hinaus ergänzt sie laut BVF die geltenden Normen und technischen Regeln. Checklisten und Protokolle würden bei der Dokumentation der Planungs- und Arbeitsschritte bis zur Übergabe eines mangelfreien Gewerks unterstützen.
Interessierten steht die „Schnittstellenkoordination bei Flächenheizungs- und Flächenkühlungssystemen in bestehenden Gebäuden“ kostenlos auf der BVF-Webseite zum Download bereit. Dort wird zudem die „Schnittstellenkoordination bei Flächenheizungs- und Flächenkühlungssystemen im Neubau“ angeboten.

www.flaechenheizung.de
www.bvf-siegel.de

 

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Mon, 18 Jun 2018 10:27:55 +0200
news-26705 Belimo Stellantriebe Vertriebs GmbH: Drosselklappen und ­Antriebe als 3-Weg-Lösung https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/belimo-stellantriebe-vertriebs-gmbh-drosselklappen-und-antriebe-als-3-weg-loesung/ Der Hersteller Belimo hat sein Portfolio an Drosselklappen und PR-Antrieben, die auf die Bedürfnisse der Heizungs-, Lüftungs- und Klimatisierungsbranche abgestimmt sind, erweitert. Diese sind nun auch als 3-Weg-Lösungen erhältlich.  

Drosselklappen und Antriebe sind laut Unternehmen wartungsfrei. Dem Hersteller ist es laut eigenen Angaben gelungen, den Drehmomentbedarf der Drosselklappen und den Leistungsverbrauch der Antriebe zu reduzieren: „Dadurch können mit dieser Drosselklappen-Antriebskombination bis zu 80 % Energie gespart werden.“
Die Drosselklappen sind universell als dicht schließende 2-Weg- oder 3-Weg-Armatur für Auf/Zu-, Umschalt- und Regelanwendungen (als Misch- und Verteilventil) einsetzbar. Sämtliche Produkte sind mit Near Field Communication (NFC) ausgestattet. Damit lassen sie sich über ein Smartphone mit der Belimo-Assistant-App in Betrieb nehmen, parametrieren und deren Betriebszustände visualisieren.
Zwei weitere Besonderheiten sind die Positionsanzeige an der Drosselklappe und die interne Heizung im Antrieb. Mit der flexiblen Positionsanzeige soll auch aus der Ferne ein Erkennen der Stellung der Drosselklappe möglich sein. Die Heizung verhindert Kondensation innerhalb des Antriebs. Dank einem integrierten Temperatur- und Luftfeuchtigkeitssensor schaltet sich die Heizung nur ein, wenn es die Anwendung erfordert. Zusätzlich bietet die „SuperCap“-Technologie eine hohe Betriebssicherheit für die gesamte Anlage. Der Hersteller dazu: „Durch diese Notstellfunktion fährt der Antrieb in die gewünschte Position und bietet so eine energieeffiziente Alternative zum mechanischen Federrücklauf“.
Belimo Stellantriebe Vertriebs GmbH, Welfenstr. 27, 70599 Stuttgart, Tel.: 0711 16783 - 0, Fax: - 73, info@belimo.de, www.belimo.de

 

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Mon, 18 Jun 2018 09:15:00 +0200
news-26706 Seminare, Workshops, Tagungen https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/seminare-workshops-tagungen-30/ Technische und betriebswirtschaftliche Qualifizierungsangebote für das SHK-Fachhandwerk und TGA-Planer.  

Veranstaltung, Inhalt:
Zehnder: Fortbildungen zur Wohnraumlüftung
Für eine fundierte Kundenberatung und korrekte Installation ist für Zehnder eine „sattelfeste Kompetenz“ unerlässlich. Hier setzen die fünf Schulungen für das Fachhandwerk an: Planung/Auslegung, Technik/Inbetriebnahme, Wartung/Instandhaltung, Großgeräte, Zehnder ComfoPlan (Online-Planungstool).

Datum, Ort, Kosten:
Nähere Infos (auch die Anmeldung) finden sich auf der Internetseite von Zehnder.

Veranstalter:
Zehnder Group Deutschland Lahr
Tel.: 07821 586 - 0, Fax: - 411
info@zehnder-systems.com
www.zehnder-systems.de


Veranstaltung, Inhalt:
Moderne Gebäudetechnik für kühle Köpfe

Kaimann, Oventrop, Wilo und Zehnder gehen wieder auf Tour mit der Seminarroadshow. Diesmal unter dem Motto: ­“Effiziente Kühl- und Kältetechnik im Fokus moderner Gebäudetechnik”. Versprochen wird praxisnahes Wissen von der Planung bis zum Betrieb innovativer Kühl- und Kälteanlagen.

Datum:
25. 9. 2018
26. 9. 2018
10. 10. 2018
11. 10. 2018

Ort:
Nürnberg
Regensburg
Neuss
Dortmund

Kosten: kostenfrei

Veranstalter:
Zehnder Group Deutschland Lahr
Tel.: 07821 586 - 0, Fax: - 411
info@zehnder-systems.com
www.zehnder-systems.de


Veranstaltung, Inhalt:
Rockwool: Seminarprogramm 2018
Das Rockwool-Forum bietet rund 100 Veranstaltungen pro Jahr. Die Produkt- und Verarbeitungsseminare sind ebenso ­enthalten wie thematisch umfassende Verbundschulungen und zertifizierte Ausbildungen, die über mehrere Module zu einer Zusatzqualifikation führen.

Datum, Ort, Kosten:
Nähere Infos bei Rockwool und im Internet auf der Rockwool-Seite.

Veranstalter:
Deutsche Rockwool
Mineralwoll GmbH & Co. OHG
Gladbeck
Tel.: 02043 408 - 0, Fax: - 570
info@rockwool.de
www.rockwool.de


Veranstaltung, Inhalt:
ZVPLAN zum Optimieren von Heizungs- und Kühlanlagen
Die vier Initiatoren ZVSHK (Zentralverband Sanitär Heizung ­Klima), Oventrop, Wilo und ConSoft haben das Planungstool ZVPLAN entwickelt. Dazu gibt es Schulungen. Aus dem Inhalt: Berechnen von U-Werten, Heizlast, Heizkörpern, Rohrnetzen, Armaturen und Pumpen, Umsetzen von staatlichen Förderprogrammen.

Datum:
18. 10. 2018

Ort:
Olsberg

Kosten:
30,– Euro

Veranstalter:
Oventrop GmbH & Co. KG
Olsberg
Tel.: 02962 82 - 0, Fax - 402
mail@oventrop.de
www.oventrop.de


Veranstaltung, Inhalt:
Helios LCC Fachseminar
Neue Seminarthemen, zusätzliche Schulungsstandorte (jetzt 22) und weitere Referenten: Das sind einige neue Merkmale des ­aktuellen Weiterbildungsangebotes von Helios. Es setzt sich zusammen aus Grundlagen- und fachspezifische Schulungen. 

Datum, Ort, Kosten:
Der Seminarkalender enthält Beschreibungen, Termine und andere Informationen über die kostenlosen ein- oder zweitägigen Seminare und Workshops.

Veranstalter:
Helios Ventilatoren GmbH & CO. KG
Villingen-Schwenningen
Tel.: 07720 606 - 0
info@heliosventilatoren.de
www.heliosventilatoren.de

 

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Mon, 18 Jun 2018 08:37:00 +0200
news-26641 ARGE Neue Medien will Attraktivität steigern https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/arge-neue-medien-will-attraktivitaet-steigern/ Industrieorganisation reagiert auf zunehmende Konkurrenz – zentrale Datenbasis im Fokus  

Die ARGE Neue Medien will sich neu aufstellen. Unter dem Leitmotiv „Kompetenz für digitale Haustechnik“ soll die Attraktivität gesteigert werden, kündigte die Industrieorganisation jüngst in Essen an. Gelingen soll dies u. a. mit aktuellen Analyse-, Qualitätssicherungs- und Managementaufgaben sowie dem Aufbau moderner Daten-Distributionswegen.

Mit der neuen Ausrichtung reagiert die ARGE auf die zunehmende Konkurrenz, u. a. durch Dienstleister, Softwareentwickler oder durch BIM-Aktivitäten. Laut Vorstandsvorsitzendem Frank Wiehmeier steht die Sicherung der unabhängigen, kostenfreien Datenversorgung der SHK-Branche sowie die Schaffung bzw. Aufrechterhaltung einer zentralen Datenbasis im Fokus. Themen wie EDI (elektronischer Datenaustausch), BIM (Building Information Modelling) und ETIM (Standard zur Artikelklassifikation) sollen ebenfalls berücksichtigt werden. Zudem können die Mitglieder ihre Klassifizierungsinformationen vergeben – sofern vorhanden. „Seit 2016 lassen sie sich im System abbilden. Wir haben bisher nur versäumt, das zu kommunizieren“, so Wiehmeier.

Digitaler Umbruch
Für den Vorstandsvorsitzenden ist Unternehmenserfolg eng mit dem Gelingen des digitalen Umbruchs verknüpft. Nur wer die Vielfalt elektronischer Medien und Prozesse beherrsche, vernetzt sei und ein effizientes Benutzermanagement biete, stehe vor einer aussichtsreichen Zukunft. Dabei sei auf das „Know-how der ARGE Verlass“, versprach Wiehmeier. Den Herausforderungen, denen sich die Industrieorganisation stellen müsse, sieht er gelassen entgegen. Man werde für eine „reibungslose Koordination und Kommunikation von Branchenbelangen“ sorgen. Nicht zuletzt sei auch die aktive Mitgliederintegration in die Planungen von Bedeutung.
In welcher Weise die mehr als 100 angebundenen Industrieunternehmen in die Entscheidungen des Vorstandes eingebunden worden seien, verdeutliche eine von „Linnigpublic online“ im August 2017 durchgeführte Umfrage mit einer Teilnehmerquote von 54 %. Zu den auszugsweise vorgestellten Ergebnissen zählte die Haltung der Mitglieder zu einem Projekt mit dem Titel „Internationalisierung“. Während 38,9 % die Teilnahme bestätigten, wurde sie von 28,7 % verneint. 32,4 % nehmen zwar derzeit nicht teil, „möchten aber mehr erfahren“. 72,2 % der Umfrageteilnehmer gaben außerdem an, dass das Thema ETIM wichtig sei.

Gute Umfrageergebnisse
Die Mitglieder sind laut der Umfrage mit der ARGE mehrheitlich „insgesamt ziemlich zufrieden“ bzw. „insgesamt sehr zufrieden“. Lob gab es für den Informationsgehalt der Veranstaltungen: 71,3 % der Mitglieder fühlen sich demnach „gut“ informiert. Positiv eingestuft wurde das Engagement der Geschäftsstelle. 46,3 % antworteten mit „Ja, ich fühle mich eher gut betreut und beraten“. 35,2 % gaben an, sich „sehr gut betreut und beraten“ zu fühlen.
Vor einem Relaunch steht die Internet­seite shk-branchenportal.de. Technologien, Oberfläche, Funktionen und nicht zuletzt Schnittstellen zu anderen Plattformen müssten aktualisiert bzw. neu angelegt werden. Die Neugestaltung bedeutet laut ARGE-Geschäftsführer Konrad Werning den Umzug von 2500 Gigabyte Daten. Soviel umfasse der Datenservice der mehr als 100 angeschlossenen Markenhersteller. „Jährlich verbuchen wir auf shk-branchenportal.de 120 000 Datendownloads. Mehr als 20 000 Benutzer sind auf der Plattform registriert, rund 26 000 Unternehmen und 70 Softwarehäuser angebunden“, so Werning. Das spreche für die Bedeutung des Branchenportals.

Bilder: ARGE

www.arge.de

 

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Mon, 18 Jun 2018 08:01:00 +0200
news-25007 Aktuelles https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/aktuelles-70/  

Montagevideos für Heizungsbauer
Flamco will Heizungsbauer mit Videoanleitungen bei ihrer täglichen Arbeit unterstützen. Sie zeigen u. a. den Anschluss und das Einrichten von Druckhalteautomaten  – angefangen von der Montage des Messfußes bis hin zur Einstellung des Betriebsdrucks. Auch für Systemkomponenten zur Nachspeisung und Entgasung von Heizungswasser sind Informationen verfügbar. Interessierte können über YouTube (Kurzlink: https://bit.ly/2raSztk) und auf der Webseite von Flamco auf die Videos zugreifen.



Gewinnaktion zur Fußball-WM 2018
Zur Fußball-Weltmeisterschaft hat Vaillant eine Gewinnaktion gestartet: Fachhandwerker, die bis zum 15. Juli Elektro-Durchlauferhitzer oder Elektro-Warmwasserspeicher kaufen, haben die Chance auf beispielsweise eines von elf Grundig TV-Geräten, 111 DFB-Trikots und 111 DFB-Fanschals oder eines von zahlreichen Sport Bild Monats-Abos. Die Serialnummer der Produkte berechtigt zur Teilnahme. Auf der Aktions-Website www.vai.vg/wm-gewinnspiel wird diese Serialnummer eingegeben. Die Teilnehmer erfahren sofort, ob und was gewonnen wurde.



Wärmepumpe überholt ­Gasheizung in Neubauten
Mit einem Anteil von 43% ha­ben Wärmepumpen erstmals Gasheizungen als beliebtestes Heizungssystem in neu genehmigten Wohngebäuden überholt. Das teilt der Bundesverband Wärmepumpe (BWP) mit und bezieht sich dabei auf Zahlen des Statistischen Bundesamtes. Demnach kommen Gasheizungen auf einen Anteil von 42%.
Von den Wärmepumpen entfallen laut BWP 35% auf Anlagen, die Umweltwärme wie Luft oder Grundwasser nutzen. Erdwärme mache 8% aus.



„Tag des Bades“: Kostenlose Teilnahme möglich
Der bundesweite „Tag des Bades“ findet in diesem Jahr am 15. September statt. Unter der Leitung der Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS) sind alle SHK-Handwerksbetriebe sowie der Fachhandel eingeladen, sich an der Kampagne unter dem Motto „Bad und Gesundheit“ zu beteiligen. Im Vorjahr sind etwas mehr als 200 Ausstellungen registriert worden. In diesem Jahr hoffen die Initiatoren auf größere Resonanz. Die Teilnahme ist kostenfrei.

 

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Mon, 18 Jun 2018 07:42:00 +0200
news-26656 Esbe: Pumpengruppe mit über 50 Modellen https://www.ikz.de/heizungstechnik/news/detail/esbe-pumpengruppe-mit-ueber-50-modellen/ Esbe hat das Pumpengruppen-Sortiment um die Gruppe DN 20 erweitert und sieht den bevorzugten Einsatzbereich in kleinen Gebäuden.  

Verfügbar ist die Serie in drei Ausführungen:

  • direkt/ungemischt – für die direkte Versorgung eines Heizkreises,
  • motorisch gemischt – mit progressivem 3-Wege-Mischer und Stellantrieb,
  • thermisch gemischt – für Anwendungen mit einer konstanten Vorlauftemperatur.

Alle Gruppen DN 20 sind mit einer 7,5-m-Hocheffizienzpumpe (Wilo) ausgestattet; die Isolierung entspricht der EnEV 2014 (Energieeinsparverordnung).
Um die Installation zu erleichtern, ist die motorisierte Version mit „QuickFit“ ausgestattet. Esbe erklärt: „Damit lässt sich der Stellmotor eines Mischers leicht, schnell und – was besonders wichtig ist – fehlerfrei montieren oder demontieren.“ Für die Montage oder Demontage wird der Stellantrieb auf den Mischer gedrückt oder davon abgezogen. Sobald ein ­Klicken zu hören ist, sitzt der Stellantrieb an der richtigen Stelle.

Esbe GmbH, Newtonstr. 14, 85221 Dachau, Tel.: 08131 99667-0, Fax: -77, info.de@esbe.eu, www.esbe.de

 

 

 

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Mon, 18 Jun 2018 07:07:00 +0200
news-26668 Stoercode.de: Über 70000 Störcodes offline verfügbar https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/stoercodede-ueber-70000-stoercodes-offline-verfuegbar/ Mit Zugriff auf inzwischen über 70.000 herstellerübergreifende Störcodes, 1100 Bedienungsanleitungen, Wartungschecklisten und Ersatzteillisten bietet die App Stoercode eine umfangreiche Wissensdatenbank für Heizungssysteme.  

Im Vordergrund steht dabei die Fehlersuche und -behebung bei Heizungsstörungen. Das Besondere dabei: alle Störcodes sind ab sofort auch offline verfügbar. Zudem wurde die App für unterschiedliche Displaygrößen optimiert. Somit bietet Stoercode.de eine abgestimmte Darstellung sowohl für Tablets als auch Smartphones.
Die Nutzung von Stoercode kostet in der Version „Exklusivpaket“ 58,00 Euro pro Monat. IKZ-Leser erhalten das „Exklusivpaket“ zu einem Vorzugspreis von 29,00 Euro (Exklusivpaket für bis zu 5 Geräte). Dazu steht eine Ergänzungslizenz für jedes weitere Gerät für 9,00 Euro pro Monat zur Verfügung. Ein „Einstiegspaket“ für 1 Gerät wird zum Vorzugspreis von 9,90 Euro angeboten. Betriebe haben zudem die Möglichkeit, Stoercode einen Monat lang kostenfrei zu testen.
Sie haben Interesse an einer Lizenz des Tools zu vergünstigten Konditionen? Dann schicken Sie eine E-Mail mit Ihren Kontaktdaten an stoercode@strobel-verlag.de.

Stoercode.de, Albert Kohl, Gutenbergstr. 6, 86399 Bobingen, Tel.: 08234 95983-77, Fax: -866, info@stoercode.de, www.stoercode.de

 

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Sun, 17 Jun 2018 09:32:00 +0200
news-26701 Panasonic Marketing Europe GmbH (Heiz- und Kühlsysteme): Klimaanlagen für komfortable Raumregulierung https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/panasonic-marketing-europe-gmbh-heiz-und-kuehlsysteme-klimaanlagen-fuer-komfortable-raumregulierun/ Panasonic verwendet auch bei den Multi-Split-Klimasystemen das Kältemittel R32. Damit hat der Hersteller nun das komplette Sortiment an Raumklimageräten auf R32 umgestellt.  

Auf Basis der Umstellung und anderen kleinen Verbesserungen erreicht die neue „Multi-Split“-Generation im Kühlbetrieb die Energieeffizienzklasse A+++. Im Heizbetrieb wollen die Geräte mit einer Ener­gieeffizienzklasse A++ überzeugen.
Es stehen Außenmodule zur Verfügung, an die bis zu fünf Innengeräte angeschlossen werden können. Die Vielzahl unterschiedlicher Innengeräte eröffnet Flexibilität bei der Planung und Installation der „Multi-Split“-Klimasysteme. Dabei reicht die Bandbreite vom Innengerät „Etherea“ mit Luftreinigung und „Econavi“-System über „TZ“- und „TE“-Wandgeräte und Kassettengeräte bis hin zu Kanalinnen- und Standgeräten.
Um höchstmöglichen Komfort und effizienten Betrieb zu gewährleisten, lassen sich die Innengeräte unabhängig voneinander regeln. Sollte ein Raum keine Klimatisierung benötigen, werden einzelne Innengeräte einfach abgeschaltet. Die „Multi-Split“-Außengeräte können Innenmodule mit einer Leistung von bis zu 10 kW betreiben. Die Leistungsgrößen der einzelnen Innengeräte lassen sich nach Belieben zusammenstellen.
Ein weiterer Vorteil aus Sicht Panasonics: Der Benutzer kann das System via Internet über das Smartphone steuern und Geräte ein- und ausschalten oder die Raumtemperaturen einstellen. Über Modbus, KNX oder BACnet lassen sich die Systeme in die Gebäudeleittechnik integrieren. Ebenfalls ist die Einbindung in VRF-Zentralsteuerungen möglich.
Panasonic Marketing Europe GmbH (Heiz- und Kühlsysteme), Hagenauer Str. 43, 65203 Wiesbaden, Tel.: 0800 2002223, Fax: 0611 235 - 284, limaanlagen@eu.panasonic.com, www.aircon.panasonic.de

 

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Sun, 17 Jun 2018 09:08:00 +0200
news-26652 Klaus Schlenker: Sonnenlicht unter der Dusche https://www.ikz.de/sanitaertechnik/news/detail/klaus-schlenker-sonnenlicht-unter-der-dusche/ Mit „Sunshower Deluxe Black“ erweitert Klaus Schlenker sein Portfolio an UV- und Infrarotelementen für die Dusche und sagt: „Wohldosiertes Sonnenlicht ist für die Gesundheit unerlässlich.“ Dabei helfe „Sunshower Deluxe“.  

Das Produkt kombiniert Infrarot- mit UV-Wärmequellen und lässt „selbst kleinste Raumangebote im Duschbereich zur Wellness-Oase der besonderen Klasse werden“. UV-Licht stimuliert den Körper und unterstützt die Produktion von Vitamin D. Infrarotlicht entspannt die Muskulatur, stimuliert den Blutkreislauf und kann schmerzlindernd wirken.
Alle „Sunshower“-Produkte sind speziell für die Nutzung in Nassräumen konzipiert. Mit „Sunshower Deluxe Black“ ist das Modell jetzt mit schwarzer Frontscheibe und passendem Rahmen (ebenfalls in Schwarz) erhältlich.

Klaus Schlenker GmbH, Gottlieb-Daimler-Str. 30-34, 28816 Stuhr, Tel.: 0421 87761-0, Fax: -32, info@schlenker-gmbh.de, www.tylo.de, www.sunshower.de

 

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Sat, 16 Jun 2018 11:00:00 +0200
news-26700 Menerga GmbH: Schwimmhallenentfeuchtung: Kältemittel wechselt https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/menerga-gmbh-schwimmhallenentfeuchtung-kaeltemittel-wechselt/ Schwimmhallenentfeuchter arbeiten nach dem Wärmerückgewinnungsprinzip: Die feuchte Raumluft wird angesaugt, über dem Verdampfer entfeuchtet und die dabei entzogene Energie der trockenen Rückluft über den Kondensator wieder zugeführt.  

Für öffentliche Schwimmbäder stattet Menerga die Wärmepumpen in Anlagen mit einer „ThermoCond HP“-Wärmerückgewinnung fortan standardmäßig mit dem Kältemittel „R410A“ aus. Die Umstellung bewirke neben einer Effizienzsteigerung auch eine Reduzierung der Kältemittelfüllmenge um bis zu 40%. Laut Unternehmen sprechen für das Kältemittel „R410A“ – im Gegensatz zu „R407“ – eine höhere volumetrische Kälteleistung und „exzellente Eigenschaften“ beim Wärmeübergang in Verdampfer und Verflüssiger.
Wärmepumpen von Menerga für die Luftkonditionierung in öffentlichen Schwimmhallen sind mit beschichteten „Mikrochannel“-Kondensatoren ausgestattet. Sie erfüllen nach Unternehmensangaben die Anforderungen an den Korrosionsschutz.
Menerga GmbH, Alexanderstr. 69, 45472 Mülheim an der Ruhr, Tel.: 0208 9981 - 0, Fax: - 110, info@menerga.com, www.menerga.com

 

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Sat, 16 Jun 2018 09:04:00 +0200
news-26712 Was ist eigentlich... https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/was-ist-eigentlich-31/ ...eine Rohrverlegung nach Tichelmann?  

Das Tichelmann-Prinzip ist eine einfache Möglichkeit, Kessel, Solarkollektoren, Lufterhitzer oder auch Deckenstrahlplatten hydraulisch abzugleichen, ohne spezielle Ventile einzusetzen. Der längste Vorlauf bekommt den kürzesten Rücklauf und umgekehrt – so in etwa lässt sich das Prinzip in einem Satz erläutern. Die Summe zwischen Vor- und Rücklauf ist bei der Verlegeart immer in etwa gleich, weshalb sich an jeder Stelle des Strangs gleiche Druckverluste einstellen. Natürlich lassen sich auch Heizkörper nach Tichel­mann abgleichen, etwa in einer langen Produktionshalle. Dafür sollten die Heizkörper aber auch die ­gleiche Heizlast und damit die gleichen benötigten Massenströme aufweisen. Ansonsten müsste zusätzlich ein hydraulischer Abgleich über voreinstellbare Ventile oder Rücklaufverschraubungen vorgenommen werden.
Der Vorteil einer Verlegung nach Tichel­mann ist der Verzicht auf spezielle Regelkomponenten, auch wird keine Pumpenleistung durch unnötige Widerstände benötigt. Dafür erhöht sich die Rohrleitungslänge. Eingesetzt wird die Verlegung nach Tichel­mann insbesondere bei ausgedehnten Anlagen wie Solarkollektorfeldern oder bei Deckenstrahlplatten, beispielsweise in einer großen Fabrikhalle. Auch bei Mehrkesselanlagen kommt das Prinzip zum Einsatz. In kleinen Gebäuden wie Ein- oder Zweifamilienhäusern wird es dagegen angewendet, um beispielsweise spezielle Wand- oder Fußbodenheizungsmodule unter Putz abzugleichen – siehe Bild.
Seinen Namen hat das Verlege-System laut Wikipedia nach ­Albert Tichel­mann (1861–1926), ein Ingenieur auf dem Gebiet der Warmwasserheizung.

 

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Fri, 15 Jun 2018 11:42:00 +0200
news-26722 Wolf: Gewinnaktion während der Fußball-WM https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/wolf-gewinnaktion-waehrend-der-fussball-wm/ Mainburg. Passend zur Fußball-Weltmeisterschaft in Russland hat Wolf eine Gewinnaktion gestartet: Fachhandwerker, die an der „Gipfelstürmer-WM-Aktion“ teilnehmen, können drei Panasonic 65 Zoll UHD Fernseher gewinnen. Voraussetzung ist, dass sie bis zum 15. Juli fünf oder mehr Wolf-Geräte einbauen und mit der Smartscan-App registrieren. Jeder beim Gipfelstürmer-Partnerprogramm angemeldete SHK-Betrieb kann&nbsp; teilnehmen. Eine Registrierung ist unter www.wolf.eu/Gipfelstuermer notwendig.  

Statt der üblichen 100 Punkte erhalten registrierte Betriebe während der Aktion für jede Installation 300 Gipfelstürmer-Punkte. Führt ein Unternehmen im WM-Zeitraum mindestens fünf Installationen durch und sammelt somit 1500 Punkte, nimmt es automatisch an der Verlosung der drei Panasonic-Fernsehgeräte teil.
Die Installationspunkte erhalten Fachhandwerker, wenn sie den Einbau von Wolf-Geräten melden. Dazu scannen sie die Seriennummer des Produktes mit der kostenlosen Smartscan-App (iOS und Android), melden damit die Montage und erhalten die Bonuspunkte auf ihr Partnerkonto gutgeschrieben. Auch wer keine fünf Installationen im WM-Zeitraum realisiert, kann die Bonuspunkte im Internet unter gipfelstuermer.wolf.eu gegen Prämien einlösen.

www.wolf.eu

 

 

 

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Fri, 15 Jun 2018 09:50:51 +0200
news-26703 ebm-papst Mulfingen GmbH & Co. KG: Gewerbliche Küchen normgerecht be- und entlüften https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/ebm-papst-mulfingen-gmbh-co-kg-gewerbliche-kuechen-normgerecht-be-und-entlueften/ Bei der Essenszubereitung wird die Umgebungsluft stark verunreinigt, z. B. durch Fettbestandteile und Verbrennungsgase. Außerdem entsteht viel Hitze und Feuchtigkeit. Um die Gerüche abzusaugen und gleichzeitig kühle und saubere Luft von außen zuzuführen, ist in gewerblichen Küchen die Installation von RLT-Geräten erforderlich.  

ebm-papst hat für diese Anwendung einen Radialventilator mit EC-Motor (außerhalb des Luftstroms) entwickelt. Der Hersteller hat dafür die EC-Radialventilatoren der „RadiPac“-Baureihe modifiziert. Dabei wurden der Motor und die Steuerelektronik gemäß den Richtlinien aus dem Luftstrom genommen. So wird der Aufbau einer fett- bzw. ölhaltigen Schicht auf dem Motor oder der Steuerelektronik vermieden.
Durch den im Ansaugbereich des Ventilators herrschenden Unterdruck wird über eine Schlauchleitung kühle Umgebungsluft angesaugt, die den EC-Motor kühlt. Durch die Kühlung erreichen der Ventilator und die Steuereinheit ihre volle Leistung. Dies bietet laut Hersteller dem Anwender höchste Planungssicherheit durch reale Leistungsangaben. Außerdem sei eine einfache Montage und ein Anschluss per Plug & Play möglich.
Ein fertig vorbereiteter Ansaugstutzen zur Montage an der Außenwand des RLT-Geräts ist im Lieferumfang enthalten. Die Ventilatoren werden in den Baugrößen 400, 450 und 560 mm angeboten.
ebm-papst Mulfingen GmbH & Co. KG, Bachmühle 2, 74673 Mulfingen, Tel.: 07938 81 - 0, Fax: - 110, info1@de.ebmpapst.com, www.ebmpapst.com

 

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Fri, 15 Jun 2018 09:12:00 +0200
news-26699 Uponor GmbH: Kombination aus Flächentemperierung und Wohnraumlüftung https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/uponor-gmbh-kombination-aus-flaechentemperierung-und-wohnraumlueftung/ „Comfort Air“, entwickelt von Uponor und Pluggit, kombiniert Flächentemperierung und Wohnraumlüftung. Kern des Systems sind die Bodenpaneele.  

Diese Module dienen als Nachheizregister, indem sie die Luft entlang der warmen oder kühlen Estrichfläche führen und deren Temperatur so auf das Raumniveau heben oder senken.
Die Bodenpaneele wurden so konstruiert, dass sie die Anforderungen an Wärmeübertragung, Luftführung und Hygiene erfüllen. Im Inneren lenken ein
S-Bogen sowie Leitnoppen den Luftstrom durch das Modul und verhindern nach Unternehmensangaben das Entstehen von „Toträumen“, in denen sich Ablagerungen bilden könnten.
Als Abdeckung sowie als Leitfläche für die Wärmeübertragung dient eine beschichtete Metallplatte, die mit einem Klettvlies bespannt ist. So kann das Bodenpaneel bei Abmessungen von 1200 x 800 x 30 mm in die Fußbodenheizung integriert werden. Insgesamt erreicht das System inklusive Estrich und Bodenbelag eine Gesamtaufbauhöhe von etwa 14 cm. Die Montage erfolgt über Steck- und Klettverbindungen.
Uponor GmbH, Industriestr. 56, 97437 Haßfurt, Tel.: 09521 690 - 0, Fax: - 105, info@uponor.de, www.uponor.de

 

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Fri, 15 Jun 2018 08:59:00 +0200
news-26639 Partnerschaft im Bau https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/partnerschaft-im-bau/ Der Neubau eines Verwaltungsgebäudes zeigt, dass das Heizungsregelsystem „Geniax“ von Empur und die Raumkonzepte eines Modulbauspezialisten zusammenpassen  

Mietcontainer für Baustellen, temporäre Büros u.a. erfreuen sich laut Optirent einer stetig wachsenden Nachfrage. Aufgrund des sich in den letzten Jahren „rasant entwickelnden“ Geschäfts ist der Vermieter von solchen Containern an einen Standort mit deutlich mehr Lager- und Produktionsfläche umgezogen. Bei der Beheizung des Verwaltungsgebäudes in Bergneustadt setzte man auf Produkte von Empur.

Die Mietcontainer bezieht Optirent als Tochtergesellschaft vom Hersteller Säbu. Der Spezialist für Lager-, Büro-, Wohn- und andere Container bietet des Weiteren industriell vorgefertigte, modulare Gebäude an. Einsatzbereiche sind z. B. Verwaltungsgebäude, Schulen u.a.m. Durch die Kombination aus Stahl- und Trockenbauweise weisen sie laut Säbu keine Nachteile gegenüber konventionell errichteten Gebäuden auf. Aufgrund der gesellschaftsrechtlichen Verknüpfung und der Vorteile von vorgefertigten Modulen ließ Optirent sein neues Verwaltungsgebäude von Säbu herstellen. Bei der Beheizung des modularen Stahlskelettbaus entschied sich Optirent für die Flächenheizung „Pur-Therm“ aus dem Hause Empur sowie für das Regelsystem „Geniax“ – ebenfalls von Empur. Mögliche, zukünftige Grundriss- oder Nutzungsänderungen seien damit ohne Eingriffe in die Anlagenhydraulik möglich.
Als das Verwaltungsgebäude die Ausbauphase erreichte, montierte Heizungsfachmann Jan Demmerling vom gleichnamigen Handwerksbetrieb „Heizung & Baddesign Jan Demmerling“ mit seinen Mitarbeitern die werkseitig vorgefertigten Komplettverteiler und schloss sie an das Heizungssystem an. Bei der Flächenheizung „Pur-Therm“ handelt es sich um ein Tackersystem, das aus den Hauptkomponenten Verbundplatten, Heizrohre „Klimapex“ aus Kunststoff und Tackernadeln besteht. Auf der Oberseite der Verbundplatten befindet sich eine Mehrschicht-Verbundfolie, die die Tackernadeln aufnehmen und festhalten.
Den hydraulischen Abgleich übernimmt das „Geniax“-System selbsttätig. Da jeder Heizkreis mit einer eigenen, drehzahlgeregelten Hocheffizienzpumpe ausgerüstet ist, wird nur so viel Wärme dem Raum zur Verfügung gestellt, wie dieser tatsächlich benötigt. Die Pumpendrehzahl ermittelt das System aus der Raumtemperatur, der Rücklauftemperatur des Heizkreises sowie dem hinterlegten Nutzerprofil in Abhängigkeit von der Außentemperatur. Die Regelgüte (Abweichung von der Soll-Raumtemperatur) gibt Empur mit maximal 0,5 K an. „Geniax“ überprüft ständig alle hydraulischen Funktionen und übernimmt durch die integrierte 0- bis 10-V-Schnittstelle die Ansteuerung der Gas-Brennwertanlage. Des Weiteren spricht das Unternehmen von einer möglichen Energieeinsparung von 20 %. Dieses Einsparpotenzial gegenüber einem konventionellen Regelsystem habe das Fraunhofer Institut nachgewiesen.
Nach Abschluss der Ausbauarbeiten installierte der Heizungsprofi Jan Demmerling die Raumfühler sowie pro Etage ein Zentralbediengerät. Alle Regel- und Steuereinrichtungen sind über ein BUS-System miteinander verbunden.
Die Programmierung und Inbetriebnahme des „Geniax“-Systems erfolgte in enger Zusammenarbeit zwischen Heizung & Baddesign Jan Demmerling und dem Empur-Werkskundendienst. Hierbei wurden die Nutzerprofile, Raumtemperaturen und Heizzeiten nach den Kundenvorgaben hinterlegt. Danach regelt es die Beheizung automatisch. Änderungswünsche hinsichtlich der Raumtemperatur können über eine App durchgeführt werden. Durch den Fernzugriff auf die Heizungsanlage kann Jan Demmerling auf die Wünsche des Kunden eingehen, ohne vor Ort sein zu müssen. Auch Systemmeldungen werden an den Fachbetrieb übertragen und ermöglichen so eine umgehende Lösung.

Bilder: Empur

www.empur.com

 

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Fri, 15 Jun 2018 08:25:00 +0200
news-26721 Klimaschutzbericht: Akademisches Rechenexempel https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/klimaschutzbericht-akademisches-rechenexempel/ Das Bundeskabinett hat den Klimaschutzbericht 2017 beschlossen. Demnach steuert Deutschland beim Klimaschutz bis 2020 derzeit auf eine CO2-Minderung von etwa 32% gegenüber 1990 zu, so die Schätzung der Bundesregierung. Angestrebt war ursprünglich ein Ziel von 40%, so dass die „Handlungslücke“ voraussichtlich rund 8 Prozentpunkte beträgt. Der Bericht steht nun bereits im Kreuzfeuer der Interessengemeinde.  

Interessant ist, dass überhaupt von einer Lücke ausgegangen wurde. Nach eigenem Bekunden hatte die Bundesregierung bereits 2014 erstmals eine rechnerische Lücke bei der Zielerreichung erkannt. Um sie zu schließen, wurden damals das Aktionsprogramm Klimaschutz 2020 sowie der Nationale Aktionsplan Energieeffizienz (NAPE) beschlossen. Die Maßnahmen sollten zusätzliche Minderungen in einer Größenordnung von 62 bis 78 Mio t CO2 erbringen. Das hat nicht ganz funktioniert, sagt die Bundesregierung.

Der Klimaschutzbericht zeigt nun, dass diese Maßnahmenpakete im Jahr 2020 maximal 52 Mio t CO2 einsparen werden, also zwei Drittel des ursprünglichen Zielwertes. Das liege daran, dass einige Maßnahmen bislang noch nicht den gewünschten Effekt erreicht hätten, lautet die Begründung. Das gelte für alle Sektoren, insbesondere für den Verkehrssektor und den Gebäudesektor.

Überschätzt, vorhergesagt, gedacht, voraussichtlich

Dass die Lücke nun viel größer ist als 2014 angenommen, liege an mehreren Faktoren: Erstens wurde überschätzt, um wie viele Tonnen die bisherigen Klimaschutzmaßnahmen den CO2-Ausstoß mindern. Das gelte besonders für den Verkehrssektor. Zweitens sei die Wirtschaft deutlich stärker gewachsen als vorhergesagt. Drittens wäre die Bevölkerung stärker gewachsen als gedacht.
Aktuelle Trends unter anderem bei der Wirtschaftsleistung und beim Verkehrsaufkommen ließen befürchten, dass die Lücke sogar noch größer als die derzeit geschätzten 8 Prozentpunkte ausfallen werde.
Der Bericht listet die zirka 110 Maßnahmen auf und stelle detailliert dar, welche CO2-Einsparung diese Maßnahmen im Jahr 2020 voraussichtlich haben werden. Diese Quantifizierung werde durch ein wissenschaftliches Konsortium durchgeführt.

Überzogene Interessen-Reaktionen
Der Unternehmensverband Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) schoss gleich übers Ziel hinaus und titulierte polemisch, dass der Klimaschutzbericht erfolglose Klimaschutzpolitik dokumentiere. „Der bundespolitische Kurs in der Klimaschutzpolitik ist offenkundig wirkungslos, die Zielverfehlung noch größer als erwartet. Die Bundesregierung muss nun zügig alle notwendigen Hebel in Bewegung setzen, um Erfolge beim Klimaschutz zu erzielen“, fordert Simone Peter, Präsidentin des BEE.
Christiane Averbeck, Geschäftsführerin der Klima-Allianz Deutschland, einem Bündnis für Klimaschutz von Organisationen aus dem Bereich Umwelt, Kirche und Gewerkschaften erkennt in dem Bericht sogar einen klimapolitischen Offenbarungseid: „Satte acht Prozentpunkte fehlen zum 2020-Ziel. Seit Jahren herrscht absoluter Stillstand beim Klimaschutz, doch statt endlich Taten sprechen zu lassen, verlagert die Bundesregierung die politische Verantwortung für den Kohleausstieg und die Klimaziele in die Kohlekommission. Zudem rechnet die Bundesregierung ihr eigenes Versagen in der Klimapolitik klein.“

Der Klimaschutzbericht 2017 findet sich unter www.bmu.de/PU492
Die Studie zur 8-Prozent-Lücke findet sich unter
https://www.oeko.de/fileadmin/oekodoc/Memo-Ueberpruefung-Emissionsminderung-2020.pdf

von Dittmar Koop


Statt Panikmache und Rechenexempel Technik sagen
Dass man den Klimaschutz rechnerisch errechnen und politisch festlegen, dann erreichen oder verfehlen kann, ist sicherlich trotz aller erworbenen Fähigkeiten, die die Menschen besitzen, überzogen. Niemand hat jemals festgelegt, erst recht nicht rechnerisch bezogen auf 1990, was die Welt rettet. Man sollte sich überdies von dem Grundgedanken verabschieden, dass die Welt gerettet werden muss.
Auch angesichts der anstehenden Intersolar: Statt ewige Erneuerbare-Lobby-Panikmache, dass die Welt untergeht und vor dem Ausverkauf steht, wenn nicht schnell mehr Erneuerbare-Energien-Anlagen in die Welt verkauft werden und angeblich davon viel zu wenig überdies, sollten die Realitäten gesehen werden, dass Windkraft, Photovoltaik und Solarthermie boomt. Auch in Deutschland. Einfach, weil es funktioniert.
Auf der Intersolar werden einfach nur Geschäfte gemacht. Und das ist gut. Man sollte das einfach mehr thematisieren und nicht ewig das Klimaschutz-Mantra für Geschäftsabschlüsse vorschieben.
Die Politik indes sollte sich nicht hinter Prozent-Zahlen verschanzen, die kein Mensch auf dieser Welt verbürgen kann. Und rein praktisch gesehen kann auch kein Handwerker zum Kunden mit dem Verkaufsargument gehen, dass es klimapolitisch gerade eine Handlungslücke von geschätzt 10 bis 20 Mio t CO2 gibt und ob er nicht seinen Beitrag dazu leisten möge, diese zu schließen, in dem er eine Photovoltaik-Anlage kauft. Die ganze CO2-Debatte klingt doch sehr wie im 16. Jahrhundert der katholische Ablasszettel und sie besitzt definitiv religiöse Züge. Statt Panikmache, Weltuntergangsstimmung und schätzender Rechenexempel einfach Technik sagen.

von Dittmar Koop


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Fri, 15 Jun 2018 08:21:18 +0200
news-26697 SEVentilation GmbH: Lüftungssystem mit Enthalpie-Wärmeübertrager und Zweitraumanschluss https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/seventilation-gmbh-lueftungssystem-mit-enthalpie-waermeuebertrager-und-zweitraumanschluss/ Der „SEVi Multi“ ist die neue Entwicklung aus dem Hause SEVentilation. Das Herzstück dieses Lüftungsgeräts ist der Enthalpie-Wärmeübertrager.  

Im Kreuz-Gegenstrom-Verfahren wird laut Hersteller nicht nur bis zu 90 % der Wärmeenergie, sondern gleichzeitig ein Teil der Raumluftfeuchtigkeit zurückgewonnen. Durch die teilweise Rückbefeuchtung der Raumluft wird ein Austrocknen der Räumlichkeiten im Winter verhindert.
Die Lösung kann sowohl als Einzelraumlüftungsgerät als auch zur Belüftung mehrerer Räume im Raumverbund genutzt werden. Als Einzelraumlüftungsgerät verfügt sie über eine Luftleistung bis zu 60 m³/h. Optional besteht die Möglichkeit, über einen Luftleitungskanal (Systemkanal mit einer Höhe von nur 53 mm) einen zweiten Zu- oder Abluftraum anzuschließen. In dieser Konstellation transportiert das Lüftungsgerät bis zu 45 m³/h Zuluft und 45 m³/h Abluft. Dies ermöglicht beispielsweise die Entlüftung von innenliegenden Ablufträumen nach DIN 18017-3.
Die durch Stahlprofile und PVC-Platten verstärkte Konstruktion der Montagebox soll dazu beitragen, dass der Lasteintrag über die Seitenwände abgetragen wird. Dies erleichtert laut Unternehmen den horizontalen Einbau des „SEVi Multi“ unterhalb des Fensters. Der fensterunabhängige horizontale Einbau ist ebenfalls möglich.
SEVentilation GmbH, Ernst-Thälmann-Str. 12 - 14, 07768 Kahla, Tel.: 036424 76747 - 2, Fax: - 1, info@seventilation.de, www.seventilation.de

 

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Fri, 15 Jun 2018 07:04:00 +0200
news-26665 Bauabzugssteuer – Aufstellen einer (Aufdach-)Photovoltaik­anlage gilt als Bau­leistung https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/bauabzugssteuer-aufstellen-einer-aufdach-photovoltaikanlage-gilt-als-bauleistung/ Unternehmer sind als Leistungsempfänger von Bauleistungen im Inland grundsätzlich verpflichtet, von der Gegenleistung einen Steuerabzug von 15% für Rechnung des Leistenden vorzunehmen. Der Steuerabzug muss u.a. dann nicht vorgenommen werden, wenn der Leistende eine gültige Freistellungsbescheinigung vorlegt.  

Auch die Errichtung von Aufdach-Photovoltaikanlagen gilt als Bauleistung. Erfasst werden dabei alle Tätigkeiten, die der Herstellung, Instandsetzung, Instandhaltung, Änderung oder Beseitigung von Bauwerken oder deren bestimmungsgemäßer Nutzung dienen, also „am Bau“ erfolgen. Sie müssen im Zusammenhang mit einem Bauwerk ausgeführt werden und unmittelbar auf dessen Substanz einwirken.
Der Begriff des Bauwerks ist in Übereinstimmung mit der Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts weit auszulegen und umfasst nicht nur Gebäude, sondern auch mit dem Erdboden verbundene oder infolge ihrer Schwere auf ihm ruhende, aus Baustoffen oder -teilen mit baulichem Gerät hergestellte Anlagen. Das können auch Betriebsvorrichtungen sein. Daher gehören auch Aufdach-Photovoltaikanlagen zu den Bauwerken, sodass das Aufstellen einer Photovoltaikanlage grundsätzlich als bauabzugssteuerpflichtig anzusehen ist. Der Abzugsverpflichtung steht auch nicht entgegen, dass im Entscheidungsfall das leistende Unternehmen im Ausland ansässig ist. Eine inländische Steuerpflicht des Leistenden wird nicht vorausgesetzt (Quelle: Finanzgericht Düsseldorf, Az.: 10 K 1513/14 E); Revision zugelassen, BFH-Aktenzeichen: I R 67/17).

 

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Fri, 15 Jun 2018 07:01:00 +0200
news-26719 Aus der Grauzone https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/aus-der-grauzone/ Der Einbau von Enthärtungs- und Dosierungsanlagen kann an zentraler Stelle und für alle nachgeschalteten Apparate und Armaturen erfolgen, sagt der zuständige DIN-Normenausschuss – die Klärung war längst überfällig  

Der DIN-Normenausschuss Wasserwesen (NA 119-07-07 AA) hat im April eine Mitteilung zu Enthärtungs- und Dosierungsanlagen herausgegeben. Danach sei es im Sinne der Norm, das gesamte Trinkwasser in der Trinkwasser-Installation zu behandeln. Für das Handwerk erscheint dieser Passus nicht neu, schließlich werden die Geräte häufig in der Nähe der Wasseruhr eingebaut. Indes war das bislang – vorsichtig formuliert – eine Grauzone.

In der Branche gibt es seit einiger Zeit Diskussionen darüber, wo die Installation von Enthärtungs-, Dosier- bzw. Kalkschutzanlagen zu erfolgen hat. Die Sachlage erscheint auf den ersten Blick klar. In DIN 1988-200 heißt es unter Punkt 12.1: „Behandlungsmaßnahmen für die Dosierung von Polyphosphaten, die Enthärtung durch Ionenaustausch und die Stabilisierung durch Kalkschutzgeräte haben im Kaltwasserzulauf zum Trinkwassererwärmer zu erfolgen.“ Sachverständige begründen diesen Passus damit, dass die Geräte, ausgenommen physikalisch arbeitende Kalkschutzanlagen, kleiner ausgelegt werden können und das dem Minimierungsgebot der Trinkwasserverordnung entspricht. Hersteller argumentieren dagegen, dass der Kunde sowohl Kalt- als auch Warmwasser wirksam gegen Kalkausfällungen geschützt wissen will. Dazu Dr. Günter Stoll, Geschäftsführer bei Grünbeck Wasseraufbereitung: „Für Haushaltsgeräte, wie Waschmaschine, Dampfgarer oder Wasserkocher, verwenden Verbraucher meist Kaltwasser. Je höher dieses erwärmt wird, umso mehr Kalk fällt aus – mit den bekannten negativen Auswirkungen für den Verbraucher.“ Ähnlich argumentiert auch Christian J. Pantow, Leiter Produktmanagement bei Judo Wasseraufbereitung: „Zwar ist die Wahrscheinlichkeit von schädlichen Kalkausfällungen im Warmwasser deutlich höher, es kann aber durchaus sein, dass die gegebene Wasserbeschaffenheit auch im Kaltwasser Schäden durch Inkrus­tierungen hervorruft, mit all den technisch und hygienisch nachteiligen Folgen.“
Beide Sichtweisen sind also nachvollziehbar und haben ihre Berechtigung. Gleichwohl gab es Fälle in der Praxis, wo einzelne Wasserversorger den Einbau der Geräte an der zentralen Kaltwasserzuleitung nicht als regelkonform angesehen haben. Eine Klärung dieses Sachverhaltes war also notwendig. Auch vor dem Hintergrund, dass der Passus in DIN 1988-200 sich lediglich auf zentrale Wassererwärmungsanlagen bezieht und beispielsweise dezentrale Wassererwärmer gar nicht berücksichtigt, die bei einer fehlenden zentralen Wasserbehandlung zum Schutz vor Steinbildung über eine separate Kaltwasserleitung mit aufbereitetem Wasser angefahren werden müssten. Überdies erschließt es sich nicht, warum für physikalisch arbeitende Kalkschutzgeräte, die ja dem Wasser nichts zufügen oder entnehmen, die gleichen normativen Anforderungen gelten sollen wie für Ionenaustauscher und Anlagen zur Dosierung von Polyphosphaten.


Klarstellung durch den DIN-Ausschuss

Der zuständige DIN-Normenausschuss Wasserwesen hat nun eine Stellungnahme dazu herausgegeben. Darin heißt es (Auszug): „Die Erwärmung von Wasser mit Härtebildnern kann unter Einfluss der Parameter Temperatur, pH-Wert sowie Gesamthärte und Karbonathärte zu Kalkabscheidungen führen. Diese Kalkabscheidungen machen insbesondere dort zu schaffen, wo es zur Erwärmung des Trinkwassers kommt, wie z. B. in zentralen und/oder dezentralen Trinkwassererwärmern, Wasch- und Geschirrspülmaschinen, Kaffeemaschinen oder Wasserkochern. Alle diese Geräte werden mit Kaltwasser aus der Trinkwasser (kalt)-Sammelzuleitung gespeist. Somit ist es normativ zulässig, dass das gesamte Trinkwasser in der Trinkwasser-Installation behandelt werden kann. In diesem Fall sind Geräte zur Wasserbehandlung hinter dem mechanischen Filter in der Trink­­­­wasser (kalt)-Sammelzuleitung einzubauen, es sei denn, dass bewusst nur der zentrale Trinkwassererwärmer vor Steinbildung geschützt werden soll. In einigen Fällen kann es ebenso Sinn machen, eine dezentrale Teilenthärtung des Kaltwassers in Betracht zu ziehen (z. B. bei wenigen dezentralen Trinkwassererwärmern in der Trinkwasser-Installation). Die Geräte sind dabei so groß wie nötig und so klein wie möglich zu dimensionieren.
Zu beachten ist außerdem, dass die „Behandlung von Trinkwasser aus der öffentlichen Wasserversorgung mit Ausnahme des vorgeschriebenen mechanischen Filters nur in begründeten Fällen erfolgen darf. Die Auswahl geeigneter Behandlungsmaßnahmen hat unter Berücksichtigung von Wasserbeschaffenheit, verwendeten Werkstoffen und vorgesehenen Betriebsbedingungen und unter Einhaltung des in § 6 (3) TrinkwV geforderten Minimierungsgebotes zu erfolgen“ (DIN 1988-200, Abs. 12.1).“

Empfehlung: Kundenwunsch stets dokumentieren
Für Handwerker und Fachplaner bleibt die Empfehlung, den Wunsch des Kunden, also Kalt- und Warmwasser zu behandeln, explizit schriftlich zu dokumentieren, damit ihm im Fall der Fälle nicht vorgeworfen werden kann, einseitig gegen Vorgaben der Norm DIN 1988-200 gearbeitet zu haben. Gleichwohl bedeutet diese Klarstellung einen Fortschritt im Regelwerk und gibt dem Verarbeiter ein Stück weit Sicherheit. Möglicherweise konkretisieren sich die normativen Aussagen in Zukunft. Denn laut der zuständigen Projektmanagerin im DIN-Normenausschuss, Johanna Rebecca Röse, würden die relevanten Normen DIN EN 806 und DIN 1988 derzeit überarbeitet. Das Vorhaben dauere allerdings noch Jahre, weil man sich auf europäischer Ebene abstimmen müsse, und deshalb habe man den Weg über die DIN-Mitteilung gewählt. Für Harald Köhler, Leiter der technischen Inspektionsstelle ATHIS, ist das ein durchaus pragmatischer Weg: „Insbesondere im Hinblick auf Artikel 10 („Risikobewertung von Hausinstallationen“) des Vorschlags der Europäischen Kommission zur Änderung der EU-Trinkwasser-Richtlinie erscheint eine Flexibilisierung des deutschen Normenwesens durch die Herausgabe von DIN-Mitteilungen als begrüßenswert und praxisgerecht“, urteilt der Sachverständige gegenüber der Redaktion. Aus der Grauzone
Der Einbau von Enthärtungs- und Dosierungsanlagen kann an zentraler Stelle und für alle nachgeschalteten Apparate und Armaturen erfolgen, sagt der zuständige DIN-Normenausschuss – die Klärung war längst überfällig
Der DIN-Normenausschuss Wasserwesen (NA 119-07-07 AA) hat im April eine Mitteilung zu Enthärtungs- und Dosierungsanlagen herausgegeben. Danach sei es im Sinne der Norm, das gesamte Trinkwasser in der Trinkwasser-Installation zu behandeln. Für das Handwerk erscheint dieser Passus nicht neu, schließlich werden die Geräte häufig in der Nähe der Wasseruhr eingebaut. Indes war das bislang – vorsichtig formuliert – eine Grauzone.
In der Branche gibt es seit einiger Zeit Diskussionen darüber, wo die Installation von Enthärtungs-, Dosier- bzw. Kalkschutzanlagen zu erfolgen hat. Die Sachlage erscheint auf den ersten Blick klar. In DIN 1988-200 heißt es unter Punkt 12.1: „Behandlungsmaßnahmen für die Dosierung von Polyphosphaten, die Enthärtung durch Ionenaustausch und die Stabilisierung durch Kalkschutzgeräte haben im Kaltwasserzulauf zum Trinkwassererwärmer zu erfolgen.“ Sachverständige begründen diesen Passus damit, dass die Geräte, ausgenommen physikalisch arbeitende Kalkschutzanlagen, kleiner ausgelegt werden können und das dem Minimierungsgebot der Trinkwasserverordnung entspricht. Hersteller argumentieren dagegen, dass der Kunde sowohl Kalt- als auch Warmwasser wirksam gegen Kalkausfällungen geschützt wissen will. Dazu Dr. Günter Stoll, Geschäftsführer bei Grünbeck Wasseraufbereitung: „Für Haushaltsgeräte, wie Waschmaschine, Dampfgarer oder Wasserkocher, verwenden Verbraucher meist Kaltwasser. Je höher dieses erwärmt wird, umso mehr Kalk fällt aus – mit den bekannten negativen Auswirkungen für den Verbraucher.“ Ähnlich argumentiert auch Christian J. Pantow, Leiter Produktmanagement bei Judo Wasseraufbereitung: „Zwar ist die Wahrscheinlichkeit von schädlichen Kalkausfällungen im Warmwasser deutlich höher, es kann aber durchaus sein, dass die gegebene Wasserbeschaffenheit auch im Kaltwasser Schäden durch Inkrus­tierungen hervorruft, mit all den technisch und hygienisch nachteiligen Folgen.“
Beide Sichtweisen sind also nachvollziehbar und haben ihre Berechtigung. Gleichwohl gab es Fälle in der Praxis, wo einzelne Wasserversorger den Einbau der Geräte an der zentralen Kaltwasserzuleitung nicht als regelkonform angesehen haben. Eine Klärung dieses Sachverhaltes war also notwendig. Auch vor dem Hintergrund, dass der Passus in DIN 1988-200 sich lediglich auf zentrale Wassererwärmungsanlagen bezieht und beispielsweise dezentrale Wassererwärmer gar nicht berücksichtigt, die bei einer fehlenden zentralen Wasserbehandlung zum Schutz vor Steinbildung über eine separate Kaltwasserleitung mit aufbereitetem Wasser angefahren werden müssten. Überdies erschließt es sich nicht, warum für physikalisch arbeitende Kalkschutzgeräte, die ja dem Wasser nichts zufügen oder entnehmen, die gleichen normativen Anforderungen gelten sollen wie für Ionenaustauscher und Anlagen zur Dosierung von Polyphosphaten.

Klarstellung durch den DIN-Ausschuss
Der zuständige DIN-Normenausschuss Wasserwesen hat nun eine Stellungnahme dazu herausgegeben. Darin heißt es (Auszug): „Die Erwärmung von Wasser mit Härtebildnern kann unter Einfluss der Parameter Temperatur, pH-Wert sowie Gesamthärte und Karbonathärte zu Kalkabscheidungen führen. Diese Kalkabscheidungen machen insbesondere dort zu schaffen, wo es zur Erwärmung des Trinkwassers kommt, wie z. B. in zentralen und/oder dezentralen Trinkwassererwärmern, Wasch- und Geschirrspülmaschinen, Kaffeemaschinen oder Wasserkochern. Alle diese Geräte werden mit Kaltwasser aus der Trinkwasser (kalt)-Sammelzuleitung gespeist. Somit ist es normativ zulässig, dass das gesamte Trinkwasser in der Trinkwasser-Installation behandelt werden kann. In diesem Fall sind Geräte zur Wasserbehandlung hinter dem mechanischen Filter in der Trink­­­­wasser (kalt)-Sammelzuleitung einzubauen, es sei denn, dass bewusst nur der zentrale Trinkwassererwärmer vor Steinbildung geschützt werden soll. In einigen Fällen kann es ebenso Sinn machen, eine dezentrale Teilenthärtung des Kaltwassers in Betracht zu ziehen (z. B. bei wenigen dezentralen Trinkwassererwärmern in der Trinkwasser-Installation). Die Geräte sind dabei so groß wie nötig und so klein wie möglich zu dimensionieren.
Zu beachten ist außerdem, dass die „Behandlung von Trinkwasser aus der öffentlichen Wasserversorgung mit Ausnahme des vorgeschriebenen mechanischen Filters nur in begründeten Fällen erfolgen darf. Die Auswahl geeigneter Behandlungsmaßnahmen hat unter Berücksichtigung von Wasserbeschaffenheit, verwendeten Werkstoffen und vorgesehenen Betriebsbedingungen und unter Einhaltung des in § 6 (3) TrinkwV geforderten Minimierungsgebotes zu erfolgen“ (DIN 1988-200, Abs. 12.1).“

Empfehlung: Kundenwunsch stets dokumentieren
Für Handwerker und Fachplaner bleibt die Empfehlung, den Wunsch des Kunden, also Kalt- und Warmwasser zu behandeln, explizit schriftlich zu dokumentieren, damit ihm im Fall der Fälle nicht vorgeworfen werden kann, einseitig gegen Vorgaben der Norm DIN 1988-200 gearbeitet zu haben. Gleichwohl bedeutet diese Klarstellung einen Fortschritt im Regelwerk und gibt dem Verarbeiter ein Stück weit Sicherheit. Möglicherweise konkretisieren sich die normativen Aussagen in Zukunft. Denn laut der zuständigen Projektmanagerin im DIN-Normenausschuss, Johanna Rebecca Röse, würden die relevanten Normen DIN EN 806 und DIN 1988 derzeit überarbeitet. Das Vorhaben dauere allerdings noch Jahre, weil man sich auf europäischer Ebene abstimmen müsse, und deshalb habe man den Weg über die DIN-Mitteilung gewählt. Für Harald Köhler, Leiter der technischen Inspektionsstelle ATHIS, ist das ein durchaus pragmatischer Weg: „Insbesondere im Hinblick auf Artikel 10 („Risikobewertung von Hausinstallationen“) des Vorschlags der Europäischen Kommission zur Änderung der EU-Trinkwasser-Richtlinie erscheint eine Flexibilisierung des deutschen Normenwesens durch die Herausgabe von DIN-Mitteilungen als begrüßenswert und praxisgerecht“, urteilt der Sachverständige gegenüber der Redaktion.

Kernaussagen
Wird die Dosierung von Polyphosphaten, die Enthärtung durch Ionenaustausch und/oder die Stabilisierung durch Kalkschutzgeräte aufgrund der Trinkwasserbeschaffenheit für eine Trinkwasser-Installation vorgesehen, so sind diese im Trinkwasser (kalt) so zu installieren, dass in Fließrichtung nachgeschaltete Trinkwassererwärmer (zentral oder dezentral) sowie sich in der Trinkwasser-Installation befindliche Apparate und Armaturen geschützt werden. Behandlungsmaßnahmen sollten im notwendigen Maß nach Betrachtung des Einzelfalls der betroffenen Trinkwasser-Installation erfolgen.
Kurzlink zur DIN-Ausschuss-Mitteilung: https://bit.ly/2Kba0C6

 

 

 

 

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Thu, 14 Jun 2018 12:01:36 +0200