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Wärmepumpenabsatz: Trend nach oben verfestigt sich

Berlin. Der Absatz an Wärmepumpen in Deutschland hat sich in den vergangenen Monaten besser entwickelt als noch zum Jahresanfang vom Bundesverband Wärmepumpe (BWP) prognostiziert und übersteigt damit die damals schon bereits positiven Erwartungen der aktuellen Branchenstudie des Verbands für 2025.

Stand Oktober wurden rund 255.000 Wärmepumpen abgesetzt, ein Plus von 57 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum in 2024. Den Löwenanteil machen dabei, wenig überraschend, Luft-Wasser-Wärmepumpen aus. Bild: BWP

Hochgerechnet auf das Gesamtjahr auf der Basis der bisher erreichten Zahlen kommt der BWP auf einen erwartbaren Absatz von rund 300.000 Wärmepumpen in diesem Jahr. Gerechnet auf Marktanteile am Gesamtabsatz von Wärmeerzeugern in Deutschland käme die Wärmepumpe auf einen Anteil von 50 Prozent, ein sprunghafter Anstieg im Vergleich zum Vorjahr. Bild: BWP

Konkret rechnet der BWP in seinem konservativen Szenario BAU für 2026 nach jetzigem Stand mit einem Absatz von rund 410.000 Anlagen. Die Prognose im Vorjahr ging hier noch von 350.000 Anlagen aus. Bild: BWP

Im ambitionierten Szenario 2 (KLIMA) kommt der BWP sogar auf 530.000 Anlagen (Prognose 2025: 450.000). Damit wäre die magische Grenze von 500.000 Anlagen im kommenden Jahr erreicht bzw. sogar überschritten. Bild: BWP

 

„Der Trend verfestigt sich“, konnte Martin Sabel, Geschäftsführer beim BWP, am Montag bei einer Präsentation der laufenden Zahlen berichten. Konkret: Seit März bewegt sich der Absatz konstant bei etwa 25.000 Geräten pro Monat. Im September und Oktober zog der Absatz sogar auf über 30.000 Anlagen pro Monat weiter an. Stand Oktober wurden rund 255.000 Wärmepumpen abgesetzt, ein Plus von 57 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum in 2024. Den Löwenanteil machen dabei, wenig überraschend, Luft-Wasser-Wärmepumpen aus (241.500 Geräte), Sole- und Wasser-Wasser-Wärmepumpen kommen auf rund 13.500 Geräte.
 
Prognosen werden übertroffen
Hochgerechnet auf das Gesamtjahr auf der Basis der bisher erreichten Zahlen kommt der BWP auf einen erwartbaren Absatz von rund 300.000 Wärmepumpen in diesem Jahr. Man läge damit deutlich über den Erwartungen zum Jahresanfang im konservativen Szenario (BAU, „Business As Usual“) der Branchenstudie 2025, das 260.000 Einheiten prognostizierte und fast am ambitionierten Szenario 2 (KLIMA), das unter sehr günstigen Marktrahmenbedingungen (z.B. niedriger Strompreis) auf 309.000 Einheiten kam.
 
Marktanteil mit Signalwert
Gerechnet auf Marktanteile am Gesamtabsatz von Wärmeerzeugern in Deutschland käme die Wärmepumpe auf einen Anteil von 50 Prozent, ein sprunghafter Anstieg im Vergleich zum Vorjahr. Zwar ist zu berücksichtigen, dass der Heizungsmarkt seit zwei Jahren schwächelt und deutlich weniger Absatz zeigt. Dennoch ist es ein Signal und die Wärmepumpenbranche ist für 2026 positiv gestimmt: „Wir können die erwartbaren Absatzzahlen für 2026 im Vergleich zu 2025 deutlich nach oben setzen“, berichtet Björn Schreinermacher, Leiter Politik beim BWP und Koordinator der sich in Arbeit befindlichen Branchenstudie 2026, die Anfang nächsten Jahres veröffentlicht werden soll.
 
Wird 2026 magische Grenze überschritten?
Konkret rechnet der BWP in seinem konservativen Szenario BAU für 2026 nach jetzigem Stand mit einem Absatz von rund 410.000 Anlagen. Die Prognose im Vorjahr ging hier noch von 350.000 Anlagen aus. Im ambitionierten Szenario 2 (KLIMA) kommt der BWP sogar auf 530.000 Anlagen (Prognose 2025: 450.000). Damit wäre die magische Grenze von 500.000 Anlagen im kommenden Jahr erreicht bzw. sogar überschritten, die seinerzeit die Ampelregierung ausgerufen hatte, bereits für 2024 und dem erst einmal ein Marktabsturz folgte.
 
Handwerk greift Entwicklung auf
Wie greift das SHK-Handwerk diese Entwicklungen auf? Aus seiner Sicht erfreulich: Hendrik Ehrhardt, Sprecher des Ressort Politik im BWP und Leiter Public Affairs beim Wärmepumpenhersteller Stiebel Eltron: „Schulungen zum Thema Wärmepumpe sind sehr gut ausgelastet, das ist ganz klar ein Trend im Handwerk“, berichtet er.
 
Bekannte Größen werden weiter bestimmend sein
Ein Ausblick: Die weitere Marktentwicklung bleibt bestimmt von den bekannten Größen, wie das Gebäudeenergiegesetz (GEG) und wie sein § 71 („Heizungsgesetz“) politisch ausgestaltet wird, wie die Förderung nach BEG in den kommenden Jahren finanziell ausgestattet sein wird und, im Grunde genommen sieht die Branche diesen Faktor als den wichtigsten an: Wie sich der Strompreis entwickelt bzw. wie das Verhältnis zwischen Strom- und Gaspreis in Zukunft sein wird. Laut BWP vom Montag ist die BEG-Förderung für das kommende Jahr weiter gesichert. Auch geht der Verband davon aus, dass die 65-Prozent-Regelung im GEG erhalten bleibt.
 
von Dittmar Koop

 


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