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Schick und regenerativ

Pelletbeschickte Öfen und Kamine für den Wohnraum

„Alexa, stell meinen Ofen auf 22 Grad.“ Mit einer solchen Sprachanweisung über „Rika Voice“ lassen sich Pellet- und Kombiöfen von Rika ansteuern. Auch Nachrüstungen bestehender Öfen sind möglich. Bild: Rika

„Amika” ist der neue Pelletofen von La Nordica Extraflame mit 8,0 kW Nennwärmeleistung und raumluftunabhängiger Brennkammer. Der Zentrifugalmotor für die Raumlüftung hat eine Komfortfunktion, um einen geräuscharmen Betrieb zu gewährleisten. Bild: La Nordica Extraflame

Design mit schwarzer Glasfront: Der Pelletkaminofen „Logastyle Lamina” (Buderus) unterstützt wahlweise als luft- oder wassergeführtes Gerät die Heizung. Bild: Buderus

Der aus Stahl und Gusseisen hergestellte Pelletofen „Tecla” von MCZ regelt stufenlos die Leistung zwischen 2,5 und 6,3 kW. Der Ofen kann mit der „Maestro“-Technologie und einem serienmäßig integrierten WLAN-Modul über Smartphone gesteuert werden. Bild: MCZ

Der „Mo Duo” von Austroflamm bietet den Komfort eines automatischen Pelletfeuers mit Thermostat oder Timerprogrammierung und das Flammenbild von knisterndem Scheitholz. Bild: Austroflamm

Pelletofen „soleo.nrg” von Wodtke bietet in verschiedenen optischen Varianten u. a. ein automatisches Reinigungsprogramm während des Betriebs. Er ist für raumluftunabhängigen Betrieb zugelassen. Bild: Wodtke

„Bella“ von Palazzetti macht das Abendessen und heizt gleichzeitig das Haus. Er arbeitet vollautomatisch, ist programmierbar und besitzt ein Touch-Display. Die Feuerstätte ist aus Guss­eisen gefertigt; der Backofen aus Edelstahl besitzt eine Glastür. Bild: Palazzetti

„Evia” von Edilkamin hat eine Doppeltür – die innere aus Gusseisen, die äußere aus Glas; die Seitenteile sind aus mattweißem, bronzefarbenem oder schwarzem Stahl. Fernbedienbar ist der Pelletofen über GSM oder WiFi-Kit. Bild: Edilkamin

 

Es ist nicht so, dass Pelletöfen und -kamine ein Nischendasein fristen. Sie sind eine stabil etablierte Sparte, in der allerdings etwas im Schatten der öffentlichen Wahrnehmung vor allem um die aufstrebenden Gasfeuerstätten erstaunliche Entwicklungen stattfinden.

Wer sich in der Branche umsieht, wird bei den Neuheiten zunächst bei den „Klassikern“ – Scheitholzkaminen und -öfen – fündig sowie bei Gasfeuerstätten. Dabei gerät schnell aus dem Fokus, dass es gerade auch bei den Pelletfeuerstätten viele Innovationen gab und gibt, von der Abbrandtechnik bis zur Digitalisierung. Pelletöfen und -kamine sind in der Handhabung genauso komfortabel wie Gasfeuerstätten: Wärme gibt es auf Knopfdruck, per Zeitvorwahl, per Smartphone oder – noch aktueller – sogar „auf Zuruf“. Manche Geräte gehorchen auf Befehle über „Alexa“ oder den am Ofen eingebauten Mini-Computer „Raspberry Pi“.
Sollten der „Greta-Effekt“ und „Fridays for Future“ oder steuerliche Maßnahmen die Kaufentscheidungen bei der häuslichen Wärmeerzeugung künftig beeinflussen, können Pelletgeräte ihre Trumpfkarte ausspielen: einen klimaneutralen, regenerativen Brennstoff zu nutzen, der obendrein meist aus Abfall- und Reststoffen besteht, die bei „höherwertiger“ Holznutzung anfallen.
Auch jetzt schon können für ausgewählte Pelletgeräte staatliche oder kommunale Fördergelder in Anspruch genommen werden. Das kann die Investitionskos­ten senken. Reine Luftgeräte – und damit die Mehrzahl der Wohnzimmergeräte – werden jedoch nicht gefördert, es muss zumindest eine Wassertasche vorhanden sein. In modernen Niedrigstenergieimmobilien können wasserführende Pelletgeräte für den Wohnbereich durchaus als Alleinheizung in Betracht kommen.
In einem weiteren Punkt haben Pellet­öfen und -kamine technisch aufgeholt: beim Flammenbild. Heute sind es fast nur noch die echten Kesselgeräte, die über eine hell brennende, aber kleine Flamme und ein meist ebenso kleines Sichtfenster verfügen. Ansonsten gibt es seit einigen Jahren einen starken Trend zu Naturzug-Pellet­öfen und solchen, die anderweitig ein dem Scheitholzfeuer immer ähnlicheres, großes, „ruhiges“ Flammenbild zeigen. Darüber hinaus weisen sie den Komfort einer vollautomatischen Zündung und Regelung auf.
Komfortabel ist natürlich auch die Brennstoffversorgung, -lagerung und Handhabung. Für Wohnzimmergeräte wird man üblicherweise auf Sackware zurückgreifen, größere Kesselanlagen, die über eine Förderschnecke verfügen, werden dagegen eher durch Tankfahrzeuge mit Schüttware beliefert. Um die gute Ausgangsqualität der Pellets bis zur Verwendung zu erhalten, ist entscheidend, dass die Pellets dauerhaft trocken gelagert werden und dass sie auch nicht durch zu viel Bewegung zu Staub zermahlen werden.
Ein großer Vorzug des Pelletbrennstoffs ist seine normierte Qualität, die einen sauberen Abbrand, geringen Ascheanfall und einen reibungslosen Betrieb verspricht. Schon mit Einführung des DINplus-Qualitätssiegels im Jahr 2002 haben Pellethersteller dokumentiert, dass sie mehr als die Mindeststandards der Normen bieten. Seit 2010 gibt es in Deutschland nun auch das Qualitätssiegel ENplus. Es steht ebenfalls für eine Pelletqualität, die über die Europanorm hinausgeht. Bei Pellets mit dem ENplus-Siegel wird die gesamte Bereitstellungskette von der Herstellung bis zur Anlieferung beim Endkunden kontrolliert.
Seit wenigen Jahren gibt es überdies die sogenannten „Premium Holzpellets AntiStaub“. Mit der Entwicklung pflanzenölbeschichteter Pellets, die Abrieb und Staubbildung beim Einblasen entgegenwirken, erreicht die Innovation im Pelletmarkt ihren vorläufigen Höhepunkt. Die seit 2012 verstärkt auf den Markt drängenden „Edelpellets“ werden unter verschiedenen Markennamen vertrieben. Ziel der Oberflächenveredelung mit Pflanzenöl ist immer eine stabile, glatte Oberfläche.

Autor: Martin Henze, freier Journalist

 

 

Fördermittel für Pelletheizungen
Die wohl wichtigsten Förderprogramme für Pelletheizungen werden vom BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) bereitgestellt. Es sind die Basis- und die Zusatzförderung. Darüber hinaus gibt es Fördermittel von der KfW (Förderbank des Bundes) und von Kommunen.

Basisförderung
Sie kommt bei der Errichtung einer Bio­masseanlage zum Tragen, wenn im Gebäude ein Heizungssystem vorhanden ist (Alter mind. zwei Jahre). Die Basisförderung beträgt für einen Pelletofen mit Wassertasche oder Wärmeübertrager 2000 Euro (Nennleistung zwischen 5 und 25 kW). Bei einer höheren Leistung (bis 100 kW) werden für jedes weitere kW 80 Euro gezahlt. Höchstbasisförderung 3600 Euro. Förderfähig sind:

  • Hackschnitzelkessel mit Pufferspeicher,
  • Pelletkessel,
  • Pelletkessel mit neuemPufferspeicher,
  • Pelletofen mit Wassertasche,
  • Scheitholzvergaserkessel mit Pufferspeicher.
  • Luftgeführte Pelletöfen (Warmluftgeräte) sind nicht förderfähig.

Zusatzförderung
Ein Bonus von zusätzlich 500 Euro je Anlagenkombination ist möglich bei:

  • gleichzeitiger Errichtung einer förderfähigen Solarthermie- oder Wärmepumpenanlage,
  • Anschluss der Biomasseanlage an ein Wärmenetz.

Gebäudeeffizienzbonus
Der Gebäudeeffizienzbonus von 50 % der Basisförderung kann gewährt werden, wenn die Anlage in einem effizienten Wohngebäude errichtet wird, das zum Gebäudebestand zählt. Weitere Voraussetzungen: mind. KfW-Effizienzhaus 55.

Einzelmaßnahmen
Für Optimierungsmaßnahmen im Zusammenhang mit der Errichtung einer Biomasseanlage kann einmalig ein Inves­titionszuschuss gewährt werden („Optimierungsbonus“). Der Zuschuss beträgt 10 % der förderfähigen Investitionskos­ten (Netto), höchstens jedoch 50 % der Basisförderung für die Biomasseanlagen. Förderfähig sind Maßnahmen, die im Anhang I der Richtlinien erwähnt werden.

Anreizprogramm Energieeffizienz (APEE)
Förderung von Heizungsmodernisierungen bei Nutzung Erneuerbarer Energien: Zusatzbonus für den Ersatz besonders ineffizienter Heizungsanlagen oder die Integration einer heizungsunterstützenden Solarthermieanlage in Kombination mit einer Optimierung des gesamten Heizungssystems. Es müssen die Richtlinien aus dem Marktanreizprogramm erfüllt werden.

Antragstellung
Privatpersonen, Kommunen, kommunale Gebietskörperschaften, kommunale Zweckverbände und gemeinnützige Organisationen. Der Antrag muss vor der Vergabe von Aufträgen gestellt werden, ausgenommen sind Planungsleistungen.

Kumulierung
Bei Maßnahmen über das BAFA darf die Gesamtförderung höchstens das Doppelte der Förderung betragen (insbesondere bei Inanspruchnahme ergänzender Förderprogramme der Bundesländer).
Die Förderung ist im Rahmen des CO2-Gebäudesanierungsprogramms bei folgenden KfW-Programmen kumulierbar:

  • Energieeffizient Bauen (Programmnummer 153),
  • Energieeffizient Sanieren – Ergänzungskredit (Programmnummer 167).

Weitere Informationen zur Kumulierung finden sich unter www.bafa.de.

Quellen: BAFA, KfW

 

 

 

 


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