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„Hervorragende Präsentationsmöglichkeiten“

Die Kälte-, Klima- und Lüftungstechnik findet auf der ISH 2019 erstmals in Halle 8 ihre neue Heimat. Ein Interview mit FGK-Geschäftsführer Günther Mertz

Der Ausstellungsbereich Kälte-, Klima- und Lüftungstechnik bekommt auf der ISH 2019 in Halle 8 eine neue Heimat. Bilder: Messe Frankfurt / Petra Welzel

 

Günther Mertz ist Geschäftsführer des Fachverbands Gebäude Klima (FGK) und Mitglied im Beirat der Messe Frankfurt. Bild: FGK

Das Klima-Forum in Halle 8 wird Themen wie Energieeffizienz, Retrofit und energetische Sanierung, Indoor Air Quality und Indoor Environmental Quality sowie Building Information Modeling aufgreifen. Bild: Messe Frankfurt / Petra Welzel

 

Die ISH Frankfurt wartet zum 60-jährigen Bestehen mit einer neuen Tagesfolge auf. Die Weltleitmesse für Sanitärlösungen, Energie- und Klimatechnik sowie intelligente Gebäudesteuerung findet vom 11. bis 15. März und damit erstmals von Montag bis Freitag statt. Geändert wurde außerdem die Hallenstruktur. Heizungstechnik findet sich künftig in den Hallen 11 und 12, die Kälte-, Klima- und Lüftungstechnik bekommt in Halle 8 ihre neue Heimat. Über die Hintergründe und weiteren Neuerungen zur anstehenden ISH sprachen wir mit Günther Mertz, Geschäftsführer des Fachverbands Gebäude Klima (FGK) und Mitglied der Trägerschaft der ISH.

IKZ-HAUSTECHNIK: Die noch junge Halle 11 hatte zuletzt die Hersteller von Kälte-, Klima- und Lüftungstechnik auf zwei Etagen vereint. Nun wandern die Aussteller geschlossen in Halle 8, traditionell die Halle der Heizungshersteller. Diese stellen künftig in den Hallen 11 und 12 aus. Begrüßen oder bedauern Sie diesen Umzug?
Günther Mertz: Die Kälte-, Klima- und Lüftungstechnik war gefühlt eine halbe Ewigkeit in der „klassischen Klima-Halle 5“ untergebracht und hatte dort ihre angestammte Heimat. Dann kam der Umzug in die damals neue Halle 11, was von vielen Ausstellern sicher zurecht als äußerst attraktiv betrachtet und eingestuft wurde. Dass die Kälte-, Klima- und Lüftungstechnik nun innerhalb kurzer Zeit den zweiten Umzug vorzunehmen hat und die bis dato neue Halle verlassen muss, ruft sicherlich nicht bei allen Branchenvertretern und Ausstellern Begeisterungsstürme hervor. Dennoch bieten sich gerade für unsere Branche einerseits hervorragende Präsentationsmöglichkeiten auf einer Ebene, andererseits zukunftsorientierte Entwicklungschancen. Wir dürfen nicht vergessen: Auch in der Halle 11 mit ihren beiden Ebenen kamen wir an die Grenzen und liefen Gefahr, dass der Ausstellungsbereich Kälte-, Klima- und Lüftungstechnik fragmentiert werden muss. Vor diesem Hintergrund wird, was sich in vielen Gesprächen mit Ausstellern zeigte, der neue Standort in Halle 8 durchaus positiv gesehen. Und wir als Verband teilen diese Zuversicht.

IKZ-HAUSTECHNIK: Welche Gründe waren ausschlaggebend für diese Entscheidung?
Günther Mertz: Da einerseits einige Hallen aus den Nähten platzten und sich über Wartelisten freuen durften, andererseits mit der neuen Halle 12 in beachtlichem Umfang neue Ausstellungsflächen zur Verfügung stehen, musste die Messe Frankfurt umfangreiche Veränderungen vornehmen. Die Messe hatte die vielfältigsten Umzugs- und Neuplatzierungsvarianten durchge­spielt, nach meinem Kenntnisstand werden mehr als 50 % der Aussteller neu platziert. Und das betraf und betrifft eben auch den Bereich Kälte-, Klima- und Lüftungstechnik. Doch nochmal: Wir sind mit den jetzigen Ergebnissen sehr zufrieden und werden die Halle 8 langfristig als die Klima-Halle positionieren.

IKZ-HAUSTECHNIK: Ist die Halle 8 überhaupt ausreichend groß, um alle Hersteller aus dem Bereich unter einem Dach zu vereinen?
Günther Mertz: Mit rund 30 000 m² verfügt die Halle 8 über die größte ebenerdige Hallenfläche auf dem Frankfurter Messegelände. Damit haben wir einen homogenen, in sich geschlossenen Ausstellungsbereich für die Kälte-, Klima- und Lüftungstechnik. Wir haben in einer Halle mehr zusammenhängende Fläche als je zuvor und können damit das gesamte Spektrum perfekt präsentieren. Und genau das bietet uns enorme Entwicklungsmöglichkeiten bei der ISH. Insgeheim hoffe ich natürlich, dass über kurz oder lang die Halle 8 für unseren Bereich zu klein wird.

IKZ-HAUSTECHNIK: Mit wie vielen Herstellern aus dem Bereich Klima- und Lüftungstechnik rechnen Sie in diesem Jahr?
Günther Mertz: Bei der Vorveranstaltung war der Bereich der Klima- und Lüftungstechnik mit knapp 350 Ausstellern vertreten, davon exakt 100 Aussteller aus dem FGK-Mitgliederkreis. Selbstverständlich hoffe ich, dass die Zahl der Aussteller und auch die Ausstellungsfläche wachsen werden. Doch neben der rein quantitativen Betrachtung spielt für mich auch die Qualität der Aussteller eine dominante Rolle, und genau hier ist die Klima- und Lüftungstechnik bestens aufgestellt: Aus allen Branchensegmenten sind die Marktführer vertreten und tragen damit in hohem Maße dazu bei, bei der ISH als Weltleitmesse das gesamte Spektrum der Kälte-, Klima- und Lüftungstechnik zu präsentieren. Dies wird von den in- und ausländischen Fachbesuchern in hohem Maße gewürdigt und honoriert. Und noch ein anderer Punkt ist für uns von wesentlicher Bedeutung: Gerade für die Raumlufttechnik mit ihren faszinierenden Produkten und Systemlösungen und ihrer breitgefächerten Ingenieurkunst wollen wir die ISH zu einer maßgeblichen Informations- und Kommunikationsplattform zwischen allen an TGA-Entwicklungen und TGA-Prozessen Beteiligten entwickeln. Hierzu zählen Investoren, Architekten, Planer, Projektentwickler und -manager, die Immobilienwirtschaft, Anlagenbetreiber und Facility-Manager. Diese Schritte wollen wir engagiert begleiten und mittragen.

IKZ-HAUSTECHNIK: Blicken wir ein wenig auf die Technik: Wo sehen Sie die gro­ßen Trends bei Klima und Lüftung in diesem Jahr?
Günther Mertz: Ein wichtiger Trend ist sicherlich die Digitalisierung, die mit ihrem ganzen Facettenreichtum auch in der Klima- und Lüftungstechnik mit gro­ßen Schritten Einzug hält. Deutliche Fortschritte gibt es auch im Bereich der Gebäudeautomation, was nicht zuletzt auch in der neuen EPBD zum Ausdruck kommt. Gebäudeautomationssysteme werden deutlich mehr Monitoring-Funktionen übernehmen und so einen weiteren Beitrag zur Energieeffizienz und zur energieeffizienten Betriebsführung leis­ten. Von Verbandsseite wollen wir auch das Thema „Luftfeuchte“ stärker in den Fokus nehmen und eine Kampagne zur „Untergrenze 40 %“ starten. Und letzter Punkt: Die Themen thermische Behaglichkeit und Innenraumluftqualität werden deutlich an Bedeutung zulegen.

IKZ-HAUSTECHNIK: Schätzungen zufolge wurden im abgelaufenen Jahr 15 bis 20 % mehr Splitgeräte als in den Vorjahren verkauft. Wird sich dieser Trend fortsetzen oder war der erfreuliche Zuwachs eher dem heißen Sommer geschuldet?
Günther Mertz: Der Sommer 2018 hat mit Sicherheit dazu beigetragen, die Themen thermische Behaglichkeit und Wohlfühlqualität wieder stärker in den Fokus zu rücken. Deshalb bin ich fest davon überzeugt, dass sich der Trend, in welcher prosperierenden Bandbreite auch immer, weiter fortsetzen wird. Die Menschen im Büro und zu Hause werden sich künftig auf die extremen Wetterkapriolen besser vorbereiten und antizipativ handeln.

IKZ-HAUSTECHNIK: Worauf sollten sich Planer und ausführende Fachbetriebe im Bereich Lüftung/Klima einstellen, damit sie gut vorbereitet die nächsten Trends mitgehen können?
Günther Mertz: Nicht nur Planer und ausführende Fachbetriebe, sondern die gesamte TGA-Branche muss sich mit Vehemenz auf die Entwicklungssprünge im Bereich der Digitalisierung vorbereiten. Dabei spielt Building Information Modeling, BIM, für uns eine dominante Rolle. Die TGA muss dafür Sorge tragen, dass sie eine Vorreiterrolle einnimmt und nicht von anderen Disziplinen dominierten Entwicklungen hinterherrennt. Sowohl die Komponentenhersteller als auch die installierenden Unternehmen widmen sich diesem Thema, was auch bei der ISH auf vielfältige Weise zu sehen sein wird.

IKZ-HAUSTECHNIK: Ein Thema würde ich gerne aufgreifen: die Energieeffizienz. Als Initiator der Ventilatortausch-Kampagne können Sie uns sicher einen Einblick geben, ob und wie erfolgreich die Kampagne läuft.
Günther Mertz: Die Kampagne „Ventilatortausch macht’s effizient“ läuft hervorragend, was sich nicht zuletzt daran zeigt, dass die Zahl der beteiligten Industriepartner stetig angewachsen ist. Zudem genießt die Kampagne auf politischer Ebene eine hohe Anerkennung und wird vom Bundeswirtschaftsminis­terium, dem ideellen Schirmherrn der Kampagne, gerne als Aushängeschild im Rahmen von „Deutschland macht’s effizient“ präsentiert. Dennoch dürfen wir nicht verkennen: Auch im Bereich der Raumlufttechnik stehen wir vor einem immensen Sanierungs- und Retrofitstau, der deutliche Zweifel an den Erfolgen der Energiewende provoziert. Doch die Industrie lässt sich von fehlenden politischen Leitplanken nicht beirren und wird die Erfolgsfaktoren energetischer Sanierungsmaßnahmen zielgerichtet kommunizieren.

IKZ-HAUSTECHNIK: Wird die Kampagne auch auf der ISH vorgestellt werden?
Günther Mertz: Schon bei der Vorveranstaltung zeigte sich, dass die ISH eine ideale Plattform zur Präsentation der Kampagne bietet. Deshalb werden wir der Kampagne auch bei der kommenden ISH einen breiten Raum widmen. Die Fachbesucher sind insbesondere von den vorgestellten Best-Practice-Beispielen fasziniert, bei denen Amortisationszeiten von 1,5 bis 2,5 Jahren ausgewiesen werden.

IKZ-HAUSTECHNIK: Abschließend die Frage, welche Aktivitäten Ihr Verband in Frankfurt plant und natürlich, wo genau der Stand des FGK in Halle 8 sein wird?
Günther Mertz: Der FGK plant wiederum vielfältige Präsentationen und Aktivitäten zur kommenden ISH, wobei das Klima-Forum den Nukleus darstellen wird. Es wird am Rand der Halle 8, Stand A 35 zu finden sein. Dort werden wir vorrangig die Themen Energieeffizienz, Retrofit und ener­getische Sanierung, Indoor Air Quality und Indoor Environmental Quality sowie Building Information Modeling präsentieren. EVIA, unsere europäische Dachorganisation, wird in Impulsvorträgen und Podiumsdiskussionen Schwerpunkte des europäischen Energiesparrechtes aufgreifen. Im unmittelbaren Umfeld des Klima-Forums werden wir die Sonderschau „Instandhaltung und Reinigung in der Raumlufttechnik“ präsentieren, um die Belange der Hygiene in der Raumlufttechnik nochmals stärker in das Bewusstsein der Betreiber zu rücken. An allen fünf Messetagen werden wir den Fachbesuchern ein attraktives Vortragsprogramm zu den aktuellen Themen der Kälte-, Klima- und Lüftungstechnik präsentieren. Und all dies wird in Halle 8, der neuen Heimat der Kälte-, Klima- und Lüftungstechnik, stattfinden. Freuen wir uns darauf!

www.fgk.de

 

 

 


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