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Fußbodenheizung auf der Zugspitze

Auf dem höchsten Berg Deutschlands hat im Juli 2018 ein Restaurant eröffnet. Trinkwasserversorgung und Gebäudetemperierung stellten Planer und Fachhandwerker vor große Herausforderungen

Architektonischer Augenschmaus: Das Restaurant „Panorama 2962“ auf der Zugspitze.

Im Gastronomiebereich des Gipfelrestaurants wurde auf 720 m2 Fläche die Fußbodenheizung „Classic“ von Uponor verlegt.

Die Mattenraster ermöglichen die Anpassung der Heizrohrabstände an den Wärmebedarf.

Die beschichteten Trägerelemente und die Rohrhalter fixieren die Systemrohre in der Heizebene und ermöglichen die Estrichumschließung.

 

Die Zugspitze ist ein Touristenmagnet. Auf dem höchsten Berg Deutschlands hat im Juli 2018 ein neues Restaurant mit dem Namen „Panorama 2962“ eröffnet. Im Vorfeld stellte die ungewöhnliche Höhe der Gastronomie Planer und Fachhandwerker in Bezug auf die Trinkwasserversorgung und Gebäudetemperierung vor große Herausforderungen.
Das neu konstruierte, weit auskragende Gipfelrestaurant zeugt von der Baukunst der Architekten des Büros Hasenauer. Die Planer und das ausführende Fachunternehmen – die Luzian Bouvier Haustechnik & Fliesen GmbH – nutzten auf ihrem Weg zum Arbeitsplatz auf etwa 3000 Meter Höhe zumeist die 1963 erbaute Eibsee-Seilbahn und bei schlechtem Wetter die Zahnradbahn, die sich am Bergmassiv entlang nach oben windet. „Wir haben Tage mit strahlend blauem Himmel, aber auch Schneestürme im Sommer erlebt“, erzählt Projektleiter Michael Singer und ergänzt: „Dazu noch Tage, an denen das Baumaterial erst dann mit der Materialseilbahn transportiert werden konnte, als der Krahn enteist und zwei Meter Neuschnee geräumt waren.“
Unabhängig von den Witterungsbedingungen musste während der Bauphase ständig Wasser – auch heißes Wasser – zur Verfügung stehen. Dafür waren die Fachhandwerker von Luzian Bouvier zuständig. Während sie sich mit den niedrigen Temperaturen und dem kalten Wind schnell arrangierten, sei die Trinkwasserinstallation parallel zu den Baustellenführungen und dem normalen Touristenverkehr mit täglich bis zu 2500 Besuchern eine Herausforderung gewesen. Um Deutschlands höchstgelegene Trinkwasserinstallation und Fußbodenheizung überhaupt realisieren zu können, habe eine minutiöse Planung vorgelegen, berichtet Projektleiter Singer. Auch die Baustellenlogistik hatte es in sich. Rohre und das Installationsmaterial wurden im Lager am Eibsee angeliefert. Singer: „Ich musste eine Woche vorher das Transportgut und das genaue Gewicht angeben, dann habe ich ein Zeitfenster zugeteilt bekommen.“ An der Talstation am Eibsee sei alles verpackt worden, dann ging es mit der Materialbahn zum Gipfel. Auf dem Dach seien die Transportboxen schnell ausgeräumt worden, da der Platz bereits für die nächste Materiallieferung benötigt wurde. Platz für ein Zwischenlager gibt es auf der Zugspitze naturgemäß nicht.

Drei Mattenraster
Die TGA-Planer vom Büro Hasenauer entschieden sich zur Trinkwasserinstallation und bei der Gebäudetemperierung (152 kW Heizlast) für Systeme von Uponor. Die Heizlast im Gastronomiebereich ist über 720 m2 mit der Fußbodenheizung „Classic“ abgedeckt worden. Die drei Mattenraster ermöglichen die Anpassung der Heizrohrabstände an den Wärmebedarf und Oberbodenbelag. Durch die Trennung von Heizebene und Dämmschicht ist das System in Kombination mit geeigneten Dämmstoffen auch für hohe Verkehrslasten geeignet, teilt der Hersteller mit. Die beschichteten Trägerelemente und die Rohrhalter fixieren die Systemrohre in der Heizebene und ermöglichen die Estrichumschließung. Im Eingangsbereich und im Treppenhaus des neuen Res­taurants kamen Heizkörper und Türluftschleier zum Einsatz.

1000 l Pufferspeicher für Warmwasserbereitung
Die Zugspitze ist zwar der kälteste, zugleich aber auch der sonnigste Ort Deutschlands mit etwa 1800 Sonnenstunden im langjährigen Mittel. Daher wurden sowohl an der Talseite des Restaurants als auch auf dem Dach Photovoltaik­anlagen in Südausrichtung installiert. Der mit der PV-Anlage erzeugte Strom versorgt die drei 45-kW-Patronen zur Erwärmung des Heizungswassers im 300 l fassenden Pufferspeicher. Der Großteil des Stroms wird direkt eingespeist, berichten die Projektverantwortlichen. Das Heizungswasser wird auf einen Temperaturbereich von 35 °C bis 45 °C erwärmt und die Heizkörper und Heizungsverteiler für das Trägerelementsystem sind mit insgesamt 250 m Verbundrohrsystem („Uponor MLC“) in den Dimensionen 16 bis 40 mm angebunden.
In einem 1000 l fassenden Pufferspeicher für die Warmwasserbereitung wird das Wasser auf Zapftemperatur vorerwärmt. Gut 25 % der dazu benötigten Heizenergie wird durch die Abwärme der Kältemaschinen der Kühlzellen für die Küche mittels Plattenwärmeübertragern gewonnen. „Täglich werden von der Talstation am Eibsee 6000 l Trinkwasser zur Bergstation gepumpt“, berichtet Projektleiter Michael Singer. Die Trinkwasserversorgung werde auf vier Geschossen über 500 m Verteil- und Steigleitungen mit dem Verbundrohrsystem erschlossen. Hauptverbraucher
sind neben der Küche die WC-Anlagen.

Bilder: Bayerische Zugspitzbahn Bergbahn AG

www.uponor.de
www.tb-hasenauer.at
www.bouvier.at

 

Auf einen Blick

  • Die Gipfelgastronomie auf 2962 Meter Höhe bietet – bei gutem Wetter – einen Vier-Länder-Panoramablick.
  • Das architektonisch aufwendig gestaltete Restaurant bietet in fünf Bereichen Platz für bis zu 450 Gäs­te – dazu kommen 850 Sitzplätze im Außenbereich.

 

 

 

 

 


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