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Für 2,3 Mio. Passagiere das richtige Raumklima

Auf Norderney entstand ein neuer Passagierterminal, das hinsichtlich der Gebäudetechnik einige Besonderheiten zu bieten hat

Das Hafenterminal der Reederei Norden-Frisia auf Norderney. Bild: Hero Lang

Passagiere, die auf die Insel Norderney anlanden oder sie verlassen möchten, genießen alle Annehmlichkeiten eines modernen Gebäudes wie optimale Temperaturen und Luftqualitäten. Bild: Jens Nieth

Der WAGO-Controller 750-880 ETHERNET (roter Rahmen) ist das Kernstück der Gebäude­automation. Er sammelt sämtliche Daten, die die Anlagen in der Hafendüne abwerfen und stellt sie der GLT zur Verfügung. Links daneben sitzen Stromversorgungsmodule, rechts zahlreiche analoge/digitale Eingangs- und Ausgangsmodule sowie Schnittstellenmodule. Bild: WAGO

 

Auf Norderney hat die Reederei Norden-Frisia einen Hafenterminal gebaut. Nicht nur seine Architektur beeindruckt, auch seine k­omplexe Gebäudetechnik kann punkten. Komponenten von WAGO übernehmen die Regelung des Innenraumklimas.

Gemeinhin sagt man Norddeutschen ein gewisses Understatement nach. Auf den neuen Hafenterminal der Reederei Norden-Frisia auf Norderney passt dieses Klischee nicht. Futuristisch, hochmodern, herausragend – diese Attribute, mit denen das Gebäude belegt wird, sind für Norddeutschland eher untypisch. Aber sie passen: Für rund 10 Mio. Euro hat die Reederei einen Hafenterminal errichtet, der sich mit seinen runden Formen in die Insellandschaft harmonisch einbettet und daher „Hafendüne“ heißt. „Quadratisch, praktisch, günstig hat uns nicht gefallen“, sagt Olaf Weddermann, Projektleiter und zugleich Prokurist der Reederei.

Hohe Ansprüche an die Gebäudeautomation
„Die Kernfunktionalität des Terminals ist die Abfertigung unserer Passagiere“, sagt Weddermann. Rund 2,3 Mio. Menschen jährlich bringen die Frisia-Fähren auf die Insel und zurück, an Spitzentagen durchlaufen 20 000 Passagiere das Gebäude. In der Hafendüne sitzt auch die Verwaltung der Reederei: Olaf Weddermann und rund 50 weitere Mitarbeiter haben hier ihre Büros; in zwei Konferenzsälen tagen u. a. Aufsichtsrat und Vorstand.
Die Reederei Norden-Frisia legt an Umweltstandards hohe Maßstäbe: Der Energieverbrauch soll möglichst CO2-neutral sein. Daher entschied man sich beim Terminal für eine Wärmepumpe sowie für eine Betonkernaktivierung und eine Fußbodenheizung. Verzichtet hat Frisia dagegen auf eine Lüftungsanlage. Der Luftaustausch soll in erster Linie durch das automatisierte Öffnen von Fernstern und das Ansteuern kleiner Ventilatoren erfolgen – und zwar auch in der Passagierhalle, in der sich in Stoßzeiten 1300 Menschen aufhalten. Unterm Strich war es für Klaus Mayrhofer, Geschäftsführer von VM-Technik eine echte Herausforderung, das Gebäude technisch für diese Aufgaben zu rüs­ten. Der Spezialist für Gebäudeautomation: „Es ist das mit Abstand komplexeste Projekt, das wir bisher umgesetzt haben.“

Integraler Ansatz bei der Planung
Klaus Mayrhofer war es, der die gesamte Gebäudetechnik der Hafendüne in eine einheitliche Form gegossen hat. „Das Besondere ist, dass die Planer das Gebäude über alle Gewerke hinweg als Ganzes begriffen haben und ein integraler Ansatz verfolgt wurde“, sagt der Elektroingenieur. Ganz gleich, ob Beheizung mit Wärmepumpe, LED-Beleuchtung, Belüftung der großen Passagierhalle oder Klimatisierung der Büros – für Klaus Mayrhofer galt es, alle Ansprüche und Wünsche der Planer unter einen Hut zu bekommen und dafür zu sorgen, dass die gesamte Technik nicht nur automatisch, sondern auch harmonisch und effizient ihren Dienst tut. Erreicht hat Mayrhofer das mit Komponenten von WAGO. Sie bilden den Dreh- und Angelpunkt der gesamten Mess-, Steuer- und Regelungstechnik der Hafendüne. „Wir wussten ja, dass wir es mit komplexen Anforderungen zu tun hatten. Weil wir Systempartner von WAGO sind, wussten wir auch, dass die Lösungen aus Minden bis in die erforderlichen Tiefen reichen, sei es vonseiten der Hardware oder von der Software her“, sagt Mayrhofer.

Dezentrale Organisation
Weil der Terminal in unterschiedliche Bereiche – Passagierhalle, Verwaltung, ein Archiv u.a.m. – unterteilt ist, wurde eine dezentrale Organisationsstruktur gewählt. „Wir haben insgesamt sieben Automationsschwerpunkte im Gebäude installiert“, sagt Mayrhofer. Kernstücke sind Controller, die sämtliche Daten an einen zentralen Server senden. Zahlreiche Sensoren und Aktoren liefern stetig Informationen, etwa zu Zuständen von Ventilen und Pumpen, Vor- und Rücklauftemperaturen, zum Klima in einzelnen Räumen, zum CO2-Wert in der Passagierhalle, zu Stromverbräuchen; auch Wetterdaten und Lichtwerte werden berücksichtigt. Die Lis­te mit allen Datenpunkten, die mittels ­WAGO-Technik erfasst und verarbeitet werden, umfasst vier DIN-A4-Seiten.
„Mit am aufwendigsten ist die hydraulische Steuerung der benötigten Wärme- und Kältemengen“, erläutert Mayrhofer mit Blick auf das Zusammenspiel von Erdwärmesonden, Wärmepumpen und Betonkernaktivierung. Zudem können die Frisia-Mitarbeiter in ihren Büros Temperatur und Klimatisierung jeweils separat über eigene Bedienelemente regeln. In den Konferenzräumen geschieht dies über Touch-Panels.
Über den DALI-Bus für die Lichtsteuerung erhalten die Innenleuchten Steuerbefehle in Abhängigkeit vom Tageslicht. Wenn es abends dunkel wird, schaltet die Außenbeleuchtung, die tagsüber der Wegebeleuchtung dient, automatisch um und taucht den Terminal in blaues Licht – die Farbe der Frisia-Reederei.

Türsteuerung per App
Ebenfalls an die zentrale WAGO-Gebäudeautomation angebunden ist die Brandmeldeanlage samt Brandschutzklappen und Ventilatoren. Ein weiterer wichtiger Punkt ist für Klaus Mayrhofer
von VM-Technik das Energie-Monitoring: „Sämtliche Daten zu Wärmeproduktion und Verbräuchen werden archiviert, was es erlaubt, das System immer weiter zu optimieren. Gerade bei solch einer komplexen Installation liegt hier erhebliches Potenzial.“ Hilfreich für ihn: In der mit ­WAGO-Technik umgesetzten Visualisierung werden die Informationen als übersichtliche Trenddiagramme dargestellt. Über eine sichere Datenleitung lassen sich alle Daten aus der Ferne abrufen.
Mit zu den wichtigsten gebäudetechnischen Funktionen gehört für Projektleiter Olaf Weddermann das Öffnen und Schließen der großen Glastüren des Terminals. Sie sind das wichtigste Werkzeug, um auch den größten Passagierandrang in kurzer Zeit geordnet von den Fähren herunter und auf sie hinauf zu leiten. „Ursprünglich hatten wir gar nicht vor, dies mit WAGO-Technik zu realisieren“, sagt Weddermann. Die Möglichkeiten überzeugten ihn jedoch. „Die Türsteuerung lässt sich über eine WAGO-App auf einem Tablet bedienen“, erläutert Klaus Mayrhofer. Damit können die Mitarbeiter die Zugänge zur Insel sowie zur Fähre öffnen oder schließen und dabei selbst in der Passagierhalle stehen und die Ströme der Anreisenden und Abreisenden gut überblicken.
Auch auf der Auto- und Passagierfähre „Frisia IV“ hat Mayrhofer Systeme von WAGO installiert. Dort steuern sie Heizung und Lüftung. „Ich habe erstmal gefragt, ob die WAGO-Technik dort funktioniert. Und die Antwort war ein klares Ja“, sagt Olaf Weddermann. In der Hafendüne tut sie das – auf norddeutsch gesagt – ebenfalls recht ordentlich.

www.wago.com

 

 

 


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