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Gute Fachbetriebe brauchen keine neue Liste

Deutschland diskutiert über Bürokratieabbau. Gleichzeitig entstehen immer neue Regeln, Nachweise und Verzeichnisse. Jüngstes Beispiel: die neue Liste „Fachkräfte Heizung“ der Deutschen Energie-Agentur (dena). Sie soll für mehr Qualität und Orientierung beim Heizungstausch sorgen.1)

Daniel Föst, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Sanitär Heizung Klima (ZVSHK). Bild: IKZ

 

Da stellt sich die Frage: Welches Problem soll hier eigentlich gelöst werden? Aus unserer Sicht gibt es keine Lücke, die mit dieser Liste gefüllt werden muss. Wir haben in Deutschland ein bewährtes System beruflicher Qualifikation. Unsere Fachkräfte durchlaufen eine anspruchsvolle Ausbildung. Unsere Meister tragen Verantwortung für ihre Betriebe, ihre Mitarbeiter und ihre Kunden. Sie planen, installieren und optimieren Heizungsanlagen. Und sie bilden sich regelmäßig weiter.
Jetzt sollen zusätzliche Schulungen, Prüfungen und Nachweise eine besondere Qualifikation sichtbar machen. Das kostet Zeit und Geld. Vor allem aber entsteht ein falscher Eindruck: Wer nicht auf dieser Liste steht, ist womöglich weniger qualifiziert. Das ist gegenüber Tausenden gut ausgebildeten SHK-Fachbetrieben nicht gerechtfertigt.
Um eines klarzustellen: Wir haben überhaupt nichts gegen Weiterbildung. Im Gegenteil. Neue Technologien und steigende Anforderungen machen sie unverzichtbar. Aber Weiterbildung muss den Betrieben einen konkreten Nutzen bringen. Ein zusätzlicher Eintrag in einer Datenbank ist noch kein Qualitätsgewinn. Genau deshalb setzt die SHK-Verbandsorganisation auf praktische Unterstützung. Mit dem Serviceportal und digitalen Werkzeugen wie „ZVPLAN“ und „ZVTOOL“ sowie gezielten Qualifizierungsangeboten für Innungsbetriebe helfen wir unseren Fachbetrieben bei ihrer täglichen Arbeit. Wir wollen ihnen die Arbeit erleichtern, statt ihnen zusätzliche Nachweise abzuverlangen. Denn entscheidend ist nicht, in welcher Liste ein Betrieb steht, sondern was er kann und leistet.
Wer das Handwerk stärken will, sollte auf seine bewährten Qualifikationen vertrauen, statt immer neue Parallelstrukturen aufzubauen. Wir brauchen weniger Nachweisbürokratie und mehr Vertrauen in diejenigen, die die Wärmewende praktisch umsetzen.
Qualität entsteht nicht durch einen Eintrag in einer Liste. Sondern durch Können, Erfahrung und gute Arbeit. Jeden Tag.

Daniel Föst
Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Sanitär Heizung Klima (ZVSHK)


1) Siehe Bericht „Qualifikation sichtbar machen“ in dieser Ausgabe.

 


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