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Systemlösungen für das Fachhandwerk im Fokus

Flächenheiz- und -kühlsysteme für Nass- oder Trockenestrich sowie die überarbeitete DIN EN 18534

Swisspor bietet eine Reihe von Flächenheiz- und -kühlsystemen für unterschiedliche Anforderungen. Die Schichtmodelle veranschaulichten den Aufbau. (swisspor Deutschland GmbH)

Um dünnschichtige Flächenheizsysteme nach dem Stand der Technik ging es im Vortrag von Arnd Richarz, Leiter Produktmanagement und Anwendungstechnik Innenausbau bei Swisspor. (swisspor Deutschland GmbH)

Im Fokus beim ersten Systemwerk standen Technik und Praxis beim nachhaltigen Bauen, moderiert von Werner Hammelmann, Leiter Vertrieb bei Swisspor. (swisspor Deutschland GmbH)

 

Ende April 2026 lud Swisspor zum ersten Systemwerk nach Essen ein. Im Erich Brost-Pavillon auf der Zeche Zollverein kamen Architekten, Handwerksunternehmen und die Bauindustrie zusammen, um sich auszutauschen und zu diskutieren, was Systemlösungen für Flächenheiz- und -kühlsysteme heute leisten müssen. Im Fokus auch die überarbeitete DIN EN 18534, Bauwerksabdichtung in Innenräumen. Die IKZ war vor Ort und fasst die wichtigsten Themen für das SHK-Fachhandwerk zusammen.

Architektur muss nicht nur schön sein, sie muss auch Räume schaffen, die unterschiedlichen Anforderungen gerecht werden. Unter diesem Anspruch brachte das erste Swisspor Systemwerk 2026 Architekten, Handwerksunternehmen und die Bauindustrie zusammen. Im Fokus standen dabei Technik und Praxis beim nachhaltigen Bauen – mit Blick auf künstliche Intelligenz, Klimaanpassung und die Frage, was moderne Systemlösungen heute leisten müssen und können. Für das SHK-Fachhandwerk dabei besonders relevant: Die Flächenheizung und Nassraumabdichtung im System gedacht. Denn, das machte Arnd Richarz, Leiter Produktmanagement und Anwendungstechnik Innenausbau bei Swisspor, in seinem Vortrag deutlich: „Produkte können funktionieren, ein System muss funktionieren.“

Er wies darauf hin: Die meisten Schäden im Bauwesen entstehen nicht in der Fläche, nicht am Produkt, sondern im Detail. Denn: Hochwertige Produkte seien zwar die Voraussetzung für eine korrekte Umsetzung, aber keine Garantie. „Erst wenn alle Komponenten als geprüftes Gesamtsystem ineinandergreifen, entsteht echte Sicherheit.“ Der Hersteller Swisspor denke deshalb bei seinen Produkten und Lösungen konsequent im Baukastenprinzip. So ließen sich unterschiedliche Anforderungen an Dämmung, Schallschutz, Brandschutz oder Feuchtebelastung gezielt zusammenstellen.

Dünnschichtige Flächenheizsysteme

„Ob Nass- oder Trockenestrich – unsere Systeme vereinen einen niedrigen Bodenaufbau, Brand- und Trittschallschutz sowie nachhaltige Lösungen“, erklärte Arnd Richarz und erläuterte den Aufbau der unterschiedlichen Systeme von Swisspor anhand von anschaulichen Modellen. Das „tempusDRY 19-16 AB“ zählt dabei zu den Systemen mit der niedrigsten Aufbauhöhe. Es eignet sich zur Erstellung einer Flächenheizung der Bauart B auf Massiv- oder Holzbalkendecken in Verbindung mit einem Nassestrich oder mit Trockenestrichelementen. Die aufgeklebten Aluminium-Wärmeleitlamellen sorgen für eine gute Wärmeverteilung und zusätzlich für den sicheren Halt der Rohre in der Systemplatte.

Mit der Crimp-Technologie, die Arnd Richarz unter anderem am Beispiel der „tempusDRY NATURE 30-16 AB“ präsentierte, hat Swisspor im Flächenheizungsbau einen neuen Weg eingeschlagen bei der Verbindung von Dämm- und Deckschichten. Durch eine mechanische Klemmverbindung könne man auf Klebstoffe verzichten. Dies mache im Trockenbau den Einsatz natürlicher Dämmmaterialien wie Holz und Stroh möglich. „Das ist umweltfreundlich und gesund. Und nachhaltig: Denn unser neuartiges System gewährleistet einen vollständigen Rückbau.“

Durch ihre geringen Einbauhöhen seien die dünnschichtigen Flächenheizsysteme ideal für die Sanierung im Bestand. „Im Moment sind schnell regelnde Systeme gefordert“, erklärte Richarz, auch dafür eignen sich die dünnschichtigen Heizestrichsysteme. Durch ihre niedrige Aufbauhöhe erlauben sie auch geringe Vorlauftemperaturen, was sie gerade für die Nachrüstung mit einer Wärmepumpe prädestiniert. Arnd Richarz nannte noch eine weitere Einsatzmöglichkeit für die Flächenheizung im Bestand: Im Zuge einer Sanierung müsse eine Flächenheizung nicht ausschließlich als Fußbodenheizung realisiert werden: „Für die Strangsanierung im Mehrfamilienhaus erweisen sich auch Deckenheizungen zunehmend als interessante Lösung.“

Ein weiterer Grund, warum Systemlösungen in diesem Bereich wichtig werden, ist der Fachkräftemangel in der SHK-Branche, so Richarz. „Dieser führt dazu, dass Flächenheizungen immer weniger vom SHK-Fachhandwerk installiert werden können.“ Doch dieser Mangel sei auch eine Chance für angrenzende Gewerke, etwa aus dem Trockenbau. Hier könne die Qualifikation zum Wärmebodentechniker für Entlastung sorgen und letztlich dazu beitragen, dass mehr Flächenheiz- und -kühlsysteme verbaut werden.

Klimawandel erfordert ein Umdenken

Der Klimawandel mit seiner zunehmenden Hitze- und Wärmebelastung im Sommer macht es notwendig, Gebäude mehr und mehr zu kühlen. Dafür eignen sich auch Flächenheizsysteme. Sie können einen Teil der Wärme aus dem Gebäude abtransportieren. Und auch wenn sie nicht klimatisieren, so sorgen sie doch für eine Temperatursenkung. Gerade in der Kombination mit Wasser-Wasser-Wärmepumpen erfüllen diese Systeme noch eine weitere wichtige Aufgabe: Sie helfen dabei die Erdsondenfelder im Sommer zu regenerieren, um wieder genügend Heizenergie für den Winter liefern zu können.

Wie wichtig das Thema Gebäude-Kühlung im Sommer wird, verdeutlichte Dr. Andrea Nakoinz. Die frühere Fachärztin für Anästhesie berät heute Unternehmen bei Fragen zum Hitzeschutz. Sie sagte: „Der Körper kann Wetter. Er kann Kühle und Wärme ausgleichen, aber eben nur bis zu einem bestimmten Punkt.“ Und ab diesem Punkt sei die Haus- und Gebäudetechnik gefordert, die Temperaturen im Gebäude zu senken. An erster Stelle nannte sie dabei die öffentlichen Gebäude, doch auch die Unternehmen sieht sie in der Pflicht, ihre Mitarbeiter am Arbeitsplatz vor Hitzeeinwirkungen zu schützen. Ihr Fazit: „Hitzeschutz ist ein Wirtschaftsfaktor, er hat Wachstumspotential.“ Darauf könne sich die Baubranche vorbereiten.

DIN 18534 überarbeitet

Die überarbeitete DIN 18534, sie regelt die Planung, Ausführung und Instandhaltung der Abdichtung von Boden- und Wandflächen in Innenräumen gegen Wasser, markiere denselben Paradigmenwechsel, den Swisspor seit Jahren mit seinen Systemlösungen verfolge, so Arnd Richarz: „Weg von Spielräumen, hin zu klaren Systemanforderungen.“ Eine wesentliche Änderung sei dabei, dass künftig die Nutzung über die anzuwendende Abdichtung entscheide und nicht mehr die vorhandene Fläche. Dies spiegelt sich in den Wassereinwirkklassen wider, wie sie in Teil 1 definiert wurden: Sie reichen von W0-I (geringe Wassereinwirkung) über W1-I (mäßige Wassereinwirkung), und W2-I (hohe Wassereinwirkung) bis hin zu W3-I (sehr hohe Wasser einwirkung), die sich auf gewerbliche oder öffentliche Flächen beschränkt. Während häusliche Badezimmer höchstens in der Wassereinwirkungsklasse W2-I zu finden sind.

Neu sei in der Klasse W3-I, dass Abdichtbahnen nun erlaubt seien. „Herkömmliche Gipsplatten als Untergrund in feuchtebelasteten Bereichen sind hingegen heute explizit verboten“, so Richarz. Darauf seien die Systeme von Swisspor im Innenausbau ausgelegt. Ein weiteres Problem, auf das er einging, waren bodengleiche Duschen. Für sie ist eine vollständige Flächenabdichtung bis mindestens 30 cm über den Brausekopf unter den Fliesen gefordert. „Barrierefrei ist gut“, sagte er, „trocken wäre besser.“ Auch dafür biete Swisspor eine Reihe von Systemen, die sowohl den norm- wie auch fachgerechten Einbau erleichtern. Ein weiteres wichtiges Thema, auf das Richarz hinwies: Das geforderte Schnittschutzband bei Silikonfugen. Hier entstünden in der Praxis häufig Schäden an der Abdichtung.

Weitere Perspektiven: KI und Haltung

Das Rahmenprogramm weitete den Blick. Bianca Weber-Lewerenz plädierte für einen menschgeführten Umgang mit KI im Bauwesen: „Nicht die Technologie steht im Mittelpunkt, sondern die Probleme, die sie lösen soll – erarbeitet im Team und mit Diversität als Erfolgsfaktor.“ Den emotionalen Höhepunkt an diesem Tag setzte Joey Kelly. Der Extremsportler, bekannt auch als Musiker der Kelly-Family, brachte eine Botschaft mit, die über alle Fachthemen hinaus weist und zum Selbstverständnis von Swisspor passt: „Gib mehr, als du nimmst.“ Dies sei eine Haltung gegenüber Kunden, Partnern und der Zukunft, ergänzte Werner Hammelmann, Leiter Vertrieb bei Swisspor, die auch das erste Systemwerk als Format selbst verkörpere.

www.swisspor.com/de-de/

 


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