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Die Badplanung beleben mit frischen Ideen

Vom Top-Trend Individualität durch Farbe über Haptik bis zur Wandpaneele

Mattschwarze Keramik und ein Badmöbel „Relax“ aus Holz mit geriffelter Front kombiniert der italienische Hersteller The.Artceram, der mit der Linie „Brooklyn“ auch den vollflächigen Waschtisch anbietet. Dunkles Holz, Haptik und weiche Formen liegen im Trend. (Artceram)

Marmor ist ein Klassiker der Wandgestaltung. Aktuell sind farbige Steine mit starker Maserung im Kommen. Metallische Akzente in Gold oder Messing „harmonieren wunderbar mit diesem Farbton“, so der Bad- und Armaturenspezialist. Sie schaffen „ein Gefühl von sanftem Luxus“. (José Hevia/Dornbracht)

Geberit reagiert auf die Vielfalt von Farben und Oberflächen bei Armaturen mit individuellen Betätigungsplatten für durchgängige Badkonzepte. Drückerplatten und Urinalsteuerung lassen sich auf Farben und Oberflächen von 16 führenden Herstellern abstimmen. (Geberit)

Der Waschtischmischer „Essence“ lädt mit„Crafted“-Struktur am Hebel zum Berühren ein und zieht wie die Farbe „Warm Sunset“ Blicke auf sich. Die Struktur „erinnert an gehämmertes Metall“, so der Hersteller. Hier steht die Armatur auf dem organisch geformten Becken „Essence“. (Grohe)

Sanfte, erdige Farb töne aus der Natur und matte, berührungsfreundliche Oberflächen sind an-gesagt, zeigt sich Ville-roy & Boch überzeugt. Sie stehen für Ruhe und Harmonie im Bad, so der Hersteller. Hier treffen matte Goldtöne bei Armaturen und Duschsystem auf Sandfarben. (Villeroy & Boch)

Haptik unterstützt die Wohnlichkeit im Bad, ist der Hersteller überzeugt. Wasserfestes Geflecht gibt es bei „Xevolos E“ als Front-Inlays für die Oberflächen der Waschplatzmöbel. Die textile Anmutung soll für eine warme Aufenthaltsqualität sorgen. (hansgrohe)

Da klebt mir doch einer was! Tapeten erobern das Wohnen und sogar das Badezimmer. Italienische Designhersteller wie hier N.O.W. edizioni, auch Wall & Deco, Wallpepper und nicht zuletzt Marburger liefern großzügige Dekore aus der Natur und Abstraktes. (now-edizioni)

 

Was ist im Bad angesagt? Diese Frage stellen sich viele Badprofis, die neue Designs und Features in der individuellen Beratung einsetzen wollen. Denn egal ob im Objektgeschäftoder Privatbad: Kunden wollen mit frischen Gestaltungsideen überzeugt werden. Der Beitrag nimmt die aktuellen Trends in den Blick.

Es lohnt sich, vor der Beschäftigung mit den Trends kurz zu überlegen: Für wen wird eigentlich geplant? Denn wie immer in der SHK-Planung steht ja der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Anforderungen im Mittelpunkt. Was nützt das Anpreisen der bodengleichen Dusche, wenn wir es mit einem überzeugten Wannengenießer zu tun haben? Und vielleicht ist der Kunde auch fest in seinem Geschmack verwurzelt, da kann man noch so viel über trendiges Schwarz erzählen. Nicht zuletzt: Der designaffine Badkunde will zum einen Individualität zeigen, zum anderen oftmals den Wert der eigenen Wohnung oder des Projekts steigern.

Top-Trend: Individualität durch Farbe

Der Mega-Trend zur Individualisierung geht verstärkt weiter, also der Anpassung der Planung an die persönlichen Vorlieben. Was bei den meisten Armaturenherstellern mit wenigen Farbalternativen begann, nämlich Schwarz, Mattschwarz, Weiß und Mattweiß, umfasst jetzt zumeist eine ganze Palette. Das kommt nicht von ungefähr: Gerade warm-tonige Oberflächen wie „Warm Sunset“ (Grohe), „Brushed Bronze“ (hansgrohe), „Champagne“ (Dornbracht), „Natural brass“ (Vola) und Spielarten von Gold-Optik, haben eine wohltuende bis luxuriöse Ausstrahlung: Das Bad gilt nicht erst seit gestern als privater Rückzugsort und gewinnt mit warmer, weicher Optik bis in die Details.

Matte Farboberflächen kommen zunehmend auf den Markt, wobei der Trend von den Waschtischarmaturen und der Dusche auf die Keramik am Waschplatz und WC übergreift. Mattschwarze Toiletten bieten zum Beispiel Sanitärhersteller wie Villeroy & Boch, Duravit und Vitra an. Auch Toto hat seine „Washlets“ und WC-Linien um Schwarz matt ergänzt. Wer weniger starken Kontrast, aber dennoch Farbakzente schätzt, findet im Bereich der Waschtische und Badmöbel auch gebrochene Farbtöne. So treten etwa im Möbelprogramm „sys30“ (Burgbad) Pastelltöne in Dialog miteinander und lassen sich individuell kombinieren.

Auch Badewannen zeigen immer häufiger Mut zur Farbe. Namhafte Hersteller von Stahl-Email-Wannen wie Kaldewei und Bette haben Farbfächer aufgelegt, mit denen die Farbabstimmung im Bad erleichtert wird. Im Trend liegen sowohl für die Wannen als auch für Duschflächen die Farben Sand, Salbei und warmes Grau. Nicht überraschend, dass die Sanitärhersteller, egal ob in Stahl-Email, Keramik oder Mineralguss, ihr Farben-Knowhow auch bei Aufsatzwaschbecken und Schalen einsetzen. Waschtischkeramik, wie die „Antao“-Serie von Villeroy & Boch, aber auch zahlreiche italienische Designhersteller wie Cielo, Inbani und Scarabeo Ceramica (auch im hiesigen Handel zu finden) greifen ebenfalls den Farbtrend auf.

Trend Haptik: Das Spiel von Licht und Schatten

Badobjekte, deren Oberfläche zum Berühren einladen, sind stark im Kommen: Waschtischschalen mit matter oder strukturierter Oberfläche auf der Außenseite, Unterbaumöbel und Badschränke mit leicht geriffelter Front und nicht zuletzt textile Lösungen für Möbelfronten. So bietet hansgrohe mit dem „Xevolos E“ Waschplatzmöbel sogenannte Textil-Inlays an, mit denen sich die Fronten im Waschtischunterschrank ausstatten lassen, alternativ zu glatten bzw. nur leicht strukturierten Oberflächen. Das wasserfeste Gewebe soll für wohnliche Atmosphäre im Bad sorgen, so der Badhersteller.

Auch neu designte Armaturenkörper und Bediengriffe setzen auf haptische Wahrnehmungen beim Umgang mit der Technik. Armaturenhersteller wie Gessi oder Ritmonio spielen mit geometrischen Mustern auf dem Metallkörper, was sowohl das Gefühl beim Berühren verändert als auch die Optik im Bad. Im Trend liegen auch „patinierte“ Oberflächen, bzw. solche mit der Anmutung von handwerklicher Bearbeitung. Vom matten und edel-rustikalen Look unter der Bezeichnung „Gun-metal“ (in etwa: Geschützmetall), über „gebürstete“ Oberflächen bis zu kunstvoller Bearbeitung einzelner Details. So stellt der Armaturenspezialist Grohe mit „Grohe Essence Crafted“ eine handwerklich gestaltete Hebelvariante für die Linie vor. Die strukturierte Oberfläche wirkt wie mechanisch stark bearbeitet und setzt „visuelle Akzente“, so der Hersteller.

Mit dem Trend zur Haptik sind ursprünglich nüchterne Elemente wie Armaturen und z. B. Spülbetätigungen nicht mehr neutral schimmerndes Metall mit kalter Ausstrahlung und einheitlich in der Oberfläche. Sondern sie spielen mit Licht und Schatten oder deuten „Patina“ und „Benutzungsspuren“ (als Design) an. Die puren Funktionen ziehen Blicke auf sich und gewinnen eine gewisse optische Wärme. Dabei greifen Sanitärhersteller wie Geberit und Tece den Trend zur individuellen Oberflächenbearbeitung auch für Ausstattungsdetails wie Betätigungsplatten auf. So meldet z. B. Geberit, man kann „Sigma40“-Drückerplatten an das Oberflächendesign einer großen Auswahl Armaturen unterschiedlicher Marken anpassen. Tece beschreibt seine „Velvet“- Betätigungsplatten als „ultrasanftin der Haptik, supermatt in der Optik“.

Zwischenruf: ganzheitlich planen

Es sei an dieser Stelle daran erinnert: Wer in der Badplanung auf Farbe setzt oder sich für haptisch reizvolle Bedienelemente und berührungsfreundliche Oberflächen stark macht, sollte das Gesamtbild im Auge behalten. Die große Mehrzahl der namhaften Sanitärhersteller bietet die gängigen Farben für verschiedene Bereiche im Bad an, von Waschtisch- und Duschenarmaturen bis zu Brausen und Duschrinnen. Genannt werden dazu Stichworte wie „Mix & Match“ (Geberit), „Coordinated Colours“ (Kaldewei), „Colors Kollektion“ (Grohe) oder „FinishPlus“ (hansgrohe). Von Armaturen am Waschtisch, an der Wanne und in der Dusche bis zu Brausen und Duschrinnen. Zusammengefasst: Die aufeinander abgestimmte Gestaltung im gesamten Bad liegt im Trend.

Trend: Wandpaneele

Duschkabinen werden zu Showrooms persönlicher Vorlieben, Hobbys und Traumreiseziele: Möglich machen es die individuellen Fotomotive, die zumeist großflächig auf badtauglichen Wandpaneelen eingebaut werden. Wer für die Rückwand seiner Dusche nicht die passende, eigene Vorlage parat hat, findet bei immer mehr Duschenspezialisten eine riesige Auswahl und wird ganz nach dem eigenen Geschmack fündig. Von Naturimpressionen bis zu abstrakten Dekoren. Duschenrückwände mit Fotomotiven gibt es unter anderem bei HSK, Hüppe, Sprinz, Duscholux und Repabad. Die Paneele sind entweder aus Aluverbund oder Mineralwerkstoff und auch in einheitlicher Optik, z. B. als Holzanmutung oder in „Marmor“, erhältlich. Einen besonderen Effekt setzen hinterleuchtete Paneele für die Duschenrückwand. So kommen Strand oder Wasserfall eindrucksvoll zur Geltung und schaffen zudem Ambientebeleuchtung.

Der Trend zum Paneel hat für die SHK-Branche einen wichtigen Aspekt: Mit den Fertigelementen kann eine zügige und optisch überzeugende Teilsanierung durchgeführt werden, und der Sanitärprofibehält das Projekt in der Hand. Fliesen- oder Natursteinarbeiten sind nicht notwendig, wenn mit den Duschenrückwänden der bestehende Untergrund nur kaschiert wird. Und die Paneele sind nicht allein für den Nassbereich einsetzbar, sie können auch im übrigen Bereich den Raum prägen oder zumindest großzügige Akzente setzen. Den Badkunden freut, dass das weitgehend ohne Baustellenstaub funktioniert.

Trend: Badtapete XXL

Tapeten für das Bad sind plötzlich wieder da, und zwar mit großflächigen Dekoren, die sich – typisch für den sogenannten Rapport bei Tapeten – gut zusammenfügen lassen. Ein überzeugendes Argument nicht nur in der Badsanierung: Während der Kunde mit einem ausgewählten Fliesendesign viele Jahre, wenn nicht Jahrzehnte, „leben muss“ (Ausnahme: die o. g. Paneele kommen zum Einsatz), ist die wasserfeste Tapete relativ einfach ersetzt. Die Bedenken hinsichtlich der Badtauglichkeit räumen nach Worten der Hersteller die Vinyl- und Glasfasertapeten als „wasser- und dampfresistent“ aus.

Die italienische Design-Tapetenmanufaktur Wall & Deco nennt für „Wet System“ eine „patentierte Beschichtung, die Wasser, Dampf und Feuchtigkeit standhält“. Der Mitbewerber Wallpepper verleiht seinen Glasfasertapeten „WP/H2O“ nach eigenen Angaben die antibakterielle Beschichtung „WallSilk“. Bad-taugliche Tapeten hat nicht zuletzt auch der deutsche Hersteller Marburger im Angebot. Insgesamt gilt: Dank ihrer Flexibilität eignen sich die Tapeten auch für Altbau-Badezimmer mit ungewöhnlicher Geometrie, nicht-ebenen Wänden oder Abkofferungen, die für Fliesen eine Herausforderung darstellen.

Trend: von der Natur inspiriert

Holz bleibt Trend im Bad, vor allem in Gestalt der Badmöbel mit Naturholz oder authentisch wirkender Holzoptik. Wenn es sich nicht um Echtholz-Furniere handelt, zitieren die dampfresistenten und spritzwassergeschützten Oberflächen auf raffinierte Weise die optischen und haptischen Eigenschaften von Massivholz, inklusive Maserung und Unregelmäßigkeiten. Dabei hat sich der Trend etwas vom früheren blonden Landhaus-Look zu den dunklen Hölzern verlagert. Auch exotische Hölzer kommen zum Einsatz – zumindest in der Nachbildung. Angesagt sind beispielsweise Nussbaum (amerikanisch) und Ebenholz (Duravit), Walnuss und die weiterhin beliebte, honigfarbene Eiche (Villeroy & Boch). Ebenso stark gemaserte Eiche und Walnuss massiv (Keuco/Team 7).

Bei Naturstein und seinen Nachbildungen in Feinsteinzeug sind inzwischen gröbere Optiken und starke Maserung im Trend. Die in der Vergangenheit stark gefragten, homogen und ein wenig „clean“ wirkenden Kalksteinplatten unter dem Begriff Limestone, durchgängig Hell-Beige, sind etwas aus dem Fokus geraten, so schön sie auch sein mögen. Marmor und Granit in Natursteinoptik sind gefragt, und wer es etwas dezenter haben möchte, greiftvielleicht zu Feinsteinzeug mit der leicht unregelmäßigen Optik von Muschelkalk.

Bei Trends in der Wandgestaltung spielt der Zeitfaktor eine große Rolle: Wie lange wird der stylische Look wertgeschätzt? Welcher Aufwand ist denkbar, zumal bei einer möglichst durchgängigen Gestaltung? Nicht zuletzt unter diesen Aspekten ist die Alternative Wandpaneel nicht von der Hand zu weisen, ebenso natürlich die vielleicht noch etwas ungewohnte Option Tapete. Es mag trivial klingen, aber Trends wechseln nun einmal.

Autor: Heinz Kaiser, Journalist, Hamburg

 


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