Online-Marketing im Handwerk: die wichtigsten Werkzeuge
In einer zunehmend digitalen Welt müssen Betriebe ihre Stärken klar kommunizieren und sich sichtbar positionieren. Welche Werkzeuge dabei hilfreich sind und wie Handwerksbetriebe mit einer professionellen Online-Marketingstrategie die richtigen Kunden erreichen, erklärt Stefan Springer, Geschäftsführer der HandwerkStars, in seinem Gastbeitrag.
1. Google Bewertungen
Online-Bewertungen zählen heute zu den wichtigsten Entscheidungskriterien bei der Auswahl eines Handwerksbetriebs und können maßgeblich zur Gewinnung neuer Kunden beitragen. Deshalb sollten Unternehmen ihre Kunden nach erfolgreich abgeschlossenen Projekten aktiv um eine ehrliche Bewertung auf Google bitten. Dabei sind folgende Aspekte wichtig:
- Bewertungsprozesse vereinfachen: Erfolgt die Bewertungsanfrage nicht unmittelbar nach Projektabschluss, sinkt die Wahrscheinlichkeit einer Rückmeldung deutlich. QR-Codes auf Anhängern oder Aufstellern, die gut sichtbar am fertigen Gewerk platziert werden – beispielsweis an der installierten Heizung oder an der Klimaanlage –, erleichtern den Zugang zur Bewertungsseite. Kunden können den Code direkt scannen und ihre Bewertung mit wenigen Klicks abgeben.
- Positive Kundenstimmen gezielt nutzen: Zufriedene Kunden sind die beste und günstigste Werbung. Positive Bewertungen eignen sich hervorragend für die Verwendung auf der Unternehmenswebsite oder in sozialen Medien.
- Unternehmen sollten sowohl auf positive als auch auf kritische Bewertungen zeitnah und professionell antworten. Ein konstruktiver Umgang mit negativem Feedback signalisiert Kundenorientierung, Transparenz und Professionalität.
2. Social-Media-Marketing
Social-Media-Kanäle bieten Unternehmen die Möglichkeit, ihre Leistungen einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren und direkt mit Kunden zu interagieren. Welche Plattform am besten geeignet ist, hängt dabei von den jeweiligen Kommunikations- und Marketingzielen ab.
- Instagram eignet sich besonders, um in kurzen und authentischen Beiträgen Einblicke in den Arbeitsalltag zu geben, Mitarbeitende vorzustellen sowie Bilder und Videos erfolgreich abgeschlossener Projekte zu präsentieren.
- Facebook bietet durch Gruppen und Foren die Möglichkeit, sich als kompetenter Ansprechpartner und Experte in der Branche zu positionieren. Zudem lassen sich hier insbesondere lokale Zielgruppen effektiv erreichen.
- Über YouTube können Handwerksbetriebe ihre fachliche Kompetenz in ausführlichen Projektvorstellungen, Anleitungen oder Tutorials demonstrieren. Dies stärkt das Vertrauen potenzieller Kunden und erhöht die Sichtbarkeit des Unternehmens über die eigene Region hinaus.
- LinkedIn dient vor allem der Positionierung als Experte im B2B-Bereich. Geschäftspartner, Auftraggeber und Branchenkontakte können hier regelmäßig über aktuelle Projekte, relevante Entwicklungen und fachliche Themen informiert werden.
- Über TikTok kann Content schnell viral gehen, allerdings empfiehlt sich die Plattform nur für Handwerksbetriebe, die bereits ausreichend Erfahrung im Marketing haben. TikTok erfordert eine klare Strategie und umfassende Kenntnisse im Medienrecht, um keine Datenschutz- und Urheberrechtsverstöße zu begehen. Unternehmen muss außerdem bewusst sein, dass sie nur eine geringe Kontrolle darüber haben, was mit ihrem Content passiert.
Social-Media-Plattformen können zusätzlich für das Recruiting genutzt werden. Ein Großteil potenzieller Bewerber ist nämlich grundsätzlich wechselbereit, beschäftigt sich jedoch nicht aktiv mit offenen Positionen und wird über traditionelle Recruiting-Kanäle kaum erreicht. Mit Social-Recruiting können Unternehmen potenzielle Bewerber direkt dort erreichen, wo sie tagtäglich unterwegs sind: Auf Facebook oder Instagram. Mithilfe zielgruppenspezifischer Werbeanzeigen lassen sich deutlich größere Reichweiten erzielen und auch sogenannte passive Kandidaten ansprechen, die auf Jobbörsen nicht aktiv vertreten sind.
3. Search Engine Optimization (SEO)
Eine SEO-optimierte Website ist die Grundlage für eine gute Auffindbarkeit bei Google. Unternehmen sollten dabei auf folgende Dinge achten:
- Technische SEO: Alt-Tags, Title-Tags, eine logische Überschriftenstruktur und aussagekräftige Meta-Descriptions sind wichtige Bestandteile einer erfolgreichen Suchmaschinenoptimierung.
- Webseitenstruktur: Eine logisch aufgebaute URL-Struktur, interne Verlinkungen und eine Navigationshilfe, sogenannte Breadcrumbs, erhöhen die Nutzerfreundlichkeit.
- Lokale Relevanz: Google erkennt die lokale Relevanz und erhöht dadurch die regionale Auffindbarkeit. Nutzer sehen, welche Angebote in ihrer Nähe verfügbar sind.
- Keywords: Branchenspezifische Fachbegriffe verbessern die Sichtbarkeit bei relevanten Suchanfragen. Ergänzend sollten Long-Tail-Keywords eingesetzt werden, also längere, spezifische Suchbegriffe (meist drei oder mehr Wörter) mit klarer Nutzerintention und meist geringerem Wettbewerb. Beispielsweise: Rohrbruch Notdienst Stuttgart Wochenende
4. Digitale Unternehmensprofile
Neben der eigenen Website sollten Handwerksbetriebe auch auf relevanten Branchenplattformen, regionalen Verzeichnissen und in ihrem Google-Unternehmensprofil präsent sein. Viele potenzielle Kunden nutzen diese Kanäle gezielt, um regionale Dienstleister zu finden und miteinander zu vergleichen.
Vollständig ausgefüllte und verifizierte Profile erhöhen die Sichtbarkeit in den Suchergebnissen und stärken die Glaubwürdigkeit des Unternehmens. Sofern möglich, sollten zudem Referenzprojekte, aussagekräftige Bilder sowie aktuelle Kontaktdaten und Öffnungszeiten hinterlegt werden. Dadurch erhalten Interessenten bereits vor der ersten Kontaktaufnahme einen Eindruck von der Qualität der Arbeit und der fachlichen Kompetenz des Betriebs.
5. E-Mail-Marketing
Mit regelmäßigen E-Mails an bestehende und ehemalige Kunden, können Unternehmen mit ihrer Zielgruppe kommunizieren und die Kundenbindung stärken. Durch Newsletter, Event-Einladungen oder personalisierte Angebote können die Inhalte auf die individuellen Interessen und Bedürfnisse der Empfänger zugeschnitten werden. Dies hält den Betrieb im Gedächtnis und schafft Vertrauen. Gleichzeitig bietet E-Mail-Marketing die Möglichkeit, Fachwissen zu vermitteln und die eigene Kompetenz zu unterstreichen. Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Kunden bei zukünftigen Aufträgen erneut auf den Betrieb zurückkommen oder ihn weiterempfehlen. Durch Zahlen zu Öffnungsrate und Klickrate kann die Performance der einzelnen Maßnahmen direkt verfolgt und optimiert werden.
6. Google Ads
Mit bezahlten Google Ads Kampagnen machen Unternehmen vor allem potenzielle Neukunden auf sich aufmerksam. Betriebe können gezielt Suchbegriffe auswählen, bei denen ihre Anzeige in den Google-Suchergebnissen erscheint. Für Handwerksbetriebe empfiehlt es sich, regionale Keywords zu nutzen, um die Kundschaft aus der Umgebung zu erreichen. Zusätzlich kann bestimmt werden, zu welcher Tageszeit, auf welchen Plattformen, in welcher Sprache und Region die Anzeige ausgespielt werden soll. So können Unternehmen sicherstellen, dass die richtige Zielgruppe angesprochen wird. Ein zusätzlicher Vorteil ist, dass das Marketingbudget mit Google Ads Kampagnen gut geplant werden kann. Es handelt sich um ein CPC, also ein Cost-per-Click-Preis, bei dem Unternehmen einen festgelegten Betrag nur zahlen müssen, wenn Nutzer mit der geschaltenen Anzeige interagieren.
Es zeigt sich: Bereits mit geringen (finanziellen) Mitteln lassen sich gezielte Marketing-Maßnahmen im Handwerk umsetzen. Betriebe, die in professionelle Inhalte, Sichtbarkeit bei Google und auf Social Media sowie in die Pflege bestehender Kundenbeziehungen investieren, schaffen eine Grundlage für nachhaltiges Wachstum und eine starke Position im regionalen Wettbewerb.
Über HandwerkStars
Die HandwerkStars sind eine Gemeinschaft von rund 200 SHK-Handwerksbetrieben. Ihr Anspruch ist es, den Stellenwert des deutschen Handwerks als zentrale Säule in der deutschen Wirtschaft zu verankern.
Weitere Informationen: https://handwerkstars.de/