Werbung

Tablet an Kessel – Kessel an Tablet

Die Vernetzung von einzelnen Komponenten in der Heizungstechnik steigert die Energieeffizienz und verbessert den Service gegenüber dem Anlagenbetreiber

Das „i“ im Namen steht für die Internetfähigkeit. Der Hausbesitzer kann das Brennwertgerät mit der App „Junkershome“ per Smartphone oder Tablet bedienen. Die „Cerapur 9000i“ lässt sich auch in bestehende und zukünftige Smart-Home-Lösungen einbinden. Bild: Junkers

Das Gas-Brennwert-Hybridsystem „Logamax plus GBH192iT PNR400“ ist ohne zusätzliche Komponente internetfähig. Bild: Buderus

Einbindung in die Smart-Home-Lösung von Remeha: Per App lässt sich so z. B. einstellen, zu welcher Uhrzeit in welchem Raum welche Temperatur erwünscht ist. Bild: iExergy

Mit farbigem Touch-Display, Energie-Cockpit und integrierter

Internet-Schnittstelle möchte Viessmann hohe Ansprüche an den

Bedienkomfort erfüllen – hier am Beispiel eines Gas-Brennwertgerätes aus der „Vitodens 300 W“-Reihe und der „Vitotrol Plus“-App. Bild: Viessmann

Lösungen für den Heizungsfachmann von Buderus: Über das Control-Center „Connect Pro“ und die App „Easycontrol Pro“ behält der Experte die Heizungsanlagen seiner Kunden im Blick und kann bei Störungen schnell und kompetent reagieren. Bilder: Buderus

 

Das „Internet der Dinge“ ist in aller Munde und verändert unsere Welt. Immer mehr Geräte kommunizieren miteinander, ohne manuelle Eingriffe. Dieser Trend betrifft auch das SHK-Handwerk, z. B. bei Beratung, Angeboten, Installation und Wartung. Ein SHK-Bereich, in dem die Digitalisierung deutlich zu erkennen und vorangeschritten ist, sind die Wärmeerzeuger.
Die Vorteile von Smart-Home- und Automationslösungen sind für den Endnutzer zweifelsfrei gegeben. Zwar haben sich Smart-Home-Systeme bislang nicht durchsetzen können, doch der Bereich wird sich entwickeln. Mitdenkende technische Systeme weisen ein enormes, noch nicht ausgeschöpftes Potenzial in vielen Anwendungsbereichen aus.

Heizung liefert viele Daten
Ob Heizkessel, Wärmepumpe, Solaranlage oder Mikro-Blockheizkraftwerk: Die neue Generation von Wärmeerzeugern ist internetfähig – sie bringen eine IP-Schnittstelle bereits mit. So kann der Endkunde meist mit einer kostenlosen App alle Geräte per Smartphone und PC von zu Hause und unterwegs bedienen. Die Steuerung kann individuell entsprechend den Anforderungen konfiguriert werden. Der Anlagenbetreiber hat dabei den Betriebsmodus sowie die Energieverbräuche von Heizung und Trinkwassererwärmung stets im Blick. Ist eine Solaranlage integriert, wird auch der solare Ertrag erfasst und angezeigt. Alle Geräte mit einer Netzwerkschnittstelle (Ethernet) können mit dem Breitbandanschluss des Kunden verbunden werden.

Sparsam und komfortabel zugleich
Mit einer Internetschnittstelle ist der Wärmeerzeuger über das zukünftige Wetter informiert. Ist es beispielsweise morgens kalt, liefern Heizkessel oder Wärmpumpe noch bevor die Hausbewohner aufstehen Wärme und haben den Warmwasserspeicher gut geladen. Steigt die Temperatur im Laufe des Tages an, reduziert das System den Betrieb der Heizung selbstständig. Ist beispielsweise eine thermische Solaranlage installiert, priorisiert das System je nach vorhergesagter Sonneneinstrahlung die Solaranlage und reduziert automatisch den Energieverbrauch des Wärmeerzeugers (Gas, Öl, Strom).
Ein Beispiel für individuell anpassbare Tagesprogramme: Sind alle Bewohner tagsüber aus dem Haus, muss die Heizung natürlich nicht die volle Leistung aufbringen. Am Abend jedoch, wenn alle zurück sind, soll wieder Wohlfühltemperatur herrschen. Auch was für die einzelnen Bewohner jeweils die Wohlfühltemperatur ist, lässt sich individuell definieren. Sind alle zu Hause, wird automatisch die höchste Wohlfühltemperatur gewählt. Ändert sich die Tagesroutine kurzfristig, genügt ein Fingertipp auf dem Touchpad an der Heizungsanlage oder auf der Smartphone-App.
Bereits heute sind einige Wärmeerzeuger Smart-Grid-fähig. Das bedeutet, das System priorisiert selbstständig günstigen Strom und puffert die Wärme für die Zeit, in der Strom teurer ist. Hausbesitzer profitieren also automatisch von einem vorteilhaften Tarifmix.

Meldungen aus der Ferne
Eine Internetvernetzung fungiert aber auch als Sprachrohr zwischen Endkunden, Installateuren und dem Werkskundendienst des Kesselherstellers. So können beispielsweise Produkte und Dienstleistungen aufgrund der Echtzeitdaten optimiert und neue Services entwickelt werden. Die Heizungsanlage meldet dem Hausbesitzer und/oder SHK-Betrieb zudem, wenn eine Wartung fällig ist. Wartungen können so besser geplant werden. Optimierungen erfolgen sogar auch oft direkt vom Computer oder über das Smartphone aus. Besteht Servicebedarf, weil die Anlage nicht korrekt funktioniert, kann dies also nicht nur frühzeitig angezeigt, sondern mitunter auch per Fernwartung rasch erledigt werden.
Heizungsfachfirmen können also durch den Fernzugriff auf Heizsysteme ihre Servicedienstleistungen und die Kundenbindung erhöhen. Nach Einwilligung des Endkunden haben sie die Möglichkeit, dessen Anlage bequem aus der Ferne im Blick zu behalten, Änderungen bei den Einstellungen vorzunehmen und Servicemeldungen abzufragen. Via Internet lässt sich eine große Anlagenanzahl kontrollieren. Die Apps der Herstellerfirmen ermöglichen die Bedienung und Fernüberwachung zahlreicher Heizungsanlagen in mehreren Gebäuden. Tritt ein Fehler auf, der nicht per Fernwartung zu erledigen ist, weiß der Fachhandwerker dennoch schon vorab anhand der angezeigten Daten, welches Ersatzteil er voraussichtlich braucht und kann es sofort mitnehmen.
Gerade für Mittel- und Großanlagen in Mehrfamilienhäusern oder öffentlichen und gewerblichen Gebäuden verspricht die Vernetzung von Wärmeerzeugern eine höhere Betriebssicherheit. Sie ist dort besonders wichtig, weil die Auswirkungen häufig gravierend sind. Ein nicht oder nicht optimal funktionierendes Heizungssystem kann schnell hohe Kosten verursachen. Dieses Risiko lässt sich mittels Fernüberwachung rund um die Uhr inklusive Aufzeichnung von Anlagendaten sowie der Betriebs- und Störungsmeldungen minimieren.
Auch für Wärmelieferungs- oder Wartungsverträge ist die Fernüberwachung geeignet, z. B. um Energieverbrauchswerte abzufragen. Gerade bei der Gebäudeautomation sind viele Maßnahmen möglich: Ein Gateway leitet Betriebs- oder Störungsmeldungen an beliebige Ziele, z. B. als E-Mail, weiter. Frei schaltbare Ein- und Ausgänge sowie frei anschließbare Fühler und Zähler ermöglichen es, weitere Geräte für die gesamte Heiztechnik via Internet zu kontrollieren und zu steuern. Hierzu zählen die Wassermangelsicherung, Pumpen, Füllstand des Öltanks, Druckwächter,

Neutralisierungseinrichtung von Brennwertkesseln u. a. m.
Praktisch sind integrierte Datenspeicher. Sie erfassen alle Informationen der Anlage, etwa Raum-, Vorlauf- und Warmwassertemperatur oder den Status von Brenner, Heizkreispumpen und Mischern. Mit einer entsprechenden Software lassen sich diese Daten auch grafisch darstellen. Die Systemspezialisten aus der Industrie ermöglichen so einen hohen Nutzerkomfort für den Endverwender, begleitet von einem besonderen Service des Fachhandwerkers.

Autorin: Angela Kanders, freie Journalistin

 


Artikel teilen:
Weitere Tags zu diesem Thema: