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Erleichterungen im Bad-Alltag

Was es bei der Gestaltung von barrierefreien Waschplätzen zu beachten gilt und wie Spiegel und Stauraum den Anforderungen gerecht werden

Barrierefreier Waschplatz: der Waschtisch mit viel Beinfreiraum und das Möbelprogramm der Designlinie „derby plus care“ (Vigour). Bild: Vigour

Badkollektion „Conforma“ (VitrA) verspricht barrierefreies Wohlfühlambiente. Bild: VitrA Bad

Die Waschtische der Kollektion „O.novo Vita“ (Villeroy & Boch) bieten integrierte Haltegriffe, große Ablageflächen und sind mit dem Rollstuhl problemlos zu unterfahren. Bild: Villeroy & Boch

Waschtischmodell von HEWI: Die Haltegriffe links und rechts erübrigen Stützklappriffe. Bild: HEWI

Die Serie „Vero“ bietet Vielfalt am barrierefreien Waschplatz. Bild: Duravit

Minimalistisches Design mit modernem Touch – das vereint nach Meinung von VitrA die Badkollektion „Conforma“. Bild: VitrA Bad

Ein Hochschrank aus der Möbelserie „C-line“ – ausgerichtet auf Care & Comfort. Bild: W. Schneider

Unterschrank „Renova“ von Geberit: Er lässt viel Raum für Bad-Utensilien. Dennoch kann eine Person im Sitzen den Waschtisch nutzen. Bild: Geberit

 

Der Waschplatz ist und bleibt der zentrale Funktionsbereich im Badezimmer. Bei der barrierefreien Planung machen DIN-Normen und andere Schriften Angaben, wie er aussehen soll. Eine gute Planung muss jedoch noch mehr beachten, wenn sie Nutzern gerecht werden will.

„Im Mittelpunkt steht der Mensch“, sagt Innenarchitektin und Badplanerin Lüftiye Erbas. Die Diplom-Ingenieurin mit türkischen Wurzeln findet, dass jedes Raumkonzept von der ersten Skizze bis zum Raumanagement einzigartig sein sollte. Das gilt im Besonderen natürlich für die barrierefreie Gestaltung eines Bades. Grundsätzlich ist ein barrierefreies Bad ein Raum, der ohne Hindernisse komfortabel genutzt werden kann. Stichpunkte sind in diesem Zusammenhang seniorengerechtes Wohnen, Wohnen im Alter und Leben mit einem Handicap.

Die Zielgruppe macht den Unterschied
Bei der Badplanung und insbesondere auch der Planung des Waschbereiches als zentralem Mittelpunkt im Bad ist es also ganz entscheidend, für wen die Raumplanung konzipiert wird. Nutzen junge Familien, Singles oder ältere Menschen die Nasszelle? Soll das Badezimmer von vornherein aufs Älterwerden ausgerichtet sein? Wichtige Fragen, die es im Vorfeld zu klären gilt. Und auch eine Behinderung ist niemals wie die andere. Schließlich macht es einen entscheidenden Unterschied, ob jemand seh- oder gehbehindert ist oder eine ganz andere körperliche Einschränkung vorliegt. Jedes Handicap will ganz individuell berücksichtigt sein.
Darum ist auch nicht alles sinnvoll, was die Barrierefreiheit im Bad erhöht. Immer ist der Blick auf persönliche Bedürfnisse gerichtet, damit Badelemente praktische Alltagshilfen sein können. So wollen Senioren, Menschen mit eingeschränkter Beweglichkeit, Menschen im Rollstuhl oder mit Gehhilfe oder kleinwüchsige Personen ihre Bedürfnisse bedient wissen.
„Ein ergonomisches und barrierefreies Bad entsteht bereits bei der Planung des Grundrisses“, sagt Badplanerin Lüftiye Erbas. „Schräge Winkel und versteckte Ecken sind nur dann attraktiv, wenn der Bewohner sie auch erreichen kann. Für ein barrierefreies Bad empfiehlt sich ein etwas großzügiger, freiräumiger und aufgeräumter Grundriss. Barrierefreiheit beginnt schon mit der visuellen Wahrnehmung.“

Im Zentrum – der Waschtisch
Grundsätzlich muss ein Waschtisch für ein barrierefreies Bad so gestaltet sein, dass der Nutzer ihn auch im Sitzen (Stuhl/Rollstuhl) nutzen kann. Damit muss der Waschtisch unterfahrbar sein. Unterschränke haben hier in der Regel nichts verloren. Der Waschtisch sollte zudem in unterschiedlichen Höhen montierbar sein. „Das gelingt ohne Abstriche beim Design“, weiß Vigour-Geschäftsführer Alexander Gelsdorf. „Unser Ziel ist es, barrierefreie Produkte zu entwickeln, die gleichzeitig alle Ansprüche an Wohnlichkeit erfüllen und einen Mehrwert schaffen“, sagt er. Der Mineralguss-Waschtisch aus der Designlinie „derby plus“ ist seine Antwort. Dieser ermögliche eine bequeme Bedienung der Armatur.
Auch Villeroy & Boch ist der Meinung, dass „stilvolles Design nicht fehlen darf“. Die Waschtische der Kollektion „O.novo Vita“ seien problemlos zu unterfahren und böten zudem integrierte Haltegriffe und geräumige Ablageflächen. „Die Serie wurde für ihre herausragende Assistenzfunkton bereits mehrfach mit dem iF Universal Design Award ausgezeichnet“, sagt Unternehmenssprecherin Madeleine Schön.
Die barrierefreien Waschtische der Badkollektion „Conforma“ von VitrA Bad sind in vier Varianten erhältlich. Laut Anbieter verleihen sie Bädern im privaten Bereich wie in Pflegeeinrichtungen und Hotels „ein klares, minimalistisches Design und einen modernen Touch“. „Ästhetisches Design, Langlebigkeit, Pflegeleichtigkeit und hohe Funktionalität sind hier gefragt“, meint Claudio Conigliello, Marketingmanager bei VitrA Bad.

Sicherer Halt bei hohen Belastungen
Die barrierefreien Waschtische von HEWI haben integrierte Haltegriffe links und rechts und unterstützen so den Nutzer bei seiner Körperpflege. Zusätzlich Stützklappgriffe zu installieren, ist somit überflüssig. Die Waschmulde ist bei den neuen Modellen des Herstellers aus Bad Arolsen extra tief ausgebildet, sodass sich viel Wasser stauen lässt. Der Werkstoff Mineralguss habe eine porenfreie Oberfläche und sei daher leicht zu reinigen, unterstreicht HEWI. Sie haben keinen Überlauf und entsprechen somit der Richtlinie für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention des Robert-Koch-Instituts.
Für einen barrierefreien Waschplatz hat Duravit Lösungen in Form von Konsolen mit Einbau- oder Aufsatzbecken entwickelt. Aufsatzbecken ermöglichen dabei zum Beispiel eine erhöhte Waschposition. Ein individueller Look lässt sich hier einfach realisieren: von Holzdekoren über Hochglanzlacke bis hin zu Echtholzfurnieren sind die Konsolen zu haben.

Spiegel und Stauraum für alle
Besonderes Augenmerk legt W. Schneider mit seiner „C-line“ auf das Spiegelprogramm, bei dem der Nutzer nicht nur wählen kann, ob mit oder ohne Leuchte, sondern auch, woher das Licht kommen soll: von der Seite, von oben oder von unten. Denn je nachdem, wie und auf welcher Höhe und Entfernung man vor dem Spiegel sitzt oder steht, spielt die Position der Lichtquelle eine wesentliche Rolle. Entsprechend stehen LED-Leuchten in 60 oder 90 cm Länge zur Verfügung, die als Einzelelemente planbar sind. So lässt sich alles ins richtige Licht rücken.
Kippspiegel erleichtern auch Menschen mit sehr großer oder sehr kleiner Körpergröße die Nutzung des Waschplatzes. Da mit dem Alter auch das Sehvermögen für Rotlichtanteile stetig abnimmt, macht es gerade für ältere Menschen einen Unterschied, welche Farbtemperatur das Licht hat. Hochwertige LEDs haben daher eine Farbtemperatur mit mehr Blauanteilen.
Viele Möbelprogramme wie „Renova“ von Geberit zeichnen sich durch eine gute Erreichbarkeit und bequeme Handhabung aus. Denn gerade bei der Körperpflege im Sitzen ist es wichtig, dass alle Pflegeutensilien und Kosmetikartikel in Reichweite sind. Bei der „Renova“-Linie ist sogar ein Unterschrank möglich, dessen Boden und Regale vorne eine Ausbuchtung haben, sodass bei geöffnetem Schrank genügend Raum unter dem Waschtisch für die Beine bleibt. Darüber hinaus bieten sich auch Rollcontainer mit Schubladen an. Generell gilt: Die Böden der Auszüge dürfen nicht zu tief liegen, damit der Inhalt aus dem Rollstuhl heraus greifbar ist.
Stauraum bieten aber auch Regale, Seiten- und Hochschränke für die hindernisfreien Komfort- und Generationsbäder. Es bieten sich hier stufenlos einstellbare Tablare an, die viel Platz für alle möglichen Utensilien im Bad liefern. So ist es stets aufgeräumt und dennoch frei zugänglich.

Barrierefreiheit immer im Blick
Barrierefreiheit verdient bei jeder Renovierung oder Neugestaltung eines Badezimmers auf jeden Fall Beachtung. Neben der Erleichterung des Alltags für Menschen mit Behinderungen kann aber auch der frühzeitige Umbau des Bades zu barrierefrei bewirken, dass Menschen möglichst lange in ihrer Wohnung leben können. Dass dies nicht nach Krankenhaus und Seniorenheim aussehen muss, sondern modern und stilvoll gestaltetet werden kann, zeigt sich hier. Außerdem kann der barrierefreie Umbau unter Umständen auch dann vom Staat gefördert werde, wenn noch keine akute Notwendigkeit vorliegt. 

Autorin: Angela Kanders, freie Journalistin

 

Gestaltungsmerkmale – Barrierefreier Waschtisch nach DIN 18040 Teil 2

  • Nutzung muss im Sitzen mögliche sein.
  • Unterfahrbarkeit für Rollstühle muss gegeben sein.
  • Spiegelbeginn direkt über dem Waschtisch.
  • Von Vorteil außerdem: Ablagefläche direkt am Waschtisch sowie Stützgriffe.
  • Wichtige Maße:

– Vorderkantenhöhe des Waschtisches max. 80 cm über Oberkante Fußboden,
– Unterfahrbarkeit mindestens 55 cm Tiefe (Handwaschbecken 45 cm),
– Abstand der Armatur zum vorderen Rand des Waschtisches höchsten 40 cm,
– Beinfreiraum unter dem Waschtisch mindestens 90 cm breit (axial gemessen),
– Spiegelhöhe mindestens 100 cm.

  • Hinweis: In einem Mehrgenerationenbad sind höhenverstellbare Waschtische sowie Kippspiegel, möglichst stufenlos, von Vorteil.

 

 


Checkliste für das Kundengespräch
Für die barrierefreie Waschplatzplanung sind folgende Punkte wichtig.

  • Zielgruppe definieren: Welche Personengruppen nutzen das Bad? Senioren, Menschen mit Behinderung? Welchen Einschränkungen unterliegen sie?
  • Welcher zusätzliche Platzbedarf wird für die gewählte Ausbaustufe notwendig?
  • Welche Fördermöglichkeiten können in Anspruch genommen werden?
  • Wie soll der Raum aufgeteilt werden?
  • Welche  Baumaßnahmen sind notwendig?
  • Welche Badelemente und Einrichtungsgegenstände sind gewünscht?
  • Welcher Stil wird präferiert? Wie soll die Farbauswahl sein?
  • Welche zusätzlichen Features soll es geben (Musik, Lichtgestaltung, berührungslose Bedienungen etc.)?

 

 

 

Förderungen der Bundesländer
Neben der gesamtstaatlichen Förderung über die KfW (Förderbank des Bundes) haben einzelne Bundesländer zusätzliche Förderprogramme aufgelegt, die jeweils auf Landesebene und unter länderspezifischen Bedingungen verfügbar sind:

Baden-Württemberg
L-Bank: bit.ly/2E41q9p

Bayern
Staatsministerium des Inneren:
bit.ly/2E26hb6

Berlin
IBB: bit.ly/2SbLO6o

Brandenburg
ILB: bit.ly/2E26Pha

Hamburg
Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz: bit.ly/2E15EhS

Hessen
WI-Bank: bit.ly/2DYr8Mc

Niedersachsen
Nbank: bit.ly/2E5QQhN

Nordrhein-Westfalen
NRW.BANK: bit.ly/2E4WaC7

Rheinland-Pfalz
ISB: bit.ly/2E5qfSa

Saarland
SIKB: bit.ly/2SjP0xa

Sachsen
SAB: bit.ly/2SmJ1az

Sachsen-Anhalt
IB: bit.ly/2E1sMNk

Schleswig-Holstein
IB.SH: bit.ly/2SiM43x

Thüringen
Thüringer Aufbaubank: bit.ly/2E1sQN4

 

 

 

 

 

 

 


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