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Zentraler Stabilitätsfaktor in Krisenzeiten

 

Es ist nun schon einige Wochen her, doch der Vorfall dürfte noch lange nachhallen: Gemeint ist der Stromausfall Anfang des Jahres in Berlin, der schonungslos offenbart hat, wie verwundbar unsere technische Infrastruktur doch ist. Glücklicherweise verlief die Wiederinbetriebnahme insgesamt geordnet und weitgehend schadensarm. Das ist die gute Nachricht.
Vor allem Fernwärme-, Öl- und Gasheizungen sind nach einer ersten Schadensbilanz der Innung SHK Berlin überwiegend ohne Schäden durch den Stromausfall gekommen. Wo Probleme auftraten, betrafen sie vor allem ältere, schlecht gewartete Anlagen, heißt es. Der Zusammenhang zwischen Instandhaltung, Wartungszustand und Störanfälligkeit habe sich bestätigt. Bei Wärmepumpen hingegen wurden vereinzelt auch gravierende Schäden gemeldet – insbesondere dort, wo Heizungswasser während des Stromausfalls nicht abgelassen oder Frostschutzmaßnahmen nicht umgesetzt wurden.
Bemerkenswert war die Rolle des Fachhandwerks in dieser Ausnahmesituation. Die Innung SHK Berlin beschreibt das so: „Viele Betriebe verzeichneten ein extrem hohes Anrufaufkommen, reagierten jedoch strukturiert, priorisierten betroffene Haushalte und verschoben geplante Bau- oder Reparaturarbeiten. Kunden folgten häufig dem Rat ihrer Innungsbetriebe und meldeten sich frühzeitig – so konnten präventive Maßnahmen ergriffen und Schäden verhindert werden.“
Unterm Strich erwies sich das Fachhandwerk einmal mehr als verlässlicher Helfer – und das soll an dieser Stelle deutlich hervorgehoben werden.
Der Stromausfall hat zugleich aber auch eine Schwachstelle deutlich gemacht, die künftig mehr Aufmerksamkeit verdient: den Frostschutz – insbesondere bei außen aufgestellten Luft-Wasser-Wärmepumpen. Die erforderlichen Maßnahmen sind technisch bekannt und mit überschaubarem Aufwand umzusetzen. Über die Möglichkeiten hatten wir bereits Ende 2024 in der IKZ berichtet – und wir tun es nun auch in dieser Ausgabe. Ein funktionierender Frostschutz entscheidet im Ernstfall über Funktion oder Schaden. Hier besteht Handlungsbedarf bei Planung, Installation und Betreiberinformation.
Was bleibt, ist ein nüchterner, aber wichtiger Befund: Die Infrastruktur ist verletzlich, die Schäden waren jedoch geringer als befürchtet. Wie stark das Ausmaß letztlich war, das wird die von der Berliner Innung angekündigte Umfrage zur finalen Schadensbilanz zeigen, deren Ergebnisse im März erwartet werden. Sie wird das Bild weiter schärfen und belastbare Daten liefern. Ganz sicher aber wird sie einen wesentlichen Punkt bestätigen, der sich schon während der Corona-Pandemie gezeigt hat: Das Fachhandwerk ist ein zentraler Stabilitätsfaktor in Krisenzeiten.

Markus Sironi
Chefredakteur und Handwerksmeister
m.sironi@strobelmediagroup.de

 


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