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Jubiläum einer Branche im Wandel

 

 

Markus Sironi, Chefredakteur und Handwerksmeister

 

Wenn sich vom 14. bis 17. April die SHK-Branche in Nürnberg trifft, gibt es ein Jubiläum zu feiern: Die IFH/Intherm begeht ihren 50. Geburtstag. Was Mitte der 1970er‑Jahre als praxisnahe Fachmesse des SHK‑Handwerks begann, hat sich zu einem zentralen Branchenevent entwickelt. Die Messe versteht sich dabei traditionell als Hersteller‑ und produktneutrale Informationsplattform für das SHK‑Handwerk. Genau diese Mischung aus Marktplatz, Wissensforum und persönlichem Treffpunkt macht den besonderen Charakter der Veranstaltung aus – und erklärt, warum sie seit fünf Jahrzehnten eine feste Größe im Branchenkalender ist.
Aktuell befindet sich das politische und regulatorische Umfeld im Umbruch. Die kürzlich vorgestellten Eckpunkte für das geplante Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG), welches das bisherige Gebäudeenergiegesetz (GEG) ablösen soll, stoßen nicht überall auf Zustimmung. Zwar soll die 65‑%‑Regel für erneuerbare Energien beim Heizungstausch entfallen. Die Regierung spricht sich also für eine „Technologieoffenheit“ beim Heizen aus. Dafür drohen steigende CO₂‑Preise und neue Quoten für sogenannte „grüne“ Brennstoffe. Öl und Gas dürften in diesem Zuge deutlich teurer werden. Es ist völlig unklar, wie sich diese Konstellation konkret auf Investitionsentscheidungen und Betriebskosten auswirken wird. Immerhin: Die Förderlandschaft – das BEG – soll bis 2029 fortgeführt werden. 
Kritisch beäugt vom Markt wird derzeit auch die geplante Reform des EEG. Ein wesentlicher Punkt: Für Dach‑Photovoltaikanlagen bis 25 kW könnte die klassische Einspeisevergütung entfallen. Damit würden sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen deutlich ändern – die Anforderungen an Planung, Beratung und System-integration weiter steigen (Stichwort Eigenverbrauchserhöhung). Da Photovoltaik zunehmend zum Geschäftsfeld für SHK-Betriebe wird, dürfte die Reform, kommt sie denn wie angekündigt, spürbare Auswirkungen auf das Tagesgeschäft haben.
Was bleibt als Fazit dieses Vorworts? Gerade in einer Phase, in der politische Leitplanken und Marktmechanismen gleichzeitig in Bewegung geraten, gewinnen Orte des persönlichen Austauschs an Bedeutung. Die IFH/Intherm bietet dafür ideale Voraussetzungen: mit neuen Produkten, Fachforen, Diskussionsformaten und geführten Rundgängen. Wer Orientierung sucht, neue technische Lösungen und Entwicklungen kennenlernen oder den direkten Dialog mit Marktpartnern führen möchte, dürfte in Nürnberg reichlich Gelegenheit dazu finden.


Markus Sironi Chefredakteur und Handwerksmeister m.sironi@strobelmediagroup.de

 


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