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Bedarf, Ansatzpunkte und Lösungen

Die digitale Zukunft im Handwerk gestalten: 8-teilige Serie beleuchtet Chancen und Herausforderungen für Handwerksbetriebe

Softwarebasierte Planung einer RLT-Zentrale – die Digitalisierung im Handwerk hat viele Facetten. (IKZ)

 

Welche konkreten Wettbewerbsvorteile lassen sich durch digitale Lösungen erzielen? Wie unterstützt Digitalisierung die zeitgemäße und effiziente Kundenkommunikation? Welche unerwünschten Nebenwirkungen hat die digitale Transformation auf jeden Einzelnen? Diese und viele andere Fragen beantworten Autoren aus dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Verbundprojekt, DigiWerk, in unserer 8-teiligen Reihe zur digitalen Zukunft im Handwerk. Grundlage bilden die (ersten) Ergebnisse aus diesem Projekt, welches sich im ersten Schritt speziell auf das Sanitär-Heizung-Klima-Gewerk fokussiert.

Digitalisierung ist ein gesellschaftlicher, politischer und ökonomischer Trend. Die Corona-Pandemie hat gezeigt, wo Bedarf besteht: zum Beispiel an Schulen und im Gesundheitswesen. Digitalisierung verändert aber auch die Arbeit in Betrieben, beispielsweise die interne und externe Kommunikation und die Arbeitsorganisation. Damit eröffnet sie einerseits Chancen auf Wettbewerbsvorteile durch erweiterte Produkt- und Dienstleis tungsportfolios, eine effizientere Kommunikation sowie eine veränderte Gestaltung von Arbeitsabläufen. Andererseits birgt die Digitalisierung Risiken wie eine zunehmende Arbeitsbelastung und Überforderung der Beschäftigten. Hieraus können wiederum Ängste, Stress und Widerstände entstehen, die die Umsetzung digitaler Lösungen erschweren.

Digitalisierung: Nachholbedarf im Handwerk

Das Handwerk, das im Jahr 2018 ca. 607 Mrd. Euro Umsatz erwirtschaftet und rund 5,3 Mio. Personen beschäftigt hat, spielt in den Digitalisierungsdiskussionen bislang eine eher untergeordnete Rolle. Obwohl der Einsatz digitaler Technologien auch hier die Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig fördert, setzen Handwerksbetriebe Software-Lösungen für die Steuerung ihrer Arbeitsabläufe und für die Kommunikation bisher nur zögerlich ein. Woran liegt das? Ist es eine Frage der (fehlenden) Digitalisierungskompetenz der Beschäftigten? Oder haben Handwerksbetriebe nicht ausreichend Zeit und Personal, um sich mit der Digitalisierung auseinanderzusetzen?

DigiWerk unterstützt Betriebe – natürlich online

Es ist unstrittig, dass auch das Handwerk künftig digitaler werden muss. Dabei finden die Betriebe Unterstützung bei Projekten wie DigiWerk: Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Verbundprojekt setzt sich seit Mitte 2019 mit der Digitalisierung des Handwerks auseinander. Es verfolgt das Ziel, Handwerksbetriebe bei der Gestaltung ihrer digitalen Zukunft zu begleiten. Das interdisziplinäre Projektteam entwickelt ein betriebliches Handlungskonzept: Dieses soll es möglichst einfach machen, Digitalisierungsmaßnahmen im Betrieb effektiv umzusetzen. Die Inhalte können Handwerksbetriebe künftig zielgruppengerecht auf der Webseite www.Handwerk-WirdDigital.de abrufen.

Das Projekt konzentriert sich zunächst auf das größte Baunebengewerbe Sanitär-Heizung-Klima (SHK). Dabei berücksichtigt es, wie sich die Ergebnisse auf Handwerksbetriebe anderer Gewerke übertragen lassen. Am Projekt beteiligt sind Wissenschaftler der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und der Universität zu Köln, der Fachverband SHK-NRW, drei SHK-Betriebe aus NRW (Beck Jacobs GmbH, Schöllgen Haustechnik GmbH und Stamos GmbH), das Softwarehaus Label Software Gerald Bax GmbH und die K12 Agentur für Kommunikation und Innovation GmbH.

Aus Wissenschaft und Praxis für die Praxis

Die Projektpartner stehen seit über zwei Jahren in einem intensiven Austausch, haben zahlreiche Handwerksbetriebe befragt und die Antworten ausgewertet. Dabei ging und geht es um Fragen von praktischer Relevanz: Wo gibt es Digitalisierungspotenzial? Von welchen Best Practices können andere dazulernen? Welche Schwierigkeiten sind in Zusammenhang mit Digitalisierung aufgetaucht? Wie lässt sich am besten mit Digitalisierungsstress umgehen? Zusätzlich sichten die Wissenschaft lerinnen und Wissenschaft ler internationale Studien. Mehr Informationen zum Projekt und erste Zwischenergebnisse finden sich auf der Projektseite.

www.digiwerk-projekt.de

Autoren: Prof. Dr. Stefan Süß, Danina Mainka, Annika Pestotnik, alle Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

 

Artikelserie zum DigiWerk-Projekt - so geht’s weiter

In den folgenden Ausgaben werden die bisherigen Ergebnisse des DigiWerk-Projekts beschrieben und dabei u. a. folgende Fragen beantwortet:

14/21 Wie lassen sich Wettbewerbsvorteile durch digitale Lösungen erzielen?

15/21 Wie unterstützt Digitalisierung die zeitgemäße und effiziente Kundenkommunikation?

16/21 Wie kann Branchensoftware eingesetzt und optimiert werden, um die Arbeit zu erleichtern?

Wie ist die Nutzerfreundlichkeit der Software gewährleistet?

17/21 Wie unterstützen digitale Lösungen Betriebe, z. B. bei Beschaffung, Entnahme und Kostenbelastung der Baustellen?

18/21 Wie kann Software die betriebsinterne Kommunikation im Handwerk erleichtern?

01/22 Die Einführung digitaler Lösungen ist ein Change-Prozess. Wie lässt sich die Akzeptanz der Beschäftigten erreichen und der Change-Prozess möglichst effektiv gestalten?

02/22 Digitalisierung hat auch unerwünschte Nebenwirkungen wie Stress aufgrund von Zusatzbelastungen. Was können Handwerksbetriebe tun, um Stress zu reduzieren und seinen gesundheitlichen Konsequenzen vorzubeugen?

 


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