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Perspektiven für die Wärmepumpentechnologie in Deutschland

Im Schatten der GEG-Reform und Chinas Wärmepumpenoffensive informiert der BWP über die Marktchancen für diese Schlüsseltechnologie in Deutschland

Im Schatten der GEG-Reform und Chinas Wärmepumpenoffensive informiert der BWP im Rahmen einer Pressekonferenz über den Wärmepumpen-Markt in Deutschland. Bild: BWP / STIEBEL_ELTRON

 

Berlin. Nur zwei Tage, nachdem die Regierungsfraktionen ihr Eckpunkte-Papier zur GEG-Reform (interner LINK) vorgelegt hatten, hatte der Bundesverband Wärmepumpe e.V. (BWP) zu einer Pressekonferenz eingeladen, um mit Vertretern der Industrie über Chancen und Herausforderungen für den Wärmepumpen-Markt in Deutschland zu sprechen. Die IKZ war online dabei und betrachtet auch die Perspektiven für das SHK-Fachhandwerk.

„Die Koalition setzt ein wichtiges Zeichen, indem sie die Fortsetzung der bestehenden Heizungsförderung bis mindestens 2029 bekräftigt. Die tiefgreifenden Veränderungen im Gebäudeenergiegesetz gehen leider zu Lasten einer klaren Orientierung. Deshalb ist es umso wichtiger, dass die bewährte Förderung von Wärmepumpen weitergeht“, erklärt Dr. Martin Sabel zu Beginn der Pressekonferenz. Er ist Geschäftsführer des BWP, der mit seinen über 1 300 Mitgliedern als Branchenverband die gesamte Wertschöpfungskette rund um Wärmepumpen umfasst, wie er selbst schreibt.

Hohe Zustimmung bei Wärmepumpenausbau innerhalb der Bevölkerung

Dabei könne die Koalition auf eine hohe Zustimmung zum Wärmepumpenausbau setzen. Mit fast 24 000 verkauften Wärmepumpen im Januar 2026 setze sich der Trend zum erneuerbaren Heizen auch im neuen Jahr fort, erklärte Dr. Sabel. Dies sei ein Zuwachs von 33 % gegenüber dem Vorjahresmonat. Der BWP kritisiert auch Teile der vorgelegten Eckpunkte, da er eine „erhebliche Rechtsunsicherheit“ sieht. Dr. Sabel verwies auf ein Rechtsgutachten aus dem Sommer 2025, wonach es unzulässig sei, Rückschritte beim Klimaschutz wissentlich herbeizuführen. Zudem müsse die Bundesregierung bis zum 25. März ein Klimaschutzprogramm vorlegen, einschließlich eines belastbaren Plans, wie die Klimaziele für 2030 und erstmals auch 2040 eingehalten werden sollen.

Umkämpfter Wärmepumpenmarkt: Chinas Aktionsplan zur Wärmepumpe

Dr. Kai Schiefelbein, Geschäftsführer der Stiebel Eltron GmbH & Co KG und stellvertretender Vorstandsvorsitzender des BWP, ordnete die industriepolitische Bedeutung der Entscheidungen ein. Dies tat er auch vor dem Hintergrund von Chinas „Aktionsplan zur Förderung einer hochwertigen Entwicklung in der Wärmepumpenindustrie“. Dabei handelt es sich um ein breit angelegtes „Top-down“-Programm, das die kommunistische Partei Chinas beschlossen hat. Es basiert auf Marktausweitung, Technologieentwicklung, Fertigungsmodernisierung, Standards, Finanzierung, Netzintegration und Internationalisierung. Der BWP hat es in seinem Blog veröffentlicht und verlinkt darin auch auf das Original (in chinesischer Sprache).

„Europas Wärmepumpenindustrie steht in einem sich verschärfenden Wettbewerb“, so Dr. Kai Schiefelbein. „Dabei bringen unsere Unternehmen die besten Voraussetzungen mit, um die Erfolgsgeschichte fortzuschreiben: Technologische Kompetenz, hohe Qualitätsstandards in der Installation und eine hohe Kundenzufriedenheit. Will man diese Entwicklung unterstützen, braucht es eine klare Richtungsentscheidung für Zukunftstechnologien und die gezielte Förderung europäischer Wertschöpfung.“ Daher forderte er die Koalition auf, „sowohl bei der Förderung als auch im Gebäudeenergiegesetz einen rechtssicheren und planbaren Rahmen zu schaffen und ihrer industriepolitischen Verantwortung gerecht zu werden“.

Die Perspektiven für das SHK-Fachhandwerk
Das SHK-Fachhandwerk sieht Dr. Kai Schiefelbein gut aufgestellt: „Unsere Partner aus dem Handwerk haben ähnlich viel investiert wie die Industrie, um sich für die Wärmewende fit zu machen und sie werden diesen eingeschlagenen Weg fortsetzen.“ Denn mit Wärmepumpen und Pelletkessel hätten Verbraucher eine langfristige Sicherheit in der Kostenentwicklung im Gegensatz zu den fossilen Energieträgern, mit oder ohne biogenen Anteil. „Wenn wir innovativ bleiben, die Wertschöpfungstiefe erhöhen und gemeinsam mit dem SHK-Fachhandwerk die Bedürfnisse unserer Kunden besser verstehen und bedienen können, dann haben wir eine Chance gegenüber dem Wettbewerb aus Asien.“

Dipl.-Ing. (FH) Sven Kersten, Regional Manager DACH der NIBE Climate Solutions, ergänzte: „Wir wissen, dass die Wärmepumpe funktioniert.“ Zusammen mit dem SHK-Fachhandwerk wolle man in die Breite gehen und die restlichen Zweifel innerhalb der Bevölkerung durch Aufklärung ausräumen. „Wir als Industrie wollen Wärmepumpen endlich in größeren Stückzahlen produzieren und durch das Fachhandwerk einbauen lassen.“

 


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