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Frische Luft, staubfreie Flächen

Planung und Installation von Zentralstaubsauganlagen

Zentralstaubsauganlagen fördern den Staub zusammen mit dem organisch belasteten Mikro­staub aus dem Haus. Über die Saugdüse wird der Staub aufgenommen und über die fest installierte Saugdose und das Rohrsystem zum Zentralstaubsauggerät transportiert. Dort wird der Schmutz gefiltert und die gereinigte Luft ins Freie abgeführt.

Installation des Zentralstaubsauggerätes in einem Kellerraum. In die Fortluftleitung wurde ein Fortluftschalldämpfer eingebaut, um die Geräuschemissionen im Außenbereich zu begrenzen.

Grundrisspläne sind die Ausgangsgrundlage für die Planung der Leitungsführung sowie für die Anordnung der Saugdosen. Planungstipp: Mit einer maßstabgerecht auf die Länge des Saugschlauchs zugeschnittenen Paketschnur lässt sich auf dem Grundrissplan prüfen, ob von den Saugdosen aus der Schlauch bis in die Raumecken reicht.

Für die Auslegung des Zentralstaubsauggerätes ist die maximale Saugdistanz maßgebend. Diese ergibt sich aus der Gesamtleitungslänge von der entferntesten Saugdose bis zum Fortluftauslass.

Anschluss der Steuerleitung an eine Saugdose. Über diese Schutzkleinspannungsleitung erhält das Zentralstaubsauggerät das Steuersignal zum automatischen Ein- und Ausschalten.

 

Hygiene ist im Aufgabengebiet des SHK-Fachhandwerks ein zentrales Element: Von hygienisch einwandfreiem Trinkwasser über ­pollenfreie und unbelastete Raumluft bis zur behaglichen Wärmeverteilung ohne Staubverwirbelung sorgt das SHK-Handwerk für Komfort und Sicherheit innerhalb von Gebäuden. Dazu passt auch die Ausführung von gebäudetechnischen Installationen, mit denen der Staub aus den Räumen entfernt wird. Die zugehörige Rohrinstallation ist verlegetechnisch der Abwasserinstallation sehr ähnlich und damit ein sinnvolles Zusatzangebot im Leistungsprogramm von SHK-Fachunternehmen. Der Beitrag vermittelt Tipps für die ­Planung und Ausführung von Zentralstaubsauganlagen.

Der Hygieneaspekt zählt bei zentralen Staubsauganlagen zu den wesentlichen Vorteilen: Mit dem Staub werden auch sämtliche organischen Verunreinigungen wie Pollen, Milbenkot und Bakterien mit der Fortluft aus dem Haus befördert. Der konventionelle Bodenstaubsauger bläst die eingesaugte Luft hingegen wieder im Raum aus – und verteilt meist den belas­teten Mikrostaub in den Wohnräumen. Mit dem Geruchssinn ist dieser Nachteil an der staubig-muffigen Raumluft während und nach dem Staubsaugen zu erkennen. Dass diese belastete Luft nicht harmlos ist, zeigt sich bei vielen Betroffenen an allergischen Reaktionen. Besonders zu empfehlen ist ein zentrales Staubsaugsystem deshalb für Menschen, die an Hausstauballergie leiden. Zum Staubsaugen wird anstelle eines sperrigen und kabelgebundenen Bodengerätes nur das Reinigungsset benötigt, das aus einer Bodendüse und einem Saugschlauch (z. B. 8 oder 10 m Länge) besteht. Beim Anschluss des Saugschlauchs an die Saugdose startet je nach Hersteller der z. B. im Keller installierte Zentralstaubsauger automatisch. Zu den Komfortmerkmalen zählen somit in erster Linie die leichte Handhabung und der leise Betrieb. Während Zentralstaubsauganlagen in den skandinavischen Ländern sowie in den USA längst zum Standard gehören, führt diese Technik in deutschen Häusern noch ein Nischendasein.

Zentralstaubsauganlagen bestehen aus einer überschaubaren Zahl von Komponenten:

  • Zentralstaubsauggerät: Das meist zylinderförmige Zentralgerät wird im Keller oder in einem Abstellraum an der Wand montiert. Der aus dem Raum abgesaugte Staub gelangt über die Saugleitung zum Zentralstaubsauger. Dort wird die abgesaugte Luft gefiltert und über einen Fortluftauslass ins Freie geleitet.
  • Rohrsystem: Die Saugleitungen bestehen aus Kunststoffrohren, z. B. Polypropylen (PP). Je nach Hersteller bzw. Herstellung kann ein spezielles Granulat dem Rohrwerkstoff beigemischt sein, sodass eine statische Aufladung verhindert wird.
  • Allgemein unterscheidet sich ein Rohrsystem für Staubsauganlagen gegenüber einem Rohrsystem für die Entwässerung durch spezielle Formteile. So sind z. B. Bögen und Abzweige für hohe Strömungsgeschwindigkeiten optimiert und in abriebgefährdeten Bereichen oft mit verstärkten Wanddicken versehen. Die Rohrverbindung erfolgt z. B. durch eine konische Steckmuffenverbindung mit Dichtring.
  • Saugdosen: Die Saugdose ist die Verbindungsstelle zwischen Saugschlauch und Rohrsystem. Das Design hat Ähnlichkeit mit Lichtschaltern, sodass die Saugdosen eine optische Einheit mit Steckdosen und Schaltern bilden. Von Vorteil ist, wenn die Saugdosen mit einer Fangeinrichtung ausgestattet sind, dass versehentlich mit eingesaugte Kleingegenstände nicht in das Rohrsystem gelangen können.
  • Steuerleitungen: Das Zentralstaubsauggerät schaltet meist automatisch ein, sobald der Saugschlauch an die Saugdose angeschlossen wird. Für das Steuersignal zum Ein- und Ausschalten wird dazu mitunter von jeder Saugdose entlang der Saugleitungen eine 2-adrige Schutzkleinspannungsleitung (24-V-Steuerspannung) verlegt.
  • Reinigungsset: Das Staubsaugen erfordert keine Umgewöhnung; die Ausrüs­tung für diese Hausarbeit besteht in der Regel aus einem Set mit Bodendüse, Teleskoprohr und Saugschlauch. Den Unterschied machen das entfallende Bodengerät und die Länge des Saugschlauchs.
  • Weitere Einzelkomponenten sind: Fortluftauslass (zum Einbau in die Außenwand zur Ableitung der Fortluft ins Freie), Fortluftschalldämpfer (zur Minderung des Luftschalls am Fortluftauslass), Sockeleinkehrdüse (Gehäuse für den Einbau in die Wand oder z. B. in die Sockelblende einer Einbauküche, für die Schmutzbeseitigung bei der Bodenreinigung mit einem Besen).

Planung einer Zentralstaubsauganlage
Um eine optimale Funktion und Nutzung gewährleisten zu können, sollten die allgemeinen Planungsgrundsätze sowie die Vorgaben der VDI 4709 [1] berücksichtigt werden. Als Ausgangspunkt für die Planung dienen zunächst die Geschossgrundrisse. Anhand der Grundrisse lässt sich bestimmen, wo das Zentralstaubsauggerät installiert werden kann und wo Platz für die Verlegung der Saugleitungen ist. Dabei sollte geprüft werden, ob ggf. Installationsschächte genutzt werden können. Daraus lässt sich ermitteln, ob die Saugleitungen und Saugdosen unter Putz installiert werden können oder ob Möglichkeiten für eine Aufputzinstallation geschaffen werden müssen. Grundsätzlich lassen sich Zentralstaubsauganlagen auch in bestehenden Gebäuden nachrüs­ten. Sowohl im Neubau wie auch bei Sanierungen sind dabei die Anforderungen an Schallschutz, Brandschutz und ggf. Feuchtigkeitsschutz zu berücksichtigen.
Um eine optimale Saugleistung zu erzielen, sollte das Saugleitungssystem so kurz wie möglich und die Anzahl der Umlenkungen so gering wie möglich sein. Für die Anordnung des Zentralstaubsauggerätes ist eine zentrale Stelle zu wählen, die sowohl eine kurze Anbindung an das Saugleitungssystem als auch eine kurze Fortluftleitung ermöglicht.
In Kurzform beschrieben, gliedert sich der Planungsablauf in vier Schritte:

  • Festlegung des Montageortes für das Zentralstaubsauggerät,
  • Bestimmung von Anzahl und Anordnung der Saugdosen. Planungstipp: Mit einer maßstabgerecht auf die Länge des Saugschlauchs zugeschnittenen Paketschnur lässt sich auf dem Grundrissplan prüfen, ob von den Saugdosen aus der Schlauch bis in die Raum­ecken reicht. Mit dieser simplen Methode lässt sich die Anordnung der Saugdosen optimieren.
  • Festlegung der Leitungsführung für Saugleitungen (Steigleitungen und Anschlussleitungen) sowie für die Fortluftleitung.
  • Bestimmung der benötigten Geräteleis­tung des Zentralstaubsauggerätes.

Saugleitungsnetz
Das Rohrsystem für die Unterdruck-Saugleitungen besteht meist aus einem Rohrdurchmesser zwischen 40 und 50 mm. Eine Dimensionierung von Rohrquerschnitten ist in der Regel nicht notwendig. Für die Auslegung ist die maximale Saugdistanz maßgebend. Diese ergibt sich aus der Gesamtleitungslänge von der entferntesten Saugdose bis zum Fortluftauslass. Die maximale Saugdistanz dient zur Bestimmung der Größe für das Zentral­staubsauggerät. Je kürzer die maximale Saugdistanz ist, desto weniger Saugleis­tung wird benötigt.

Schallschutz
Die vom Zentralstaubsauggerät gefilterte Fortluft wird über die Fortluftleitung und einen durch die Außenwand führenden Fortluftauslass ins Freie abgeführt. Bei der Planung ist die benachbarte Bebauung zu berücksichtigen, um Belastungen durch Emissionen zu vermeiden. Beim Einsatz von Zentralstaubsauganlagen (insbesondere in gewerblichen Objekten) sind auch die Anforderungen der TA Lärm [2] und der VDI-Richtlinie 2058 Blatt 2 und Blatt 3 zu beachten [3].
Zur Geräuschminderung ist unmittelbar vor dem Fortluftaustritt ein Fortluftschalldämpfer einzusetzen. In Wohngebieten gelten nach VDI 2058 folgende maximal zulässigen Schallpegel: Tag < 50 dB(A) außen, Nacht < 35 dB(A) außen.

Zentralstaubsauggerät
Als Montageort für Zentralstaubsauganlagen sollte ein Raum außerhalb des Wohnbereiches gewählt werden – z. B. im Keller, im Abstellraum oder in einem Technikraum. In Mehrfamilienhäusern ist ein schalltechnisch günstiger Raum zu wählen sowie die DIN 4109 [4] zu beachten. Denkbar ist auch die Installation in einer Garage, wobei hierfür die Garagenverordnung (GarVO) des jeweiligen Bundeslandes zu beachten ist [5]. Zentralstaubsauggeräte in spritzwassergeschützter Ausführung (IP X4) dürfen auch in Feuchträumen installiert werden. Darüber hinaus muss für die Wahl des Montageortes der zulässige Bereich für die Umgebungstemperaturen berücksichtigt werden – in jedem Fall muss der Aufstellraum frostfrei sein, gleichzeitig aber auch eine ausreichende Luftzirkulation ermöglichen. Grundsätzlich ist auch die Montage in einem Heizraum zulässig, sofern die Leistung der Feuerstätten bei gasförmigen und flüssigen Brennstoffen nicht mehr als 100 kW und bei festen Brennstoffen nicht mehr als 50 kW beträgt.

Fazit
Reine und gesunde Luft in Wohnräumen ist ein zunehmend bedeutender Maßstab für die Lebensqualität, denn der Mensch verbringt rund 90 % seiner Zeit in geschlossenen Räumen. Mangelnde Raumluftqualität ist eine der Hauptursachen für Allergien. Um kontinuierlich eine gesunde Raumluftqualität bereitstellen zu können, spielt neben einer ausreichenden Frischluftzufuhr auch die Vermeidung von Staubbelastung eine entscheidende Rolle. Zentrale Staubsaugsysteme bieten im Vergleich zur konventionellen Staubbeseitigung den Vorteil, dass auch der mit Pollen und Bakterien verunreinigte Mikrostaub zuverlässig entfernt und beim Saugvorgang die eingesaugte Luft komplett abgeführt und gefiltert ins Freie geleitet wird. Zentralstaubsauganlagen stellen für die Nutzer von Gebäuden eine ideale Ergänzung zu Wohnungslüftungssys­temen und für das SHK-Fachhandwerk zusätzliches Umsatzpotenzial dar.

Literatur:
[1]    VDI-Richtlinie 4709 – Zentralstaubsauganlagen – Planung, Prüfung und Einsatz im Gebäudemanagement
[2]    TA Lärm – Technische Anleitung zum Schutz gegen Lärm (die TA Lärm findet immer dann Anwendung, wenn Lärm von einem Gewerbe ausgeht oder es sich um Industrielärm handelt)
[3]    VDI-Richtlinie 2058 Blatt 2 und Blatt 3 –
Beurteilung von Lärm
[4]    DIN 4109 – Schallschutz im Hochbau; Anforderungen und Nachweise
[5]    In Nordrhein-Westfalen ist die Garagenverordnung (GarVO) seit November 2009 in die Verordnung über Bau und Betrieb von Sonderbauten (Sonderbauverordnung – SBauVO) integriert.

Bilder: Vallox GmbH

www.heinemann-gmbh.de

 


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