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Frachtraum im Plus

Ein halbes Dutzend Einrichter zeigen Ausbauideen auf der ISH

Individueller Ausbau von Sortimo im kompakten Transporter: Ob möglichst viele Sortimentskästen oder eine ganze Reihe griffbereiter ­Servicekoffer – je nach Alltag von Wartungstechniker oder Kundendienstmonteur lassen sich unterschiedliche Werkstattmodule einbauen. Bild: Opel

Im Hochdach-Transporter staffeln sich die „Orsymobil“-Module in drei Tiefen und nutzen so den zur Verfügung stehenden Platz bestmöglich aus. Bild: Würth

Aufgrund unterschiedlicher Bautiefen lassen sich Werkstattmodule bestmöglich staffeln und an die Kontur der Karosserie anpassen.

Die Unterflurlösung bietet eine Plattform für verzurrte Ladung. Dabei bleiben Schubladen unterschiedlicher Größe erreichbar.

Unter dem Begriff „Service Edition“ macht Bott derzeit Ausbauvorschläge im Paket für die Peugeot-Nutzfahrzeugreihe im Modelljahr 2017.

Parallel zur Airline-Verzurrschiene an der Dachverstrebung bietet Bott auf Wunsch eine Lichtleiste, die den Frachtraum mit LED-Technik beleuchten kann. Bild: Bott

Im Transporter lässt sich eine mobile Servicestation mit Werkbank integrieren. Dafür wird der ­­verfügbare Raum konsequent genutzt. Bild: Plastipol-Scheu

Top-Ladungssicherung: Ein Komplettausbau im kompakten Transporter mit vielen durchdachten Details nutzt flexibel einsetzbare Spannstangen. Bild: Wenzel

Raumgewinn: Mit der klappbaren Werkbank sowie dem Ablagefach knapp unter dem Dach wird die rechte Seite im Laderaum konsequent genutzt. Bild: Wenzel

Pilotprojekt: Das Kleinteilesortiment in der Globelyst-Einrichtung lässt sich per Scanner erfassen, nachbestellen und über Nacht per Kurier bis in den Frachtraum ausliefern. Bild: Sortimo

Für die noch unbefestigte Baustelle erweist sich der VW-Transporter „T6“ in der Version „Rockton“ als geeignetes Vehikel.

Teleskopstangen und angeflanschte Regalfächer: Diese Einheit lässt sich ohne große Mühe ins Auto setzen und an vorbereiteten Ankerpunkten fixieren. Bild: Tanos

Fahrzeugausrüster und Fahrzeughersteller auf der ISH.

 

Beim kleinen Servicefahrzeug oder beim großen Transporter bringt der leere Frachtraum kaum Nutzen. Erst die Werkstatteinrichtung sowie die gut durchdachte Ladungssicherung machen das Fahrzeug zu einem tauglichen Gefährt für den Alltag. Der Entscheider im Handwerksbetrieb kann auf der ISH in Halle 6.2 etliche Ausbauideen unter die Lupe nehmen, denn dort zeigen einige Nutzfahrzeugeinrichter, was für die SHK-Branche möglich ist.

Als einzige Fahrzeugmarke ist Volkswagen Nutzfahrzeuge auf der Messe präsent. In Halle 10.2, Stand C 95, wird sicher der neuentwickelte „Crafter“ im Mittelpunkt stehen. Interessant ist auch dort das neue Laderaumkonzept des Transporters, das viele definierte Fixpunkte aufweist und dadurch den Rückbau von Einrichtungen im Frachtraum rückstandsfrei möglich macht.
Wer im SHK-Betrieb für den Kauf eines neuen Nutzfahrzeuges verantwortlich ist, kann es sich leicht machen. Meist ist man ohnehin bereits auf eine Marke und die Größe des Fahrzeugs festgelegt und traditionell fällt die Wahl auf eine mittelprächtige Motorisierung. Wenn’s denn sein muss, lässt sich beim Autohändler auch noch eine Standardlösung an Werkstatteinrichtung für den Laderaum hinzunehmen – und fertig ist ein Kompromiss, der sich danach über Jahre im mobilen Alltag bewähren soll. Mehr als fraglich, ob dies zielführend ist.
Der Einrichtungsprofi geht völlig anders vor. Statt sich lediglich für einen strapazierfähigen Boden sowie ein linkes und rechtes Werkstattmodul für den Laderaum zu entscheiden, um das eine oder andere unterbringen zu können, leisten Brancheneinrichtungen weit mehr. CAD-gestützt lässt sich die individuelle Einrichtung der Kontur der Karosserie bestmöglich anpassen. Auch lässt sich der Aufbau der einzelnen Module so gestalten, dass die Laderaumhöhe – wenn es sein muss – bis unters Hochdach genutzt wird.

Erleichterung im Berufsalltag
Deshalb sollte das verlockende Transporter-Schnäppchen im Nutzfahrzeugzentrum nicht im Vordergrund stehen. Denn entscheidend ist vielmehr die Frage: Ist das ins Auge gefasste Modell überhaupt groß genug? Oder: Passen die Utensilien, die täglich mit auf Tour gehen müssen, in das favorisierte Auto nur mit Mühe hinein?
Der vielleicht mögliche längere Radstand oder die nächst voluminösere Karosserie könnte da eine erhebliche Erleichterung im Berufsalltag bringen. Der Einrichtungsprofi im Stützpunkt eines Fahrzeugeinrichters kann da sicher passable Lösungen vorschlagen. Erste Infos und Ausbaubeispiele bietet die ISH, denn die nachfolgend näher erwähnten Ausrüster sind in Messehalle 6.2 auf kurzem Wege zu erreichen.

Autor: Thomas Dietrich, freier Journalist

Bilder, sofern nicht anders angegeben: Thomas Dietrich

 

Adolf Würth GmbH & Co. KG

Orsymobil fürs Handwerkerauto

Für Handwerksbetriebe agiert das Unternehmen Adolf Würth aus Künzelsau vor allem als Sortimentsspezialist und Logistiker. Doch das ist nicht alles: Die Dienstleistungen reichen bis zur kompletten Brancheneinrichtung im Nutzfahrzeug, die nach individuellem Zuschnitt im Würth-Stützpunkt realisiert werden können. Einfache Basismodule plus Flächenschutz zum Einstiegspreis sind allerdings auch verfügbar. Denn manche Fahrzeugmarke bietet für die Nutzfahrzeugreihe gleich ab Autohaus eine von Würth vorkonfigurierte Zusammenstellung von Wand- und Bodenverkleidungen nebst Werkstattmodulen.
Die vorwiegend aus Stahl gefertigten Komponenten heißen „Orsymobil“. Insgesamt umfasst das System Modulblöcke, Unterbauten, Schubladen- und Koffermodule, Schränke, Regale oder Langgutwannen. Hinzu kommen Bauteile für spezielle Einsatzzwecke wie die Be- und Entlüftung.

Aluca GmbH

Aluminium ist Programm

Der Schwäbisch Haller Einrichtungsspezialist verwendet weitestgehend Aluminium für seine leichtgewichtigen Ausbaulösungen. Es ist möglich, bis zu 50 % leichtere Produkte als vergleichbare Elemente aus Stahl anzubieten. Durch die Kombination von modularen Elementen in etwa einem Dutzend Höhen und Breiten sowie drei Tiefen ist der zentimetergenaue Einbau in jeden Lieferwagen oder großen Transporter realisierbar. Per Auto-CAD lässt sich ein individuelles Angebot erstellen.
Nur eine von vielen Ausbauvarianten ist die Unterflurlösung „Dimension 2“. Sie bietet oberhalb der Ladeebene Platz für verzurrte Fracht. Darunter sind vom Heck aus oder auch seitlich herausziehbare, hoch belastbare und aufwendig verarbeitete Schubladen angeordnet. Der Vorteil: Viele Utensilien bleiben erreichbar, auch wenn der Laderaum voll ausgenutzt wird. Im Sortiment gibt es auch einen seitlich herausziehbaren Schwerlastauszug, um beispielsweise einen Kompressor komfortabel erreichen zu können.
Was derzeit als Alleinstellung in der Branche der Nfz-Ausbauer gelten kann: Aluca hat seine Werksgarantie von vier auf acht Jahre verlängert. Und dieses Leis­tungsplus ist sogar auf einen anderen Nutzer übertragbar, falls das Fahrzeug in dieser Zeit den Besitzer wechseln sollte.

 

Bott GmbH & Co. KG

Material-Mix mit System

Nutzfahrzeug-Einrichter Bott aus Gaildorf hat das modulare System „bott vario“ durch möglichst viel Aluminium nochmals ein Stück leichter machen können. Letztlich haben sich die Entwickler aber bei der Auswahl von pulverbeschichtetem Stahl, eloxiertem Aluminium sowie Kunststoff davon leiten lassen, welche Belastung auf das jeweilige Bauteil zukommt.
Stets wird bei der Fertigung darauf geachtet, dass Oberflächen hochwertig wirken sowie Kanten, Ecken und Griffe sorgfältig gerundet oder entgratet sind. Nicht nur Wand- und Bodenverkleidungen machen das System komplett: Auch lassen sich Servicekoffer und Trageboxen unterschiedlicher Größe und Bauart integrieren. Interessant ist die Lösung für den Stauraum vor dem Radkasten: Dort kann man das Fach wie bei einem Schuhschrank aufklappen und die deponierten Utensilien bequem erreichen. Wetterfeste Kästen in verschiedenen Größen und Aufteilungen sind ebenfalls im Sortiment, um auch auf der Pritsche sichere Lagerplätze bieten zu können.

 

Plastipol-Scheu GmbH&Co.KG

Stahl-Konstruktionen in drei Linien

Mehrere Breiten, Höhen und Tiefen sind bei den drei Ausstattungslinien aus Stahl verfügbar. Sie heißen „Basic-Line“, „Expert-Line“ und „Profi-Line“. Plastipol-Scheu aus Merenberg hat die letztgenannte Ausstattung so solide konstruiert, dass Schubkästen mit Teleskop-Vollauszug bis zu 80 kg belastbar sind. In den langlebigen Einrichtungsmodulen lassen sich selbst empfindliche Messgeräte sicher deponieren. Auf Wunsch sind Stauräume auch abschließbar.
Alle gängigen Lieferwagen und Transporter können eine branchengerechte Ausstattung per CAD-Programm bekommen. Bereits über die Webseite kann man je nach Fahrzeugtyp Ausbauvorschläge herunterladen. Den Einbau realisieren über 35 regionale Partnerstationen in Deutschland und etwa 10 weitere in Europa, oder man nutzt den mobilen Einbauservice des Herstellers.

 

Service-System Fahrzeugeinrichtungen Wenzel GmbH

Aluminium und/oder Stahl

Unter der Marke Service-System präsentiert Ausrüster Wenzel aus Einbeck seine Fahrzeugeinrichtungen. Weil das Eigengewicht der Einrichtungen für Pkw-Kombis, Lieferwagen oder Großraumtransporter entscheidend sein kann, kommen wahlweise Stahl und/oder Aluminium zur Anwendung. Dies wird möglich durch zwei optisch baugleiche Produktlinien. Robuste Bauteile aus Stahlblech können preislich günstiger angeboten werden, die halb so schweren Aluminium-Komponenten sind dagegen im Vorteil, wenn Werkzeug, Utensilien oder Material mit hohem Eigengewicht auf Achse sein müssen.

 

Sortimo International GmbH

Mehr als komplettes Sortiment

Sortimo gilt als Trendsetter in der Ausbauer-Szene und hat seit Jahren die Gewichtsreduzierung ohne Einbußen in der Festigkeit des Materials immer weiter vorangetrieben. Die Einrichtungsmodule der „Globelyst“-Reihe sind bis in den Winkel durchdacht und setzen in der Funktionalität Maßstäbe. Wer mit einer üblichen Belastung der Einrichtung nicht klar kommt, weil Bauteile zu schwer sind oder Utensilien im täglichen Umgang eine harte Beanspruchung mit sich bringen, kann mehr bekommen: Die Baureihe „HD“ ist besonders belastbar, denn Schubladen tragen bis zu 90 kg, eine Fachbodenwanne sogar 120 kg.
Doch geht es bei Sortimo in Zusmarshausen längst nicht mehr allein um die Perfektionierung der mobilen Einrichtung. Entwicklungen gehen auch in die Richtung alltagstauglicher Logistikkonzepte. So läuft beispielsweise ein Pilotprojekt, bei dem sich das Kleinteilesortiment in den Transporter-Regalen per Scanner erfassen, nachbestellen und über Nacht per Kurier bis in den Frachtraum ausliefern lässt.

 

Volkswagen Nutzfahrzeuge AG

Nähe zum Handwerk

Wer das Thema Fuhrpark in seinen Messerundgang ein-
plant und eine bestimmte Automarke sucht, findet zumindest Volkswagen Nutzfahrzeuge in Halle 10.2, Stand C95. VW ist zum wiederholten Mal auf der ISH, weil die Handwerker – im speziellen die der SHK-Branche – wichtige Abnehmer ihrer Nutzfahrzeuge sind. Pünktlich zum Marktstart des neuentwickelten „Crafter“ wird dieses Modell sicher im Mittelpunkt stehen (siehe Fahrbericht auf Seite 193 in dieser Ausgabe). In den kommenden Monaten werden ausschließlich Kastenwagen sowie Doppelkabinen mit Pritsche verfügbar sein, die über Frontantrieb und den mittleren Radstand verfügen.
Darüber hinaus gehören zur Fahrzeugriege von Volkswagen Nutzfahrzeuge der „Eload Up!“ (Elektroantrieb) sowie „Ecoload Up!“ (Erdgasmotor) und als nächst größeres Modell der „Caddy“ in zwei Radständen mit einer Vielzahl von Motorisierungen. Der Transporter „T6“ gilt als häufig genutzter Partner der Branche und ihn gibt es nicht nur mit üblichem Frontantrieb. Über die allradgetriebene Version „4Motion“ hinaus ist inzwischen auch der „Rockton“ verfügbar, ein teilverglaster Kastenwagen für den Personen- und Materialtransport in schwierigem Gelände. Prädestiniert für unbefestigte Wege ist auch der „Amarok“, der als Pick-up in diversen Ausführungen das Nutzfahrzeugangebot abrundet.

Tanos GmbH

Teleskopstangen als Anker

Auf den ersten Blick ist es nicht einleuchtend, doch es funktioniert: Es sind lediglich Teleskopstangen, die im Fahrzeug verankert werden. Laut Hersteller Tanos aus Illertissen kann das System in allen Laderäumen eingebaut werden, die mit einer serienmäßigen Trennwand ausgestattet sind. „Tanosmobil“ zeigt sich als vielseitiges und variables Baukastenprinzip, das laut Hersteller in Crashtests eine hohe Standfes­tigkeit bewiesen hat. Mit wenigen Handgriffen erfolgt die Erstmontage im Fahrzeug. Bei Bedarf lassen sich die Ordnung bringenden Regale auch wieder entnehmen – ohne dafür Werkzeug nutzen zu müssen.

 

 

 


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