Photovoltaikanlagen bis 25 kW: Ist der Fokus auf Eigenverbrauch rentabel?
Der Referentenentwurf zur geplanten EEG-Reform 2027 sieht vor, die Einspeisevergütung für Dachanlagen bis 25 kW zu streichen.
Berlin. Ende Februar ist der Referentenentwurf zur angekündigten EEG-Novelle 2027 wahrscheinlich eher ungewollt in die Öffentlichkeit gelangt. Die IKZ hat recherchiert und fasst die fürs SHK-Handwerk relevanten geplanten Änderungen für Dachphotovoltaik-Anlagen bis 25 kW zusammen. Der Fokus soll hier künftig auf den Eigenverbrauch liegen, geht aus dem Papier hervor. Das ist bereits heute ein gewichtiger Faktor, der künftig aber noch mehr Einfluss auf die Wirtschaftlichkeit der Anlage haben wird.
Im Referentenentwurf heißt es dazu: „Die Förderung für Anlagen bis 25 kW installierter Leistung wird eingestellt. Denn diese Anlagen – insbesondere kleine Solaranlagen – sind inzwischen aufgrund gesunkener Kosten oft bereits ohne zusätzliche Förderung wirtschaftlich, sofern sie hohe Eigenverbrauchsanteile realisieren können. Dieses Segment wird zukünftig auf Anlagen mit hohen Eigenverbrauchsanteilen konzentriert. Dafür werden auch Hürden für sog. Nulleinspeiseanlagen abgebaut, die sich dazu entscheiden keinen Überschussstrom in die Netze einzuspeisen, sondern diesen zur späteren Nutzung zwischenzuspeichern oder abzuregeln.“ Eine Einspeisung der Überschüsse ins Netz solle im Zuge der Direktvermarktung allerdings möglich bleiben.
Entwurf hält an Zielen des EEG fest
Was von vielen Experten als positiv bewertet wird: „Der Arbeitsentwurf hält an den Zielen des EEG fest, insbesondere am Ziel, den Anteil des aus erneuerbaren Energien erzeugten Stroms am Bruttostromverbrauch 2030 auf 80 % zu steigern. Entsprechend werden Ausbaupfade fortgeführt und die daraus abgeleiteten Ausschreibungsmengen bis 2032 verstetigt.“ Welche Rolle dabei künftig die Dachflächenanlagen spielen sollen, macht diese Aussage deutlich: „Um die Kosteneffizienz des Ausbaus der Solarenergie zu stärken, wird dabei zukünftig ein stärkerer Fokus auf kostengünstige Freiflächenanlagen gelegt.“
Rentabilität von Dachflächenanlagen bis 25 kW
Wenn die feste Einspeisevergütung wegfällt, hängt die Rentabilität maßgeblich mit von der Planung ab und davon, wie die Anlagenleistung und der Stromspeicher auf den Eigenverbrauch ausgelegt sind. Hier sind also die Fachbetriebe stärker gefordert. Im Gegensatz zu früher können sie dann nicht mehr mit einem festen Betrag kalkulieren, sondern sollten in Szenarien rechnen. An dieser Stelle lässt sich auch ein Argument der Wirtschaftsministerin Katherina Reiche bei der Kundenberatung ins Feld führen: Kleine Anlagen seien „aufgrund gesunkener Kosten oft bereits ohne zusätzliche Förderung wirtschaftlich“ – insbesondere bei hohem Eigenverbrauch. Doch was ein ausreichend hoher Eigenverbrauch in Zahlen ist und wann sich die Investition in eine PV-Anlage tatsächlich rechnet, lässt sich auf dem „Bierdeckel“ kaum seriös voraussagen. „Die Aussage der Ministerin lässt die zu erwartende Sorgfaltspflicht für eine solche Aussage vermissen“, kommentiert IKZ-Chefredakteur Markus Sironi.
Ihre Meinung ist gefragt!
Es bleibt also beim Bürger und dem Fachhandwerk, die Wärme- und Energiewende in Deutschland weiter voranzubringen. Was denken Sie? Lohnt es sich PV-Anlagen bis 25 kW-Leistung unter den geplanten Bedingungen weiter zu installieren? Und wie wollen Sie Ihre Kunden künftig beraten? Schreiben Sie uns, wir freuen uns über Ihr Statement!
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