Kurzanalyse des BKWK: Wie KWK-Anlagen erneuerbare Energien ergänzen können
Berlin. Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen (KWK) können die volatilen Erneuerbaren Energien im Erzeugungsprofil ideal ergänzen. Zu diesem Schluss kommt eine Kurzanalyse des Bundesverbandes Kraft-Wärme-Kopplung (BKWK). Dafür hat der Verband repräsentative Messdaten des Einsatzes von KWK-Anlagen aus dem Jahr 2025 auswerten lassen. Das Ergebnis: „Die Anlagen können sich flexibel am Strommarkt orientieren und nahezu ausschließlich in den Stunden positiver Preise betrieben werden – also systemdienlich.“
Widerlegt wurde durch diese Kurzanalyse, dass KWK-Anlagen, anders als häufig angenommen, „Dauerläufer“ seien. „Allein die Auswertung realer Einspeiselastgänge von rund 0,7 GW elektrischer KWK-Leistung, schwerpunktmäßig in der kommunalen Fernwärme und in der Arealversorgung betrieben und nach einem Zufallsprinzip aus einem größeren Fundus zusammengestellt, ergibt, dass es bis auf vernachlässigbare Ausnahmen keine Dauerläufer mehr gibt“, schreibt der BKWK.
KWK-Anlagen decken Restlast auch in Gebieten ohne Fernwärme
Die Kurzanalyse liefert in diesem Zusammenhang eine weitere spannende Erkenntnis: In Gebieten ohne Fernwärme, in denen Wärmepumpen dezentral die Heizenergie liefern, sind flexible KWK-Anlagen volkswirtschaftlich sinnvoll. Sie helfen in den Herbst- und Wintermonaten dabei, in denen das Dargebot der Erneuerbaren von Natur aus gering ist, die höhere Stromlast zu decken. „Es liegt dabei auf der Hand, dass die dezentral in den Lastschwerpunkten verteilten KWK-Systeme die Resilienz und Stabilität des Gesamtsystems deutlich erhöhen und dabei evtl. Doppelinvestitionen in nicht gekoppelte Spitzenlastkraftwerke vermeiden“ schreibt der BKWK.
Fazit: KWK-Anlagen ergänzen die Erneuerbaren
Die Erzeugungsdaten der KWK-Anlagen wurden mit den Restlastdaten aus dem SMARD-System der Bundesnetzagentur abgeglichen. Damit konnte gezeigt werden, dass KWK-Anlagen überwiegend den Strom dann erzeugen, wenn im Gesamtsystem nicht erneuerbare Erzeuger zur Deckung der Restlast benötigt werden. Der Ausbau der KWK würde also nicht die Erneuerbaren verdrängen, sondern die nichtgekoppelte, herkömmliche Stromerzeugung.