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Wie ist der Stand bei der kommunalen Wärmeplanung?

Gemeinsame Studie von Fraunhofer ISE und Öko-Institut zeigt bundesweit deutliche Unterschiede

Fraunhofer ISE und Öko-Institut betrachten in einer gemeinsamen Studie den Stand der kommunalen Wärmeplanung. Sie zeigt bundesweit deutliche Unterschiede auf. Bild: IKZ

 

Freiburg. Wärmepumpen stehen im Zentrum der kommunalen Wärmewende, wobei größere Kommunen auch stark auf Wärmenetze setzen. Das sind die Ergebnisse einer Studie. Darin hat das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE und das Öko-Institut 113 kommunale Wärmepläne für 223 Kommunen aus dem ganzen Bundesgebiet ausgewertet. Dabei sei deutlich geworden, dass viele Kommunen von sinkenden Wärmebedarfen ausgehen. Worauf diese Annahmen beruhen, bleibe unklar.

Mit dem Wärmeplanungsgesetz (WPG) sind rund 11 000 Kommunen verpflichtet, bis spätestens Ende Juni 2028 eine kommunale Wärmeplanung zu erstellen, Kommunen mit mehr als 100 000 Einwohner müssen diese bis Mitte des Jahres vorlegen. Mit dem Forschungsprojekt „KOMpare“ wurde nun erstmals eine systematische Analyse kommunaler Wärmepläne initiiert. Dabei zeigt sich: Größere Städte setzen deutlich stärker auf Wärmenetze. „In Großstädten mit mehr als 100 000 Einwohnern liegen die geplanten Anteile der leitungsgebundenen Wärmeversorgung für 2045 zwischen 47 % und 82 %. Kleinere Kommunen im ländlichen Raum verfolgen hingegen häufig dezentrale Strategien.“ Insgesamt steigt der Anteil der Wärmenetze von heute 16 % auf 40 % im Jahr 2045. 

Mankos der ausgewerteten Wärmeplanung und Vorschläge zur Verbesserung

Ein zentrales Manko vieler Wärmeplanungen bestehe darin, dass sie die Nachfrage nach Raum- und Prozesswärme aus den Sektoren Gewerbe und Industrie nicht berücksichtigen. „Hier ist Abhilfe dringend erforderlich, wenn die kommunale Wärmeplanung als Grundlage der Transformation für Netzbetreiber und Energieversorger dienen soll“, sagt Projektleiterin Dr. Jessica Thomsen vom Fraunhofer ISE.

Ein weiterer Punkt: Viele Wärmepläne gehen von einer erheblichen Reduktion des Wärmebedarfs aus. Offen bleibt, wie diese Einsparungen erzielt werden sollen. Das Forschungsteam des Fraunhofer ISE und des Öko-Instituts empfiehlt daher, „die Sanierungsrate für die kommunale Wärmeplanung einheitlich zu definieren“. Ein weiterer Vorschlag: Das geplante Gebäudemodernisierungsgesetz und das Wärmeplanungsgesetz sollten besser aufeinander abgestimmt werden, damit erforderliche Entscheidungen getroffen und Investitionen getätigt werden können. Zudem brauche es langfristig verlässliche Fördermaßnahmen wie die Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW) und die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG).

Über alle Pläne und Kommunengrößen hinweg zeigt sich, dass die Wärmepumpe die wesentliche Technologie für jene Gebiete ist, die sich nicht für eine zentrale Wärmeversorgung über Wärmenetze eignen.
Marc Stobbe, Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Energie & Klimaschutz

Biomassepotenzial teilweise überschätzt

Die Analyse der Biomassenutzung bringe zwei kritische Punkte zum Vorschein: Die Kommunen definieren Biomasse unterschiedlich. „So ist etwa unklar, ob Müll im Potenzial enthalten ist, welche Nachhaltigkeitskriterien für die Nutzung von Holz herangezogen werden und wie landwirtschaftliche Flächen und Abfälle in die Berechnung der Potenziale eingehen.“ Zum anderen übersteige in einer Vielzahl von Plänen der Verbrauch biogener Energieträger das lokale Potenzial. „In der Zusammenschau der Pläne weckt dies Zweifel an der langfristigen Nachhaltigkeit und Umsetzbarkeit“, schreibt das Forschungsteam.

 


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