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Planungsbüros: Insolvenzen befürchtet

Berlin.  Baukostensteigerungen, Bauzeitverlängerungen und stornierte Aufträge gefährden inzwischen auch die wirtschaftliche Lage der Bauplanungsbüros, meldete der Verband Beratender Ingenieure (VBI) Mitte Juli dieses Jahres nach einer Online-Blitzumfrage unter seinen Mitgliedern.

Bei nur 9 % der Planungsbüros sind laut VBI-Umfrage die Projektabläufe ungestört. Bild: VBI

 

233 Planungsunternehmen nahmen teil und beantworteten bis zu 13 Fragen zum Thema „Krieg, Materialmangel, Inflation – Auswirkungen auf Planungsbüros“, wobei Fragen übersprungen werden konnten.
Laut VBI berichteten 91 % der 233 Unternehmen von mittlerweile teils erheblichen Störungen der Projektabläufe, über 90 % berichteten von Bauzeitverlängerungen. Von diesen konnten nur 43 % die Mehrkosten geltend machen, 57 Prozent der Unternehmen trügen die Kosten allein. 34 % der Unternehmen verzeichneten Kündigungen öffentlicher Aufträge, bei privaten Aufträgen waren es sogar 42 %. Entsprechend düster seien die Zukunftsaussichten, so der VBI. Mittlerweile fürchten 61 % der Unternehmen wirtschaftliche Auswirkungen, 15 % seien in Sorge, in wirtschaftliche Schieflage zu geraten, Insolvenzen würden befürchtet.
VBI-Präsident Jörg Thiele nennt die Ergebnisse „dramatisch“. Wenn die Auftragslage tatsächlich dauerhaft in diesem Maße zurückgehe, würden einige Planungsbüros die Rezession nicht überleben. Für die von der Politik vorgegebenen Ziele, von Energiewende über Wohnungsbau bis Brückensanierung, stelle dies ein erhebliches Hindernis dar. Man brauche mehr Planungskapazitäten im Markt und nicht weniger. „Personalkapazitäten, die heute abgebaut werden, sind morgen nicht wieder da. Das sehen wir derzeit auch in anderen Branchen.“ Geplante Projekte müssten durchgeführt werden, alles andere werde die Rezession verschärfen.

 


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