Marktforscher Arno Kloep: „Glaube nicht an ein explodierendes Wärmepumpengeschäft“
Xanten. „Das Handwerk hat die Sanitäraufträge für sich wiederentdeckt und die Montagekapazitäten umgeschichtet. Auch ein Grund, warum ich für 2026 nicht an ein explodierendes Wärmepumpen-Geschäft glaube“, sagt Unternehmensberater und Marktforscher Arno Kloep bei der Vorstellung der Zeitreihen für die durchschnittlichen Absatzmengen von Brennwertgeräten und Wärmepumpen. Die Querschiesser Unternehmensberatung ermittelt diese regelmäßig.
Positive Veränderungen im Gesamtmarkt Wärmepumpe werden nicht sichtbar
Die blaue Linie zeigt das durchschnittliche Absatzvolumen für die Wärmepumpe. „Die Veränderungen im Gesamtmarkt Wärmepumpe sind hier nicht zu erkennen, weil die Grafik die Quote der aktiven Handwerker nicht ausweist“, erklärt Kloep. Der Anteil der Betriebe, die Wärmepumpen installieren, habe sich seit 2019 jedoch erhöht: von 50 % auf 80 %.
„Der Durchschnittswert von ca. sieben Wärmepumpen pro Handwerker zeigt allerdings auch, dass der Durchschnittsbetrieb im Handwerk noch weit weg von Lerneffekten durch Wiederholung ist.“ Daher betrachtet er das WESPE-Projekt als durchaus sinnvoll. Es steht für Wärmepumpen-Einbau schneller, produktiver und effizienter. Hier arbeiten Handwerk und Wissenschaft gemeinsam an einer Plattform, um den Einbau auf 500 000 Geräte pro Jahr zu verdoppeln.
Geringeres Montagevolumen im Heizungsbau
Das theoretische Montagevolumen eines durchschnittlichen SHK-Handwerkers zeigt die violette Linie. „Dies geschieht unter der Annahme, dass eine WP-Installation doppelt so lange wie eine BW-Installation dauert. Während in den Corona-Boom-Jahren zwischen 34 und 36 Heizungsanlagen pro Handwerksbetrieb möglich waren, sind es heute nur noch 26 bis 28“, erklärt Kloep.
Der Rückgang der fossilen Brennwertgeräte ließe sich beginnend im zweiten Quartal 2024 erkennen (rote Linie). „Der politische Wille ist als Nachfragstruktur in der Breite der Bevölkerung angekommen“, lautet Kloeps Einschätzung dazu. Die Relation zwischen Brennwertgeräten und Wärmepumpen bildet die grüne Linie ab. „Sie zeigt, wie sich das Verhältnis zu Gunsten der Wärmepumpe verschoben hat. Anfang 2019 kamen noch 2,7 Brennwertgeräte auf eine Wärmepumpe, heute sind es nur noch 1,4.“
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