Werbung

Komfortklimatisierung mit Systemtechnik

Planungshinweise für Klimasystemanlagen in Hotelgebäuden

Raumklimatisierung im Hotelzimmer mittels Fan Coil. Neben der Möglichkeit für eine Außenluftzuführung kann hier u. a. die Temperierung der Raumluft im Sekundärluftbetrieb erfolgen.

Systemlösungen, die eine zentrale RLT-Anlage mit dezentraler Raumtemperierung kombinieren, zeichnen sich durch hohen Gästekomfort und eine effiziente Betriebsweise aus.

In Aufenthaltsbereichen wie Restaurants oder Lobbys bieten sich flache Deckengeräte für eine optimale Raumklimatisierung an.

Zentrallüftungsgerät mit Wärmerückgewinnung.

 

Bei der Planung der Heiz-, Lüftungs- und Klimatechnik für ein Hotel gilt es viele Aspekte zu beachten. So sind gesetzliche Auflagen zu erfüllen, Investitions- und Betriebskosten müssen im vorgegebenen Rahmen bleiben und ein möglichst hoher Komfort für die Gäste soll gewährleistet sein. Hinzu kommt oft der Wunsch des Auftraggebers, im System zu denken, um so z. B. neben einer gewährleisteten Gerätekompatibilität u. a. auch eine leichtere Einbindung in die Gebäudeleittechnik zu ermöglichen. Für die Umsetzung dieser Anforderungen steht eine Vielzahl von Lösungen zur Verfügung. Nachfolgend der Blick auf eine wassergeführte Systemtechnik mit Fan Coils in den Gästezimmern und einem Zentralgerät zur Luftversorgung.

Die meisten Hotelgäste kennen den Unterschied zwischen gut klimatisierten Zimmern und der Alternative: stickige, schlecht temperierte Räume, in denen das laute Klimagerät erholsamen Schlaf unmöglich macht. Letztere Situation gilt es mit der richtigen Klima- und Belüftungstechnik zu vermeiden. Allerdings sollen moderne Systeme nicht nur größtmöglichen Komfort für die Gäste gewährleisten, sondern auch effizient arbeiten, um die Betriebskosten so gering wie möglich zu halten. Weitere Punkte, die TGA-Fachplaner bei ihrer Arbeit berücksichtigen müssen, sind die gesetzlichen Vorgaben, die Investitionssumme und die Installationskosten sowie eine leichte Wartung und Regelung der Anlage im Betrieb.

Genauso vielfältig wie diese Anforderungen stellen sich die vom Markt gebotenen technischen Lösungen dar. Jedes einzelne mögliche Konzept hat dabei seine Berechtigung. Eines davon: wassergeführte Systeme in Verbindung mit Fan Coils in den Gästezimmern und einem Zentralgerät zur Warm- bzw. Kaltwasserbereitung. Vorteile für diese Systeme sind, dass der Energieaufwand für den Transport thermischer Leistung gegenüber dem Medium Luft geringer ist und für das Gesamtsystem weniger Kältemittel im Vergleich zu Multisplit- oder VRF-Anlagen benötigt wird.

Fan Coils temperieren die Raumluft im Sekundärluftbetrieb mithilfe eines wassergeführten Wärmeübertragers, sodass sie quasi unmittelbar auf bedarfsorientierte Heiz- und Kühlanforderungen reagieren können. Bei der Auslegung der üblicherweise an der Decke im Flurbereich des Zimmers installierten Geräte empfiehlt es sich, auf einen adäquaten Luftauslass zu achten. Modelle, mittels derer die Luft zunächst an der Zimmerdecke entlang geführt wird, bevor sie sich zugluftfrei in den Raum absenkt, schaffen Behaglichkeit. Hier kann der Einsatz von Fan Coils mit passendem Luftauslass vom selben Hersteller den Planungsaufwand vereinfachen.

Regelung über zentrales System erhöht die Energieeffizienz

Um eine möglichst hohe Energieeffizienz mit optimalem Gästekomfort zu verbinden, sollte bei der Planung und Auslegung der Komponenten zur Raumtemperierung darauf geachtet werden, dass der Betrieb der Fan Coils in den Zimmern auch außerhalb der Hauptnutzungszeit sowie bei Abwesenheit des Gastes möglich ist. Das kann beispielsweise durch die Einbindung aller Geräte und Anlagen in die Gebäudeleittechnik bzw. in ein System zur gemeinsamen Regelung erfolgen. Die sich daraus ergebenden Vorteile lassen sich beispielhaft an drei Betriebseinstellungen von Fan Coils verdeutlichen: Pre-Comfort, Comfort und Service. Der Pre-Comfort-Betrieb dient der Vortemperierung, wenn das Zimmer gebucht, der Gast aber nicht anwesend ist. So muss der Fan Coil im Comfort-Betrieb während der Anwesenheit des Gastes nur noch eine minimale Temperaturdifferenz überbrücken, wofür weniger Ventilatorleistung mit geringen Schallemissionen benötigt wird. Checkt der Gast aus, schaltet das Gerät in den Service-Betrieb zur Einhaltung einer – je nach Jahreszeit – vordefinierten Temperatur. Dies sorgt dafür, dass sich der ungenutzte Raum weder übermäßig aufheizt noch auskühlt, was gegebenenfalls in genutzten Nach barzimmern mit einer erhöhten Leistungsanforderung und höheren Schallemissionen ausgeglichen werden müsste.

Einen speziell für die Anforderungen in Gästezimmern entwickelten Fan Coil bietet z. B. das Unternehmen Kampmann an. Der Ventilatorkonvektor „Venkon“ verfügt über EC-Technologie und erzielt bei niedrigen Drehzahlen einen Schalldruckpegel von unter 20 dB(A). Das Angebotsspektrum umfasst sowohl 2- als auch 4-Leiter-Systeme. Letztgenannte kommen vor allem in Hotels im gehobenen Sternebereich zum Einsatz und in Objekten, in denen in Übergangszeiten auf der einen Gebäudeseite noch gekühlt, auf der anderen jedoch bereits geheizt werden muss. Darüber hinaus kann das Gerät optional bis zu 100 m3/h Primärluft einbringen und so gleichzeitig eine hohe Luftqualität in den Gästezimmern sicherstellen.

Systemanlagen aus einer Hand

Um die erforderlichen Luftwechselraten sowie eine ausreichende Luftqualität zu erreichen, kommt mit den Fan Coils häufig ein zentrales RLT-Gerät zum Einsatz. Hier empfiehlt sich über Wärme-/Kälterückgewinnung und einen Vorerhitzer/-kühler eine vortemperierte Primärluftversorgung für die Zimmer bereitzustellen, sodass in den Zimmern ggf. nur eine geringe Nachtemperierung stattfinden muss.

Von Vorteil ist meist, wenn die RLT-Anlage aus der Hand des gleichen Herstellers kommt, um so den Systemaspekt der abgestimmten und einfachen Verbindung bzw. Gerätekommunikation/-regelung umsetzen zu können. Hierzu bietet z. B. das Unternehmen Nova (Tochterunternehmen von Kampmann), RLT-Anlagen mit Luftleistungen von 1000 bis über 100 000 m3/h an. Mittels Plattenwärmeübertragern erreichen die Geräte Wärmerückgewinnungsgrade über 90 %. Ergänzend ist auch eine indirekte Verdunstungskühlung möglich, die die Außenlufttemperatur im Sommer um bis zu 20 K reduzieren kann. Positiver Nebeneffekt: Die Verdunstungskühlung in Lüftungsanlagen ist i. d. R. fördfähig durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Hinzu kommt, dass die so reduzierte Kühllast nicht mehr von einem Kaltwassererzeuger geleistet werden muss.

Weitere Energieeinsparpotenziale bietet eine automatische Bedarfslüftung, die etwa durch eine übergeordnete Gebäudeleittechnik, eine Druckregelung oder mithilfe von CO2-Sensoren realisiert werden kann. EC-Ventilatortechnik ermöglicht dabei die punktgenaue Regelung der Luftmenge bei geringem Stromverbrauch. Sobald der Außenluftanteil in den Gästezimmern gedeckt ist, wird der Außenluftvolumenstrom reduziert und die Fan Coils schalten in den Sekundärluftbetrieb.

Weitere Anforderungen in Hotelbereichen

In den vielen Hotelgebäuden sind auch die Aufenthaltsbereiche wie Foyer, Tagungsräume und Restaurant in das Klimatisierungskonzept einzubinden. Auch in diesen Bereichen eignet sich die Funktionstrennung von zentraler Lüftung und dezentraler Temperierung. Dabei hängt die Wahl des Gerätes für die jeweilige Aufgabenstruktur erheblich von dessen baulichen Rahmenbedingungen ab. So lässt sich in diesen Räumen beispielsweise mit Deckengeräten ein optimales Raumklima sicherstellen. Hierbei ist auf eine zugluftfreie Luftführung zu achten. In Bereichen mit bodengleichen Fenstern empfiehlt sich auch der Einsatz von Unterflurkonvektoren. In größeren Räumen ist eventuell eine Systemkombination aus Decken- und Unterflurgeräten sinnvoll.

Die Rahmenbedingungen in der Hotelküche sowie in Spa- und Wellnessbereichen erfordern dagegen einen anderen Systemansatz. Da in der Küche durch den Einsatz von Dunstabzugshauben und Fettabscheidern ohnehin viel Luft eingebracht werden muss, kann auch die Temperierung über das Zentrallüftungsgerät erfolgen. Ähnliches gilt für Spa- und Wellnessbereiche, die darüber hinaus besondere Anforderungen an die RLT-Geräte in Bezug auf die Luftfeuchtigkeit und den Salzgehalt in der Luft stellen. Ebenfalls ist hier die Vermeidung von Zuglufterscheinungen relevant, um optimale Behaglichkeit für die in der Regel leicht bekleideten Gäste zu gewährleisten.

Bilder: Kampmann

www.kampmann.de

Planungsunterstützung durch Hersteller

Zur Lösungsfindung der individuellen Projektanforderungen stehen viele Hersteller Fachplanern als Partner beratend zur Seite. Informationen zum Leistungsangebot des Unternehmens Kampmann stehen im Internet unter www.kampmann.de/service zur Verfügung.

 


Artikel teilen:
Weitere Tags zu diesem Thema: