Gemeinsam stark für smarte TGA‑Lösungen
VdZ‑Geschäftsführer Jens Wischmann über das neue ZIM‑Netzwerk IBESS
Mit der Gründung des ZIM‑Innovationsnetzwerks IBESS – Innovative Bau‑, Energie‑ und Sanitär‑Systeme – will die Wirtschaftsvereinigung Gebäude und Energie (VdZ) die Innovationskraft der Gebäudetechnikbranche stärken. Ziel ist es, smarte und marktorientierte Lösungen für die Technische Gebäudeausrüstung (TGA) im Bestand zu entwickeln – von Digitalisierung über KI bis zu Sensorik. VdZ-Geschäftsführer Jens J. Wischmann erläutert im Interview Motivation, Ziele und Perspektiven des Netzwerks.
IKZ: Herr Wischmann, IBESS ist gerade gestartet – was ist die zentrale Idee hinter dem Netzwerk?
Jens J. Wischmann: Mit IBESS wollen wir gezielt die Zusammenarbeit zwischen spezialisierten KMU, Forschung und Praxis stärken, um smarte TGA‑Lösungen für den Gebäudebestand marktfähig zu entwickeln. Der Fokus liegt auf Digitalisierung, KI und Sensorik – also Technologien, die in der Branche zunehmend gefragt sind. Hier sehen wir einen deutlichen Handlungsbedarf, um die Branche auch international wettbewerbsfähig zu halten.
IKZ: Und wer ist mit dabei?
Jens J. Wischmann: Mit dabei sind Stand heute: autarc GmbH, autarxia Infrastruktursysteme GmbH, Coeln Concept GmbH, elio GmbH, ENEKA Energie & Karten GmbH, Hans Schramm GmbH, immersight GmbH, MEISTER 1 / Lokalleads GmbH, Meister Systems GmbH, ratiodomo Ingenieurgesellschaft mbH und Zenesis GmbH. Die Technische Universität Dresden übernimmt die wissenschaftliche Begleitung des Netzwerks. Besonders bemerkenswert ist, dass mehrere Startups aus unserem über die Jahre gewachsenen Ökosystem Teil des Innovationsnetzwerks sind. Das zeigt, wie wir unsere Innovationsaktivitäten kontinuierlich weiterentwickeln und bestehende Initiativen sinnvoll miteinander verbinden.
IKZ: Warum braucht es gerade jetzt ein solches Innovationsnetzwerk?
Jens J. Wischmann: Die Gebäudetechnikbranche steht vor großen Herausforderungen: Effizienz, Digitalisierung und Nachhaltigkeit gewinnen weiter an Bedeutung. Mit IBESS schaffen wir eine Plattform, in der unterschiedliche Akteure Synergien heben und Innovationen strukturiert vorantreiben können.
IKZ: Welche Rolle spielt die VdZ als Initiator?
Jens J. Wischmann: Als Wirtschaftsvereinigung vertreten wir die Interessen der gesamten Wertschöpfungskette der Gebäude‑ und Energietechnik. Unsere Aufgabe ist es, Zukunftsthemen aktiv zu gestalten und konkrete Projekte zu koordinieren. IBESS ist ein weiterer Schritt, Innovationsprozesse gezielt zu fördern.
IKZ: Wie profitieren die Partnerunternehmen?
Jens J. Wischmann: Die Netzwerkpartner bringen ihre jeweiligen Kompetenzen ein und arbeiten gemeinsam an praxisnahen Lösungen. Durch den engen Austausch entsteht ein effizienter Wissenstransfer – von der Idee bis zur Marktreife. Konkret profitieren die beteiligten Unternehmen vom strukturierten Austausch im Netzwerk, von geteiltem Know-how und von der Möglichkeit, gemeinsam Projekte zu initiieren und neue Märkte zu erschließen. Im Verbund schaffen sie die Voraussetzungen dafür, dass technologisch anschlussfähige und international wettbewerbsfähige Innovationen entstehen können, die den Innovationsstandort Deutschland stärken.
IKZ: Welche Bedeutung hat Digitalisierung speziell im Bestand?
Jens J. Wischmann: Gerade im Gebäudebestand liegen enorme Potenziale. Smarte Sensorik und KI‑gestützte Anwendungen können Energieverbräuche transparenter machen und optimieren. Sie kann auf anstehende Wartungen aufmerksam machen oder auch gefährliche Betriebszustände detektieren. Das erhöht die Betriebssicherheit von Anlagen und steigert deren Effizienz und Wirtschaftlichkeit gleichermaßen.
IKZ: Woran werden Sie den Erfolg von IBESS messen?
Jens J. Wischmann: Entscheidend ist für uns, dass aus der Zusammenarbeit konkrete Innovationsprojekte entstehen, die den Markt erreichen und die Wettbewerbsfähigkeit der Branche stärken.