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Abwasserhebeanlagen für alle Fälle

Standortbedingungen, Konstruktionsformen, Auswahlkriterien

Die frei aufzustellenden Hebeanlagen „Muli-Mini Duo“.

„Muli-Star DDP“ eignet sich für Mehrfamilienhäuser, Bürogebäude, Hotels und Krankenhäuser.

Das Modell „Powerlift-P“ ist für fäkalienhaltiges und fäkalienfreies Abwasser geeignet und lässt sich hinter Fettabscheider bis NS 10 schalten.

Die Modelle „Pro 1.x VA duo“ und „Pro 2.x VA duo“ besitzen einen Sammelbehälter aus Edelstahl.

Die Fertigpumpstationen „Muli-Max-F D 400 duo“.

 

Schmutzwasser, das unterhalb der Rückstauebene anfällt, muss nach oben gepumpt – gehoben – werden, damit es in die Kanalisation gelangen kann. Das Prinzip klingt einfach, doch die Umsetzung verlangt großes Know-how. Denn unterschiedliche Bausituationen verlangen unterschiedliche Lösungen. Entsprechend umfangreich ist das Programm der Hersteller: Es gliedert sich in Abwasserhebeanlagen und Pumpstationen.

Schmutzwasser aus Ablaufstellen unterhalb der Rück­stau­ebene muss der öffentlichen Kanalisation laut DIN 1986-100 und DIN EN 12056 über eine automatisch arbeitende Hebeanlage rückstaufrei zugeführt werden. Für Niederschlagswasser von Flächen unterhalb der Rückstauebene gilt zudem der Grundsatz: Anfallendes Oberflächenwasser ist vom Gebäude wegzuleiten. Dementsprechend sind Regenflächen über separate Pumpstationen außerhalb des Gebäudes zu entwässern.
Der wesentliche Unterschied zwischen Hebeanlagen und Pumpstationen ist damit schon genannt – er besteht im Standort: Die Installation von Hebeanlagen erfolgt innerhalb eines Gebäudes (frei aufgestellt oder in einem Schacht). Pumpstationen hingegen finden ihren Platz im Erdreich außerhalb des Gebäudes. In beiden Fällen gibt es bei der Auswahl der geeigneten Lösung eine grundsätzliche Frage zu beantworten: Um welche Art von Abwasser handelt es sich? Als Abwasser gilt jede Art verunreinigter Abwässern, die im häuslichen und gewerblichen Bereich anfallen. Dazu gehört u.a. durch Gebrauch verschmutztes Wasser, gewerblich genutztes Wasser und Regenwasser. Bei häuslichem Abwasser unterscheidet man zwischen Grauwasser (fäkalienfrei) und Schwarzwasser (fäkalienhaltig).
Bei Regenwasser hängt der Grad der Verunreinigung (v.a. Öl, Salz und Sand) primär von Geografie, Stadtnähe und Regenhäufigkeit ab. Industrielles Abwasser bzw. Betriebswasser erfordert bei der Geräteauswahl eine detaillierte Analyse, da die chemischen Bestandteile stark variieren können.

Konstruktionsformen
Ein entscheidendes Bauteil einer jeden Abwasserhebeanlage ist das Laufrad mit dem zugehörigen Spiralgehäuse, durch das die Abwässer und die mitgeführten Bestandteile in die Druckleitung gepumpt werden. Die einfachste Bauart ist das Freistromrad. Die Bezeichnung verweist auf den großen Freiraum bzw. den freien Kugeldurchgang im Pumpengehäuse, der es ermöglicht, dass Abwasser mit festen und langfaserigen Dickstoffen verstopfungsarm passieren kann. Da Freistrompumpen keinen Drosselspalt zwischen Laufrad und Pumpengehäuse haben, sind Geräte dieser Bauweise an Standorten mit sehr großen Stillstandzeiten besonders betriebssicher: Ein Festrosten des Laufrads und eine dadurch hervorgerufene Blockade der Pumpe ist fast ausgeschlossen.
Kanalräder eignen sich zur Förderung von Abwässern mit festen und kurzen faserförmigen Fest- und Dickstoffen, Schlamm, organischen Materialien und Fäkalien. Sie haben in der Regel einen hohen Wirkungsgrad und ermöglichen leises, laufruhiges Pumpen – auch in Verbindung mit einem langsam laufenden Motor mit geringeren Drehzahlen (1450 U/min), was wiederum der Langlebigkeit der Pumpe(n) zugute kommt.
Eine große Innovation ist das adaptive N-Laufrad. Eine patentierte Funktion ermöglicht ihm, sich axial zu bewegen und den jeweiligen Bedingungen anzupassen. Ein Abstreifer sowie die Führungs- und Entlastungsnut sorgen dafür, dass Feststoffe schnell gefördert und dabei teilweise zerkleinert werden. Die Vorteile: konstant hoher Wirkungsgrad, dadurch geringere Stromkosten, keine oder kaum Verstopfungen und hohe Betriebssicherheit kombiniert mit geringem Verschleiß.

Hebeanlagen
Die Produktfamilie der frei aufzustellenden Hebeanlagen beispielsweise von ACO Haustechnik heißt „ACO Muli“. Die „Muli-Mini Duo“ ist besonders kompakt und ermög­licht die werkzeuglose Demontage der Pumpe. Sie eignet sich besonders für Waschküchen, Reihenduschanlagen und hinter Fettabscheidern. Als ideales Einsatzgebiet der „Muli-Star DDP“ mit einem Nutzvolumen von bis zu 185 l gelten Mehrfamilienhäuser, Bürogebäude, Hotels und Krankenhäuser. Die Modelle „Pro 1.x VA duo“ und „Pro 2.x VA duo“ unterscheiden sich von den genannten durch ihren Sammelbehälter aus Edelstahl. Ausgestattet mit Freistromlaufrad eignen sie sich für kommunale und industrielle Abwässer sowie kleinere gewerbliche Objekte und Mehrfamilienhäuser mit starkem Abwasseranfall. Diese kleine Auswahl zeigt, welche Variantenvielfalt der Markt bereithält.

Pumpstationen
Die Auswahlkriterien für erdverbaute Pumpstationen im Außenbereich lauten Nutzvolumen des Behälters, Art des Schmutzwasserzuflusses, Pumpenleistung sowie Flexibilität (Einbauoptionen und Zubehörumfang). Mit den zwei Fertigpumpstationen „Muli-Max-F“ und „Powerlift-P“ deckt ACO Haustechnik laut eigenen Angaben nahezu alle denkbaren Anwendungserfordernisse ab: Entwickelt nach dem Baukastenprinzip, lassen sich Behälter, Steuerung, Belastungsklassen und Pumpe(n) je nach Bausituation wählen.
Das Einsatzgebiet der kleineren „Muli-Max-F“ mit Druckleitungsanschluss DN 50 reicht von der Entwässerung von Einfamilienhäusern über gewerbliche Einrichtungen bis zu Industrieanlagen (Fettabscheider bis NS4). Das Modell mit Überwasser-Pumpenankoppelung ist in den Ausführungen mono und duo, d.h. als Einzelpumpstation oder Doppelpumpstation, sowie in den Belastungsklassen A 15, B 125 und D 400 erhältlich. Die Einbauhöhe beträgt min./max. 1950/3000 mm, das Nutzvolumen 120 bis 150 l. Die aus dem Werkstoff Polyethylen gefertigten Behälter sind beständig gegenüber Säuren, Laugen und anderen Chemikalien und eignen sich damit auch für aggressives Abwasser.
Das Einsatzgebiet der Fertigpumpstation „Powerlift-P“ mit zwei Pumpen, Nutzvolumen von 550 l, Anschluss DN 50 (als Zubehör auch mit DN 70 und DN 90) sowie lieferbar in den Belastungsklassen B 125 und D 400 erstreckt sich über Mehrfamilienhäuser inkl. großer Oberflächen (wie z.B. Innenhöfe, Parkflächen) bis hin zu Industrieanlagen. Die Pumpenankoppelung erfolgt Unterwasser. Das Modell ist geeignet für fäkalienhaltiges und fäkalienfreies Abwasser und lässt sich hinter Fettabscheider bis NS 10 schalten. Die Belastungsklasse B 125 gewährleistet Auftriebssicherheit bei Grundwasserständen von bis zu 0,5 m unter der Gelände­ober­fläche, die Belastungsklasse D 400 bei Grundwasserständen bis zur Ge­lände­ober­fläche.

Bilder: ACO Haustechnik

www.aco-haustechnik.de

 


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