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Praktische Lösungen für das „schnelle Geschäft“

Urinale für den öffentlichen und privaten Bereich

Systemlösung für den Objektbereich: „Architectura“ überzeugt nicht allein durch sein reduziertes Design. Zudem ist es dank des flexiblen Zulaufs und des um 55 mm höhenverstellbaren Ablaufs besonders leicht zu montieren. (Villeroy&Boch)

In „Hybrimatic Fino“ sieht der Hersteller eine Alternative zu wasserlosen Urinalen. Als Besonderheiten nennt der Edelstahlspezialist die Erfassung ohne sichtbaren Sensor, ein Membran-Filtersystem ohne Sperrflüssigkeit und deutliche Wasserersparnis. (Delabie)

Kein Wasser benötigt „DuraStyle Dry“. Um auch ohne regelmäßiges Durchspülen unangenehme Gerüche zu vermeiden, öffnet sich im Ablauf automatisch eine Schlauchmembran, sobald Urin durchfließt, um danach sofort wieder geruchsdicht zu schließen. (Duravit)

„Sphero“ spart mit Elektronik beim Wasserverbrauch, da nicht nach jeder Benutzung, sondern nur bei Bedarf gespült wird (Hybrid-Modus). „Sphero Maxi“ ist digital vernetzt, liefert Betriebsdaten und ermöglicht den einfachen Wechsel der Spülart per App. Eine Installationsschablone erleichtert die Montage. (Ideal Standard)

Imageverbesserung durch „frisches, innovatives Design“: Mit der neuen Badkollektion „Val“ von Designer Konstantin Grcic möchte Laufen Endkunden für den Einsatz von Urinalen im privaten Bad oder Gäste-WC gewinnen – gerne auch mit Deckel. (Laufen)

Urinale von Toto sind in allen wasserführenden Teilen mit der Spezialglasur „CeFiONtect“ versehen. Sie beugt der Anhaftung von Schmutz vor und erleichtert die Reinigung auch mit weniger Chemie. Die charakteristische Ausladung kommt, so der Hersteller, der Ergonomie entgegen. (Toto)

Das Urinal „Vogue“ fügt sich mit Deckel und Unterputz-Spültechnik problemlos in die private Badgestaltung und das stilvolle Mini-Bad/Gäste-WC ein. Die Formensprache von Urinal und WC ist kennzeichnend für die gesamte Designlinie. (Vigour)

Für seine Urinale bietet Villeroy & Boch die patentierte Radar-Steuerung „ProDetect 2“ an. Sie ermöglicht eine sensorgesteuerte Nutzungserkennung sowie die individuelle Einstellung von Spülvolumen und -frequenz. (Villeroy & Boch)

 

In öffentlichen Sanitäranlagen haben Urinale hohe Anforderungen an Hygiene, Zuverlässigkeit, Wirtschaftlichkeit und Langlebigkeit zu erfüllen. Im anspruchsvollen Umfeld von Hotellerie und Gastronomie müssen neben der Funktionalität zudem auch Design und Stil stimmen, so auch im Privatbad. Gut, dass für die diversen Ansprüche und Einsatzfelder vielfältige Modelle zur Verfügung stehen.

Urinale sind seit Langem selbstverständliche Standardausstattung öffentlicher bzw. halböffentlicher Sanitärbereiche. Einschlägig für die Planung und Installation sind die Hinweise der Richtlinienreihe VDI 6000, die die allgemeinen Anforderungen an die Ausstattung von Sanitärräumen im Hinblick auf Hygiene, Barrierefreiheit, Anschluss und Befestigung behandelt. Gerade dort, wo in der Regel große Personengruppen die WC-Anlagen nutzen, sind die VDI-Empfehlungen insbesondere für die Ermittlung der optimalen Anzahl an zu installierenden Urinalen wertvoll. Hinzu kommen überall dort, wo Arbeitsstättenrichtlinien zu beachten sind, deren einschlägige Vorgaben.

Manuell oder elektronisch

Bei der Ausführung können Bauherren, Betreiber oder Planer aus diversen Produktvarianten wählen: wandmontiert oder als Standmodell, mit selbstschließender, manueller Spülauslösung oder elektronischer Steuerung über Sensoren bzw. Bluetooth-Betrieb, für Aufputz- oder Unterputzmontage, mit Zulauf von oben oder von hinten, spülrandlos in Keramik oder in Edelstahl. In der Renovierung lassen sich ggf. vorhandene Spülsysteme übernehmen; hier empfiehlt sich aber, die Anschlussfähigkeit zu überprüfen. Wer auf Nummer sicher gehen will, greift auf Paketlösungen der Hersteller zurück, die Urinale mit darauf abgestimmten hauseigenen Spülsystemen kombinieren. Abtrennungen für Reihenanlagen, sogenannte Schamwände, runden die Auswahl ab.

Kosteneffizient und ressourcenschonend

Beim Einsatz in öffentlichen Sanitäranlagen spielt besonders die Wirtschaftlichkeit des Betriebs eine zentrale Rolle. Schließlich können dort zum Teil mehrere Hundert Urinale im Einsatz sein. Genau 456 sind es beispielsweise im Berliner Olympiastadion. Die Kosteneffizienz hängt vor allem von den Aufwänden für Unterhalt, Reinigung und Wartung, aber auch vom Ressourcenverbrauch ab. Wasserlose bzw. wassersparende Urinale, Hybridmodelle mit sensorgesteuerter Spülauslösung bzw. Varianten mit Spülvorgängen in festgelegten Zeitintervallen bieten ebenso ökonomische wie umweltfreundliche Lösungen. Genauso wichtig ist in diesem Kontext, dass Urinale einfach und schnell zu montieren und instand zu halten sind, dass sie weitgehend ausfallsicher funktionieren und gegen Vandalismus geschützt sind.

Formvollendet und hygienisch

Demgegenüber sind im Privat-, aber auch im Hotelbad zwei weitere Kriterien von Bedeutung, nachdem die Entscheidung für ein Urinal gefallen ist: Einerseits muss dessen Formensprache zur Gesamtgestaltung und zum jeweiligen Einrichtungsstil passen. Dementsprechend bieten viele Keramikhersteller Urinale in Design serien aus den Studios solch namhafter Gestalter wie etwa Konstantin Grcic oder Philippe Starck an, deren Formgebung – egal ob rund, oval oder eckig – auf die übrige Keramik abgestimmt ist. Edelstahlmodelle wiederum komplettieren einen urbanen, puristischen Stil im Gäste-WC und Bad.

Während das Bad in der heutigen Architektur des Wohnens die Rolle des Wohlfühlraums übernommen hat, spielen beim Einsatz von Urinalen Hygiene und Sauberkeit eine herausragende Rolle. Dabei geht es vor allem um die Vermeidung unangenehmer Gerüche. Aus diesem Grund werden im privaten Wohnumfeld Varianten mit Urinaldeckel bevorzugt, zumal dieser ähnlich wie der WC-Deckel bei den übrigen Haushaltsmitgliedern für Wohlgefühl sorgt. Viele Modelle setzen überdies auf einen speziellen Siphon, der Gerüche absaugt. Sauberkeit und einfache Reinigung sollen auch antibakterielle Spezialglasuren wie „Kera-Tect“ (Geberit) oder „HygieneGlaze“ (Duravit) bzw. keramische Oberflächen mit schmutzabweisender Beschichtung, z. B. „CeramicPlus“ (Villeroy & Boch), sicherstellen. Der Hersteller aus dem Saarland führt zudem an, dass eine spritzhemmende Wasserführung und seine „DirectFlush“-Technologie eine Beschmutzung der umliegenden Bereiche effektiv verhindern.

Tatsächlich zielt das entsprechende Produktangebot der meisten Hersteller in zwei Richtungen: den Einsatz im Objektgeschäft und beim Endverbraucher.

Delabie

Der Spezialist für Sanitärausstattung in Edelstahl bietet ein breites Sortiment für alle Betriebsarten mit Schwerpunkt im öffentlich-gewerblichen WC. Zur Auswahl stehen spülrandlose Einzelobjekte sowie Urinalrinnen. Den Fokus setzt der französische Hersteller auf Hybrid-Lösungen, die nach eigener Aussage eine nachhaltige Alternative zu wasserlosen Urinalen darstellen. Nach diesen Angaben verbrauchen die Hybrid-Modelle im Eco-Modus lediglich 7 cl Wasser bei einer Spülung von einer Sekunde. Die Erfassung ist von außen unsichtbar in das Edelstahl-Urinal integriert und ebenso wie das Befestigungsmaterial für den Nutzer unzugänglich, was die Sicherheit vor mutwilliger Beschädigung erhöht.

Duravit

Mehr als 30 Modelle hat der Schwarzwälder Keramikhersteller im Angebot, wenn es um Urinale geht: serienunabhängige Produkte ebenso wie Bausteine seiner Designserien. Da wäre etwa das sehr schmale „Starck 3“, das sich mit einer Breite von nur 245 mm besonders für Reihenanlagen eignet. „Architec“ gilt als zeit- und kostensparende Lösung für Renovation und Umbau, da seine flächige Rückwand Spuren seiner Vorgänger abdeckt. Ein spezieller Sensor löst automatisch einen Spülvorgang aus, sobald er Veränderungen im Siphon registriert. Für einen niedrigen Wasserverbrauch empfehlen sich die „Hybrid“- oder „Dry“-Varianten des Modells „DuraStyle“: Erstere setzt die Hygienespülung erst nach einer individuell definierbaren Zahl an Benutzungen in Gang, während Letztere ganz ohne Spülung auskommt. Für alle Modelle sind zwei Installationssysteme von Duravit verfügbar.

Geberit

Innerhalb des Geberit Urinalsystems sind sämtliche Komponenten wie Keramik, Siphons oder Urinalsteuerungen auf einander abgestimmt. Das umfassende Sortiment vereinfacht die Planung und Installation sowie den Unterhalt von Urinalanlagen, zeigt sich das Unternehmen mit Hauptsitz in der Schweiz überzeugt. Alle funktionalen Komponenten der spülrandlosen Urinale sind zugänglich, ohne dass die Keramik entfernt werden muss. Angeboten werden wahlweise eine Unterputz-Steuerung, eine integrierte Spülauslösung mit einer Steuereinheit unterhalb der Keramik oder wasserloser Betrieb. Abgerundet wird das Sortiment durch eine Auswahl von Urinalabtrennungen in Weiß und Schwarz, Glas oder Kunststoff.

Ideal Standard

Das Produktangebot umfasst insgesamt 19 Urinale in vier Designlinien für alle Einsatzbereiche und Betriebsarten. Für den stark frequentierten öffentlichen Bereich präsentierte der Hersteller zuletzt die Linie „Sphero“ in drei Größen. Die Maxi-Variante bietet eine eingebaute „Smart-E-Hybrid-Lösung“ zur Einbindung in die digitale Gebäudewirtschaft und den Wechsel der Spülart per App: Hybrid-, Standard- oder wasserloser Modus, ganz nach aktuellem Bedarf. Wasserlose Urinale sieht Ideal Standard als wichtigen Bestandteil des Sortiments, für die eine eigene, patentierte Siphon-Technologie eingesetzt wird.

Laufen

Der Schweizer Hersteller hat sich nach eigenem Bekunden zum Ziel gesetzt, das Image von Urinalen „mit frischem, innovativem Design und cleveren Funktionen aufzuwerten“. Dazu beitragen soll zum einen das neue spülrandlose Premiummodell „Val“, wahlweise mit oder ohne Deckel. Bei Bedarf kann es mit einer elektronischen Steuerung ausgestattet werden. Zum zweiten wartet Laufen mit einem Re-Design seines Klassikers „Lema“ und einer Fortentwicklung des Urinals „Antero“ auf. Beide Modelle wurden vom Spülrand befreit und zugleich ihre Installations- bzw. Wartungsfreundlichkeit verbessert. So lässt sich etwa der Siphon werkzeuglos und ohne Demontage der Keramik wechseln. Auf den neusten Stand gebracht haben die Schweizer auch die elektronische Steuerung: Hochfrequenzsensoren und ein Bluetooth-Modul ermöglichen die Einbindung in die digitale Gebäudetechnik und eine komfortable Bedienung per Smartphone-App.

Toto

Der japanische Hersteller hat nach eigenen Angaben den Anspruch, dass sein Urinal – die Einzelserie bietet Zulauf von hinten – auf den ersten Blick das Gefühl vermittelt, dass es sich um ein sauberes Produkt handelt, dem sich der Nutzer gern nähert. Charakteristisch sind Randlosigkeit und große Ausladung, die den Blick nach unten erleichtert und damit zielführend wirkt: „Ein klarer Hygienevorteil für öffentlich genutzte Waschräume“, meint Toto. Eine Besonderheit ist die sehr harte und widerstandsfähige Glasur „CEFIONTECT“.

Vigour

Vigour bietet Urinale in fünf zeitlos-puristischen Designlinien an, die als Unterputzmodelle mit Drückerplatte oder berührungsloser Auslösung und zudem als Aufputzvariante verfügbar sind. Im Neubau – sowohl im gewerblichen als auch im privaten Bereich – sind vor allem die Unterputzvarianten gefragt, so der Anbieter aus Berlin. „Wenn Urinale im Privatbereich zum Einsatz kommen, dann zu 95 % mit Deckel“, berichtet Alexander Gelsdorf, Geschäft sführer Vigour. Vor allem für die Sanierung im Objektbereich werden AP-Modelle mit Druckspüler oder Sensorsteuerung angeboten.

Villeroy & Boch

Der Keramikspezialist aus Mettlach setzt nach eigener Aussage mit seinen Urinalen für das Privatbad „auf ganzer Linie auf Design für höchste Ansprüche an moderne, individuelle Badgestaltung“. So überzeugt die Kollektion „Venticello“ mit ihren dünnen, filigranen Kanten und präziser Linienführung. Die Deckel aus Duroplast sind mit „Soft Closing“-Funktion ausgestattet. Für den Objektbereich hat der Saarländer Hersteller mit der Serie „Architectura“ drei Modelle im Portfolio. Ihr flexibler Zulauf und der um 55 mm höhenverstellbare Ablauf vereinfacht die Montage. Weiteres Plus: Das patentierte Kartuschen-System „ViChange“ ermöglicht den werkzeuglosen Tausch des Siphons, ohne dass der SHK-Profidafür das Urinal von der Wand nehmen muss. Auf nur 30 Sekunden taxiert Villeroy & Boch die für den Siphonwechsel benötigte Zeit.

„Verkannte Spezies“

Dass das Urinal als „verkannte Spezies“, wie es bei Laufen heißt, kein Aushängeschild der Sanitärbranche ist, zeigt sich auch daran, dass es hierzulande als hygienische Lösung für das „kleine Geschäft“ im Privatbad immer noch ein Exotendasein fristet. Während Urinale im öffentlichen Bereich zum üblichen Inventar von Waschräumen gehören, beziffern alle Hersteller seinen Marktanteil am Privatkundengeschäft maximal auf einen niedrigen zweistelligen Prozentsatz. Ein entscheidender Grund dafür dürfte sein, dass häufig im Bad schlicht der Platz für ein zusätzliches Sanitärobjekt fehlt. Dort, wo Bäder genügend Raum bieten oder ein Gäste-WC vorhanden ist, scheint das Urinal jedoch zunehmend Anhänger zu finden: Der ein oder andere Anbieter vermeldet steigende Absätze bei den Produktvarianten mit Deckel. Das breite Produktangebot bietet jedenfalls gute Voraussetzungen dafür, dass sich das Urinal auch im heimischen Bad einen festen Platz erobert.

Autoren: Heinz Kaiser, freier Journalist, Hamburg; Dr. Carsten Tessmer, Regensburg

 


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