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Heizkörper im hydraulischen Gleichgewicht

Der nachträgliche hydraulische Abgleich von Heizkörpern ist ohne jegliche Berechnung möglich

Für den hydraulischen Abgleich benötigt der Handwerksbetrieb drei Komponenten: die Pumpe „Alpha 3“, ein Handy mit der App „GO Balance“ und den „Alpha Reader“. Bild: Grundfos

Der „Alpha Reader“ sitzt am Kopf der Pumpe, empfängt die Betriebsdaten der Pumpe und sendet sie ans Handy. Bild: Grundfos

Michael Schulz (links) und Markus Hanning stellten im Rahmen einer Fachpressekonferenz das Prinzip des hydraulischen Abgleichs mit der Grundfos-Lösung vor. Beide verantworten den Vertrieb Handel in Deutschland.

 

Damit alle Räume einer Wohnung oder eines Gebäudes einerseits gleichmäßig warm werden und andererseits keine Energie unnötig verloren geht, ist ein hydraulischer Abgleich unter allen wärmeübertragenden Heizflächen erforderlich. Für Heizkörper hat Grundfos nun eine Lösung entwickelt, um den hydraulischen Abgleich auf Basis der tatsächlichen Gegebenheiten vor Ort zu vereinfachen. Eine vorherige Berechnung von Voreinstellwerten mit Datenschieber oder Software ist dabei nicht erforderlich.

Folgen einer nicht abgeglichenen Anlage
Fachleute gehen davon aus, dass sich nur rund 15 % aller Heizungsanlagen in Deutschland im hydraulischen Gleichgewicht befinden. Angesichts der damit verbundenen Nachteile für die meisten Nutzer ist das ein ernüchternder Wert. Heizsysteme, die hydraulisch nicht abgeglichen sind, bieten weniger Komfort und bleiben hinter den Möglichkeiten der Effizienz zurück. Der nicht bedarfsgerechte Volumenstrom führt zu störenden Fließgeräuschen und einer unregelmäßigen Wärmeverteilung in den Räumen. Und er hat zur Folge, dass mehr Wärme erzeugt werden muss als eigentlich benötigt. „Deswegen gehört ein hydraulischer Abgleich mit dem Einbau von Durchflussmengenbegren­zern an Raumheizflächen ebenso wie der Austausch älterer Pumpen zu den wichtigsten Maßnahmen bei der energetischen Anlagensanierung“, zieht Grundfos den Schluss.
Die geltenden Normen und Richtlinien lassen keinen Zweifel hinsichtlich der Bedeutung des hydraulischen Abgleichs. EN 14336 [1] fordert, dass die Durchflussmengen in Warmwasserheizungsanlagen hydraulisch abgeglichen werden und den Planungsunterlagen entsprechen müssen. DIN V 4701-10 [2] setzt vollständig einregulierte Anlagen mit hydraulischem Abgleich voraus, und auch DIN 18380 [3] verlangt für jede Heizungsanlage die Durchführung eines hydraulischen Abgleiches.
Grundfos spürt eine Unsicherheit bei den Praktikern hinsichtlich der anzuwendenden Methode und – je nach Anlagengröße – des Aufwands. Das erkläre auch, warum ein hydraulischer Abgleich in vielen Anlagen nicht oder nur unzureichend durchgeführt werde. Die angewendeten Verfahren seien vielfältig: von rudimentären Methoden auf Basis der Heizkörpergröße über die installierte Heizkörperleistung und die überschlägige Heizlast­ermittlung in Anlehnung an DIN EN 12831 [4] bis hin zu software-basierten Näherungsverfahren.
Bei Bestandsanlagen, etwa in Ein- und Zweifamilienhäusern, kann sich ein hydraulischer Abgleich schwierig gestalten, wenn beispielsweise die Rohrnetzberechnung nicht vorliegt und der erforderliche Aufwand im Vergleich zur Gesamtmaßnahme unverhältnismäßig hoch ist. Genau für solche Fälle hat Grundfos das neue System entwickelt. Es besteht aus der Hocheffizienz-Pumpe „Alpha3“, dem „Alpha Reader“ zum Auslesen der Pumpen-Betriebsdaten und der Software-App „GO Balance“. Der Installateur kann seinen Kunden damit einen hydraulischen Abgleich anbieten, „der sich ohne großen Aufwand und ohne aufwendige Berechnungen mit eigenem Personal vor Ort durchführen lässt“.

Neue, spezielle Umwälzpumpe
Neben der aktuellen Generation „Alpha 2“ bietet Grundfos mit der neuen „Alpha 3“ ein spezielles Modell für den hydraulischen Abgleich an. Die Pumpe ist ab Werk für die Kommunikation mit dem separaten Auslesegerät „Alpha Reader“ vorbereitet.
In einer speziellen Pumpeneinstellung werden bestimmte Betriebsdaten wie Volumenstrom und Förderhöhe ermittelt und in Form von Lichtsignalen über den Pumpenkopf versendet. Der dort vorübergehend befestigte „Alpha Reader“ empfängt die Daten und überträgt sie per Bluetooth-Signal an ein Handy, auf das die Software-App „GO Balance“ installiert sein muss. Mithilfe der App lässt sich dann software-geführt Schritt für Schritt der hydraulische Abgleich aller Heizkörper im Haus vornehmen. Konzipiert ist die Lösung für den Einsatz in Zwei-Rohr-Systemen mit Heizkörpern und voreinstellbaren Thermostatventilen.
Die „Alpha 3“ ist seit November 2015 in den Baugrößen 25 und 32 für 4, 6 und 8 Meter Nennförderhöhe lieferbar. Grundfos empfiehlt das Modell speziell für Anwendungen in kleineren Anlagen wie Ein- und Zweifamilienhäusern, bei denen der hydraulische Abgleich vorgenommen werden soll. Für reine Austauschsituationen oder Anwendungen ohne hydraulischen Abgleich steht nach wie vor das Modell „Alpha 2“ zur Verfügung.

Kleines Gerät, große Wirkung
Der „Alpha Reader“ wird als separates Zubehör angeboten und ist wie auch die Pumpe seit November des letzten Jahres lieferbar. Die Anschaffung des Readers ist in der Regel nur ein einziges Mal erforderlich, da er nur während des hydraulischen Abgleichs auf dem Pumpenkopf verbleibt und danach mitgenommen und in anderen Anlagen mit „Alpha 3“-Pumpen wieder verwendet werden kann.

Hydraulischer Abgleich per Smartphone
Die App „GO Balance“ führt den Benutzer Schritt für Schritt durch den Prozess des hydraulischen Abgleichs. Zunächst wird das Tool kalibriert, indem man alle Heizkörperventile schließt und der verbleibende Volumenstrom ermittelt wird. Im zweiten Schritt werden die Heizkörper nacheinander einzeln geöffnet und der jeweils auftretende Volumenstrom bestimmt. Auf Basis der ermittelten Daten prüft die App, ob die Anlage hydraulisch abgeglichen ist und benennt für jeden Heizkörper den ermittelten und den empfohlenen Volumenstrom. Durch eine grafische Anzeige der relevanten Abweichungen in der App kann der Installateur in Echtzeit dann die entsprechenden Voreinstellungen an den Thermostatventilen vornehmen.
„GO Balance“ lässt sich im Apple-Store und bei Google Play als kostenlose App he­runterladen und auf Smartphones oder Tablets mit iOS- oder Android-Betriebssystem installieren.

Fazit
Die Grundfos-Lösung für den hydraulischen Abgleich, bestehend aus „Alpha 3“, „Alpha Reader“ und „GO Balance“, ist laut Anbieter die einzige, kommerziell erhältliche mobile Plattform. „Der Fachhandwerker kann damit bei kleineren Anlagen schnell und unkompliziert einen hydraulischen Abgleich vornehmen“, verspricht Grundfos. Hausbesitzer und Anlagenbetreiber würden von der Möglichkeit profitieren, mit einer korrekt abgeglichenen Anlage ihre Heizkosten zu reduzieren und den Komfort zu erhöhen.

Literatur:
[1] EN 14336: Heizungsanlagen in Gebäuden – Installation und Abnahme der Warmwasser-Heizungsanlagen
[2] DIN V 4701-10: Energetische Bewertung heiz- und raumlufttechnischer Anlagen – Teil 10: Heizung, Trinkwassererwärmung, Lüftung
[3] DIN 18380: VOB Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen – Teil C: Allgemeine Technische Vertragsbedingungen für Bauleis­tungen (ATV) – Heizanlagen und zentrale Wassererwärmungsanlagen
[4] DIN EN 12831: Heizungsanlagen in Gebäuden – Verfahren zur Berechnung der Norm-Heizlast
www.grundfos.de

 


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