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Ausreichende (hygienische) Luftversorgung

Voraussetzungen für einen hygienischen Betrieb von Wohnungslüftungsanlagen

Auszug aus der Checkliste „Planungs- und Installationshinweise zentrales Zu- und Abluftsystem“ (Download unter www.hygiene-wohnungslueftung.de).

Auszug aus einer Mustercheckliste für die Wartung/Inspektion eines zentralen Zu- und Abluftsystems (Download unter www.hygiene-wohnungslueftung.de).

Mithilfe eines Serviceheftes können die notwendigen Arbeiten dokumentiert werden (Download unter www.hygiene-wohnungslueftung.de).

 

Damit Wohnungslüftungsanlagen ihren Zweck mit einer möglichst hohen Effizienz erfüllen können und darüber hinaus aufgrund mangelnder Hygiene nicht zum Gesundheitsrisiko werden, erfordert ihr Betrieb u. a. eine zielgerichtete Planung und regelmäßige Wartung. Mit welchen konkreten Maßnahmen sich ein hygienischer Betrieb von Wohnungslüftungsanlagen gewährleisten lässt, ist vielen Anlagenbetreibern oft nicht bewusst und bekannt. Der nachfolgende Beitrag zeigt Maßnahmen zur Planung, Wartung und Instandhaltung auf.

Neue und sanierte Gebäude sollen ein hygienisch einwandfreies Raumklima bereitstellen und gleichzeitig effizient mit der eingesetzten Energie umgehen. Nur so kann eine Minderung von CO2-Emissionen im Wohnungsbau erreicht werden, ohne dass Abstriche im Wohnkomfort gemacht werden müssen. Die europäische Kommission sowie die Bundesregierung und die Landesregierungen haben hierzu ehrgeizige Pläne bis zum Jahr 2020 und weiter formuliert, nach denen der Energieverbrauch um 30 bis 40 % verringert werden soll. Die ventilatorgestützte Wohnungslüftung mit Bedarfsregelung und Wärmerückgewinnung kann hierzu einen maßgeblichen Beitrag leisten. Hinzu kommt, dass sich in Gebäuden, die nach aktuellen Vorschriften errichtet oder saniert wurden, aufgrund der dichten Gebäudehülle der erforderliche Luftwechsel in den meis­ten Fällen nur mithilfe einer ventilatorgestützten Wohnungslüftungsanlage sicherstellen lässt. Denn in der aktuellen Rechtsprechung tendieren die Gerichte zu der Ansicht, dass Mieter nicht zum regelmäßigen Lüften einer Wohnung verpflichtet werden können, um auf diese Weise den erforderlichen Luftwechsel zu gewährleisten.

Vor-/Nachteile durch Lüftungstechnik
Die Lüftungstechnik ist meist eine notwendige Voraussetzung dafür, dass Wohn- und Bürogebäude überhaupt genutzt werden können. Denn sie sorgt nicht nur für Frischluft, sondern außerdem durch die Abfuhr von Schadstoffen für eine gesunde und behagliche Raumluftqualität. Darüber hinaus kann durch die Abfuhr von Feuchte die Bausubstanz geschützt werden. Im Detail bietet eine Wohnungslüftungsanlage insbesondere folgende Vorteile:

  • Ausreichenden Außenluftvolumenstrom,
  • CO2- und Feuchteabfuhr,
  • Beseitigung von Geruchsstoffen,
  • Abfuhr von Verunreinigungen aus Einrichtungsgegenständen und
  • Baumaterialien,
  • Filterung von Verunreinigungen und Allergenen aus der Außenluft,
  • angenehme Raumlufttemperaturen,
  • Vermeidung von Zugluft,
  • Schallschutz.


Um beim Austausch der Raumluft Energieverluste so weit wie möglich zu vermeiden, kann ein integrierter Wärmeübertrager je nach Bauart rund 90 % Wärme von der Abluft auf die Zuluft übertragen.
Als Nachteil von Wohnungslüftungsanlagen wird manchmal die Verschmutzung der Luftkanäle genannt. Hier muss zunächst zwischen dem Kanal für die Zuluft und dem Abluftkanal unterschieden werden. Über den Zuluftkanal wird nur gefilterte Außenluft in den Raum bzw. die Räume transportiert. Daher weisen diese Leitungen keine oder nur sehr geringe Verschmutzungen auf. Die Abluftkanäle nehmen hingegen systembedingt einen Teil jenes Schmutzanfalls auf, der sich normalerweise im Wohnumfeld niederschlagen würde. Dies entlastet zwar die Innenräume entsprechend, hat aber gleichzeitig zur Folge, dass sich in diesen Leitungen über einen langen Zeitraum Staub und Schmutz ansammeln können. Daraus ergibt sich schließlich die Notwendigkeit, die Abluftkanäle periodisch zu inspizieren und je nach Schmutzanfall zu reinigen.

Anlagenplanung
Der spätere Wartungsaufwand einer Wohnungslüftungsanlage lässt sich bereits durch eine geschickte Anlagenplanung und -installation günstig beeinflussen. Dabei ist eine ganzheitliche Betrachtungsweise wichtig, wie sie die DIN 1946-6 1) vorschreibt. Darin werden alle Einflussgrößen und Systemvarianten gemeinsam mit dem Ziel eines hygienischen Raumluftzustands im Haus und im Aufenthaltsbereich bewertet.
Der Planer hat mit dem Regelwerk somit ein Werkzeug, mit dem alle lufthygienischen Fragen im Kontext mit weiteren Einflussgrößen bewertet und dokumentiert werden können. Konkret sind bei einer Anlagenplanung u. a. folgende Punkte zu beachten:

  • Korrekte Festlegung des Lüftungskonzepts, der notwendigen Außenluftvolumenströme und Auslegung der Komponenten.
  • Die Ausführung und Lage der Außenluftansaugung – also im Wesentlichen ihre Mindesthöhe über Grund bzw. über Dach – muss sicherstellen, dass die am wenigsten belastete Außenluft angesaugt wird. Kurzschlüsse mit der Fortluft und anderen Abluftsystemen (z. B. Schornsteinen) müssen vermieden werden. Eine Ansaugung direkt über Erdgleiche (Keime, Staubbelastung, Schnee) in engen Gruben und Schächten ist ebenfalls nicht zulässig.
  • Die Filterung der Außenluft muss sicherstellen, dass die Außenluft bei Zu-/Abluftanlagen möglichst staubfrei den Räumen zugeführt wird. Dazu sind Luftfilter mindestens der Klasse F5 nach EN 779 oder Pollenfilter einzusetzen und nach Anforderung durch die notwendige Filterüberwachung zu erneuern bzw. zu reinigen. Durch Konditionierung der Außenluft bzw. Dämmung der Leitungen und Gehäuse ist eine Durchfeuchtung der Luftfilter bei bestimmungsgemäßem Betrieb zu vermeiden.
  • Eine mögliche Verschmutzung des Luftleitungsnetzes ist zu verhindern. Scharfkantige und spitze Teile im Luftstrom sowie innen stark oberflächenraue Luftleitungen sind zu vermeiden. Das gilt im besonderen Maße für Außen- und Zuluftleitungen. Die Entstehung von Kondensat oder nassen Oberflächen in Außen- und Zuluftleitungen sowie in Lüftungsgeräten muss durch Dämmung der Leitungen bzw. Gehäuse verhindert werden. Die Leitungen müssen für eine Reinigung zugänglich sein.
  • Die Abluft soll in Ablufträumen wie Küche, Bad, WC schon im Luftdurchlass gefiltert werden. Das bedeutet, dass diese Filter auch wie die Filter im Lüftungsgerät regelmäßig gewartet werden müssen.

Wartung und Instandhaltung
Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten sind grundsätzlich bei allen Lüftungssystemen erforderlich. Zusätzliche Aufwendung – beispielsweise für Filter – stehen etwa durch eine allergenfreie Zuluft und somit verbesserte Luftqualität einem zusätzlichen Nutzen gegenüber und sind nicht ohne diese Aspekte zu bewerten. Besonders wichtig für die dauerhafte Sicherstellung eines hygienischen Betriebs bei Wohnungslüftungsanlagen ist die periodische Wartung. In der DIN 1946-6 werden alle in diesem Zusammenhang notwendigen Tätigkeiten und Zeitabstände sowie die Anforderungen an die Anlagendokumentation und die Einweisung der zuständigen Personen beschrieben. Der genaue Umfang der zu beachtenden Maßnahmen hängt dabei in hohem Maße vom jeweiligen Anlagenkonzept ab.
Ein Teil der erforderlichen Wartungsarbeiten kann gegebenenfalls auch vom Anlagenbetreiber selbst erledigt werden. Zu den Maßnahmen gehört u. a. ein regelmäßiger Filterwechsel. Der Wechselrhythmus wird maßgeblich von der Filterklasse und der Qualität von Außenluft und Raumluft bestimmt. Bei „normalen“ Luftqualitäten empfiehlt es sich, die Filter halbjährlich auszutauschen.
Von einem Fachhandwerker sind dagegen die Einregulierung der Anlage im Rahmen der Erstinbetriebnahme sowie in einem Turnus von zwei Jahren die Durchführung verschiedener Wartungsmaßnahmen vorzunehmen. Ein Schwerpunkt dabei ist die Inspektion des Luftverteilsys­tems und des Lüftungsgeräts bzw. der Lüftungsgeräte. Zu diesem Zweck empfiehlt sich der Abschluss eines Wartungsvertrags mit einem entsprechend qualifizierten Fachbetrieb auf Basis der DIN 1946-6.

Hilfsmittel für den hygienischen Betrieb
Neben normativen Hilfsmitteln hat der Fachverband Gebäude-Klima e. V. in Zusammenarbeit mit Firmen und weiteren Verbänden auf der Internetseite www.hygiene-wohnungslueftung.de Hilfsmittel bereitgestellt, die den hygienischen Betrieb einer Wohnungslüftungsanlage sicherstellen sollen. Dazu zählen:

  • ein Serviceheft,
  • Planungs- und Installations-
  • Checklisten,
  • Inbetriebnahmeprotokolle,
  • Wartungsvereinbarung,
  • Hinweise für die Reinigung,
  • Schulungshinweise und –unterlagen.


Autor: Claus Händel, Technischer Referent Fachverband Gebäude-Klima e. V. (FGK)

Bilder: FGK

www.fgk.de

Hygiene in der Wohnungslüftung

Der Fachverband Gebäude-Klima e. V. bietet mit der Internetseite www.hygiene-wohnungslueftung.de ein spezielles Informationsportal zu dem Thema Wohnungslüftung an. Hier werden neben Grundlagen zu Anlagenfunktionen und zur Hygiene u. a. auch Tipps und Informationen angeboten, z. B. in Form von systemspezifischen Checklisten für die Anlagenplanung und -wartung.

 

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