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Wärmewende kommt (noch) nicht voran

Die Deutsche Energie-Agentur (Dena) hat ihren Gebäudereport 2019 präsentiert. Daraus geht hervor, dass die Energiewende im Gebäudebereich weiter stagniert. Allerdings sieht die Agentur im Klimapaket viele gute Ansätze, um den Stillstand zu beenden.

Das Klimapaket der Bundesregierung könnte für eine neue Dynamik am Wärmemarkt sorgen, meint der Gebäudereport 2019 der Deutschen Energie-Agentur (Dena). Bild: Dittmar Koop

Den neuen Dena-Gebäudereport 2019 gibt es zum kostenlosen Download. Bild: Dena

 

Laut Gebäudereport stagniert die Sanierungsrate weiter bei etwa einem Prozent pro Jahr, obwohl zum Erreichen der Klimaziele mindestens 1,5 Prozent notwendig wären. „Es ist höchste Zeit, dass die Energiewende im Gebäudebereich wieder Fahrt aufnimmt“, sagt Andreas Kuhlmann, Vorsitzender der Dena-Geschäftsführung. „Im vergangenen Jahrzehnt ist wenig passiert.“
Das Klimapaket der Bundesregierung enthält laut Dena aber viele gute Ansätze, um den Stillstand zu beenden. Zusammen mit Innovationen wie der seriellen Gebäudesanierung und smarten Technologien könne die Energiewende im Gebäudesektor sogar zu einem Erfolgsmodell werden. Wichtig sei, dass die Maßnahmen jetzt rasch umgesetzt würden, um die Unsicherheit im Markt und die abwartende Haltung der Eigentümer zu überwinden.

Bauland ist Preistreiber
Der Gebäudereport enthält Zahlen, Daten und Analysen zu den Aspekten Gebäudebestand, Energieverbrauch, Energieeffizienz und Klimapolitik. Die Herausforderungen beim Bau von bezahlbarem Wohnraum in Großstädten führt der Report insbesondere auf hohe Grundstückspreise zurück. Seit dem Jahr 2000 sei etwa der Durchschnittspreis pro m2 Bauland um 46 Prozent gestiegen. Energieeffizienzmaßnahmen hätten dagegen, anders als häufig angenommen, kaum Auswirkungen auf die Miet- und Immobilienpreise. Hohe energetische Standards und niedrige Energieverbräuche führten vielmehr langfristig zu einer Kostenentlastung.

Preistreiber Energiekosten
2018 stiegen die Energiekosten privater Haushalte deutlich an, vor allem wegen höherer Preise für Heizöl. Hinzu kommt der zunehmende Absatz von Klimaanlagen, der sich bislang noch auf Nichtwohngebäude konzentriert. Die Zahl der verkauften Geräte ist von 120000 im Jahr 2009 auf 200000 im Jahr 2018 angewachsen.
Der Report nennt verschiedene Maßnahmen und Technologien, mit denen die Klimaziellücke im Gebäudebereich geschlossen werden kann. Dazu gehören zum Beispiel innovative Geschäftsmodelle wie serielles Sanieren und Energiespar-Contracting, die schnelle Markteinführung von strombasierten, erneuerbaren Brennstoffen, digitale Lösungen und Künstliche Intelligenz für mehr Energieeffizienz sowie ökologische Stadterneuerung und neue Ansätze auf der Quartiersebene.

Den Gebäudereport gibt es zum kostenlosen Download hier!

 


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