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„Wir haben keine Probleme, gute Auszubildende zu finden“

Das Familienunternehmen Pöppl in Bayern hat klare Einstellungsvoraussetzungen und profitiert von Betriebspraktika

Badplanung- und Organisation von A bis Z: Arnold Pöppl und seine Tochter Isabell präsentieren ihren Kunden am Bildschirm das Badezimmer der Zukunft. Bild: IKZ

Geschäftsführer Arnold Pöppl beim Kundeninformationstag im Mai 2018. Bild: Pöppl

Isabell und Arnold Pöppl zeigen IKZ-Redakteur Markus Münzfeld einen Magnetitabscheider. Bild: IKZ

Sehr gut durchstrukturiert: das Lager des SHK-Betriebs Pöppl in Nittenau. Bild: IKZ

Der Betrieb ist eine Plusenergiefirma. „Wir erzeugen mit unserer Gebäudehülle 15 000 kW mehr, als wir zum Heizen und an Strom benötigen“, berichtet Arnold Pöppl. Bild: IKZ

Gruppenbild der Mitarbeiter der Arnold Pöppl GmbH. Bild: Pöppl

 

Es ist ein Satz, der im Handwerk selten zu hören ist: „Wir haben keine Probleme, gute Auszubildende zu finden.“ Arnold Pöppl spricht aus Überzeugung. Warum sein Betrieb in Nittenau (Bayern) entgegen dem Trend keine Nachwuchssorgen hat und über den SHK-Bereich hinaus auf regenerative Energien sowie auf Beregnungstechnik spezialisiert ist, berichtet der Geschäftsführer im Gespräch mit der IKZ-Redaktion.

Darauf zu warten, dass sich ein junger Mensch um eine Ausbildung als Anlagenmechaniker bewirbt, ist oft vergebens. „Viele Schülerinnen und Schüler können sich heutzutage kaum etwas unter diesem Berufsbild vorstellen“, sagt Arnold Pöppl. Genau da müsse der Hebel angesetzt werden. Pöppl nennt zwei Beispiele, wie das Handwerk ins Bewusstsein der Jugendlichen gerückt werden kann: Zum einen beteiligt sich der Fachverband SHK Bayern an der Nachwuchskampagne „Zeit zu starten“ unter Federführung des ZVSHK. Diese Aktion verfolgt das Ziel, Schüler/-innen mit Informationsmaterialien für eine Berufswahl im Handwerk (SHK-Anlagenmechaniker, Behälter- und Apparatebauer, Klempner sowie Ofen- und Luftheizungsbauer) zu begeistern. Zum anderen besuchen laut Pöppl speziell geschulte Lehramtsanwärter Mittel- und Realschulen in Bayern und erläutern den Jugendlichen detailliert den Beruf des Anlagenmechanikers. „Das Konzept ist auf die 8. Klassen zugeschnitten“, berichtet Pöppl, der u. a. im Arbeitskreis Schule / Wirtschaft der Kreishandwerkerschaft Schwandorf mitwirkt.
Berufsbildungswochen an Schulen zu nutzen, um über das Handwerk aufzuklären – „diese Initiative trägt Früchte“, sagt Pöppl und stützt seine Meinung mit Zahlen. Mehr als 2500 Jugendliche seien so im Vorjahr erreicht worden. „Und allein in der Innung Schwandorf konnten 30 % mehr Auszubildende gegenüber dem Vorjahr eingestellt werden.“ Auch sein Betrieb mit insgesamt 17 Mitarbeitern partizipiert. Acht bis zehn Schüler würden pro Jahr ein Praktikum durchlaufen, später im Idealfall zwei ihre Ausbildung beginnen. Pöppl hat aber klare Einstellungsvoraussetzungen: „Entweder die mittlere Reife oder ein qualifizierter Mittelschulabschluss mit guten Noten.“ Andernfalls könne die Gesellenprüfung kaum bestanden werden.

Bewertungsplattform auf der Homepage
Wer sich für eine Ausbildung im SHK-Handwerk entscheidet, der sucht sich gezielt seinen künftigen Arbeitgeber aus – sei es über persönliche Kontakte, über soziale Medien oder über die Internetseite. Auch die Arbeitskollegen und das Betriebsklima spielen eine große Rolle, ist Pöppl überzeugt. Nicht nur, um jungen Menschen eine moderne Plattform zu bieten, hat der Geschäftsführer in die Homepage investiert (etwa 10 000 Zugriffe im Jahr). Und noch dazu eine Bewertungsplattform einbauen lassen, über die Kunden und Interessierte das Portal „wirsindhandwerk.de“ erreichen. Der Firmenchef ist stolz über die 5-Sterne-Bewertungen und hat darüber hinaus vor wenigen Monaten eine anonyme Kundenzufriedenheitsumfrage starten lassen. Darin werden u. a. die Freundlichkeit und Zuverlässigkeit der Mitarbeiter, die fachliche Kompetenz der Beratung, die Schnelligkeit der Angebotserstellung, die Qualität der gelieferten Produkte und die Sauberkeit der Montage abgefragt. Mit nahezu jeder Rechnung ging die Umfrage raus, mehr als 200 Rückläufer gibt es bereits. „Aktuell sind wir sehr zufrieden, fast alle Befragten sind begeistert“, berichtet Pöppl. Zunächst sollen weitere Rückmeldungen abgewartet werden, dann will der Betrieb die Ergebnisse für das zukünftige Marketing nutzen. Die Auswertung belege schon jetzt, dass die Kunden „den Service, die hochwertige Arbeit und das Preis-Leistungs-Verhältnis sehr schätzen“.

Gezielte Informationen statt „Tag der offenen Tür“
Die enge Kundenbindung erfolgt nicht nur übers Netz oder mit postalischen Befragungen, sondern natürlich auch im persönlichen Gespräch. Im Mai dieses Jahres lud das Handwerksunternehmen aus Nittenau seine Bestandskunden und Interessierte zu einem Informationstag mit drei Themenblöcken ein: barrierefreie Bäder, Heizung 4.0 und aktuelle Heizförderprogramme. Etwa 150 Menschen kamen und Pöppl ist bis heute begeistert: „Das war eine der interessantesten Veranstaltungen, die wir je durchgeführt haben. Der Aufwand hielt sich im Rahmen, der Erfolg war klasse.“ In der Folge konnten neue Aufträge generiert werden, darunter zehn Badsanierungen und mehrere Einbauten von Pelletheizungen. Das Format soll einmal im Jahr mit aktuellen Themen fortgesetzt werden – anstelle des „Tages der offenen Tür“.
Einen hohen Nutzen zieht das Familienunternehmen, das hauptsächlich im Sanierungs- und weniger im Neubaubereich tätig ist, aus dem aktuell hohen Sanierungsbedarf. Pöppl ist selbst für schlechtere Zeiten gewappnet, weil sein Betrieb breit aufgestellt ist. Das Kerngebiet bilden Komplettbäder, Sanitär und Heizung, darüber hinaus der Einbau von Photovoltaikanlagen mit Speichertechnik – in der Regel bis 10 kW für Ein- und Zweifamilienhäuser. Ein Zusatzgeschäft ist die automatisierte Beregnungstechnik. „Auf diesem Gebiet haben wir uns zu einem Spezialisten in unserer Region entwickelt“, sagt der Firmenchef. Eher zufällig als beabsichtigt: Ausgangspunkt war ein Kunde, dessen Schwimmteich die Pöppl-Monteure betreuten. Schließlich verlegten sie noch eine Beregnungsanlage und setzten ein computergesteuertes System für den neu gestalteten Garten ein. Der Kunde sei so begeistert und zudem gut vernetzt gewesen, dass er den SHK-Betrieb kurzerhand weiterempfahl. Pöppl: „Jetzt planen wir Beregnungsanlagen, stellen die Regler entsprechend ein und programmieren die Computer – fünf bis zehn Anlagen pro Jahr. Eine Nische.“

Isabell Pöppl ist Heizungsbaumeisterin
Optimale Zukunftsperspektiven also. Und das nicht nur aufgrund der aktuell guten Auftragslage, sondern weil die Unternehmensnachfolge gesichert ist. Denn mit Tochter Isabell Pöppl, Installateur- und Heizungsbaumeisterin (mit Bayerischem Meisterpreis), rückt hochqualifizierter Nachwuchs aus der Familie nach. Zudem seien die Monteure durch zusätzliche Lehrgänge (z. B. SHK-Kundendiensttechniker oder Fachkraft für kontrollierte Wohnraumlüftung) sehr gut geschult. Pöppl: „Mit einem starken Team von qualifizierten und motivierten Mitarbeitern werden wir die Herausforderungen der Zukunft meis­tern.“
Wo liegen die Herausforderungen und was wünscht sich der SHK-Unternehmer für die Zukunft? „Marktreife Technik seitens der Industrie“, sagt Arnold Pöppl, der Vorstandsmitglied im Fachverband SHK Bayern ist. „Außerdem sollten Heizungssysteme hergestellt werden, die unsere Monteure auch im Hinblick auf die umfassende Elektronik und die Vielzahl der eingesetzten Komponenten noch beherrschen und reparieren können.“ Längst keine Einzelmeinung, sondern ein weit verbreiteter Standpunkt.

www.arnold-poeppl.de

 

Daten und Fakten

  • Geschichte: Das Gründungsjahr des SHK-Betriebs in Nittenau (Landkreis Schwandorf) liegt mehr als 80 Jahre zurück – genau gesagt im Jahr 1930. Aktuell wird das Familienunternehmen in dritter Generation geführt.
  • Kerngeschäft: Bäder, Sanitär, Heizung, Spenglerei, Photovoltaik (mit Stromspeicher) sowie Beregnungsanlagen.
  • Mitarbeiter: 17, davon 12 Monteure und 2 Auszubildende.
  • Besonderheit: Die Pöppl GmbH ist auf vielen Sektoren aktiv. Im Bereich der regenerativen Energietechniken ist man laut Geschäftsführer Arnold Pöppl ein Vorreiter in der Region. Der eigene Betrieb ist mit PV-Anlagen und Speichertechnik ausgestattet und sei somit eine Plusenergiefirma. „Wir erzeugen mit unserer Gebäudehülle 15000 kW mehr, als wir zum Heizen und an Strom benötigen“, so Pöppl.

 

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Markus Sironi
Chefredakteur

 

 

 

 


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