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Wannen in vielen Designs

Mineralgusswannen bieten Lösungen von der stilvollen Sanierung bis zum Designbad

Das fugenlose Hybridmaterial bietet bei der „Floatation“-Wanne körpergerechten Liegekomfort mittels einer eingearbeiteten Stufe, die auch als Fußstütze oder Kindersitz dient. Bild: Toto

Die Bandbreite des Designs zeigt „Sonar“ mit dem feinen Riffel-Muster und der fließend eingearbeiteten Armaturenbank. Bild: Laufen

„viu“ aus hochglänzend weißem Acryl kontrastiert mit einem schwarzen (oder hellen) Metallrahmen. Bild: Duravit

„The New Classic“ bedient den Retro-Stil. Bild: Laufen

Vorwand-Badewanne „Oberon“ aus Quaryl, ein Mix aus Quarz und Acryl, wahlweise mit Wassereinlauf integriert im Überlauf und Haltegriff auf dem Rand. Bild: Villeroy & Boch

Kompaktwanne „Mastello“, ergonomisch ausgeformt aus Mineralwerkstoff unter dem Herstellername „Flumood“. Bild: Antonio Lupi

Die transparente, dennoch widerstandsfähige Kunstharzmischung, die Antonio Lupi „Cristal­mood“ nennt, macht die Wanne „Reflex“ zum Hingucker. Bild: Antonio Lupi

Mineralwerkstoff ermöglicht bei „Hammam“ weiche Formen, dünne Wandstärken und warme Oberflächenhaptik. Bild: Rexa

 

Wannen aus Mineralguss überzeugen in vielerlei Hinsicht im Neubau oder in der Sanierung: Aufgrund des stabilen Verbundwerkstoffs sind elegante und ausgefallene frei stehende Modelle verfügbar, die selbsttragend sind und ohne Gestell oder verkleideten Sockel auskommen; das macht sie zu besonderen Designobjekten in jeder Badplanung. Auch als Einbaulösung tragen sie mit ihrer Haptik und fließenden Formen zur Aufwertung im Bad bei. Einige frei aufgestellte Modelle bieten sogar integrierte Ablagen, die mit dem übrigen Material fugenlos verschmelzen. Ein relativ neuer Aspekt der Badplanung sind maßgerechte Anpassungen des Badobjekts.

In den 70er-Jahren brachen Acrylwannen die bisherige Dominanz von Stahl­emaille- und Gusseisen-Wannen aus länger zurückliegenden Jahrzehnten, und es gelang ihnen zweierlei: Formen nie gekannter Vielfalt kamen mit dem leicht zu verarbeitenden Kunststoff in die Bäder und nicht zuletzt auch Farbe. Zugleich beschädigten viele instabile Acrylwannen aber den Ruf von Kunststoff im Bad – Kunden bemerkten die Anfälligkeiten der nicht gerade robusten Oberflächen und dünnen Formschalen, die erheblich an Wertigkeit verloren.
Sprung in die Gegenwart: Während der Impuls von innovativer Formgebung und Farbe auf die Produzenten der Stahlemail-Wannen überging, sie also auch mit Design experimentierten und aus der herkömmlichen Kastenform ausbrachen, gelang den Verarbeitern von Kunststoff für Badewannen ein kleines Kunststück: Die neuen Mineralgusswannen mussten sich nicht für Acryl und Kunstharz rechtfertigen, die zu einem erheblichen Teil in ihren Produkten stecken. Bei ihnen stand das pure Design und die angenehme Haptik des „warmen“ Materials im Vordergrund. Da es zudem gelang, Mineralgusswannen als wertige Badobjekte zu positionieren und dies auch durchzuhalten, sind sie heute für Handel ebenso wie für Verarbeiter attraktiv. Bei den Badkunden sorgten wohl nicht zuletzt Stichworte wie Mineralien und Quarz für ein gutes Image, schließlich ist auch bei manchen Mineralgussmischungen von Marmormehl die Rede. Im Englischen spricht man von „Solid State“, also massiv-stabilen Badobjekten, was von vornherein ziemlich vertrauenerweckend klingt.

Besondere Lösungen
Das Material, das auch gelegentlich als Hybridwerkstoff bezeichnet wird, weil sich in ihm harte Mineralien (in Pulverform) mit Produkten der organischen Chemie mischen, ist in vielfältiger Weise bemerkenswert: Der synthetische Anteil verleiht ihm eine gewisse „gefühlte“ Wärme, die mineralischen Bestandteile eine große Solidität und Härte gegenüber Abnutzung, die Mineralgusswannen können sich nicht verziehen, sie vibrieren nicht wie der Boden mancher Acrylwanne aus alten Tagen (die ja meist zur Stabilisierung Platten auf die Innenseite des Wannenkörpers aufgeklebt bekamen oder zusätzlich hinterschäumt wurden), sie sind vielfach schwerer als Stahlwannen, punkten allerdings mit einem besonderen Zusatznutzen: Anpassungsfähigkeit aufgrund der besonderen Formbarkeit, die mal eine Ecke weniger, an anderer Stelle ein paar Zentimeter mehr bedeuten kann. Zudem lässt sich der homogene, durchgefärbte Mineralwerk­stoff bohren, sodass bei geeigneten Objekten Armaturen auf dem Rand montiert werden können. Vor allem die fugenlose Verbindung der Wannenform mit maßgefertigten Badmöbeln im Anschluss oder die Integration in eine Oberfläche, die in beiden Fällen aus demselben Werkstoff gefertigt sind, macht das Material für ideenreiche Badplaner interessant.
Die Tatsache, dass Corian & Co. mit entsprechenden (Schreiner-)Werkzeugen auch nachträglich bearbeitet werden kann und in der Herstellung gewisse Anpassungen möglich sind, preisen einige Hersteller inzwischen ganz offensiv an: die Wanne auf Maß. So lassen sich spezielle Lösungen für besondere Anforderungen und Raummaße realisieren, gerade wenn es sich im Falle einer aufwendigeren Sanierung um ausgefallene Grundrisse handelt und der Kunde nichtsdestotrotz eine homogene, geschlossene Einbausituation für Wanne oder Waschtisch verlangt.
Die Anpassungsfähigkeit von Mineralguss und Mineralwerkstoffplatten, die perfekt zu den Wannen passen und mit ihnen verschmelzen können (z. B. wenn die Mineralgusswanne in ein maßgefertigtes Podest eingelassen wird), bietet Badplanern in der Praxis vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten. Es lassen sich damit Lösungen realisieren, nicht zuletzt in der hochwertigen Altbausanierung oder beim Austausch eines in die Jahre gekommenen Badezimmers aus den 70er- und 80er-Jahren, die auf die Situation vor Ort perfekt eingehen. Bei besonders kniffligen Raumsituationen, beispielsweise im Erker unter der Dachschräge, bewähren sich frei stehende Mineralgusswannen darüber hinaus, weil sie in ihrer kompakten und selbsttragenden Form auch diagonal aufgestellt schlank wirken und gut aussehen. So lässt sich z.  B. manche Ecke im Altbaubad noch nutzen, die mit Standard-Rechteckwannen im verkleideten Sockel schlecht zu erschließen ist.
„Bei den Neuheiten aus dem Bereich der innovativen Werkstoffe stehen die dynamischen Formen im Vordergrund. Viele design-orientierte Hersteller haben italienische Wurzeln, sich aber mit ihren aufmerksamkeitsstarken Objekten hierzulande gut im Markt eingerichtet. So wölben sich Wannen in vielen Formen, Kanten schwingen nach außen und Ablagen werden harmonisch integriert. Die Möglichkeiten von Mineralguss sind längst nicht ausgereizt, davon scheinen die Designer und Hersteller überzeugt zu sein.“ 

Autor: Heinz Kaiser, Hamburg

 

Was steckt hinter Mineralguss und Mineralwerkstoffen?
Fast jede Messe bringt neue Namenskreationen der jeweiligen Herstellermarken, beispielsweise „DuraSolid“ oder „Duralight“ (beide dahinter stehenden Marken haben nichts miteinander zu tun), während in der breiten Öffentlichkeit Corian als der bekannteste Mineralwerk­stoff zählen kann. Corian wird allerdings überwiegend in Plattenform vom Hersteller Dupont geliefert und dann weiterverarbeitet, ähnlich wie der Mineralwerkstoff Varicor. Gleich mehrere italienische Designmarken setzen einen Werkstoff mit dem Eigennamen Cristal­plant ein, eine deutsche Traditionsmarke nennt ihre eigene Mischung Quaryl. Allen gemeinsam ist, dass die flüssige Mischung, die in die Designform (eine Art Matritze) gegossen wird, aus etwa 60 % Quarzsand, Gesteinmehl oder einem mineralischen Produkt der Bauxit-Gewinnung (Aluminiumtrihydrat) besteht. Den Rest machen Kunstharze und Farbpigmente aus. Die Mischung ist von Marke zu Marke verschieden, bei Cristalplant biobased sind Mineralien und verbindende Harze laut Hersteller Nicos International zu gleichen Anteilen 50-50 enthalten. Das Besondere sei hier, betont der Hersteller, der aus pflanzlichen Rohstoffen gewonnene Anteil. Verarbeiter sind beispielsweise Agape, Antonio Lupi und Falper. Antonio Lupi hat jüngst eine weitere Kunstharzmischung vorgestellt, Cristalmood, die sowohl transparent als auch widerstandsfähig sein soll. Eine Variante aus den Laboren von Nicos ist Ceramilux, das Mineralguss mit einer harten, glänzenden Oberflächenbeschichtung aus Polyesteracrylat kombiniert. Diese ist auch als Gelcoat bekannt. Eine solche Ummantelung mit einem zweiten Material, das sich im Herstellungsprozess mit dem Gusswerkstoff verbindet, verwendet auch Laufen bei seinem Produkt Marbond.

 

 

 

 


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