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Von BIM bis Nachhaltigkeit

Über Trends in der Bauindustrie informierte die Symposium- und Netzwerkveranstaltung „BIGGEXCHANGE“

Rund 280 Gäste folgten der Einladung von aquatherm zur ersten Symposium- und Netzwerkveranstaltung „BIGGEXCHANGE“.

„Die Zukunft des Bauens liegt im Bereich der Vorfertigung samt integriertem BIM“, erklärte Professor David Chua Kim Huat von der National University of Singapore über BIM im Zusammenhang mit fertigungs- und montagegerechter Produktgestaltung.

Einige weitere Referenten der Veranstaltung, v. l.: Dr. Matthias Jacob, Dipl.-Ing. Manfred Lippe, Matthias Horx.

Dirk Rosenberg, Geschäftsführung aquatherm.

 

Building Information Modeling (BIM), Digitalisierung und weitere Trends der Bauindustrie sowie des Anlagenbaus standen vom 11. bis 13. September im Fokus der ersten Symposium- und Netzwerkveranstaltung „BIGGEXCHANGE“, zu der das Unternehmen aquatherm Gastgeber war. Rund 280 Personen folgten der Einladung zum Firmensitz ins südliche Sauerland nach Attendorn.

„Intensive Kommunikation zwischen Menschen führt dazu, dass heutige Visionen morgen schon in die Realität umgesetzt werden können“. Mit diesen Worten erklärte Dirk Rosenberg, zusammen mit seinen Brüdern Maik und Christof Geschäftsführer von aquatherm, dass der Austausch und das Netzwerken zwischen Personen ein wichtiger Faktor für die Umsetzung von Prozessen ist. Dieses Ziel – die Kommunikation untereinander zu stärken – wurde den Gästen bereits durch den Veranstaltungsnamen verdeutlicht: So verbirgt sich in „BIGGEXCHANGE“ das Wort „Exchange“ als Ausdruck für Austausch und Netzwerken. Doch der Name bedeutet noch mehr: So weist „Change“ auf den permanenten und immer schneller werdenden Wandel hin. „Big“ steht zum einen für große Gebäude, die durch die zunehmende Urbanisierung und im Hinblick auf Nachhaltigkeit eine immer bedeutendere Rolle spielen, zum anderen für die führenden Menschen in der Bauindustrie und im Anlagenbau, an die sich die Veranstaltung richtete. Darüber hinaus gab es noch einen lokalen Bezug: Der Fluss, der durch das Veranstaltungsgelände fließt, trägt den Namen „Bigge“.

Experten aus Architektur, Industrie und Wissenschaft
Die Mehrheit der Teilnehmenden stammte aus Deutschland, rund ein Drittel der ­Gäste hatte für die Veranstaltung eine weite Anreise auf sich genommen: Aus den USA, Südkorea, China, Finnland und sogar Neuseeland führte sie der Weg nach Südwestfalen. Belohnt wurden die Teilnehmenden dafür von insgesamt 16 Experten aus Architektur, Industrie und Wissenschaft, die den Zuhörenden in ihren Vorträgen viele neue Sichtweisen auf ganz unterschiedliche Themengebiete eröffneten. Einen Schwerpunkt bildete dabei BIM, das von verschiedenen Seiten beleuchtet wurde: Beispielsweise sprach Professor David Chua Kim Huat von der National University of Singapore über BIM im Zusammenhang mit fertigungs- und montagegerechter Produktgestaltung. „Die Zukunft des Bauens liegt im Bereich der Vorfertigung samt integriertem BIM“, erklärte er und untermauerte seine Aussage durch zahlreiche Praxisbeispiele.
Dr. Nicolai Ritter, Partner am Berliner Standort der internationalen Anwaltssozietät CMS, sprach über BIM und Recht. „Diese Methode der optimierten Planung, Ausführung und Bewirtschaftung von Gebäuden mithilfe von Software ist weder rechtlich problematisch, noch wirft sie neue rechtliche Risiken auf“, erklärte er. „Allerdings ist es erforderlich, die rechtlich anwendbaren Regeln richtig zu erfassen und BIM zutreffend abzubilden.“ In seinem Vortrag gab er u. a. Tipps zur Vertragsgestaltung, zu Honoraren und Haftungsfragen.
Wie innovative Werkzeuge die Branche verändern, zeigte Dr. Matthias Jacob von der Implenia Hochbau GmbH. Der Experte für Bauwesen und Bauabläufe stellte u. a. 3D-gedruckte Betonhäuser, ein digitales Holzbauverfahren mithilfe von Robotern und die Bestandserfassung durch Drohnen vor, die immer größere Bedeutung in der Baubranche erfährt.
Mit Blick durch die Praxisbrille betrachtete Dipl.-Ing. Manfred Lippe den gebäudetechnischen Brandschutz als Herausforderung für die planenden und ausführenden Gewerke. Dazu ging der öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige für den baulichen und anlagentechnischen Brandschutz auf die Umsetzung der baurechtlichen Vorgaben im nationalen und europäischen Umfeld ein. Der Fokus lag dabei auf den brandschutztechnischen Schnittstellen zwischen dem Hochbau und dem gebäudetechnischen Brandschutz von Leitungsanlagen.
Last but not least stieß auch die Rede von Zukunftsforscher Matthias Horx auf großes Interesse, der verschiedene Megatrends, die dazu gehörenden Gegentrends und daraus resultierende Synthesen erläuterte. Die weiteren Experten lieferten dem Publikum ebenfalls zahlreiche Denkanstöße, wie Arab Hoballah, der 25 Jahre für die Vereinten Nationen als Experte für Urbanisierung und Nachhaltigkeit tätig war. „Wir haben die Technologie, um nachhaltig zu wirtschaften, aber wir nutzen sie nicht“, stellte er fest. Er sieht besonders die Entscheider in der Politik in der Verantwortung, an dieser Situation etwas zu ändern.

Bilder: aquatherm

www.biggexchange.com

Nachgefragt
IKZ-Fachplaner: Was gab Ihnen den Impuls für die Symposium- und Netzwerkveranstaltung?
Dirk Rosenberg: Wir haben uns bereits vor rund zwei Jahren mit den Anforderungen, den Herausforderungen und infolge dessen natürlich auch mit den Potenzialen der internationalen Baubranche beschäftigt. Um diese Potenziale optimal nutzen zu können, war uns schnell klar, dass der Austausch zwischen den Menschen von großer Wichtigkeit ist. Diese Erkenntnis führte uns zur Grundsteinlegung der ersten ­BIGGEXCHANGE.

IKZ-Fachplaner: Neben den Symposiumthemen stand somit das Netzwerken im Fokus der Veranstaltung. Welche Gewichtung hat für Sie die Kommunikation zwischen den im Bauprozess beteiligten Personen?
Dirk Rosenberg: Der Austausch innerhalb der internationalen Baubranche ist von immenser Bedeutung, schließlich kann sich die Bauindustrie nur in ihrer Gesamtheit den Herausforderungen der Zukunft stellen. Ein Werkzeug wie BIM ist zwingend notwendig, aber kein Allheilsbringer. Es braucht vor allem den Menschen, um jegliche Prozesse zu gestalten und zu steuern.

IKZ-Fachplaner: Wird es eine Fortsetzung von „BIGGEXCHANGE“ geben? Wenn ja, was könnten dann treibende Themen werden?
Dirk Rosenberg: Wir werden die Marke BIGGEXCHANGE definitiv aktiv weiterhin gestalten und denken bereits über eine Folgeveranstaltung nach, schließlich ist die Begeisterung bei allen Beteiligten nach der ersten BIGGEXCHANGE groß. Eine solche Veranstaltung wird sich sicherlich wieder mit den Potenzialen der Zukunft beschäftigen und die Themen in den Mittelpunkt stellen, mit denen sich die Branche zu dieser Zeit besonders beschäftigt. Die Ausrichtung und auch die Lokation können sich dabei durchaus verändern.

 

 

 

 


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