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In guten für schlechte Zeiten vorsorgen

Das Unternehmen Renzing Sanitär- & Heizungstechnik aus Dortmund ist auch an der Fertigung von Beschichtungsmaschinen beteiligt

Im Büro: Inhaber Björn Olsen ist im April 2016 in das Unternehmen Renzing eingestiegen.

Jungchef Björn Olsen (rechts) und Urgestein Jörg Grothstück, seit 45 Jahren im Betrieb, vor dem Unternehmen in Dortmund.

 

Renzing ist im Dortmunder Süden ein bekannter Name, sagt Björn Olsen. Er hat bei Renzing Sanitär- und Heizungstechnik erfolgreich seine Lehre abgeschlossen und den Betrieb im April 2016 übernommen. Seitdem ist der Installateur- und Heizungsbauermeister Chef von acht Mitarbeitern – sechs Monteuren und zwei Bürokräften. Warum das Unternehmen auch Maschinen baut und vor welchen Herausforderungen es steht, erzählt Björn Olsen im Gespräch mit der IKZ-Redaktion.

Was wünschen Sie dem Unternehmen für die Zukunft? Die Antwort lässt nicht lange auf sich warten und ist nachvollziehbar: „Dass es ähnlich gut läuft wie derzeit.“ Viele Aufträge liegen auf dem Tisch. Kunden müssen sich auf etwa drei Wochen Vorlaufzeit einstellen – Notfälle natürlich ausgeklammert. Olsen redet nicht lange um den sprichwörtlich heißen Brei: „Wir erleben zurzeit einen Boom.“ Der Geschäftsführer weiß aber: das muss nicht so bleiben. Aus der Hochkonjunktur kann normales Tagesgeschäft werden, aus „business as usual“ ein leidiger Abschwung. Daher will der Betrieb in guten Zeiten für schlechte vorsorgen – und gewappnet sein. Olsen: „Wir sind breit aufgestellt.“

Privat- und Industriekunden

Kein Zweifel: Sanitär und Heizung bilden das Kerngeschäft des Fachbetriebs. „Wir helfen bei der Umsetzung der Badplanung, warten Heizungsanlagen und Sanitäreinrichtungen, befreien Abflüsse von Verstopfungen und übernehmen kleinere und größere Reparaturen“, berichtet Olsen. Das Aufgabenspektrum umfasst aber noch weit mehr, wie z. B. die Überprüfung von Trinkwasserspeichern. In der Heizungstechnik reicht die Bandbreite von Wartungen und Einbauten von Gas- und Ölbrennwertanlagen über den Einbau von Solaranlagen bis hin zu Gebrauchsfähigkeitsprüfungen der Gasinstallation. Im Fokus stehen Privat- wie auch Industriekunden. Olsen: „Wir arbeiten für zwei Stahlwerke in der Nähe.“ Dort geht es um Instandhaltungen, zum Teil auch um Neuerrichtungen – angefangen von kaputten WC-Sitzen bis hin zur Grunderneuerung der Hauptwasserleitung einer Fabrikhalle. „Vom Neubau lasse ich dagegen die Finger“, sagt der 29-jährige Jungchef und ergänzt: „Der Arbeitsmarkt erlaubt es, wählerisch zu sein.“Aus diesem Grund sind seine Mitarbeiter nicht allein auf Armaturenwechsel und Heizungswartungen spezialisiert. „Wir sind auch Prozessbeteiligte bei der Fertigung von vier bis fünf Meter langen Beschichtungsmaschinen, die innerhalb Europas, aber auch an Werke in Amerika oder Russland verschifft und verkauft werden“, erzählt Olsen. An einer Beschichtungsmaschine arbeiten u. a. Schlosser, Elektriker und Pulverbeschichter. Die Renzing-Monteure sind für die Beschichtungslinien verantwortlich. Olsen: „Wir installieren Rohrleitungen für Heizkreise, in denen das Beschichtungswasser aufgeheizt wird. Außerdem wird die direkte Beschichtungsrinne verrohrt. Zudem wird über Magnetventile die Nachfüllung der Tanks gewährleistet sowie über einen Systemtrenner nach DIN EN 1717 die Nachspeisung der zwei Heizkreise. Bei manchen Maschinen – je nach Auslieferungsland und Ausstattung – werden größere Schaltschränke verbaut, die wir über einen Wärmeübertrager kühlen müssen.“ Pro Jahr ist der Betrieb im Durchschnitt an der Produktion von 15 Beschichtungsmaschinen beteiligt. Im Vorjahr waren es sogar 24.Ein gutes Auftragspolster und eine breite Expertise schützen aber nicht vor Alltagssorgen. Bürokratielast, Datenflut, Vorschriften – was Olsen aufzählt, hört die IKZ-Redaktion nahezu in jedem Betriebsgespräch vor Ort. Vor allem die Datenschutz-Grundverordnung ­(DSGVO) wurmt den Firmeninhaber aus Dortmund: „So eine Verordnung ist nichts für Handwerker.“ Umgesetzt hat Olsen die Richtlinie natürlich trotzdem, in dem u. a. die Homepage aktualisiert worden ist.

Prämien für besondere Leistungen

Ein typischer Arbeitstag in dem Acht-Mann-Betrieb beginnt um 7 Uhr mit der Einteilung der Monteure für die jeweiligen Aufgaben – die Koordination größerer Projekte erfolgt natürlich über einen längeren Zeitraum. Gegen 16 Uhr ist Feierabend, wobei die Mitarbeiter nicht vor Überstunden scheuen, berichtet Olsen. Seine Fachkräfte lobt der Geschäftsführer ebenso in den höchsten Tönen wie das Betriebsklima. „Trotz der Arbeitsbelas­tung ist die Stimmung top.“ Dazu sollen Schulungen bei Fachpartnern, Betriebsfahrten, Grill­abende im Sommer oder die Weihnachtsfeier beitragen. Und: „Für besonders gute Leistungen werden auch Prämien ausgezahlt.“Eine weitere gute Nachricht steigert die Stimmung noch: Nach monatelanger Suche ist ein zweiter Auszubildender gefunden worden. Er bewarb sich, nachdem er einen Beitrag über Joscha Kersting im Radio gehört hatte. Kersting schilderte einem Sender seine Tätigkeit und soll bei Renzing im Anschluss an seine Ausbildung als Anlagenmechaniker übernommen werden. Der neue Azubi wurde so auf den Betrieb aufmerksam, stellte sich vor und arbeitet seit September in der Firma. Zwei echte Glücksfälle.

Taifun-Branchensoftware

Für die jungen Mitarbeiter wird die Digitalisierung im Handwerk eine Zukunftsaufgabe sein. Erste Schritte hat Olsen bereits nach der Firmenübernahme eingeleitet. Digitale Tools werden dort eingesetzt, wo sie eine Arbeitserleichterung versprechen. Im Büro nutzt der 29-Jährige die Taifun-Branchensoftware, ein System, das betriebswirtschaftliche Prozesse vereinfacht – angefangen von Angeboten und Rechnungen über die Buchhaltung bis hin zu Vorarbeiten für den Steuerberater. Smartphones gehören längst zum Equipment der Monteure, erste Tablets sind ebenso im Einsatz. Auch Apps der Hersteller werden genutzt – zur Fehlerdiagnose, Problembehebung oder Materialbestellung.Ein Anruf und der Feierabend muss verschoben werden. Noch schnell ein gemeinsames Foto mit Urgestein Jörg Groth­stück, der seit 45 Jahren im Dortmunder Unternehmen beschäftigt ist, dann muss Björn Olsen zum nächsten Termin. Unvorhersehbar. Die Stahlwerke rufen – ein Rohrschaden. „Das Geschäft muss halt laufen“, so der Jungchef. „Und das rund um die Uhr.“

Bilder: IKZ

www.renzing.com

 

Daten und FaktenGeschichte:

Das Unternehmen existiert seit mehr als 100 Jahren und trägt seit 1989 den Firmen­titel Renzing. Björn Olsen, jetziger Inhaber, leitet es in vierter Generation. Er ist seit April 2016 Inhaber des Betriebes.

Kerngeschäft: Sanitär, Heizung, Maschinenbau.

Mitarbeiter: Acht (sechs Monteure, zwei Bürokräfte).

Auszubildende: Zwei.

Besonderheit: Der traditionelle Handwerksbetrieb wirbt mit folgenden Referenzen: Betreuung von Privatkunden; Bäder aus einer Hand; Betreuung von Industriekunden; Prozessbeteiligte an der Fertigung von Beschichtungsmaschinen für das In- und Ausland; Dienstleister für renommierte Hausverwaltungen; Dienstleister für Unternehmen in der internationalen Stahlindustrie.

 

 

 

 


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