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Forschungsprojekt entwickelt neues KWK-System

Brüssel. Ein EU-Forschungsprojekt wird einen neuartigen Kraft-Wärme-Kopplung-(KWK)-Motor entwickeln, der Biomasse zur Erzeugung von Wärme und Strom nutzt und erneuerbare Energien in den Heiz- und Kühlbereich einbeziehen soll. Das Projekt mit dem Namen „SmartCHP“ wurde in Brüssel von zehn Partnern gestartet – darunter Industrieunternehmen, Universitäten, Innovationsexperten und das Oel-Waerme-Institut (OWI).

Flammenbild einer Verbrennung von Pyrolyseöl bei 17kW. Bild: OWI

 

Bert van de Beld, Chief Technology Officer bei der BTG Biomass Technology Group, erläutert: „Derzeit nutzt die überwiegende Mehrheit der Heizkraftwerke Erdgas und fossile Brennstoffe als Hauptquelle. Das SmartCHP-System wird eine kleine Lösung für Krankenhäuser, Universitäten, kommunale Gebäude und unzählige industrielle Nutzer bieten, die eine effiziente Alternative zu fossilen Energieträgern nutzen möchten.“
Die wichtigste Neuerung soll die Verwendung von Schnell-Pyrolyse-Bio-Öl (fast pyrolysis bio oil, FPBO) aus holziger und nichtholziger Biomasse in einem umgebauten Dieselmotor sein. Der Motor soll mit unterschiedlichen Lasten betrieben werden und je nach Bedarf mehr Strom oder mehr Wärme erzeugen. Möglich wird dies durch die Integration eines zusätzlichen, FPBO-betriebenen Heizkessels. Da es sich bei dem SmartCHP-System um ein Hybrid-System handelt, eignet es sich laut OWI besonders für die Kombination mit fluktuierenden Energien wie Wind- und Solarenergie.
Zu den größten Projekt-Herausforderungen zählt, dass FPBO korrosiver und dickflüssiger ist als Diesel, mehr Wasser enthält und daher schwieriger zu entzünden ist. Die Partner des SmartCHP-Projekts wollen dafür Lösungen am Motor und am Zündsystem erarbeiten. Am Ende soll eine Demonstrations-KWK-Anlage vorgestellt werden, die unter realistischen Bedingungen bis zu 500 Stunden lang kontinuierlich betrieben werden kann.

 


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