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Elektrisierende Alternative

 

Nach wie vor stehen Fahrverbote für bestimmte Dieselmotoren in besonders luftverschmutzten Innenstädten im Raum oder sind bereits verhängt. Betroffen sind i. d. R. Fahrzeuge mit Motoren der Klasse bis einschließlich Euro 4. Der Grund liegt in den Grenzwerten von Stickoxiden in der Atemluft. Sie sind in der EU auf 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft festgesetzt. Weil alte Diesel relativ viel NOx ausstoßen, fokussieren sich die Luftreinhaltemaßnahmen der Städte auf diese Fahrzeuge. Eine kürzlich vom Bundestag beschlossene „Toleranzgrenze“ lässt ­­50 µg/m3 zu, sodass deutlich weniger Städte und Kommunen von Fahrverboten betroffen wären.
Also alles halb so schlimm? Und Handwerksbetriebe bekommen sowieso eine Ausnahmegenehmigung? Leider nein: Einen Freifahrtschein bedeutet die Toleranzgrenze nicht. Zumal Städte die erhoffte Bescheinigung teuer verkaufen könnten. Alternativen bei den Motoren müssen her, um in Zukunft gesetzeskonform und entspannt zum Kunden zu gelangen.
Derzeit machen sich Autobauer werbe- und medienwirksam für den Elektromotor stark – und sprechen vollmundig von einer Elektro-Offensive. Schenkt man ihnen Glauben, führt kein Weg an Elektrofahrzeugen vorbei1). Mehr noch: Sie sind die Zukunft. Gleichwohl muss jeder Hersteller vorher seine produktionsinternen Hausaufgaben machen. Ein rascher Umstieg in wenigen Jahren wird wohl kaum gelingen.
Für ein Elektroauto/-nutzfahrzeug spricht das klimafreundliche Image. Und: Es fallen im Vergleich zu einem Verbrennungsmotor geringere Wartungs- und Betriebskosten an – kein Motoröl, kein Zahnriemen, keine Wasserpumpe, kein Kraftstofffilter, keine Lichtmaschine. Die begrenzte km-Reichweite spricht grundsätzlich nicht gegen die Anschaffung eines elektrischen Handwerkerfahrzeugs. Denn der Aktionsradius lässt sich so managen, dass die Batterie nach dem Tageseinsatz vor Ort im Betrieb wieder aufgeladen wird.
Bei allen Vorteilen stellt sich die Frage, ob das Dieselaggregat tatsächlich keine Zukunft mehr hat – zu viel bewegt sich derzeit auf dem Markt der Antriebstechniken. Welche demnächst das Rennen macht, lässt sich heute nicht voraussagen.

Detlev Knecht
stv. Chefredakteur IKZ-HAUSTECHNIK
d.knecht@strobelmediagroup.de

 

1) Über Hintergründe der verschiedenen Antriebsarten informiert der Beitrag unter dem Titel „Unter Strom zum Kunden“ in dieser Ausgabe ab Seite 34. Er enthält zudem eine Marktübersicht derzeit und bald erhältlicher Nutzfahrzeuge mit E-Antrieb.

 


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