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Achtung Baustelle

Bild: IKZ

 

Bekanntlich wird nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Ob sich diese alte Weisheit jedoch auf die unlängst in Kraft getretene Datenschutz-Grundverordnung1) (DSGVO) übertragen lässt, darüber kann im Augenblick nur spekuliert werden. Derzeit liegt in der Praxis zumindest noch vieles im Dunkeln. Fakt ist, dass seit dem 25. Mai dieses Jahres europaweit einheitliche Spielregeln in Bezug auf die Verwendung und Speicherung von Kundendaten gelten. Und dass die Anforderungen der DSGVO vielfach an den Belangen des SHK-Handwerks vorbeigehen und insbesondere kleine Betriebe schlicht überfordern.
So hat die Verordnung u. a. erhebliche Auswirkungen auf die Kommunikation mit dem Kunden. Beispiel E-Mail: Für die obligatorische Erinnerung an die Kesselwartung, Informationen über attraktive Rabattaktionen oder den firmeneigenen Newsletter bedarf es künftig generell der Zustimmung des Kunden. Unternehmen, die eine eigene Webseite betreiben, sollten außerdem – falls das noch nicht geschehen ist – unverzüglich ihre Datenschutzerklärung anpassen. Denn ähnlich wie in der Vergangenheit beim Online-Impressum ist auch in diesem Jahr eine regelrechte Abmahnwelle zu befürchten.
Auch bei der internen Kommunikation gilt es, neue Spielregeln zu beachten. Beispiel Smartphone: Viele Monteure nutzen WhatsApp, um beispielsweise Bilder von der Baustelle zum Meister oder Serviceleiter zu schicken. Baufortschritte, Behinderungen oder auch Produktfehler lassen sich damit dokumentieren, Probleme visualisieren. Der Schnappschuss beim Kunden leistet wertvolle Dienste, vermeidet er doch unnötige Fahrten und reduziert letztlich Kosten. Speziell bei WhatsApp ist allerdings Vorsicht geboten, denn der beliebte Messaging-Dienst geht recht eigen mit den Nutzerdaten um. So sendet die App Kontaktdaten vom Smartphone zu den hauseigenen Servern, um einen Datenabgleich vorzunehmen. In der Folge könnten dort also private Daten von Personen gespeichert werden, die einer Übermittlung gar nicht zugestimmt haben. Konform mit der DSGVO ist das nach Ansicht von Datenschützern nicht und deshalb warnen sie vor der beruflichen Nutzung. Auch wenn dieser komplexe Sachverhalt juristisch nicht abschließend geklärt ist, so sollte gewissermaßen „vorbeugend“ auf datenschutzkonforme Messaging-Dienste ausgewichen werden.
Für die Handwerksbetriebe kann unterm Strich nur die dringende Empfehlung ausgesprochen werden, sämtliche noch offene „DSGVO-Baustellen“ zeitnah abzuschließen und erst dann die digitale Kommunikation mit dem Kunden wieder aufzunehmen. Sonst kann’s unter Umständen teuer werden.

Markus Sironi
Chefredakteur

m.sironi@strobel-verlag.de

 

1) Unter www.ikz.de (Suchwort: DSGVO) finden sich fundierte Artikel mit Verweisen zu Informationsschriften und digitalen Tools rund um die Datenschutz-Grundverordnung.

 


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