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Wandel dank CO2

 

Wer das Weltklima belastet, soll dafür bezahlen. Das ist die einfache Grundidee, die hinter dem CO2Preis steht: Seit dem 1. Januar 2021 werden die fossilen Energieträger Öl und Gas für Wärme und Mobilität mit einem Preisaufschlag versehen, der sich an dem CO2Ausstoß orientiert. Pro Tonne werden zunächst 25 Euro fällig. Bis zum Jahr 2025 steigt der Preis auf 55 Euro. Das Heizen und Autofahren wird also teurer.

Um es realitätsnäher auszudrücken: Für ein Gebäude mit einem Energieverbrauch von 60 000 kWh fallen in diesem Jahr 375 Euro mehr bei Gas und 480 Euro bei Öl an. Fünf Jahr später sind es bereits 810 Euro bzw. 1050 Euro.

Mit dieser Maßnahme wird das Ziel verfolgt, dass jeder, der durch sein individuelles Verhalten klimaschädliche Emissionen verursacht, zu einem Umdenken bewegt wird. Am Ende soll jeder einzelne weniger fossile Energieträger verbrauchen – indem er sparsamer heizt oder energetische Modernisierungen am Gebäude vornimmt, z. B. die Außenhülle dämmt oder eine moderne Heizungsanlage einbaut.

Die EU hat indes hehre Ziele: In 40 Jahren soll Europa der erste CO2-neutrale Kontinent sein. Dafür bedarf es allerdings enormer Anstrengungen.

Die CO2-Bepreisung könnte den Wärmepumpen in die Karten spielen. Nach einem Boom im vergangenen Jahr mit rund 140 000 Neuanlagen ist ein Fortschreiten durchaus möglich. Auch solarthermische Anlagen spielen in die viel zitierte Wärmewende hinein. Auch sie erlebten in 2020 eine Renaissance – angetrieben durch staatliche Förderungen. Hinzu kommen aktuelle Förderprogramme, die Investitionen in Erneuerbare Energien attraktiver machen, beispielsweise die im Januar in Kraft getretene Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG).

Nochmals zurück zum Anfang: Ab dem Jahr 2026 soll sich der Preis für eine Tonne CO2 frei auf dem Markt (dem Emissionshandel) bilden. Der Zielkorridor liegt bei 55 bis 65 Euro. Manch ein Experte rechnet damit, dass schon einige Jahre später ein Preis von 100 Euro fällig werden könnte. Damit würden sich energetische Modernisierungen noch schneller amortisieren. Insofern kann ein SHK-Betrieb doppelt profitieren: durch die erhöhte Modernisierungsbereitschaft seiner Kunden, was gut fürs Geschäft ist, und durch seine eigene, um dadurch die Kosten für die Gebäudebeheizung zu reduzieren.

Detlev Knecht
stv. Chefredakteur IKZ-HAUSTECHNIK
d.knecht@strobelmediagroup.de

 


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