Ausgabe 5/2005, Seite 10


Nachgefragt


Wie funktioniert eigentlich...

ein Verdunstungsbefeuchter?

Verdunstungsbefeuchter werden wie alle anderen Luftbefeuchter dazu verwendet, den Feuchtigkeitsgehalt von Raumluft zu erhöhen. Im Unterschied zu Dampfluftbefeuchtern findet die Wasserdampferzeugung erst in der zu befeuchtenden Luft statt. Das Wasser wird fein verteilt in flüssiger Form eingebracht und entzieht die erforderliche Verdampfungswärme der Luft. Somit ist die Verdunstungsbefeuchtung mit einer Temperaturabnahme verbunden. (Das ist auch der Grund, warum die Lufttemperatur im Sommer bei einem plötzlich einsetzenden Regen um einige Grad sinkt.) Die Befeuchtung der Luft mit Dampf geschieht bei annähernd konstanter Temperatur. Wie bei der Dampfbefeuchtung ist zu unterscheiden in Befeuchtung der Luft in RLT-Anlagen (raumlufttechnischen Anlagen) und in direkter Befeuchtung von Raumluft.

Für das Vermischen der Wassertröpfchen mit der Luft existieren unterschiedliche Verfahren. Die klassische Methode ist der Düsenbefeuchter (auch Sprühkammer oder Luftwäscher genannt). Dies wird nur in RLT-Anlagen angewendet. Die Luft durchströmt einen Apparat, der mit einer Vielzahl von Sprühdüsen für Wasser bestückt ist. Am Boden befindet sich die Auffangwanne für überschüssiges Wasser. Die Sprühkammer arbeitet mit starkem Wasserüberschuss. Das Wasser wird im Kreislauf über die Düsen gepumpt. Der Verdunstungsverlust wird ergänzt.

Beim Zerstäubungsbefeuchter wird das Wasser nicht nur versprüht sondern fein zerstäubt. Wegen der kleineren Tröpfchen findet die Verdunstung schneller statt. Es muss hier kein überschüssiges Wasser aufgefangen werden. Deshalb sind die Zerstäubungsverfahren häufig bei der direkten Raumluftbefeuchtung zu finden. Übliche Zerstäubungsverfahren sind: mechanischer Zentrifugalzerstäuber, Düsenzerstäuber (Zweistoffdüse nach dem Injektionsprinzip) und Ultraschallzerstäuber. Der Letztere wird auch zum Kanaleinbau in RLT-Anlagen verwendet.

Ein andere Methode der bestmöglichen Vermischung von Wasser und Luft bietet der Wirbel-Befeuchter. Es handelt sich um eine Düsenkammer ähnlich dem Luftwäscher. Allerdings wird mit etwas höheren Wasserdrücken zur feineren Zerstäubung gearbeitet. Zusätzlich wird der Luftstrom über spezielle Leiteinrichtungen (Wirbelgitter) geschickt und dabei kräftig verwirbelt. Der Einsatz erfolgt in RLT-Anlagen.

Im Rieselbefeuchter durchströmt die Luft wasserbenetzte Oberflächen. Auch diese Befeuchtungsmethode findet nur in RLT-Anlagen statt.


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