Ausgabe 12/2004, Seite 8 f.


Praxis


Einbau einer Abwasserhebeanlage

Schritt für Schritt

Die europäische Norm DIN EN 12 056-4 ist für die Planung und Bemessung von Abwasserhebeanlagen vorgeschrieben. Sie regelt, dass häusliches Abwasser, das unterhalb der Rückstauebene* anfällt, der öffentlichen Kanalisation über eine automatisch arbeitende Hebeanlage zuzuführen ist. Meist handelt es sich um stecker- und anschlussfertige Geräte, wie die Compacta UZM 30.1 von KSB. Daher stellt sich der Einbau als unkompliziert vor. Doch bei dem hier gewählten Objekt sieht es anders aus: Die Fäkalienhebeanlage wird am Boden eines etwa acht Meter tiefen und sehr engen Schachtes eingebaut, in dem weitere lüftungstechnische Geräte untergebracht sind.

Der Raum, in den eine Abwasserhebeanlage eingebaut werden soll, muss so groß sein, dass neben und über allen zu bedienenden und zu wartenden Teilen ein Arbeitsraum von mindestens 60cm Breite und Höhe zur Verfügung steht.
Hinweis: Innerhalb eines Gebäudes sind nur Fäkalienhebeanlagen mit frei aufgestellten Sammelbehältern zulässig.

 

Nun gehts los. Der vorbereitete Zulauf ist links zu erkennen. Rechts sieht man das vorbereitete Anschlussrohr, durch das später das Medium abgepumpt wird.

 

Nachdem die Anlage auf Gummimatten gestellt und ausgerichtet ist, wird sie auftriebssicher mit den im Boden eingesetzten Gewindebolzen verschraubt. Dies ist notwendig um bei einer Überflutung des Aufstellortes ein Aufschwimmen zu verhindern.
Hinweis: Beim Einbau von Fäkalienhebeanlagen in Luftschutz- oder ähnlichen Räumen sind besondere Verankerungen im Fundament vorgeschrieben.

 

Als nächster Arbeitsschritt wird ein Absperrschieber montiert. Diese Armatur ermöglicht später bei Wartungsarbeiten den Zulauf zur Anlage zu verschließen.

 

Im nächsten Arbeitsgang wird das vorbereitete Sammelrohr an die beiden Zuläufe montiert.
Hinweis: Die Verbindung des Schiebers mit den Rohren erfolgt mittels Gummimanschette und Schellen. Dies ist notwendig, da alle Leitungsanschlüsse an Abwasserhebeanlagen schalldämmend und flexibel ausgeführt sein müssen. Außerdem dürfen keine Rohrleitungskräfte auf die Anschlüsse der Hebeanlage übertragen werden.

 

Nun wird die Entlüftung des Sammelrohres angeschlossen.

 

Diese Bilder zeigen den Anschluss des Abwassersammelrohres mit der Fäkalienhebeanlage.
Hinweis: Auch hier erfolgt der Anschluss mittels Gummimanschetten und Schraubschellen um sicherzustellen, dass kein Körperschall auf das Gebäude übertragen wird und zu einer Lärmbelästigung führt.
Der Anschluss der Druckleitung erfolgt in gleicher Art und Weise.

 

Anschluss der Entlüftungsleitung. Sie führt über das Dach, damit jegliche Geruchsbelästigung ausgeschlossen ist.

 

Nach erfolgreicher Aufstellung löst man die Sicherungsgummis und den Holzstift, mit denen die Schwimmerschalter beim Transport gesichert waren.
Hinweis: Mit einem Griff durch das Handloch wird das einwandfreie Funktionieren der Schalter überprüft. Anschließend verschließt man das Handloch mit dem dafür vorgesehenen Deckel.

 

Als letzter Schritt erfolgt der elektrische Anschluss, der nur von einem Elektroinstallateur oder einer Elektrofachkraft vorgenommen werden darf.
Hinweis: Bei allen Hebeanlagen muss die Drehrichtung überprüft werden. Der elektrische Anschluss ist werkseitig so angeschlossen, dass bei korrekter Phasenfolge des Netzes (Hausanschluss) die Pumpe in der richtigen Richtung dreht. "Richtiges Drehfeld" bedeutet, an der Steckdose liegt ein Rechtsdrehfeld an. Dies kann man mittels Drehfeldmesser kontrollieren.

 

Fertig.

 

Bei Inbetriebnahme der Anlage ist die Niveausteuerung stets auf "Automatik" zu stellen.


* Sofern die Rückstauebene nicht festgelegt worden ist, gilt als Rückstauebene mindestens die Straßenhöhe einschließlich der Gehwege an der Anschlussstelle.


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