Ausgabe 9/2004, Seite 5


Nachgefragt


Wie funktioniert eigentlich...

ein Zugbegrenzer?

Da eine Abgasanlage stets so ausgelegt wird, dass die sichere Funktion auch bei ungünstigsten (Witterungs-)Bedingungen gewährleistet werden kann, liegt der natürliche Auftrieb zu fast allen Betriebszeiten höher als er für den Betrieb der Feuerstätte notwendig ist. Dabei erfolgt eine stärkere Durchströmung der Feuerstätte, was höhere Abgas- und Stillstandsverluste zur Folge hat.

Der Zugbegrenzer ist eine Vorrichtung, die in der Abgasanlage (Abgasrohr/Schornstein) in Abhängigkeit des aktuell vorhandenen Schornsteinzugs eine Nebenluftöffnung mehr oder weniger frei gibt. So gelingt es, den Unterdruck am Abgasstutzen der Feuerstätte und damit die Durchströmung des Brennraumes konstant zu halten. Dieser Auftriebswert kann am Zugbegrenzer für jede Anlage eingestellt werden.

Die Funktionalität und Einsatzbedingungen des Zugbegrenzers sind in der DIN 4795 beschrieben. Dort ist auch festgehalten, dass der Zugbegrenzer zur Gruppe der Nebenluftvorrichtungen gehört und dabei als selbsttätig arbeitende Nebenluftvorrichtung eingestuft ist.

Der Zugbegrenzer besteht meist aus einem zylindrischen Blechgehäuse, das entweder in einen Massivschornstein eingebaut oder an ein Abgasrohr angebracht wird. An der freiliegenden Zylinderstirnseite ist eine schwenkbare Klappe angeordnet, die mit größer werdendem Zug eine immer größer werdende Öffnung freigibt. Durch diese Öffnung wird Nebenluft gezogen, d.h. der Teilluftstrom wird direkt aus dem Heizungsraum angesaugt und nicht durch den Brennraum der Feuerstätte geführt. Mittels verstellbarem Gegengewicht an dieser Schwenkklappe kann der Öffnungswinkel in Abhängigkeit des Schornsteinzuges vorgewählt werden.

Ein positiver Zusatzeffekt dieser Nebenluft ist die relativ kontinuierliche Durchlüftung des Schornsteins, unabhängig vom Betrieb der Feuerstätte. Dabei wird einer möglichen Durchfeuchtung des Schornsteins durch Tauwasser entgegengewirkt.


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