IKZ-HAUSTECHNIK, Ausgabe 07/2005, Seite 19 ff.

VERBÄNDE AKTUELL

 Nordrhein-Westfalen


7. Treffen der SHK-Energieberater

Rund 65 Teilnehmer verzeichnete das 7. Energieberater-Symposium, zu dem der Fachverband SHK NRW gemeinsam mit dem Pumpenhersteller Wilo nach Dortmund eingeladen hatte. Dipl.-Ing. Hans-Peter Sproten, technischer Geschäftsführer im Fachverband, führte durch das Symposium, in dem es unter anderem um die Energieeinsparung durch Hocheffizienzpumpen, dem DVGW-Arbeitsblatt W 551 sowie der Bewertung von Trinkwassererwärmungsanlagen ging.

Den Auftakt zur Fachvortrags- und Diskussionsveranstaltung machte Dipl.-Ing. Andreas Millies von der Wilo AG mit dem Thema "Energieeinsparung durch Hocheffizienzpumpen". Beispielhaft erläuterte der Referent, wie das hohe Energieeinsparungspotenzial von bis zu 80% mit der "Stratos"-Pumpenreihe, gegenüber einer Standardpumpe, erreicht werden kann. Im Mittelpunkt stehe dabei die ECM*-Technologie, deren Basis ein Synchronmotor mit Dauermagnetrotor sei, der exakt so schnell rotiere wie das umlaufende Drehfeld und so die Motorverluste deutlich reduziere. Bei einem Vergleich beispielsweise einer TOP-S 30-10 mit einer Statos-30/1-12-Pumpe könne der jährliche Energieverbrauch (mit Nachtabsenkung) um rund 1430 kWh/a reduziert werden (Regelungsart D p-v, Sollwert 5,0 m). Somit ließen sich Stromkosten in Höhe von rund 200 Euro pro Jahr einsparen.

Mit rund 65 Teilnehmern war das diesjährige Energieberater-Symposium gut besucht.

Im Anschluss informierte Berthold Alberts, technischer Betriebswirt Anwendungstechnik bei der Gebr. Kemper GmbH + Co. KG, über das DVGW-Arbeitsblatt W 551 "Trinkwassererwärmungs- und Trinkwasserleitungsanlagen - Technische Maßnahmen zur Verminderung des Legionellenwachstums". Mit der letzten Ausgabe vom April 2004 wurden die beiden Arbeitsblätter W 551 und W 552 zusammengelegt. Alberts zeigte unter anderem Neuerungen auf - so muss jetzt beispielsweise die Warmwasservorlauftemperatur bei Großanlagen mindestens 60C am Warmwasseraustritt des Speichers betragen und darf maximal um 5 K bis zum Zirkulationseintritt in den Speicher abfallen. Für den Fall, dass eine Verkeimung in einer öffentlichen Trinkwasseranlage festgestellt wird, muss dies dem Gesundheitsamt unmittelbar gemeldet werden. Abschließend riet Alberts zur besonderen Vorsicht in Bezug auf die Dichtheitsprüfung bei Trinkwasserinstallationen. Besonders kritisch sei bei Neuanlagen die Verweilzeit von stagnierendem Wasser nach der Dichtheitsprüfung bis zur bestimmungsgemäßen Nutzung durch den Betreiber. Nicht selten vergingen hier drei bis vier Monate, wodurch eine ideale "Brutstätte für Keime" gegeben sei. Eine Abhilfe biete beispielsweise die Druckprobe mit inerten Gasen.

Hans-Peter Sproten, technischer Geschäftsführer im Fachverband SHK NRW, führte durch das Symposium.

Im Rahmen der VDI 6003 - Trinkwassererwärmungsanlagen ging Sproten der Frage nach: "Wie können Trinkwassererwärmungsanlagen bewertet werden?" Dazu zeigte er unter anderem Kriterien und Richtwerte auf, die in der Richtlinie verankert sind, sowohl für zentrale als auch für dezentrale Anlagen. Abschließend erläuterte Dipl.-Ing. Norbert Schmitz vom Fachverband allgemeine Grundlagen und die bisher vorliegenden Formulare zum Energiebedarfsausweis. Derzeit, so Schmitz, werde geprüft, ob die Energieberater im SHK-Handwerk für das vereinfachte Verfahren zugelassen werden.

Fernlehrgang "Energieberater im SHK-Handwerk"

Informationen zum Fernlehrgang erteilt das Zentrum für Umwelt und Energie der Handwerkskammer Düsseldorf,
Mülheimer Straße 6, 46049 Oberhausen,
Tel.: 0208/82055-76,
Fax: 0208/82055-99,
E-Mail: info@uzh.hwk-duesseldorf.de

 

Handwerksoffensive zur Endkundengewinnung

Im Rahmen des 7. Energieberater-Symposiums informierte Dipl.-Ing. Udo Kunz, Leiter Verkauf und Marketing Heizung der Wilo AG, über eine Pilotaktion für die Endkundenansprache bzw. Endkundengewinnung.

Fünf Hersteller (Wilo, Acova, Oventrop, Dehoust und Reflex) haben in Zusammenarbeit mit Innungen und dem Fachverband SHK NRW den Endkundenfolder "Wann waren Sie zuletzt in Ihrem Heizungskeller?" inklusive eines Gutscheins für einen kostenlosen Check der Heizungsanlage erstellt. Dieser Folder wird den SHK-Betrieben kostenlos zur Verfügung gestellt. Das Ziel der Aktion: Ist der Kontakt zwischen dem Fachbetrieb und dem Endkunden erst einmal hergestellt, so besteht die Möglichkeit für weitere Beratungen, Inspektionen oder eventuell größere Aufträge. Der Foulder (inkl. Gutschein) kann unter der
Fax-Nummer: 02173/9889-20 in der gewünschten Anzahl bestellt werden.


Gemeinsame Ziele

Zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit im dreistufigen Absatzweg

Wie in dem Beitrag "Stärkung für dreistufigen Absatz" ab Seite 18 in dieser Ausgabe nachzulesen ist, wird die vonseiten des DGH (Deutscher Großhandelsverband Haustechnik) im Alleingang vorgeschlagene Öffnung der Großhandelsausstellungen für Endverbraucher nun nicht weiter verfolgt. Der Fachverband SHK NRW nimmt zur jüngsten Entwicklung und zu den Empfehlungen der vom ZVSHK und vom DGH eingesetzten Kommission zur "Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit und Verkaufsförderung über die Ausstellungen des Fachgroßhandels und des Handwerks im dreistufigen Absatzweg" Stellung.

Mit Erleichterung nimmt der Fachverband SHK NRW zur Kenntnis, dass die "Großbaustelle Handel/Handwerk zur Öffnung der Großhandelsausstellungen für so genannte anonyme Kunden" nunmehr beseitigt ist. Die nordrhein-westfälische Handwerksvertretung hatte die Ende Juni 2004 vom DGH herausgegebene Empfehlung von Anfang an als wenig konkret und systemfremd kritisiert und den DGH mehrfach davor gewarnt, die bestehende Marktpartnerschaft im dreistufigen Vertriebsweg zusätzlich zu gefährden.

Dr. Hans-Georg Geißdörfer, Hauptgeschäftsführer des nordrhein-westfälischen SHK-Handwerksverbands: "Wir sind froh, dass die angekündigte Öffnung der Großhandelsausstellungen für Endkunden nun vom Tisch ist."

Im Ergebnis der Mitte Februar dieses Jahres getroffenen Vereinbarung sollen die produktiven Kräfte des Marktes im dreistufigen Vertriebsweg und das partnerschaftliche Miteinander zwischen SHK-Handwerk und Großhandel gestärkt werden. Der Verkauf an den Endverbraucher erfolgt auch in Zukunft nur über den Handwerker, um das Prinzip der Dreistufigkeit zu bewahren.

Die geplante "Verkaufsförderungsinitiative über die Fachausstellungen des Handels und des SHK-Handwerks zur Optimierung der Geschäftsprozesse", für die Schulungsmodule entwickelt werden sollen, entsprechen voll den Marktwünschen des Handwerks, ebenso die Aktivierung des Kundenpotenzials durch Werbung und Marketing. Diese strategischen Ziele verfolgt der Fachverband SHK NRW seit Jahren mit dem Handel, um sich noch besser gemeinsam auf veränderte Marktsituationen und neue Herausforderungen einstellen zu können. So wurde bereits im Herbst 2004 zwischen Handel und Handwerk im FSI (Förderverein der Sanitärindustrie, des sanitären Fachgroßhandels und des Sanitär-handwerks NRW) beschlossen, gemeinsame Schulungsmaßnahmen durchzuführen, die in den dezentralen Großhandelsstandorten gemeinsam mit dem Fachverband durchgeführt werden. Neben betriebswirtschaftlichen Aspekten zur Verkaufsförderung stehen fachliche Leistungen des Verbandes im Fokus. Mit diesen Maßnahmen sollen aber auch nicht organisierte Handwerksbetriebe stärker an das Verbandsgeschehen herangeführt und als Innungsmitglieder gewonnen werden.

Der Fachverband SHK NRW nimmt mit Freude zur Kenntnis, dass in den Empfehlungen auch an Kooperationsmodelle gedacht wird, "die regional zu verhandeln wären zwischen Innung und örtlichem Großhandel". So hat der Fachverband SHK NRW bereits 1997 beispielhaft mit der Gründung der "Badwelten" zukunftsweisende Kooperationsmodelle begründet, die zwischenzeitlich durch das Mülheimer Modell und andere Kooperationsformen ergänzt wurden. Mit diesen Maßnahmen kann das Thema einer Öffnung der Fachhandelsausstellungen für den Endverbraucher mit direkter Kaufmöglichkeit gelöst werden, ohne dass eine Veränderung im traditionellen Vertriebsweg erforderlich wird.


Eintragung in das Installateurverzeichnis von Versorgungsunternehmen

Jetzt auch für qualifizierte "Altgesellen" möglich

Wer sich in das Installateurverzeichnis seines jeweiligen Gas- und Wasserversorgungsunternehmens eintragen lassen will, muss seine fachliche Befähigung nachweisen. Das gilt ganz besonders für Gesellen, die sich auf Basis der neuen Handwerksordnung selbstständig machen möchten. Für diesen Personenkreis wurde nun ein abgestimmtes Verfahren entwickelt, um den Nachweis einer Befähigung zu erbringen.

Auslöser dieser Aktivität war nicht zuletzt die mit der viel diskutierten Änderung der Handwerksordnung einhergehende Regelung in 7 b der Handwerksordnung (Altgesellenregelung). Danach können sich beispielsweise Gesellen, die in dem zu betreibenden zulassungspflichtigen Handwerk eine Tätigkeit von insgesamt sechs Jahren ausgeübt haben (davon insgesamt vier Jahre in leitender Stellung), in die Handwerksrolle eintragen lassen. Jedoch bieten die in der Handwerksordnung beschriebenen Möglichkeiten nicht automatisch den Nachweis der notwendigen fachlichen Befähigung für die Eintragung in das Installateurverzeichnis gemäß 12 Abs. 2 AVB-Gas V/AVB-Wasser V. Die damit verbundenen Verunsicherungen sowohl bei Handwerkskammern, Versorgungsunternehmen und Betroffenen schlagen mittlerweile hohe Wellen: In der Hoffnung, mit der Eintragung in die Handwerksrolle sämtliche Hürden genommen zu haben, wird für das gegründete Unternehmen häufig erst sehr spät deutlich, dass die zuvor erwähnte fehlende oder nicht nachweisbare fachliche Qualifikation eine Eintragung in das Installateurverzeichnis nicht zulässt.

Vier Seiten schaffen Sicherheit: Das Verfahren des Landesinstallateurausschusses Nordrhein-Westfalen zum Nachweis der fachlichen Befähigung für die Eintragung in das Installateurverzeichnis des Gas- und Wasserversorgungsunternehmens.

Um für Antragsteller eine langfristige "Pflichtschulung" zu vermeiden, entwickelte der nordrhein-westfälische Fachverband Sanitär Heizung Klima das zuvor erwähnte Verfahren, das im Landesinstallateurausschuss mittlerweile verabschiedet wurde. Die komplette Verfahrensordnung ist über die Homepage des Fachverbandes Sanitär Heizung Klima, Nordrhein-Westfalen www.fvshk-nrw.de abrufbar. Im Rahmen einer schriftlichen Prüfung im Hause des Fachverbandes SHK NRW unterziehen sich die Antragsteller einem Multiple-Choice-Test, der einen schnellen Nachweis der fachlichen Befähigung für den Gas- und/oder Wasserbereich zulässt. Somit ist ein einheitliches Prüfverfahren gewährleistet, das sowohl den betroffenen Installateurausschüssen in den Regionen NRWs wie auch den betroffenen Antragstellern eine unbürokratische Lösung bietet. Die Prüfung beim Fachverband SHK NRW erfolgt ausschließlich auf schriftliche Anfrage des Installateurausschusses der jeweiligen Region.

Unabhängig davon wird zurzeit eine Prüfungsvorbereitungsmaßnahme für die Bereiche Gas- und Wassertechnik entwickelt. Die dazu angedachten Fernstudienmodule, erstellt durch den Fachverband Sanitär Heizung Klima, werden nach staatlicher Zulassung voraussichtlich im Spätsommer 2005 den Teilnehmern, die eine Eintragung in das Installateurverzeichnis der Versorgungsunternehmen anstreben, angeboten werden können.

Internetinformationen:
www.fvshk-nrw.de


* ECM (Electronic Commutated Motor)


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