IKZ-HAUSTECHNIK, Ausgabe 06/2005, Seite 18 f.

Urlaub in der Wanne

GfK-Badstudie 2004: Deutsche Nahaufnahmen (Teil 2)

In der letzten Folge von "Marktforschung aktuell" (Heft 3/2005) vermittelten wir einen generellen Einblick in Status und mögliche Verbesserungs-Perspektiven bundesrepublikanischer Badezimmer - basierend auf den repräsentativen Ergebnissen einer aktuellen Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) zum Thema "Baden und Duschen in Deutschland". In Teil 2 der dreiteiligen Reihe dreht sich alles um das Wannenbad und seine Bedeutung für den Wellnesstrend.

"Ein Badezimmer muss zum Wohlfühlen und Entspannen sein." Diese Aussage findet unter den Bundesbürgern breite Zustimmung. Neben einer insgesamt ansprechenden Einrichtung steht dabei vor allem die Badewanne im Zentrum der heimischen Wellness-Oase. Denn nach wie vor dominiert in den Köpfen und Nutzungsgewohnheiten der Deutschen die klassische Aufteilung: Während die meisten die Dusche primär als funktionales, eher kurzes und bestenfalls erfrischendes Erlebnis einstufen, verbinden sie mit einem Wannenbad hauptsächlich Entspannung, Muße und ausgiebigere Wasserfreuden.

Priorität: Das Wannenbad dient - ob mit oder ohne Whirlfunktion - in erster Linie der Entspannung und der Steigerung des Wohlbefindens. Demgegenüber ist der pure Reinigungseffekt eher Nebensache. Weniger als ein Drittel der Bundesbürger nennt ihn als "häufigen" Grund.

Relativ langer Genuss

So dienen denn auch die wichtigsten Gründe für eine Wannenauszeit der Regeneration bzw. Steigerung des Wohlbefindens im weitesten Sinne (siehe Grafik "Entspannende Hauptsache"). Die Bandbreite reicht von Verwöhnen über Aufwärmen, Abwehren einer Erkältung oder Lockerung von verspannten Muskeln bis hin zu eher zweckorientierten Motiven wie Reinigung z.B. nach Garten- oder Hausarbeit. Immerhin ein Fünftel gibt sogar an, häufig einfach aus Lust und Laune spontan ein Bad zu nehmen.

Mußezeit: Ein Wannenbad dauert durchschnittlich etwa 26 Minuten. Knapp ein Viertel der Deutschen aalt sich sogar länger im wohlig warmen Wasser. Ein rasches und damit wohl eher zweckorientiertes (Reinigungs-)Bad nehmen nur 12,5%.

Dafür gönnt sich der Bundesbürger dann auch etwas mehr Zeit: Im statistischen Mittel liegt er gute 25 Minuten in der Wanne (siehe Grafik "Keine Hektik"). Dazu im Vergleich die eher ernüchternde tägliche Badration insgesamt: Unter der Woche bringt es der Durchschnitts-Nutzer gerade einmal auf 26 Minuten. Sogar am Wochenende und an Feiertagen sind es mit 35 Minuten kaum mehr.

Nebenbeschäftigung: Während der durchschnittlichen "Wannenzeit" von einer knappen halben Stunde widmen sich die Bundesbürger längst nicht nur der Körperpflege. So hört z.B. jede(r) Dritte beim Baden Musik bzw. Radio, und jede(r) Fünfte schmökert. Natürlich stehen auch häufig spezielle Schönheitsanwendungen auf dem Programm. Vor allem Frauen schätzen sie als Wohlfühl-Gewinn.

Bevorzugter Abend

Während eines Wannenbades geht es übrigens nicht nur um die reine Körperpflege bzw. ein spezielles Schönheitsprogramm. Viele widmen sich zudem (weiteren) vergnüglichen Dingen wie Musik bzw. Radio hören, lesen oder Sekt trinken (siehe Grafik "Happy Hour").

Kein Wunder, dass dieser Kurzurlaub lediglich für die Wenigsten zum Tagesplan zählt. Selbst in der kalten Jahreszeit baden bloß 2,4% täglich. 44,3% nehmen dann mindestens einmal pro Woche ein ausgiebiges Wannenbad, weitere 15,9% begnügen sich mit ein- bis zweimal im Monat, und ein gutes Viertel steigt noch seltener in die Fluten (siehe Grafik "Wohlige Erwärmung"). Beliebteste Badezeit ist - natürlich - der Abend (71,5% in der Woche, 63,2% am Wochenende bzw. an Feiertagen). Das Wannenbad als erholsamer Abschluss eben.

Winterfreuden: Das ausgiebige Wannenbad ist vor allem in der kalten Jahreszeit fester Bestandteil des häuslichen Wellnessprogramms. Knapp die Hälfte der Bundesbürger genießt dann mindestens einmal pro Woche das regenerierende Vergnügen.

Ferner fällt auf, dass nur ein Drittel der Besitzer einer Wanne mit Whirlfunktion das wohltuende Sprudelbad "immer" bzw. "häufig" aktiviert. Dabei geben sie selbst zu Protokoll, dass ihnen einerseits das Handling keine Probleme bereitet und sie andererseits dem Whirlen klare Pluspunkte hinsichtlich Entspannung, Genuss, Gesundheit und Erholung zuschreiben (siehe Grafik "Starke Wohlfühleffekte").

Basis: Zumindest in der Theorie finden die breit gefächerten Wohlfühl-Effekte eines Sprudelbades große Zustimmung. In der Praxis jedoch sind gegenwärtig lediglich 2% der Wannen in bundesdeutschen Badezimmern mit einem Whirlsystem ausgestattet. Eine Quote also, die für eine kräftige professionelle Marken-Erhöhung (eigentlich) wie geschaffen ist.

Vielfältige Stärken

Soweit zum Thema "Wannenbad" die textliche Analyse der bei 5000 deutschen Privathaushalten durchgeführten Untersuchung. Der umfassende Grafikteil dieses Beitrages liefert ergänzende bzw. vertiefende Informationen, die den Bad-Profis eine gezielte Bearbeitung des Wellness-Segmentes erleichtern können bzw. sollen. Dabei hilft übrigens auch das folgende Umfrageresultat: Bei Badinvestitionen entscheiden sich die Deutschen vor allem deshalb für eine Markenausstattung, weil sie sich dann in Sachen (zuverlässige) Technik sowie Serviceleistung und Ersatzteilversorgung auf der sicheren Seite fühlen. Zudem billigen die meisten diesen Produkten einen allgemeinen Qualitäts-, Innovations- und Designvorsprung zu.

Präferenz: Bei Investitionen rund ums Bad entscheiden sich die Deutschen vor allem deshalb für eine Markenausstattung, weil sie sich dann in Sachen (zuverlässige) Technik sowie Serviceleistung und Ersatzteilversorgung auf der sicheren Seite fühlen. Zudem schreiben die meisten diesen Produkten einen generellen Qualitäts-, Innovations- und Designvorsprung zu. Kriterien, die natürlich auch bei der Wahl der (richtigen) Wanne wichtig sind.

"Gute Gründe" also für Verbraucher und Profis gleichermaßen - was für den dritten und letzten Abschnitt der Serie zur GfK-Badstudie 2004 ebenfalls gilt. Er widmet sich primär dem Duschen und seinen (gelüfteten) Geheimnissen.


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