IKZ-HAUSTECHNIK, Ausgabe 05/2005, Seite 69

REPORT

Trinkwasser-Hygiene dauerhaft sichern

Ist ein Trinkwassersystem bereits mit Krankheitserregern kontaminiert und haben betriebs- und bautechnische Maßnahmen keine nachhaltige hygienische Verbesserung erbracht, kann neben der Basisdesinfektion eine kontinuierliche Desinfektion Abhilfe schaffen. Die BWT Wassertechnik GmbH bietet dafür unterschiedliche Verfahren an.

Beispielsweise die UV-Technik. Bei diesem Verfahren wird das Trinkwasser mit einem speziellen Quecksilber-Niederdruckstrahler bestrahlt, der eine UVC-Strahlung von 254 nm Wellenlänge erzeugt. Wird die in allen Lebewesen vorkommende DNA* mit dieser Strahlung bestrahlt, so wird eine photochemische Reaktion induziert und die DNA inaktiviert. Dadurch kommt der Stoffwechsel in den Keimen zum Erliegen. Die UV-Technik bietet sich vor allem nach einer thermischen bzw. chemischen Basisdesinfektion an und verspricht, die Intervalle zwischen Basisdesinfektionen zu verlängern. Ein Vorteil des Verfahrens: Geruch bzw. Geschmack des Wassers werden nicht verändert.

Zur kontinuierlichen Desinfektion/Keimreduktion des Warmwassers in Zirkulationsleitungen hat BWT das LegioMed-Verfahren entwickelt; das Verfahren basiert auf dem Eintrag geringer Mengen von Ozon, dessen Einsatz Legionellen im Warmwasser abtötet.

Ozon ist eines der stärksten Oxidations- und Desinfektionsmittel. Zur kontinuierlichen Desinfektion/Keimreduktion des Warmwassers in Zirkulationsleitungen haben die Schriesheimer Wasseraufbereiter das LegioMed-Verfahren entwickelt. Das Verfahren basiert auf dem Eintrag geringer Mengen von Ozon. Dessen Einsatz tötet Legionellen im Warmwasser ab, minimiert zusätzlich den Aufwuchs von Biofilm an den Systemoberflächen und bewirkt damit eine signifikante Reduktion von Mikroorganismen. Die wesentlichen Vorteile: Ozon (O3, bestehend aus drei Sauerstoffatomen) ist instabil und zerfällt spontan und rückstandsfrei in einen sehr reaktiven atomaren Sauerstoff (der umgehend mit organischen Wasserinhaltsstoffen reagiert) und ein stabiles Sauerstoff-Molekül; es werden keine giftigen Nebenprodukte gebildet und der Umgang mit aggressiven Chemikalien entfällt.

Bei akuter Gefahr durch Legionellen können spezielle Hygiene-Filtersysteme wie diese Endstrang-Filter der Serie B-Safe von BWT eine Lösung sein.

Zur kontinuierlichen Desinfektion im Kalt- und Warmwassersystem und vor allem zum Aufbau einer dokumentierbaren Desinfektionskapazität im gesamten System kann mit Chlordioxid gearbeitet werden. Speziell für Trinkwassersysteme bietet BWT das Reaxan-Verfahren als Problemlösung an: Die Reaxan-Anlage wird in einem Bypass in die Kaltwasserhauptleitung eingebaut oder in einen Bypass des Kaltwasserzulaufs der Warmwasserinstallation. Ein zentraler Unterschied zu anderen Anlagen ist, dass hier das Chlordioxid vor Ort in der aktuell benötigten Menge stets frisch produziert und dann mengenproportional ins Trinkwasser eingetragen wird. Das Reaxan Control Messgerät überwacht den Eintrag. Chlordioxid weist - je nach Restgehalt an oxidierbaren Anteilen des Trinkwassers - eine deutlich geringere Zehrung als freies Chlor auf, was lange Standzeiten im System und somit einen wirksamen Langzeitschutz (Depotwirkung) gegen Reinfektionen verspricht. Neben der höheren Leistungskraft als Desinfektionsmittel im Vergleich zu Chlor ist zu erwähnen, dass der pH-Wert des Trinkwassers keinen Einfluss auf das Ergebnis hat. Durch Reaktionsprodukte mit Chlordioxid sind laut BWT weder Geruchs- noch Geschmacksirritationen zu befürchten.

Für Trinkwassersysteme mit Neigung zur Rekontamination bietet sich das Reaxan-Verfahren als Problemlösung an.

Bei akuter Gefahr durch Legionellen können spezielle Filtersysteme wie etwa die Endstrang-Filter der Serie B-Safe eine Lösung sein. Die zum Einsatz kommende spezielle Mikrofiltrationsmembran weist Poren mit einem Durchmesser von nur 0,02 Ám auf. Aufgrund der geringen Porenweite werden Legionellen und andere Bakterien zuverlässig abgetrennt - eine effiziente Schutzbarriere gegen Infektionen. Die Filter zeichnen sich vor allem durch die relativ lange Standzeit von vier Wochen aus und sind in zwei Einbauausführungen verfügbar. Ein wesentlicher Vorteil: Solche Filter können den Betreibern von beispielsweise Krankenhäusern, Seniorenheimen und Sportstätten helfen, eine sofortige Schließung von Einrichtungen zu vermeiden; er kann ohne zeitlichen Druck die erforderlichen Sanierungsmaßnahmen am Trinkwassersystem durchführen.

Internetinformationen:
www.bwt.de


B i l d e r :  BWT, Schriesheim


* Die Desoxyribonucleinsäure (kurz DNS oder in der englischen Abkürzung DNA) speichert die Erbinformationen einer Zelle.