IKZ-HAUSTECHNIK, Ausgabe 05/2005, Seite 28 f.

VERBÄNDE AKTUELL

 

 Nordrhein-westfalen


Landesfachgruppentagung Klempnerei

Mitgliederversammlung 2004:

Am 23. November 2004 fand in der Kreishandwerkerschaft Münster die jährliche Landesfachgruppentagung Klempnerei statt. Rund 30 Gäste nahmen an der Tagung teil, in der es unter anderem um die Verwandtschaftserklärung Klempner-/Dachdeckerhandwerk, der Notwendigkeit von Trennlagen sowie um Software für Klempner ging.

Ulrich Thomas, Technischer Berater vom Fachverband NRW, startete nach der Begrüßung durch den Fachgruppenleiter Jürgen Luft die Fachvortragsreihe mit der "Verwandtschaftserklärung des Klempner- und Dachdeckerhandwerks". Seit dem 1. Juli 2004 sind Klempner und Dachdecker handwerksrechtlich verwandt. Grundlage dafür ist die vom Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit (BMWA) geänderte Verordnung über verwandte Handwerke.

Rund 30 Gäste sind der Einladung zur Landesfachgruppentagung Klempnerei nach Münster gefolgt, in der es neben der Verwandtschaftserklärung Klempner-/Dachdeckerhandwerk um technische Fachvorträge ging.

Für die Ausführung von Dachdeckerarbeiten muss jedoch eine rechtliche Voraussetzung erfüllt werden, und zwar die Eintragung mit dem Dachdeckerhandwerk in die Handwerksrolle. Dies kann aufgrund der Verwandtschaft jeder Klempnerbetrieb, dessen Inhaber oder Betriebsleiter die Meisterprüfung im Klempnerhandwerk bestanden hat. Bei der Frage, was dies für den Klempnerbetrieb in der Praxis bedeutet, erläuterte Thomas, dass alle aus dem Berufsfeld des Dachdeckers stammenden Tätigkeiten auch von berechtigten Klempnern ausgeführt werden dürfen und diese damit auch entsprechend werben können. "Die Werbung dürfe allerdings nicht den Eindruck erwecken, dass es sich hierbei um einen Dachdeckermeister-Betrieb handelt", so Thomas. Des Weiteren könne ein Betrieb, der eine Eintragung als Dachdecker in die Handwerksrolle bekommen habe, auch Dachdeckerlehrlinge ausbilden.

Ulrich Thomas, Technischer Berater vom Fachverband NRW, bei seinem Fachvortrag zur "Verwandtschaftserklärung des Klempner- und Dachdeckerhandwerks".

Abschließend gab der Technische Berater die Hinweise, dass die Betriebe mit dem zusätzlichen Gewerk zum einen ihre Betriebshaftpflichtversicherung über die Änderung des Tätigkeitsbereichs informieren sollten und zum anderen die Möglichkeit der Eingliederung ins Sozialkassenverfahren (Schlechtwettergeld ...) im Dachdecker-Handwerk bestehe.

Trennlage beim Zinkstehfalzdach

Dipl.-Ing. Uwe Nagel, Leiter Anwendungstechnik Umicore Bausysteme GmbH, hielt im Anschluss ein Referat zum Thema: "Notwendigkeit und Verlegung von strukturierten Trennlagen beim Material Zink". Mitte der 90er-Jahre sei aufgrund beschädigter Titanzinkdächer eine Diskussion zum Thema "Trennlage ja oder nein" entbrannt. Die Ursache dafür war eine verbleibende Wasserschicht zwischen der Trennlage und der Metalldachdeckung. Eine Abhilfe brachte dann die seitens der Industrie entwickelte kapillarbrechende Trennlage, die einen Abstand zwischen der Unterlage und der Blechunterseite herstellte.

Uwe Nagel, Leiter der Anwendungstechnik bei Umicore Bausysteme GmbH, zur Thematik der "Notwendigkeit und Verlegung von strukturierten Trennlagen".

"Für den Dachneigungsbereich von 3 bis 15 sei für Titanzink eine derartige Trennlage mit Drainagefunktion zwingend erforderlich", erklärte Nagel und verwies dabei auf die "VOB und die Richtlinien für die Ausführung von Metalldächern, Außenwandbekleidungen und Bauklempnerarbeiten" (03/2003) des ZVSHK.

Die Landesfachgruppentagung Klempnerei unter der Leitung von Jürgen Luft (r.), Landesfachgruppenleiter, und Peter Pauly, Technischer Berater.

Im Weiteren referierte Jens Oppitz, Leiter Anwendungstechnik der Prefa GmbH, zum Thema "Farbaluminium für Dach und Fassade", sowie Dipl.-Ing. Marcus Kartzig, Anwendungstechnischer Berater der Rheinzink GmbH & Co. KG zum Thema "Solarsysteme".

Software für Klempner

Im Rahmen der Vortragsreihe stellte Klaus Zeller, Firma Klsoft, drei Programme (Rinnenberechnung nach DIN EN 12056-3 und DIN 1986-100, Scharenzuschnitte und Abwicklungen) für die Klempnerpraxis vor:

  • Die Software " Rinnenberechnung nach DIN EN 12056-3 und DIN 1986-100" ist für vorgehängte und innenliegende Rinnen sowie für Fallrohre entwickelt worden. Dabei erfolgt die Ein- und Ausgabe direkt über ein Ansichtsfenster.
  • Das Programm für die Scharenzuschnitte ist für die meisten Dach- und Fassadenflächen geeignet. Die Software unterteilt sich in sechs Module für verschiedene Flächen wie Gaube, Walm oder Trapez. Einige Programmmerkmale: schematische Ausgabe aller Maße, Übersichtsskizze der Fläche, freie Wahl der Scharenbreite.
  • Die Software für Abwicklungen unterteilt sich in acht Module für verschiedene Körper wie Rohre, Rinnen, Abzweige oder Übergänge. Dabei stehen mehrere Ausgabemöglichkeiten (Drucker, Plotter oder Maßtabellen) zur Verfügung.

Jedes Modul ist alleine lauffähig. Demoversionen und ausführliche Informationen zu den jeweiligen Programmen gibt es im Internet unter:

www.KlsZeller.de.
Verkauf und Beratung:
Klsoft, Klaus Zeller,
Adenauerstraße 57, 76275 Ettlingen,
Tel. und Fax: 07243/78258,
E-Mail: post@klszeller.de

 

Internetinformationen:
www.fvshk-nrw.de


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