IKZ-HAUSTECHNIK, Ausgabe 20/2004, Seite 3


EDITORIAL


Macht Eure Hausaufgaben!

Überraschend hat der Deutsche Großhandelsverband Haustechnik (DGH) unlängst eine Erklärung zur beabsichtigten Großhandelsöffnung als Präambel herausgegeben. Einige Sätze nur: "Wir beraten und verkaufen nur im Auftrag des dreistufig arbeitenden SHK-Handwerkers. Grundsätzlich gibt es keine Rechnung an den Endverbraucher und keinen VGA. Gegenseitige, regionale Vereinbarungen sind die Basis des Einzelhandelsgeschäfts. Gemeinsam mit dem SHK-Handwerker wollen wir die Emotionen während der Ausstellungsberatung zum Abschluss nutzen!".

War es das? Wo ist der "Hauptteil", wo ist der "Schluss" eines in sich geschlossenen und diskussionsreifen Konzeptes?

Die Mitgliederversammlung des ZVSHK und der anschließende Obermeistertag des Fachverbandes NRW Ende September haben ein klares, rechtlich in sich geschlossenes Konzept des Handels angemahnt, um eine formalrechtlich saubere Lösung für den Verkauf an Endkunden zu ebnen. So fehlen die Regelungen etwaiger Leistungsstörungen, wie Zahlungsrisiko, Irrtumsanfechtung und Gewährleistung im Rahmen der Vertragsabwicklung ebenso wie die Entscheidung über Produkte und Markenpräferenzen, die angeboten werden wollen. Ohne eine weitere Konkretisierung des Großhandelskonzeptes ist eine fundierte Beurteilung nicht möglich.

"Darüber hinaus muss der DGH durch öffentliche Erklärung den entstandenen Eindruck ausräumen, dass das Konzept auch zur Disziplinierung von zweistufig beziehenden SHK-Handwerksunternehmen eingesetzt werden soll, da hier der Verdacht einer Diskriminierung entstanden ist", so die Beschlussfassung Mitgliederversammlung ZVSHK und NRW-Obermeistertag.

Der ZVSHK hat indes Eckwerte als Gegenvorschläge des Handwerks neu in die Diskussion gebracht:

Für den Fachverband NRW jedenfalls ist die Badwelt-Philosophie richtungweisend für die Zukunft der Märkte, auch beim Verkauf an anonyme Endkunden in den Fachausstellungen des Großhandels. Wir brauchen hier für die Zukunft Badwelt-konforme Lösungen.

Sollte die "Neupositionierung der Großhandelsausstellungen" von allen Beteiligten nicht erreicht werden, wird der Fachverband NRW jedenfalls dazu übergehen, seine Mitgliedsbetriebe aufzufordern, den zweistufigen Vertriebsweg noch stärker in den Blickpunkt ihrer betriebswirtschaftlichen Überlegungen zu rücken.

Dr. Hans-Georg Geißdörfer
Hauptgeschäftsführer
Fachverband Sanitär Heizung Klima
Nordrhein-Westfalen