IKZ-HAUSTECHNIK, Ausgabe 9/2004, Seite 12 f


VERBÄNDE AKTUELL 


Zentralverband


Kurz und bündig

SHK/Elektro

Auftragsentwicklung und Vertriebswege untersucht

Aus einer Branchenuntersuchung des Münchner Marktforschungsunternehmens Technomar hat der ZVSHK wichtige Erkenntnisse über Vertriebswege und Warenströme für Produkte der Heizungs-, Lüftungs-, Sanitär- und Elektrotechnik gezogen. Darüber hinaus ergeben sich interessante Fakten zu gewerkeübergreifenden Handwerksleistungen (Grafik 1).

Grafik 1: Nach Aussagen von jeweils 500 Fachhandwerkern zeigt sich, dass SHK-Betriebe eine deutlich breitere Angebotspalette haben.

Die Marktlage rund um die Gebäude- und Energietechnik wird in der Studie wie folgt analysiert:

Im direkten Vergleich zwischen Handwerksunternehmen aus den SHK- und Elektro-Bereichen zeigt sich, dass sich deutliche Vorteile für die SHK-Betriebe ergeben, weil sie eine breitere Angebotspalette haben und einen engeren Kundenkontakt pflegen. Zwar sind in beiden Handwerkszweigen nach Erkennnissen der Studie nur etwa 10 % der Unternehmen so positioniert, dass sie zeitgemäßen Anforderungen an Qualifikation, Akquisition und Innovation gerecht werden, doch ist der Ansporn hin zu weiteren Dienstleistungen bei SHK deutlich höher: Während nur ein Prozent der E-Betriebe eine Ausweitung ihrer Leistungen planen, so die Technomar-Studie, wollen zehn Mal mehr SHK-Betriebe ihre Dienstleistungen vergrößern - vor allem in der Energieberatung sehen beide Handwerkszweige Möglichkeiten der Expansion.

Die Angebotspalette des SHK-Handwerks ist im Vergleich etwa um das 4fache breiter. Dies zeigt sich beispielsweise auch darin, dass der SHK-Handwerker den Elektro-Großhandel als Bezugsquelle deutlich häufiger nutzt als der Elektro-Installationsbetrieb den SHK-Fachgroßhandel (Grafik 2). Immerhin beziehen heute schon 47 % der SHK-Handwerker Produkte aus dem Elektrobereich. Das ergab die Befragung unter jeweils 500 Personen aus dem SHK-Bereich und aus der Elektro-Installation. Als Wunsch für die Zukunft wurde genannt: SHK- und E-Produkte über einen Bezugsweg.

Grafik 2: Nur ca. 9% der befragten E-Betriebe bieten Nebengewerke an, bei den SHK-Betrieben sind es fast 40% - das zeigt sich im Einkauf.

Bauvertrag

VOB Teil B ohne AGBs vereinbaren!

Der ZVSHK hat speziell für seine Gewerke bisher "Allgemeine Geschäftsbedingungen für Bauverträge" (zuletzt in der Fassung vom 06 09. 2002) herausgegeben, rät in Zukunft jedoch dringend davon ab, diese mit zum Vertragsbestandteil zu machen. Ab sofort soll bei Bauverträgen ausschließlich die VOB Teil B vereinbart werden.

Der Hintergrund ist, dass der Bundesgerichtshof in einem kürzlich ergangenen Urteil folgende wesentliche Aussage getroffen hat: "Jede vertragliche Abweichung von der VOB/B führt dazu, dass diese nicht als Ganzes vereinbart ist. Es kommt nicht darauf an, welches Gewicht der Eingriff hat." (Zitat Ende)

Daraus resultiert in Zukunft folgende Verfahrensweise:

Im 16-seitigen Werbemittelkatalog 2004 sind etwa 70 Produkte mit Eckring gelistet.

Werbemittel

Katalogausgabe 2004

Was Innungsbetriebe in diesem Jahr an Werbemitteln mit Eckring einsetzen können, ist aktuell auf zehn Seiten zusammengefasst. Zahlreiche Produkte sind enthalten, mit denen sich der Fachbetrieb in ansprechender Form in Szene setzen kann. Auch sind einige Artikel sicher dazu geeignet, einem Kunden bei Gelegenheit eine kleine oder große Aufmerksamkeit zukommen zu lassen - passend zur eigenen Werbekampagne, Kundenpflege oder zur Bereicherung des Verkaufssortiments. Etwa 70 für die SHK-Branche gestylte Produkte präsentiert der Farb-Katalog, den jeder Mitgliedsbetrieb der SHK-Organisation Mitte März erhalten hat.

Fehlerteufel

18 statt 8 Euro

Leider hat sich in IKZ 7/2004, Seite 16 ein falscher Preis für die 20-seitige Fachinformation "Dämmung von Sanitär- und Heizungsanlagen" eingeschlichen. Ein Exemplar kostet 18 Euro netto für Mitgliedsbetriebe der SHK-Organisation (sonst 31,50 Euro) und ist über die Landesverbände erhältlich.

Spitzengespräch

Meinungsaustausch mit Heizungsindustrie

Vorstandsmitglieder des BDH (Bundesindustrieverband Deutsche Haus-, Energie- und Umwelttechnik) waren am 18. März 2004 zu Gast beim ZVSHK. Unter den zahlreichen Themen, die es zu besprechen galt, war beispielsweise die Umsetzung der EU-Richtlinie zur Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden. Beide Verbandsspitzen begrüßten im Grundsatz die Anforderungen dieser EU-Richtlinie. Darin werden Inspektionstätigkeiten (Inspektionsumfang) gefordert sowie die damit direkt verbundenen bedarfsorientierten Wartungsarbeiten (energetische Verbesserungsmaßnahmen). Sie sollen durch ein Normungsverfahren transparent gemacht werden. Mit der Anforderung an eine regelmäßige Inspektion könnte endlich das seit Jahren rückläufige Modernisierungsgeschäft bei Heizungs- und Klimaanlagen positiv belebt werden.

Die Wärmepumpentechnik gewinnt wieder mehr an Bedeutung. In der Marktentwicklung 2003 zeigt sich, dass sich nahezu 10.000 Käufer von einem Wärmepumpen-System überzeugen ließen (bei 715.000 verkauften Kesseln). Mittlerweile hat sich unter den betreffenden Herstellern ein Zusammenschluss zur "AG Wärmepumpen" im BDH vollzogen, um die Wärmepumpe mit ihren energetischen Vorteilen noch stärker als bisher beim SHK-Fachhandwerk zu etablieren.

Ein weiteres hochkarätiges Thema war die Bewertung der deutschen Messelandschaft. Der ZVSHK hält auch zukünftig die Lösung "1 plus 4" (die ISH alle zwei Jahre, zeitversetzt dazu vier Regionalmessen) für zielführend, um das SHK-Fachhandwerk in allen deutschen Regionen ausreichend und flächendeckend zu erreichen.

Die Verbandsspitzen von ZVSHK und BDH trafen sich am 18. März 2004 zu einem Meinungsaustausch in Sankt Augustin.

Leckortung

Kurse beginnen für Komplettsanierung

Mit Hammer und Meißel müssen heutzutage keine Orientierungslöcher mehr gestemmt werden, um eine Leckage aufzuspüren. Qualifizierte und mit professionellen Geräten ausgestattete SHK-Fachbetriebe sind die Spezialisten, die von der punktgenauen Ortung eines Schadens bis zur finanziellen Regulierung eine Komplettleistung aus einer Hand abwickeln können.

Der ZVSHK hat in Zusammenarbeit mit der Firma Monty eine Weiterbildungsmaßnahme ausgearbeitet. In einem 2-Tage-Lehrgang werden die Grundkenntnisse für eine qualifizierte Leckortung und Bautrocknung vermittelt. Das Ziel ist die Beseitigung von Wasserschäden mit Minimierung der Folgekosten sowie eine schnelle und konfliktfreie Wiederherstellung der geschädigten Sache. Zur Dokumentation erhalten die Teilnehmer eine Zertifizierungsurkunde als "Fachbetrieb für Komplettsanierung von Leitungswasserschäden". Auf Wunsch kann dann der Mitgliedsbetrieb einen Eintrag unter Leckortung/Wasserschaden in der Rubrik Handwerkersuche bei www.wasserwaermeluft.de bekommen.

Ab Mai 2004 stehen ein oder zwei Kurstermine pro Monat fest, entweder in Bünde/Westfalen oder Stuttgart-Fellbach. Die Seminargebühr beträgt für Mitgliedsbetriebe der SHK-Organisation netto 580 Euro (Nicht-Mitglieder zahlen 680 Euro). Nähere Details kann man per Telefax (0 52 23) 4 93 92-20 bei Monty in Erfahrung bringen.

25 Jahre Marktpartnerschaft demonstrierten auf der Messe SHK Essen (v.l.): Johannes Fischl (Hansa-Vorstandssprecher), ZVSHK-Hauptgeschäftsführer Michael von Bock und Polach sowie Joachim Stücke (Hansa-Direktor Vertrieb Deutschland).

Gewährleistung

Hansa 25 Jahre dabei

Mit zu den ersten Industrieunternehmen der SHK-Branche gehörten die Stuttgarter Hansa Metallwerke AG, als sie 1979 mit dem ZVSHK eine Gewährleistungsvereinbarung abschloss. Seitdem hat sich viel verändert: Nach neuem Sprachgebrauch heißt dieses Sicherungsinstrument für die SHK-Unternehmer Haftungsübernahmevereinbarung (HÜV) und Hansa hat das Sortiment von damals erheblich ausweiten können. Geblieben ist dabei stets die Zusage, dass die HÜV für alle Hansa-Produkte gilt, also keine Produktsparte davon ausgenommen ist.

Für einen Mitgliedsbetrieb der SHK-Organisation ergibt sich aus der HÜV ein erhöhter Schutz, da Hansa für fehlerhafte Materialien in demselben Umfang haftet, wie der Mitgliedsbetrieb gegenüber seinem Auftraggeber. Damit übernimmt Hansa den Ersatz von Mängelansprüchen, die ihre Ursache in fehlerhaften Materialien haben. Dies schließt die Übernahme von Aus- und Einbaukosten sowie Ersatzlieferung von Materialien und die Übernahme von Schäden ein - für ein hochwertiges Bad sicher ein wichtiger Faktor.

Hansa betont allerdings, dass es im Schadenfall wichtig ist, zunächst den Hersteller zu kontaktieren. Nur so könne tatsächlich festgestellt werden, ob die Mängel oder Schäden auf das Produkt oder die Leistung des Handwerks zurückzuführen sind. Deshalb sollte der Installateur immer unverzüglich das Problem bei Hansa melden und nicht versuchen, auf eigene Faust eine Problemlösung zu erreichen. Erst nach Begutachtung des Problems durch die Mitarbeiter von Hansa wird entschieden, ob der Handwerker das Problem lösen kann und darf oder ob Hansa selbst tätig wird.

Datanorm gehört abgelöst

Die SHK-Branche arbeitet noch immer mit Datanorm. In der schnell fortschreitenden Welt der Kommunikationstechnik ist dagegen längst ein neues Zeitalter angebrochen - davon könnte der modern aufgestellte Handwerksbetrieb erheblich profitieren, wenn es im Miteinander von SHK-Handwerk, Großhandel und Industrie zu einem neuen Standard des Datenaustausches käme. Das könnte GAEB/DA2000XML als neuer Standard durchaus leisten.

Die Technik steht, das Angebot kann kalkuliert und geschrieben werden - statt Datanorm sollte dafür ein zeitgemäßer Standard her.

Jürgen Küppers, Unternehmer in einem SHK-Betrieb mit 15 Personen in Krefeld, hat sich mit der Thematik seit längerem auseinandergesetzt und macht sich - nicht zuletzt als Mitglied des ZVSHK-IT-Ausschusses und GAEB-Ausschusses - stark für eine zeitgemäße Lösung. Frau Dr. Sabine Dyas, Geschäftsführerin im ZVSHK, beantwortete er drei Fragen.

Dr. Sabine Dyas: Herr Küppers, in welchem Umfang setzen Sie EDV in Ihrem Betrieb ein und welchen Zeitrahmen nimmt dies bei Ihnen und Ihren Mitarbeitern in Anspruch?

Jürgen Küppers: Im täglichen Geschäft wenden etwa 5 Mitarbeiter in meinem Unternehmen für Planung, Angebot, Auftragsabwicklung, Nachkalkulation und Sonstiges mindestens in 60 bis 70 % ihrer Arbeitszeit EDV-Systeme an. Ich persönlich bin in die EDV-Arbeit mit etwa 25 bis 30 % meiner Zeit eingebunden.

Dr. Sabine Dyas: Steht dies in einem guten Verhältnis zum Nutzen?

Jürgen Küppers: In jedem Fall! Die Zeit könnte aber noch weitaus effizienter genutzt werden, wenn die zahlreichen Medienbrüche vermieden werden könnten.

Dr. Sabine Dyas: Wo sehen Sie denn Optimierungsbedarf für den EDV-Einsatz im Handwerk?

Jürgen Küppers: Ich vermisse bei Preisanfrage und Bestellung eine standardisierte Schnittstelle zum Großhandel, die es ermöglicht, aus meinem Angebot heraus zum Großhandel und zurück ins Angebot zu wechseln. Und das sollte nicht nur mit einem, sondern mit all meinen Großhändlern möglich sein! Hierzu werden natürlich einheitliche Stammdaten benötigt.

Ferner würde ich mir von Herstellern eine automatische Stücklistenerstellung via EDV-Programm wünschen, um z. B. Kesselkomponenten nicht immer mühsam aus Katalogen zusammenstellen zu müssen. So etwas lässt sich bereits elektronisch lösen, wie das Beispiel Buderus zeigt.

Die Interview-Reihe wird fortgesetzt.

Übrigens: Auch nach den Neuerungen im Kaufrecht ist die HÜV weiterhin wertvoll. Im Werk- und Kaufvertragsrecht sind verschiedene Verjährungsfristen für Mängelansprüche von zwei bzw. fünf Jahren wirksam, wobei bedeutsam ist, wann die Laufzeit tatsächlich beginnt. Das ist beim Kaufrecht bei Warenablieferung durch den Großhändler, beim Werkvertrag ist dies der Zeitpunkt der Abnahme. Dadurch ergibt sich ein Zeitraum, in dem der organisierte SHK-Mitgliedsbetrieb im Schadenfall keine Rückgriffsmöglichkeit hat - es sei denn auf den Gewährleistungspartner des ZVSHK.

Auch kann eine zusätzliche Verkürzung der Verjährungsfrist für Mängelansprüche wirksam werden, wenn die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) des Großhändlers entsprechend gestaltet sind. Auch hier würde eine HÜV dafür sorgen, daß der Fachbetrieb ungeachtet dieser Fristen Mängelansprüche direkt beim Hersteller geltend machen kann.

Zurück zu Hansa: Im Laufe von 25 Jahren ist nicht ein spektakulärer Fall dokumentiert, wo die HÜV in erheblichem Umfang hätte "einspringen" müssen. Im Übrigen legt Hansa - obendrein Handwerkermarken-Partner - Wert darauf, Reklamationsfälle mit dem SHK-Fachhandwerker so zu regeln, dass die Kundenzufriedenheit oberste Priorität hat.


ZVSHK-Termine-Daten-Informationen (Änderungen vorbehalten)

Datum

Veranstaltung

11. Juni 2004

Erdgasforum Dresden

24. - 25. Sept. 2004

26. Deutscher Kupferschmiedetag, Potsdam

ZVSHK Direkt: Telefon: 02241/9299-0, Telefax: 02241/21351
E-Mail: info@zentralverband-shk.de, Internet: www.wasserwaermeluft.de


Die Geschäftsstellen des ZVSHK

ZVSHK
Rathausallee 6
53757 St. Augustin
Telefon: 02241-29056
Telefax: 02241-21351

ZVSHK Geschäftsstelle Potsdam
An der Pirschheide 28
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Telefon: 0331-972107
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