IKZ-HAUSTECHNIK, Ausgabe 7/2004, Seite 48 f.


REPORT


Hygiene unterm Wasserstrahl

Neue Duschbrausentechnologie verringert Legionellenrisiko / vorteilhafter Einsatz in großen Trinkwassersystemen

Im Bereich großer Brauchwasseranlagen, etwa von Krankenhäusern, Hotels, Kurkliniken und anderen öffentlichen Einrichtungen, besteht bei Verwendung mangelhafter Duschbrausen-Technologien die latente Gefahr von Atemwegsinfektionen, informiert die Wolf-Umwelttechnologie GmbH und präsentiert gleichzeitig eine Lösung dieses Problems. Die Wasserspar-Duschbrause der Bubble-Rain-Baureihe soll über 80% weniger lungengängige Aerosole produzieren und die Gefahr einer bakteriologischen Verkeimung reduzieren.

Der Prüfaufbau im Fraunhofer-Institut für Toxikologie und Experimentelle Medizin, Abteilung Aerosoltechnologie. Hier wurden die Vergleichsmessungen der Aerosolkonzentrationen durchgeführt.

Entzündungen der tiefen Atemwege gehören zu den Infektionen mit besonders breitem Erregerspektrum. Besonders gefürchtet sind hierbei Legionelleninfekte, welche u.a. schwerste Lungenkrankheiten hervorrufen können. "Gerade in den großen Brauchwasseranlagen von Krankenhäusern, Hotels und öffentlichen Einrichtungen kann", so Wolf Umwelttechnologie, "eine Verbreitung im Trinkwassernetz auch bei Einhaltung aller Empfehlungen und Richtlinien nie ganz ausgeschlossen werden." Legionellen und andere Erreger von Lungenkrankheiten können aber erst gefährlich werden, wenn sie eingeatmet werden und in die Lungen gelangen. Dies kann nur geschehen, wenn feinste, in der Luft schwebende Wassertröpfchen erzeugt werden, die so klein sind, dass sie bis in die Lunge vordringen können. Diese kleinsten Tröpfchen bezeichnet man als Aerosole.

Herzstück der so genannten Bubble-Rain-Technologie ist die Wirbelkammer (goldgelb dargestellt). Durch das einströmende Wasser wird darin ein Wirbel erzeugt, welcher aufgrund der Sogwirkung Luft in den Brausekopf saugt. Wasser und Luft werden im Wirbel so vermischt, dass aus den Brauselöchern luftgefüllte Wasserblasen austreten.

Duschbrausen erzeugen solche Aerosole und gelten deshalb als Ansteckungsherd. Vor diesem Hintergrund hat die Wolf Umwelttechnologie GmbH eine Messreihe unter der Bezeichnung "Charakterisierung der Aerosolbildung durch Duschbrausen" durchführen lassen. Getestet wurde u.a. das "espresso" genannte Modell der Bubble-Rain-Baureihe. Es vereint laut Wolf effektive Wasserspartechnologie, eine deutliche Verringerung der Aerosolerzeugung, aktuelle Erkenntnisse bei der antibakteriologischen Materialauswahl und einfache Demontierbarkeit zur Dampfsterilisation (z.B. für den Einsatz in Krankenhäusern).

Die Messreihe wurde im Fraunhofer-Institut für Toxikologie und Experimentelle Medizin in Hannover unter Leitung von Prof. Dr. W. Koch aus der Abteilung für Aerosoltechnologie durchgeführt. Ziel des Auftrages war es, die Auswirkung der Luftbeimischung in den Brausestrahl im Vergleich zu einem normalen Brausestrahl einer Standardduschbrause zu ermitteln.

Querschnitt durch die Bubble-Rain-Duschbrause: Alle Wasser führenden Teile sind aus Metall, das Griffrohr aus Kupfer.

Überraschendes Ergebnis

Das Ergebnis der Untersuchung war überraschend. Bisher wurde vermutet, dass Luftbeimischungen zur Erhöhung der Aerosolwerte beitragen. Wenn die Luft aber wie bei der Bubble-Rain-Baureihe in das Wasser eingewirbelt wird, trägt die Luftbeimischung nicht zur Erhöhung der Aerosolwerte bei. Die Härte des Brausestrahls beim Auftreffen auf den Körper scheint hingegen ein maßgeblicher Faktor bei der Aerosolentstehung zu sein. Der weiche, mit Luft gefüllte Bubble-Rain-Strahl erzeugte 75 Prozent weniger lungengängige Aerosole, der Anteil der alveolengängigen Aerosole (dringen bis in die Lungenbläschen vor) lag sogar über 80 Prozent unter dem Wert der Vergleichsbrause.

Gefahr droht nach Ansicht von Wolf aber nicht nur von der Warmwasserversorgung her, sondern auch in umgekehrter Richtung. Krankheitserreger, welche sich in der Luft befinden, können über die Brauselöcher in Duschbrause und Brauseschlauch gelangen und finden dort normalerweise ideale Bedingungen zur Vermehrung. Eine aktuelle, von der KIWA, dem renommierten niederländischen Institut für Produkt- und Wasserforschung, durchgeführte Studie zeigt, dass Kupferrohr der Vermehrung von Legionellen deutlich entgegenwirkt. Kunststoffrohr weist zehnmal höhere Vermehrungswerte auf. Die Duschbrause "espresso" wird aufgrund dieser Erkenntnisse aus Vollkupfer hergestellt.

Voller Brausestahl bei geringem Wasserverbrauch - die Wasserblasentechnologie machts möglich.

"Da alle Wasser führenden Teile aus Metall hergestellt sind und die Duschbrausen komplett verschraubt sind, können die Kunststoffteile (Griffschlauch, Schutzgummi) leicht entfernt und die Duschbrausen ohne weiteres im Autoklaven bei 134 C Heißdampf sterilisiert werden", nennt das Unternehmen wesentliche Produktvorteile.

Weitere Informationen gibt es bei der
Wolf Umwelttechnologie GmbH, Martinweg 2, 83329 Waging am See,
Tel.: 08681/479390, www.bubble-rain.de

 


[Zurück]   [Übersicht]   [www.ikz.de]