IKZ-HAUSTECHNIK, Ausgabe 6/2004, Seite 96 f.


REPORT


Haupt- und Grundschule Wiesengrund in Iserlohn.

Duschpaneel mit EIB-Ankopplung

Renovation in der Haupt- und Grundschule Wiesengrund

Im Zuge der Renovierungsmaßnahmen in den Duschräumen der Haupt- und Grundschule Wiesengrund in Iserlohn wurden auch zwölf Duschpaneele installiert, die mit EIB*-Busankopplern in die Heizungs- und Warmwassersteuerung des Gebäudes eingebunden wurden.

Als die ersten Planungen für eine Renovierung der vier Duschräume für das Lehrschwimmbecken und die Turnhalle der Haupt- und Grundschule Wiesengrund, Iserlohn, in Angriff genommen wurden, wurde schnell deutlich, dass die Baumaßnahme nicht nur den Austausch "alt" gegen "neu" beinhalten sollte.

Da die Anlage täglich vierzehn Stunden, von 8.00 Uhr bis 22.00 Uhr, intensiv durch Schulklassen und Sportvereine genutzt wird, lagen die Vorgaben des Kommunalen Immobilienmanagements Iserlohn, der für die Renovierung verantwortlichen Behörde, klar auf der Hand: hohe Funktionssicherheit im täglichen, rauen Betrieb, unbedingte Sicherheit, z.B. Verbrühschutz und Vermeidung der Bildung, bzw. Vermehrung von Legionellen, geringer Personaleinsatz bei Pflege und Wartung und natürlich, als weitere wesentliche Punkte, der sparsame Gebrauch von Wasser und die ressourcenschonende Nutzung von Energie für die Wassererwärmung.

So war die Entscheidung für das Duschpaneel mit EIB-Ankopplung nur logische Konsequenz aus der Übereinstimmung des Forderungskatalogs mit den Leistungsmerkmalen der Armatur.

Das Hallenbad der Schule wurde mit EIB-Busgesteuerten Duschpaneelen ausgestattet.

Thermische Desinfektion

Eine hohe Aufmerksamkeit, besonders in öffentlichen Anlagen, ist auf die Vorbeugung gegen die Vermehrung von Legionellen zu richten. Für eine thermische Desinfektion müssen gem. des DVGW Arbeitsblatts W 551 Auslaufarmaturen bei 70C mindestens drei Minuten geöffnet werden. In der Schule Wiesengrund wird dieser Vorgang einmal wöchentlich durchgeführt.

Das thermostatisch gesteuerte Paneel, das Verbrühschutz gewährleistet.

Als Personalentlastung und zur Sicherstellung, dass die Desinfektion nicht vergessen wird, führt das Duschpaneel mit Hilfe der EIB-Steuerung diesen Vorgang selbsttätig aus. Sobald die voreingestellte Desinfektionstemperatur von 70C erreicht ist, öffnen die Ventile und schließen automatisch nach der vorgeschriebenen, eingestellten Zeitdauer. Damit der reibungslose Betrieb der stark frequentierten Duschanlage während des Tages nicht gestört wird, wird diese Sicherheitsmaßnahme während der unbelegten Nachtstunden durchgeführt. Gleichzeitig wird die Raumlüftung aktiviert, um die erhöhte Luftfeuchtigkeit und die Wärmebildung durch das stark erwärmte Wasser sofort abzuführen.

Um bei eventuellen Stillstandszeiten oder längerer Nutzungsunterbrechung stagnierendes Wasser in den Leitungen zu vermeiden, ist in der EIB-Steuerung auch ein Zeitintervall hinterlegt, dass dafür sorgt, die Ventile der Duschpaneele so lange zu öffnen, bis die Zuleitungen wieder mit Frischwasser gefüllt sind.

Um dem Servicepersonal die Möglichkeit zu bieten, die Paneele ohne versehentliches Öffnen zu reinigen, können die Ventile mit einem im Technikraum installierten Zentralschalter abschnittweise gesperrt werden. Nach 30 Minuten, oder einer anderen, frei einstellbaren Zeitdauer, wird die Sperrung aufgehoben und die Duschen stehen den Nutzern wieder zur Verfügung.

Die Reinigung der Paneele gestaltet sich im Übrigen aufgrund der glatten Flächen und der hochwertigen Ausführung sehr einfach und kann mit den üblichen Verfahren durchgeführt werden.

Sensor-Erfassungsbereich

Um dem von Duschanlagen herkömmlicher Bauart bekannten Effekt, dass die Dusche von den Nutzern beim Verlassen nicht geschlossen wird, entgegenzuwirken, sind die Duschpaneele mit einer ausgeklügelten elektronischen Steuerung ausgestattet.

Eine Wasserentnahme, und damit die Inbetriebnahme des Paneels ist nur möglich, wenn sich ein Nutzer im Erfassungsbereich des im Paneel integrierten Infrarotsensors aufhält. Das Öffnen des Ventils erfolgt durch das Heranführen der Hand an den Sensor. In gleicher Weise kann auch der Wasserfluss, z.B. während des Einseifens, unterbrochen werden. Um ein unbeabsichtigtes Öffnen zu vermeiden, ist es notwendig, die Hand direkt vor den Sensor zu halten. Wird die Dusche verlassen, ohne dass der Wasserfluss vom Nutzer geschlossen wurde, schließt das Paneel automatisch, sobald der Nutzer den Sensor-Erfassungsbereich verlassen hat. So wird nicht nur eine große Menge an Wasser eingespart, dass sonst sinnlos verschwendet worden wäre, sondern auch eine erhebliche Menge an wertvoller Energie, die für die Erwärmung des Duschwassers notwendig ist.

Bei Wartungsarbeiten können die Ventile durch Ansteuerung aus der Schaltzentrale regionsweise abgeschaltet werden.

Thermostatgesteuert und kostensenkend

Einen wesentlichen Anteil an den erzielbaren Einsparungen leistet auch der eingebaute Thermostat. Er hält automatisch die voreingestellte Mischwasser-Temperatur konstant und regelt auch bei Druck- und Temperaturschwankungen schnell und zuverlässig nach. Abgesehen davon, dass so ein sicherer Verbrühschutz gewährleistet wird, entfällt das lange Suchen und Nachregeln der angenehmen Wassertemperatur.

Wie viel Wasser und Energie durch diese Maßnahmen tatsächlich eingespart werden, beweist eine beispielhafte Berechnung, die in die VDI Richtlinie 6024 "Wasser sparen in der Sanitärtechnik" Eingang gefunden hat. Demnach fällt die Benutzungsdauer gegenüber Einhebelmischern auf die Hälfte, in Kombination mit einem zusätzlich wassersparenden Duschkopf wird so der Wasserverbrauch pro Person an den Duschanlagen um mehr als 60% verringert. Damit einher geht, dass auch die Energiemenge, die für die Erwärmung des Duschwassers benötigt wird, um weit mehr als 50% reduziert wird.

Zieht man diese Rechnung in Betracht, amortisieren sich die höheren Investitionskosten für die elektronischen Duschpaneele, in Abhängigkeit der Nutzungsfrequenz und der Kosten für Energie und Wasser, bereits in weniger als einem Jahr. Eine gute Investition also, die nicht nur unter ökonomischen, sondern auch ökologischen Gesichtspunkten jeder Überprüfung standhält.

Das neu gestaltete Duschpaneel mit zusätzlicher Handbrause und Seifenablage.

Neben den hier eingesetzten Dusch-Paneelen mit formschöner Kunststoffverkleidung, die sich in der Zwischenzeit auch einer Modellpflege unterzogen haben - so sind mittlerweile auch eine zusätzliche Handbrause, eine Seifenschale und ein Haltegriff erhältlich, die Kunststoffverkleidung wurde durch ein Aluminiumprofil ersetzt - bietet der Hersteller, bereits seit vielen Jahren ausgewiesener Spezialist auf dem Gebiet der elektronischen Armaturen, eine komplette Produktfamilie an Waschtisch- und Urinalarmaturen, sowohl für Auf- und Unterputzmontage.

Alle Armaturen aus der Electra-Baureihe sind darüber hinaus mit einer EIB-Ankopplung lieferbar.

Am Beispiel dieser Duschanlage in der Haupt- und Grundschule Wiesengrund, die von den Firmen MSR Wortmann und Höttler-Sanitär aus Iserlohn erstellt wurde, ist deutlich abzulesen, dass der Einsatz elektronischer Armaturen eine zeitgemäße Notwendigkeit bei der Erstellung verbrauchs- und energieoptimierter Wasch- und Duschbereiche ist.

Auch die EIB-Integration geht weit über den Komfortgedanken hinaus, sie übernimmt vielmehr sicherheits- und wartungstechnische Funktionen, die einen reibungslosen Betrieb gewährleisten und das Personal weitestgehend von Routine- und Kontrollaufgaben entlastet.

Internetinformationen:
www.oras.de


* EIB - Europäischer Installations Bus, ein genormtes offenes Bussystem in der Haustechnik mit den größten Marktanteilen in Deutschland in diesem Bereich.


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